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Gudrun Biffl Ausbildung und Arbeitsmarkt – Wo stehen Österreichs Jugendliche im EU-Vergleich? Beitrag zum 3. Internationalen Symposium des ÖIJ Generation.

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Präsentation zum Thema: "Gudrun Biffl Ausbildung und Arbeitsmarkt – Wo stehen Österreichs Jugendliche im EU-Vergleich? Beitrag zum 3. Internationalen Symposium des ÖIJ Generation."—  Präsentation transkript:

1 Gudrun Biffl Ausbildung und Arbeitsmarkt – Wo stehen Österreichs Jugendliche im EU-Vergleich? Beitrag zum 3. Internationalen Symposium des ÖIJ Generation Prekär Jugend am Übergang in die neue Arbeitswelt

2 Arbeitsmarktlage der Jugend (15- 24Jährige) im EU-Vergleich günstig Österreich hat im EU-Vergleich eine der geringsten Jugendarbeitslosenquoten: 2005: 10,3% gegenüber 18,5% - EU(25) und 16.7% EU(15) Nur in den Niederlanden (8,2%), Irland und Dänemark (beide 8,6%) niedriger Auch die Beschäftigungslage ist überdurchschnittlich gut: 2005: Beschäftigungsquote von 53,1% gegenüber 36,8% -EU(25) und 39,8% EU(15)

3 Jugendarbeitslosigkeit (15-24 jährige) im Vergleich zur gesamtwirtschftlichen Arbeitslosenquote 2005 Q: Eurostat.

4 Jugendbeschäftigungsquote (15- 24jährige): 2005 Q: Eurostat.

5 Warum dann die Sorge um die Jugendlichen? Weil sich die Situation der Jugendlichen relativ zur EU seit einigen Jahren kontinuierlich verschlechtert. Weil sich die Lage der Jugendlichen innerhalb Österreichs seit geraumer Zeit verschlechtert Weil sich die Aussichten auf eine dauerhafte Beschäftigung und ein gesichertes Einkommen für eine steigende Zahl von Jugendlichen verschlechtern Weil internationale Vergleiche im Bereich des Jugendarbeitsmarktes eine geringe Aussagekraft über die Problemlagen der Jugend haben. Sowohl die Einbindung ins Erwerbsleben als auch die Arbeitslosigkeit sind vom Bildungssystem geprägt. Einerseits erlauben manche Bildungssysteme neben der Vollzeitschule kaum eine Erwerbstätigkeit (Italien und Frankreich), andererseits ist der Übergang ins Erwerbsleben leichter, wenn das Bildungssystem berufsorientiert ist (deutschsprachige Länder). Somit begünstigt das beruforientierte Bildungssystem in Österreich den Einstieg ins Erwerbsleben. Jedoch sind die längerfristigen Beschäftigungs- und Einkommenschancen infolge der Internationalisierung der Märkte und des raschen Wandels der Technologien ohne eine laufende Weiterbildung nicht günstig. Das ist nicht zuletzt ein Grund für die kurze Lebensarbeitszeit der Männer und Frauen in Österreich

6 Jugendarbeitslosenquote in Österreich nach Geschlecht Q: WIFO.

7 Gründe für die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage der Jugend Auf der Angebotsseite: überdurchschnittliche Zuwanderung (Anstieg der foreign born an der Bevölkerung von 10% 1999 auf 13,6% 2005), Pensionsreform und Greencard (2003) erhöhten das Angebot an Arbeitskräften im unteren und mittleren Qualifikationssegment Auf der Nachfrageseite: Beschleunigung des Strukturwandels der Wirtschaft wegen Globalisierung, Fall des Eisernen Vorhangs, EU-Integration, technologischem Wandel, der einen Wandel der Anforderungen an die Qualifikationen der Arbeitskräfte zur Folge hatte

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9 Gewinner und Verlierer des Strukturwandels Beschäftigung schrumpfte in der Sachgütererzeugung um 2,1% p.a. im Schnitt: zwischen 1995 und 2005 in Summe Jobs. Gewinner: Arbeitskräfte in Produktionsbereichen, die hochtechnologieintensiv sind und einen hohen Qualifikationsgrad der Beschäftigten aufweisen Verlierer: Arbeitskräfte in niedrig- und medium tech-Bereichen, die in arbeitsintensiven Produktionssparten tätig sind (Maschinen- und Konsumgütererzeugung).

