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Die französische Mandatszeit Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen.

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Präsentation zum Thema: "Die französische Mandatszeit Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen."—  Präsentation transkript:

1 Die französische Mandatszeit Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen

2 Die Aufteilung der deutschen Kolonie Togo Provisorische Teilung des Togogebietes zwischen Frankreich und England am 27. August Juli 1919 Festlegung der Territorien durch die französisch-britische Erklärung 20. Juli 1922 der Völkerbund erteilt Großbritannien und Frankreich das Mandat für das jeweilige Territorium Die genaue Grenzziehung zwischen dem französischen und dem britischen Mandatgebiet erfolgte zwischen

3 Das Mandat Frankreich erhielt für das heutige Togogebiet ein mandat mitigé, d.h. ein B-Mandat mit dem Zusatz eines C-Mandates

4 Das B-Mandat Die Entwicklungsstufe, auf der sich andere Völker, insbesondere die mittelafrikanischen, befinden, erfordert, dass der Mandatar dort die Verwaltung des Gebiets übernimmt. Doch ist dies an Bedingungen geknüpft. Außer der Abstellung von Missbräuchen, wie Sklaven-, Waffen- und Alkoholhandel, muss Gewissens- und Religionsfreiheit, lediglich mit den Einschränkungen, die die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der guten Sitten erfordert, gewährleistet sein. Verbürgt muss weiter sein das Verbot der Errichtung von Befestigungen oder von Heeres- oder Flottenstützpunkten sowie das Verbot militärischer Ausbildung der Eingeborenen, soweit sie nicht lediglich polizeilichen oder Landesverteidigungszwecken dient. Dem Güteraustausch und Handel der anderen Bundesmitglieder muss ferner die gleiche Möglichkeit der Betätigung gesichert sein.

5 Das C-Mandat Endlich gibt es Gebiete wie Südwestafrika und gewisse Inseln des australischen Stillen Ozeans, die infolge ihrer schwachen Bevölke- rungsdichte und geringen Ausdehnung, ihrer Entfernung von den Mittelpunkten der Zivilisa- tion, ihrer geographischen Nachbarschaft zum Gebiet des Mandatars oder infolge anderer Umstände nicht wohl besser als integrierender Bestandteil seines Gebiets, unter Vorbehalt der Bürgschaften, die vorstehend im Interesse der eingeborenen Bevölkerung vorgesehen sind.

6 Politische Anpassungen Durchführung administrativer Maßnahmen zur Sicherung von Ruhe und Ordnung Zugriff auf Steuern und Zölle Kontrolle über den Handel mit Rohstoffen

7 Politische Anpassungen Juli 1919 Errichtung des aménagement provisoire Damit sollte die Voraussetzung zur Einführung von Rahmenbedingungen im politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Bereich nach französischen Vorstellungen geschaffen werden 1. Schritt: Ersetzen der einheimischen Angestellten durch französisch geprägte Afrikaner aus der Kolonie Dahomey

8 Kolonialdoktrin Politische Prägung: kulturmissionarisches Sendungs- bewusstsein der civilisation française

9 Festigung der Position 23. März 1922 Errichtung der administration autonome Aufteilung des Landes in Kreise, Circonscriptions oder Cercles, und nochmals in Subdivisions oder Cantons Regierungsgewalt übte der Commandant du Cercle (Kreiskommandant) aus Lomé blieb Hauptsitz und unterstand einem Gouverneur, der mit Erlassen und Verordnungen regierte

10 Politische Anpassungen Aufgrund wirtschaftlicher Probleme wurde Togo 1934 der Kolonie Dahomey angegliedert 1936 wurde dies aufgrund von Protesten des Völkerbundes und Deutschlands rückgängig gemacht

11 Das französische Zwei-Klassen-System 1922 Einführung eines Zwei-Klassen-Rechts durch das indigénat, ein besonderes Recht für die einheimische Bevölkerung Inhalt des indigénat: Eintreiben von Steuern und Abgaben Verhängung von Strafen ohne Gerichtsverhandlung Verhängung hoher Geldstrafen Einfordern von Zwangsarbeit

12 Das französische Zwei-Klassen-System Status: Sujet ihnen waren alle politische Rechte innerhalb des französischen Systems verwehrt Citoyen francais enthielt alle Rechte eines französischen Bürger und konnte aufgrund besonderer Verdienste und Leistungen erworben werden, war aber an den Abschluss einer französischen Schulausbildung geknüpft

13 Errichtung von Räten Conseil dAdministration Mitglieder: Beamte Präsident der Handelskammer 2 citoyens oder sujets (erst ernannt, später gewählt) beratend geringe Kompetenz

14 Errichtung von Räten Conseil des Notables Diskussions- und Beratungsgremium für politische Maßnahmen der Kolonialverwaltung Mitglieder wurden für 3 Jahre durch den Gouverneur ernannt Ausschlaggebend für die Berufung war die Loyalität zur Kolonialmacht im Süden Togos von Conseils eingerichtet Im Norden erfolgte die Einrichtung entsprechender Gremien erst 1928 bzw. 1931

