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() () () () () Interkulturelle Bibliotheksarbeit –

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Präsentation zum Thema: "() () () () () Interkulturelle Bibliotheksarbeit –"—  Präsentation transkript:

1 () () () () () Interkulturelle Bibliotheksarbeit –
Thank you! Danke Merci Gracias Merci Danke Gracias Danke Danke Merci Interkulturelle Bibliotheksarbeit – Sprach- und Leseförderungsprojekte in Bibliotheken Prof. Susanne Krüger Hochschule der Medien Stuttgart Bibliotheks- und Informationsmanagement Begrüssung Vorstellung: (unterrichte zu den Themen „Kindermedien“, „zielgruppenorientierte Dienstleistungen“ und „Literatur“. Ich habe mich sehr gefreut vom Goetheinstitut zum Thema interkulturelle Bibliotheksarbeit eingeladen zu werden, da dies zur Zeit auch ein Schwerpunkt in meiner Unterrichtstätigkeit ist. Im Januar habe ich mit 10 Masterstudierenden unserer Hochschule eine 2tägige Fortbildung zum Thema Sprach- und Leseförderungsprojekte mit Kindern organisiert. Die Ergebnisse dieser Tagung möchte ich heute fokusieren. Ich werde kurz auf die konkrete soziale und bibliothekspolitische Situation in Deutschland eingehen um daraufhin einige konkreten Projekte vorzustellen.

2 () Formen der Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Zuwanderer aus der
Danke Gracias Jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion Spätaussiedler Ehegatten und Familienangehörige aus Drittstaaten Ausländische Studierende Arbeitsmigranten Asylzuwanderer EU - Binnen migration Woher kommen unsere Migranten? Die größte Gruppe ist die der Arbeitsmigranten und ihre Nachkommen. Schon in den 60iger Jahren wurden Menschen für die Industrie in Deutschland angeworben. Zuerst in Italien, dann im damaligen Jugoslawien und in der Türkei. Anders als erwartet, sind die sogenannten Gastarbeiter nicht zurückgegangen, sondern haben sich hier niedergelassen und Familien nachgeholt. Heute sind es vor allem ihre Kinder und Enkel, die benachteiligt sind, weil die Sprachkenntnisse fehlen und die Eltern ihre Kinder in unserem Bildungssystem nicht genug unterstützen können. Vor allem an den türkischstämmigen Mitbürgern entzündet sich immer wieder die Diskussion, ob Integration gelingen kann. Aber auch aus Russland kamen viele sogenannte Spät-Aussiedler und Kontingentflüchtlinge, und die Mobilität im Zuge der Europa-Erweiterung führt nun dazu, dass immer mehr Kinder einen Migrationhintergrund aufweisen. Auch Kriege, wie zuletzt im Balkan und im Irak zwingen Familien zu flüchten . Als Asylanten stehen sie aber immer in Gefahr zurückgeschickt zu werden, selbst wenn ihre Kinder hier geboren und zur Schule gegangen sind. Realität ist, dass in Grossstädten heute im Durchschnitt ein Viertel der Einwohner eine Migrationsgeschichte aufweist. Der Prozentsatz der Kinder mit Migrationshintergrund ist noch größer. Quelle : Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

3 () Integrationspolitik in Deutschland
In Großstädten: 25% Menschen mit Migrationsgeschichte Jahrzehntelang mangelhafte Integrationspolitik: Rückkehrorientierung Geänderte Einstellung erst seit dem Zuwanderungsgesetz ( ) Studien beweisen es immer wieder: Kinder aus Migrationsfamilien haben schlechtere Bildungschancen Für viele Migrantenfamilien ist Bildung die Sache der Institutionen, sie können ihre Kinder wenig unterstützen Die Zusammenarbeit mit Eltern, Vorschule und Schule sind die Prioritäten der interkulturellen Bibliotheksarbeit Danke Merci Erst das Zuwanderungsgesetz von 2005 hat endlich geregelt, wie die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt werden kann. Seitdem gibt es verbindliche Integrations- und Sprachkurse für Einwanderer, die an der Volkshochschule stattfinden. Diese Kursteilnehmer sind wichtige potentielle Kunden für die Bibliothek! Die Erkenntnis, das wir aufgrund der Überalterung unserer Gesellschaft vor allem die Ressourcen der nachwachsenden Generationen brauchen, also vor allem das Potential der Kinder der Migranten, führt zu vermehrten Bildungsanstrengungen. Alle Studien beweisen, dass Kinder aus Migrationsfamilien schlechtere Bildungschancen haben. Die internationalen Schulvergleiche wie PISA stellen immer wieder fest, dass gerade in Deutschland der Schulerfolg von Kindern von Migranten geringer ist als in anderen Ländern. Die Schuld wird an unserem Schulsystem festgemacht, das die Halbtagsschule als Regel hat und eine frühe Entscheidung mit 10 Jahren notwendig macht, welche weiterführende Schule die richtige ist. Die soziale Herkunft bestimmt zu oft die Bildungskarriere. Dabei darf der Migrationshintergrund nicht per se mit einem sozial niedrigen Milieu gleichgesetzt werden!

