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Ressourcenproduktivität als Chance

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Präsentation zum Thema: "Ressourcenproduktivität als Chance"—  Präsentation transkript:

1 Ressourcenproduktivität als Chance
Eine Langfristperspektive, die Versorgungssicherheit liefert, Systeminnovationen braucht, Arbeitsplätze schafft, Natürliche Lebensgrundlagen schont Wettbewerbsvorteile sichert

2 Gliederung Ausgangssituation
Status Quo und Extrapolation bestehender Wachstumstrends Herausforderung 1: Massenströme Größenordnungen Zusammensetzung Herausforderung 2: Zielvorgaben Beispiele, Notwendigkeit der Verbesserung Herausforderung 3: Innovation für Dematerialisierung Lebenszyklus Produkt Beispiel Ansatzpunkte für Systemlösungen Beispiel Panasonic Benefits Volkswirtschaft („Aachener Szenario“) Meadows 5 Points Aufgabe: Ressourcenstrategie für Deutschland

3 Der C.I.A. zum Zustand der Welt
Status Quo „The rapid depletion of nonrenewable mineral resources, the depletion of forest areas and wetlands, the extinction of animal and plant species, and the deterioration in air and water quality (especially in Eastern Europe, the former USSR, and China) pose serious long-term problems that governments and peoples are only beginning to address.“ (Quelle: The World Factbook, Central Intelligence Agency, USA, 2006) Die rapide Erschöpfung nicht erneuerbarer mineralischer Ressourcen, die Zerstörung von Wäldern und Feuchtgebieten, das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten, die Verschlechterung der Luft- und Wasserqualität (besonders in Osteuropa, der früheren UDSSR und China) verursacht erhebliche langfristige Probleme, die Regierungen und Bevölkerung erst zu erkennen beginnen. Aufschlussreich ist die Weltzustandsbeschreibung des Factbook der CIA. Hier wird eingestanden, dass die Übernutzung der natürlichen Systeme des Planeten sowie der nicht erneuerbaren Ressourcen zu erheblichen langfristigen Problemen führt. Dies steht im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen der Regierung und regierungsnahen Organisationen in den USA, die – wie beispielsweise im Fall der Verfügbarkeit von Erdöl – sogar noch eine Steigerung der weltweiten Ölförderung bis zum Jahr 2025 vorhersagen.

4 Overshoot Die Tragfähigkeit des Systems Erde ist überschritten
Status Quo Die Tragfähigkeit des Systems Erde ist überschritten Erneuerbare Ressourcen werden derzeit über ihre Regenerationsrate hinaus genutzt (z.B. Fisch, Grundwasser, Wald in bestimmten Regionen), Stoffeinträge in die Umwelt erfolgen in einem höheren Maß, als es die Aufnahmekapazität der Umweltmedien zulässt. Es wird eine größere Menge in die Umweltmedien Boden, Wasser und Luft eingetragen, als durch natürliche Prozesse abgebaut werden kann. Dies ist an der Akkumulation von Stoffen in den Umweltmedien zu erkennen. Beispiele sind Treibhausgase, flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (FHKW), Pestizide. Die Tragfähigkeit der natürlichen Systeme der Erde (carrying capacity) ist heute deutlich überschritten. Als Indikator für die Tragfähigkeit wurde der „ökologische Fußabdruck“ von Mathis Wackernagel entwickelt. (Living Planet Report 2004, Quelle: Global Footprint Network, 2006 (http://www.footprintnetwork.org/gfn_sub.php?content=global_footprint) Die Gründe: Übernutzung der natürlichen Ressourcenquellen Zu hohe Inanspruchnahme der Senken (Boden, Wasser, Luft)

5 Übernutzung nicht nachwachsender Ressourcen
Status Quo Für die meisten mineralischen Rohstoffe besteht in der nächsten Zeit keine Knappheit. (Meadows 2006) Ausnahmen sind: Erdöl und –gas, natürliche Phosphate sowie einige wenige Metalle Problematisch ist generell die mit sinkendem Erz- oder Mineralgehalt sprunghaft steigenden Gewinnungskosten Die leicht gewinnbaren Ressourcen schwinden weltweit Darüber hinaus werden auch die nicht nachwachsenden Ressourcen zu stark genutzt. Sie sollten nur soweit verbraucht werden, wie gleichwertig Ersatz durch erneuerbare Ressourcen oder eine höhere Ressourcenproduktivität geschaffen werden kann. Absolute Knappheiten sind für Öl und Gas bereits in den nächsten ein bis zwei Dekaden zu erwarten, für die Landwirtschaft notwendige Phosphate sind ebenfalls in einigen Dekaden erschöpft, ebenso wie einige wenige Metalle. Für die meisten der mineralischen und metallischen Rohstoffe besteht in der nächsten Zukunft keine Knappheit, da diese Stoffe in großen Mengen in der Erdkruste vorhanden sind. Problematisch ist allerdings, dass die leicht gewinnbaren Rohstoffquellen mit vergleichsweise hohen Mineralkonzentrationen zunehmend ausgebeutet sind oder sich in der Hand einiger weniger Konzerne befinden. Diese Situation kann zu politischen Spannungen, Unruhen bis hin zu Kriegen führen. Sinken die Mineralkonzentrationen in den Lagerstätten, so steigt die Menge des für die Gewinnung des Minerals zu bewegenden Bodens zunächst langsam, später sprunghaft an. Mit der Menge des zu bewegenden Abraumes werden immer mehr und größere Bagger sowie leistungsfähigere Extraktionsanlagen erforderlich, außerdem steigt der Energieverbrauch. Das heißt, dass für die Gewinnung der Rohstoffe eine immer größere Menge Anlagenkapital (für Abbaumaschinen, Extraktionsanlagen, etc.) bereitgestellt werden muss.

