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1 Praxistipps zur Existenzgründung

2 Praxistipps zur Existenzgründung Was kommt bei der Existenzgründung alles auf mich zu...? Anmeldungspflichten Steuerliche Pflichten Fördermöglichkeiten Gestaltungen Ein erster Überblick von Dipl.-Kfm. Roland Wilm

3 Praxistipps zur Existenzgründung Roland Wilm Diplom-Kaufmann BWL-Studium Uni Erlangen-Nürnberg, Studienbereich Steuern und Prüfung (1997 – 2002) eigenes Unternehmen EasyScript (Verlag, Fachvorträge im öffentl. Recht, seit 1998 Tätigkeit bei DATEV während Studium seit 10/2001: GERMANIA, ZN Hohenroth seit 6/2002: Fachdozent im Steuerrecht Oktober 2004: Steuerberaterprüfung... Ihr Referent

4 Praxistipps zur Existenzgründung Fragen zur Rechtsform Beispiel: Der Maschinenbau-Student Werner Schmiedehammer (S) arbeitet nach erfolgreich absolviertem Studium seit 3 Jahren in einem mittelständischen Unternehmen der Metallverarbeitung. Wegen der dauerhaft sehr schwachen Auftragslage muss das Unternehmen den S betriebsbedingt kündigen. S meldet sich daraufhin sofort beim Arbeitsamt als arbeitssuchend und erhält Arbeitslosengeld. Schon länger spielt S mit dem Gedanken, sein eigenes Unter- nehmen zu gründen. Sein Hauptbetätigungsfeld wäre im Montagebau (Metall). Für die buchhalterische Abwicklung, Rechnungserstellung und betriebswirtschaftliche Planung des Betriebes möchte S seine Frau (F) im eigenen Unternehmen einsetzen. S ist sich nicht sicher, welche Rechtsform er – v.a. unter steuerlichen Aspekten – für sein Unternehmen wählen soll.

5 Praxistipps zur Existenzgründung Fragen zur Rechtsform Einzelunternehmen Personengesellschaft (OHG, KG, GbR) Kapitalgesellschaft (GmbH, AG)

6 Praxistipps zur Existenzgründung Fragen zur Rechtsform Gründung einer GbR Beteiligungsquoten S : F, z.B. 50 : 50 Gewinnermittlung: Einnahme-Überschussrechnung oder Bilanz Steuern: ESt, GewSt, (USt) Höhe der Steuerbelastung? Gründung eines Einzelunternehmens Anstellung der Frau (Lohnsteuerkarte oder MiniJob) Gewinnermittlung: Einnahme-Überschussrechnung oder Bilanz Steuern: ESt, GewSt, (USt) Höhe der Steuerbelastung?

7 Praxistipps zur Existenzgründung Gewinn Anstellung der F = Betriebsausgabe Anstellung als MiniJob (400 ): – Lohnaufw = 500 – jährl. Lohnaufwand: Gewinn: (keine Bilanz nötig!) keine Gewerbesteuer (FB ) Einkommensteuer – zvE (S) – 400 x 12 = steuerfrei (F) – zvE (Zusammenveranl.) Steuervorteile: – keine GewSt (212 ) – steuerfrei (F) – weniger zvE (ESt) Gewinn Gewerbesteuer: 212 (GewE 5.500, StMZ 1%, HS 400%) Einkommensteuer (50:50): zvE von S + F (Zusammenveranl.): (50 % Gewinnquote S) (50 % Gewinnquote F)./. 212 (GewSt)./. 990 (1,8fache GewStMB) = (Zusammenveranl.) Anstellung der F bei der GbR würde zu Einkünften aus Gewerbebetrieb führen Bilanzierungspflicht (bis )! (Gewinn > , ab : > ) EinzelunternehmenGbR

8 Praxistipps zur Existenzgründung Gewerbeanmeldung und Finanzamt-Fragebogen bei Gemeinde / Stadt / Verwaltungsgemeinschaft Gewerbeanmeldung nach § 14 GewO (Formular GewA 1) Fragebogen für Gewerbeanmeldung – Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit (Finanzamt) Finanzamt: u.a. Fragen zu Unternehmensform (Rechtsform) Gewinnermittlungsart (Einnahme-Überschussrechnung oder Bilanz) Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer? Ausweis der USt in Rechnungen? Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer (auch MiniJobs) Fördermöglichkeiten Ich-AG (Existenzgründungszuschuss) Problematik: Handwerksordnung (Meisterzwang)