4 Integrationspolitik in Deutschland
Danke Merci Die Milieustudie über Migranten, die Ende 2007 veröffentlicht wurde, zeigt dies deutlich. (Migranten-)Milieus fassen Menschen zusammen, die sich in Lebensauffassung und Lebensweise ähneln. Es wurden folgende Milieus definiert: (siehe oben) So kann man allgemein sagen, dass Menschen des gleichen Milieus aber mit unterschiedlichem Migrationshintergrund mehr miteinander verbindet als mit dem Rest ihrer Landsleute aus anderen Milieus. So wurden viele Vorurteile relativiert. z.B. ist das Religiös-verwurzelte Milieu prozentual sehr viel geringer vertreten als durch unsere durch Medien geprägte „gefühlte“ Wahrnehmung. In der 2. und 3. Generation werden die Individualisierungs-Tendenzen sehr deutlich, diese Milieus wachsen kontinuierlich. Aus der Herkunfts- und der Aufnahmekultur entwickelt sich eine hybide „Transkultur“.

5 () Ziele der Interkulturellen Bibliotheksarbeit
Die kulturelle Vielfalt der Kultur abbilden Vielfalt als positiven Wert in der Gesellschaft stärken Akkulturation der Neuzugezogenen erleichtern, bei gleichzeitigem Erhalt der Herkunftskultur und –sprache Danke Gracias Was für Ziele hat nun die interkulturelle Bibliotheksarbeit? Sie ergeben sich aus der Frage, warum brauchen wir eine interkulturell ausgerichtete Bibliotheksarbeit? Selbstverständlich ist, dass sich die Angebote von Bibliotheken an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren müssen. Die Bevölkerung in Deutschland ist multikulturell und multilingual zusammengesetzt. Diese Erkenntnis ist, obwohl richtig, nicht populär. Die deutschstämmige Bevölkerung tendiert dazu, Migranten als Eindringlinge zu definieren, die, wenn sie schon da sind, sich anzupassen, zu assimilieren haben. Deshalb ist es eine Aufgabe der Bibliotheken, die Vielfalt als positiven Wert in der Gesellschaft abzubilden und zu stärken! Das ist leichter gesagt als getan, denn wenn wir z.B. unsere Mitarbeiter betrachten, kommen sie meist aus einem Milieu – dem der bürgerlichen Mitte. Die Kenntnis der Verkehrssprache des Aufnahmelandes ist als Schlüssel zur Akkulturation im Land sehr wichtig. Deshalb haben die Anstrengungen, den Erwerb der Sprache zu fördern auch in Bibliotheken Priorität. Zur individuellen Selbstverwirklichung gehört aber auch das Recht, die Muttersprache zu sprechen und zu pflegen. Deshalb befasst sich die interkulturelle BA auch mit den Medien der Herkunftsländer.