6 Kostenstruktur produzierendes Gewerbe
Status Quo Ein typisches Beispiel: Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen Kostensteuern 0% Pacht, Miete 2% Sonstige 7% Lohnarbeit 1% Die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen ist hinsichtlich der Kostenstruktur typisch für das produzierende und verarbeitende Gewerbe. Den überwiegenden Teil der Kosten macht Material mit >50% aus, in anderen Bereichen des produzierenden Gewerbes auch durchaus noch mehr. Die Lohn- und Lohnnebenkosten betragen etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Gesamtkosten. Energiekosten fallen mit 1-3% der Gesamtkosten nicht besonders ins Gewicht. Wichtig ist festzustellen, dass Materialeffizienz immer auch zu Energieeffizienz führt, aber Energieeffizienz nicht zwangsläufig zu Materialeffizienz. Materialeffizienz ist immer mit Energiepreisen verknüpft. Während der ganzen Wertschöpfungskette sind die Materialpreise auch durch Energiekosten bei Abbau, Transport & Verarbeitung beeinflusst. In Zukunft werden steigende Energiepreise voll auf die gesamte Wertschöpfungskette durchschlagen und so die Materialkosten weiter erhöhen. Durch die Verbesserung der Materialeffizienz kann hier gegengesteuert werden. Handelsware 16% FK-Zinsen 1% Material 50% Abschreibung 4% Sozial 4% Lohn 14% Energie 1% Statistisches Bundesamt 2005

7 Entwicklung weltweiter Ressourcenverbrauch
Status Quo Falls in den nächsten 50 Jahren die Nicht-OECD Staaten ein Pro-Kopf-Wohlstandsniveau erreichen, wie Ungarn es hatte, als es der EU beigetreten ist, wird sich das Weltsozialprodukt verdreifachen. Die dazu nötigen Wachstumsraten liegen weit unter denen, die Länder wie China oder Indien derzeit aufweisen, daher ist die Abschätzung eher konservativ. Falls die OECD Staaten zusätzlich mit durchschnittlich 2 % pro Jahr wachsen, ergibt sich eine Steigerung des Weltsozialproduktes um einen Faktor 4. Wird nun noch die Bevölkerungsentwicklung ins Kalkül einbezogen, d.h. rund 9 Mrd. Menschen bis 2050, wird sich das Weltsozialprodukt versechsfachen. (rote Säule) Mit einer konstanten und vor allem weltweiten Verbesserung von rund 2%, wie beispielsweise Deutschland sie in den Jahren von 1991 bis etwa 2000 erreicht hat, würde sich noch immer mehr als eine Verdoppelung des Ressourcenverbrauchs ergeben (gelbe Säule). Erst eine Verbesserung von rund 4% pro Jahr kann das derzeitige Verbrauchsniveau dauerhaft wenigstens stabilisieren (grüne Säule)

8 China lebt den amerikanischen Traum
Status Quo Wird China in den nächsten 25 Jahren im gleichen Maß wachsen, wie in den letzten Jahren, wird es im Jahr 2031 im Durchschnitt den heutigen Lebensstandard in den USA erreicht haben. Dies würde dazu führen, dass China beinahe 2/3 der derzeitigen Welt-Fleischproduktion verbrauchte und 60% der Getreideproduktion. China würde 2031 mehr als die gesamte Welterdölförderung beanspruchen, und fast die gesamte Weltstahl- und Papierproduktion. Dieses Beispiel zeigt, dass eine Extrapolation bestehender Wachstumstrends in die Zukunft schlicht unmöglich ist. Die Herausforderung heißt also: Reduktion des Ressourcenverbrauchs und Steigerung der Ressourcenproduktivität. Wachstum muss vom Ressourcenverbrauch abgekoppelt werden.

