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Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung? Einblicke in Fördermöglichkeiten für junge Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.

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Präsentation zum Thema: "Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung? Einblicke in Fördermöglichkeiten für junge Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund."—  Präsentation transkript:

1 Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung? Einblicke in Fördermöglichkeiten für junge Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund Prof. Dr. Doris Edelmann Pädagogische Hochschule St.Gallen / CH 12. Juni 2012

2 Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 2 Gliederung 1.Frühkindliche Bildung und Integrationserwartungen 2.Familien mit Migrationshintergrund 3.Familie als Bildungsort 4.Förderansätze in der frühen Kindheit 5.Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte 6.Frühkindliche Bildungsforschung 7.Fazit

3 Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 3 What the best and wisest parent wants for his own child, that must the community want for all of its children. Any other ideal for our schools is narrow and unlovely; acted upon, it destroys our democracy. (Dewey 1915/2001, p. 5)

4 Frühkindliche Integration, Bildung, Betreuung und Erziehung (FIBBE)  Erweitertes soziales Netzwerk  Deutsch als Zweitsprache  Wissen über Bildungssystem  Beitrag zu sozialen Kohäsion & Stärkung des Humankapitals Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 4 DimensionenAspekte strukturellRechte, Bildung, Einkommen kulturell Wissen, Fertigkeiten, Beherrschung der lokalen Landessprache, Lebensstil sozialFreundschaften, Familie, Heirat emotionalIdentität, Solidarität, Werte [Quellen: Esser, 2006, S. 27; Stanat & Segeritz, 2009, S. 142]

5 Familien mit Migrationshintergrund unterscheiden sich nach  ihren Migrationserfahrungen, -gründen und -zielen  ihrem aufenthaltsrechtlichen Status  nationalen und ethnischen Hintergründen  ihrer Sprache(-n)  Bildungshintergrund und -erwartungen  ihrer religiösen Orientierung  ihren Ressourcen und Motiven  dem Ausmass ihrer sozialen Integration  ihrer gesellschaftlichen Position [Quelle: Herwartz-Emden, Schurt & Waburg, 2010] Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 5

6 Ausgewählte Daten bis 56 bis %34 %33 %34 %33 % 30 % Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 6 [Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2008, Sonderauswertung] [ Quellen: Achter Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, 2010, S. 47; Arbeitsgruppe Bildungsberichterstattung, 2010] Anteil Kinder mit Migrationshintergrund nach Altersgruppen in DE Insgesamt: 19 % aller in Deutschland lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund (insgesamt = 81.9 Mio, davon 15.7 Mio) 1. Personen mit türkischem Hintergrund: 16 % 2. Spätaussiedler/innen (pol. oder russ. Hintergrund): 15 % 3. Italienischer Hintergrund: 5 %

7 Vorurteile und Stereotypen Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 7  Typische Effekte nach Herwartz-Emden (2000) Paternalismuseffekte Ethnisierungs- und Kultureffekte Gendereffekte Tabuisierungseffekte Belastungen und Risiken werden oftmals überbetont: «Im Kontext der öffentlich skandalisierten Fälle der Kindesverwahrlosung und -vernachlässigung werden Migrantenfamilien ohne jegliche empirische Prüfung im gleichen Atemzug mit total desorganisierten Unterschichtsfamilien genannt und stigmatisiert.» (Hamburger & Hummrich, 2007, S. 113)

8 Diskursanalytische Rekonstruktion von politischen Leitbildern (Projekt EDUCARE) Analyse am Beispiel des 8. Berichts der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (2010) Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 8 [Bischoff & Betz, 2011, S. 35]

9 Migrationshintergrund als eine Kategorie von Heterogenität  Differenz: betont Herausforderungen  Vielfalt & Diversität: verweisen auf Potenziale verschiedene Dimensionen von Heterogenität: Intersektionalität Kultur/Ethnie/Sprachen (Integration) Disability /Ability (Inklusion) Alter/Generation Schicht/Milieu Gender Region Religion Sexuelle Orientierungen Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 9 [Quellen: Leyendecker, 2012; Prengel, 2010 Bildquelle: Borke, Döge & Kärtner, 2011]

10 Besuchsquoten von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund in Kitas  Durchschnittliche Quote von 0 bis 3-Jährigen DE 18 % / MIG 8 %; regionale Disparitäten  Durchschnittliche Quote von 4 bis 5-Jährigen DE 95 % / MIG 85 %; regionale Disparitäten Kinder mit MIG: häufiger in Kitas mit schlechterer Qualität; 11% in Kitas, in denen mehr als 75 % aller Kinder nicht Deutsch sprechen Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 10 [Quelle: Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2010, S. 47ff.]

