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SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz27.12.2007 SOP Erweiterte Maßnamen für Rettungsfachpersonal.

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1 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz SOP Erweiterte Maßnamen für Rettungsfachpersonal

2 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Versorgungsalgorithmen Rettungsdienst - Allgemeine Erläuterungen - Die nachfolgenden Algorithmen wurden vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst und Vertretern der örtlichen Hilfsorganisationen als Handlungsanleitung für den Rettungs- dienstbereich Kaiserslautern erarbeitet. Die darin aufgeführten Maßnahmen orientieren sich am Stand des medizinischen Wissens, u.a. den Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften. Diese Algorithmen, auch SOP (Standing operation procedures) genannt, bieten dem Rettungsfachpersonal in vielen Situationen eine sichere Handlungsgrundlage. Sie beinhalten sowohl diagnostische als auch therapeutische Schritte, Basis- maßnahmen wie invasive Maßnahmen. Die Maßnahmen sind in Form eines Flussdiagramms zusammengefasst. Sie werden durch Erläuterungen im Klartext erläutert bzw. ergänzt. Da sich der Stand des Wissens in der Medizin stetig weiterentwickelt, sind immer wieder Anpassungen der Versorgungsalgorithmen notwendig. Algorithmen können nicht jede erdenkbare Lage abdecken. Strukturiertes Arbeiten ermöglicht aber auch in komplexen Situationen eine raschere Problemlösung.

3 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Versorgungsalgorithmen Rettungsdienst - Glasgow Coma Scale - Glasgow-Coma-Scale:Augen öffnen: spontan4 auf Aufforderung3 auf Schmerz2 nein1 Beste verbale Reaktion: orientiert5 desorientiert4 inadäquat (Wortsalat)3 unverständliche Laute2 keine 1 Beste motorische Reaktion: auf Aufforderung6 auf Schmerz gezielt5 normale Beugeabwehr4 Beugesynergismen3 Strecksynergismen2 keine1 Die in den 3 Untergruppen Augen öffnen, verbale Reaktion und motorische Reaktion erzielten Punkte werden addiert. Bei unterschiedlicher motorischer Reaktion im Seitenvergleich wird die höhere Punktezahl gezählt Punkte : Nicht bzw. leicht bewusstseinsgetrübt: Keine akute Vitalgefährdung; 9-12 Punkte: Mässig bewusstseinsgetrübt Vitalgefährdung möglich, z. B. Aspiration 3-8 Punkte: Stark bewusstseinsgetrübt bzw. bewusstlos: Akute Vitalgefährdung (Aspiration, Atemdepression)

4 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Seiten- Lage, O2-gabe BZ-Wert im Toleranzbereich i.v. Zugang Lagekontrolle 8 g Glucose iv unter laufender VEL Nein Ja Basismaßnahmen Vigilanz verbessert ? Ja BZ-Kontrolle: Wenn < 70 mg %: erneut 8 g Glucose Algorithmus Hypoglykämie 8 g Glucose in die VEL Nein Bewusstsein vorhanden ? Ja Check: Notarzt alarmiert ? Ja Verdacht Hypoglykämie Übergabe an Arzt mögl. Symptome: - Schwitzen - Unruhe - Verwirrtheit, Aggressivität - Bewusstlosigkeit - Krampfanfall Ja Nein Atmung vorhanden ? Nein Puls vorhanden ? Beatmung Atemwege freimachen Atmung vorhanden ? CPR nach ERC-Algorithmus Nein Nach 10 min.