9 Verknüpfung Peak Oil  Wachstum
Status Quo Nach Peak Oil werden immer größere Anteile der Industrieproduktion zu Lasten anderer Verwendungsbereiche in die Rohstoffgewinnung gehen (müssen). Im BIP erfasst Konsumgüterherstellung Peak Oil wird zu Konsequenzen in der Allokation von Kapital in der Volkswirtschaft führen und damit Auswirkungen auf alle Bereiche der Volkswirtschaft haben. Derzeit wird die Industrieproduktion, die vom bestehenden industriekapital (Maschinenfabriken, Stahlwerke, Industrieroboter, ...) erzeugt wird, grob vereinfacht fünf Bereichen zugeordnet. Zum einen wird die Industrieproduktion für die Konsumgüterherstellung verwendet, zum anderen werden Anlagen zur Gewinnung von Ressourcen (Minen, Ölförderanlagen, ...) erstellt. Weiter werden daraus Anlagen zur Herstellung von Agrar- und Lebensmittelprodukten hergestellt sowie Anlagen zur Bereitstellung von Dienstleistungen, wie Krankenhäuser, Schulen und Universitäten. Ein Teil schließlich wird in die Herstellung von Industriekapital reinvestiert. Diese Reinvestition in die Herstellung von Industriekapital generiert Wachstum auf lange Sicht. Peak Oil sorgt nun dafür, dass wegen der steigenden Preise und sinkenden Erträge aus den Lagerstätten immer größere Anteile des Industriekapitals in neue Anlagen zur Gewinnung von Rohstoffen investiert werden müssen – auf Kosten der anderen für die Gesellschaft notwendigen Verwendungszwecke. Verschärft wird diese Situation noch durch den voraussichtlichen Rückgang der Weltölproduktion in diesem Jahrzehnt. Dies führt zu immer höheren Kosten im Energiebereich. Derzeitige Kostenberechnungen der Rohstoffversorgung, der Materialkosten und der Verfügbarkeit von Substitutionen gehen jedoch von einer falschen Voraussetzung aus. Sie unterstellen, dass wir Material und Produkte in Zeiten hoher Energiepreise verkaufen können, die wir mit Produktionsmitteln aus der Ära der billigen Energie hergestellt haben. Wenn die hohen Energiepreise beginnen, sich auch auf die Preise der Anlagen zur Gewinnung der Ressourcen durchzuschlagen, werden die Energiepreise zusätzlich steigen. Industriekapital Anlagen zur Gewinnung Industrie- Ressourcengewinnung (Stahlwerke, Maschinen- von Ressourcen produktion fabriken, Industrieroboter...) (Minen, Ölförderanlagen,...) Anlagen zur Agrar- und Herstellung von Agrar- Nahrungsmittelproduktion produkten u. Lebensmitteln (Maschinen, Bewässerung..) Anlagen zur Bereitstellung Dienstleistungen von Dienstleistungen (Krankenhäuser, Schulen,...) Investition in Herstellung von Industriekapital

10 Herausforderung 1: Massenströme Deutschland
Aachener Stiftung nach Zahlen des World Ressource Institute, 2000 „The Weight Of Nations“ Material outflows from industrial economies, Germany 1996 Ressourcen Input 5.400 Mio. t/a Die Durchfall-wirtschaft Abfall, Emissionen ... 4.500 Mio. t/a Produkte, Infrastruktur, Mio. t/a Herausforderung 1: Massenströme In sehr stark vereinfachter Form werden nach Zahlen des World Resources Institute aus dem Jahr 2000 etwa Mio. Tonnen Material einschließlich der ökologischen Rucksäcke in die Deutsche Wirtschaft hineingegeben Mio. Tonnen werden in Form von Abfall und Emissionen wieder an die Natur abgegeben. Um etwa 900 Mio. Tonnen wächst der „Stock“, also die Menge an fest in Infrastruktur und langlebigen Produkten gebundenen Materials. Diese Art des Wirtschaftens ist ökonomisch und ökologisch ineffizient und verlangt nach Innovation: HIRNSTRÖME STATT MASSENSTRÖME.

11 Massenströme und Wohlstand
Herausforderung 1: Massenströme Die Größe der Massenströme hängt von der Entwicklung des Wohlstandes einer Nation ab: Je reicher die Nation wird, gemessen am Pro-Kopf-BIP, desto größer wird im allgemeinen der gesamte Ressourcenverbrauch. Extrem drastisch lässt sich das am Beispiel China belegen, dessen Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch sich beinahe verdoppelt hat und nun im Bereich Italiens liegt. Und das, obwohl Italien ein vielfach höheres pro Kopf BIP erwirtschaftet. Es gibt nur wenige Länder, in denen mit wachsendem Wohlstand der Ressourcenverbrauch zurück gegangen ist. Beispiele sind Tschechien, wo nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaft die ressourcenintensive auf Braunkohle basierende Energiewirtschaft deutlich zurückgegangen ist. Eine ähnliche Tendenz kann auch für Gesamtdeutschland abgelesen werden. Auffallend ist, dass das absolute Niveau des Ressourcenverbrauchs einer Nation offensichtlich wenig mit ihrem Wohlstand zu tun hat. Japan beispielsweise als extrem rohstoffarmes Land ist in der Lage seinen Wohlstand mit weit weniger als der Hälfte des Ressourcenverbrauchs von Finnland zu erwirtschaften (ca. 40t vs. 100t) . Auch Deutschland, dass pro Kopf nicht ganz den Wohlstand von Japan erreicht, benötigt pro Kopf rund die doppelte Menge an Ressourcen (rund 80 t/Kopf) Quelle: Stephan Bringezu, BMU Tagung, 2006

