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1 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, 22.03.2001 www.che.de Die inhaltliche Gestaltung von Zielvereinbarungen: Formulare, Zielebenen, Messansätze Dr. Frank.

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1 1 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Die inhaltliche Gestaltung von Zielvereinbarungen: Formulare, Zielebenen, Messansätze Dr. Frank Ziegele

2 2 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Die Bedeutung der Kontraktfunktionen für die Inhalte die Inhalte sollten je nach Funktion des Kontraktes sehr unterschiedlich aussehen Beispiel 1: Rahmenkontrakte zu Rechten/ Kompetenzen können klar abgefasst sein auch ohne Quantifizierung Beispiel 2: soll Ergebnis- orientierung gefördert werden, braucht man entsprechende Messansätze Beispiel 3: geht es um Verbindlichkeit, kann man auf der Maßnahmen- ebene bleiben (mit klarer Über- prüfbarkeit) Beispiel 4: geht es um die Kommunikations- kultur, können Anreize/ Sanktionen und Messkonzepte vage bleiben Beispiel 5: will man Mittel verteilen, müssen klare Anreiz- systeme beschrieben sein

3 3 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Schlussfolgerungen über Funktion klar werden, dann Inhalte entsprechend individuell gestalten aber: es gibt generelle Werkzeuge zur Gestaltung der Inhalte, die flexibel einsetzbar sind

4 4 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Überblick über die Werkzeuge ¬ Schema für Zielebenen, Empfehlungen zum Umgang mit den Ebenen (d.h. zum Detaillierungsgrad der Vereinbarungen) ­ Palette möglicher Messansätze ® Formulare als Vorgaben zur inhaltlichen Rasterung/Strukturierung

5 5 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Schema für Zielebenen Meta-Ziele allgemeine Formulierung, grobe strategische Richtung keine Bindungswirkung im Fachbereich, eignet sich nur zur Dialogorientierung Globalindikatoren zur Abbildung Ergebnisse eignen sich für hochschulweites Finanzierungsmodell, können aber FB-intern zu Problemen führen (v. a. bzgl. Steuerbarkeit, z. B. Zahl der Studierenden) vorgelagerte Ergebnisse (kausale Beziehung zu aggregiertem Ziel) direkte Steuerbarkeit konkrete Umsetzungsschritte Verfahrensweisen intern gute Steuerbarkeit aggregierte Ergebnisziele spezielle Ergebnisziele Maßnahmen

6 6 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Beispiel für Zielhierarchie Internationalisierung Steigerung Zahl der ausländischen Studierenden in neuem Studiengang mind. 20% ausländische Studierende aufnehmen Werbemaßnahmen, Kontakte zu Partnerunis...

7 7 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Gefahren bei falschem Umgang mit den Ebenen Unwirksamkeit des Kontraktprozesses, wenn Ziele so abstrakt sind, dass im FB keine Handhabung möglich ist reine Maßnahmenorientierung im FB, ohne dass Ergebnisse betrachtet werden FB-Angehöriger muss mit Zielgröße umgehen, die er selbst gar nicht steuern kann Ergebnisziele sind so speziell, dass konsistente Aggregation nicht möglich ist

8 8 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Beispiel zum Umgang mit der Zielhierarchie (innerhalb Fachbereich) Meta-Ziele aggregierte Ergebnisziele spezielle Ergebnisziele Maßnahmen FBL initiiert Strategieworkshop, auf dem Metaziele generiert werden FBL schätzt aus Einzelbeiträgen aggregierten, angestrebten Effekt ab und vereinbart diesen mit HSL Teileinheiten teilen FBL mit, welche konkreten Ergebnisse sie im Rahmen der Grundstrategien erzielen können Teileinheiten ergreifen autonom und flexibel Maßnahmen, keine direkte Beteiligung FBL (oder: Vereinbarung nach innen auf dezentralen Vorschlag)

9 9 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Beispiel zum Umgang mit der Zielhierarchie (innerhalb Fachbereich) Meta-Ziele aggregierte Ergebnisziele Maßnahmen spezielle Ergebnisziele FBL initiiert Stärken-Schwächen-Analyse (z.B. mit Evaluation), AG im Fachbereich entwickelt daraus grobe Richtungen, die mit HSL vereinbart werden Überprüfung Effekte nach Durchführung der Maßnahmen, Rechtfertigung gg. HSL (z.B. erneute Evaluation) (ausgeblendet) Diskussion und Festlegung konkreter Maßnahmen + Verantwortlichkeiten in Workshop

10 10 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Fazit zum Umgang mit Maßnahmen in Zielvereinbarungen ordnungsgemäße Durchführung ist kein Erfolgsmaßstab lediglich sinnvoll zur Umsetzung/Delegation Verantwortlichkeiten/Verbindlichkeit, z.B. anknüpfend an Evaluation (Ergebnismessung: nächste Evaluation!) evtl. bei mehrperiodischer Zielvereinbarung kurzfristig relevant (prüfen, ob Meilensteine erreicht werden) bei langfristiger Ergebnismessung) anders sieht es aus mit Verfahren/Prozessen: Kernelemente von Vereinbarungen (v.a. Rahmenvereinbarungen)

11 11 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Grundüberlegungen zu Messansätzen in einer HS/in einem FB können bezogen auf ein gemeinsames Ziel heterogene Messansätze vorliegen Beitrag zu Gesamtziel als Klammer, Heterogenität im Detail zulassen, Balance zwischen individuellen Besonderheiten und einheitlicher Ausrichtung, Bezug zu Zielebenen: obere einheitlich, untere speziell Nicht alle Ziele sind quantifizierbar (Bsp. Verfahren), aber auch verbal formulierte Ziele können überprüfbar gemacht werden (vermeiden unbestimmte Aussagen, Bemühenszusagen)