6 () Ansätze der Interkulturellen Bibliotheksarbeit
Kulturpädagogischer Ansatz Blickt auf die horizontale Differenz, d.h. den kulturellen Reichtum der anderen Kulturen Stellt andere Kulturen als eigenständig und gleichwertig zur eigenen dar Ästhetisch-sinnliche Erfahrungen sollen ein annähernd authentisches, klischeefreies Bild von der fremden Kultur ermöglichen Z.B. Projekte mit Völkerkundemuseen, Feste Die Anerkennung der eigenen Kultur muss im Alltag greifbar sein! Danke Merci Ich halte wichtig, 2 Ansätze der interkulturellen Bibliotheksarbeit auseinanderzuhalten: den kulturpädagogische und den sozialpädagogischen Ansatz. Der kulturpädagogische Ansatz:(Siehe Folie) Doch reicht es nicht, ab und zu ein folkloristisches Fest zu feiern oder einen Autor mit Migrationshintergrund einzuladen – die Anerkennung der eigenen Kultur muss im Alltag greifbar sein. So bezieht sich z.B. der schulische Kanon von Literatur im Gymnasium ausschließlich auf klassische deutsche Literaten, Literatur von deutschsprachigen Migranten wird kaum thematisiert.

7 () Ansätze der Interkulturellen Bibliotheksarbeit
Sozialpädagogischer Ansatz Beschäftigt sich mit der vertikalen Differenz, d.h. die Erfahrung mit „unangepasstem“ Verhalten - das ist in der Gesellschaft in hohem Maße tabuisiert! Thematisiert das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund Entwickelt Strategien zum Konfliktmanagement Bsp: Family literacy Programme, Sensibilisierungs-Weiterbildungsprogramme für Bibliotheksmitarbeiter Danke Gracias Der 2. Ansatz ist sehr viel schwerer zu realisieren: er beschäftigt sich mit der vertikalen Differenz. Hier wird zugegeben, dass es nicht immer einfach ist, mit dem Fremden umzugehen, dass es auch Angst macht. Hier wird auch erkannt, dass Menschen mit ähnlichem Bildungshintergrund meist besser miteinander klarkommen als wenn Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten aufeinander stoßen, selbst wenn sie die gleiche Muttersprache haben. Das ist die auch die Frage zwischen der Kluft zwischen Arm und Reich, Wörtlich gemeint und im übertragenen Sinne: wir sprechen heute von vermehrter Bildungsarmut. Viele Eltern schaffen es nicht mehr, ihre Kinder in ihrer Bildungskarriere zu unterstützen. Eltern zu erreichen, die Zusammenarbeit mit Vorschule und Schule sind deshalb auch Prioritäten für die Interkulturelle BA. Der sozialpädagogische Ansatz entwickelt aber auch Strategien zum Konfliktmanagement. Beispiele sind dafür die „Family literacy Programme“ und Fortbildungsmodule, wie das der Schweizer Kollegen „Mondomedia“, die das Bewusstsein von Mitarbeitern in Bibliotheken schärfen sollen.

8 () Wichtige Voraussetzungen der Interkulturellen Bibliotheksarbeit
Ein engagiertes Team im Idealfall mit sprachkundigen Mitarbeitern Ein gemeinsames Leitbild und Spielregeln Hohe soziale Kompetenz. Fortbildung durch Supervision Intensive Kontaktarbeit/Kooperation mit der Zielgruppe nach dem Motto „Keine Entscheidung über sie ohne sie“ Networking mit Wohlfahrtsverbänden, Gesundheitsinstitutionen, Beratungsstellen,Integrations-/Ausländerbeauftragten, Bildungs- und Kultureinrichtungen mit Fachkollegen anderer Bibliotheken Ziel ist es, die wirklichen Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und zu bedienen (Zielgruppenanalyse) Es geht darum, den Kunden zu helfen, die Möglichkeiten der Bibliothek kennen zu lernen und zu nutzen (Hilfe zur Selbsthilfe) Danke Merci Bevor ich zu den konkreten Projekten komme, möchte ich davor noch die Voraussetzungen für eine gelungene Interkulturelle Bibliotheksarbeit aufführen, Selbstverständlichkeiten eigentlich, die jedoch in der Praxis leider noch keine Selbstverständlichkeiten sind: (siehe oben)

9 () Die Projekte Bestandsaufbau – Medienangebote Multilinguale Angebote
„Literacy“ und „Social Inclusion“ Zweisprachiges Vorlesen Buchstart Bibliothekseinführungen Schulprojekt Danke Gracias Ich möchte jetzt die konkreten Projekte vorstellen, einmal zum Bestandsaufbau und zum Programm

