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Ladinisch und Rumantsch Sprachen zwischen den Alpen.

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Präsentation zum Thema: "Ladinisch und Rumantsch Sprachen zwischen den Alpen."—  Präsentation transkript:

1 Ladinisch und Rumantsch Sprachen zwischen den Alpen

2 Herkunft  Ladinisch (Dolomitenladinisch) und romanisch (rumantsch) gehören zu den romanischen Sprachen, zählen zu den „vulgärlateinische“ Sprachen  Rätoromanisch: Ladinisch, rumantsch, friaulisch Latein Bündnerromanisch Rätoromanisch Friaulisch Dolomitenladinisch Katalanisch Spanisch Aragonisch Portugiesisch Asturianisch Galegisch Okzitanisch Französisch Frankoprovenzialisch Italienisch Korsisch Sardisch Dalmatisch (bis 1898) Rumänisch

3 Gebiete  Ladiner in Norditalien  Romanen in der Schweiz, im Kanton Graubünden  „Ladinisch“ wurde von „Latein“ abgeleitet  „Rätoromanisch“ im 19. Jh. an Anlehnung an die Räter

4 Geschichte I  Zu Anfang Besiedelung durch Kelten und Räter  15.v. Chr. Alpenfeldzug durch die Römer, brachten das Vulgärlatein  Ab 6. Jh. Bajuwaren aus dem Norden, Langobarden aus dem Süden nach Tirol  Ab dem 8./9. Jh. auch die Schweizer Regionen unter germanischem Einfluss, rumantsch wird zunehmend „Bauernsprache“

5 Geschichte II  Noch keine einheitlichen Schriftsprache, das Fehlen eines geistig-politischen Zentrums  15. Jh.: Chur unter germanischen Einfluss  1918 werden Teile des ehem. Österreichs, auch die lad. Täler an Italien angegliedert  Italienische Nationalbewegung 19./20. Jh. – Ladinisch als italienischer Dialekt  19. Jh. auch starke Bedrohung des rumantsch durch die deutsche Sprache  Seit 1938 rumantsch als eine der 4 Landessprachen  1972 erste Minderheitenrechte für Ladiner in Südtirol

6 Umfrage  Eine Minderheit hat schon einmal etwas von Ladinern/ Rätoromanen gehört.  Andere glauben diese Sprachen seien ein italienischer Dialekt.  Der Mehrheit jedoch sind diese Sprachen völlig unbekannt. An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass Ladinisch und Rätoromanisch keine italienischen Dialekte sind, sondern eigene Sprachen!

7 Verbreitung Ladinisch -Gardertal (Badia) 95% -Grödental (Gherdëina) 79% -Buchenstein (Fodom) 78% -Fassatal (Fascia) 66% -Anpezo (Ampez) 33% % als Muttersprache

8 Idiome  Maréo(Marô)/ Badiot (Enneb., Abteilatisch)  Gherdëina (Grödnerisch)  Fascian (Fassanisch) Als regionale Behören Schul und Kirchensprache anerkannt  Fodom (Buchensteinisch)  Anpezan (Anpezzanisch) Keine Minderheitsrechte  Ladin Dolomitan (Ladin Standard)

9 Verbreitung/Idiome Rumantsch I  Sutsilvan/ Sutselvisch (Hinterrheintal und Val Ferrera)  Sursilvan/Surselvisch (Vorderrheintal, Surselva)  Surmiran/Surmeirisch (Albulatal)  Vallader (Unterengadin und Val Müstair)  Putér (Oberengadin)  Rumantsch Grischun

10 Verbreitung/Idiome Rumantsch II

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12 Statistik I Ladiner  Muttersprachler  3 Verwaltungsreg.:  in Südtirol (4% der Einwohner)  im Trentino und in Venetien -94,3% ladinisch Ms -3 % deutsch Ms -2,7% andere Ms Romanen  Volkszählung als Hauptsprache  Volkszählung 2000 nur noch (0,8%) -70,8% rumantsch Ms -15,1% deutsch Ms - 9% beides - 6% andere Ms

13 Statistik II 25,7% sprechen zu Hause 2 Sprachen 88,6% ladinisch Alltagssprache (neben deutsch, italienisch) Zweitsprache ist Zweitsprache ist -40% deutsch, -17,1% italienisch, -40% beides Bewusste Abgrenzung: 66,7% ja33,3% nein 27 % sprechen zu Hause 2 Sprachen 84,8% rumantsch Alltagssprache (neben deutsch) Zweitsprache ist - 67,7% deutsch, -20,6% rumantsch, -11,7% ital./englisch Bewusste Abgrenzung: 48,5% ja51,5% nein

