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1 Bildung in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft – Neue Anforderungen an die Bildung von Humankapital Beitrag zur Tagung „Demografischer Wandel.

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Präsentation zum Thema: "1 Bildung in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft – Neue Anforderungen an die Bildung von Humankapital Beitrag zur Tagung „Demografischer Wandel."—  Präsentation transkript:

1 1 Bildung in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft – Neue Anforderungen an die Bildung von Humankapital Beitrag zur Tagung „Demografischer Wandel – Die Herausforderungen annehmen und gestalten“ der Evangelischen Akademie Tutzing, des BMFSFJ und des IW Köln, Tutzing, 9. und 10. November 2005 Dr. Hans-Peter Klös

2 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing2 Demografie, Humankapital und Wachstum Bildungsfinanzierung: unterfinanziert oder falsch finanziert? Bildungspolitik: Was ist zu tun? Bildungs“produktion“: sozial und ökonomisch effizient? Gliederung Arbeitsmarkt, Qualifikation und Demografie

3 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing3 Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials bis 2050, in Tsd. Quelle: Stat. Bundesamt, Fuchs/Thon, 1999; eigene Berechnungen

4 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing4 Wachstumseffekte der demografischen Entwicklung in Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt, OECD, IW-Berechnungen Veränderung der jährlichen Wachstumsrate des BIP je Einwohner durch den demografischen Effekt in Prozentpunkten

5 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing5 Humankapital: der Begriff „Humankapital bezieht sich auf das Wissen, die Kenntnisse, Ideen, Fähigkeiten und Gesundheit von Individuen. Der ökonomische Erfolg von Individuen und ganzen Volkswirtschaften hängt davon ab, wie gut sie ihr Humankapital nutzen, vermehren und verbessern. Humankapital rückt den Menschen statt Maschinen und Ausrüstungen in den Mittelpunkt einer Volkswirtschaft“ (Gary Becker, 1962). „Humankapital degradiert nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen.“ (Gesellschaft für deutsche Sprache, 2004, Begründung zur Wahl von „Humankapital“ zum Unwort des Jahres).

6 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing6 Humankapital und Wachstum in Deutschland EU-15=100 Ursprungsdaten: OECD, Eurostat

7 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing7 Innovationsbedingungen und Produktivitätswachstum Wachstum der Totalen Faktorproduktivität, 2004 in Prozent und Innovationsbedingungen, 2002 Quelle: OECD, IW

8 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing8 Quellen des Wachstums Jahresdurchschnittliche Veränderung , in Prozent - 0,11 0,00 - 0,10 0,01 0,06 Erwerbsf. Bevölke- rung/Ge- samtbev. (Demo- grafie) -0,100,011,83- 0,431,20 Deutsch- land 0,910,311,510,581,49Schweden 0,280,501,22- 0,361,54Frankreich 0,220,851,18- 0,212,05UK 0,380,351,200,272,26USA HumankapitalStunden- produktivität (bei gegebenem Humankapital) Stunden- zahl Erwerbs- tätige/er- werbsfähige Bevölkerung Arbeitsproduktivität pro ErwerbstätigenDurchschnitt- liches jährliches Wachstum des BIP pro Kopf Staat Quelle: OECD 2003

9 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing9 Zwischenergebnis I Die Verknappung des Arbeitskräfteangebots ist besonders ausgeprägt, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Die demografische Entwicklung dürfte zukünftig etwa ein Drittel des langjährigen Produktivitätszuwachses absorbieren. Bildung, Innovation und Humankapital sind Produktivitäts- und Wachstumstreiber. Deutschland zog zuletzt aus seiner Humankapitalentwicklung keine Wachstumsbeiträge mehr. Dies ist einer der Gründe für die deutsche Wachstumsschwäche.