12 12 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Grundüberlegungen zu Messansätzen bei Messungen sollte man in ausgewogener Weise Inputs/Verfahren/Outputs berücksichtigen Bsp.: Ziel ist Internationalisierung der Lehre Inputs: Zahl der ausländischen Studierenden/ Gastwissenschaftler Verfahren: Zahl der englischsprachigen Vorlesungen Outputs: Zahl der Veröffentlichungen in internat. Zeitschriften Gewicht abhängig von Ziel (Bsp. Qualitätssicherung-Verfahren, Studiendauer-Output, Internationalisierung-Input)

13 13 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Möglichkeiten der Messung/Quantifizierung diskrete Messungen (ja/nein) Absolutzahlen (Umfang Aktivitäten) Quoten (Teilgröße zu Grundgesamtheit) Beziehungszahlen (Input-Output, Zeitbezug, Konkurrenzbezug/ Benchmarking) Indexzahlen (Verlaufsanalyse) Befragungsergebnisse (skalierte Werte) Checkliste zur Bestimmung von Messverfahren

14 14 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Die Aufgabe der Rasterung/Strukturierung bereits bei Zielebenen angeklungen: Versuch, Ziele/Ebenen/Beziehungen aus Diskussion heraus zu strukturieren und in einfachen Graphiken zu visualisieren Nutzen: Verortung der Ziele auf Ebenen und Erarbeitung der Beziehungen ergibt Kausalmodell, kooperative Erarbeitung von Vorstellungen über Wirkungszusammenhänge in FB Ansatzpunkt für Vereinbarungen: gemessen wird Gesamt- system, mit HSL höhere Ziele vereinbart, nach innen untere

15 15 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Beispiel für Visualisierung/ Systematisierung der Ziele (TUM) Teilziele in der Forschung Teilziele in der Lehre internationalere Ausbildung in M internationalere Ausbildung deutscher Studierender Zielvereinbarung Internationalisierung ausländischer Input in M internationales Wirken deutscher Wissenschaftler Anteil quali- fizierter ausländ. Studierender Erhöhung auf 10 % Notendurchschnitt mind.2,5 Einführung ECTS alle Studien- gänge bis WS 00/01 Umfang englischsprachiger Lehrangebote je Lehrstuhl mind. 1 SWS Anteil Studierender mit mind. 3-monatigem, fachlich qualifiziertem Auslandsaufenthalt Erhöhung auf 20% Zahl ausländ. Wissenschaftler (Personenwochen) 4 Pers.wochen je Lehrstuhl Zahl der inter- nationalen Konferenzen mind. 1 p.a. im Ausland ein- geworbene Drittmittel Anteil mind. 10% Mitarbeit in internationalen Gremien Mind. 1 Person je Lehrstuhl

16 16 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, weiterer Aspekt der Rasterung: anlegen einer Argumentationslogik in der Zielvereinbarung mögliche Vorgaben status-quo-Analyse, Stärken-Schwächen-Analyse vorschreiben Ist-Diagnose mit Indikatoren verlangen Priorisierung der Ziele anlegen (Höchstzahl eingrenzen, Gewichtung verlangen) Kausalanalyse abfordern (Ziele-Teilziele)

17 17 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Was sollte in einer Zielvereinbarung enthalten sein? (durch Formular anlegen) Vorbemerkungen zu Zweck/Ausrichtung Formulierung Ziele, Begründung Zielprioritäten Messansätze/Prüfkriterien für Ziele Stärken-Schwächen-Analyse geplante Maßnahmen Zielwerte, Meilensteine, Controlling

18 18 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Was sollte in einer Zielvereinbarung enthalten sein? (durch Formular anlegen) Zeitplanung Leistungen der höheren Ebene (finanziell, andere) Sanktionen/Anreize Berichtspflichten Verantwortlichkeiten ?

19 19 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Strukturierung durch Formulare TUM Zielvereinbarungsangebot durch Hochschulleitung, das klar gegliedert ist und bestimmte Inhalte den Fakultäten zuweist klarer Input für fakultätsinternen Prozess wesentliche Rolle Formulare Möglichkeit für HSL/FBL, formalen Rahmen zu setzen, ohne inhaltliche Vorgaben zu machen

20 20 Hochschulkurs Zielvereinbarungen, Struktur der Zielvereinbarungen (TUM) Elemente der Zielvereinbarung Inhalt Initiativrechte Präambel Erläuterung Zielvereinbarungen Typ 2 Erläuterung Vereinbarungsprozess und finanzielle Regeln Vorgabe Zeitrahmen Hochschulleitung Strategische Zielsetzung der TUM Erläuterung des Internationalisierungsziels ggf. Zielvorstellungen zum aggregierten Gesamt- effekt der Internationalisierungsaktivitäten Hochschulleitung Gegenstand und Zielsetzung der Vereinbarung Stärken-Schwächen-Beschreibung der Fakultät in bezug auf das strategische Ziel Zielprioritäten und Zielbeiträge der Fakultät Evtl. Impulse von der Hochschul- leitung, im wesentlichen Fakultät Geplante Maßnahmen Beschreibung, wie die Ziele erreicht werden sollen Fakultät Leistungen der Hochschulleitung finanzielle Leistungen Beiträge der Hochschulleitung zur Internationalisierung Hochschulleitung (nach Vorschlag Fakultät und gemäß festen Finanzierungsregeln) Controlling Indikatoren der Zielverfolgung/-erreichung angestrebte Zielwerte Berichtspflichten und Zeithorizonte Fakultät (bei Vorgabe weniger Kernindikatoren durch Hochschulleitung)


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