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Erneuerbare Energien in der Lehrerbildung verankern!

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Präsentation zum Thema: "Erneuerbare Energien in der Lehrerbildung verankern!"—  Präsentation transkript:

1 Erneuerbare Energien in der Lehrerbildung verankern!
Zukunftsvisionen Projekt Erneuerbare Energien in der Lehrerbildung verankern! Laufzeit: November 2011 bis Dezember 2014 Projektkoordination: Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V. (UfU), Berlin Partner: Solare Zukunft e.V., Freiburg und Ecologic Institut, Berlin Förderung: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), im Rahmen des Forschungsprogramms „Förderung von Querschnitts- und übergreifenden Untersuchungen im Rahmen der Gesamtstrategie zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien“, Förderkennzeichen: Hinweise zum Skript Alle Literaturangaben finden sich in der Literaturliste: > Skripte und Material Für Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen zum Skript nutzen Sie bitte das Feedbackforum: > Feedback geben TN = Teilnehmerinnen und Teilnehmer EE = Erneuerbare Energien

2 Erneuerbare Energien dauerhaft in die Lehrerausbildung integrieren
Akteure im Lehr- und Lernprozess für Energiefragen der Zukunft qualifizieren Neue Ausbildungskonzepte und Kommunikations-instrumente entwickeln und testen Curriculum und Unterrichtspraxis verändern Projektbeschreibung Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Wege zur dauerhaften Integration des Themas EE in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern erforscht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der zweiten Phase der Lehrerausbildung, dem Referendariat. Mit der Qualifizierung der Akteure im Lehr- und Lernprozess für Energiefragen der Zukunft wird das Ziel verfolgt, Veränderungen in Curriculum und Unterrichtspraxis zu bewirken. Das Forschungsprojekt will deshalb neue Ausbildungskonzepte für die Lehrerbildung in EE entwickeln: Zum einen werden auf Ebene der Lehrerausbildung Kommunikationsinstrumente für die Lehrerausbildung erstellt und erprobt, die es ermöglichen, eine langfristige Integration von EE in der Ausbildungspraxis zu etablieren – nicht nur in der schulpraktischen Ausbildung, sondern auch in der Lehrerbildung in der Hochschule und im Bereich der Lehrerfortbildung auf Länderebene. Zum anderen werden angehende Lehrkräfte in Seminarveranstaltungen für die oben genannten Zukunftsthemen sensibilisiert und aktiviert, diese an ihre Schulen und in den Unterricht zu tragen. Aktionen und Materialentwicklung 8 Seminarskripte und Ausbildungskoffer zu EE-Themen 80 Fachseminare an Studienseminaren bundesweit 16 Schulungen für Lehrende im Bereich Lehrerbildung – je Bundesland eine Online-Materialpool EE – sowohl für den schulischen Unterricht als auch für die Ausbildung von Lehrkräften Online-Beratungs- und Vernetzungsangebot zu EE in Schule und Ausbildung Fachtagung zur Lehrerbildung in EE

3 Themen der Fachseminare
Bereit zur Wende? (auch als Online-Kurs) Fächerübergreifende Projekte zu EE Experimente mit EE Grüne Berufe Nachhaltig bauen Alternative Mobilität Energie sparen Zukunftsvisionen Frage an TN: Zu welchem Thema haben Sie schon im Unterricht gearbeitet? Download der Skripte und Materialien:

4 Gliederung Weltspiel Energie
Nachhaltigkeit als globale Herausforderung Ist die Energiewende machbar? Studien und Energieszenarien bis 2050 Modellregionen in Deutschland Zukunftsvisionen – der große Blick Film: Spurwechsel Zukunftswerkstatt 2050 Diskussion und Feedback Ablaufbeschreibung Kurz beschreiben, wie der Kurs aufgebaut ist: ca. 45 min theoretischer Input, danach sollen Teilnehmer/innen (TN) selbst aktiv werden. Konkret soll über die Ziele für die Unterrichtsgestaltung gesprochen und eine Zukunftswerkstatt durchgeführt werden. Besonderheit des Themas/Seminars: Bei den Visionen bis 2050 geht es zwangsläufig auch um die größeren Zusammenhänge: globale, nachhaltige Entwicklung über lange Zeiträume. Dabei ist die Energiewende ein wichtiges Thema, spielt dabei aber mit anderen Themen zusammen (Umweltschutz, Soziales/ Armutsbekämpfung etc.). Trotz der Globalität des Themas, die viel mit der nachhaltigen Umwandlung unserer Gesellschaft im großen Maßstab zu tun hat, soll es aber auch darum gehen, zu überlegen und Anregungen zu geben, wie eine solche Zukunft durch uns konkret und in einem lokalen Maßstab gelebt werden kann. Dazu kann überlegt werden, welche Modellbeispiele es gibt und welche Ideen die TN für die Gestaltung der Zukunft haben (daher auch das Bild global vs. lokal). Fotolia / © N-Media-Images

5 Weltspiel Energie Das Weltspiel „Energie und Klimagerechtigkeit“ aus dem Unterrichtsmaterial „Wann kippt das Klima“ wird mit den TN gespielt (ca. 20 min). Hinweise zum Spiel Das Spiel regt dazu an, Fragen der globalen Gerechtigkeit zu diskutieren. Die Jugendlichen erfahren, dass Verursacher und Betroffene des Klimawandels nicht identisch sind. Die Klasse verkörpert zu 100 % die Weltbevölkerung. Sie gibt Einschätzungen ab zur prozentualen Verteilung von: Bevölkerung BIP Energieverbrauch CO2-Emissionen pro Kopf Symbolisiert wird das BIP mit Stühlen, der Energieverbrauch mit Äpfeln oder Walnüssen und die CO2-Emissionen mit Luftballons (entweder pro TN 1 Luftballon wie in der Spielanleitung oder 6 Luftballons insgesamt, die entsprechend der durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen der jeweiligen Kontinente unterschiedlich stark aufgeblasen werden). Anhand von Ereigniskarten in Form von Zeitungsmeldungen werden die Auswirkungen des Klimawandels thematisiert. Vorbereitung: 6 Kontinente-Karten werden im Raum verteilt aufgehängt. Download der Spielanleitung und der Ereigniskarten: Unterrichtsmaterial „Wann kippt das Klima?“, WWF/UfU 2011, S. 6-15: > Bildungsmaterialien > Sekundarstufe Wann kippt das Klima?, S. 6-15 WWF / UfU Fachseminar Klimawandel und Klimaschutz 5

