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Der Zusammenhang von Gemeinsinn und politischer Ordnung in der Diskussion um Demokratie und Republik Tu Dresden Institut für Politikwissenschaft HS: Politische.

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Präsentation zum Thema: "Der Zusammenhang von Gemeinsinn und politischer Ordnung in der Diskussion um Demokratie und Republik Tu Dresden Institut für Politikwissenschaft HS: Politische."—  Präsentation transkript:

1 Der Zusammenhang von Gemeinsinn und politischer Ordnung in der Diskussion um Demokratie und Republik Tu Dresden Institut für Politikwissenschaft HS: Politische Ordnung und Gemeinsinn Dozent: Prof. Dr. Werner J. Patzelt Referent: Oliver Löser

2 Gliederung Teil I: Die Genese von Demokratie und Republik 1. Von Athen bis Philadelphia Freiheit, Gleichheit, Souveränität, Bürger und Staat - Begrifflichkeiten und ihre Institutionalisierung von der Antike bis zur Moderne 2. Quantität des Gemeinsinns Teil II: Gemeinsinn heute und Mechanismen seiner Konstruktion 1. Die Europäisierung Europas 2. Civic Education und politische Bildung 3. Populismus und Mediokratie - Vox Populi Vox Rindvieh? 4. Das Ende der Geschichte - Diskussion 5. Literatur und Quellen Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

3 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Beschreibung und Analyse der Demokratie des klassischen Athen (von Aristoteles bis Rousseau) mit Fokus auf ihren Entstehungsbedingungen, Voraussetzungen, Konstruktion, Form und Grenzen Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt (vereinfachtes Theoriemodell nach: Werner J. Patzelt)

4 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der attischen Demokratie: (= Situationsprägende Diskurse) Athen als territorial eng umgrenzte Stadt/Polis, mit überschaubarer (und versammelbarer) Anzahl von Einwohnern (und Bürgern), sozialisiert durch ähnliche Kultur (Hellenismus) Religion, und Militärsystem Situation vor den demoktatischen Reformen: -Aristokratie, Adelsrat (Areopag) ernennt jährlich 9 Archonten (zuständig für Gesetzgebung, Religion, Kriegführung), Judikative aus Angehörigen der Adelsschicht rekrutiert -Bevölkerung mit persönlichen, nicht politischen Rechten -soziale (und politische) Kluft zwischen dem Adel und der Bevölkerung (dazu außenpolitische Unsicherheiten) Heraufdämmern des Bürgerkrieges Wie kann die (unglückseelige) Herrschaft Einzelner, ihre übergroße Machtfülle und ihr Machtmißbrauch beendet werden? Reformen des Solon (594 v. Chr.) und des Kleisthenes (507 v. Chr) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

5 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der attischen Demokratie: (=Handlungsleitende Situationsdefinition) Athen als territorial eng umgrenzte Stadt/Polis, mit überschaubarer (und versammelbarer) Anzahl von Einwohnern (und Bürgern), sozialisiert (gemeinsinnig!) durch ähnliche Kultur, Religion, und Militärsystem Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Größe (UV) des Staatsgebietes/ der Bevölkerung -Stadtstaat mit versammelbarer Bevölkerung Religion (UV) -homogen, Zeuskult Kultur (UV) -homogen, Hellenismus Anforderungen (IV) an die Mitglieder der Gemeinschaft -Einwohner tragen gemeinsam militärische Lasten -Hoplitenmiliz -... Vorhandene (sachliche) Ressourcen (UV) -Fruchtbarkeit (Nahrungsmittelüberschuss) -Handel -Tribute -... Außenpolitische Einbettung (IV) -von rivalisierenden Stadtstaaten umgeben -...

6 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der attischen Demokratie: (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Ihrer Situation gegenwärtig, ergaben sich für die Athener folgende Gegebenheiten bezüglich Freiheit, Gleichheit, Souveränität, Bürger und Gewaltenausübung Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Freiheit -zwar persönliche Freiheit, aber keine Freiheit, politisch zu partizipieren (Rede, Wahl, Ämter,... =postreformatorische Freiheit) Gleichheit -nicht als Gleichheit an individuellen Rechten zu verstehen -sondern vor dem Gesetz und durch Mitgliedschaft in der Polis Souveränität -bei den Mitgliedern des Adelsrates Bürger -Bürgerbegriff im Sinne von Staatsbürger (mit polit. Rechten) nicht vorhanden Gewaltenausübung -Exekutive und Legislative in Händen der vom Adelsrat ernannten obersten Stadtbeamten (Archonten)