10 Entwicklung der Arbeitslosigkeit von in- und ausländischen Hilfs- und Fachkräften ( ) Q: AMS.

11 Steigender Trend der Jugendarbeitslosigkeit Arbeitsbereiche der Jugendlichen kommen zunehmend in Schwierigkeiten. ein steigender Anteil der Jugendlichen wird deshalb arbeitslos, weil der Betrieb in Schwierigkeiten kommt (Kündigung wegen Betriebsschließung oder anderen betrieblichen Gründen). Aber auch die zunehmende Zahl an befristeten Beschäftigungsverhältnissen, insbesondere bei weiblichen Jugendlichen, schlägt sich in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit nieder

12 Jugendliche: Opfer der Flexibilisierung? Seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt sich der Trend zur Flexibilisierung der Beschäftigung Jugendliche sind überdurchschnittlich oft atypisch beschäftigt: insbesondere als Freie DienstnehmerInnen und befristet Beschäftigte/ Werkverträge Das trägt dazu bei, dass die Einkommensunsicherheit hoch ist Obschon im Schnitt die Ausbildung verlängert wird, gibt es Personengruppen, für die das nicht gilt, insbesondere für Jugendliche mit Migrationshintergrund Beunruhigend ist, dass sich junge Frauen seit 1995 zunehmend in den Haushalt zurückziehen. Das gilt vor allem für Türkinnen. Türkische Mädchen bleiben immer häufiger nach Abschluss der Pflichtschule im Haushalt. Im Jahre 1995 waren 17,2% der türkischen jährigen Frauen im Haushalt/Karenz, während es 2002 schon 32,7% waren. In gesamt Österreich waren in dieser Altersgruppe im Jahr 2002 im Schnitt nur 3,8% der Frauen im Haushalt/Karenz (2003 3,9%), 8,2% der jugoslawischen jungen Frauen, 12,6% der anderen Ausländerinnen und gerade 3% der Österreicherinnen. Die hohe Verbleibsrate von jungen Türkinnen im Haushalt impliziert, dass ein relativ geringer Anteil in Zukunft einer eigenständigen, gut dotierten sozialversicherungsrechtlichen Erwerbsarbeit nachgehen kann

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15 A. Geringfügig Beschäftigte B. Freie Dienstnehmer/innenB. Freie Dienstnehmer/innen B. Freie Dienstnehmer/innenB. Freie Dienstnehmer/innen Geringfügig Beschäftigte Freie DienstnehmerInnen

16 Befristete Beschäftigung/ Werkverträge

17 MännerFrauen Sinkender Trend der durchschnittlichen Beschäftigungsdauer nach Geschlecht und Alter

18 Entwicklung des durchschnittlichen Netto- Personeneinkommens der Vollzeitbeschäftigten nach Altersstufen und Qualifikation, 1999/2000 Q: Statistik Austria, Konsumerhebung 1999/2000; WIFO-Berechnungen. Männer Frauen

19 Versagen des österreichischen Bildungssystems? In den neunziger Jahren hat sich das Bildungsmusters der Jugendlichen merklich verändert. Hauptschüler bleiben heute nicht nur länger in Ausbildung sondern sie machen auch immer häufiger eine Matura, vorwiegend von berufsbildenden höheren Schulen. Auch Kinder mit Migrationshintergrund besuchen heute immer häufiger weiterführende Schulen. Dies ist einerseits die Folge einer veränderten Zusammensetzung der Zuwanderer nach Her­kunftsregion Jugendliche aus den mittel- osteuropäischen Ländern (MOEL) haben ein ähnliches Bildungs­ verhalten wie österreichische Jugendliche andererseits ändert sich auch das Bildungsverhalten der längerfristig ansässigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Während bei Kindern von MigrantInnen aus dem früheren Jugoslawien sowohl Burschen als auch Mädchen ihre Ausbildung verlängern, vor allem über die Lehre und berufsorientierte mittlere Schulen, verbessert sich die Ausbildung bei männlichen Jugendlichen aus der Türkei sichtlich, während sich der Bildungsgrad der türkischen Mädchen gegenüber den achtziger Jahren verschlechtert und hinter das der Burschen zurückfällt.

