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Agrofuels. 2 Agenda  1. Tag  Einordnung des Themas  (vorgebrachte) Gründe für „Bio“-Sprit  Ausmaß der politischen Vorgaben / Prognosen künftiger Entwicklung.

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1 Agrofuels

2 2 Agenda  1. Tag  Einordnung des Themas  (vorgebrachte) Gründe für „Bio“-Sprit  Ausmaß der politischen Vorgaben / Prognosen künftiger Entwicklung  Rohstoffbasis und Definition zu Agrofuels /Agrosprit  Verschiedene Formen der Gewinnung und Herstellung  Energie- / Klimabilanzen  Gesundheit und Umweltschutz  Ökonomisierte Landwirtschaft  Weitere Auswirkungen / soziale Konfliktpotentiale  Ökonomische, soziale Aspekte und Gefahren  Geopolitik der Energiesicherung und der Agrotreibstoffe  Lateinamerikas (geostrategische) Bedeutung für Energiepflanzen  Die Ethanolallianz: USA - Brasilien  2. Tag  Bio oder Business ?  Konzernmacht und die Ausbreitung des Agrobusiness über Agrosprit  Lager der Gegner / der Befürworter  Positionen / Forderungen / weitere Strategie  Aktionsvorschläge

3 3 Agro-Fuels/-Sprit: Einordnung des Themas Macht laut Oxfam ca. 30 % an der Entstehung der aktuellen Welthungerkrise aus, wovon insbesondere „Länder des Südens“ betroffen sind. Etwa 37 Prozent der gegenwärtigen Preissteigerungen gehen nach Ansicht von Uno-Spezialist Jean Ziegler auf den spekulativen Agrarhandel zurück. (zusammen 75 % laut Weltbank). Neben diesen neuen Ursachen und der Zuspitzung zu der aktuellen Situation natürlich dort seit langem Unterentwicklung und eine falsche, exportorientierte Landwirtschaftpolitik (u.a. WTO) mit Auswirkung auf Ernährungssituation. Die deregulierten, globalisierten Märkte stoßen mit ihrem fortschreitenden Mobilitätsbedarf und ihrer Ressourcen- vergeudung bald an Grenzen auch der Energieversorgung (Peak-Oil) Neben dem Welthungerproblem : - Energiepolitik - Klimawandel / Gentechnik (Abhängigkeit bei patent. Saatgut) / - Umwelt (insb. Wasserverknappung Regenwaltzerstör. und Biodiversität) - Ausdehnung von Monokulturen,in industrieller Exportproduktion, Großgrundbesitz und Landflucht (Migration) -Nord-Süd-Verhältnis / Imperialismus /Öl-Multis bzw. Monopolisierung/ mit geopolit. Auswirkungen - Weitere Militarisierung und kriegerische Konflikte beim Kampf um Energie- Rohstoffe Ein maßgeblicher Grund der aktuellen Welternährungskrise Steht in Zusammenhang mit der (neoliberalen, kapitalis- tischen) Globalisierung Der massive Anstieg der Produktion von Agrofuels hat seinerseits vielfältige Wirkungsfelder

4 4 (vorgebrachte) Gründe für „Bio“-Sprit Energiesicherheit (nach Erreichung des Peak-Oil) steigende Energienachfrage (insb. über Aufstreben von „Schwellenlländer) angebliche Vorteile für Entwicklungsländer (Arbeitsplätze, Exporteinnahmen, Technologietransfer und Entwicklung) Agrofuels oft synonym zu alternat. Energien (nicht endlich, „biologisch“ sauberer Teil eines Energiemix, incl. Atomenergie „klimaneutral“) Klimawandel (weniger Co2 –Ausstoß ?)

5 5 Ausmaß der politischen Vorgaben / Prognosen künftiger Entwicklung Beimischungsziele : – EU ,75 %; % (März 2007 per Ratsbeschluss für alle Mitgliedsstaaten verbindlich; nun jedoch in Diskussion ?) Über: –Steuerbefreiungen für Agrotreibstoffe –verbindliche Beimischungsquoten –zahlreiche Forschungsvorhaben und Anlagen gefördert –und die Landwirtschaft mit einer Flächenprämie von 45 Euro/ha belohnt, wenn sie Energiepflanzen anbaut. – USA bis % (also um 800 % erhöhen) - Prognose: bis 2050 ¼ des heutigen Energieverbrauchs - Dadurch: atemberaubenden Anstieg in der weltweiten Agrotreibstoff- Produktion, die dennoch nicht für die bisherige Energienachfrage ausreicht (dann zusätzl. Atomkraft ?) Dabei können USA und Europa nur einen geringen Anteil der benötigten Biomasse von eigenen Flächen beziehen.