15 Die unterste Ebene der Kolonialadministration Die Chefferie Ähnliche Aufgaben wie in der deutschen Kolonialzeit, jedoch keine niedere Gerichtsbarkeit mehr Bindeglied zwischen Kolonialadministra- tion und Bevölkerung Schwindende Legitimation gegenüber der Bevölkerung

16 Sicherheitspolitische Anpassungen Ab 1924 gab es eine Söldner- und Polizeitruppe, der Garde indigéne 1925 Verbot von Anwerbung von Soldaten und Stationierung von Truppen in Mandatgebieten durch den Völkerbund Abspaltung der Companie de milice als Polizeitruppe von der Garde indigéne

17 Wirtschaftliche Anpassungen – Mis en valeur 1921 von Kolonialminister Albert Sarraut entworfener Plan zur Ausrichtung des wirtschaftlichen Nutzens auf das französische Mutterland Grundlage aller späteren Investitions- programme in den Kolonien und Mandat- gebieten

18 Mis en valeur Ziele: 1. Schaffung von Umschlags- und Verkehrseinrichtungen Verbesserte Nutzbarmachung der Ressource durch Erforschung der Naturschätze und Produktionsmöglichkeiten Einführung intensiver mechanischer Produktionsmethoden Erst dann: Modernisierung der autochthonen Gesellschaften

19 Mis en valeur Auswirkungen: a) Auf die Arbeitsplatz- und Einkommens- situation der Bevölkerung b) Auf die landwirtschaftlich nutzbaren Böden

20 Mis en valeur Einkommens- und Arbeitsplatzsituation im städtischen Bereich Elite Zwischen- und Binnenhandel Plantagen- und Farmenbesitz Immobilienhandel durch Kollaboration mit der Mandatmacht ökonomisch abgesichert

21 Mis en valeur Einkommens- und Arbeitsplatzsituation im städtischen Bereich Lohnabhängige Geringe Anzahl Lohnabhängiger, da statt Lohnarbeit Zwangs- und Pflichtarbeit bevorzugt wurde (noch 1962 betrug der Anteil der Lohnabhängigen nur 1,5%) Ende der 20er Jahre hohe Arbeitslosigkeit 1931 verfügte die Kolonialadministration Aufhebung von Arbeitsplätzen und Lohnsenkung

22 Mis en valeur Die Einkommens- und Arbeitssituation im ländlichen Bereich männliche Arbeitskräfte wurden regelmäßig für Zwangs- und Pflichtarbeit rekrutiert bei Bedarf nach Süden umgesiedelt

23 Mis en valeur Notwendigkeit der Bargeldbeschaffung durch Anbau von cash-crops kollidierte mit der gleichzeitigen Nahrungsmittelproduktion für den Eigenbedarf und führte zu höherer Arbeitsintensität mehr Zeitaufwand

24 Mis en valeur Für die Frauen Bisher selbständige Handelstätigkeiten wurden eingeschränkt Erlöse aus der cash-crop-Produktion wurden Aufkäufern nur an Haushalts- vorstände/Ehemänner gezahlt schuf neue Abhängigkeiten führte zu sozialer Degradierung

25 Mis en valeur Bodenproblematik Rückgang nutzbarer Flächen für Nahrungsmittelanbau durch starke Ausweitung der cash-crop- Produktion starker Preisanstieg für Boden Rechtsunsicherheit für Bauer, da in bestimmten Gebieten Land nur noch zur Pacht zugelassen war

26 Mis en valeur Bodenproblematik Boden als Handelsgut Zunehmende Rodungen schädigten ökologisches Gleichgewicht Monokulturen führten zu Auslaugen der Böden Fehlende Regenierungsmöglichkeiten führten zu Übernutzung und Ertragsverminderung

27 Auswirkungen von Übernutzung/ Auslaugung der Böden Beispiel Maniok 1953 wurden 8-10 t/ha geerntet 1961 wurden 4-5 t/ha geerntet Beispiel Mais wurden 15 t/ha geerntet 1961 wurden kg/ha geerntet

28 Cash crop vs. traditionelle Produkte Hektarerlös für Baumwolle = 30 Hektarerlös für Maniok = 937,50

29 Industrielle Entwicklung Auf der Conference économique 1934/35 lehnte die Privatwirtschaft eine die französische Industrie konkurrierende Produktion in den Kolonien ab

30 Reinvestition Eliten sahen durch fehlende Industrialisierung keine Möglichkeiten auf gewinnträchtige Investitionen im eigenen Land, schon früh floss Geld ins Ausland Eliten aus dem Norden verlegten ihre Einkommensbasis in den Süden, so dass der Norden nicht von den Tätigkeiten seiner Eliten profitieren konnte

31 Industrielle Entwicklung Durch die Konferenz in Brazzaville und deren Beschlüsse ändert sich die Wirtschaftspolitik industrielle Produktion (außer Schwerindustrie) wird möglich

32 Fazit Die Interessen Frankreichs am Mandatgebiet Togo wirtschaftlicher Bereich – Zulieferer von Rohstoffen für die französische Industrie kulturmissionarische Sendungsbewusst- sein der civilisation française Vor diesen Interessen sind die politischen und gesellschaftlichen Anpassungen zu werten


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