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Diagnose, Prävention und Therapie des postoperativen Psychosyndroms und des Delirs im Alter 04.05.2011, 3. Medizinisch-Psychiatrisches Colloquium, Hildesheim.

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Präsentation zum Thema: "Diagnose, Prävention und Therapie des postoperativen Psychosyndroms und des Delirs im Alter 04.05.2011, 3. Medizinisch-Psychiatrisches Colloquium, Hildesheim."—  Präsentation transkript:

1 Diagnose, Prävention und Therapie des postoperativen Psychosyndroms und des Delirs im Alter , 3. Medizinisch-Psychiatrisches Colloquium, Hildesheim K. Hager Klinik für Medizinische Rehabilitation und Geriatrie Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung gGmbH

2 Objectives Allgemeines Häufigkeit, Verlauf Klinik (Symptome, Diagnose, Screening) Ursachen Prävention Therapie weitere Aspekte Literaturstellen: –Zahlen in Klammern: Literaturstellen aus: Hager, K.: Was gibt es Neues bei postoperativen Vigilanzsstörungen / bei der Prophylaxe des postoperativen Delirs? –oder aufgeführt –Frau S.K. Inouye hat zum Delir allgemein viel publiziert, z.B unter:

3 Postoperatives Delir (POD, PD) postoperative delirium (POD) ICD 10, DSM IV postoperative cognitive dysfunction (POCD) kogn. Testung andere Ausdrücke für das Delir Durchgangssyndrom Psychosyndrom (siehe Titel) akutes hirnorganisches Psychosyndrom (HOPS) akuter Verwirrtheitszustand acute brain failure, acute brain syndrome akuter exogener Reaktionstyp (Bonhoeffer, 1908) körperlich begründbare Psychose (Schneider, 1948) … Allgemeines

4 Delir? - schon lange bekannt De-lira (lat.) aus der Furche sein: Irresein Hippocrates zum Thema: …Bei akutem Fieber, Lungenentzündung, Meningitis (Phrenitis) und akuten Kopfschmerzen beobachte ich, dass die Patienten mit den Händen in der Luft umherfuchteln, auf der Bettdecke Flusen zupfen und Spreu von der Wand pflücken. Alle diese Zeichen sind ungünstig, im Grunde tödlich (aus einem Vortrag von Gutzmann) Allgemeines

5 Postoperatives Delir (POD) 118 Patienten 75 Jahre oder älter ohne schwere kognitive Einschränkungen präoperativ größerer elektiver abdomineller Eingriff postoperatives Delir bei 28 Patienten (24%). Multivariante Analyse: –ASA-Status 3-4 (P = 0,02), eingeschränkte Mobilität (timed get up and go-Test score >20 Sekunden) (P = 0,009) und postoperative Tramal Gabe (P = 0,0009) waren Risikofaktoren für das PD. Sterblichkeit: 14% bei den 28 Patienten mit PD und 3.3% bei 90 Patienten ohne PD (P = 0,051). 62.5% überlebenden Patienten mit PD und 32% überlebenden Patienten ohne PD wurden in eine Geriatrische Rehabilitationseinheit (P = 0,007) verlegt. Brouquet et al., Ann. Surgery,

6 Delir in der Geriatrie Die gemeinsame Endstrecke vieler Erkrankungen (I-Syndrom, geriatric giants) ist z.B.: Instabilität Sturzkrankheit Immobilität Intellektuelle Veränderung Demenz, Delir Inkontinenz ein Notfall in der Geriatrie potentiell lebensbedrohliche Ursache potentiell lebensbedrohliche Folgen (z.B. Stürze) Allgemeines

7 Delir in der Geriatrie Keine plötzliche Veränderung des Bewusstseins ist normal – auch nicht in hohem Alter! Ein bißchen verwirrt ist auch im Alter ein bißchen zu viel - besonders, wenn es neu/akut aufgetreten ist (zit. n. Gutzmann). Im Alter ist das Delir oft multifaktoriell. Mitunter geht die akute Verwirrtheit der klinischen Manifestation der Ursache voraus! Allgemeines

