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Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand Gewerkschaftliche Positionen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen

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Präsentation zum Thema: "Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand Gewerkschaftliche Positionen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen"—  Präsentation transkript:

1 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand Gewerkschaftliche Positionen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen 2008 Hannover 30. Oktober 2008

2 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Schöne neue Arbeitswelt?  Es gibt zur Zeit wieder mehr Arbeitsplätze...  …aber was für welche?  Leiharbeit, Befristungen, Minijobs, Praktika, „Ein-Euro-Jobs“, „Solo- Selbständige“ usw.  Wandel der Arbeitswelt: Mehr Büroarbeit, mehr IT, mehr Zeitdruck.  Die neue Arbeitswelt hat erhebliche Folgen, auch auf die Gesundheit.

3 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Nur ein Zufall? Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch  Anstieg um 70 % zwischen 1994 und 2004 (Vetter/Küsgens/Bonkass)  Der betroffene Personenkreis steigt häufig vollkommen aus dem Erwerbsleben aus.  Wer ist besonders betroffen? Helfende Berufe, speziell in der Pflege, Lehrer und Lehrerinnen, Callcenter usw. Frauen sind stark vertreten.

4 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Wer ist am allerschlechtesten dran?  Die st ä rksten Beschwerden, das niedrigstes Ma ß an Lebensqualit ä t und k ö rperlichem Wohlbefinden ergibt sich f ü r die Arbeitslosen.  Berufst ä tige mit Sorgen um ihren Arbeitsplatz schildern generell weniger Beschwerden als Arbeitslose, aber es geht ihnen schlechter als Berufst ä tigen, die keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz haben.  Aber: Im Hinblick auf „ chronischen Stress “, „ soziale Spannungen “ und „ Mangel an soziale Anerkennung “ weisen Besch ä ftigte, die um ihren Arbeitsplatz f ü rchten, noch schlechtere Werte auf als Arbeitslose.

5 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Was wollen die Beschäftigten?  Ein Arbeitsplatz mit sicherer Perspektive ist den Beschäftigten am wichtigsten (DGB Index Gute Arbeit). Sie wollen unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsverhältnisse mit ausreichendem Kündigungsschutz.  Die Beschäftigten wollen ein Einkommen, das ausreicht und die erbrachten Leistungen gerecht widerspiegelt.  In beiden Kategorien ergeben sich die größten Unterschiede zwischen dem, was die Beschäftigten erwarten und dem, was sie in der Realität als erreicht ansehen (Anspruchslücke größer 30 auf der Skalierung des DGB Index Gute Arbeit).

6 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Konsequenzen für die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen  Das gesicherte Normalarbeitsverhältnis ist die Grundlage für eine erfolgreiche Prävention.  Ausreichendes Einkommen ist notwendig, um „Gratifikationskrisen“ zu vermeiden.  Eine erfolgreiche Prävention von Erkrankungen ist ohne umfassende Sicht auf die Rahmenbedingungen, insbesondere die Arbeitsplatzsicherheit, die Frage einer gerechten Entlohnung und auch der Arbeitszeit, nicht möglich.

7 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Prävention: Wo was getan werden muss.  Allgemein: Die Erosion des Normalarbeitsverhältnis muss gestoppt werden. Gesundheit und soziale Sicherheit lassen sich nicht voneinander trennen.  Gesundheitspolitik: Präventionsansätze sind auszubauen: Nicht nur bei den Krankenkassen, sondern auch in der jeweiligen „Lebenswelt“ (Schule, Kindergarten, Arbeitsagenturen usw.)  Im Betrieb: Der Prävention in der betrieblichen Sphäre kommt herausragende Bedeutung zu. Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung müssen unter Beteiligung der Akteure vorangetrieben werden, die hier relevant sind (z. B. Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitervertretungen).