6 Nachhaltigkeit global
Die Menschheit konsumiert momentan so viel, dass sie dafür etwa 1,5 Erden bräuchte! Die Entwicklungsländer verbrauchen wesentlich weniger, die Industrieländer wesentlich mehr. Katar: 10 Erden USA: 4 Erden BRD: 2,5 Erden China: 2,2 Erden Malawi: 0,7 Erden Globale Gerechtigkeit Nicht nachhaltig und global nicht gerecht! Nachhaltigkeit global „Die Menschheit konsumiert momentan so viel, dass sie dafür etwa eineinhalb Erden bräuchte. Die Entwicklungsländer verbrauchen wesentlich weniger, die Industrieländer wesentlich mehr, als sie dürften. Spitzenreiter ist das Emirat Katar, das derzeit fast zehn Mal so viel konsumiert, wie ökologisch verträglich wäre, die USA etwa vier Mal so viel. Auch Deutschland schneidet schlecht ab: Trotz Energiewende, trotz rapidem Ausbau der Erneuerbaren Energien und trotz ökologischer Landwirtschaft konsumieren die Deutschen zweieinhalb Mal so viel, wie sie dürften.“ Bericht Wachstum ohne Grenzen, Manuel Waltz, Deutschlandradio 16.Juni 2012: Messgröße ist der „ökologische Fußabdruck“. Dieser wird in der Einheit „Globaler Hektar“ (Gha) und somit als Flächenbedarf zur Befriedigung des menschlichen Ressourcenverbrauchs ausgedrückt. Im Jahr 2008 wurde der menschliche Fußabdruck mit 2,7 Gha pro Person bemessen. Diesem Bedarf stehen die tatsächlichen Möglichkeiten der Erde gegenüber. Dies wird als „Biokapazität“ bezeichnet und drückt aus, welche Flächen tatsächlich zur Verfügung stehen, um CO2 aufnehmen und erneuerbare Ressourcen erzeugen zu können. Diese Biokapazität lag im Jahr 2008 bei 1,8 Gha pro Person (vgl. Helmut Krodel und Peter Schmitt 2012: WWF Studie „Living Planet Report 2012“ zum Ökologischen Fußabdruck: Übersicht über den ökologischen Fußabdruck verschiedener Länder: Dies ist nicht nachhaltig und nicht gerecht… Die Erde ist ein geschlossenes System mit begrenzten Ressourcen, exponentielles Wachstum ist nicht möglich. Unter der Maßgabe, das alle Menschen ein gleiches Recht auf die Ressourcen der Erde haben, leben wir in einer ungerechten Welt. „Der Norden muss eigentlich runter von seinem hohen Konsumniveau, wenn für die anderen Milliarden Menschen, die noch nicht einmal das Nötigste zum Überleben haben leben wollen, dann muss der Norden abrüsten.“ Barbara Unmüßig, Böll Stiftung, in der Reportage des Deutschlandfunks „Wachstum ohne Grenzen“, 16. Juni 2012: Und die Bevölkerung wächst global immer weiter, während Böden zunehmend degradieren und Wüsten sich ausbreiten. Was verhindert nachhaltige Entwicklung? (vgl. Jäger 2010, S ) Wachstumsspirale: Wachstum – mehr Geld – mehr Kredite – mehr Zinsverpflichtungen – mehr Produktion und Konsum – mehr Wachstum Kurzfristige Zielsetzungen kapitalistischen Wirtschaftens wie Gewinnmaximierung und Kapitalakkumulierung verlieren Mensch und Natur aus dem Blick. Die Liste der Projekte, die Lebensraum zerstören, um kurzfristige wirtschaftliche Entwicklung zu gewinnen ist lang (Sojafelder, Flussvertiefungen, Dämme, Straßenbau, Touristenburgen). Orientierung der Politik auf Wahlperioden behindert langfristige Entscheidungen. Rebound Effect („Bumerangeffekt“): Effizienzgewinne in den Industrieländern werden durch mehr Produktion und Konsum aufgehoben. Der Natur wird in unserer Wirtschaft zu wenig Wert beigemessen. Umweltverschmutzung schafft Nachfrage und kurbelt damit das Wirtschaftswachstum an. Die Verursacher von Umweltschäden werden selten zur Kasse gebeten (Atommüll, Ölförderung). Ungerechtigkeiten beim Welthandel durch WTO und Weltbank: Kredite werden an die Senkung von Zöllen und dem Abbau von Handelsbarrieren in Entwicklungsländern geknüpft. Dies erfolgt bei gleichzeitiger Verschärfung von Importzöllen und der Vergabe von zweifelhaften Subventionen europäischer/westlicher Produkte. Der Abbau von Umweltstandards und Arbeitsrechten wird mit der Notwendigkeit, wettbewerbsfähig sein zu müssen, begründet (fragliche Logik). Bildungsmaterial und Hintergrundinformationen zum ökologischer Fußabdruck Unterrichtsmaterial „Fair Future – Der Ökologische Fußabdruck“, Klasse 9-12, Multivision/UfU 2010: > Bildungsmaterialien > Sekundarstufe Fußabdruckrechner: Definition „Ökologischer Fußabdruck“, Lexikon der Nachhaltigkeit: Living Planet Report 2012, WWF

7 Nachhaltige Entwicklung heißt…
„Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstandard zu wählen“ Brundtland Bericht Fotolia / © N-Media-Images NH Frage an TN: Was verstehen Sie unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“? Nachhaltigkeit Ursprünglich wurde der Begriff von der Forstwirtschaft geprägt. Später in Rio wurde dann von der Weltgemeinschaft definiert: Nachhaltige Entwicklung wird auf internationaler Ebene als Antwort auf die globalen Probleme formuliert (1992 UNO-Konferenz Rio über Umwelt und Entwicklung, 2000 Milleniumsziele der UN bis 2015, 2002 Johannesburg-Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung und im Juni 2012 war gerade Rio+20). Man spricht auch oft von den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Wirtschaft, Umwelt, Soziales. Die Nachhaltigkeit muss Leitbild des Wirtschaftens werden, „um mit dem einem Planeten Erde hauszuhalten“! Nachhaltigkeitskonzept „Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.“ (Enquete-Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten“, Deutscher Bundestag, 2002) Natürliche Regenerierbarkeit von Systemen erhalten Generationengerechtigkeit und globale Gerechtigkeit Nachhaltige Entwicklung als Antwort auf globale Probleme

8 Nachhaltige Entwicklung heißt…
Klimawandel bekämpfen: 2-Grad-Ziel beachten Ressourcen-verbrauch senken Ökologie Globale Gerechtigkeit Ökonomie Soziales Kultur Vor welchen globalen Herausforderungen stehen wir? Klimawandel bekämpfen, globale Erwärmung unter 2°C halten Ressourcenverbrauch reduzieren und nachhaltig gestalten Biologische Vielfalt erhalten als Grundlage für unser Überleben Menschenrechte berücksichtigen, Befriedigung der Grundbedürfnisse Die Welt ist global vernetzt, Probleme wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Verlust an biologischer Vielfalt brauchen globale Lösungen und die Energiewende ist ein Teil davon. Ohne ein Mindestmaß an sozialer Gerechtigkeit kann die Energiewende nicht umgesetzt werden – ALLE müssen mitgenommen werden – daher in Ergänzung des vorher gesagtem (Nachhaltigkeit als Dreiklang Ökologie, Ökonomie und Soziales – hier ein um die Dimension Kultur erweitertes Viereck hin zu „globaler Gerechtigkeit“) Was haben also diese globalen Herausforderungen mit der Energiewende zu tun? 1. Klimawandel Der Energiesektor ist der größte Emittent an Treibhausgasen. 2-Grad-Ziel heißt, dass wir % davon reduzieren müssen bis 2050 (Verweis auf Online-Kurs „Bereit zur Wende“). Ohne Energiewende, im „Business as usual“ Szenario, ist mit 4-7 Grad Zuwachs zu rechnen. Problematisch sind dabei die Kippelemente im Klimasystem, da diese irreversible Klimaveränderungen zur Folge haben und vom Menschen nicht mehr rückgängig gemacht bzw. auch nicht mehr bewältigt werden können (vgl. Umweltbundesamt 2008: Kipp-Punkte im Klimasystem: Um das 2-Grad-Ziel einhalten zu können, bedeutet dies auf den Konsum bezogen, dass wir von einem jährlichen Ausstoß von 10 Tonnen CO2 pro Person in Deutschland zu einem Ausstoß von 1-2 Tonnen gelangen müssen. Selbst viele Schwellenländer liegen schon über dieser Grenze, nur Indien liegt noch darunter (vgl. Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050, WWF: 2. Ressourcenverbrauch Biotischen Ressourcen wie Holz, Biokraftstoff, Öl, Kohle etc. können zur Energieproduktion eingesetzt werden. Beim Einsatz von Biomasse kann es jedoch Konkurrenz zu anderen Ressourcennutzungen, z.B. stoffliche Nutzung (Möbel, Papier, Bioplastik etc.), Nahrung und Futtermittel, geben. Aber auch abiotische Ressourcen wie Boden und Wasser werden eingesetzt. 3. Biologische Vielfalt Verbreitung von Wissen und Informationen über die Wichtigkeit der biologischen Vielfalt: „Nur 48 Prozent der 2013 vom Biodiversitäts-Barometer befragten Deutschen wissen mit dem Begriff etwas anzufangen. Damit ist Deutschland im Vergleich zu Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA, Brasilien und China Schlusslicht. (…) Obgleich die Deutschen sich wesentlich mehr mit Themen wie Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility befassen, wissen sie vergleichsweise wenig über Biodiversität, also die biologische Vielfalt und die Folgen ihres Verlusts.“ (Meldung des Bundesamt für Naturschutz 2013: 4. Gerechtigkeit Noch immer haben ca. 1,4 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Elektrizität. 85 % dieser Menschen leben in den ländlichen Regionen dieser Länder. Ungefähr 2,7 Milliarden Menschen sind auf die traditionelle und häufig ineffiziente Nutzung von Biomasse angewiesen (IEA/UNDP/UNIDO 2010: Energy Poverty. How do make modern energy access universal? Special early excerpt of the World Energy Outlook 2010 for the UN General Assembly on the Millennium Development Goals, Paris, S. 7). Milliarden Menschen sind somit weltweit von der Versorgung mit grundlegenden Energiedienstleistungen ausgeschlossen. Daraus resultieren verschiedene Probleme (Auswahl): Die ineffiziente Nutzung von Biomasse/Holz zum Kochen (auf sog. Drei-Steine-Feuern) verursacht Gesundheitsprobleme durch Rauch Energie ist eine Voraussetzung für vieles Weitere: Medizin braucht Kühlschränke, um Impfungen und Arzneimittel aufzubewahren; Bildung braucht Informationstechnologien (Strom für IT) und/oder zumindest eine gute „Beleuchtung“ (um auch nach Sonnenuntergang Schularbeiten machen zu können etc.) Globale Gerechtigkeit Nachhaltige Entwicklung wird auf internationaler Ebene als Antwort auf die globalen Probleme formuliert (1992 UNO-Konferenz Rio über Umwelt und Entwicklung, 2000 Milleniumziele der UN bis 2015, 2002 Johannesburg-Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung) Die Welt ist global vernetzt, Probleme wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Artensterben brauchen globale Lösungen. Jeder Mensch hat das gleiche Recht, z.B. die Naturressourcen der Erde zu nutzen und hat aber auch die Pflicht, diese Ressourcen zu schützen. Jeder Mensch hat das gleiche Recht, z.B. seine kulturelle Identität zu leben (Toleranz und Minderheitenschutz) Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit und das Recht seine Grundbedürfnisse befriedigen zu können. System Erde: Das Zusammenspiel natürlicher und sozioökonomischer Systeme muss verstanden werden! Überleitung zur nächsten Folie: Nachfolgend werden wir uns nun stärker dem Thema der Energiewende zuwenden und uns als Einstieg dazu einen Film ansehen. Biologische Vielfalt erhalten Menschenrechte achten und Befriedigung der Grundbedürfnisse ermöglichen