12 Herausforderung 2: Verbesserungsziele
Deutschland Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung: Verbesserung der Ressourcenproduktivität bezogen auf 1991 um den Faktor 2 bis 2020 Aber: TMC steigt seit 2000 wieder an (Export von Rucksäcken)! Japan 40% Reduktion bis 2010 Faktor 8, ein Komitee beim METI erarbeitet Strategie Österreich Kurzfristige Stabilisierung des Ressourcenverbrauchs Langfristige Steigerung der Ressourcenproduktivität um den Faktor 4 Ungarn (Entwurf) 30% absolute Reduktion bis 2020 trotz Wachstum Relative Entkoppelung von BIP und Ressourcenverbrauch nicht ausreichend Anforderung Weltweit: 4% jährliche (!) Verbesserung der Ressourcenproduktivität wäre notwendig, um trotz Wachstum Ressourcenverbrauch konstant zu halten. Herausforderung 2: Verbesserungsziele In vielen Ländern wurde erkannt, dass der Ressourcenverbrauch weltweit nicht in dem Maß aufrecht erhalten werden kann, wie er derzeit in den Industriestaaten festzustellen ist. Daher haben einige Länder Reduktionsziele beschlossen. Deutschland will, so die von der letzten Bundesregierung beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie, seine Ressourcenproduktivität gegenüber dem Jahr 1991 bis 2020 um den Faktor 2 steigern. Allerdings steigt der Ressourcenverbrauch seit 1997 wieder an, so dass dieses Ziel in weite Ferne rückt. Japan hat eine Reduktion des Ressourcenverbrauchs bis 2010 um 40% beschlossen. Im mächtigen Energie-, Handels- und Industrieministerium erarbeitet eine Kommission derzeit eine Faktor 8 Strategie, die Japans Volkswirtschaft langfristig um einen Faktor 8 ressourcenproduktiver machen soll. Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie Österreichs zielt auf eine kurzfristige Stabilisierung des Ressourcenverbrauchs, langfristig soll die Ressourcenproduktivität um den Faktor 4 steigen. In Ungarn liegt der Entwurf einer Strategie vor, die bis 2020 eine absolute Reduktion des Ressourcenverbrauchs um 30% zum Ziel hat. Dies folgt der Erkenntnis, dass die Tragfähigkeit des Planeten derzeit um etwa 30% überschritten ist, eine Reduktion um 30% daher die Sache wieder ins Lot bringt. Eine nur relative Entkoppelung von Wohlstandswachstum und Ressourcenverbrauch wird als nicht ausreichend angesehen. Weiterhin ist eine Ressourcensteuer vorgesehen, die die Besteuerung der Arbeit durch die Einkommensteuer vollständig ersetzen soll. Aus der einfachen Hochrechnung des weltweiten Ressourcenverbrauchs (Folie 7) geht hervor, dass mindestens eine jährliche Steigerung der Ressourcenproduktivität um 4% notwendig ist, um ein globales Wohlstandswachstum bis auf ein durchschnittliches Niveau von 50% des Durchschnitts der OECD Staaten mit konstantem Ressourcenverbrauch zu erreichen. Von diesem Niveau sind alle Staaten der Welt weit entfernt. Dieses Verbesserungsniveau zu erreichen, ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

13 Deutscher Ressourcenverbrauch steigt wieder an!
Herausforderung 2: Verbesserungsziele Ungeachtet der Nachhaltigkeitsstrategie steigt der Ressourcenverbrauch einschließlich der ökologischen Rucksäcke in Deutschland seit 1997 wieder kontinuierlich an. Der starke Abfall mit Beginn der 90er Jahre ist nicht auf eine generelle Steigerung der Ressourcenproduktivität der deutschen Volkswirtschaft zurückzuführen, sondern begründet sich im Zusammenbruch der wenig effektiven Energieerzeugung in der ehemaligen DDR: Die meisten Braunkohlegruben wurden geschlossen, auch andere rohstoffintensive Betriebe wurden „abgewickelt“. Dieser Prozess ist etwa 1996 zum Abschluss gekommen. Seit dieser Zeit gibt es keine Abkoppelung mehr zwischen dem Wachstum des BIP und der Zunahme des gesamten Ressourcenverbrauchs einschließlich der ökologischen Rucksäcke. Hier muss eine Ressourcenstrategie ansetzen.

14 Herausforderung 3: Innovation für Dematerialisierung
Innovationen in der Wirtschaft Produktion (CCC-NL, Efa NRW, DEMEA, PIUS) Produkte (z.B. Panasonic) Service (Nutzen statt Besitzen) Systemlösungen für Wertschöpfungskette Maßnahmen beim Staat Finanzen Gesetzgebung Bildung Investitionen Änderung Konsumverhalten Information (Bisher nur Energieeffizienzklassen) Suffizienz Herausforderung 3: Innovationen Einer der zentralen Punkte, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sind Innovationen. Sie sind auf allen Ebenen erforderlich. Im Bereich der Wirtschaft können zunächst bestehende Produktionen im Hinblick auf ihren Ressourcenverbrauch optimiert werden. Hier gibt es derzeit bereits eine Reihe von Ansatzpunkten. So zielt beispielsweise die Effizienzagentur NRW seit 1998 auf diesen Bereich, im Jahr 2005 wurde die DEMEA, die deutsche Materialeffizienzagentur gegründet. Auf EU-Ebene wurde im Jahr 2004 von der Niederländischen Ratspräsidentschaft die Initiative Clean, Clever, Competitive (CCC) ins Leben gerufen. Für dieses Niveau der Optimierung hat sich der Begriff PIUS, produktionsintegrierter Umweltschutz eingebürgert. Auf der Ebene der Produkte sind die Möglichkeiten der Effizienzverbesserung weit größer. Hier kann bereits beim Design und der Auswahl der Herstellungsmethoden ressourcenoptimiert vorgegangen werden. Es gibt bislang nur wenige publizierte Beispiele. So zielt zum Beispiel der japanische Konzern Panasonic (Matsushita) darauf, bis 2011 im Bereich der Haushaltsgeräte einen Faktor 4 zu erreichen. Noch einen Schritt weiter gehen Servicelösungen, die sich unter dem Stichwort „Nutzen statt Besitzen“ zusammenfassen lassen. Sie sind häufig besonders ressourceneffektiv, weil sie die Interessenlage von Unternehmen verändern: War es bislang für Unternehmen zielführend, möglichst den Absatz von Produkten zu steigern (und damit eine heikle Balance zwischen Langlebigkeit und eingebautem Verfallsdatum zu finden) verändert der Verkauf von Nutzen die Interessenlage fundamental. Nun ist das Unternehmen daran interessiert, dem Kunden möglichst lange Nutzen mit einem Produkt zur Verfügung zu stellen. Dies führt zu anderen Konstruktionen. Einfache Wartbarkeit, modulare Aufrüstbarkeit, einfache Zerlegbarkeit und Wiederverwertbarkeit stehen plötzlich im Fokus der Produktentwicklung. Ein Beispiel hierfür ist das Leasing (z.B. Rechenleistung, Kopien, Mobilität, chemische Dienstleistungen). Auch auf Seiten des Staates gibt es ein großes, warum auch immer bisher nicht genutztes Innovationspotenzial: Im Bereich der Finanzen (Steuern, Abgaben, Subventionen), der Gesetzgebung (Ge- und Verbote), der Bildung und der Investitionen (öffentliche Beschaffung) lassen sich hervorragende Möglichkeiten zur Verbesserung der Ressourcenproduktivität aufdecken. Auch der Konsumbereich muss einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Ressourcenproduktivität leisten. Der persönliche Lebensstil, die Auswahl von Produkten, all dies beeinflusst den Ressourcenverbrauch fundamental. Letztlich dient das Verhalten der Konsumenten der Wirtschaft als Begründung, warum ressourcenleichte Güter nicht angeboten werden.