10 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing10 Demografie, Humankapital und Wachstum Bildungsfinanzierung: unterfinanziert oder falsch finanziert? Bildungspolitik: Was ist zu tun? Bildungs“produktion“: sozial und ökonomisch effizient? Gliederung Arbeitsmarkt, Qualifikation und Demografie

11 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing11 Erwerbstätigkeit nach Bildungsniveau in Deutschland 1991=100 Quellen: IAB (2004) und eigene Berechnungen

12 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing12 Ursprungsdaten: OECD, Eurostat Bevölkerung in Deutschland nach Bildungsabschlüssen und Altersgruppen EU-15 = 100, 2001

13 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing13 Tertiarisierungsraten international Personen mit einem tertiären Abschluss (ISCED 5 A/6) nach Alterskohorten (55-64, 45-54, 35-44, Jahre), 2003 Quelle: OECD

14 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing14 Projektion der Bildungsteilnahme in Deutschland Teilnehmerzahlen an Bildungsprozessen Quelle: KMK

15 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing15 Projektion des Akademikeranteils in Deutschland Anteil an der Gesamtbevölkerung nach Altersgruppen, in Prozent Quelle: OECD; Stat. Bundesamt; IW-Berechnungen

16 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing Quelle: OECD; Statistisches Bundesamt; IW-Berechnungen Projektion der Akademikerersatzquoten in Deutschland Jüngere (24-44 Jahre) je 100 ältere (45-64 Jahre) Akademiker

17 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing17 Projektion der MINT-Ersatzquoten in Deutschland Jüngere (25-34 Jahre) pro ältere (55-64 Jahre) Akademiker in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik Quelle: OECD; Statistisches Bundesamt; KMK; IW-Berechnungen

18 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing18 Zwischenergebnis II Die Arbeitsmarktentwicklung ist eindeutig von Höherqualifizierung gekennzeichnet. Der ehemalige Vorsprung Deutschlands bei formaler Bildung beginnt sich in sein Gegenteil zu verkehren. Bei der Ausstattung mit tertiärer Bildung als wichtigem Innovations- und Produktivitätstreiber tritt Deutschland auf der Stelle und fällt international gesehen deutlich zurück. Die Teilnehmerzahl an Bildungsprozessen geht demografiebedingt zurück. Bei einer Fortschreibung des gegenwärtigen Akademisierungsgrades drohen demografiebedingt Ersatzraten von unter Eins bei akademisch Qualifizierten. Auch der Ersatzbedarf bei MINT-Qualifikationen wird bereits in absehbarer Zeit nicht mehr gedeckt werden können.

19 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing19 Demografie, Humankapital und Wachstum Bildungsfinanzierung: unterfinanziert oder falsch finanziert? Bildungspolitik: Was ist zu tun? Bildungs“produktion“: sozial und ökonomisch effizient? Gliederung Arbeitsmarkt, Qualifikation und Demografie

20 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing20 Bildungsfunktionen und Gutseigenschaft Sozialisation Öffentliches GutPrivates Gut Erwerb von Basiskompetenzen Erwerb von HumankapitalVerteilung von Humankapital Verteilung von Basiskompetenzen hochniedrigVerantwortung des Staates für Finanzierung, Regulierung und Bereitstellung von Bildung

21 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing21 Bildungsbudget in Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt; Deutsche Bundesbank, BLK Ausgabenanteile des Bildungsbudgets im Jahr 2002 Finanzierungsanteile am Bildungsbudget im Jahr 2002 private Vor- schule, Schule, Hochschule betriebliche Ausbildung sonstige Bildungs- einrichtungen betriebliche Weiterbildung Ausgaben für Nachhilfe, Lernmittel und dergleichen Teilnehmer- förderung öffentliche Vor- schulen, Schulen, Hochschulen 135,5 Mrd. Euro Länder Private Gemeinden Bund

22 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing22 Bildungsausgaben international in Prozent des BIP, 2002 Quelle: OECD 7,4 7,2 7,1 6,9 6,4 6,1 6,0 5,9 5,8 5,7 5,3 5,1 4,9 4,7 4,4 4,1