8 Inzidenz des POD Delirinzidenz bei verschiedenen Operationen –insgesamt:10 – 60% (5) 20 – 80% (9) –abdominalchirurgische Eingriffe 24% (6, 31) –hüftchirurgische Eingriffe 45% (7) –alte Patienten -73% (48) –nach Op. eines grauen Stars <5% Vergleich mit anderen postoperativen Komplikationen –0.1% tödliche Lungenembolien innerhalb von 3 Monaten nach einer Hüftoperation –1% signifikante Wundinfektionen nach elektiven Hüft- und Knieoperationen (und: Marcantonio 2000, Gustafson 1988, Geerts 2004, Nicolaides 2001, Gillespie 2000, Schneider 2002, NICE 2010, Gaine 2000 Douketis 2002) Häufigkeit

9 Delir - die häufigste postoperative Komplikation Häufigkeit Das postoperative Delir ist die häufigste Komplikation nach chirurgischen Eingriffen. Das Delir ist die häufigste psychiatrische Diagnose auf Intensivstationen.

10 POD - zeitlicher Verlauf Auftreten bis zum dritten Tag nach der Operation am häufigsten am zweiten postoperativen Tag Dauer im Mittel sieben Tage kürzere und längere Verläufe zirka 10 % der Patienten benötigen bis zu einem Monat zur Überwindung des Delirs alle Verwirrtheitsphasen länger als vier Wochen hinterfragen (chronische Ursachen, z.B. Demenz, abgelaufene zerebrale Hypoxie?). Beginn des POD erst nach mehreren Tagen? andere Ursache als die Operation, z.B. postoperativer Infekt? Exsikkose? Verlauf

11 Delir – Definition Das Delir ist eine Veränderung des Zentralnervensystems, charakterisiert durch einen akuten Beginn und Fluktuieren der Störungen der geistigen Fähigkeiten, der Psychomotorik, der Affektivität und der Bewusstseinslage. Die Störung der Bewusstseinslage weist auf eine hirnorganische Störung hin. Das Delir ist ein ätiologisch unspezifisches hirnorganisches Syndrom. Klinik

12 Delir-Subtypen (1: OKeeffe und Lavan, : Vortrag Gutzmann) hypoaktives Delir (29% / 25%) –Müdigkeit, Antriebslosigkeit, pflegeabhängiger, funktionell schlechter, im Alter schlechtere Prognose (Robinson et. al. 2011) ? –eher übersehen hyperaktives Delir (21% / 15%) –Halluzinationen, Wehrigkeit, Agitiertheit, Aktivität –selten übersehen Mischtypen (43% / 50%) keine psychomotorischen Veränderungen (7% / ) subsyndromales Delir Klinik

13 Diagnostische Kriterien für ein Delir nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) 10 (deutsche Version) bzw. dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) IV ICD-10 (15) DSM-IV (4) Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit Störung der Wahrnehmung, des Denkens und des Gedächtnisses Störung der Kognition psychomotorische Störungen Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus Störung der Emotionalität Beginn gewöhnlich akut, Verlauf fluktuierend, Gesamtdauer <6 Monate akuter Beginn (Std. bis Tage) und fluktuierender Verlauf eine zugrunde liegende medizinische Ursache ist nachweisbar ein medizinischer Krankheitsfaktor liegt vor Klinik

14 Einige Screening Tests für das POD AbkürzungTest DSM-IVDiagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders CAMConfusion Assessment Method (34) CAM-ICUCAM für Intensivstationen (18) DDSDelirium Detection Score (51) DOSDelirium Observation Scale (41) DRSDelirium rating scale (1) ICDSCIntensive Care Delirium Screening Checklist (7) NEECHAMNEECHAM Confusion Scale (24;49) NU-DESCNursing Delirium Screening Scale (22;46;58) RASSRichmond Agitation and Sedation Scale (59) Klinik

