Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik

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Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6. Gemeindepädagogik – wie handeln wir religionspädagogisch in der Kirche? Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6. Gemeindepädagogik – wie handeln wir religions-pädagogisch in der Kirche? Literatur zum Weiterlesen: Martina Blasberg-Kuhnke / Peter Bubmann: Art. Gemeinde/Gemeindepädagogik, WiRelex 2016, https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/100210/ Uta Pohl-Patalong: Lernen in Schule und Gemeinde. Ein Vergleich am Beispiel der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, in: Martin Rothgangel / Gottfried Adam / Rainer Lachmann (Hg.): Religionspädagogisches Kompendium, Göttingen 72012, 124-143 Peter Bubmann / Götz Doyé/ Hildrun Keßler/Dirk Oesselmann/Nicole Piroth/Martin Steinhäuser (Hg.): Gemeindepädagogik, De Gruyter Studienbuch, Berlin 2012 Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6. Gemeindepädagogik – wie handeln wir religions-pädagogisch in der Kirche? Religiöse Bildung in der Gemeinde „Gemeindepädagogik“ Bsp.: Homepage der Gemeindepädagogik Westfalen: „Gemeindepädagogik gestaltet Kommunikation des Evangeliums. Die „Kommunikation des Evangeliums“ (Ernst Lange) ist Aufgabe der gesamten christlichen Gemeinde. Die Kommunikation deutet in besonderer Weise auf das gemeindepädagogische Handlungsfeld. Kommunikation ist ein wechselseitiges Geschehen im Miteinander. Menschen benötigen Geschehensorte bei ihrer Suche nach lebbaren Optionen. Gemeindepädagogik gestaltet solche Orte. Das Anliegen der Gemeindepädagogik ist es, Gemeinschaft so zu gestalten, dass das Evangelium erfahrbar wird. Aufgabe der Gemeindepädagogik ist die sensible Wahrnehmung der alltäglichen Lebensgeschichten und der darin liegenden (religiösen) Grundfragen der Menschen sowie die Gestaltung und Begleitung von Lern- und Bildungsprozessen im kirchlichen Umfeld. Gemeindepädagogik initiiert und begleitet Bildungs- und Lernprozesse. Arbeitsfelder der Gemeindepädagogik sind z.B. die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Erwachsenenbildung, Arbeit mit Familien und Senioren, aber auch diakonische Tätigkeiten, Beratung, freizeitpädagogische und schulnahe Angebote. Pädagogische und theologische Inhalte fließen dabei in die praktische Arbeit ein.“ (http://www.gemeindepaedagogik-westfalen.de/beruf/was-ist-gemeindepaedagogik.html, abgerufen am 16.11.2016)

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6. Gemeindepädagogik – wie handeln wir religions-pädagogisch in der Kirche? Begriff hat kirchentheoretische und visionäre Dimension: „Gemeindepädagogik sieht – nach Karl Foitzik – Gemeinde nie nur so, wie sie jetzt ist, sondern stets auch als das, was sie sein könnte und vor allem sein soll. Gemeindepädagogische Lernprozesse wirken sich auf die Strukturen und Funktionen der Gemeinde aus. Gemeindepädagogik tritt für einen Perspektivenwechsel ein, der die Kirche aus der Perspektive der Menschen betrachten lässt und vorhandene Zugangssperren und Sichtbehinderungen zu problematisieren und beseitigen sucht.“ (http://www.gemeindepaedagogik-westfalen.de/beruf/was-ist-gemeindepaedagogik.html, abgerufen am 16.11.2016) Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6. Gemeindepädagogik – wie handeln wir religions-pädagogisch in der Kirche? „dimensionales“ (= Gemeindepädagogik wird als Dimension des gesamten gemeindlichen Lebens erfasst ) vs. „sektorales“ (= Gemeindepädagogik in bestimmte „Sektoren“, also Handlungsfelder verlagert) Verständnis von Gemeindepädagogik Für diese Handlungsfelder ist (auch) die Berufsgruppe der Gemeindepädagog*innen zuständig  Zusammenarbeit und Abgrenzungsthematik zu den Pastor*innen Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.1 Strukturen ⅓ der Kindertagesstätten sind in kirchlicher Hand, ca. 600 Kitas in Schleswig-Holstein sind evangelisch organisatorische und pädagogische Frage für Staat und Kirche: Wie soll bedarfs- und bedürfnisgerechte Betreuung, Erziehung und Bildung in konfessionellen Kitas umgesetzt werden?  Herausforderungen: Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Geschlechterrollen, Inklusion und Heterogenität aber auch religionspädagogische Fragen, da Kitas die Chance bergen, gute Erfahrungen mit christlicher Religion für Kindern anzubahnen gilt insbesondere für kirchliche Kitas, aber auch für staatliche, da ihre Bildungspläne Religion beinhalten. Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.1 Strukturen „Alle Kinder haben ein recht auf Religion und auf kompetente religiöse Begleitung, ganz unabhängig davon, in welcher Art von Einrichtung sie sich befinden“ (Schweitzer, 2012, 20) kirchliche Trägerschaft verpflichtet zur Ausgestaltung eines erkennbaren christlichen Profils bei der Anstellung von Mitarbeiter*innen darf die Mitgliedschaft in einer Kirche eingefordert werden Mitarbeitende benötigen außerdem die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben, der christlichen Tradition, dem Team und den Erwartungen des Trägers Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.1 Strukturen Träger müssen für dafür Raum und Zeit anbieten Persönlicher Glaube ist Privatsache, aber auch „Arbeitsmittel“, das Fürsorge und Achtsamkeit braucht Träger müssen Eltern über das kirchliche Profil bei der Anmeldung informieren Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.2 Ausrichtung und Ziele auch in der Kita gilt die negative und die positive Religionsfreiheit Orientierung am Wohl des Kindes Kindern unterschiedlicher Religionen gerecht werden Fähigkeit mit interreligiöser Pluralität umzugehen fördern Nicht auf Kosten von, sondern mit Hilfe eines christlichen Profils Entwicklung von religiöser Kompetenz in einem engeren Sinne, als auch eines grundlegenden Beitrags zur psychologischen Persönlichkeitsentwicklung (Resilienz) Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.2 Ausrichtung und Ziele schon im frühen Kindesalter werden die Weichen für solche Erfahrungen gestellt werden (vgl. Fowler) Philosophieren und Theologisieren mit Kindern zeigt, dass in der Kindheit Fragen von Religion und Glaube zur Herausforderung werden können „Recht des Kindes auf Religion“ (Schweitzer) v.a. bzgl. „großer Fragen“, die zumindest potentiell religiöse Antworten verlangen Kinder mit diesen „großen Fragen“ auch in religiöser Hinsicht nicht alleine lassen, sondern sie anzuregen und zu begleiten, über sie nachzudenken Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.3 Konzept Konzept der „integrierten Religionspädagogik“ religionspädagogische Arbeit als integrales Element der pädagogischen Arbeit nicht additiv als Zusatzanforderung zur pädagogischen Arbeit, sondern als Grundlage, auf der Leben, Lernen und Feiern aufbauen inkl. Interesse an und Offenheit für andere Religionen und Weltanschauungen verantwortlich sind wesentlich die pädagogischen Fachkräfte  religionspädagogische Kompetenzen erforderlich Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.3 Konzept auf situationsorientierten Haltung basierend Kind als Subjekt der eigenen Glaubensentwicklung es kommen drei Dimensionen zusammen: Haltung Gestaltung Versprachlichung Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.3 Konzept Grundsätze einer integrierten Religionspädagogik (nach Maike Lauther-Pohl): Achtsamkeit für die religiöse Dimension Begründung der sozialpädagogischen alltäglichen Arbeit vom christlichen Menschenbild her Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.3 Konzept 3. Antworten auf der Grundlage christlicher Lebensdeutung Ein Beispiel: Ein Elternverabschiedungsritual für Krippenkinder Gemeinsam mit Kindern und Eltern wird überlegt, wie die Eltern morgens gut verabschiedet werden können. Was tat wohl Abraham und Sara gut, damit sie mutig und freudig aufbrechen konnten? Wie kann Gottes Begleitung spürbar gemacht werden? Z.B.: An der Tür umarmen sich Elternteil und Kind herzlich, dann legt das Kind dem Elternteil die Hand auf den Kopf und sagt: „Gott passt auf dich auf, du kannst gut gehen“, danach legt das Elternteil dem Kind die Hand auf den Kopf und sagt: „Gott passt gut auf dich auf, du kannst gut hier sein.“ Und dann gibt das Kind dem Elternteil einen ordentlichen Stups zum Losgehen. Durch den Hinweis auf Gottes Begleitung, durch die eigene Aktivität und durch die Sicherheit durch Wiederholung können Kinder Loslassen üben. Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.3 Konzept 4. Kindgemäßes und theologisch angemessenes Erleben von biblischen Geschichten Ein Beispiel: Biblische Geschichten erleben Nach einer kurzen Erzählung des Aufbruchs von Abraham und Sara mit Figuren in einer Kiste mit Sand werden die Kinder zu einem Mutmach-Erlebnis eingeladen: Auf den Spielplatz werden alle motiviert, so weit, wie sie möchten, auf das Klettergerüst zu klettern und der erwachsenen Person in die Arme zu springen. Dazu wird ein Lied von Gottes Begleitung gesungen. Wenn die Abrahamgeschichte am nächsten Tag in zweites Mal erzählt wird, kann an das Erlebnis auf dem Spielplatz erinnert werden. Die Kinder können erzählen, wie sich der Sprung in die Arme angefühlt hat, wie es war, nach der ersten guten Erfahrung es von einer noch höheren Position aus zu wagen etc. Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.3 Konzept 5. Die Kindertagesstätte als Teil der Kirchengemeinde 6. Pädagogische Fachkräfte als religiöse Beziehungspersonen 7. Unterschiedliche religiöse Verwurzelungen als Reichtum wahrnehmen und mit ihnen aktiv umgehen 8. Religiöse Bildungspartnerschaft mit Eltern Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.1. Religionspädagogische Arbeit in der Kita 6.1.4 Herausforderungen Notwendigkeit der Qualifizierung und damit auch Finanzen, Zeitanteile und Weiterbildung Theologisch-religionspädagogische Grundqualifizierung (TRG) Theologisch-religionspädagogische Aufbauqualifizierung (TRA ) Wie kann integrierte Religionspädagogik von Menschen gestaltet werden kann, die möglicherweise noch unterschiedlicher religiös verwurzelt sind als bislang? problematisch, wenn Wahlmöglichkeiten in ländlichen Regionen fehlt angewiesen auf eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde  Kitas sind eine große Chance für die kirchliche Arbeit! Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Die Arbeit mit Konfirmand*innen Arbeit mit Konfirmand*innen für Gemeindepastor*innen meist zentrales und unverzichtbares Handlungsfeld hohe Zahl von Konfirmationen: 90% der ev. Jugendlichen lassen sich konfirmieren. ca. 60.000 Ehrenamtliche in jedem Jahr in Deutschland an dieser Arbeit beteiligt Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Die Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.1. Empirische Einsichten aktuelle europaweite empirische Studie zeigt, dass die Jugendlichen diese Zeit überwiegend positiv erleben: Wolfgang Ilg /Friedrich Schweitzer/ Volker Elsenbast in Verb. mit Matthias Otte: Konfirmandenarbeit in Deutschland. Empirische Einblicke – Herausforderungen – Perspektiven (Konfirmandenarbeit erforschen und gestalten Bd.3), Gütersloh 2009. Friedrich Schweitzer/Christoph H. Maaß/Katja Lißmann/Georg Hardecker/Wolfgang Ilg in Verb. mit Volker Elsenbast und Matthias Otte: Konfirmandenarbeit im Wandel – Neue Herausforderungen und Chancen. Perspektiven aus der zweiten bundesweiten Studie (Konfirmandenarbeit erforschen und gestalten Bd.6), Gütersloh 2015. Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2017/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Die Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.1. Empirische Einsichten auffällige Stabilität der Konfirmand*innenzahlen: Wenn sich nach wie vor 90% der ev. Jugendlichen konfirmieren lassen, ergibt sich aufgrund der Kirchenaustrittszahlen und der demografischen Veränderungen ein Rückgang der Konfirmand*innenzahlen um 10,4% In Deutschland werden ca. 30% der 13-14jährigen konfirmiert Faktoren, die Entscheidung für Konfirmation beeinflussen: positive Beziehung zu Hauptamtlichen Gemeinschaft untereinander Beschäftigung mit grundlegenden existentiellen Fragen eigene religiöse Position klären Geschenke haben eher wenig Einfluss Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2018/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Die Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.1. Empirische Einsichten überwiegende Zufriedenheit mit der Konfizeit  insgesamt (2013): 75%  mit den Inhalten: 59%  mit den Mitarbeitenden: 73% Gottesdienst wird als „normalerweise langweilig“ empfunden – und zwar nach der Konfizeit noch stärker als vorher! Verhältnis zur Kirche: Diastase zwischen Bejahung der Institution und der subjektiven Relevanz „Die Kirche tut Gutes“: 72% „Die Zugehörigkeit zur Kirche ist wichtig“: 41% Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2018/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Die Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.1. Empirische Einsichten in der Konfizeit