14 Fishman (1991): Graded Intergenerational Disruption Scale  Stufe 1: Ladinisch/rumantsch (obwohl Minderheitssprachen) in höherer Bildung, Massenmedien, Arbeitsumfeldern – aber ohne politische Unabhängigkeit der Ladiner/ Romanen ↕  Stufe 2: Ladinisch/rum. in unteren Ebenen der Administration und Massenmedien ↕  Stufe 3: Ladinisch/rum im Berufsalltag, auch zwischen Ladinern/Rom. und Deutschen bzw. Italienern ↕  Stufe 4: Ladinisch/rum. in Schulen (aber nicht höheren Bildungsinstitutionen wie Universitäten) ↕  Stufe 5: Ladinisch/rum. nur in beschränktem Rahmen als Schriftsprache (Heim, Dorf...) ↕  Stufe 6: Wendepunkt: Sprachweitergabe in den Familien bewahrt oder aufgegeben ↕  Stufe 7: die meisten SprecherInnen des lad./rum. sind zu alt, um Kinder zu bekommen ↕  Stufe 8: wenige verstreut lebende alte SprecherInnen

15 Vom Aussterben bedroht?  Ladiner - 71,5% nein - 22,8% ja - 5,7% teilweise  Förderung: - 55% mehr - 45% genug  Weitergabe an Kinder: -91,4% ja; -8,6 % nur innerhalb  Romanen - 51,5% nein - 48,5% ja  Förderung: - 45,5% mehr - 54,5% genug Weitergabe an Kinder: 96 % ja

16 Einheitssprachen I  Ladin Dolomitan -Erarbeitet Dachsprache für alle Idiome -Haus: gadertalisch ciasa, grödnerisch cësa, fassanisch und buchensteinisch cesa, ampezzanisch ciasa > ladin Dolomitan ciasa. -Noch nicht als Amtssprache anerkannt, Versuchssprache -Nur in der Wochenzeitung „La Usc di Ladins“, vereinzelnde Texte  Rumantsch Grischun -Erarbeitet Ist Einheits/Amtssprache in Graubünden seit La vulp era puspè ina giada fomentada. Qua ha ella vis sin in pign in corv che tegneva in toc chaschiel en ses pichel. -La vuolp d'eira darcheu üna jada fomantada. Qua ha'la vis sün ün pin ün corv chi tgnaiva ün toc chaschöl in seis pical. (Vallader)

17 Einheitssprachen II  73,5% negativ  17,7% unbekannt  8,8% positiv Das interessante ist gerade die Vielfalt der Dialekte, die sich schon von Ortschaft zu Ortschaft unterscheiden. Dadurch dass es so viele Dialekte gibt, gibt es auch viele Arten und Möglichkeiten sich auszudrücken!  27,3% negativ  24,2% unsicher  48,5% positiv Eine Einheitssprache muss nicht zur sinnvoll, sondern auch schön sein, nicht gekünstelt! Die Liebe des Volkes zur Sprache macht auch einen großen Teil der Kultur aus!

18 Mehrsprachigkeit als Vorteil? Es ist sicherlich vom Vorteil, denn so wird man mit verschiedenen Sprachen und Kulturen in Verbindung gebracht. Bereits als Kind lernt man andere Kulturen und Sprachen nicht nur zu tolerieren, sondern mit ihnen zusammen zu leben. So ist man auch stets offen für neue Sprachen und Kulturen. Deine Sprachen sind die Grenzen deiner Welt. (Wittgenstein)

19 Sprachenvergleich  50% italienisch; 25% französisch; 13,8% latein; 5,6 rätoromanisch; 2,8% deutsch; 2,8% okzitanisch  Syntax: SVO, Verb muss immer an 2. Stelle stehen  Subjekt muss immer ausgedrückt werden: vado a casa; I va a ciasa  2 Gruppen des Subjektpronomens  Possessivpronomina immer ohne Artikel: la mia mamma mi porta a scuola; mia uma me condüj a scora.  Gemischtes Pluralsystem  Ladinisch besitzt Akut (é), Gravis (è), ë und Zirkumflex (ê)  47% italienisch; 15,7% französisch; 11,8% portugiesisch; 9,8% spanisch; 7,8% latein; 7,8% katalanisch;  Besondere Endungen v.a. -ziun  Besondere Buchstabenkombinationen wie tg oder aun/eun die untypisch italienisch sind  Pluralbildung mit –ls oder –s  Lautverbindungen in den meisten Idiomen z.B. s-ch bei S-chela (Treppe) im Engadin, der gleiche Laut im Sursilvan ist stg wie bei biestg (Rind)