15 Chancen zur Steigerung der Ressourceneffizienz
Herausforderung 3: Innovationen hoch Beim Abbau der Rohstoffe und beim Transport sowie am Ende der Produktkette bei Konsum und Recycling/Verwertung liegen die größten Möglichkeiten, den Ressourcenverbrauch zu senken. Im Bereich der Produktion ist die Einflussmöglichkeit vergleichsweise gering. Potentieller Beitrag zu mehr Ressourcen-Effizienz niedrig ‘End- of-life’ Konsum Distribution Produktion Transport Rohstoffe Produktkette Quelle: Vortrag M. Kuhndt; Unep Center for Sustainable Production and Consumption, Wuppertal; BMU Tagung; , Berlin

16 Aktuelle Fokussierung von Politik und Management
Herausforderung 3: Innovationen hoch Aktueller Politik- und Management Fokus Der aktuelle Management- und Politikfokus liegt im Bereich der Produktion. Hier setzen EFA NRW, DEMEA, CCC und andere Initiativen an. In den Bereichen der Wertschöpfungskette, wo wirklich große Reduktions- und Effizienzpotenziale liegen, gibt es nur sporadische Aktivitäten. Management-Fokus Nur sporadische Aktivitäten niedrig ‘End- of-life’ Konsum Distribution Produktion Transport Rohstoffe Produktkette Quelle: Vortrag M. Kuhndt; Unep Center for Sustainable Production and Consumption, Wuppertal; BMU Tagung; , Berlin

17 Einordnung des aktuellen Fokus
Die aktuelle Fokussierung passt nicht zu den Chancen Herausforderung 3: Innovationen Ressourceeffizienz in der Zulieferkette? Ressourceneffizienz im Konsum? hoch ?! ?! Die aktuelle Fokussierung ist notwendig und bringt – wie später gezeigt wird – volkswirtschaftlich Vorteile. Jedoch: Rund 80% der derzeitigen Aktivitäten zur Verbesserung der Ressourcenproduktivität zielen auf etwa 20% der Chancen. Der große Rest bleibt beinahe unbearbeitet. Hier liegen aber erst die wirklich großen Verbesserungspotenziale. Die Innovationsmöglichkeiten am Anfang und Ende der Produktkette sollten daher ausgeschöpft werden. Damit stellt sich die Frage, wie die Ressourceneffizienz in der Zulieferkette gesteigert werden kann und wie der Konsum zu einer steigenden Ressourceneffizienz beitragen kann. Politik- und Management-Chancen Potentieller Beitrag zu mehr Ressourcen-Effizienz 80% der Aktivitäten zielen auf 20% des Potentials niedrig ‘End- of-life’ Konsum Distribution Produktion Transport Rohstoffe Produktkette Quelle: Vortrag M. Kuhndt; Unep Center for Sustainable Production and Consumption, Wuppertal; BMU Tagung; , Berlin

18 Arbeitsfeld Systemlösungen am Beispiel Bau
Herausforderung 3: Innovationen Wird die deutsche Wirtschaft – wie es das Statistische Bundesamt vornimmt – in 59 Sektoren gegliedert, kann jeder der 59 Sektoren zumindest theoretisch an jeden Sektor Material liefern, auch Lieferungen innerhalb des Sektors werden erfasst. Theoretisch lassen sich daher 59² = 3481 mögliche Lieferbeziehungen beschreiben. Nur 40 dieser Beziehungen, also ein gutes Prozent sind für mehr als 2/3 aller Massenströme verantwortlich. Rein mengenmäßig sind die größten Materialströme mit der Energieerzeugung, der Bauwirtschaft sowie der Metallerzeugung und –Verarbeitung zuzuordnen. Der Baubereich zeigt beispielhaft, wo Innovationsfelder zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs bezogen auf die gesamte Produktkette liegen: Schon beim Abbau von Baustoffen kann der Abraum minimiert werden, wenn es möglich ist, primär nicht interessierendes Material als Kuppelprodukt zu verwenden. In der optimierten Verarbeitung der Baustoffe einerseits, aber auch in völlig neuen Baustoffen liegen weitere Optimierungspotenziale. Beispiele lassen sich in der Verwendung von nachwachsenden Baustoffen finden, die in neuer Art mit konventionellen Baustoffen kombiniert werden, z.B. in der Verwendung von zementgebundenen Holzschnitzeln als Ersatz für Ziegel oder Betonsteine. Durch funktionsintegrierende Gebäudehüllen lassen sich weitere Verbesserungen realisieren. Hier sei als Beispiel ein Dachziegel genannt, der gleichzeitig der photovoltaischen Stromerzeugung dient. Oder ein Solarwärmemodul, das direkt auf die Dachsparren montiert wird und so zusätzlich die Funktion der Dachhaut übernimmt. Auch die Bevorzugung der Altbausanierung gegenüber dem Neubau realisiert große Gewinne bei der Ressourcenproduktivität, ebenso wie ein langlebiges und flexibles Design, das sich Nutzenänderungen anpassen kann ohne einen Neu- oder aufwändigen Umbau erforderlich zu machen. In diesem Zusammenhang ist auch ein Recycling hochwertiger Baustoffe zu sehen. Es muss nicht immer ein „downcycling“sein, das Baustoffe zerkleinert und beispielsweise als Zuschlagstoff oder Straßenunterbau verwendet. Auch ein geordneter Ausbau, eine Reinigung und Wiederverwendung ist denkbar, wenngleich derzeit aufgrund vergleichsweise hoher Arbeitskosten noch nicht immer lohnend. Städte mit ihrer Infrastruktur können so als die Rohstoffminen der Zukunft betrachtet werden. Quelle: Vortrag Prof. Dr. R. Bleischwitz, BMU Tagung, , Berlin