8 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Gesundheitspolitische Ebene: Gescheitertes Präventionsgesetz  Unabhängig davon, wie man die Umsetzung im Einzelnen beurteilt, ist klar, dass von einem Präventionsgesetz auf Bundesebene erhebliche Verbesserungen bei der Vorbeugung von Krankheiten hätten ausgehen müssen. Anstöße zur Prävention (z. B. auch bei Arbeitslosen) sind dringend erforderlich.  Einwände, die gegen das Vorhaben geltend gemacht wurden, gab es in großer Zahl. Hierbei geht es vor allem um die vorgeschlagene Organisationsstruktur und Finanzierungsfragen.

9 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Scherben kitten - aber wie?  Die erhofften Impulse zur Verbesserung der Prävention sind so bedeutend, dass die Diskussion zu einem optimierten Regulierungsrahmen wieder aufgenommen werden muss. Insofern sind auch die im Bundestag behandelten Entschließungsanträge der Opposition (Grüne, FDP, Die Linke) im Ansatz plausibel.  Dies gilt vor allem für den Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20a) SGB V.

10 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Generelle Anforderungen an den Regulierungsrahmen  Verbesserte Abstimmung der „Lebenswelt des Arbeitens“ mit seit langer Zeit laufenden Präventionsbemühungen des klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutzes.  Anerkennung der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz als Zentrum der nationalen Präventionsbemühungen in der Arbeitswelt.  Einbeziehung der BAuA in die Organisationstruktur.

11 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Speziell zur betrieblichen Gesundheitsförderung  Positiv: Die Mittel werden stärker ausgeschöpft.  Positiv: Die Akzeptanz von Maßnahmen existiert in den Unternehmen.  Positiv: Die Nachfrage der Beschäftigten besteht ebenfalls (z. B. Stressbewältigung, Sportangebote, Rückenschule, gesundheitsgerechte Führung).  Negativ: Die betriebliche Gesundheitsförderung erreicht (wenn überhaupt) Beschäftigte in Normalarbeitsverhältnissen. Prekäre bleiben draußen.

12 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Regulierungsrahmen betriebliche Gesundheitsförderung  Der Umfang der Mittel für betriebliche Gesundheitsförderung könnte größer sein. Bei Fortschreibung der derzeitigen Situation ist klar, das nur bei einem kleinen Teil der Beschäftigten etwas ankommt.  Die Tatsache, dass es sich bei der betrieblichen Gesundheitsförderung um eine Pflichtleistung handelt, täuscht darüber hinweg, dass es weder einen individuellen noch einen einen betrieblichen Anspruch auf betriebliche Gesundheitsförderung gibt.  KMU und andere Bereiche wie der Handel, Schulen und Sozialarbeit stellen nach wie vor Bereiche dar, in den Gesundheitsförderung unzureichend umgesetzt wird.

13 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Aktuelle Lösung: Was das Gesetz sagt.  „Die Krankenkassen erbringen Leistungen“... „unter Beteiligung der Versicherten und der Verantwortlichen für den Betrieb“.  „Bei der Wahrnehmung von Aufgaben“... „arbeiten die Krankenkassen mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger zusammen. Sie können Aufgaben“... „durch andere Krankenkassen, durch ihre Verbände oder durch zu diesem Zweck gebildet Arbeitsgemeinschaften (Beauftragte) mit deren Zustimmung wahrnehmen lassen und sollen bei der Aufgabenwahrnehmung mit anderen Krankenkassen zusammenarbeiten...“

14 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Kritik  Das Gesetz zeigt damit eine Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten auf, ohne eine eindeutig zu favorisieren und zu „pushen“.  Weitgehend unklar bleibt, nach welchen Kriterien Betriebe ausgewählt werden und wer in dieses Verfahren einzubeziehen ist.  Die Rolle der Unfallversicherung wird unzureichend beschrieben, obwohl sie sämtliche Beschäftigten im Betrieb erreichen kann.  Der Ansatz bezieht sich allein auf auf die Zusammenarbeit Sozialversicherungszweige. Eine Verbindung zum ASiG fehlt.