23 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing23 Quelle: OECD Bildungsausgaben international nach Bildungsstufen Jährliche Ausgaben je Lernendem in KKP-$ und Vollzeitäquivalenten, 2002

24 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing24 Bildungsausgaben international nach Finanzierungsanteilen in Prozent, 2002 Quelle: OECD Elementar Primar + Sekundar Tertiär Insgesamt öffentliche Ausgaben private Ausgaben

25 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing25 Zwischenergebnis III Bildung erfüllt unterschiedliche Funktionen. Mit zunehmender Nähe zum Beschäftigungssystem ist Bildung ein privates Gut, für das auch private Finanzierungsbeiträge eingefordert werden können. Es gibt ein potenzielles Marktversagen in der Produktion von Bildung, das staatliche Eingriffe rechtfertigen kann. Bildung ist in Deutschland nicht generell unterfinanziert. Die BIP- Anteilsbetrachtung muss um die Demografieeffekte unterschiedlicher Jahrgangsstärken korrigiert werden und greift insoweit zu kurz. Die Betrachtung der Pro-Kopf-Ausgaben ist ein besserer Parameter, berücksichtigt aber nicht die “Reichweite“ der Bildungsangebote, die ihrerseits ein Qualitätsindikator sind. Der Anteil der privaten Finanzierung ist in Deutschland im Elementarbereich höher und im Tertiärbereich deutlich niedriger als im internationalen Durchschnitt. Diese Finanzierungsstruktur widerspricht der Gutseigenschaft von Bildung auf den einzelnen Bildungsstufen und ist daher bildungsökonomisch widersinnig.

26 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing26 Demografie, Humankapital und Wachstum Bildungsfinanzierung: unterfinanziert oder falsch finanziert? Bildungspolitik: Was ist zu tun? Bildungs“produktion“: sozial und ökonomisch effizient? Gliederung Beschäftigung, Qualifikation und Demografie

27 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing27 Schüleranteile international nach Kompetenzstufen PISA 2003, in Prozent Quelle: PISA-Konsortium

28 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing28 Lesekompetenz international nach Bildungsstand der Mutter PISA 2003, in Punkten Belgien, Schweiz: Kompetenzen von Kindern, deren Mütter einen Hochschulabschluss haben, sind geringer als die der Kinder, deren Mütter über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Quelle: OECD, 2003

29 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing29 Quelle:Grünheid, 2003; IW-Berechnungen Qualifikationsspezifische Fertilität in Westdeutschland Durchschnittliche Kinderzahl von 35- bis 40-jährigen Frauen nach Bildungsabschluss der Frau

30 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing30 Absolventen in naturwissenschaftlichen Fächern Je Beschäftigten zwischen 25 und 34 Jahren, 2001 Quelle: OECD, 2005

31 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing31 Dropouts an allgemein bildenden Schulen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in Prozent aller Absolventen und Abgänger im Schuljahr 2002/03 Quelle: Statistisches Bundesamt

32 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing32 Ausgaben für tertiäre Bildung in Kaufkraftparitäten-$, 2000 Quelle: ZEW/HIS * Der Durchschnittswert für Ausgaben/Studium bezieht sich auf 19 OECD-Länder und umfasst die ISCED Bereiche 5B, 5A und 6. Bei den Ausgaben/Absolvent wurde Finnland bei der Berechnung des Durchschnitts wegen des unrealistischen Wertes nicht berücksichtigt. n.v. n.v. = Daten nicht verfügbar

33 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing33 Zwischenergebnis IV Bildungspolitik und Familienpolitik stehen bisher ebenso unverbunden nebeneinander wie Bildungspolitik und Sozialpolitik. Der Anteil der Risikogruppen ist höher, der Zugang zum Bildungssystem selektiver und die Varianz der Bildungsleistungen nach sozialem Status höher als international üblich. Die Mobilisierung der Bildungspotenziale von Frauen gelingt mit Blick auf sich demografisch bedingt abzeichnende Knappheiten bisher erst unzureichend. Die Abbrecherraten sind beträchtlich und führen zu hohen gesamtfiskalischen Kosten und beträchtlichen föderalen Lastverschiebungen. Die „Produktion“ tertiärer Bildung scheint in Deutschland besonders ineffizient zu sein.