19 Beispiel Panasonic Herausforderung 3: Innovationen
Auf der Unternehmensebene bietet Panasonic, eine Tochter des japanischen Matsushita-Konzerns ein Vorbild für die Umsetzung engagierter Ziele für die Steigerung der Ressourcenproduktivität. Panasonic hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2011 einen Faktor 4 bei der Verbesserung der Ressourcenproduktivität zu erreichen. Bezogen auf das Basisjahr 1991 soll der Ressourcenverbrauch um den Faktor 3, die Emissionen von Treibhausgasen um den Faktor 5 sinken (www.faktor-x.info/cms.php?id=789). Weitere Unternehmensbeispiele lassen sich auf der Internetseite betrachten. Auf dieser Seite sind darüber hinaus Hintergrundinformationen zum Thema Ressourcenproduktivität journalistisch aufbereitet und teilweise im Originalton abrufbar. Quelle: Vortrag Prof. Dr. R. Bleischwitz, BMU Tagung, , Berlin

20 Benefits für Deutschland: Ergebnisse der Studie
Zum Ende des Simulationszeitraums (2020): Beschäftigung: Personen Verbesserung des Finanzierungssaldo des Staates um 100 Mrd. Euro Ertrag Unternehmen: +120 Mrd. Euro/Jahr Steigerung BIP Wachstum um ca. 1 % pro Jahr Annäherung an das Effizienzziel Faktor 2 bis der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung Verringerung der Abhängigkeit von Importen strategischer Rohstoffe Relative Verringerung der Auswirkungen von Turbulenzen auf dem Weltmarkt Wettbewerbsvorteile gegenüber Unternehmen ohne Maßnahmen zur Steigerung der Ressourcenproduktivität Um die enormen volkswirtschaftlichen Vorteile zu belegen, die bereits eine vergleichsweise moderate Steigerung der Ressourcenproduktivität im Produktionsbereich der deutschen Wirtschaft sowie der öffentlichen Hand hervorruft, wurde von der Aachener Stiftung Kathy Beys im Jahr 2004 eine Studie konzipiert und beauftragt. Dabei wurde angenommen, dass es in einem Zeitraum von 15 Jahren gelingen sollte, die Material- und Energiekosten in der deutschen Wirtschaft um 20% zu senken. Die Machbarkeit dieser Größenordnung wurde von seriösen Projektpartnern wie der Unternehmensberatung A. D. Little und der Prognos AG bestätigt. Im so genannten „Aachener Szenario“ wurden einige Annahmen zusammengefasst: Investitionskosten im Bereich Energie: 6-faches der jährlichen Einsparung, 1/3 Unternehmensnahe Dienstleistungen, 2/3 Maschinen und Anlagen Investitionskosten im Bereich Material: 1-faches der jährlichen Einsparung, 1/3 Unternehmensnahe Dienstleistungen, 2/3 Maschinen und Anlagen Lohn wie im Basisszenario, keine zusätzlichen Lohnsteigerungen durch den Produktivitätsfortschritt Modelliert wurde das „Aachener Szenario“ von einem der leistungsfähigsten volkswirtschaftlichen Prognosemodelle, das derzeit von der Universität Osnabrück sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung von Prof. Dr. Bernd Meyer betrieben wird. Die Studien sind bei der Stiftung unter dem Titel „Ressourcenproduktivität – Ein langfristiges Konjunkturprogramm für Deutschland“ erhältlich. Die Studie kam zum Ergebnis, dass die Volkswirtschaft Deutschlands von den Maßnahmen zur Steigerung der Ressourcenproduktivität enorm profitieren würde. So konnten zum Ende des Betrachtungszeitraumes folgende Unterschiede zum Basisszenario festgestellt werden. Dieses Basisszenario ist ein Modelllauf, der die bis zum Zeitpunkt Anfang 2004 vorhersehbare Politik in die Zukunft extrapoliert. Die Entscheidungen der neuen Bundesregierung finden in dieser Studie noch keine Berücksichtigung. Zum Ende des Untersuchungszeitraumes wuchs die Beschäftigung in Deutschland um knapp eine Million. Der Finanzierungssaldo verbessert sich kontinuierlich, bis er im Jahr 2020 um 100 Mrd. Euro über dem im Basislauf erreichten Niveau liegt. Ähnliches lässt sich für die Ertragssituation deutscher Unternehmen feststellen. Im letzten Jahr des Betrachtungszeitraumes liegt der Ertrag um 120 Mrd. Euro über dem des Basisszenarios. Das Wachstum des BIP liegt kontinuierlich um etwa 1% über dem des Basisszenarios. Damit verlässt Deutschland die hinteren Plätze der Wachstumstabelle in Europa und rangiert im vorderen Drittel. Gleichzeitig nähert sich der Ressourcenverbrauch einschließlich der ökologischen Rucksäcke dem in der Nachhaltigkeitsstrategie festgelegten Faktor 2 an. Erreicht wird er jedoch auch mit dieser Politik nicht nicht. Hier sind noch weitergehende Maßnahmen notwendig. Darüber hinaus verringert sich der Import. Trotz verbessertem Wachstum gehen die Importe um etwa 4% gegenüber der Basisprognose zurück. Mit diesem Rückgang verringert sich die Abhängigkeit von Rohstoffen und deren Preisturbulenzen auf den stark volatilen Rohstoffmärkten leicht. Diese positiven Ergebnisse wurden nur mit einer moderaten Verbesserung der Ressourcenproduktivität im Bereich bestehender Produktionen erreicht. Die weitaus mehr versprechenden Bereiche am Anfang und am Ende der Produktkette sind in dieser Betrachtung nicht enthalten. Diese würden die Ergebnisse jedoch drastisch verbessern. Hier besteht Handlungsbedarf.