11 Mögliche Zugangshindernisse  Allgemeiner Mangel an Betreuungsplätzen  Fehlende Informationen  Konfessionelle und/oder finanzielle Barrieren  Bedürfnisse «Da es vorwiegend die Familien mit niedrigem Einkommen und geringer Bildung sind, die ihre Kinder nicht in vorschulische Einrichtungen schicken, ist davon auszugehen, dass mehrere benachteiligende Faktoren zusammentreffen.» (Ramsauer, 2011, S. 9) Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 11

12 Familien mit Migrationshintergrund erreichen  Erfolgskriterien  Wertschätzende und offene Haltung der päd. Fachkräfte  Persönliche Ansprache  Hausbesuche  Veranstaltungen Zielgruppengerecht gestalten  Niederschwellige Angebote  Sprachlich/national homogene und heterogene Gruppen  Kinderbetreuung sicher stellen  Übersetzungen / Kulturvermittelnde  Ressourcen von Kulturvereinen /Migrationsgemeinschaften  Eltern nicht nur Informationsempfänger/innen Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 12 [Quelle: Kühn, 2011]

13 Familie als Bildungsort junger Kinder Familien repräsentieren in der Regel den primären Bildungsort und die entscheidende Rolle bei der generativen Weitergabe von Bildung «selbst wenn das Bildungsgeschehen in der Perspektive des weiteren Lebenslaufs zunehmend auch in anderen sozialen und kulturellen Kontexten und damit auch an anderen Bildungsorten stattfindet.» (Büchner, 2009, S. 155) Büchner, A. (2009). Familie als Bildungsinstanz. In H. Macha & M. Witzke (Hrsg.), Familie – Kindheit –Jugend – Gender. Handbuch der Erziehungswissenschaften Band III/I (S ). Paderborn: Ferdinand Schöningh. Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 13

14 Kapitaltheorie von Bourdieu (1982)  Ökonomisches Kapital  Kulturelles Kapital  Soziales Kapital  Habitus Die Position im sozialen Raum, die Klassenzugehörigkeit und entsprechende Lebensstile sind gemäss Bourdieu fundamental vom Kapitalvolumen abhängig. Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 14

15 Forschung über Bildung in Familien mit Migrationshintergrund  Wenig empirische Kenntnisse – schwieriger Zugang  Hohe Bildungsaspiration  Weniger Anregungen wie Leseaktivitäten, singen, basteln  Erkenntnisse EPPE-Projekt: Bedeutung des familialen Lernumfeldes (vgl. Sylva et al. 2010): «what parents did was more important than who they were»  Erkenntnisse aus Studien von Biedinger et al.(2009; 2010) Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 15

16 Förderansätze in der frühen Kindheit 1.Kindzentriert: in frühpädagogischen Einrichtungen z.B. Sprachförderprojekte wie «Offensive Frühe Chancen» (http://fruehe-chancen.de/schwerpunkt_kitas) 2.Elternzentriert: Beratungsstellen und informelle Treffen z.B. «Mama lernt Deutsch, Papa auch» 3.Kind- und elternzentriert: zu Hause z.B. Opstapje & HIPPY; Parents as teachers (PAT) 4.Kind- und elternzentriert: in frühpädagogischen Einrichtungen und zu Hause z.B. Rucksack-Kitas, Familienzentren, Family literacy (FLY) « Elternchance ist Kinderchance» (www. elternchance.de) Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 16

17 Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte  Ausbau: jüngere und heterogenere Gruppen  Neue Anforderungen an die Elternzusammenarbeit Pädagogische Schlüsselsituationen  Eingewöhnung, Schlafen, Essen oder Spielen  Sprachförderung (Mehrsprachigkeit) Reflektierte Haltungen von Fachkräften als Bedingung  Wissen und Interesse  Kultursensitive Curricula /Anregungen (z.B. Selbstbildung) [Quelle: Borke, Döge & Kärtner, 2011] Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 17

18 Frühkindliche Bildungsforschung  «Nubbek» (www.nubbek.de): Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheitwww.nubbek.de  Projekt von Prof. Dr. Isabell Diehm, Universität Bielefeld: «Ethnische Heterogenität und die Genese von Ungleichheit in Bildungseinrichtungen der (frühen) Kindheit» SFB 882: Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten  «CANDELA» (Doris Edelmann, Schweizer Nationalfonds) Chancenförderung und Integration durch frühe Sprachförderung: Perspektiven von Familien im Zentrum einer längsschnittlich qualitativ angelegten Studie Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 18

19 Fazit Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 19 Hochwertige Vorschulprogramme können beachtliche kompensatorische Wirkungen haben. Bedingungen  Hohe Qualität, u.a. Qualifikation der päd. Leitung  Multisystemisch, intensiv, kontinuierlich und anschlussfähig (kindzentrierte Förderung und Einbezug der Eltern)  Sprachen (Literacy) als zentraler Bestandteil der Förderung  Heterogene Kindergruppen & Elterngruppen Bei hoher Qualität profitieren Kinder aus bildungsfernen Milieus und Kinder mit Migrationshintergrund besonders deutlich.