34 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing34 Demografie, Humankapital und Wachstum Bildungsfinanzierung: unterfinanziert oder falsch finanziert? Bildungspolitik: Was ist zu tun? Bildungs“produktion“: sozial und ökonomisch effizient? Gliederung Beschäftigung, Qualifikation und Demografie

35 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing35 Querschnittsaufgabe: Effizienzmobilisierung Ansatzpunkte für Kosteneinsparungen Weniger Wiederholer und Abbrecher:  Mindeststandards, Autonomie und veränderte Unterrichtsphilosophie  Vermeidung des „Sitzenbleibens“ Qualitätsneutrale effizientere Nutzung der Bildungszeit:  Verkürzung der „Schulzeit“ im Elementarbereich durch früheres Einschulen  Vorziehen des Abiturs auf 12 Jahre  Früherer Arbeitsmarkteintritt von Akademikern und Fachkräften (3 resp. 2 Jahre)  Vergrößerung des Zeitfensters für Akademikerinnen durch gestufte Abschlüsse Verminderung der BA-finanzierten Warteschleifen und Therapiemaßnahmen Verkürzte Studiendauer und verminderte Abbrecher- und Wechslerraten

36 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing36 Querschnittsaufgabe: Demografieorientierung Kostenersparnisse durch den demografischen Wandel Demografieorientierte Kapazitätsplanung:  Elementarbereich: Rückgang der Teilnehmer bis 2020 etwa um 10 Prozent potenzielle Ersparnisse von 1,8 Mrd. Euro  Schulischer Bereich: Rückgang bis 2020 um 18 Prozent potenzielle Ersparnis des Staates: 10,4 Mrd. Euro  Tertiärbereich: Konstante Teilnehmerzahl bei 25 % höheren Absolventenzahlen keine potenzielle Ersparnis  berufliche Schulen: Rückgang um 15 Prozent potenzielle Ersparnis des Staates: 2,2 Mrd. Euro

37 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing37 Querschnittsaufgabe: Wachstumsorientierung Zusätzliche Spielräume für Bildungsausgaben Ungünstiges Szenario: 1 Prozent reales Wirtschaftswachstum  Zunahme des realen BIP bis 2020 um 400 Mrd. Euro  4 Prozent BIP-Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben ergibt 16 Mrd. Euro Günstiges Szenario: rund 2,5 Prozent reales Wirtschaftswachstum (Vision D)  Zunahme des realen BIP bis 2020 um Mrd. Euro  4 Prozent BIP-Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben ergibt 43 Mrd. Euro Trotz steigender realer Bildungsausgaben pro Teilnehmer sinkt aufgrund der „demografischen Rendite“ der Anteil der Bildungsausgaben am BIP

38 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing38 Projektion der durchschnittlichen jährlichen Bildungsausgaben in Deutschland Euro Prozent Quelle: IW-Berechnungen, 2004

39 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing39 Auf einen Blick: Umsteuerung in der Bildungspolitik Kurzfristig ergeben sich Mehrbelastung des Staates von 20 Mrd. (1 Prozent am BIP) durch Ausbau der frühkindlichen Förderung und der Ganztagseinrichtungen. Bis 2020 dürfte es aber eine Kompensation des Staates durch Effizienzgewinne im Bildungssystem und durch demografische Entlastung geben. Private Haushalte werden bei der frühkindlichen Förderung entlastet und Aufwendungen für marktnahe Hochschulausbildung und Weiterbildung belastet. Private Haushalte profitieren aber durch längere Erwerbszeiten und dadurch steigende Einkommen. Unternehmen werden voraussichtlich bei der dualen Berufsausbildung demografiebedingt entlastet, aber bei der Weiterbildung mit zusätzlichen Ausgaben rechnen müssen.