9 Film: Energiewende Der Film wird mit den TN angeschaut und ausgewertet. Auswertungsfragen Eignet sich der Film für Ihre Schüler/innen? Eignet er sich als Ergänzung bzw. Zusammenfassung des Online-Kurses „Bereit zur Wende“? Welche Aspekte aus dem Film halten Sie für relevant/diskussionswürdig im Unterricht? Woran würden Sie anknüpfen? Was bewegt Sie beim Thema Energiewende? Solare Zukunft

10 Die drei Säulen der Energiepolitik
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt bis 2050… Emissions- minderung 80-95 % der Treibhausgas-emissionen zu reduzieren Erneuerbare Energien den Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-endenergie-verbrauch auf 60 % zu steigern Energiesparen und Energieeffizienz den Primärenergie-verbrauch um 50 % zu verringern Die drei Säulen der Energiepolitik Diese Folie soll anschaulich machen, wie wichtig das Thema Energieeinsparung für die Klima- und Energiepolitik insgesamt ist. Deutschland und die EU haben sich verpflichtet, Energie einzusparen. Das Erreichen dieses Ziels ist auch für die anderen Klima- und Energieziele – also Verminderung der Treibhausgasemissionen und Ausbau der erneuerbaren Energien – entscheidend, denn Energieeinsparungen wurden bei der Formulierung dieser Ziele mit einkalkuliert. D.h. die drei Ziele sind voneinander abhängig: Energieeinsparung ist notwendig, um die angestrebte Erneuerbaren-Energien-Quote zu erfüllen. Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen muss Energie eingespart und konventionelle Energiegewinnung durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Weitere Informationen zum Energiekonzept der Bundesregierung: Fotolia © Kob L, Fotolia © photlook XS, Clipart  Die drei Ziele sind voneinander abhängig.  Auch die EU hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: –20 % Primärenergie bis 2020

11 Emissionsminderung Wie kann das umgesetzt werden? 2-Grad-Ziel
Vielleicht haben Sie es ja in den Medien verfolgt: Hier fanden die Weltklimagipfel der letzten drei Jahre statt. Auf diesen UN-Klimakonferenzen beraten (fast) alle Länder der Welt zusammen, wie der Klimawandel bekämpft werden kann und wie eine Anpassung auf die zu erwartende globale Erwärmung ausgestaltet werden kann. Beim weitestgehend gescheiterten Kopenhagen Gipfel 2009 wurde etwa beschlossen, die Erderwärmung auf maximal 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um dieses Niveau zu erreichen, ist es notwendig, dass wir unsere CO2-Emissionen bis 2050 um % reduzieren. Diese Zahl alleine verdeutlicht, wie stark sich unser Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise in den nächsten 40 Jahren wird verändern müssen – ein Zeitraum, den wir alle noch erleben werden, nicht nur unsere Kinder und Enkelkinder.   Eine Übersicht über die Ergebnisse dieser Klimakonferenzen findet sich auf der BMU-Seite: Aktueller Trend beim Energieverbrauch in Deutschland Die Statistik der AG Energiebilanzen zeigt, dass der Primärenergieverbrauch in Deutschland im Jahr 2012 leicht gestiegen ist. Dies entspricht ungefähr einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Größten Einfluss auf diese Entwicklung hatte nach Aussage der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen die kühle Witterung. Die Steigerungen bei den fossilen Energieträgern Steinkohle mit 3,1 % und Braunkohle mit 5,3 % im Jahr 2012 liegen sogar leicht über dem gestiegenen Anteil der erneuerbaren Energien, was mit den Zielen der Energiewende nicht vereinbar ist. Weitere Informationen der AG Energiebilanzen: Trends beim CO2-Ausstoß in der EU In 2012 ist der CO2-Ausstoß in der EU um 2,1 % gesunken, 2011 konnte der Ausstoß noch um 4,1 % reduziert werden. Deutschland liegt mit 728 Mio. t CO2-Emissionen mit weitem Abstand an der Spitze der 27 EU-Länder hatte Deutschland einen Anstieg von 0,9 % zu verzeichnen. Die größten Emittenten nach Deutschland sind Großbritannien (472 Mio. t), Italien (366 Mio. t), Frankreich (332 Mio. t), Polen (297 Mio. t) und Spanien (258 Mio. t). Gemeinsam mit Deutschland sind diese Länder für 70 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Starke regionale Unterschiede: Rückgänge: Belgien und Finnland (-11,8 %), Schweden (-10,1 %), Dänemark (-9,4 %), Zypern (-8,5 %), Bulgarien (-6,9 %), Slowakei (-6,5 %). Zuwächse: Malta (+6,3 %), Großbritannien (+3,9 %), Litauen (+1,7 %), Deutschland (+0,9 %) Quelle: Eurostat (2013) Frage an TN: Wie kann die Energiewende in Deutschland umgesetzt und das 2-Grad-Ziel erreicht werden? Deutsche Umwelthilfe

12 Wie kann das umgesetzt werden?
Notwendig ist ein Mix von Maßnahmen, eine Änderung der Rahmenbedingungen: Entwicklung einer Strategie für mehr Energieeffizienz, -einsparung und Förderung erneuerbarer Energien Ausbau von intelligenten Netzen und Speichern Ambitionierte Preise für CO2-Emissionen Abbau von Subventionen fossiler Energieträger Akzeptanz für Strukturwandel durch Bürgerbeteiligung „Im Moment werden Milliarden für die Subventionierung von fossilen Energien ausgegeben. Wenn wir alleine das abbauen würden, dann würde alleine das eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um zehn Prozent schon bringen.“ Heino von Meyer, OECD 2012 Mit dieser Folie können die Umsetzungsvorschläge der TN ergänzt werden. Unterpunkte zu den auf der Folie genannten Maßnahmen (siehe z.B. Modell Deutschland. Klimaschutz bei 2050, WWF): Innovationsprogramm für Elektrofahrzeuge Moratorium für Kohlekraftwerke LKW-Maut-Ausweitung auf allen Straßen Tempolimit 120 km/h auf Autobahnen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs Förderprogramme für Gebäudesanierung Verschärfung der Verbrauchsgrenzwerte elektrischer Geräte etc. Überleitung zum Film „Kombikraftwerk 2“ auf der nächsten Folie: Der Film befasst sich ausschließlich mit den technischen bzw. ingenieurwissenschaftlichen Anforderungen bei der Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Peter Ahmels, Deutsche Umwelthilfe 2007,