15 CAM (Confusion Assessment Method) Inouye SK et al. Ann Intern Med 1990;113: ; zit. aus: Radtke et al., World J Surg 210/34 (2010)

16 NEECHAM Confusion Scale Gemert and Schuurman, BMC Nursing 2007, 6:3 9 Items Sensitivität: 1 Spezifität: 0,87

17 Delirium Observation Screening Scale (DOS) Gemert and Schuurman, BMC Nursing 2007, 6:3 leicht zu handhaben Sensitivität: 0,89 Spezifität: 0,88 3 Punkte: Delir

18 Nu-DESC (22;46;58) als Screening-Instrument für das postoperative Delir (zit. n. (58) ) SymptomeBewertung 1Desorientierung Manifestierung einer Desorientierung zu Zeit oder Ort durch Worte oder Verhalten oder Nicht-Erkennen der umgebenden Personen Unangemessenes Verhalten Unangemessenes Verhalten zu Ort und/oder Person: z.B. Ziehen an Kathetern oder Verbänden, Versuch aus dem Bett zu steigen, wenn es kontraindiziert ist und so weiter Unangemessene Kommunikation Unpassende Kommunikation zu Ort und/oder Person, z.B. zusammenhanglose- oder gar keine Kommunikation; unsinnige oder unverständliche sprachliche Äußerungen Illusionen / Halluzinationen Sehen oder Hören nicht vorhandener Dinge, Verzerrung optischer Eindrücke Psychomotorische Retardierung Verlangsamte Ansprechbarkeit, wenige oder keine spontane Aktivität / Äußerung, z.B. wenn der Patient angestupst wird, ist die Reaktion verzögert und/oder der Patient ist nicht richtig erweckbar Summe:2: ja <2: nein 0: nicht vorhanden; 1: vorhanden; 2: vorhanden, starke Ausprägung

19 Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin - Langfassung -

20 Multifaktorielles Modell Ursachen

21 Multifaktorielles Modell Ursachen POD: Volumenschwankungen, Blutverlust/Anämie, Blutdruckabfall, Anaesthetika, Oxygenierung, Elektrolytveränderungen, Tachykardie....

22 Faktoren, die ein Delir auslösen können Inouye (1998) Faktorrelatives Risiko Zwangsmassnahmen4.4 ( ) Unterernährung4.0 ( ) >3 neue Medikamente2.9 ( ) neuer Blasenkatheter2.4 ( ) Sehbehinderung3.5 ( ) schwere Erkrankung3.5 ( ) kognitive Einschränkung2.8 ( ) Ursachen

23 Einige das postoperative Delir begünstigende Faktoren Einflüsse von Seiten der Operation lange andauernde chirurgische Eingriffe extrakorporaler Kreislauf bei Herz-Lungen-Maschine Notfall- vs. elektive Operation (38) Medikamente (vor allem mit zentraler oder anticholinerger Wirkung) postoperative Tramadolgabe (8) postoperative Aufnahme auf eine Intensivstation hypotone Werte intraoperativ (65) hoher APACHE II-Score bei Aufnahme in die Chirurgische ICU (61) hoher Cortisolspiegel am ersten postoperativen Tag (61) schweres Trauma bei Unfallpatienten (3) unzureichend therapierte Schmerzzustände Fixierungsmaßnahmen (33) iatrogene Maßnahmen (z.B. Blasenkatheter) (33) …. Ursachen