7 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Konstruktion der attischen Demokratie: (= Wirklichkeitskonstruktion) Die Reformwerke des Solon und des Kleisthenes setzten den Hebel an der Umdeutung der Souveränität der Staatsgewalt an, welche nun von den Bürgern ausging. Im Gegensatz zur vorher gegebenen Ordnung setzte sich hier die Auffassung durch, dass die politische Ordnung gestaltbar ist. Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Legislative -Entscheidung über weit- reichende Fragestellungen (Bündnisse, Kriege, Verleihung des Bürgerrechts,...) Gemeinschaft der Bürgern Volksversammlung (ekklesía) Exekutive -Rat aus 500 Bürgern leitet Amtsgeschäfte (Beamtenstellen jährlich neu besetzt nach timokratischen Gesichtspunkten, geringe Anzahl an Berufsbeamten) Judikative -Bürgergerichte (Scherbengerichte) Ist die Stellt die = Macht ist vervolklicht

8 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Konstruktion und Form der attischen Demokratie: (= Wirklichkeitskonstruktion) Die Reformwerke des Solon und des Kleisthenes setzten den Hebel an der Umdeutung der Souveränität der Staatsgewalt an, welche nun von den Bürgern ausging. Im Gegensatz zur vorher gegebenen Ordnung setzte sich hier die Auffassung durch, dass die politische Ordnung gestaltbar ist. Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Legislative -Entscheidung über weit- reichende Fragestellungen (Bündnisse, Kriege, Verleihung des Bürgerrechts,...) Gemeinschaft der Bürgern Volksversammlung (ekklesía) Exekutive -Rat aus 500 Bürgern leitet Amtsgeschäfte (Beamtenstellen -etwa jährlich neu besetzt nach timokratischen Gesichtspunkten, geringe Anzahl an Berufsbeamten) Judikative -Bürgergerichte (Scherbengerichte, Ostrakismos) Ist die Stellt die Klassische Direktdemokratie

9 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Konstruktion und Form der attischen Demokratie: (= Wirklichkeitskonstruktion) Ihrer Situation gegenwärtig (siehe vorletzte Folie), entwickeln die Athener eigene Definitionen von Freiheit, Gleichheit, Souveränität und Bürger, Gewaltenausübung Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Freiheit -keine individuellen Schutz- und Ab- wehrrechte gegenüber dem Staat (moderner Freiheitsbegriff) -sondern Freiheit, politisch zu partizipieren (Rede, Wahl, Ämter,...) Gleichheit (isonomia, isegoria, isokratia) -nicht als Gleichheit an individuellen Rechten zu verstehen -sondern vor dem Gesetz und durch Mitgliedschaft in der Polis Souveränität -bei den Mitgliedern der Polis -Begründung des Gedankens der Volkssouveränität (!) Bürger (Vollbürger, Demos) -männl. in Athen geborene Erwachsene, Frauen, Metöken und Unfreie vom Bürgerrecht ausgeschlossen Gewaltenausübung (kratos) -alle drei Gewalten gehen vom Volk aus und werden durch dieses ausgeübt

10 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der Römischen Republik: (= Situationsprägende Diskurse) Ähnlich wie im klassischen Athen zeichnete sich der Wandel Roms von einer Monarchie zu einer Republik (in Athen: von Aristokratie zur Demokratie) durch eine Revolution von oben aus. Der (moderne) Rebublikgedanke hat sich allerdings in Rom nie durchgesetzt und letztlich stellt die Römische Republik eine Mischverfassung aus Aristokratie mit demokratischen Einsprengseln dar. Hinzutretende Elemente im Unterschied zur attischen Demokratie: Repräsentation und Gewaltenteilung Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt 1. Welche Staatsordnung kann nach dem Abschütteln der etruskischen Fremdherrschaft (Monarchie) eingerichtet werden? 2. Können die verschiedenen italischen/latinischen Stämme in den römischen Herrschaftsbereich integriert werden? (Bundesgenossenkrieg,...) (Die römischen Bundesgenossen stellten die wesentlichen Sachressourcen für Rom.) A!: Später weiter zum Föderalismus 3. Auf welche Art und Weise (institutionell) kann das Volk an der Ausübung der Macht partizipieren? (Standeskämpfe, Zeit der Crachen, Bürgerkrieg,...)