13 Film: Kombikraftwerk 2 Der 14-minütige Film „Kombikraftwerk 2 – Stabiler Strom aus Erneuerbaren Energien“ wird gemeinsam mit den TN angeschaut und anschließend kurz diskutiert. Diskussionsfragen Können Sie den Film in Ihrem Unterricht einsetzen? Was sind positive und eher negative Aspekte des Films? Welche Aspekte fehlen Ihnen bzw. sollten in der anschließenden Diskussion mit Schülerinnen und Schülern ergänzt werden? Weitere Filme Kombikraftwerk 1 – Hintergrundinformationen (7:16 min): Energiewende, Wissenswerte.e-politik.de (8:59 min), Leben mit der Energiewende (1:48 h), Frank Farenski (open source): Energiewende.TV:

14 Ist die Energiewende machbar?
Verschiedene Szenarien bzw. Studien auf globaler, europäischer und deutscher Ebene zeigen: 100 % Erneuerbare Energien sind machbar! Beispielstudien SRU 2011: Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung WBGU 2011: Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation WWF/Öko-Institut/Prognos 2009: Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050 vom Ziel her denken Die Studien unterscheiden sich in vielen Aspekten Geographischer Anspruch: Lösungen für Deutschland (WWF), Europa (SRU: D und EU), Welt (WBGU) Zeitrahmen: 2030 und vor allem 2050 Thematische Breite: nur Strom (SRU), gesamter Energiebereich sowie Lösungen für alle Lebensbereiche inkl. Energie (WWF, WBGU) Kosten, Technologiemix, Selbstversorgungsgrad/Importe, politischen Schlussfolgerungen etc. SRU: Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung Gutachten begründet, warum eine dauerhaft nachhaltige, klimafreundliche Stromversorgung nur auf der Basis erneuerbarer Energien sichergestellt werden kann (Kap. 2). Ausgehend von dieser These stellt das Sondergutachten die Frage, ob und zu welchen Bedingungen eine Stromversorgung aufgebaut werden kann, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien beruht (Kap. 3). Es untersucht außerdem, ob eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien möglich ist in Deutschland bzw. der EU (mit oder ohne Stromimporte), deren Kosten, die zeitliche Machbarkeit und welche ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. Steuerinstrumente dafür notwendig sind. > Publikationen > Sondergutachten WBGU: Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation Der Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU) zeigt, dass eine globale Transformation der Energiesysteme, die es erlaubt, alle Menschen mit moderner Energie zu versorgen und gleichzeitig die durch die Menschen verursachte Klimaerwärmung auf 2 °C zu begrenzen, technisch möglich und wirtschaftlich zu leisten ist. Innerhalb des Gutachtens sind auch viele internationale Studien und Szenarien eingeflossen. Die Studie wurde auch als Comic veröffentlicht: Die Große Transformation. Klima – Kriegen wir die Kurve?, Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt, Reinhold Leinfelder. Jacoby & Stuart 2013: (15 Euro, mit Lehrmaterialien auf der Webseite) > Hauptgutachten WWF/Öko-Institut/Prognos: Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050 Hier wird untersucht, wie die Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 95 % bis 2050 in Deutschland erreicht werden kann. Es handelt sich dabei um einen Blick vom Ziel her. Die Studie zeigt, wie sich unsere Energieversorgung und unser Lebensstil hierfür ändern müssen und welche Steuerinstrumente und politische Rahmenbedingungen hierfür nötig sind. Greenpeace/EREC Gutachten Aufbau und Einsatz von „intelligenten“ Netzen und moderner Informations- und Kommunikationstechnologie. Intelligente Netze sind Stromnetze, die durch minimale Verluste und eine hohe Energieeffizienz gekennzeichnet sind. Sie nutzen dezentrale Energiequellen und hoch entwickelte Kommunikations- und Steuertechnologien, um preiswerten und umweltfreundlichen Strom liefern und auf die Bedürfnisse der Verbraucher reagieren zu können. Einsatz von „Supernetze“ für Langstreckenverbindungen: So können Gebiete mit hohem Energieverbrauch (wie Mitteleuropa) mit Gebieten mit großem solaren Energieangebot (wie Nordafrika) effizient verbunden werden. Integration erneuerbarer Energien in die Stromversorgungssysteme: Dazu bedarf es sorgfältiger Planungen, damit die verfügbare Produktionskapazität dem Bedarf zu jedem Zeitpunkt gerecht wird. Es bedarf also zukünftig flexiblerer Stromquellen, um stets die passende Menge Strom zu produzieren. So kann mit einem Mix aus erneuerbaren Energien und flexiblen (weil schnell einsetzbaren) Gaskraftwerken der Strombedarf rund um die Uhr gedeckt werden. „24/7“: Das Stromnetz des 21. Jahrhunderts Anforderungen an eine klimafreundliche Stromversorgung in Europa mit Erneuerbaren Energien „rund um die Uhr“, Greenpeace EREC (European Renewable Energy Council) 2009: Siehe auch: Klimaschutz: Plan B 2050, Greenpeace: Weitere Studien zu 100 % EE Szenarien der International Energy Agency: „World Energy Outlook“, erscheint jedes Jahr neu: Energieszenarien für Deutschland:  Die meisten bzw. prominentesten sind aber in die drei auf der Folie benannten Studien bereits eingeflossen. siehe Literaturliste © Jacoby & Stuart

15 Vision: 100 % EE global Vision zur globalen erneuerbaren Energieversorgung bis 2050 – WBGU © Jacoby & Stuart Abbildung aus dem WBGU-Gutachten zeigt: wie ein „Weiter so“ auch genannt „Business as usual“ Szenario ohne Klimaschutz aussieht. welche Einsparpotentiale genutzt werden: Effizienz und Einsparung sind essentiell (siehe weißer Bereich). wie sich der erneuerbare Energiemix zusammensetzt. Text zur Abbildung aus WBGU Gutachten „Vision zur globalen regenerativen Energieversorgung bis 2050: Dargestellt ist eine Aufschlüsselung des globalen Primärenergiebedarfs bis 2050 nach der Methode der direkten Energieäquivalente. Basis für das Szenario sind fortgeschriebene aktuelle Ausbauraten erneuerbarer Energien. Weiterhin wird den erneuerbaren Energien Priorität im Energiesystem eingeräumt, so dass die Nutzung bestehender konventioneller Energieträger verdrängt wird. Hierbei bleiben die Ökonomie bestehender Infrastrukturen und die Verfügbarkeit von Schlüsselwerkstoffen unbeachtet. Die gestrichelte Linie zeigt die Entwicklung der Globalen Primärenergienachfrage ohne Transformation nach dem GEA-Baseline-Szenario (Abb ).“ (WBGU 2011) WBGU, Abb

16 Vision: 100 % EE global Die Abbildung zeigt, welche Szenarien es noch gibt, wie deren Energiemix sich zusammensetzt und wie hoch der Energieverbrauch ist. 100 % Erneuerbare Szenario (WBGU) Abbildung aus dem WBGU-Gutachten zeigt: Linke Seite: Globaler Primärenergiebedarf in transformativen Szenarien, aufgeschlüsselt nach Energieträgern. Für den Zeitraum 1800 bis 2008 ist der reale Primärenergiebedarf gezeigt, für die Jahre 2010 bis 2050 Ergebnisse aus dem Szenario MESSAGE GEA‑Efficiency. Rechte Seite: Übersicht über die weiteren betrachteten Szenarien. Gezeigt wird jeweils der Energiemix für das Jahr 2050, der sich aus dem jeweiligen Szenario ergibt. Wichtige Eigenschaften der Szenarien sind in einer weiteren Tabelle des Gutachtens (Tabelle zusammengestellt), u.a. wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das 2-Grad-Ziel dennoch zu verfehlen. Selbst bei dem 100 % EE Szenario des WBGU liegt diese Wahrscheinlichkeit immerhin noch bei 42 % (ohne Kohlendioxidabscheidung, Stichwort „CCS“), bei den meisten anderen Szenarien noch höher. Quellen: WBGU 2011, S. 139 des Hauptgutachtens, auf Basis der Daten von Nakicenovic, 1998; EREC und Greenpeace, 2008, 2010; IEA, 2008b; Edenhofer et al., 2009a, 2010; IIASA, 2009; GEA, 2011 WBGU 2011, Abb

