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1 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten I. Arbeitsbegriff Allgemeiner Arbeitsbegriff: In der Theologie: eine Beschäftigung, der sich zu.

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Präsentation zum Thema: "1 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten I. Arbeitsbegriff Allgemeiner Arbeitsbegriff: In der Theologie: eine Beschäftigung, der sich zu."—  Präsentation transkript:

1 1 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten I. Arbeitsbegriff Allgemeiner Arbeitsbegriff: In der Theologie: eine Beschäftigung, der sich zu widmen in Gottes Sinn ist. In der Philosophie: die bewusste schöpferische Aus-einandersetzung des Menschen mit der Natur und der Gesellschaft. In der Volkswirtschaftslehre: Arbeit ist ein Produktionsfaktor Im Arbeitsrecht: eine berufliche Tätigkeit In der Physik: eine Energiemenge, nämlich das Produkt aus Kraft und Weg

2 2 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten Arbeitsrechtlicher Arbeitsbegriff: a) In der Antike: Homer: Körperliche Arbeit geziemt sich nicht für den Kriegsadel. Aristoteles: Arbeit wird von Handelnden oder Hervorbringenden geleistet. Das Hervorbringen (z.B. handwerkliche Tätigkeit) ist Sache der Sklaven und Banausen, das Handeln (Politik) ist Sache der Oberschicht. b) Im Mittelalter: Thomas von Aquin: von ihm wird die Missachtung körperlicher Arbeit nicht mehr aufrechterhalten, dennoch der Priester- und Ritterstand davon freigestellt. Wert der Arbeit bestimmt sich nach ihrer Nützlichkeit. Zwiespältige Haltung zum Thema Arbeit: Arbeit ist göttliche Eigenschaft, nach dem Sündenfall muss sich der Mensch dieses jedoch im Schweiße seines Angesichts verdienen.

3 3 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten c) In der Neuzeit: Martin Luther: Arbeit ist ein Gebot Gottes für alle Menschen ohne Unterschied des Standes. Müßig-gang wird als Sünde angesehen. John Locke: Im Urzustand gehört allen alles, niemand hat ein privates Eigentum. Es gibt nur property in his own person. Mit dem Einsatz des eigenen Körpers wird der Urzustand überwunden und Eigentum an dem erworben, was mit der eigenen Hände Arbeit geschaffen wurde. Aus Gründen der Selbsterhaltung begeben sich freie Menschen in Lohnknechtschaft. Johannes Peter Süßmilch: Er erkennt einen Zusammenhang zwischen Lohnverfall und Arbeitslosigkeit. Armut ist für ihn die Folge von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, also von struktureller Verweigerung von Arbeit. Adam Smith: Gilt als Begründer der politischen Ökonomie. Arbeit ist für ihn die

4 4 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten einzige Möglichkeit der Armut zu entfliehen. Der Ertrag der Arbeit kann gesteigert werden durch Arbeitsteilung. Er war ein Vertreter des freien Wettbewerbes. Karl Marx: Arbeit ist Ware, der Arbeitslohn richtet sich nach dem Existenz-minimum, der Preis der Waren ist höher als der Lohn, der Mehrwert fällt an die Kapitalisten. Arbeitslose und Verarmte können sich Waren nicht mehr leisten, daher periodischer Zusammenbruch des Kapitalismus. Arbeit im Nationalsozialismus: Arbeit wird politisch instrumentalisiert als bestes Mittel gegen innere Unruhen. Arbeit soll Volksidentität schaffen, Nichtarier werden als Arbeitsscheue verunglimpft. Allerdings werden Fremdrassige im Krieg wegen Arbeitskräftemangel für niedere Arbeiten eingesetzt.

5 5 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten II. Arbeitsbedingungen und –zeiten in speziellen Berufsfeldern Arbeiter gibt es nicht erst seit der Industrialisierung, schon immer haben Menschen ihre Arbeitskraft gegen Geld ver-kauft. In der Industrialisierung erhält die Arbeit jedoch eine neue Quantität und (negative) Qualität. Es gibt nunmehr nicht nur die Arbeit in der Fabrik, sondern auch im Bergbau, im Verlag oder als Dienstbote/Dienstmädchen. A) Arbeit im Verlag: = dezentralisierte Produktion in Form eines nichtzünftigen Hausgewerbes. Der Unternehmer (Verleger) stellt die Rohstoffe zur Verfügung, die Heim-arbeiter verarbeiten diese u. werden in Form von Stücklohn