11 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der Römischen Republik (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Größe (UV) des Staatsgebietes/ der Bevölkerung -beides zunehmend größer mit peripheren Kolonien und Provinzen Religion (UV) -zunächst homogen, Jupiter- (=Staats)kult, später heterogen Vorhandene (sachliche) Ressourcen (UV) -Rom abhängig von Sachleistungen der Bundesgenossen -Handel -Tribute -... Anforderungen (IV) an die Mitglieder der Gemeinschaft -Einwohner tragen gemeinsam militärische Lasten -Milizheer -... Kultur (UV) -zunächst homogen (bäuerlich latinisch) später heterogen mit aristokratischer Dominanz, später heterogen Außenpolitische Einbettung (IV) -von rivalisierenden Stämmen, später Reichen umgeben -...

12 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der Römischen Republik (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Größe (UV) des Staatsgebietes/ der Bevölkerung -beides zunehmend größer mit peripheren Kolonien und Provinzen Religion (UV) -zunächst homogen, Jupiter- (=Staats)kult, später heterogen Vorhandene (sachliche) Ressourcen (UV) -Rom abhängig von Sachleistungen der Bundesgenossen -Handel -Tribute -... Anforderungen (IV) an die Mitglieder der Gemeinschaft -Basis der Einteilung der Bevölkerung in die sich etablierenden Volksversammlungen -Bürgersinn (Cicero) Kultur (UV) -zunächst homogen (bäuerlich latinisch), später heterogen mit aristokratischer Dominanz, später heterogen Außenpolitische Einbettung (IV) -von rivalisierenden Stämmen, später Reichen umgeben -...

13 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der Römischen Republik (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Größe (UV) des Staatsgebietes/ der Bevölkerung -beides zunehmend größer mit peripheren Kolonien und Provinzen Religion (UV) -zunächst homogen, Jupiter- (=Staats)kult, später heterogen Vorhandene (sachliche) Ressourcen (UV) -Rechte und Stellung der Bundes- genossen und Bürgerkolonien Anforderungen (IV) an die Mitglieder der Gemeinschaft -Basis der Einteilung der Bevölkerung in die sich etablierenden Volksversammlungen -Bürgersinn (Cicero) Kultur (UV) -zunächst homogen (bäuerlich latinisch), später heterogen mit aristokratischer Dominanz, später heterogen Außenpolitische Einbettung (IV) -von rivalisierenden Stämmen, später Reichen umgeben -...

14 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der Römischen Republik (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Größe (UV) des Staatsgebietes/ der Bevölkerung -Repräsentation der wahl- fähigen Bevölkerung Religion (UV) -zunächst homogen, Jupiter- (=Staats)kult, später heterogen Vorhandene (sachliche) Ressourcen (UV) -Rechte und Stellung der Bundes- genossen und Bürgerkolonien Anforderungen (IV) an die Mitglieder der Gemeinschaft -Basis der Einteilung der Bevölkerung in die sich etablierenden Volksversammlungen -Bürgersinn (Cicero) Kultur (UV) -zunächst homogen (bäuerlich latinisch), später heterogen Außenpolitische Einbettung (IV) -von rivalisierenden Stämmen, später Reichen umgeben -...

15 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Konstruktion und Form der Römischen Republik (Spätphase) (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Freiheit -individuelle Schutz- und Ab- wehrrechte gegenüber dem Staat (moderner Freiheitsbegriff) -dazu Freiheit, politisch zu partizipieren (Rede, Wahl, Ämter,...) Gleichheit -nicht als Gleichheit an individuellen Rechten zu verstehen -sondern vor dem Gesetz -rechte und Pflichten analog zum Bürgerbegriff unterschiedlich Souveränität -wie in Athen beim formal beim Volk liegend -gegen das aristokratische Element aber schwer durchzusetzen Bürger (Vollbürger) -zunächst männliche freie Geburtsrömer, später phasenweise ausgedehnt über Römisches Reich -nach Einkommensklassen und Herkunft gestaffelte Rechte und Pflichten Gewaltenausübung -Bürger wählen die Magistrate (Exekutive) -Senat als faktisch (indirekt gewählte) Legislative

16 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Konstruktion und Form der Römischen Republik (Spätphase) (= Wirklichkeitskonstruktion) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Wahlfähige Bevölkerung Exekutive Judikative Formale Legislative Faktische Legislative

17 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

18 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Die Wiederentdeckung von Demokratie und Republikanismus Magna Carta Mittelalterliches Bürgerverständnis Wiederentdeckung/begründung des Föderalismus: Züricher Föderaltheologie und die Staatenbund-Bundesstaat Betrachtungen von Ludolph Hugo (1661, vs Jean Bodin 1576) Bill of Rights 1689 Virginia Bill of Rights Aufklärung Rousseau`s Theorie der Volkssouveränität und seinen Funktionsvoraussetzungen von Demokratie Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

19 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Bill of Rights, England 1689 Virginia Bill of Rights, 1776