9 Praxistipps zur Existenzgründung Gewinnermittlung – Belegführung, Aufbewahrung Aufbewahrungspflicht aller betrieblichen Belege: 10 Jahre Aufzeichnungen über: Wareneingang (RHB, hergestellte Waren zum Wiederverkauf) Warenausgang (Verkauf von End-/Zwischenprodukten, RHB) außerdem: Betriebsausgaben aller Art (Bürobedarf, Betriebsbedarf, Porto, Telefon, Anmeldegebühren, Beiträge IHK / HK, Berufsverbänden etc.) angeschafftes Anlagevermögen (Abschreibungen, Anlagenspiegel) Liste zukünftig geplanter Investitionen (evtl. Ansparabschreibung) Kasse (Barverkehr): Kassenbuch Bank: Geschäftskonto Einzelbelege (keine Buchung ohne Beleg) Organisationshilfe: Pendelordner

10 Praxistipps zur Existenzgründung Gewinnermittlung – EÜ oder Bilanz? Freiberufler (nicht Gewerbetreibende): Einnahmen-Überschussrechnung Gewerbetreibende: Buchführungspflicht nach HGB Buchführungspflicht nach AO: Gewinn > oder Umsatz > (ab ) Einnahmen-Überschussrechnung: wesentlich einfacher als Bilanz (aber: amtlicher Vordruck ab 2004!) Einnahmen / Ausgaben (Zufluss / Abfluss) – Kasse, Bank ausreichend keine Periodisierung / Abgrenzung Abschreibungen (AfA), GWG Bilanz: aufwendiger als Einnahmen-Überschussrechnung ausgeglichenere Abbildung des Unternehmens (Vermögen, Kapital) zunehmend wichtiger (Rating, Bonität, Basel II bei Kreditvergabe)

11 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer? Systematik der Umsatzsteuer Bei Verkauf von Waren, Dienstleistungen, die der Unternehmer erbringt (Leistungen des Unternehmers): Schulden von 16 % USt auf den Netto-Rechnungsbetrag Steuerschuld an Finanzamt Bei Einkauf von Waren, Dienstleistungen, die der Unternehmer für sein Unternehmen verwendet (Erwerb von einem anderen Unternehmer): Abzug der gezahlten 16 % USt als Vorsteuer Forderung an das Finanzamt Entrichten der USt-Zahllast als Saldo aus USt./. VoSt im Rahmen einer Umsatzsteuer-Voranmeldung (monatlich, vierteljährlich) bzw. im Rahmen einer USt-Jahreserklärung

12 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer? einfaches Beispiel 1: S kauft für die Montage einer Maschine einen Elektromotor von einem Zulieferer (Preis: zzgl. 800 USt). Er montiert danach die Ma- schine beim Kunden und stellt diesem hierfür zzgl USt in Rechnung. Ermittlung der Umsatzsteuer-Zahllast: Steuerpflichtige Leistungen USt./. 800 VoSt (Motor)./. 800 USt = Ust-Zahllast 800 USt Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA) und Überweisung des Betrags 800 ans Finanzamt

13 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer? einfaches Beispiel 2: S kauft für die Montage einer Maschine einen Elektromotor von einem Zulieferer (Preis: zzgl. 800 USt). Er montiert danach die Ma- schine beim Kunden und stellt diesem hierfür zzgl USt in Rechnung. Im selben Monat kauft er eine Maschine für zzgl USt für betriebliche Zwecke. Ermittlung der Umsatzsteuer-Zahllast: Steuerpflichtige Leistungen USt./. 800 VoSt (Motor)./ VoSt (Maschine)./ USt = Erstattung vom FA./ USt Abgabe einer UStVA; Betrag wird vom Finanzamt erstattet

14 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer? Kleinunternehmer-Regelung § 19 UStG: Jahres-Umsätze < (Vorjahr) und < (laufendes Jahr) (ab ) Umsätze = Netto-Umsatz + USt ! Folge: Unternehmer ist nicht umsatzsteuerpflichtig Praxis der Rechnungsstellung: in sämtlichen Rechnungen darf keine Umsatzsteuer offen ausgewiesen werden! sobald unberechtigterweise in Rechnungen auch die USt ausgewiesen wird, schuldet der Unternehmer die USt aus Einkaufsrechnungen darf auch keine Vorsteuer geltend gemacht werden