17 Was beschleunigt den Wandel?
(Umwelt-) Krisen können Dynamik verändern und Entwicklungen beschleunigen (Fukushima, Ölkatastrophe Deep Water Horizon…) Ohne ein Mindestmaß an sozialer Gerechtigkeit kann die Energiewende allerdings nicht umgesetzt werden – ALLE müssen mitgenommen werden! „Der härteste und wichtigste Kampf des 21. Jahrhunderts wird ohne Waffen geführt. Die Werkzeuge dieses Kampfes heißen: Energieeffizienz, Energie sparen und erneuerbare Energien.“ Franz Alt Internationale Sommeruniversität, KMGNE: Mit den TN wird der Videospot „Technologien“ gemeinsam angeschaut (verlinkt über Screenshot) und über die Zitate diskutiert. Überleitung von den Vorfolien Die Herausforderungen der Energiewende erscheinen groß. Hilfreich ist es daher, einen Blick darauf zu werfen, wie die Potenziale anderer Technologien unterschätzt wurden und wie die jeweilige Technikverbreitung tatsächlich verlief. Thema des Spots: Auch anderen damals innovativen Technologien (Auto, Computer, Fernseher etc.) wurde vorschnell das Ende erklärt bzw. sie wurden massiv unterschätzt – manchmal gar von ihren Erfindern. Gilt dies auch für die erneuerbaren Energien? Um die Bedeutung der Energiewende zu unterstreichen: Zitat von Franz Alt (Journalist, betreibt die populäre Website „Sonnenseite“, Vordenker pro erneuerbare Energien). Beispiele für Krisen, die eine Änderungen der Umwelt- bzw. Energiepolitik mit sich gebracht haben Gründung eines Umweltministeriums und Auflage von ersten Windenergieförderprogrammen nach Tschernobyl Atomausstieg nach Fukushima Ölkatastrophe Deep Water Horizon Videospot „Technologien“ (1:50 min), Internationale Sommeruniversität, Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung (KMGNE): oder „Die Mehrkosten für erneuerbare Energien von heute sind gesicherte Energie, vermiedene Umweltschäden und niedrige Energiekosten von morgen.“ Hermann Scheer

18 Was beschleunigt den Wandel?
Preisliche Entwicklung fossiler Energieträger Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkotrolle, Mineralölwirtschafts-verband 2012 Was beschleunigt den Wandel? (weiter) Die preisliche Entwicklung der fossilen Energieträger hat den Wandel bereits beschleunigt und wird dies auch weiterhin tun, wie die Grafik zeigt. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Preise für die fossilen Energieträger – bedingt durch die Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 – steigen diese wieder kontinuierlich. Zudem fließt mit dem Kauf von Erdöl und Erdgas Geld aus Deutschland ab und wird damit einer regionalen Wertschöpfungskette entzogen. Überleitungsfrage an die TN: Wie können Alternativen zum globalen fossilen Energiesystem aussehen? Kennen Sie Kommunen, die Alternativen aufbauen oder schon aufgebaut haben?

19 Regionale Beispiele EE
Das Netzwerk der „100ee Regionen“ umfasst energiepolitisch besonders aktive Regionen, die vollständig auf erneuerbare Energien umstellen wollen. Über 120 Regionen und Kommunen sind im Netzwerk vertreten (rund 19 Mio. Einwohner/innen). Beispiel Wolfhagen in Hessen: 100 % bis 2015 100 % EE-Regionen Die Karte zeigt, wie viele Regionen schon EE-Regionen sind. Dunkelgrün: bestehende 100ee-Regionen (bestehende Aktionen/Netzwerke und überdurchschnittliche EE-Nutzung) Hellgrün: Starterregionen (Vorstufe, starten Aktivitäten und haben schon EE-Anteil an Energie) Projekt „100ee-Regionen„ (bis 2014, gefördert vom Bundesumweltministerium):Wissenstransfer und Vernetzung der Regionen untereinander. Wie kann man 100ee-Region werden?: Interaktive Karte: Die Graphik unten zeigt, wer in EE-Regionen zusammenarbeitet: Politik, Zivilgesellschaft, Forschung, Wirtschaft, Verwaltung, regionale Energieversorger etc. Beispiel Wolfhagen (Auswahl der Aktivitäten) Wolfhagen war 2010 Sieger im Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadt“. Die Wolfhagener Stadtverordnetenversammlung hat schon im April 2008 einstimmig beschlossen, die Stromversorgung bis 2015 vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Die Stadtwerke Wolfhagen kauften als erste in Nordhessen das Stromnetz vom Eon-Konzern zurück und legten damit die Basis für die weiteren Schritte. Der Bau der Stadtwerk-Geschäftszentrale in Form eines Passivhauses im Jahr 2002 war ein deutliches Zeichen der Stadtwerke in Richtung Klimaschutz. Zudem erfolgte eine aktive Einbindung der Bürger/innen. Dazu gehört u.a. auch ein Bürgerwindpark. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Forschungseinrichtungen (wie das Fraunhofer Institut und die Universität Kassel) und mit „Energie 2000“ ein Vor-Ort-Büro in das Projekt eingebunden. Mehr Information: Kommunalisierung der Energieversorgung in Großstädten Nach Hamburg ist Stuttgart mit den „Stadtwerken Stuttgart“ die zweite Stadt, die ein großstädtisches Stadtwerk gegründet hat. Durch die Kooperation mit den Elektrizitätswerken Schönau (Stromrebellen) werden die Stadtwerke Stuttgart zu 100 % Ökostrom vertreiben. Auch Berlin strebt mit einem Volksbegehren die Re-kommunalisierung der Energieversorgung mit folgenden Argumenten an (www.berliner-energietisch.net): Daseinsvorsorge gehört in öffentliche Hand 100 % ökologische Energie Erwirtschaftetes Geld bleibt in Berlin Energieversorgung demokratisch mitgestalten Energieverbrauch senken Energiewende sozial gestalten Transparenz statt Geheimverträge Frage an die TN: Wie sehen Sie diese Entwicklungen? Welche Chancen bzw. welche Risiken sehen Sie in diesen Entwicklungen? Kennen Sie weitere Beispiele? 100-ee.de; IdE gGmbH

20 Videospot: Up de Bank Der Film wird gemeinsam angeschaut. Film
Internationale Sommeruniversität 2010, KMGNE: Der Film wird gemeinsam angeschaut. Film Up de Bank (2:05 min), Internationale Sommeruniversität 2010, KMGNE: Film als Beispiel für regionale Modelle zu 100 % Erneuerbare Energien (in dem Fall: Mecklenburg-Vorpommern) Neben den vorgestellten EE-Regionen gibt es auch ein breites Netzwerk bzw. Leuchtturmprojekte für Bioenergiedörfer. Das erste Bioenergiedorf Jühnde bei Göttingen hat nun sogar ein „Centrum Neue Energien“ eingerichtet, über das Seminare und Workshops sowie Führungen gebucht werden können (www.bioenergiedorf.de/con/cms/front_content.php?idcat=162). Überleitung zur nächsten Folie: Nach den stärker „energiebezogenen“ Ansätzen und Praxisbeispielen wollen wir nun – zur Vorbereitung der Zukunftsvisionen – den Blick auch nochmals auf weitere Aspekte eines „nachhaltigen Lebens“ richten.