5 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus Hypoglykämie - Erläuterungen - Die Hypoglykämie ist eine der häufigsten und gleichzeitig am einfachsten kausal angehbare Notfallsituation. Anamnestische Hinweise (oftmals nur Fremdanamnese erhebbar): - Diabetes mellitus - Weitere Erkrankungen (z. B. Gastroenteritis, fieberhafter Infekt, Herzinsuffiz.) - Medikamente (orale Antidiabetika, Insulin: Art, Dosis, Einnahmezeitpunkt, andere Medikamente wie Kortikoide oder Betablocker) - Sturz ? Verletzungen ? Grundsätzlich ist bei jeder Bewusstseinsstörung sowie neurolog. Ausfällen eine mögliche Hypoglykämie durch BZ-Check zu verifizieren. Die intravenöse Glucosegabe ist in der Mehrzahl der Fälle sofort wirksam. Bewusstseinsklare Patienten: orale Gabe von Glucose oder Cola möglich, dabei klinisch überwachen, BZ-Spiegel kontrollieren. Starkes Schwitzen kann zum Volumenmangel führen ( zus. Vollelektrolytlösung) Die Entscheidung über das weitere Vorgehen nach Glucosegabe kann in der Regel nur der Arzt treffen (Notarzt,ggf. niedergel. Arzt).

6 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Berodual 1 Hub Basismaßnahmen Algorithmus Asthma / COPD Nach Situation*: Verneblung: 2,5 mg Sultanol forte + 0,5 mg Atrovent Fertiginhalat Vorbereiten 250 mg Urbason, ggf. Vorbereiten Intubation Ja Check: Notarzt alarmiert ? Übergabe an Arzt V. a. Asthma / COPD Seiten- Lage, O2- gabe Sitzend / aufrecht lagern Pulsoxymeter EKG O2 inhal: SaO2 < 95% 2- 4 l/min SaO2 < 90% 6 l/min. Unzureich. Ansprechen Berodual 1 Hub Deutliche Besserung * mögl. Symptome: Luftnot Verlängertes Exspirium Exspirator. Giemen Oftmals Zyanose evtl. zusätzl. Angina pectoris evtl. zusätzl. Fieber i.v. Zugang, VEL langsam Bewusstsein vorhanden ? Unzureich. Ansprechen Ja Nein Atmung vorhanden ? Nein Puls vorhanden ? Beatmung Atemwege freimachen Atmung vorhanden ? CPR nach ERC-Algorithmus Nein Ja

7 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus Asthma / COPD - Erläuterungen- Keine Angst vor sauerstoffbedingter Atemdepression: Bei schwerer Hypoxie bzw. Zyanose anfänglich hochdosiert Sauerstoff verabreichen, Patient sorgfältig beobachten, bei Besserung schrittweise Reduzierung der Sauerstoffzufuhr. Die Lagerung entscheidet maßgeblich über eine schnelle Rekompensation, Flachlagerung bei Verbringung in den RTW kann sofortige erneute Dekompensation hervorrufen ( > besonderer Wert des Tragestuhls, bei bewusstseinsklaren Patienten !). Die Medikamentenanamnese ist von besonderer Bedeutung: Dauer- und Bedarfsmedikation: Art, Dosis, Zeitpunkt der letzten Einnahme (z. B. Asthma-Sprays). Achtung : Medikamente werden oft nicht korrekt eingenommen * Anstelle Beroduals kann alternativ auch sofort mit Verneblung von Sultanol forte und Atrovent Fertiginhalat begonnen werden (evtl. bessere Effizienz bei sehr schwerer Atemnot). Über typische Nebenwirkungen aufklären: Tachykardie, Tremor, Übelkeit Die Patienten leiden oftmals zusätzlich unter Herzinsuffizienz, Arrhythmien bzw. Koronarer Herzerkrankung. Infekte sind häufige Auslöser (Temperaturmessung !). Überwachung: EKG, Blutdruck, O2-Sättigung, Bewusstsein Temperatur (Infektion?) Eintrübung und Erschöpfung sind absolute Alarmzeichen, unabhängig von O 2 Sättigung! Urbason aufziehen; als ultima ratio ggf. noch vor Eintreffen des Notarztes verabreichen