10 Bestandsaufbau: Muttersprachliche Angebote
Danke Merci Was wird gerne in der Muttersprache gelesen? Vorschulbücher Informationen über das Land der Vorfahren Religion Belletristik Kochbücher / Diätbücher Persönliche Themen: Sexualität, Krankheit Und: Materialien zum Deutsch lernen Die Erfahrungen von Frau Schneehorst aus Nürnberg, einer typischen Grossstadtbibliothek zeigen: Während erwachsene Migranten häufig, aber keinesfalls ausschließlich, die muttersprachlichen Angebote nutzen, leihen Kinder und Jugendliche oft nur Medien in deutscher Sprache aus. Dies ist nicht verwunderlich, da deutsche Schulen eine muttersprachliche Alphabetisierung nur in Ausnahmefällen anbieten, so dass die hier aufwachsenden Kinder die Heimatsprache ihrer Familie häufig nicht lesen und schreiben können. Das Angebot an fremdsprachigen Bilder- und Vorlesebüchern wird dagegen sehr gut genutzt, da Eltern ihren Kindern offensichtlich lieber in der eigenen Sprache vorlesen. Jugendliche Migranten fragen recht häufig nach Medien über die Heimat ihrer Vorfahren, sei es, weil Lehrer gerne derartige Referatsthemen vergeben, sei es, weil sich die Jugendlichen selber dafür interessieren. Bücher über Religion sind ebenfalls sehr gefragt. Kochbücher sind die absoluten Renner, die Lust am Geschmack der Heimat hält offensichtlich über Generationen. Und ganz wichtig: Bücher mit Diätrezepten, sei es für Diabeteskranke, zum Abnehmen oder über salzarme Kost. Gerne gelesen werden auch Erziehungsratgeber und sog. Lebenshilferatgeber, von Dale Carnegie bis zu Autoren aus dem Herkunftsland. Die Nürnberger Kollegin sagte, dass offensichtlich private und persönliche Themen, die Themen , die Körper und Seele betreffen, am liebsten in der Herkunftssprache rezipiert werden. Zu den Materialien zum Deutsch lernen: Keine Bibliothek kann alle Deutschkursbesucher mit den entsprechenden Kursbüchern ausstatten. Aber: unterstützende und begleitende Deutschlern-Materialien sind immer gefragt.

11 () Bestandsaufbau: Multilinguale Angebote
Danke Gracias Wertschätzung der Herkunftssprachen Erst wer seine Muttersprache beherrscht, kann leicht eine Zweitsprache lernen! Zum 2. Aspekt den Multilingualen Angeboten. Jahrelang herrschte die Meinung vor: die Migranten sollen doch Deutsch lernen – das hat sich inzwischen geändert. ErzieherInnen, LehrerInnen und auch Bildungsplaner erkennen die Bedeutung der Muttersprache wieder mehr an. Wer „Literacy“ in einer Sprache erwirbt, also den Umgang mit Schrift, Sprache, Büchern usw. erlernt, erlernt ein auf Zweitsprache oder Drittsprache übertragbares Verhalten. Und Bibliotheken sind die idealen Partner für alle, die mit Sprach- und Leseförderaktionen zu tun haben.

12 () Bestandsaufbau: Multilinguale Angebote
Danke Merci Eine Geschichte in bis zu 18 Sprachen: Mantra-Verlag England. Deutsche Übersetzung eingeklebt. In Nürnberg werden Geschichten in bis zu 15 Sprachen zur Verfügung gestellt. Die Bücher mussten aus England importiert werden, dort gibt es derartige Angebote. (Mantra). Erste Versuche mit den englisch-muttersprachlichen Ausgaben scheiterten – die Eltern wollten den Vergleich mit den deutschen Texten. Es mussten also die deutschen Texte für die Bücher her. Da der englische Verlag Mantralingua zahlreiche Titel auch in deutsch-englischen Fassungen anbietet, bestand diese Aufgabe hauptsächlich aus Fleißarbeit: die deutschen Texte wurden abgeschrieben, auf Folie gedruckt und hinterher in die Bücher eingeklebt.