20 Ausbildungsstruktur der Kinder aus Drittstaaten weiterhin schlecht VZ2001: 50,3% der 20- bis 24-jährigen Jugendlichen aus Drittstaaten hatten bestenfalls einen Hauptschulabschluss, gegenüber 13,5% der InländerInnen Zum Teil Bildungsverhalten der Zuwanderergruppen (bildungsferne Schichten) Zum Teil das Resultat des abrupten Anstiegs der Schülerzahlen aus dem Ausland in den frühen neunziger Jahren. Der Anteil ausländischer Kinder in den Pflichtschulen verdoppelte sich innerhalb einiger Jahre, was das Bildungs­system vor große Herausforderungen stellte. Im Schuljahr 1980/81 lag der Anteil der ausländischen Kinder an allen SchülerInnen im Schnitt noch bei 2,3%. Er erhöhte sich bis 1989/90 auf 4,5% und stieg abrupt im Gefolge des Flüchtlingszustroms auf 8% 1992 an; dort verharrte der Anteil längere Zeit; er steigt aber kontinuierlich seit Mitte der neunziger Jahre und erreichte 2002/2003 9,4%.

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22 Anteil der AusländerInnen nach Schultyp und Staatsangehörigkeit (2002/03) Q: ST.AT., WIFO-Berechnungen.

23 Geringe soziale Mobilität durch Bildung Ein weiterer Faktor, der einer raschen Höherqualifizierung der Jugend mit Migrationshintergrund hinderlich ist, ist die starke Abhängigkeit des Bildungsgrads der Jugend vom sozialen Status der Eltern Einer Sonderauswertung der Arbeitskräfteerhebung (AKE) 2000 zufolge vererben 52% der österreichischen Eltern ihren Kindern den Bildungsgrad, 26% schaffen den Bil­dungsaufstieg und 22% fallen in ihrem Bildungsgrad gegenüber dem der Eltern zurück. Die starke soziale Selektion des Bildungssystems nach sozialem Status der Eltern verschärft sich noch im Fall von Migrantinnen, da die Eltern kaum Orientierungshilfen bezüglich der Bedeutung des Bildungssystems für die Beschäftigungschancen der Kinder im Lebenszyklus haben.

24 Vergleich des Bildungsgrads junger Menschen mit dem ihrer Eltern (LFS2000) Q: Lannelli.

25 Rolle der Bildung der Eltern In allen untersuchten OECD Ländern haben Kinder aus besser gebildeten Familien einen statistisch signifikanten Leistungsvorsprung gegenüber Kindern aus bildungsfernen Familien. Der Leistungsunterschied zwischen Kindern gut ausgebildeter Eltern und Kindern aus bildungsfernen Schichten ist in Ländern mit einem ausgebauten System frühkindlicher Bildung und mit einer später einsetzenden Selektion in unterschiedliche Schultypen systematisch geringer, ohne dass die Leistungsansprüche darunter leiden. Die Befunde für Österreich deuten auf eine starke Chancenungleichheit hin.

26 Internationale Unterschiede in der Chancenungleichheit im Bildungssystem: geschätzte Stärke des Einflusses des familiären Hintergrundes auf die TIMSS-Schülerleistungen Q: Schütz-Wößmann (2005).

27 Schlussfolgerung Durch das Zusammenwirken von Faktoren auf der Angebots- und Nachfrageseite am Arbeitsmarkt haben sich die Rahmenbedingungen für die Arbeitsmarktchancen der Jugend verändert. Die Veränderungen per se müssen nicht zwingend zu einer Verschlechterung der Lage der Jugendlichen am Arbeitsmarkt führen, wenn sie von adäquaten Anpassungen der institutionellen Rahmenbedingungen und der Verhaltensmuster begleitet werden. Letzteres ist in Österreich nicht in ausreichendem Maße geschehen, was in Hinblick auf den verstärkten Strukturwandel der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes und der Bildungsanforderungen auch besonderer Anstrengungen bedurft hätte. Vor allem die Rigidität des Bildungssystems hat zur Verschlechterung der Arbeitsmarktchancen der Jugend beigetragen. Während sich die Qualifikationsanforderungen an die Arbeitskräfte im Gefolge von technologischem Wandel, Globalisierung, Produktionsspezialisierung und Tertiärisierung rasch veränderten, konnte das Bildungssystem, das sich an den Berufsbildern der Vergangenheit orientierte, nicht rasch genug reagieren. Zusätzlich hat die zunehmende kulturelle Diversität der SchülerInnen Anforderungen an das Bildungssystem gestellt, nicht zuletzt die Lehrenden, die nicht gemeistert werden konnten.

28 Voila! Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!


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