24 Einige das postoperative Delir begünstigende Faktoren Einflüsse von Seiten des Patienten hohes Alter (40;61;65) höhere ASA-Klasse 3-4 (8;40;63) eingeschränkte Mobilität vor der Operation (8) arterieller Hypertonus (56) kognitive Einschränkungen (26;65), z.B. ein erniedrigter MMSE (26;56;66) ein erhöhter präoperativer Hilfebedarf im Alltag (65) ein früheres postoperatives Delir (65) ein früherer Schlaganfall (61) mangelnde Ernährung (33;63) eine hohe Zahl an diagnostisch-therapeutischen Prozeduren (33) schwere Erkrankungen (Sepsis, Schock) Infektionskrankheiten Elektrolytstörungen (z.B. Hyponatriämie) Atemstörung (z.B. Hypoxämie) Anämie …. Ursachen

25 Ursachen des Delirs – Neurotransmitter-Modell nach Mantz et al., Anaesthesiology, 2010, 112: Ursache

26 Wirkungsweise der Neuroleptika Neuroleptika Blockade von Dopamin- und 5-HT- Rezeptoren 5 Subtypen an Dopaminrezeptoren – D1 Familie: D1 und D5 Rezeptor – D2 Familie: D2, D3, D4 Rezeptor –Subtypen unterscheiden sich durch unterschiedliche Bindungseigenschaften, anatomische Verteilung usw. Differentielle Wirkungsprofile unterschiedlicher Klassen von Neuroleptika entstehen wahrscheinlich durch unterschiedliche Bindungseffektivität an Dopamin- Rezeptor-Subtypen. Therapie

27 Diagnostik bei Delir -1 Delirsyndrom klinisch Ursachenfindung auch apparativ –körperliche, neurologische und psychiatrische Untersuchung (!) –Eigen- und Fremdanamnese, Medikamentenanamnese... (!) –cerebrale Vorschädigung (z.B. Demenz)? –Die Diagnose eines Delirs erfordert immer eine rasche somatische Ursachenforschung! –Beim POD z.B. Herzfrequenz, Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt, Elektrolyte, Blutgasanalyse Diagnostik

28 Apparative Diagnostik bei Delir Zusätzliche Untersuchungen: –EKG, Rö-Thoraxaufnahme –Blutwerte (z.B. Blutbild, Natrium, Kalium, Mg, Calcium, Harnstoff, Kreatinin, CRP, Blutzucker, GOT, AP, LDH, GT, Bilirubin, CK, Blutfette, Gesamteiweiß und Eiweißelektrophorese, TSH basal, Blutgasanalyse, ggf. Toxikologie, Digitalisspiegel) weiterführende Untersuchungen je nach Fall –cCT, cMRT, EEG, Lumbalpunktion.... Diagnostik

29 Einige Pharmaka, die ein Delir auslösen oder verstärken können Neuroleptika z.B. Chlorpromazin, Promethazin Trizyklische Antidepressiva z.B. Amitryptilin, Doxepin Spasmolytika z.B. Butylscopolamin Antihistaminika z.B. Diphenhydramin H 2 -Blocker z.B. Cimetidin, Ranitidin Ophtalmologica z.B. Atropin-haltige Augentropfen Antiparkinsonmittel z.B: Anticholinergika, Dopaminagonisten, L-Dopa Analgetika z.B. generell Opioide und Opiate, Azetylsalizylsäure in höherer Dosierung, NSAR Antikonvulsiva z.B. Phenytoin, Valproinsäure, Carbamazepin Antibiotika z.B. Gyrasehemmer, Sulfonamide, Tuberkulostatika Benzodiazepine z.B. der Entzug von Benzodiazepinen andere z.B. Kortikosteroide, Lithium, Digitalisglykoside, Propanolol, Clonidin, Chinidin, Ciclosporin, Theophyllin, Lidocain, Mexiletin Diagnostik