21 Transition Towns Internationale Bewegung „Transition Towns“
Ziele: Wandel hin zu erneuerbaren Energien, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Selbstversorgung, Stärkung der regionalen bzw. lokalen Wirtschaft Beispiel Transition Town Berlin (Friedrichshain/Kreuzberg) Unterstützung beim Stromwechsel Aktion „Ein Auto weniger“: Lastenradverleih Energiegespräche mit Schülern und Schülerinnen Obstbaumpflanzung im Görlitzer Park Löwengarten: landwirtschaftliches Selbstversorgungsprojekt in Kooperation mit landwirtschaftlichem Betrieb im Spreewald Gestaltung Öffentlichen Raums als Begegnungszone Hier wollen wir noch einmal den „größeren Blick“ wagen: Die Energiewende wird Teil eines breiteren gesellschaftlichen Wandels zu mehr Nachhaltigkeit sein müssen, um die globalen Herausforderungen zu bewältigen. Wie kann das konkret aussehen bzw. was machen Modellregionen? Ein Beispiel ist die internationale Bewegung „Transition Towns“, hier vorgestellt am Beispiel von Transition Town Berlin Friedrichshain/Kreuzberg, die die erste deutsche Initiative waren. Was sind Transition Towns? Transition Town (frei übersetzt mit „Stadt im Wandel“) ist eine internationale Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eine alternative Stadtkultur zu entwickeln: Regionale Kräfte bündeln und vernetzen, die postfossile Ära mit einem Wandel hin zu regenerativen Energien bewältigen. Im Rahmen des Transition Town Movement proben seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Die Bewegung, initiiert vom irischen Permakulturalisten Rob Hopkins, lässt sich dem v.a. in den USA weit verbreiteten Gedanken des „Eco-Communalism“ zuordnen, einer Umweltphilosophie, die angesichts schwindender Rohstoffe und negativer ökologischer Auswirkungen der Globalisierung die Idee des „einfachen Leben“, der Regional- bzw. lokalen Wirtschaft sowie der Nachhaltigkeit und der wirtschaftlichen Selbstversorgung propagiert. Es gibt in Deutschland bereits ein paar Dutzend Initiativen: Die erste in Deutschland war Friedrichshain/Kreuzberg (weltweit, die 107.): Beispiel Versorgungsgemeinschaft „Löwengarten“ Versorgungsgemeinschaft bedeutet, dass sich eine Gruppe von Personen mit einem Landwirt bzw. einer Landwirtin zusammentut, diesem bzw. dieser durch einen monatlichen Beitrag ein festes Einkommen ermöglicht und dafür hochqualitative, ohne ökonomischen Druck im Einklang mit der Natur produzierte Lebensmittel bekommt. Man bezahlt also nicht nach Stück oder Gewicht, sondern bildet eine Solidargemeinschaft, die Überfluss und Mangel gleichermaßen unter sich aufteilt. Beim Löwengarten geht es um Gemüse und Obst. Der Löwengarten ist ein Gärtnerhof in Pretschen im Spreewald, der zurzeit 43 Haushalte in Berlin versorgt und, wenn 10 neuen Interessent/innen gefunden werden, eine weitere Abholstelle in Kreuzberg beliefern würde: Der Garten wirtschaftet im Solidarprinzip. Die Beitrags-Empfehlungen liegen für eine Einzelperson bei 40 Euro, für ein Paar bei 70 Euro, für einen 4-Personen-Haushalt bei 100 Euro im Monat. Einmal im Jahr sollte jede erwachsene Person, die beliefert wird, für ein Wochenende nach Pretschen fahren und mithelfen.

22 Zukunftsvisionen – der große Blick
Transformation muss und wird in einen größeren gesellschaftlichen Wandel eingebettet sein. Wachstumslogik hinterfragen? Gut leben statt viel haben? „Wir stecken in der unerträglichen Zwangslage, entweder das System oder den Planeten gegen die Wand fahren zu lassen.“ Jacksons „Die Umweltkrise, die aus der Überkonsumtion natürlicher Ressourcen erwächst, kann nicht allein durch ökonomische Effizienzsteigerung bewältigt werden.“ Naomi Klein Fotolia / © terranova17 Fragen an die TN: Was macht Sie glücklich und zufrieden? Was motiviert Sie, Dinge zu verändern? Nur Konsumverzicht zu „predigen“ ist problematisch – aber macht Konsum wirklich so großen Spaß? Welche anderen Möglichkeiten jenseits der bekannten Befriedigungsmuster gibt es, um das eigene Wohlbefinden zu steigern – beispielsweise durch sinnvolles Verbraucherverhalten, durch gut leben statt viel haben (s.o.)? Es ist deutlich geworden, dass eine derartige Transformation eigentlich nur in einen größeren gesellschaftlichen Wandel eingebettet sein kann. Dies wird auch deutlich durch die Zitate, die als Aufhänger für Zukunftswerkstatt dienen sollen: „Die Umweltkrise, die aus der Überkonsumtion natürlicher Ressourcen erwächst, kann nicht allein durch ökonomische Effizienzsteigerung bewältigt werden. Stattdessen muss die Effizienzsteigerung damit einhergehen, dass wir weniger materielle Produkte herstellen und verbrauchen. Doch den großen Unternehmen, die die Weltwirtschaft dominieren, ist dieser Gedanke ein Dorn im Auge.“ (Naomi Klein) „Wir stecken in der unerträglichen Zwangslage, entweder das System oder den Planeten gegen die Wand fahren zu lassen.“ (Jacksons, zit. von Naomi Klein) Wie könnte ein geordneter Übergang zu einem anderen ökonomischen Paradigma aussehen? „Der Kapitalismus in seiner heutigen Form ist nicht länger das Wirtschaftsmodell, das die globalen Probleme lösen kann.“ Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums Davos, zit. aus: Schulz, Jörn: Macht uns endlich Vorschriften!, Jungle World Nr. 5, , S. 15) „Der Kapitalismus in seiner heutigen Form ist nicht länger das Wirtschaftsmodell, das die globalen Probleme lösen kann.“ Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums Davos

23 Animationsfilm: Spurwechsel
WWF Deutschland: Mit den TN wird der Kurzfilm „Spurwechsel“ (2:27 min) angeschaut: oder Der Film beginnt zunächst mit einem „Make off“. Im Anschluss an den Film wir ein kurzes Warm-Up veranstaltet, mit dem Ziel, die TN für Visionen zu begeistern und auf die Zukunftswerkstatt einzustimmen (nächste Folie).

24 Warm up: Zukunft Bitte positionieren Sie sich zu den folgenden Fragen auf dem am Boden befestigten Klebestreifen! – ………………………………………..……………………………………. + stimme nicht zu stimme zu Mit den TN wird ein Warm up bzw. Ranking durchgeführt. Warm up Die TN sollen sich in Bezug auf verschiedene Ansichten, Thesen und Erfahrungen auf einer Skala von „ich stimme zu“ bis „ich stimme nicht zu“ positionieren. Hier können auch die Stammtischparolen und Aussagen aus dem Film mit einbezogen werden. Die Skala wird mit Klebeband auf dem Boden markiert. Nachdem sich die TN auf dem Klebestreifen positioniert haben, können auch einzelne Personen befragt werden, warum sie sich genau dorthin gestellt haben. Mögliche Fragen (nicht mehr als 3 bis 4 Fragen daraus auswählen): Meinen Großeltern ging es besser als mir. Meinen Enkeln wird es einmal besser gehen als mir. Zukunft macht mir Angst. Je komplizierter das Problem, desto besser. Um die Ecke denken macht mir Spaß. Ich will, dass sich gesellschaftlich etwas verändert. Ich glaube daran, dass wir bis 2050 die Energiewende schaffen können. Ohne ein Mindestmaß an sozialer Gerechtigkeit ist die Energiewende nicht zu schaffen. Wenn wir nicht alle an Board haben, verändert sich gar nichts. Es ändert nichts, wenn nur Deutschland vorprescht. Energiesparen bringt doch nichts. Tauschen und Teilen wird niemals funktionieren. Nach mir die Sintflut. Mobil sein ist alles. Fleisch ist mein Gemüse.