6 6 Rohstoffbasis und Definition zu Agrosprit Definition Agrotreibstoffe: Energieträger, die aus Pflanzen gewonnen werden breite Palette von Ölpflanzen, Ölpalmen, Raps, Getreide,Wald- und Restholz sowie Holz aus Schnellwuchsplantagen (z.B. Pappeln, Weiden, Bambus, Eukalyptus). Ethanol insbesondere aus Zuckerrohr, Mais und Weizen Ein anderes Beispiel ist Jatropha (Nutzenvielfalt wie bei Kokos), eine Pflanze, die in trockenen Gebieten und auch auf degradierten Böden wächst. Doch dieses „ungenutzte „ Land wird oft von Nomadenvölkern benötigt. geringe technische Umbauten in hochentwickelten Verbrennungsmotoren notwendig bei gleichbleibender Leistung (Laut ADAC Problem in BRD) Statt „Bio“treibstoffe -> Agrosprit /Agrotreibstoffe, um den Mißbrauch des Begriffs „Bio“ zu begegnen

7 7 Verschiedene Formen der Gewinnung und Herstellung Biodieseldurch Umesterung (Spaltung von Alkohol aus organischer Verbindung Ester) aus ölhaltigen Pflanzen (z.B. Raps, Sonnenblumen, Ölpalme, Soja, Rizinus) IndustriealkoholEthanol über Vergärung von zucker- und stärkehaltigen Pflanzen (z.B. Zuckerrohr, Weizen, Mais, Reis, Kartoffeln, Maniok) Zweite Generation statt Energiepflanzen landwirtschaftliche Abfallprodukte (z.B. Stroh, Pflanzenreste, Sägemehl) -> keine Lebensmittel Zellulose-Ethanol (Umwandlung Zellulose in Zucker) - Vorteil: nicht direkt Lebensmittel, höherer Hektarertrag, - Nachteile: Ethanolausbeute geringer als Zuckerrohr, - kompliziertes Verfahren (Vergasung,Fischer-Tropsch- Synthese, Destillation) - benötigt dennoch ebenso Ackerflächen; diese Biomasse kehrt nicht mehr in die Erde zurück (ökolog. Gefahr) ; weiter auch hiermit Monokulturen ?

8 8 Energie- / Klimabilanzen Nach vorherrschende Meinung zu „Bio“treibstoff: geringer Schadstoffausstoß; geringer Energiebedarf; Reduktion von Treibhausgasen - Fakt jedoch ist: Biokraftstoffe verringern CO2-Ausstoß nicht per se; auch bisher deutlich teurer als Kraftstoff aus Erdöl ( Konkurrenzfähigkeit nur durch Subventionierung und Steuerbefreiung aus öffentlichen Geldern, sowie überhöhte Ölpreise) - Energiebilanz: - auch bei landwirtschaftlicher Produktion Einsatz von fossilen Energieträgern (z.B. zur Herstellung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, energieintensiven Destillation) - Einsatz von Dünger und Pestiziden, Maschinenaufwand während des Anbaus und Transportes (hoher Energieaufwand zur Veredelung und Weiterverarbeitung der biologischen Rohstoffe und bei intensiver LW) Auswirkung chem. Düngemittel auf die Klimaerwärmung in den Tropen 10- bis 100-mal so stark wie bei uns. - Negative Bilanz: besonders bei Rodung bzw. Umnutzung (Zerstörung von Kohlenstoff- Speichern)

9 9 Gesundheit und Umweltschutz Boden Bodenerosion durch Intensivlandwirtschaft und Klimawandel; Belastung von Grund- und Oberflächenwasser durch Agrochemikalien Wasser Agrartreibstoffe konkurrieren mit Nahrungsmitteln nicht nur um Land, sondern auch um das Wasser, das die Ackerfrüchte zum Wachsen brauchen. Arbeitsbedingungen Insb. auf Zuckerrrohr-Plantagen vielfach Arbeitsbedingungen wie in der Sklavenwirtschaft NaturschutzKeine Anpassung an Klima- und Bodenbedingungen; dann fehlende Nährstoffrückführung in Wald- und Ackerböden Monokulturen versus Mischanbausysteme und Untergrabung von Fruchtfolgen und massive Abholzung von Regenwälder Biodiversität Arten- und genetische Vielfalt wird durch den Raub der natürl. Flächen untergraben Einfallstor Gentechnik Stephan Freyer von BASF bringt es auf den Punkt: „Ohne Grüne Biotechnologie wird eine Bioraffinerie nie effizient sein. Pflanzen müssen gentechnisch gezielt auf die Anwendung zugeschnitten werden. „