21 Benefit: Finanzieller Spielraum für Politik
Benefits Im Detail entwickelt sich der Finanzierungssaldo des Staates wir hier dargestellt: Hellblau markiert ist das 3% Defizitkriterium des Maastricht-Vertrages. Es besagt, dass das gesamtstaatliche Defizit 3% des BIP nicht überschreiten darf. Da das BIP im Prognosezeitraum moderat wächst, sinkt die Referenzlinie des Maastricht-Kriteriums leicht ab, d.h. das tolerierte Defizit darf leicht ansteigen. Im Basisszenario wird davon ausgegangen, dass das 3%-Kriterium nicht vor 2012 einzuhalten ist. Dabei muss nochmals betont werden, dass die Simulation auf dem Politikstand von Anfang 2004 beruht. Wird die Ressourcenproduktivität gemäß dem sogenannten „Aachener Szenario“ gesteigert, verbessert sich die Finanzlage Deutschlands schlagartig: Bereits nach 3 Jahren wird das 3%-Kriterium eingehalten, nach 10 Jahren kann ein ausgeglichener Staatshaushalt erreicht werden. Am Ende kann ein positiver Saldo von 60 Mrd. Euro verbucht werden. Damit wäre die Politik seit langer Zeit wieder in der Lage, Haushaltsmittel zur Verteilung zur Verfügung zu haben oder die Staatsverschuldung zügig zurückzuführen. Und das schon ohne die wirklich großen Effizienzpotenziale beim Abbau, Transport und Konsum am Anfang und Ende der Produktkette anzugehen. Im Vergleich zur Basisprognose (ohne Steigerung der Ressourcenproduktivität) starke Beschleunigung der Gesundung der Staatsfinanzen

22 Dematerialisierung im Interesse Deutschlands
Benefits Nutzungseffizienz und Reduzierung des Ressourcenverbrauchs sind zwingend zur Vermeidung von internationalen Konflikten und zur Verringerung der Umweltbelastung Eine deutliche Reduzierung des Ressourcenverbrauchs verlangt neue innovative Technologien. Weiterhin sind Veränderungen auf der Ebene der Gesetzgebung, der Investitionspolitik, des Finanz- und Bildungswesens unumgänglich. Das Land, das drastisch verbesserte Technologien und innovative Anreize zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs zuerst entwickelt und einsetzt, wird enorme Wettbewerbsvorteile haben: Reduzierung der Importausgaben Erschließung neuer Exportmärkte (für Produkte, Maschinen und intelligente Innovationen) Arbeitsplätze im eigenen Land Alle genannten Punkte gewinnen jedoch durch den Rückgang der Welterdölproduktion in diesem Jahrzehnt noch erheblich an Bedeutung. Da die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen mit erheblichen Zeitverzögerungen verbunden ist, wird das Land, das mit der Umsetzung der Dematerialisierung wartet, bis die Probleme offensichtlich werden, die meisten Vorteile verlieren. Und andere Länder werden die Gewinner sein. Quelle: Dennis Meadows, BMU Tagung, , Berlin (1) Nicht Ressourcenknappheit in erster Linie (abgesehen vom Erdöl) zwingt Deutschland zur Auseinandersetzung mit der Art des Ressourcenumgangs. Die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und die Nutzungseffizienz sind zwingend zur Verringerung der Umweltbelastung und Vermeidung von internationalen Konflikten, verursacht durch wenige Länder, die einen monopolartigen Zugang zu einfach gewinnbaren und somit billigen Rohstoffen haben. (2) Eine deutliche Reduzierung des Ressourcenverbrauchs verlangt neue innovative Technologien (auch wenn die breite Verwendung von best available practise sich bereits positiv auswirkte). Das Wichtigste sind jedoch entsprechende Veränderungen auf der Ebene der Gesetzgebung, der Investitionspolitik, des Finanz- und Bildungswesens. Das sind die wichtigsten Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Dematerialisierung. (3) Das Land, das drastisch verbesserte Technologien und innovative Anreize zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs zuerst entwickelt und einsetzt, wird enorme Wettbewerbsvorteile haben: Reduzierung der Importausgaben Erschließung neuer Exportmärkte (für Produkte, Maschinen und intelligente Innovationen) Arbeitsplätze im eigenen Land (4) Alle genannten Punkte sind wichtig. Sie gewinnen jedoch durch den Rückgang der Welterdölproduktion in diesem Jahrzehnt noch größere Bedeutung. Dies führt zu immer höheren Kosten im Energiebereich. Derzeitige Kostenberechnungen der Rohstoffversorgung, der Materialkosten und der Verfügbarkeit von Substitutionen gehen jedoch von einer falschen Voraussetzung aus. Sie unterstellen, dass wir Material und Produkte in Zeiten hoher Energiepreise verkaufen können, die wir mit Produktionsmitteln aus der Ära der billigen Energie hergestellt haben. Wenn dann die hohen Energiepreise in den nächsten zwei Jahrzehnten in der wirtschaftlichen Kette durchgeschlagen sein werden, werden die unter Punkt 3) genannten Vorteile noch wesentlich größer. (5) Da die Umsetzung der unter 2 genannten Maßnahmen mit erheblichen Zeitverzögerungen verbunden ist, wird das Land, das mit der Umsetzung der Dematerialisierung wartet, bis die Probleme offensichtlich werden, die meisten der unter Punkt 3 genannten Vorteile verlieren. Und andere Länder werden die Gewinner sein.