15 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Kritik  Die Frage der finanziellen Zahlungsverpflichtung einzelner Kassen für Maßnahmen, die eine andere Kasse durchführt, sind nicht ausreichend geregelt.  Das Gesetz sagt: Bildet ein Team, aber es fehlen klare Kompetenzzuweisungen und Verantwortlichkeiten.  Kritik insgesamt: § 20 a) SGB V ist eine unklare Arbeitsanweisung.

16 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Sinnvolle Fortentwicklung im System  Fortführung der Koordinierungsansätze unter den Kassen mit dem Ziel der Vereinheitlichung und der Bildung schlagkräftiger regionaler Organisationen.  Fortführung erfolgreicher Projekte zumindest unter Beibehaltung der bisherigen Ressourcen (Nachhaltigkeit).  Stärkere Einbeziehung der Arbeitsschutzorganisation der Betriebe.  Initiativrechte der Betriebe. Verbindung zur Arbeitsmedizin herstellen.  Berücksichtigung des Wandels der Arbeitswelt (z. B. IT, Callcenter)

17 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Präventionsaufgaben im Rahmen der gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie  Die gemeinsame deutsche Arbeitsschutzstrategie ist auf Beiträge der betrieblichen Gesundheitsförderung angewiesen.  Dies gilt vor allem für das Arbeitsschutzziel „Bekämpfung von Muskel Skelett Erkrankungen“, bei dem u. a. auch bewegungsarme und monotone Tätigkeiten angesprochen sind.  Ein weiterer Schwerpunkt der gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie wird die Leiharbeit sein.

18 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Am Wichtigsten: Prävention auf der betrieblichen Ebene  Die Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen, die Herstellung menschengerechter Arbeitsbedingungen und die F ö rderung gesundheitsbewussten Verhaltens findet auf der betrieblichen Ebene statt.  Gewerkschaften und Betriebsr ä te und Personalr ä te m ü ssen das Instrumentarium viel st ä rker nutzen.  Die Besch ä ftigten wollen „ Gute Arbeit “, der man bis zur Rente nachgehen kann. Derzeit werden in den letzten drei Jahren vor dem Renteneintritt nur 30 % der Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig besch ä ftigt.

19 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Mitbestimmungsrechte von Betriebs- und Personalräten  Die Mitbestimmungsrechte z. B. des § 87 I Nr. 7 BetrVG reichen weit und werden zu selten wahrgenommen.  Betriebsvereinbarungen etwa zur Gefährdungsbeurteilung und zum Eingliederungsmanagement sind notwendig.  Auch die Strukturen des ASiG bedürfen der Belebung.  Gesundheitsschutz muss (auch) zur Managementaufgabe gemacht werden.  Betriebliche Gesundheitspolitik kann auch ohne Subvention der Krankenkassen betrieben werden!

20 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 Gute Beispiele gibt es genug…  In einem Krankenhaus steigen die Fehlzeiten des Reinigungspersonals sprunghaft von 9, 6 % auf 18, 7 %.  Der Arbeitgeber reagiert nicht mit K ü ndigungen oder Outsourcing, sondern mit einem Gesundheitszirkel.  Eine Mitarbeiterbefragung ergibt: Defizite in der F ü hrung, die Besch ä ftigten wollen nicht ü berall eingesetzt sein, sondern einer Station fest zugeordnet werden.  Es gibt neue Arbeitskleidung und eine Vielzahl erg ä nzender Ma ß nahmen (Ergonomie, Fitnessbrosch ü re usw.).  Ergebnis: Die Beschwerden und die Fehlzeiten sinken erheblich.

21 Dr. Hanns Pauli DGB-Bundesvorstand 2008 Hannover 30. Oktober 2008 …gute Beispiele können aber zum Standard werden, wenn Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung systematisch betrieben wird.


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