20 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Rousseau`s contract du social - vier Funktionsvoraussetzungen der Demokratie 1. Nicht zu großes Gemeinwesen 2. Kulturelle Homogenität 3. Weitgehende soziale und ökonomische Gleichheit 4. Tugendhaftigkeit der Bürger 5. Starke Bürgergesellschaft = Zivilgesellschaft (A. de Toqueville) 6. Institutionelle Infrastruktur (Federalists) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Falls Bedingungen nicht erfüllt, dann ausgleichbar unter anderem durch

21 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der amerikanischen Demokratie: (= Handlungsleitende Situationsdefinition) Nach der Unabhängigkeit vom englischer Mutterland (1776), stand eine Verbesserung der seit 1781 in Kraft befindlichen Konföderationsartikel an. Diese mündete schließlich in das verfassunggebende Konvent von Philadelphia. Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Größe (UV) des Staatsgebietes/ der Bevölkerung -beides groß und zunehmend größer Religion (UV) -homogen, Christentum in seinen verschiedenen Spielarten Kultur (UV) -heterogen, gemäß den Herkunfts- ländern der Einwanderer Vorhandene (sachliche) Ressourcen (UV) -wirtschaftliche Situation in den ehemaligen Kolonien unterschiedlich, im Allgemeinen stabil und prosperierend Außenpolitische Einbettung (IV) -politische Unterstützung durch einige europäische Kontinentalmächte -militärisch praktisch unangreifbar Anforderungen (IV) an die Mitglieder der Gemeinschaft -Einwohner tragen gemeinsam militärische Lasten -Milizheer -...

22 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Entstehungsbedingungen und Voraussetzungen der amerikanischen Demokratie: (= Wirklichkeitskonstruktion) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt pure democracy oder Republik -Direktdemokratie auf Staaten-, oder gar Bundesebene oder Repräsentation? Starke oder Schwache Zentralregierung und Institutionalisierung der Exekutive -Fortführung des status quo, Gouverneur, vom Kongreß gewählter Regierungsausschuss, Präsident? Staatenbund oder Bundesstaat -Fortführung des Kontinentalkongresses? Bürgerliche Freiheit -Partizipationszwang oder liberales Freiheitsverständnis persönlicher Un- abhängigkeit, dazu individuelle und politische Rechte Gewaltenteilung und -verschränkung Kompetenzen und Zusammensetzung der Volksvertretung -gleiches Stimmgewicht oder Proporz der Staaten? Gefahr durch Partikularinteressen -Partikularinteressen unterdrücken oder kanalisieren?

23 (I) 1. Von Athen bis Philadelphia Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

24 (I) 2. Quantität des Gemeinsinns Operationalisierung von Gemeinsinn (Auswahl) 1. Zustimmung zum politischen System: Demokratie beste Staatsform, Ost 1990: 41% ja : 20% ja 2. Über Vielfalt im Parteiensystem: These: Parteien orientieren und gründen sich entlang von Konfliktlinien (cleavages, Religion, soziale Klasse, Umwelt,...) innerhalb einer Gesellschaft, wenige Parteien = wenige Konfliktlinien? 3. Über Anzahl und Anlaß von Nationalfeier- und Gedenktagen (Bsp. USA - Deutschland) 4. Über die Zuständigkeiten in der Gesetzgebung in einem föderalen System (Bund - Länder) 5. Über zivilgesellschaftliches Engagement (jährliches Spendenaufkommen pro Kopf im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen,...) 6. Über den Grad von Patriotismus Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

25 (I) 2. Quantität des Gemeinsinns Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

26 (II) 1. Die Europäisierung Europas Mit welchen (politischen) Mitteln kann heute Europäischer Gemeinsinn generiert und werden? Ausgangslage in Zahlen: Ablehnung der EU Verfassung (2005) Frankreich: 55% Niederlanden: 62% Wahlbeteiligung Europaparlament 1979: 63 % 2004 % 77% der Jugendlichen fühlen sich mit Europastrukturen nicht vertraut und nur 1/3 der Jugendlichen fühlt sich kompetent informiert (alle Angabe: CAP Analyse 09/2007) Europa als (abstraktes) politisches Konstruktsoziale, kulturelle, geographische Zugehörigkeit Diskurse: Mitbestimmung fördern (Tindeman-Bericht 1974, Wahlrecht ab 16 Jahren) Verrechtlichung konkreter Materien auf EU Ebene (EU Staatsbürgerschaft, Niederlassungsfreiheit, Freizügigkeit, Sicherheit,...) Maastricht 1992, Charta der Grundrechte der EU 2000, Good Governance (EU) 2001, Lisabon 2007, Neuer Schwung für die Jugend (EU) 2001,... nicht Zustimmung zu politischen Inhalten, sondern zu demokratischen Institutionen Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