20 Sprachbeispiele I Latein: Pater noster, qui es in caelis sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum, Fiat voluntas tua, Sicut in caelo, et in terra. Maréo/Badiot: Nosc Pere dal cí, al sii santifiché to enom, al vëgni to rëgn, töa orenté sii fata, desco sö al cí ensciö söla tera. Ladin Dolomitan: Pere nost, che t'ies en ciel, al sie santifiché ti inom, al vegne ti regn, sia fata tia volonté, coche en ciel enscì en tera. Gherdëina: Pere nost, che t'ies tl ciel, sibe santificà ti inuem, vënie ti rëni, sibe fata ti ulentà, coche en ciel enscì en tiera.

21 Sprachbeispiele II Latein: Pater noster, qui es in caelis sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum, Fiat voluntas tua, Sicut in caelo, et in terra. Fascian: Père nosc che te es sun ciel, sie fat sent to inom, fa che vegne to regn, to voler sie semper respetà, tant sun ciel che su la tera. Fodom: Père nòst che t'es sun paradíš, benedât lé l tuo inóm, resta con nos, che sará fat ci che te vòs sun ciél e su la tièra. Anpezan: Pare nosc, che te stas su in zielo, sée fato santo el to gnon, viene el to regno, sée fato chel che te vos tu, tanto in zielo che su ra tera.

22 Sprachbeispiele III Latein: Pater noster, qui es in caelis sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum, Fiat voluntas tua, Sicut in caelo, et in terra. Vallader: Bap nos, tü chi est in tschêl, fat sonch vegna teis nom, teis reginam vegna nanpro, tia vöglia dvainta sco in tschêl eir sün terra. Italienisch: Padre nostro che sei nei cieli, sia santificato il tuo nome, venga il tuo regno, sia fatta la tua volontà come in cielo, così in terra. Sursilvan: Bab nos, qual che ti eis en tschiel, sogns vegni fatgs il tiu num, tiu reginavel vegni tier nus, tia veglia daventi sin tiara sco en tschiel.

23 Förderung I  Trentino/Südtirol: -Anerkannte Behörden/ Schul/Kirchensprache -2h Ladinisch pro Woche in Volks/Mittelschulen, Oberschule 1h -Hilfssprache bei anderen Fächern, sonst deutsch/ italienisch  Buchenstein/Ampezzo: -Kein ladinisch unterrichtet -Möglichkeit des Wahlfaches in der Pflichtjahren  Offiziell anerkannte Behörden/Schul/ Kirchensprache  Rätoromanisches Idiom ist Unterrichtssprache bzw. wird an manchen auch unterrichtet  Schriftlich Rumantsch Grischun

24 Förderung II  Lad. Kulturinstitue werden von der Region unterstützt z.B. “Micurà de Rü” (Südtirol) oder “Majon di Fascegn” (Fassatal)  Cesa de Jan in Belluno ist eine private Institution  Synchronisierung von bestimmten Filmen  Zeitung usc di ladins erscheint 1x wöchentlich  Täglich 10min. Nachrichten, jeden Donnerstag halbe Stunde Diskussion  Bestimmte Radiozeiten  Vereine werde großteils von Bund und Kanton finanziert  Lia Rumantscha, über verschiedenen regionalen Vereinen stehend; -zuständig ist für romanische Sprach- und Kulturförderung;  Wichtigste Jugendorganisation: Giuventetgna Rumantscha (GiuRu), -auch Herausgeberin der Jugendzeitschrift PUNTS

25  Es wird auch noch von Jugendlichen gesprochen- solange die Jugend spricht lebt eine Sprache weiter!  Wenn nicht mehr der Wille besteht eine Sprache zu erhalten, dann ist sie bedroht!  Wichtig ist nicht nur Unterricht in der Schule sondern auch kulturelle Vermittlung der Sprache mit Hintergründen!  Es ist ein Teil unserer Herkunft und Kultur, die trotz Minderheit eine besondere ist!  Ich finde diese Sprache sehr schön und verbinde mit ihr ein Stück Heimat. Dieses Heimatgefühl möchte ich meinen Kindern weitergeben!  Die meisten von uns sind Kämpfer!

26 "Stai si, defenda romontsch, tiu vegl lungatg..." "Steh auf, verteidige Romanisch, deine alte Sprache..." Giacun Hasper Muoth De gra che ëis scutà su! (Danke für die Aufmerksamkeit!)


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