40 40 Bildung in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft – Neue Anforderungen an die Bildung von Humankapital Backup-Folien

41 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing41 Alterung und Schrumpfung in Deutschland Quelle: StBA; Var. 7 der 10. Koordinierten; Bevölkerungsvorausschätzung IW-Berechnungen

42 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing42 Alternative Erwerbspersonenpotenzialpfade für Deutschland Erwerbspersonen (15 Jahre und älter) , verschiedene Szenarien, Anpassung der Geburtenhöhe zwischen 2005 und 2014

43 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing43 Humankapital und Wachstum Übersicht über Studien Die Veränderung des Anteils der erwerbsfähigen Bevölkerung tertiären und höherem sekundären Abschluss ist ein wesentlicher Wachstumstreiber. OECD (2003) Die Steigerung der durchschnittlichen Bildungsjahre um ein Prozent führt zu einer Erhöhung des BIP pro Kopf im erwerbsfähigen Alter um 0,1 Prozent. Sachverständigenrat (2003) Gemessen an formalen Abschlüssen beeinflusst die Wachstumsrate des Humankapitals die Produktivität. Mankiw et al (1992) Höhe und Effizienz des Ressourceneinsatzes im Bildungssystem bestimmende Wachstumsrate des BIP. Lucas (1988) Im Längsschnitt führen Kompetenzunterschiede zu unterschiedlichen Wachstumsraten (IALS-Studien). Coulombe et al (2004) Ein zusätzliches Bildungsjahr führt zu einer langfristigen Erhöhung des BIP pro Kopf um 6 Prozent. Bassanini/Scarpetta (2001)

44 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing44 Totale Faktorproduktivität und Wachstum Übersicht über Studien Hochproduktive Länder innovieren stärker aktiv, als dass sie Innovationen absorbieren. Der Grad des Innovationserfolgs hängt stark von der Qualität des Humankapitals ab. F&E-StrukturTFP-UnterschiedeGriffith/Redding/Van Rennan (2003) Humankapital steigert TFP direkt über die Schaffung von Innovationen und indirekt über die verbesserte Absorptionsmöglichkeit existierender Innovationen. HumankapitalTFPBenbabib/Spiegel (1988) Verspagen (1993) Patente/EinwohnerTFP-WachstumsrateEnglander/Mittelstädt (1994) Die Steigerung der F&E-Intensität führt zu signifikant höherem Produktivitätswachstum. F&E / BIPTFP-WachstumsrateGriliches (1986) Die Steigerung der F&E-Aktivität um 1 % führt zu BIP-Wachstum von 0,05 % - 0,1 %. F&ETFPLichtenberg (1992) Patel/Soete (1988) Griliches (1988) Die Korrelation ist für G12-Staaten stark positiv und statistisch signifikant. F&E-WachstumsratenBIP-WachstumsratenLegler (2003) ErgebnisErklärende VariableErklärte VariableStudie

45 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing45 MINT-Dichte international Absolventen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik je Erwerbspersonen im Alter von 25 bis 34 Jahren, 2002 Quelle: OECD; Institut der deutschen Wirtschaft Köln

46 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing46 Qualifikationsspezifische Arbeitslosigkeit in Deutschland Arbeitslose in Prozent der zivilen Erwerbspersonen gleicher Qualifikation Quelle: IAB; nur alte Bundesländer und Berlin-West

47 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing47 Projektion des Erwerbspersonenpotenzials in Deutschland Ersatz der 60- bis 64-Jährigen durch nachrückende 15- bis 19-Jährige Quelle: 9. Koordinierte Bevölkerungsprognose, Statistisches Bundesamt; Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung

48 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing48 Projektion der Absolventenzahlen der Fachrichtung Elektrotechnik und Maschinenbau in Deutschland Quellen: Absolventen IW Schätzung, Statistisches Bundesamt und Statistisches Amt der DDR, KMK-Prognose, IW-Projektionsrechnung. Absolventen vor J. = gleitender Durchschnitt