6 6 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten bezahlt. Nachteil: sehr eintönige Arbeit, die meist im Sitzen verrichtet wurde. Vorteil: Verbleib in der bisherigen Wohnung und im bisherigen gesellschaftlichen Umfeld. Heimarbeit ist als Nebengewerbe möglich, verbessert die Einkommens-situation. Arbeitszeit: sehr unterschiedlich, oft wurde soviel gearbeitet wie es die Auftragslage und die Lichtverhältnisse erlaubt haben, im Winter bis zu 10, im Sommer bis zu 16 Stunden täglich. B) Arbeit im Bergwerk: Lage der Arbeiter im Bergbau veränderte sich durch die Industrialisierung kaum. In den Bergwerken war entweder Zeitlohn oder Stücklohn üblich. Im 19. Jhdt. wurde der Stücklohn immer häufiger. Konflikte bezüglich der Leistungskontrolle (Nullen). Vorteil: Kurze Arbeitszeiten. Nachteil: körperlich schwere Arbeit, massiver

7 7 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten Einsatz on Kinderarbeit (vor allem als Schlepper). Arbeits-zeit: Schon seit dem 15. Jhdt. war in Schwaz/T. die tägliche Arbeitszeit mit 8-9 Stunden begrenzt, bei 5,5 Arbeitstagen pro Woche. Bergordnung Ferdinand I. von 1553: 5,5 Schichten zu 8 Stunden. Diese Arbeitszeiten galten nur unter Tag, nicht für die Arbeiter in den Pochwerken (dort wurde bis zu 14 Stunden täglich gearbeitet). Im Jhdt. kam es vielfach – regional unterschiedlich – zu einer moderaten Verlängerung der Arbeitszeit im Bergbau kehrte man im Ruhrgebiet wieder zur 8-Stunden-Schicht zurück, während es in Schlesien 1913 noch einen 10-Stunden Tag gab. C) Arbeit der Dienstboten u. Dienstmädchen: Dienst im fremden Haus war Teil der Erziehung und Berufsausbildung.

8 8 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten Vom Staat wurden diese Dienstverhältnisse durch Dienstbotenordnungen geregelt (patriarchalische Ordnungsvorstellungen, Ausübung der häuslichen Polizey durch Dienstherren). Vorteile: Dienstboten galten als Teil der Familie; Dienst im fremden Haus wichtig für eigene Zukunft. Nachteile: nur ein Viertel bis ein Drittel des Lohnes wird baar ausgezahlt, der Rest für Kost und Logis abgezogen. Arbeit des Dienstpersonals war ungemessen, die Arbeitszeit nahe- zu unbegrenzt. Arbeitszeit: bis zu 18 Stunden pro Tag. D) Arbeit in der Fabrik: Landflucht, niemals zuvor in der Geschichte waren so viele Menschen von gewerblicher Lohnarbeit abhängig. Mangel an gelernten, Überschuss an ungelernten Arbeitern. Vorteile: durch arbeitsteilige Produktion können viele ungelernte Arbeiter beschäftigt werden. Nachteile: harte Arbeitsbedingungen, keine Kranken-, Arbeitslosen-, Unfall- oder

9 9 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten Pensionsversicherung, Frauen- und Kinderarbeit. Arbeitszeit: Kinder u. Frauen mussten am längsten arbeiten; in der Textilbranche (überwiegend Frauen u. Kinder) bis 16 Stunden täglich, 7x in der Woche; in den männerdominierten Branchen kam es bereits Mitte des 19. Jhdts. zu Arbeitszeitverkürzungen; im Drucker- u. Setzergewerbe wurde damals bereits der Stunden-Tag die Norm; in der Metallerzeugung der 12- Stunden-Tag; in der Metall-verarbeitung der 9,5-Stunden-Tag; in der chemischen Industrie der 10-Stunden-Tag und im Maschinenbau 8-9 Stunden.

10 10 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten III. Die Organisation der Arbeiter im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen 1848 kam es auch zur sozialen Revolution. Zusammen-schluss und Kampf der Arbeiter gegen gesundheitsgefähr-dende Arbeitsbedingungen, gegen Willkür der Unternehmer, hohe Steuerlast, hohe Arbeitslosigkeit durch vermehrten Maschineneinsatz. Abschluss erster Kollektivverträge und Gründung von Arbeitervereinen. Oktroyierte Märzverfassung 1849: Bildung von Arbeitervereinen wird verboten, bestehende aufgelöst. Strafgesetz von 1852 und Gewerbeordnung von 1859 beinhalten ein Streik- und Koalitionsverbot.

11 11 Arbeitsbegriff, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten Staatsgrundgesetz 1867: bringt die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit als Grundrecht. Noch im selben Jahr wird der Erste Wiener Arbeiterbildungsverein gegründet. Wirtschaftskrise 1873 (Börsenkrach, Schwarzer Freitag): vernichtet viele Arbeitsplätze, Druck auf dem Arbeitsmarkt, Durchsetzungskraft der Arbeitervereine schwindet. Ab 1880 Besserung der wirtschaftl. Verhältnisse, ab den 1890er Jahren greift der politische Pluralismus auf die Gewerkschaften über Gewerbeinspektorengesetz, 1885: Gewerbeordnung von 1859 wird novelliert (Arbeiterschutzbestimmungen, Schutz von Kinder u. Frauen, Maximalarbeitszeit: 11 Stunden), 1888: Kranken- u. Unfall- versicherung für Fabriksarbeiter.


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