30 Frau vJ, April/Mai 2011 zuhause zunehmend durcheinander, Einweisung ins Krankenhaus nachts verwirrt, verteidigt Nachbarin gegen Ärzte und Pflegepersonal Ursachen? –geb. 1922, 89 Jahre alt, bislang alleine zuhause –biologisch jünger wirkend –im CCT Hirnvolumenminderung, SAE, V.a. Hippocampusatrophie –bei Aufnahme Hyponatriämie 125 mmol/l –Hypokaliämie 2,8 mmol/l –CRP, Harnstoff, Crea opB –zuhause viele Jahre 2x10 mg Diazepam pro Tag (zirka) –suchte in der Klinik in den ersten Tagen nach Rotwein –Ortswechsel Beispiel

31 Frau vJ, April/Mai 2011 anfänglich im Krankenhaus Seroquel reichte nicht, deshalb Haldol, nachts 1x sogar i.m., dann mit Haldoltropfen führbar 1x1 Oxazepam 10 mg zur Nacht weiter z.N. Mirtazapin 15 mg zusätzlich im Verlauf Umsetzen von Haldol auf Seroquel 25 ½ ½ - ½ Ausgleich der Hyponatriämie bei Bedarf i.v.-Flüssigkeit vorübergehender CRP-Anstieg Mirtazapin auch wieder abgesetzt insgesamt protrahierter Verlauf über drei Wochen, nun aber wieder relativ orientiert, Entlassungsvorbereitung Delir multifaktoriell? initial stärker wirksames Neuroleptikum alles optimieren relativ lange Zeitdauer bei voll ausgebildetem Delir Beispiel

32 subsyndromales Delir (SSD), Prädelir (Cole et al., 2003) wenn nicht alle Kriterien eines Delirs vorhanden Ist ein Delir aufgetreten, dauert es Tage / Wochen bis zur Besserung, besser schon ein SSD erkennen und rasch behandeln! In der Geriatrie ist das gesamte therapeutische Team gefordert, bereits das SSD zu erkennen. Prävention

33 YALE DELIRIUM PREVENTION PROGRAM Versuch der Verhinderung eines Delirs durch vermeidbare Probleme Multifaktorielle Intervention anhand von 6 Risikofaktoren für eine Delir RisikofaktorIntervention kognitive EinschränkungOrientierungstraining therapeutische Aktivitäten SchlafentzugSchlafverbesserung ImmobilisierungFrühmobilisierung SehbehinderungenSehhilfen HörbehinderungHörgeräte u.ä. ExsikkoseFrüherkennung und Flüssigkeitszufuhr Inouye SK. N Engl J Med 1999;340: Prävention

34 YALE DELIRIUM PREVENTION TRIAL ErgebnisInterventions- gruppe (n=426) normale Behandlung (n=426) OR (CI) oder p Delirinzidenz, n (%)42 (9,9%)64 (15,0 %)0,60 (0,39-0,92) p= 0,02 Delirtage Delirepisoden p=0,02 p=0,03 Delirschwere3.93.5p=0,25 Wiederauftreten13 (31,0%)17 (26,6%)p=0,62 Prävention Das Auftreten eines postoperativen Delirs ist beeinflussbar. Delirschwester? Delirteam? Inouye SK. N Engl J Med 1999;340:669-76

35 Prävention des Delirs? YALE DELIRIUM PREVENTION PROGRAM (Inouye SK. N Engl J Med 1999;340:669-76) THE HOSPITAL ELDER LIFE PROGRAM (HELP) (http://www.hospitalelderlifeprogram.org) (Inouye et al., J Am Geriatr Soc 2000 Dec;48 (12): ) und andere Proactive geriatric consultation post hip fracture (Marcantonio, JAGS 2001) : significant 36% risk reduction for delirium Nursing education and consultation post hip fracture (Milisen, JAGS 2001) : significant reduction in delirium duration and severity Multifactorial interventions in medical patients: –1. significant reduction in delirium duration and LOS (Lundstrom, JAGS 2005 ; –2. significant reduction in delirium rate and hospital costs Naughton, JAGS 2005 Educational intervention for medical staff (Tabet, Age Aging 2005) : significant reduction in delirium prevalence Haloperidol prophylaxis (Kalisvaart, JAGS 2005) : significant decreased severity and duration of postoperative delirium Prävention