49 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing49 Mittelwertsvergleich der naturwissenschaftlichen Kompetenz Quelle: PISA-Konsortium Deutschland, 2004

50 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing50 Frauenanteile in Deutschland nach Bildungsindikatoren in Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt, IW

51 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing51 Dropouts an beruflichen Schulen Anteil der Schüler ohne Abschlusszeugnis in Prozent aller Absolventen und Abgänger im Schuljahr 2002/03 Quelle: Statistisches Bundesamt

52 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing52 Ausgabenveränderungen durch Reformen ohne Berücksichtigung von Effizienzgewinnen und demografische Effekte im Jahr 2020 Quelle: eigene Berechnungen

53 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing53 Ausgabenentwicklung durch Effizienzgewinne bis 2020 Quelle: eigene Berechnungen ????????

54 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing54 Ausgabenentwicklung durch demografische Effekte Quelle: eigene Berechnungen auf Basis der KMK-Schüler- und Studierenden Prognosen

55 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing55 Ursprungsdaten: OECD Bildungsfinanzierung nach verschiedenen Kriterien Deutschlands Position relativ zum Länderdurchschnitt (2002) Legende: links vom Schrägstrich: Werte für Deutschland im Vergleich zu dem Länder-Durchschnittswert zu einem Zeitpunkt; (++) = deutlich oberhalb, (+) = oberhalb, (o) = durchschnittlich, (-) = unterhalb, (--) = stark unterhalb; rechts vom Schrägstrich: Veränderung der Werte für Deutschland im Vergleich zu der Veränderung der Werte im Länder-Durchschnitt; (o) = unverändert, (  ) = über den Durchschnitt gestiegen, (  ) auf den Durchschnitt gesunken

56 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing56 Querschnittsaufgabe Durchlässigkeit Durchlässigkeit kann die Schulform von der Schullaufbahn entkoppeln. Durchlässigkeit kann den „Lebensstau“ in einem bestimmten Alter auflösen und dadurch mehr Frauen für techniknahe Berufe mobilisieren. Durchlässigkeit kann die Bildungsrenditen in Deutschland und damit den Anreiz zur Höherqualifizierung erhöhen. Die Grundlage für mehr Durchlässigkeit sind regelmäßige Leistungstests und verbindliche Leistungsstandards gerade in naturwissenschaftlichen Fächern. Die Durchlässigkeit zwischen Bachelor und Master muss auch im Ingenieurbereich gewährleistet sein. Die Durchlässigkeit zwischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschung muss erhöht werden.

57 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing57 Zoom Elementarbereich Insbesondere im Elementarbereich fließen Familienpolitik und Bildungspolitik ineinander. Es sollte einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz geben. Kindergärten sollten auch einen Bildungsauftrag haben. Eine Kindergartenpflicht im letzten Vorschuljahr ist anzuraten. Die Finanzierung des Bildungsauftrages sollte öffentlich und nicht privat erfolgen. Insoweit sind Elternbeiträge abzuschaffen. Kindergartengutscheine sind Kindergeld dann vorzuziehen, wenn dadurch die Beteiligung bildungsferner Schichten verbessert und damit positive Externalitäten erzeugt werden können. Der derzeitige kommunale Finanzausgleich ist zu verändern, weil er zu Unterinvestitionen in Kinderbetreuungseinrichtungen führt.