15 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer? Kleinunternehmer-Regelung § 19 UStG: sinnvoll bei: Unternehmern, die überwiegend von Nicht-Unternehmern (Private) Leistungen beziehen Unternehmer, deren Leistungen (Umsätze) höher sind als ihre Betriebsausgaben (immer USt-Zahllast) Kleinunternehmer kann zur Umsatzsteuer-Pflicht optieren! sinnvoll bei: Unternehmern, deren Kunden überwiegend Unternehmer sind Unternehmern, die fast ausschließlich von Unternehmern Leistungen beziehen Existenzgründern, die in den ersten Jahren hohe Anfangsverluste erzielen, tendenziell Vorsteuer-Überhang (Erstattung der Vorsteuer!) Achtung! 5 Jahre Bindung an die USt-Pflicht-Option!

16 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht: Anforderungen an Rechnungen Bezeichnung des leistenden Unternehmers als Abrechnenden (tatsäch- liche Identität, keine Scheinfirma) Angabe des Leistungsempfängers Gegenstand der Leistung (keine unrichtige, keine ungenaue!) Steuernummer (StÄndG 2003: USt-Id genügt) Entgelt (netto) Steuerbetrag auf Netto-Entgelt (16 % oder 7 %) Brutto-Entgelt Elektromotor zzgl. 16 % MwSt 800 Rechnungsbetrag Kleinbetragsrechnungen (bis 100 brutto): Angabe eines Rechnungsbetrags - zusammengefasst mit USt - genügt

17 Praxistipps zur Existenzgründung Umsatzsteuerpflicht: Abgabe von UStVA Abgabezeitraum: vierteljährlich (Normalfall) Sonderfall: monatlich weil USt des Vorjahrs > (Gesamtumsatz > bei 16 %) weil Existenzgründer (ab ; § 18 II 4 UStG), für die Dauer von insgesamt 2 Jahren (= 24 Monate lang monatliche UStVA) Abgabezeitraum: jährlich (wenn USt Vorjahr < 512, d.h. Umsatz < ) Abgabefrist: bis zum 10. des Folge-Monats Antrag auf Dauerfristverlängerung (1 Monat Fristverlängerung) UStVA II/2003 (Quartal): Abgabe bis zum ( ) UStVA 10/2003 (monatl.): Abgabe bis zum ( )

18 Praxistipps zur Existenzgründung Mini-Jobs (geringfügige Beschäftigung) Existenzgründer als Arbeitgeber Anforderung einer Betriebsnummer beim Arbeitsamt Anmeldung des Beschäftigten bei Bundesknappschaft (SV-Nummer!) Mini-Job neben Vollzeitbeschäftigung (Steuerkarte) möglich Arbeitgeberbelastung (monatlich): 400 Lohn/Gehalt 100 Pauschalabgabe an Bundesknappschaft (25%) keine Steuerkarte Arbeitnehmer (monatlich): 400 steuerfrei auch nicht nachträglich über Einkommensteuererklärung nachzuerklären! wesentlicher Vorteil zu Beschäftigung auf Steuerkarte

19 Praxistipps zur Existenzgründung Mini-Jobs (geringfügige Beschäftigung) Gestaltungen: Beschäftigung von studentischen Aushilfen auf geringfügiger Basis (400 ) oder kurzfristige Beschäftigung (50 Tage bzw. 2 Monate, steuer- und sozialversicherungsfrei) ideal für saisonabhängigen Arbeitsaufwand; auch geeignet für Teilzeit Möglichkeit zur steuerlichen Gestaltung: statt Gewinnbeteiligung bei GbR; Einzelunternehmen beschäftigt Arbeitnehmer auf 400 Basis; doppelter Vorteil: - Lohn + Pauschalabgabe = Aufwand (Betriebsausgaben! weniger Gewinn!) - Arbeitnehmer hat 400 mtl. steuerfrei (außerdem Vorteil ggü. St.-Karte!)