36 Maßnahmen zur Prophylaxe des POD kurze, schonende Anästhesie und Operation Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen des Delirs Weglassen/Reduktion delirträchtiger (vor allem zerebral wirksamer) Medikamente ausreichende Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr Blutdruck- und Herzfrequenz einstellen Ausgleich von Elektrolyt- und Stoffwechselstörungen (z.B. Hyperglykämie, Hyponatriämie) … Prävention

37 supportive Therapie bei POD postoperative Mobilisierung und Aktivierung tagsüber Schulung der Mitarbeiter zur Früherkennung und im Umgang mit dem Delirpatienten Information der Angehörigen Orientierungshilfen (z.B. Uhr, Kalender, rooming in für Angehörige) biographiegestützte Interventionen (z.B. Photos, persönliche Gegenstände) ruhige, klar strukturierte Umgebung, konstante Bezugspersonen engere Überwachung (um eine Selbstgefährdung auszuschließen) Therapie

38 Neuroleptika herkömmliche Neuroleptika: z.B. Haloperidol, Melperon, Promethazin, Dipiperon neuere Neuroleptika: z.B. Quetiapin, Clozapin, Risperidon, Olanzapin andere Medikamente –Benzodiazepine (Oxazepam, Lorazepam) –mood stabilizer (Carbamazepin, Valproinsäure, Gabapentin) –SSRI (Citalopram, Sertralin) –Cholinesteraseinhibitoren (z.B. Rivastigmin, Donezepil) –andere Medikamentöse Maßnahmen beim Delir Therapie

39 Cochrane Review 2009 medikamentöse Prophylaxe des postoperativen Delirs Lonergan et al., 2009 Fazit: –drei Studien ausgewertet –kein Unterschied zwischen Haldol niedrig dosiert (< 3,0 mg/Tag) und neueren Neuroleptika (Risperidon, Olanzapin) –Haldol in höherer Dosierung (> 4,5 mg/Tag) hat mehr NW, vor allem Parkinson-Syndrom –eine Studie Haldol gegen Placebo: Haldol verhindert nicht das Auftreten jedoch die Schwere des POD –da nur eine Studie vorhanden, keine generelle Empfehlung Therapie

40 Medikamentöse Prophylaxe des POD bei chirurgischen Patienten IndikationWirkstoffDosierungBeispielLiteratur ProphylaxeHaloperidol1,5 mg/Tag, drei Tage prä- bis zu 3 Tagen postoperativ 3x0,5 mg, 3x5 gtt Haldol® (37) Kalisvaart KJ, de Jonghe JF, Bogaards MJ, Vreeswijk R, Egberts TC, Burger BJ, et al. Haloperidol prophylaxis for elderly hip-surgery patients at risk for delirium: a randomized placebo-controlled study. J Am Geriatr Soc 2005 Oct;53 (10): Therapie

41 Cochrane Review Risperidon und Olanzapin vs. Haldol Therapie

42 Einige medikamentöse Maßnahmen bei POD hypoaktives DelirPsychopharmaka reduzieren/absetzen hyperaktives Delir oder Mischform geringe Unruhe zulassen, supportive Maßnahmen wie Mobilisierung und Aktivierung bei starker Ausprägung oder Selbstgefährdung Neuroleptika Quetiapin12,5-50 mgz.B. Seroquel® 12, mg empirisch Risperidon1-1,5 mg/Tagz.B. 0,5–0-1 mg Risperdal® (25) Haloperidol1-2 mg/Tagz.B. 3x0,5 mg Haldol® (25) Olanzapin1,25-2,0 mg/TagZyprexa® 2,5 mg (27) Therapie