wird das Vorurteil bestätigt, dass „die Kirche keine Antworten auf die Fragen, die mich wirklich bewegen“ hat: vorher: 32% nachher: 39% Gründe: nur 32% konnten Inhalte mitbeeinflussen 47% sahen Distanz zwischen Inhalten und Lebenswelt Insgesamt: Jugendliche mit einem religiösen Familienhintergrund teilen nicht nur häufiger christliche Glaubensüberzeugen, sondern profitieren auch mehr von der Konfirmand*innenzeit Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2018/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Die Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.1. Empirische Einsichten vielfältige Formen der Konfirmand*innenarbeit (klassisches) Zweijahresmodell Samstags- und Wochenendmodelle sog. Konfi-Camps Debatte um „ideales“ Konfirmationsalter Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2018/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.2. Gemeinsamkeiten zwischen Lernort Schule und Gemeinde Lernen in religiöser Pluralität Jugendliche leben in gesellschaftlicher Pluralität und sind selbst religiös heterogen  Herausforderung für die Konfirmand*innenarbeit Ernstnehmen religiöser Prägungen und religiösen Wissens Jugendliche bringen religiöse Überzeugungen und Prägungen sowie (nicht selten diffuses) Wissen mit  didaktisch wahr- und ernst zu nehmen, um sinnvolle Lernprozesse anzubahnen Bedeutung der Lehrenden Lehrende als Bezugspersonen und Vorbilder im Umgang mit religiösen und existentiellen Fragen und Themen  Lehrende mit ihrer subjektiven Glaubensbiographie beteiligt Parallele didaktische Ausrichtungen didaktische Grundfragen nach Ausrichtung und Zielen des religiösen Lernens erstaunlich parallel

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.2. Arbeit mit Konfirmand*innen 6.2.3. Unterschiede zwischen Lernort Schule und Gemeinde Institutionelle Unterschiede Konfirmationsunterricht als non-formaler Bildungsort, an dem „Bildungsprozesse sich eher in einer etwas offeneren, weniger standardisierten und reglementierten Lernumgebung vollziehen“ mit mehr Offenheit und Freiräumen freiwillige Teilnahme Leistungsmessung Arbeit mit Konfirmand*innen bewusst außerhalb von Leistungszwängen Zusammensetzung der Lerngruppen stärkere soziale Durchmischung im Konfirmationsunterricht bietet sowohl Chancen als auch Probleme  didaktisch angemessen auf Vielfalt reagieren! Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong , WS 2018/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.3. Erwachsenenbildung Bildungsarbeit als eine traditionelle Aufgabe der christlichen Kirche Christentum als „Erwachsenenbildungsreligion“; daran interessiert, dass Gläubige dessen Inhalte verstehen und durchdringen Beginn der allgemeinen Erwachsenenbildung in der Zeit der Aufklärung mit dem Ideal des mündigen, kritischen Subjekts Industrialisierung entscheidend für die Entwicklung der modernen Erwachsenenbildung Nach dem 2. Weltkrieg übernehmen die großen Kirchen Erwachsenenbildungsaufgaben, die über die religiöse Dimension im engeren Sinne hinausgingen (u.a. ev. und kath. Akademien)

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.3. Erwachsenenbildung Aufschwung der Erwachsenenbildung mit der Bildungseuphorie der 1970er Jahre theologisch begründet durch das Verständnis der ‚Kirche als Lerngemeinschaft‘ strukturell wurde kirchliche Erwachsenenbildung immer mehr zum selbstverständlichen Bestandteil der ortsgemeindlichen Arbeit kirchliche Bildungsarbeit zunehmend nichtparochial etabliert kirchlichen Erwachsenenbildung heute äußerst plural: Chancen und Schwierigkeiten Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong , WS 2018/2018

Vorlesung: Grundfragen der Religionspädagogik 6.3. Erwachsenenbildung Jochen Matthes: „Bildungsdilemma der Kirche“  empirisch gesehen wächst mit dem Bildungsgrad eines Menschen die Distanz zur Kirche kirchliche Erwachsenenbildung nicht daraufhin konzipiert interessiert distanzierte Menschen mit einem attraktiven Bildungsangebot in den Schoß der Kirche zurückzuführen Begriff der kirchlichen Erwachsenenbildung denkt die Bildungsarbeit von ihrem institutionellen Rahmen aus  impliziert jede Form von Bildungsangeboten für Erwachsene, die in der Kirche stattfinden bzw. von kirchlichen Trägern veranstaltet wird Theologische Fakultät Kiel, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong, WS 2018/2018