13 () Bestandsaufbau: Medienkisten
Danke Merci Medienkisten für Kindergärten und Grundschulen: Die Bibliothek im Koffer: Bücher und Spielmaterialien für das „dialogische Lesen“ Medienkisten zu vielen Themen gehören inzwischen zum Standardangebot vieler Bibliotheken, die sie an Kindergärten und Grundschulen ausleihen. Die Kiste zur Sprachförderung enthält zwei- und mehrsprachige Materialien, und viel Hintergrundmaterial für ErzieherInnen. In der Stadtbibliothek finden die ErzieherInnen das, was sie sich für ihre Kindergärten oft nicht leisten können: Medien aller Art für Kinder und mehrsprachige Materialien.

14 () Vorlesen mit der International Digital Children‘s Libraray
Danke Gracias Eine sehr günstige Möglichkeit zur Gestaltung von Vorlesestunden gibt es durch den Zugriff auf die Bücher der Digital Children‘s Library…In dieser multilingualen Kinderbiblitohek werden Bücher aus aller Welt gesammelt und eingescannt und man kann Bilderbücher in vielen Sprachen betrachten.

15 () Social Inclusion und Networking Buchstart Lesestart Leselatte
Schultütenaktionen Danke Merci Nun komme ich zu den Kooperationsprojekten. „Social inclusion“-Programme Öffentlicher Bibliotheken sind etwa die „Buchstart“ –Programme und die Lesetüten-Aktionen für Schulanfänger. Die Kampagne der Briloner Stadtbibliothek "Bücherbabys - ein guter Start für jedes Kind" (http://www.buecherbabys.de/ ) war die erste von zahlreichen Bibliotheksinitiativen, in denen es darum geht, Eltern schon früh über die Wichtigkeit der Leseförderung zu informieren und im ersten Lebensjahr des Kindes ein Lesestart-Paket zu übergeben. Es wird mit der Geburtstation des örtlichen Krankenhauses zusammengearbeitet. Bei diesen Programmen erhalten alle ein Buch für ihr Kind sowie Informationen zum Thema Lesen und Vorlesen. In anderen Städten erhält jedes Kind zum Schulanfang ein Buch geschenkt. Derartige Programme sind oft mehrsprachig. In Brilon bekommen türkische und russische Eltern eine Broschüre über die Bedeutung des Lesens, die Nürnberger Bibliothek verteilt Vorlesetipps in 16 Sprachen, der Elternbrief der Stadtbücherei Hamm ist ebenfalls in zahlreichen Sprachen verfasst.

16 () Family Literacy Schenk mir eine Geschichte
Förderung der (Schrift-) Sprachkompetenz von Klein- und Vorschulkindern in der Erstsprache Sensibilisierung, Unterstützung und Befähigung der Eltern, ihre Kinder in der Sprach- und Leseentwicklung zu fördern Danke Merci Noch einen Schritt weiter gehen Initiativen, die direkt in bildungsferne Familien zielen. Es gibt zwei gut dokumentierte Projekte: eines in der Schweiz und in Hessen.

17 Family Literacy () Zielgruppe: soziokulturell benachteiligte Familien mit Migrationshintergrund mit Klein- und Vorschulkindern (1-5 Jahren) Animatorinnen: engagierte interkulturelle Vermittlerinnen mit dem gleichen sprachlichen und kulturellen Hintergrund Networking: interkulturelle Moderatorinnen (z.B. FemmesTisch) Übersetzerinnen Lehrpersonen MitarbeiterInnen von Quartierzentren, Bibliotheken und Migrationsvereinen Danke Merci Die Bibliothek wendet sich in diesen Projekten gezielt an benachteiligte Familien mit Migrationshintergrund, die Kleinkinder von 1 bis 5 Jahren haben. Sie sollen durch eine intensive Betreuung lernen, wie sie ihre Kinder unterstützen können. Es geht um die „Basics“: Bilderbuchbetrachtung, Vorlesen, wie man mit Kindern über das gesehene und gehörte sprechen kann. Die Animatorinnen sind gut geschulte Freiwillige, die den gleichen sprachlichen Hintergrund wie die Familien haben. Die Familien werden durch Networking gefunden, indem engagierte Sozialarbeiter, Lehrer oder aus Migrationsvereinen entsprechende Unterstützung anfordern.