43 Delir im Alter, einige Therapievorschläge Haloperidol oral: 0.5–1.0 mg 2xtäglich, zusätzliche Dosen alle 4 Stunden nach Bedarf i.m.: 0.5–1.0 mg, nach 30–60 min ggf. wiederholen atypische Neuroleptika Risperidone 0.5 mg 2xtäglich Quetiapine 25 mg 2xtäglich Benzodiazepine Lorazepam 0.5–1.0 mg oral, zusätzliche Dosen alle 4 Stunden Inouye SK: Current Concepts: Delirium in Older Persons. New England Journal of Medicine 354:1157–1165, 2006 Therapie

44 Prognose bei POD Mortalität auf etwa das 2-3fache erhöht (8;19;40) –z.B. bei abdominalchirurgischen Patienten 3,3% vs. 14% (8) Häufigkeit postoperativer Komplikationen ist bei POD größer (61) höheren Ressourcenverbrauch –längeren Verweildauer auf einer Intensivstation (18) oder im Krankenhaus (18;61;64) –längeren Aufenthalt auf der Intensivstation auf (8 vs. 5 Tage) –längere Beatmungsdauer (9 vs. 4 Tage) –längeren Krankenhausaufenthalt (21 vs. 11Tage) –höhere Kosten ( vs $) –höheres Sterblichkeitsrisiko (3x erhöht) auf (19). Prognose Vulnerabilität Noxe: je größere die Vulnerabilität desto schwieriger die Prognose???

45 Outcomes of delirium 78 patients with femoral neck fractures Lundström et al., J Am Geriatr Soc 2003;51/7: Postoperative delirium Without Postoperative delirium Dementia 69% 20% 5 years Prognose

46 Demenz und Delir auch Patienten ohne Demenz können ein Delir bekommen Delir höheres Risiko für Demenz und Tod 5.6% der Patienten ohne Delir wurden dement 18.1% pro Jahr in der Delir-Gruppe Age aging 1999;28: Prognose

47 Reha bei POD Sind nach einem Delir funktionelle Einschränkungen zurückgeblieben, so ist bei alten Patienten eine geriatrische Rehabilitationsmaßnahmen in der Lage, die langfristigen Folgen eines Delirs zu vermindern (32;45). In einer Studie wurden 62,5% der Patienten nach einem POD, jedoch nur 32% der Patienten ohne POD in eine geriatrische Rehabilitation geschickt (8). Prognose

48 Kodierung des Delirs nach ICD 10 Delir ohne DemenzF05.0 Delir bei Demenz F05.1 Delir mit gemischter ÄtiologieF05.8 z.B. postoperatives Delir Delir nicht näher bezeichnet F05.9 Kodierung

49 Zusammenfassung Das postoperative Delir (POD) ist die häufigste postoperative Komplikation (im Alter). Auftreten in den ersten drei postoperativen Tagen Alter und Op-Dauer wichtige Risikofaktoren Goldstandard ICD 10/DSM IV Screening mit verschiedenen Instrumenten Ursachen: Neurotransmitterungleichgewicht Interventionsprogramm denkbar Risikoreduktion möglich Therapie mit Neuroleptika –Haloperidol –neuere Neuroleptika (z.B. Risperdal, Seroquel)

50 Korrespondenzadresse Prof. Dr. med. K. Hager Klinik für medizinische Rehabilitation und Geriatrie am Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung gGmbH, Schwemannstr. 19, Hannover; Tel: 0511/ ; Fax: 0511/ ;

51 Aspekte bei der Auswahl von Skalen CAM oder CAM-ICU häufig verwendet Diagnose trotz der Operationalisierung durch Kriterien nicht immer unproblematisch. Zeitdauer für die Skalen gering Viele Skalen können vom Pflegepersonal ausgeführt werden. Einige Skalen erlauben die Quantifizierung. unterschiedliche Anschaulichkeit etwas unterschiedliche Sensitivität und Spezifität


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