20 Praxistipps zur Existenzgründung Fördermöglichkeiten: Ich-AG Voraussetzungen: Bezug von Entgeltersatzleistungen (Arbeitslosengeld, -hilfe) oder ABM, in Strukturanpassungsmaßnahme-Beschäftigung Aufnahme einer selbständigen (freiberuflichen, gewerblichen) Tätigkeit (z.B. Gewerbeanmeldung, Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit) Gewinn nicht höher als Beschäftigung von Arbeitnehmern ist möglich (gilt rückwirkend zum ) Förderbeträge: 600 monatlich (1. Förderjahr) 360 monatlich (2. Förderjahr) 240 monatlich (3. Förderjahr) insgesamt: (wenn Förderung über insgesamt 3 Jahre)

21 Praxistipps zur Existenzgründung Fördermöglichkeiten: Ich-AG Antrag, Bewilligung, Dauer: beim Arbeitsamt formlos, Nachweis (Gewerbeanmeldung, Anmeldung freiberufliche Tätigkeit) Bewilligung jeweils für 1 Jahr für Neu-Bewilligung muss neuer Antrag gestellt werden erneute Prüfung der Kriterien (Gewinnhöhe ? Aufgabe der selbstän- digen Arbeit?) bei Überschreitung der Gewinnhöhe muss Fördergeld nicht zurück- gezahlt werden; die Förderung wird lediglich für folgendes Jahr nicht mehr bewilligt

22 Praxistipps zur Existenzgründung Fördermöglichkeiten: Ich-AG Auswirkungen auf die Arbeitslosenversicherung Bewilligung des Existenzgründungszuschusses beendet die Arbeitslosigkeit d.h. bei Arbeitslosigkeit nach Ich-AG-Förderung kein Anspruch auf Arbeits- losengeld! (Arbeit fördern – nicht Arbeitslosigkeit fördern) Pflichtversicherung in Rentenversicherung mit Beginn der Ich-AG-Förderung besteht Versicherungspflicht in RV allerdings: bei Geringfügigkeit (Arbeitseinkommen bis 400 mtl., d.h. Jahres-Gewinn max ) besteht Versicherungsfreiheit Existenzgründungszuschuss gehört nicht zum Arbeitseinkommen Praxis: zumindest im Gründungsjahr ist bei Kleingewerbetreibenden ein Gewinn i.H.v unrealistisch, daher i.d.R. versicherungsfrei LVA-Fragebogen zur Feststellung von Versicherungspflicht /-freiheit

23 Praxistipps zur Existenzgründung Fördermöglichkeiten: KfW-Mittelstandsbank Vielzahl von Darlehen und Eigenkapitalhilfen Mikro-Darlehen StartGeld ERP-Eigenkapitalhilfe-Programm (EHK) Beantragung u.a. abhängig von Kapitalbedarf (max bei Mikro-Darlehen, bei StartGeld) Kumulierung mit anderen KfW-Krediten zumeist ausgeschlossen teilweise branchenabhängig und regional begrenzt Beantragung i.d.R. über die Hausbank, nicht direkt bei KfW-Mittelstandsbank

24 Praxistipps zur Existenzgründung Handwerksordnung: Meisterzwang? Sonderregelungen bei Handwerksbetrieben Gewerbebetriebe, die handwerksmäßig betrieben werden entweder Gewerbe der Anlage A zur HwO (Vollhandwerk) oder Tätigkeiten, die für solches Gewerbe wesentlich sind (wesentliche Tätigkeiten) Meisterzwang und Inhaberprinzip (Einzelunternehmer, Personenges.) Anstellung eines Meisters bei Kapitalgesellschaft gilt für 94 Handwerke unbefristete Ausnahmegenehmigung (Berufserfahrung) befristete Ausnahmegenehmigung (innerhalb 3 Jahre Meister) Reform der HwO

25 Praxistipps zur Existenzgründung Handwerksordnung: Meisterzwang? Reform der Handwerksordnung (Ergebnis Vermittlungsausschuss) obligatorischer Meister nur noch für Gefahrenhandwerke = Handwerke, bei deren Ausübung Gefahren für die Gesundheit oder das Leben Dritter entstehen können (41 Handwerke, entspricht ca. 90 % aller Betriebe des deutschen Handwerks) zulassungsfreie Gewerbe (kein Meisterzwang): Anlage B Abschn. 1; ehemals die nicht gefahrengeneigten Gewerbe der Anlage A (53 Handwerke) Anlage B Abschnitt 2: kein Meisterzwang (wie bisher, 57 Handwerke) Gesellen mit 6 J. Berufserfahrung, davon 4 J. verantwortliche oder leitende Stellung dürfen sich auch in Meisterberufen selbständig machen