8 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz i.v. Zugang, VEL langsam Wenn keine Kontraindikat. * Nitrolingual 1 Hub Basismaßnahmen Algorithmus ACS Bewusstsein vorhanden ? Check: Notarzt alarmiert ? Übergabe an Arzt V. a. ACS Seiten- Lage, O2-gabe Halbsitzend lagern O2-gabe 4- 8 l/min. RR-messung, EKG Deutliche Besserung RR 110 mm systol.: Nitrolingual 1 Hub Unzureich. Ansprechen Unzureich. Ansprechen RR 110 mm systol.: Nitrolingual 1 Hub Deutliche Besserung Deutliche Besserung Deutliche Besserung * mögl. Symptome: Angina pectoris evtl. zusätzl. Luftnot evtl. zusätzl. Schweiß- ausbruch evtl. zusätzl. Arrhythmie oder Schock Ja Nein Atmung vorhanden ? Nein Puls vorhanden ? Beatmung Atemwege freimachen Atmung vorhanden ? CPR-Algorithmus Nein Ja Nach 5 min. Nach 3-5 min.

9 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus ACS - Erläuterungen- Das akute Coronarsyndrom ACS ist mit der häufigste Einsatzanlass in der Notfallrettung. Die klassische Symptomatik (retrosternaler Druck /Schmerz, evtl. Todesangst) ist bei Diabetikern, Frauen und vorbehandelten Patienten abgeschwächt oder fehlt ! Engmaschige Überwachung: EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Bewusstseinslage. Nitrate lindern häufig den thorakalen Druck und mindern eine begleitende Luftnot. Die wichtigste Nebenwirkung von Nitraten ist der z. T. drastische Blutdruckabfall. Daher zuvor immer venösen Zugang legen ! Immer individuellen Normalwert erfragen ! Oftmals haben die Patienten bereits Nitro Spray verwendet. Wenn > Min. verstrichen sind, kann bei ausreichendem Blutdruck erneut Nitro gegeben werden. Kontraindikationen der Nitro-Gabe: 1. Hypotonie (< 100 mm Hg systol., bereits Vorsicht bei Werten < 110 mm Hg bzw. Werten, die deutlich unter dem Normalwert des Patienten liegen! ) 2. Einnahme von Sildenafil (Handelsname: Viagra, bei Potenzstörungen, sowie Revatio, bei pulmon. Hochdruck). Andere gleichwirkende Potenzmittel: Tadalafil (Handelsname Cialys, sowie Vardenafil (Handelsname Levitra). 3. AV-Block, Bradykardie, Rechtsherzinfarkt Differentialdiagnose Thoraxschmerz: Lungenembolie (oftmals auch Hypoxie), sowie thorakales Aortenaneurysma ( Schmerz + Schock + Pulsdefizit linke A. radialis bzw. Leiste ). In diesen Fällen ist Nitro strikt kontraindiziert !

10 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Zielkliniken bei Akutem Koronarsyndrom

11 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz i.v. Zugang Basismaßnahmen Algorithmus Anaphylaxie Bewusstsein vorhanden ?Ja Check: Notarzt alarmiert ? Übergabe an Arzt V. a. Anaphylaxie * Seiten- Lage RR-kontrolle, Pulsoxymetrie, EKG Deutliche Besserung Unzureich. Ansprechen Unzureich. Ansprechen Deutliche Besserung Deutliche Besserung * mögl. Symptome: Exanthem Quaddelbildung Juckreiz Bronchospasmus evtl. Larynxödem Hypotonie Abdom. Krämpfe Bewusstlosigkeit O2-gabe l/min. VEL 1000 ml forciert Bei Schock Suprarenin 0,1 mg 1:10 verdünnt iv Unzureich. Ansprechen Suprarenin 0,1 mg 1:10 verdünnt iv* VEL 1000 ml forciert Bei Larynxödem Bei Bronchospasmus Ja Nein Atmung vorhanden ? Nein Puls vorhanden ? Beatmung Atemwege freimachen Atmung vorhanden ? CPR-Algorithmus Nein Ja Suprarenin verdünnt 0,5 -1 mg vernebeln Sultanol forte 2,5 mg ggf. Suprarenin 0,5 – 1 mg vernebeln Deutliche Besserung