18 Animationen in Deutsch für sprachlich heterogene
Family Literacy Maßnahmen: Animationen in Erstsprachen für sprachlich homogene Eltern-Kind-Gruppen Animationen in Deutsch für sprachlich heterogene Eltern-Kind-Gruppen unter Berücksichtigung der Erstsprache Familienbesuche in der Erstsprache Danke Merci In der Schweiz gibt es auch Gruppenangebote im Nachbarschaftszentrum: Animationen für sprachlich homogene Eltern-Kind-Gruppen Animationen für sprachlich heterogene Eltern-Kind-Gruppen und die Familienbesuche. Um diese „Out-reach“-Aktivitäten zu finanzieren, wurde übrigens eine Standortbibliothek, die wenig besucht war, geschlossen!

19 () Family Literacy: Beispiel Kleinhünigen
Danke Merci Familienbesuche in Kleinhünigen: in Albanisch, Spanisch und Türkisch 3 Hausbesuche und 1 Bibliotheksbesuch Familientreffen und öffentliche Animationen in der Stadtteilbibliothek Bläsi und dem Quartiertreffpunkt Kleinhüningen Fahrplan 1. Projektjahr: 12 Familien (~50 Besuche) 10 öffentliche Animationen 2. Projektjahr: 4 neue Familien 10 Gruppentreffen mit den „alten“ Familien 15 öffentliche Animationen .

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21 () Beispiel Wetzlar, nach 1 Jahr Laufzeit Teilnehmende Familien:
Danke Merci Teilnehmende Familien: Deutsch: 8 Türkisch: 14 Kurdisch: 7 Syrisch:1 Kongolesisch:1 Kosovarisch:1 Bosnisch:1 Finnisch: 1 Vietnamesisch: 1 Japanisch: 1 Erfahrungen: sofortiges Vertrauen, Erwartungshaltung Entlastung durch kostenfreies Angebot Neugier auf „das Haus, wo die Bücher herkommen“ signifikante Verbesserung: Konzentrationsfähigkeit innerfamiliäres Kommunikationsverhalten (Vorlesemodell und Freizeitaktivitäten) Bildungsmotivation der Eltern Zum Vergleich das deutsche Familiy Literacy Projekt: (s.o.)

22 Bibliothekseinführungen für Eltern (Eltern-Kind-Programme)StB Frankfurt:
() Projekt „Internationale Bibliothek“ Zweisprachige Vorlesenachmittage für Eltern und Kindergartenkinder, gekoppelt mit einer Bibliothekseinführung für Eltern. Spielerischer Einstieg Vorlesen als „Vorbild“ Eltern werden aufmerksam auf die Wichtigkeit des Vorlesens Eltern erhalten anhand des vorgelesenen Buchs einen ersten Eindruck vom Angebot der Bibliothek Eltern und Kinder erfahren die Bibliothek als einen Raum für gemeinsame Freizeitgestaltung Danke Merci Die Stadtbibliothek macht diese Programme in der Bibliothek. Sie nennt das Projekt „Internationale Bibliothek“. Hier zweisprachige Vorlesenachmittage für Eltern und Kindergartenkinder statt. Das Vorlesen soll als Vorbild funktionieren, sie erhalten einen Eindruck vom Angebot der Bibliothek.

23 StB Frankfurt: Bibliothekseinführungen
Danke Merci Für die Kinder: Herstellung einer gemeinsamen Collage zum vorgelesenen Buch Parallel dazu kurze Bibliothekseinführung für die Eltern Abschluss: Die Kinder stellen ihre kreative Umsetzung den Eltern vor Für die Kinder geht es dann mit einer kreativen Aktion weiter, während die Eltern eine Bibliothekseinführung erhalten

24 Bibliothekseinführungen
Danke Merci Ziele der Bibliothekseinführung für Eltern: Abbau von Schwellenängsten bei Eltern Akzeptanz und aktive Unterstützung des Lesens und der Bibliotheksnutzung der Kinder durch die Eltern Eltern lernen die Angebote der Bibliothek für ihre Kinder und für sie selbst kennen Eltern und Kinder erfahren Bibliothek als Raum gemeinsamer Freizeitgestaltung Würfel als Leitfaden und Visualisierungshilfe Frankfurt ist schon berühmt für seine Bibliothekseinführung mit einfachen Worten und Visualisierungshilfen. Z.B. nehmen sie den folgenden Würfel, der mit Plastiktaschen versehen ist und bestücken ihn immer wieder mit Fotos von den Gegenständen und Themen, die gerade behandelt werden…