25 Methode Zukunftswerkstatt
Zukunftswerkstatt statt Diskussion Diskussionen führen häufig dazu, dass Kritik, Beschwerden, Ideen, Hinweise auf Zuständigkeiten und Sachzwänge, Lösungsvorschläge und Verwirklichungsschwierigkeiten miteinander vermischt werden. Auseinandersetzung soll nicht ausschließlich mündlich stattfinden. Klare Trennung der drei Phasen in der Zukunftswerkstatt: Kritik, Utopie und Realisierung. Gruppenarbeit ab Phase 2 zu den Themen Energieversorgung, Mobilität, Ernährung, Konsum und Wohnen. © Gerd Altmann / Shapes: AllSilhouettes.com / PIXELIO Hintergrundinformationen Einführung in die Methode Zukunftswerkstatt, Reinhard Sellnow: Zukunftswerkstatt, Sowi-Online-Methodenlexikon, Ilona Böttger: Beteiligung fördern durch Zukunftswerkstätten und Zukunftskonferenzen, Ilona Böttger: Definitionen und Textauszüge zur Methode Zukunftswerkstatt: „Alles in allem wird deutlich, dass die Zukunft große Chancen bereithält – sie enthält aber auch Fallstricke. Der Trick ist, den Fallstricken aus dem Weg zu gehen, die Chancen zu ergreifen und bis sechs Uhr wieder zu Hause zu sein.“ (Woody Allen) Jeder Mensch braucht ... nicht nur Wissen, sondern er braucht auch Kreativität; er muss lernen, eigene Einfälle zu haben, Dinge zu tun, die man ihm nicht beigebracht hat. Man muss ihm eine Haltung vermitteln, selbst Lösungen zu finden.“ Robert Jungk, Zukunftsforscher und Erfinder der Zukunftswerkstatt

26 Zukunftswerkstatt 2050 Bezüge zum Rahmenlehrplan Klasse 3-6
Sachunterricht Konsumverhalten reflektieren, Räume erschließen und nutzen, Wandel von Lebensverhältnissen darstellen, Technische Entwicklungen, Energie und Energiesparen, Erkunden der Umwelt und Umweltschutz Geografie Verkehrsgeografische Herausforderungen, Maßnahmen zur Reduktion des Verkehrsaufkommens, Zusammenhang Verkehrsaufkommen und Umweltbelastung Naturwissen-schaften Schutz von Lebensräumen, Nachhaltigkeit von Maßnahmen, Energieerzeugung und Energieumwandlung Deutsch Medienbeiträge selbst gestalten, Interesse an Gesprächen entwickeln, Sprechen und zuhören bewusst gestalten Die Themen orientieren sich an den Berliner Rahmenlehrplänen der Grundschule bzw. Mittelstufe Klasse 3-6

27 Zukunftswerkstatt 2050 Bezüge zum Rahmenlehrplan Klasse 7-10 Politik Sozialkunde Eigene Zukunft, Verantwortungsübernahme im gesellschaftlichen Umfeld, Lebensformen und Lebenssituationen, Probleme lösen und eigene Positionen vertreten, Spannungsverhältnis Recht und Gerechtigkeit, Demokratie und Bürgerbeteiligung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Demokratie, Ökologie und Ökonomie, Globalisierung Ethik Identität und Rolle (u.a. Zukunft gestalten), Freiheit und Verantwortung (u.a. Solidarisches Handeln), Recht und Gerechtigkeit (u.a. Gerechtigkeit in der Wirtschaft und unter den Menschen), Mensch und Gemeinschaft Geografie Globale Zukunftsszenarien und Wege zur Nachhaltigkeit auf lokaler und globaler Ebene, Verknappung der Ressourcen, Einfluss des Menschen auf das Klima Die Themen orientieren sich an den Berliner Rahmenlehrplänen der Sekundarstufe I.

28 Zukunftswerkstatt 2050 Bezüge zum Rahmenlehrplan Klasse 7-10
Arbeit-Wirt-schaft-Technik Nachhaltiges Wirtschaften, Nachhaltiger Konsum, Verbraucherverhalten (u.a. Bedürfnishierarchie), Gesellschaftliche Arbeitsteilung, Technische Innovationen Naturwissen-schaften Energiebedarf und Verbrauch, Klimawandel und Treibhauseffekt, Energieträger und deren Emissionen Deutsch In Alltags- und Arbeitssituationen sprachlich handeln (u.a. Informationen verknüpfen, fragen, diskutieren, informieren), Sprachliche Fähigkeiten fächerübergreifend und fächerverbindend verwenden (u.a. protokollieren, präsentieren, diskutieren), Medienbeiträge selbst gestalten Die Themen orientieren sich an den Berliner Rahmenlehrplänen der Sekundarstufe I.

29 Zukunftswerkstatt 2050 Wie stellen Sie sich den Alltag 2050 in einer klimafreundlichen Gesellschaft vor? Welche Veränderungen sind notwendig, um die Energiewende in ihrer Kommune umzusetzen und bis 2050 die CO2- Emissionen um % zu reduzieren? Entwickeln Sie neue Konzepte zu: Energieversorgung Mobilität Ernährung Konsum Wohnen Hinweise Hier wird die Aufgabenstellung umrissen und zudem werden die möglichen Themen- bzw. Aktivitätsfelder benannt, denen sich die TN in der 2. Phase der Zukunftswerkstatt zuordnen sollten. Wichtig ist es, vor jeder einzelnen Phase noch einmal daran zu erinnern, dass die Konzepte das Ziel haben sollten, die CO2-Emissionen um % bis 2050 zu reduzieren. Auch auf die 3 Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie, Soziales und Kultur – sollte noch einmal hingewiesen werden. © Jacoby & Stuart

30 Phase 1: Kritik und Beschwerde
World Café Bestandsaufnahme der Gegenwart Unmut, Kritik und negative Erfahrungen werden ausgetauscht: Wie sind die einzelnen Bereiche im Alltag in Ihrer Kommune auf politischer, rechtlicher, wirtschaftlicher, technischer und sozialer Ebene organisiert? Was ist nicht nachhaltig? In Bezug auf die negativen Auswirkungen auf unser Klima. Nach einer kurzen Erläuterung der Aufgabenstellung in Phase 1 wird das Word Café mit den TN durchgeführt (60 min). Phase 1: World Café Auf vorbereiteten Thementischen liegen Stifte und jeweils ein Flipchartbogen mit dem entsprechenden Diskussionsthema sowie Fragekarten für die Diskussion (s.u.). Die Fragen können auf der Projektseite heruntergeladen und ausgedruckt werden: > Skripte und Material > Thema 8. Die TN haben pro Tisch etwa 10 min Zeit, über die Fragen zu diskutieren und ihre Ideen aufzuschreiben oder aufzuzeichnen. Ist die Zeit abgelaufen, ziehen die Gruppen einen Tisch weiter. Eine Person bleibt als Gastgeber/in am Tisch sitzen und erläutert den Neuankömmlingen kurz die Ergebnisse der vorherigen Gruppe. Am Ende stellen die Gastgeber/innen die Ergebnisse dem Plenum vor (optional). Fragestellungen für die Diskussion an den Tischen Energieversorgung: Was läuft Ihrer Meinung nach falsch beim Thema Energienutzung und -produktion? Was stört Sie beim Umgang mit Strom und Wärmeenergie im Alltag? Wie sind Sie damit in negativer Weise konfrontiert? Inwieweit achten Sie auf Ihren Umgang mit Energie? Warum ist das evtl. anstrengend oder schwer? Mobilität: Wie bewegen Sie sich von A nach B? Welche Verkehrsmittel nutzten Sie wofür? Mit welchen Problemen sind Sie dabei konfrontiert? Was stört Sie im Einzelnen? Worüber regen Sie sich jeden Tag wieder aufs Neue auf? Ernährung: Wo kaufen Sie Ihr Essen ein? Was nervt Sie in Bezug auf Ihren Nahrungsmittelkonsum? Treffen Sie Entscheidungen, hinter denen Sie gar nicht so richtig stehen? Wenn ja, warum? Was kritisieren Sie an der globalen Nahrungsmittelproduktion? Ist das ein Problem für Sie? Warum? Fühlen Sie sich eingeschränkt durch moralischen Druck: Fair Trade, bio, regional, saisonal? Konsum: Inwieweit nervt Sie die Konsumgesellschaft? Woran liegt das und warum können Sie das nicht ändern? Was kritisieren Sie im Einzelnen? Wo würden Sie gerne nicht mitmachen, haben aber keine Wahl? Wohnen: Was gefällt Ihnen nicht an Ihrer Wohnsituation? Warum ist das so, was steckt dahinter und wem machen Sie einen Vorwurf? Was können Sie als Mieter/in nicht verändern, z.B. an der Energiesituation, finden aber, dass es einer Veränderung bedarf? © knipseline / PIXELIO