12 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus Anaphylaxie - Erläuterungen (1)- Die schwere Anaphylaxie stellt eine seltene Notfallsituation dar. Auslöser sind in erster Linie Medikamente, Insektengifte, Nahrungsmittel (Anamnese !) Eine Verschlechterung kann jederzeit, auch nach vorübergehender Besserung durch Medikamentengabe, eintreten, daher: - Engmaschige Überwachung: EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Bewusstseinslage. - Die Entscheidung über die Weiterbehandlung / Überwachung muss der Arzt treffen. Stadienenteilung: I: Großflächige Hautreaktion, Schleimhautschwellung II: Beginnende Beeinträchtigung von Atmung und Kreislauf III: Schock bzw. massiver Bronchospasmus, ggf. Bewusstseinstrübung IV: Kreislaufstillstand Die Beendigung der Allergenzufuhr bzw. die Entfernung des Allergens ist nur selten möglich. Achtung: Insektenstachel sollen nicht herausgezogen, sondern besser seitlich weggekratzt oder -geschnippt. Die Lagerung orientiert sich am Leitsymptom (Luftnot oder Schock). Evtl. Selbst/behandlung erfragen (z. B. Adrenalinautoinjektor, enthält 0,3-0,5 mg)!

13 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus Anaphylaxie - Erläuterungen (2)- Ein venöser Zugang ist ab Stadium I indiziert, Volumen- bzw. Medikamentengabe im Rahmen der Notkompetenz in der Regel ab Stadium II. Bei Bronchospastik ist Sultanol besonders geeignet geeignet. Auch Suprarenin (0,5 – 1 mg, 1: 10 verdünnt) wirkt inhalativ sehr gut broncholytisch. Zur Abwägung Volumengabe vs. Suprarenin: Über eine kleine Kanüle ist eine wirksame Volumensubstitution nur schwer möglich. Falls kein großlumiger Zugang gelegt werden konnte, ist bei vitaler Bedrohung die fraktionierte Suprareningabe möglich, bevor die ml Vollelektrolytlösung in Gänze verabreicht werden konnten. * Falls kein venöser Zugang gelingt, kann bei vitaler Bedrohung Suprarenin 0,3-0,5 mg s.c. verabreicht werden. Zusätzlich kann Suprarenin inhalativ gegeben werden. Bei vitaler Bedrohung und unzureichendem Ansprechen auf die bisherige Therapie ist auch vor Eintreffen des Notarztes eine Kortikoidgabe möglich (Urbason 250 mg). Im Stadium IV ist neben den üblichen mechanischen und ggf. elektrischen Maßnahmen die Kombination von Suprarenin und Volumengabe notwendig.

14 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz i.v. Zugang; bei BZ < 70 mg %: 4-8 g Glucose iv, ggf. nach Kontrolle wiederholen Basismaßnahmen Algorithmus Apoplex Vorbereiten Intubation Bewusstsein vorhanden ? Ja Check: Notarzt alarmiert ? Übergabe an Arzt V. a. Apoplex * Seiten- Lage, O2-gabe RR-messung, Pulsoxymetrie, BZ-Kontrolle Lagerung O2 inhal: SaO2 < 95% 4 l/min SaO2 < 90% 8-12 l/min. Bei Bewusstlosigkeit * mögl. Symptome: Halbseitenschwäche / - lähmung Facialisparese Sprach / Sprechstörung evl. Bewusstseinstrübung evtl. stärkste Kopfschmerzen evtl. Meningismus evtl. Pupillendifferenz evtl. Erbrechen, Schwindel RR-messung alle 3-5 min. Voranmeldung, Transport ohne NA in stroke center** potent. Lysekandidat + Zeitvorteil RR < mm Hg: zügig 500 ml VEL Übergabe an Klinik Ja Nein Atmung vorhanden ? Nein Puls vorhanden ? Beatmung Atemwege freimachen Atmung vorhanden ? CPR-Algorithmus Nein Ja