20 Forschungsdesiderate  Verschränkung zwischen den Bildungsorten  Perspektiven der Eltern  Wirksamkeit der Vernetzung von Programmen  Familienzentren und ihre Wirkungen  Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte  Diversität des Fachpersonals  Sprachförderprogramme zur Erst- und Zweitsprache  Ressourcen von Migrationsgemeinschaften  Multimethodische Forschungszugänge Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 20

21 Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 21 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Kontakt:

22 Ausgewählte Literatur Biedinger, N. (2009). Der Einfluss von elterlichen Investitionen auf die Entwicklung deutscher und türkischer Kinder. Berliner Journal für Soziologie, 19 (2), Biedinger, N. & Klein, O. (2010). Der Einfluss der sozialen Herkunft und des kulturellen Kapitals auf die Häufigkeit entwicklungsförderlicher Eltern-Kind-Aktivitäten. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 5 (2), Bischoff, S. & Betz, T. (2011). Die diskursanalytische Rekonstruktion von politischen Leitbildern bildungsbezogener ‚guter Kindheit‘. EDUCARE WORKING PAPER 1/2011. Frankfurt: Goethe ‐ Universität. URL: ‐ frankfurt.de/fb/fb04/we2/educare.html ( abgerufen am 1. Juni 2012)http://www.uni ‐ frankfurt.de/fb/fb04/we2/educare.html Borke, J., Döge, P. & Kärtner, J. (2011). Kulturelle Vielfalt bei Kindern in den ersten drei Lebensjahren. Anforderungen an pädagogische Fachkräfte. WiFF-Expertise. München: DJI. Bourdieu, P. (1982). Ökonomisches Kapital – kulturelles Kapital – soziales Kapital. In P. Bourdieu (Hrsg.), Die verborgenen Mechanismen der Macht (S ). Hamburg: VSA. Dewey, J. (1915/2001). The School and Society & The Child and the Curriculum. Mineola, NY: Dover Publications. Edelmann, D. (2010). Frühe Förderung von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund – von Betreuung und Erziehung hin zu Bildung und Integration. In M. Stamm & D. Edelmann (Hrsg.), Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Was kann die Schweiz lernen? (S ). Zürich: Rüegger. Edelmann, D. (2012). Frühe Förderung von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund. In M. Matzner (Hrsg.), Handbuch Migration und Bildung (S ). Weinheim: Beltz. Edelmann, D., Schmidt, J. & Tippelt, R. (2012). Einführung in die Bildungsforschung. Stuttgart: Kohlhammer. Esser, H. (2006). Sprache und Integration.Die sozialen Bedingungen und Folgen des Spracherwerbs von Migranten. Campus Verlag, Frankfurt New York. Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 22

23 . Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung / Doris Edelmann / 23 Friedrich, L. & Siegert, M. (2009). Förderung des Bildungserfolgs von Migranten: Effekte familienorientierter Projekte. Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Hamburger, F. & Hummrich, M. (2007). Familie und Migration. In J. Ecarius (Hrsg.), Handbuch Familie (S ). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Herwartz-Emden, L. (Hrsg.). (2000). Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Universitätsverlag Rasch. Hewartz-Emden, L., Schurt, V. & Waburg, W. (2010). Aufwachsen in heterogenen Sozialisationskontexten. Zur Bedeutung einer geschlechtergerechten interkulturellen Pädagogik. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Kühn, S. (2011). Eltern mit Migrationshintergrund in die Sprachbildung einbeziehen. Wissenschaftliche Texte. München: DJI. Leyendecker, B. (2012). Zuwanderung, Diversität und Resilienz – eine entwicklungspsychologische Perspektive. In M. Matzner (Hrsg.), Handbuch Migration und Bildung (S ). Weinheim: Beltz. Prengel, A. (2010). Inklusion in der Frühpädagogik. Bildungstheoretische, empirische und pädagogische Grundlagen. WiFF-Expertise. München: DJI. Ramsauer, K. (2011). Bildungserfolge von Migrantenkindern. Der Einfluss der Herkunftsfamilie. Wissenschaftliche Texte. München: DJI. Stamm, M., Burger, K., Brandenberg, K., Edelmann, D. u.a. (2011). Integrationsförderung im Frühbereich. Was frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) benötigt, damit sie dem Anspruch an Integration gerecht werden kann. Publikation im Auftrag des Bundesamtes für Migration. Universität Fribourg: ZeFF. Stamm, M. & Edelmann, D. (Hrsg.). (2012). Handbuch Frühkindliche Bildungsforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, in Vorbereitung. Stanat, P. & Segeritz, M. (2009). Migrationsbezogene Indikatoren für eine Bildungsberichterstattung. In R. Tippelt (Hrsg.), Steuerung durch Indikatoren. Vorstandsreihe DGfE (S ). Opladen und Farmington Hills: Barbara Budrich. Sylva, K., Melhuish, E., Sammons, P., Siraj-Blatchford, I. & Taggart, B. (eds.). (2010). Early Childhood Matters: Evidence from the Effective Pre-school and Primary Education Project. London: Routledge.


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