58 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing58 Zoom Primar- und Sekundarbereich Der Ressourceneinsatz im Primarbereich ist zu stärken, weil frühe Qualitätssicherung effizienter ist als teure Nachbearbeitung. Es gibt aber keinen systematischen Effekt der Inputfaktoren (Klassengröße, Schulform, Ressourcen, Gehälter) auf den Bildungsoutput. Der Bildungsstand der Mutter, nicht aber generell der Einkommenshintergrund per se scheint für die Kompetenzen der Schüler ausschlaggebend zu sein. Für bildungsferne Kinder sind Ganztagsschulen wichtiger als für bildungsnahe Kinder. Ein echtes Ganztagsschulangebot ist daher hilfreich, erfordert aber eine Neuregelung der Lehrerarbeitszeiten. Die Stärkung der Wahlfreiheit („Choice matters“) scheint Auswirkungen auf die Schulleistungen zu haben. Leistungs- und Fortbildungsanreize für Lehrer sind wirksam, Leistungsstandmessungen beim Wechsel zur weiterführenden Schule ebenfalls. Zentrale Prüfungen sind nur bei Schulautonomie in Budget- und Personalfragen effizient.

59 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing59 Zoom Tertiärbereich Eine angebotsorientierte, steuerfinanzierte Hochschulbildung wirkt verteilungspolitisch mit hoher Wahrscheinlichkeit regressiv. Studiengebühren haben einen positiven Einfluss auf Bildungsrenditen, wenn die höhere Effizienz des Studiums zu einer Verkürzung der Studiendauer führt. Bildungskreditierung und Stipendiensysteme können ein potenzielles Kapitalmarktversagen heilen und negative sozialpolitische Konsequenzen vermeiden. Auswahltests durch die Hochschulen sind effizienter als eine administrative Studienplatzvergabe. Finanz-, Personal- und Budgetautonomie für Hochschulen haben positive Effizienzwirkungen. Bachelor- und Masterabschlüsse verkürzen die Studiendauer. Die Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschulen verkürzt Ausbildungszeiten. Weiterbildung sollte den Hochschulen neue Finanzierungsquellen erschließen.

60 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing60 Zoom Berufliche Bildung Bei unternehmensspezifischen Humankapitalinvestitionen ist die Ausbildung durch die Unternehmen zu finanzieren, bei allgemeinen Humankapitalinvestitionen durch die Ausgebildeten. Unternehmen können aber auch eine allgemeine Humankapitalinvestition finanzieren, wenn allgemeines und betriebsspezifisches Humankapital komplementär sind. Bei positiven externen Effekten durch Erstausbildung und einer kurativen Funktion von Betrieben bei fehlender Ausbildungsreife ist eine öffentliche Kofinanzierung beruflicher Bildung gerechtfertigt und kein Beleg für einen vermeintlichen Rückzug von Betrieben aus der beruflichen Bildung. Bei einer fehlenden betrieblichen Übernahme ergeben sich für die berufliche Erstaus- bildung Rentabiltätsprobleme mit einem potenziellen „Gefangenen-Dilemma“. Bei Abwanderung von betriebsspezifischem Humankapital zu anderen Arbeitgebern sollten Rückzahlungsklauseln, Bindungsvereinbarungen oder Ablösesummen erlaubt werden. Bei Weiterbildungsmaßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit müssen auch Arbeitnehmer, etwas durch Lebensarbeitszeitkonten, an der Finanzierung beteiligt werden.

61 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing61 Stilisierte optimale föderale Aufgabenverteilung BundBundesland Kommune/ Bildungsträger/ Bildungseinrichtung Auftrag und Zielvorgabe Infrastruktur Kontrolle Sanktion Durchführung Rahmenregelung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Durchführung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Durchführung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Durchführung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Durchführung Auftrag und Zielvorgabe Infrastruktur Kontrolle Sanktion Rahmenregelung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Durchführung Verantwortung Finanzierung Regulierung Bereitstellung Durchführung

62 Tagung "Demografischer Wandel - Die Herausforderungen annehmen und gestalten" am 9. und 10. November 2005 in Tutzing62 Relative Belastungsänderungen auf föderaler Ebene Bund Bundesland Kommune/ Bildungsträger/ Bildungseinrichtung Elementar- bereich SchuleBerufs- ausbildung schulisch Berufs- ausbildung betrieblich Hoch- schule Weiter- bildung beruflich Weiter- bildung allgemein Private Haushalte/ Unternehmen


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