15 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus Apoplex - Erläuterungen (1) - Der Apoplex stellt den wichtigsten zerebralen Notfall dar. Die Symptomatik erlaubt keine sichere Differenzierung zwischen Ischämie und Blutung. Lähmungen kommen bei beiden Krankheitsbildern vor. Bei Patienten mit sehr starken Kopfschmerzen sollte stets an eine intrakranielle Blutung gedacht werden. Bei Bewusst- losigkeit kann neben einer Blutung auch eine fortgeschrittene Ischämie vorliegen. Differentialdiagnosen sind Hypoglykämie, Trauma, Intoxikation, Tumor und Meningitis. Weitere Hinweise liefern Vorerkrankungen und Dauermedikation: Arrhythmie, Herz- insuffizienz, Hypertonie, Exsiccose, Einnahme von Gerinnungshemmern, Diuretika. Überwachung: EKG, BZ, Blutdruck, O 2 sättigung, Bewusstsein, Temperatur Glucosegabe: bei leichter Hypoglykämie (z. B. 60 mg%) zunächst nur 4 g Glucose iv, da ein überschießender BZ-Anstieg das Gehirn zusätzlich schädigt Lagerung: Oberkörperhochlagerung um ° ist nur sinnvoll bei normalem oder erhöhtem Blutdruck. Bei Hypotonie ist Flachlagerung, mit erhöhten Beinen angezeigt. Bei Zeichen einer Exsiccose führen Lagerung, Sauerstoff und Flüssigkeitssubstitution oftmals zu einer raschen Besserung. Zusätzliche Maßnahmen: Bei Temperaturen > 37,5 °C: physikal. Kühlung

16 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus Apoplex - Erläuterungen (2) - Eine – schonende - Blutdrucksenkung ist in der Regel nur bei Werten > 220 mm Hg systolisch indiziert. Notärztliche Maßnahme ! Mittel der Wahl: Urapidil (ggf. vorbereiten) Wichtige Kriterien zur Nachforderung des Notarztes: Bewusstseinstrübung (GCS<11), Hypo- bzw. schwere Hypertonie (syst. 220 mm Hg), kreislaufwirksame Arrhythmie, respirat. Insuffizienz. Die präklinische Versorgung soll kurz (Ziel: vor Ort < 20 Minuten) gehalten werden. Patienten mit Apoplex müssen in einer Klinik mit 24 Std. CT aufgenommen werden. (Ziel: Differenzierung Blutung – Ischämie) Patienten mit < 3 Std. altem Apoplex (Zeit = incl. Transport !) müssen in ein Zentrum mit der Option der Lyse transportiert werden: Zielkliniken siehe nächste Seite Bewusstlose Patienten oder Patienten mit sehr schweren Vorerkrankungen oder unklarer Anamnese werden in der Regel nicht lysiert. Eine präklinische Lyse ist immer kontraindiziert. Bei stabilen Patienten im Lysefenster ist ein Transport auch ohne Notarzt indiziert, wenn dadurch ein relevanter Zeitvorteil erzielt werden kann (voranmelden !)

17 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Zielkliniken bei Apoplex

18 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz i.v. Zugang, langsam VEL Basismaßnahmen Algorithmus grand-mal-Anfall - Erwachsener - Check: Notarzt alarmiert ? Übergabe an Arzt Krampfanfall * RR-messung, Pulsoxymetrie, BZ-Kontrolle Seitenlage, vor Verletzungen schützen * Symptome: generalis. ton.-klon. Anfall Bewusstlosigkeit Oftmals Apnoe Oftmals Zyanose Evtl. Verletzungszeichen 8 g Glucose iv O2-gabe 4- 8 Liter / min. Anfall beendet BZ < 70 mg % Anfall dauert an g Glucose iv BZ > 70 mg % Tavor Expidet 2 mg buccal Anfall dauert an Nach 3-5 min. Anfall hält an Anfall beendet Tavor Expidet 2 mg buccal Tavor Expidet 1 mg buccal Anfall beendet