27 (II) 2. Cicic Education und politische Bildung Mit welchen (erzieherischen) Mitteln kann heute Europäischer Gemeinsinn generiert und werden? Auch Citizenship Education = lernen für Demokratie und Zivilgesellschaft Hintergrund: (siehe auch Funktionsvorraussetzungen einer Demokratie nach R.A. Stahl und M.G. Schmidt vs. E.-W. Böckenförde: der freiheitliche säkularisierte Staat kann seine eigenen Voraus- setzungen nicht garantieren) spezifische (moderne) gesellschaftliche Probleme (Rassismus, Kulturverlust, Globalisierung,...), Millieutheorie und Kulturdeterminismus nicht nur politische Bildung, sondern erlernen umfassender sozialer Kompetenzen MethodenZiele Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

28 (II) 3. Populismus und Mediokratie - Vox Populi Vox Rindvieh? Mit welchen (medialen) Mitteln kann Gemeinsinn generiert und verbreitet werden? Thesen: Massenmedien (MM) als Mediator in der Kommunikation Bürger - politisches System (...) = Wechselseitiger Prozeß MM Mediator und Generator öffentlicher Meinung MM als Gemeinsinn bildende Instanz (Grundkonsens an Werten) Theorien der selektiven Mediennutzung Fragen: Möglichkeiten der politischen Kommunikation und ihre Grenzen Populismus als Mittel für das Volkstribunat extremistischer Parteien? Reichen die gesellschaftliche und kommunikative Kompetenz des Bürgers für eine gesunde Kritikfähigkeit aus? Fallstudie der politischen Kommunikation (Fernsehspots) belgischer Parteien n(Parteien)=6, n(Beiträge)=20, untersucht auf zwei Dimensionen von Populismus Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

29 (II) 3. Populismus und Mediokratie - Vox Populi Vox Rindvieh? Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Quelle: Jagers & Walgrave (2007), S. 328 Dünner Populismus: Unmittelbarer Bezug zum Volk (auch Behauptung, in dessen Namen zu sprechen) Verwendung von Begriffen wie: Volk, Öffentlichkeit, Bürger, Wähler, Steuerzahler, Einwohner, Konsument, Ansässige,...

30 (II) 3. Populismus und Mediokratie - Vox Populi Vox Rindvieh? Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt beides aus: Jagers & Walgrave (2007), S. 329 Zwei (von fünf) Dimensionen von dickem Populismus: gegen den Staat gegen die Politik (Strukturen, Institutionen, Akteure)

31 (II) 3. Populismus und Mediokratie - Vox Populi Vox Rindvieh? Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt Quelle:Jagers & Walgrave (2007), S. 333 Dimensionen des dicken Populismus: Inklusion und Exklusion bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und Elemente (bei Exklusion häufig mit Schuldzuweisung) Gemeinsinn zerstört Gemeinsinn? Durchmesser des Kreises: Ausmaß des dünnen Populismus

32 (II) 4. Das Ende der Geschichte - Diskussion Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt

33 (II) 5. Literatur und Quellen Bermbach, Udo (1991): Demokratietheorie und Politische Institutionen. Westdeutscher Verlag. Opladen. Kühnhardt, Ludger (1992): Wege in die Demokratie. Beiträge aus der Politischen Wissenschaft. Bd. I Palm Verlag, Universitätsverlag Jena Vorländer, Hans (2003): Demokratie. Geschichte - Formen – Theorien. München Richter, Emanuel, (2004): Republikanische Politik. Demokratische Öffentlichkeit und politische Moralität. Reinbek Jagers, Jan/ Walgrave, Stefaan (2007): Populism as political communication style: An empirical study of poilitical parties`discourse in Belgium. In: European Journal of Political Research 46/2 S Mahler A. Vincent (2008): Electoral turnout and income redistribution by the state: A cross-national analysis of the developed democracies. In: European Journal of Political Research 47/2 S Obydenkova, Anastasia (2008): Regime transition in the regions of Russia. The freedom of mass media: Transnational impact on sub-national democcratization? In: European Journal of Political Research 47/2 S zu CAP: (letzter Zugriff: ) httpwww.cap.lmu.dedownload _Eurobarometer_Demokratie.pdf (letzter Zugriff: ) Oliver Löser: Demokratie, Republikanismus, Gemeinsinn und politische Ordnung TU Dresden – Institut für Politikwissenschaft – Prof. Dr. Werner J. Patzelt


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