31 Phase 2: Fantasie und Utopie
Kartenabfrage und Visualisierung Die formulierte Kritik wird nun positiv gewendet. Kreativität und utopisches Denken sind gefragt. Ideen zu alternativen kommunalen Energiekonzepten, möglichen Mobilitätsformen, veränderten Ernährungsweisen und Versorgungskonzepten, anderen Konsummustern und neuen Wohn- bzw. Bewohnformen werden auf Karten mit Satzanfängen formuliert. Die Visionen zu den fünf Bereichen werden auf Plakaten visualisiert und dem Plenum präsentiert (3 min pro Gruppe). Nach einer kurzen Erläuterung der 2. Phase, teilen sich die TN in 5 Gruppen zu den o.g. Bereichen auf und machen ein Brainstorming auf Karten, die sie sich in den Gruppen gegenseitig vorstellen. Danach erarbeiten sie eine Vision und illustrieren sie auf einem Plakat (60 min). Phase 2: Kartenabfrage und Visualisierung der Vision Auf den vorbereiteten Karten sind folgende Satzanfänge gedruckt, die die TN zum „Visionieren“ anregen sollen: Es wäre schön, wenn… Mein Traum wäre… Ich wünsche mir… Wenn ich drei Wünsche offen hätte, dann… Ich stelle mir vor… Meine Vision ist… Schon immer wollte ich gerne… Die Karten mit den Satzanfängen können auf der Projektseite heruntergeladen und ausgedruckt werden: > Skripte und Material > Thema 8. Nach dem Ausfüllen der Satzanfang-Karten werden die formulierten Visionen auf einem Flipchartbogen bzw. Plakat visualisiert (Zeichnungen mit Text). Zur Gestaltung nutzen die TN Filzstifte, Moderationskarten etc. Die Visionen werden im Plenum anhand der Plakate präsentiert (5 min pro Gruppe). Bitte darauf hinweisen, dass es in dieser Phase keine kreativitätshemmenden Aussagen oder Statements (siehe durchgestrichene Aussagen auf der Folie) geben darf. Beispiele für die positive Sicht → Diese können in die Gruppen rein gegeben werden, wenn die Ideenfindung nicht gut anläuft (mündlich). Energieversorgung: Aus „steigenden Energiepreisen“ wird die „Vergemeinschaftung der Energieversorgung auf 100%-EE-Basis“. Aus „fehlender Mitbestimmung“ werden „Bürgerwindparks für kleine Leute“. Aus „Befürwortern für Atomkraft“ werden „EE-Fachleute“. Mobilität: Aus „gefährdeten Fußgängern“ werden „autofreie Straßen“. Aus dem „Schilderwald von Verboten“ wird das „Verbot von Verkehrsschildern“. Aus „zu vielen Autos“ wird der „kostenlose Nahverkehr“ (Bsp. Murcia: Wer sein Auto abmeldet, darf lebenslang im Öffentlichen Nahverkehr gratis fahren). Aus „stinkenden Benzinern an der Zapfsäule“ werden „Elektrofahrzeuge an Windtankstellen“. Aus „Autobahnen verstopft mit LKWs“ wird der „ausschließliche Transport per Bahn“. Ernährung: Aus dem „schlechten Gewissen beim Einkauf“ wird die „kommunale Pflicht zu Community-Gärten in jeder Straße“. Aus „Tonnen von Lebensmitteln wegschmeißen“ werden „kluge Logistiksysteme“. Aus „Tierquälerei bei der Massentierhaltung“ werden „Freilufthühner auf Hochhausdächern“. Aus „Pestiziden auf dem Acker“ wird die „Permaculture“. Konsum: Aus den „Bergen von Müll“ wird der „radikale Verzicht auf Plastikverpackungen“ oder „Cradle-to-Cradle“. Aus „ständig neue Elektroartikel kaufen“ werden „unkaputtbare Geräte aus Pflanzenmaterial“ oder das „Schulfach Reparieren“. Aus dem Problem „kein Geld für neue Haushaltsgeräte“ wird „Geräte teilen, statt besitzen und gleichzeitig die Nachbaren kennenlernen.“ Wohnen: Aus „Beton vorm Fenster“ werden „Hundertwasserhäuser mit Grasdächern und Hängegärten“. Aus dem Problem „Heizen nach draußen“ wird die „kostenlose Dämmung aller Altbauten“. Aus „Stromfresser-Häusern werden Kraftwerke bzw. Plus-Energie-Häuser“. Das ist unmög-lich Wer soll das bezah-len? Das ist gegen die Vor-schrif-ten Das gehört nicht zum Thema Wenn das jede/r wollte

32 Phase 3: Realisierung Handlungsplan für Ihre Kommune
Nun wird die Kritik mit den formulierten Visionen verknüpft und die Umsetzbarkeit der verschiedenen Ideen diskutiert. Hier können auch Hindernisse für einen gesellschaftlichen Wandel benannt werden, aber mit der Perspektive, diese zu überwinden. Jede Gruppe entwickelt eine Konzeptidee mit Handlungsplan zur CO2- Minderung in ihrem Bereich. Konzeptidee mit Handlungsplan Vision ??? Ziele Maßnahmen Erste Schritte Offene Fragen Nach einer kurzen Erläuterung der 3. Phase wird den Gruppen das Arbeitsblatt zum Handlungsplan ausgeteilt und jede Gruppe erarbeitet ein CO2-Minderungskonzept für ihren Bereich. Phase 3: Konzeptentwicklung Nun wird in gleicher Gruppenbesetzung die Kritik mit den formulierten Visionen verknüpft und die Umsetzbarkeit der verschiedenen Ideen diskutiert. Der Arbeitsauftrag wird auf einem Arbeitsblatt erläutert, das an die Gruppen ausgeteilt wird. Was kann tatsächlich realisiert werden? Was brauchen wir dafür? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Was könnten erste Schritte sein? Wo besteht Forschungsbedarf? Das Arbeitsblatt zum Handlungsplan kann auf der Projektseite heruntergeladen werden: > Skripte und Material > Thema 8. Ziel ist die Entwicklung eines Energie-, Mobilitäts-, Ernährungs-, Konsum- und Wohnkonzepts für die eigene Kommune zur radikalen Minderung von CO2. Die 5 Konzepte müssen nicht bis ins Detail ausgearbeitet sein, sollten aber die wesentlichen Rahmenbedingungen in einem Handlungsplan nachvollziehbar beschreiben und offene Fragen (Forschungsfragen) formulieren. In den letzten 5-10 min überlegen sich die Gruppen, wie sie ihre Konzepte möglichst anschaulich präsentieren können.

33 Auswertung der Zukunftswerkstatt
Bitte stellen Sie Ihre Ergebnisse vor! Präsentation max. 3 min pro Gruppe Fragen und Feedback zum Handlungsplan Schwierigkeiten bei der Gruppenarbeit? Anpassung an eigene Zielgruppe? Veröffentlichen Sie eigene Unterrichtsentwürfe zum Thema Zukunftsvisionen! > Unterrichtsmaterial austauschen Dokument ins Forum hochladen Was wollen Sie zeitnah im Unterricht umsetzen? Schreiben Sie die Aktivitäten und Ihren Namen auf die Postkarte. Gestalten Sie außerdem die Rückseite. Wir schicken Ihnen die Karte via Mail in ein paar Wochen zurück. Die Gruppen stellen ihre Konzepte gegenseitig vor (3 min pro Gruppe). Nach der Präsentation und Diskussion werden die Postkarten an die TN ausgeteilt und nach dem Ausfüllen wieder eingesammelt.

34 Infos und Tipps Lehrerbildung EE Materialpool, Beratung, Vernetzung UfU-Bildungsmaterialien Broschüren, Filme, Online-Kurse Experimentiermaterial Solarsets, Stirlingmotoren, Zubehör Materialkompass Unterrichtmaterial Verbraucherbildung Umwelt im Unterricht 2-wöchig neue Unterrichtsmaterialien zu aktuellen Umweltthemen © Christoph Rossmeissl / PIXELIO Klimaschutzschulenatlas Vernetzung der Schulen, Ö-Arbeit Junge Reporter für die Umwelt Wettbewerb und Material Aktion Klima! Mobil Klimaschutzprojekte im Kiez initiieren soko klima Beteiligung von Schulen an kommu- nalen Planungen zum Klimaschutz

35 Diskussion und Feedback
5-Finger-Methode Daumen: Was war gut? Was hat mir gut gefallen? Zeigefinger: Welchen Hinweis möchte ich noch geben? Mittelfinger: Was war blöd? Was hat mir nicht gefallen? Ringfinger: Was nehme ich mit? Kleiner Finger: Was ist zu kurz gekommen? Vielen Dank! © Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO


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