19 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus grand-mal-Anfall Erwachsener - Erläuterungen (1) - Der grand-mal-Anfall ist der häufigste neurologische Notfall bei Erwachsenen. Häufigste Ursache ist eine vorbestehende Epilepsie, ein Anfall kann jedoch auch bei leerer Anamnese auftreten. Häufig besteht ein zeitlicher und / oder mit ursächlicher Zusammenhang zu : - Alkoholentzug - Medikamenten- oder Drogeneinnahme - Schlafmangel - TV, Videospiele, Discoblitzern - ungenügende Medikamenteneinnahme - SHT (Verletzungszeichen ?) Fieber ist eine seltene Ursache. Eine Temperaturerhöhung kann jedoch Folge eines Langdauernden Anfalls (status) sein ! Häufig ist der Anfall bei Ankunft bereits abgeklungen, der Patient befindet sich dann im sog. postiktalen Nachschlaf oder einer Verwirrtheitsphase. Eine Notwendigkeit zur medikamentösen Therapie besteht nur bei persistierendem oder erneutem generalisierten Krampfanfall.

20 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus grand-mal-Anfall Erwachsener - Erläuterungen (2) - Ein länger als ca. 5 Minuten andauernder Anfall muss medikamentös unterbrochen werden (protrahierte Hypoxie, Aspiration Gefahr des Hirnödems,). Ein venöser Zugang ist im Anfall oftmals nur unter Mühen zu plazieren. Mit Tavor expidet (Lorazepam Plättchen) steht jedoch ein Medikament zur Verfügung, das buccal, das heißt, in die Wangentasche, gegeben und dort schnell aufgelöst wird. Die Substanz ist gut verträglich, nur wenig atemdepressiv. Temperaturen > 38,5 – 39 °C: Physikalische Kühlung ! Wenn möglich, Dauermedikation erfragen bis zum Eintreffen des Notarztes

21 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Wenn Kind über 4 Monate: und: kg: Diazepam Rectiole 5 mg > 15 kg: Diazepam Rectiole 10 mg Basismaßnahmen Algorithmus grand-mal-Anfall - Kind - Check: Notarzt alarmiert ? Übergabe an Arzt Krampfanfall * Pulsoxymetrie, Temperatur BZ-Kontrolle Seitenlage, vor Verletzungen schützen * Symptome: generalis. (ton.-klon.) Anfall Bewusstlosigkeit oft Fieber > 39 °C evtl. Apnoe evtl. Zyanose evtl. Dehydratation Evtl. Verletzungszeichen O2-gabe mind. 4 Liter / min. Anfall dauert an Kühlung (Aufdecken, feuchte Umschläge) Temper. > 38,5 °C Wenn Kind über 4 Monate: und: kg: Diazepam Rectiole 5 mg > 15 kg: Diazepam Rectiole mg Anfall dauert anAnfall sistiert

22 SOP Erweiterte Maßnahmen für Rettungsfachpersonal Version 1.2 Dr. Th. Luiz Algorithmus grand-mal-Anfall Kind - Erläuterungen- Der grand-mal-Anfall stellt einen der häufigsten kindlichen Notfälle dar. Häufigste Ursache ist ein fieberhafter Infekt, wobei nicht nur die absolute Temperatur, sondern die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs von großer Bedeutung ist. Häufig ist der Anfall bei Ankunft bereits abgeklungen, das Kind befindet sich dann im sog. postiktalen Nachschlaf oder Verwirrtheitszustand. Eine Notwendigkeit zur medikamentösen Therapie besteht nur bei persistierendem oder erneutem generalisierten Krampfanfall. Die physikalische Kühlung stellt bei Fieberkrämpfen eine sehr wichtige Maßnahme dar. Vor der Gabe von Diazepam muss erfragt werden, ob Angehörige bereits zuvor Medikamente verabreicht haben. Falls bereits Diazepam verabreicht worden war, ist zunächst ein Intervall von mind Minuten einzuhalten. Ggf. ist die Dosis dann zu halbieren. Ein venöser Zugang ist oftmals schwierig zu legen und zunächst nachrangig. Relevante Differentialdiagnosen: Meningitis, SHT, Hypoglykämie und Intoxikation


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