26 Praxistipps zur Existenzgründung Steuerliche Gestaltungen Geschäfts-Pkw ausschließlich betriebliche Nutzung gemischte Nutzung (auch privat) 1 % Methode Fahrtenbuch Privatvermögen, aber Reisekosten (0,30 pro gefahrenen km, VMA) Existenzgründungs-Rücklage / Anspar-Abschreibung § 7 g EStG Gewinnminderung und Steuer-Ersparnis in den ersten Jahren Bildung einer gewinnmindernden Rücklage bis zu 5 Jahren vor tatsäch- licher Anschaffung

27 Praxistipps zur Existenzgründung Beispiel zur Existenzgründer-Rücklage / Anspar-Abschreibung § 7 g EStg: Ein Existenzgründer plant, innerhalb von 5 Jahren einen Geschäftswagen im Wert von anzuschaffen. Planen der Anschaffung im Jahr 2003: Bildung einer Rücklage bis zur Höhe von 40 % der geplanten Anschaffungskosten: 40 % von = Im Jahr 2003 muss der Existenzgründer aus weniger ESt bezahlen (bei einem Durchschnittssteuersatz von 30 %: Steuerersparnis!) Im Jahr 2008 schafft sich der Existenzgründer den Pkw an (AK: ). Auflösung der Rücklage: (Gewinnerhöhung) Sonder-AfA 20 % =./ (Gewinnminderung) degressive AfA 20 % =./ (Gewinnminderung) = Gewinnauswirkung im Jahr der Anschaffung: 0 Steuerliche Gestaltungen

28 Praxistipps zur Existenzgründung Beispiel zur Existenzgründer-Rücklage / Anspar-Abschreibung § 7 g EStG: Durch Rücklagen-Bildung entsteht ein Liquiditätsvorteil von 5 Jahren! Abwandlung des Beispiels: Der Existenzgründer verwirft im Jahr 2008 den Gedanken und möchte sich – entgegen seiner ursprünglichen Absicht – nun doch keinen Geschäftswagen anschaffen. Auflösung der Existenzgründer-Rücklage im Jahr 2008 = (Gewinnerhöhung) Wäre der Gewerbetreibende kein Existenzgründer, müsste er den Liquiditätsvorteil, den er nachträglich zu Unrecht erhalten hatte (Steuerstundung), jährlich mit 6 % zusätzlich gewinnerhöhend verzinsen: 6 % x x 5 Jahre = (Gewinnerhöhung) Auflösung der Existenzgründer-Rücklage im Jahr 2008 = (Gewinnerhöhung) Steuerliche Gestaltungen

29 Praxistipps zur Existenzgründung Zeitlicher Fahrplan zur Existenzgründung Arbeitsamt (Betriebsnummer) Sozialversicherung (Anmeldung) behilflich: GERMANIA Einstellen von Personal Finanzamt behilflich: GERMANIA Fragebogen des Finanzamts Arbeitsamt behilflich: GERMANIA Beantragung Förderung als Ich-AG Finanzamt behilflich: GERMANIA Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit Gewerbeamt, Ordnungsamt (Stadt, Gemeinde, Verwaltungsgem.) Gewerbeanmeldung Handwerkskammer, IHK behilflich: GERMANIA Vorberatungen, Planungen, Wahl der Rechtsform

30 Praxistipps zur Existenzgründung Zeitlicher Fahrplan zur Existenzgründung Januar des Folgejahrs Durchführung: GERMANIA Lohnabschluss (Lohnkonten) bis Folgejahr, aber Fristverlängerung möglich Durchführung: GERMANIA Einkommensteuererklärung (Jahr) Umsatzsteuererklärung (Jahr) evtl. Gewerbesteuererklärung (Jahr) Finanzamt (Lohnsteuer) Sozialversicherung, KV (Beitragsnw.) Bundesknappschaft (MiniJobs) behilflich / Durchführung: GERMANIA Lohnsteueranmeldungen Beitragsnachweise (SV) oder Meldung Bundesknappschaft Finanzamt behilflich / Durchführung: GERMANIA Umsatzsteuervoranmeldungen (monatlich) Existenzgründer behilflich / Durchführung: GERMANIA (Orga-Hilfe: Pendelordner) Belegsammlung, Organisation der Finanzbuchhaltung

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37 Praxistipps zur Existenzgründung Dipl. Kfm. Roland Wilm Nürnberg: Hirschelgasse 30, Nürnberg Tel / Hohenroth: Neulandstr. 8, Hohenroth Tel / Fax /


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