23 Aufgabe: Ressourcenstrategie
Erarbeitung von Systemlösungen für die Deutsche Wirtschaft Verknüpfung von Innovationslinien für die Deutsche Wirtschaft Aufgabe: Ressourcenstrategie Quantitative Ziele zur absoluten Reduktion von Stoff- und Materialströmen Mindestens Faktor 4 als Grundlage für strategische roadmaps auf dem Weg Um den bestehenden Herausforderungen gerecht zu werden, muss in Deutschland eine Ressourcenstrategie erarbeitet werden. Generell sollte sie die folgenden Felder umfassen, die gleichzeitig ausgearbeitet werden müssen, damit das bisherige lineare, sektorale Denken und Handeln durch systemisches ersetzt wird. Quantitative Ziele für eine absolute Reduktion des Ressourcenverbauchs müssen gesetzt werden. Diese müssen sich an der Tragfähigkeit der natürlichen Systeme des Planeten sowie am Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer orientieren. Wirksame Maßnahmen müssen getroffen werden, um eine absolute Reduktion der Ressourcen-Inanspruchnahme sicherzustellen. Dabei sollte mindestens ein Faktor 4 als Grundlage für eine strategische Roadmap für den Weg von 2010 bis 2030 beschlossen werden. Dabei ist besonders auf eine langfristige Orientierung zu achten, die Legislaturperioden überdauert. Eine Ressourcenstrategie ist Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie. Als besonders wirksam im Sinne der Verbesserung der Ressourcenproduktivität haben sich Systemlösungen für ganze Wertschöpfungsketten herausgestellt. Es gilt, die Erarbeitung solcher an Wertschöpfungsketten orientierten Systemlösungen zu befördern und deren Umsetzung sicherzustellen. Auch völlig neue und innovative Systemlösungen sollten erarbeitet, umgesetzt und in den Markt gebracht werden. Sie bedeuten nicht nur einen großen Sprung bei der Verbesserung der Ressourcenproduktivität, sie stellen auch eine Möglichkeit für die Deutsche Wirtschaft dar, Wettbewerbsvorteile zu erringen, zum Beispiel Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze. Weiter ist eine schonungslose Analyse der Hemmnisse für die Steigerung der Ressourcenproduktivität nötig. Ist eine „Landkarte der Hemmnisse“ erstellt, so müssen die identifizierten Hemmnisse Schritt für Schritt beseitigt werden. Dazu ist ein Mix von innovativen Politikinstrumenten erforderlich, der die Bereiche Finanzen (Steuern, Abgaben, Subventionen), Bildung (Schulen, Universitäten, Berufsbildung), Gesetzgebung (Normen, Ressourcenrelevanz aller Gesetzgebungsvorhaben) sowie Investitionen (öffentliche Beschaffung) umfasst. Ein intensiver Dialog mit allen Stakeholdern ist erforderlich, um die Akzeptanz des Maßnahmenkataloges sicherzustellen. Der gesamte Prozess muss durch ein intensives und offensives Marketing begleitet werden. Dazu ist die Ausarbeitung einer Marketingstrategie und von Diffusionsplänen für alle Ebenen der Gesellschaft erforderlich. Das Wissen zur Erarbeitung um Umsetzung einer Ressourcenstrategie ist weitgehend vorhanden. Die Benefits für Deutschland liegen auf der Hand. Allein der Wille oder der Mut konsequent Innovationen umzusetzen fehlt. Systemische Analyse der bestehenden Hemmnisse für die Steigerung der Ressourcenproduktivität Maßnahmen für eine absolute Reduktion der Ressourcen- inanspruchnahme Mix von innovativen Politikinstrumenten Finanzen, Bildung, Gesetzgebung, Investitionen Ausarbeiten von Marketingstrategien und Diffusionsplänen Stakeholder Konsultationen und Dialoge von allen Akteuren


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