25 () Bestand „Deutsch lehren – Deutsch lernen“
Bestand„Deutsch als Fremdsprache“ (DaF) Ausgewählt in Absprache mit Sprachkurslehrern Lexika, Wörterbücher, Selbstlernsprachkurse, Lehrwerke, Grammatiken, Vokabeltrainer, Übungsbücher, Bildwörterbücher, Was ist Was-Reihe, Erstlesereihen (Easy Reader) Selbstlernplätze Danke Merci Diese Bibliothek arbeitet auch intensiv mit den Integrationskursen zusammen und hat ein kleines Selbstlernzentrum für Deutsch als Fremdsprache aufgebaut.

26 Tandem -Lernen () Danke Gracias Ein kleines, aber sehr effektives interkulturelles Projekt: Das Schwarze Brett für die Suche nach einem Sprachpartner für das Tandem-Lernen!

27 () StB Stuttgart: Programme mit Jugendlichen Projektidee:
Danke Merci Projektidee: Jugendliche einer Schulklasse lesen gemeinsam den Text eines Autors mit Migrationshintergrund Begegnung mit dem Autor in einer Rundfunksendung Erzähltechniken kennen lernen Spurensuche nach der eigenen Familiengeschichte Geschichten erzählen, die auf CD festgehalten werden Abschlussfest Ziele Hohe Identifikation mit den Protagonisten durch Autoren mit Migrationshintergrund und Texten aus Migrationsländern. Durch reale Begegnung mit dem Autor und Interviews lernen Jugendliche modellhaft einen erfolgreichen Lebensweg kennen, der in seiner Ausgangssituation ihrer Lebenswelt ähnlich ist. Als letztes Projekt, das ich vorstellen möchte, eine Kooperation mit Schulklassen. Die Projekt idee ist folgende: (s.o.)

28 Die Bücher () Danke Merci

29 () Ergebnisse: Förderung der Klassengemeinschaft
Danke Gracias Ergebnisse: Förderung der Klassengemeinschaft Stärkung des Selbstbewusstseins Entdeckung ungeahnter Talente: Es wurde vermittelt, dass jeder etwas kann Jugendliche waren von sich selbst überrascht, ebenfalls Lehrer und Mitschüler Schriftlich schwache Schüler konnten glänzen Die Arbeit mit Jugendlichen ist wie die mit Kindern „Beziehungsarbeit“. Jugendliche als Zielgruppe erreicht die Bibliothek leichter durch den Klassenverband. Gefahr: es wird mit Schule gleichgesetzt. Gute Referenten oder Autoren, die einen Draht zu Jugendlichen haben, sind Voraussetzung. Kreative Medienarbeit mit multimedialen Mitteln wird immer wichtiger, will man die Zielgruppe wirklich erreichen. Die eigene Begeisterung muss sich mitteilen – Jugendliche sind so sensibel, so empfindlich und spüren genau, ob man sie erst nimmt. Bei der Interkulturellen Bibliotheksarbeit müssen die Ziele klar definiert sein um auch die Grenzen der eigenen Möglichkeiten zu erkennen. Zu Beginn habe ich vom Anspruch der Bibliothek gesprochen, sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung zu orientieren. Verschiedene Milieus und Zielgruppen in ein Konzept zu integrieren ist nicht einfach, wenn die Ressourcen begrenzt sind. Deshalb halte ich es für legitim, Schwerpunkte zu setzen. Voraussetzung für jede Bibliothek sind eine gute Verankerung im Einzugsgebiet und Networking mit den Institutionen vor Ort. Aus meiner Sicht bildet die Sprach- und Leseförderung die Basis für alle weiteren Aktivitäten. Die Frage nach der Existenzberechtigung von Bibliotheken werden im Zusammenhang mit der Entwicklung der elektronischen Medien immer häufiger gestellt. Hier liegt meines Erachtens die Antwort: als Bibliotheken arbeiten wir ganz entscheidend mit um die Schlüsselkompetenz: „Literacy“ zu fördern und zu erhalten.

30 () () () () () () () () () () Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Thank you! Danke Merci Gracias Merci Danke Gracias Danke Danke Danke Gracias Merci Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! () () () () () Thank you! Danke Merci Gracias Merci Danke Gracias Danke Danke Merci


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