10 10 Ökonomisierte Landwirtschaft Kreditgeber beeinflussen Produktionsmodell (da ihnen die Produktivität von Kleinbauern unzureichend und unsicher erscheint; Folge: Arbeitsplatzvernichtung) große Flächen werden von Großgrundbesitzern oder TNK kontrolliert Landnutzungskonflikte mit lokaler Bevölkerung und deren Vertreibung Begünstigung des Agrobusiness und von Monopolisierung: –große Flächen und hohe Produktivität; Reduktion von Produktionsschwankungen; mechanisierte Ernte- und Produktionsverfahren –Vertragslandwirtschaft mit Gentechnik –Hochtechnologie bei Raffinierung –Agrarkonzerne, Biospritfabriken - bzw. übergreifend auch im Ölgeschäft – industrieller Komplex aus Agro-, Biotech-, Energie-, Öl- und Autounternehmen Alternativ: Kleinräumige Produktion zum lokalen Verbrauch im Hinblick auf die Förderung von Ernährungssouveränität

11 11 Weitere Auswirkungen / soziale Konfliktpotentiale - Flächenkonkurrenz: Hunger nicht mehr nur Verteilungs-, sondern auch Knappheitsproblem - Verknappung von Tierfutter - steigende Importabhängigkeit von Nahrungsmitteln und Zerstörung regionaler Märkte - Verletzlichkeit gegenüber schwankenden Weltmarktpreisen - gewaltvolle Übergriffe auf Kleinbauern (Beispiele aus Brasilien, Paraguay und Indonesien) -weitere Zentralisierung der Energieversorgung (unter Konzernkontrolle) -Infrastrukturen an zentralen Verteilungsmustern orientiert ohne räumliche Anbindung der Rohstoffproduzenten (Demokratieproblem)

12 12 Ökonomische, soziale Aspekte und Gefahren Globalisierung Fortsetzen beim Wachstum des Welthandels und seines enormen Ressourcen-Verbrauchs EntwicklungsländerExportabhängigkeit nun auch bei täglichen Lebensmitteln, Gefährdung der nationalen Ernährungssicherung interner Märkte bei weltweitem Wiedererstarken von Großgrundbesitz und Landvertreibung Entwicklung innerhalb einer Logik von Abhängigkeit und kolonialer Ausbeutung der Ökosysteme und Völker des Südens ; auch mittels zunehmender Patentabhängigkeit von Gentechnik-Konzernen Absatzsicherheit ?Preissteigerung bei Ölpflanzen macht Biosprit ev. unrentabel, Abhängigkeit von Preispolitik der Multis oder „Ethanol - OPEC“ Auswirk. bei unsSubventionen, Kredite, Garantien durch Staat aus öffentlicher Finanzierung; noch stärkere Abhängigkeit von Preisdiktaten der Monopole (insb. im Energiebereich); auch bei uns Erhöhung der Lebensmittelpreise (Ankopplung an Energiepreisentwicklung) Allg. Militarisierung nun auch Krieg zur Sicherung von Agrarflächen für Agrosprit, Paramilitär- /Söldnereinsatz zugunsten von Großgrundbesitzern (siehe z.B. insbesondere in Kolumbien)

13 13 Geopolitik der Energiesicherung Sicht: EU / endlicher Vorrat an fossilen Brennstoffen (und Uran). Ab 2050: Öl Bundesregierung nur noch zur Herstellung wichtiger Kunststoffe ? Geringere Anzahl von Lieferanten aus instabileren Regionen mit vorrangig staatlich kontrollierten Öl/Gas-Produzenten „Grünbuch“ der EU-Kommission von 2006 mit Ausrichtung auf: eine „klar definierte Energieaußenpolitik“ (zur nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und sicheren Energieversorgung) und europaweiten Energiegemeinschaft mit polit. Konzept für Sicherung und Diversifizizierung der Energieversorgung (Energieträgermix, Lieferanten und Transportwegen ) nötig, da Energiepolitik in immer schärferer Form geostrategische Bedeutung (in Industrieländern für den Verkehrsektor) gewinnt. Im Bericht „Wegweiser Nachhaltigkeit“ der Bundesregierung werden nachwachsende Rohstoffe oft als einzige Alternativen zu den fossilen Rohstoffen gesehen. Militärische Aspekte Es geht um „Absicherung einer preisgünstigen, ausreichenden und zuverlässigen Energieversorgung“ (Rudolf Adam, Leiter der Bundesakademie für Sicherheitspolitik auf der Fachtagung der BDI-Präsidialgruppe „internationale Rohstofffragen“ ) Im Weißbuch der Bundeswehr 2006 : Absicherung der Rohstoffversorgung und Energieinfrastruktur als militärische Aufgabe (siehe auch in NATO- Papieren) -> mehr hierzu in IMI- Studie 2008/ 02

14 14 Geopolitik der Agrotreibstoffe Einordnung Altvaters Prognose des „Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen“ wegen der zunehmenden Knappheit der fossilen Energieträger. Nun mittels Agrotreibstoffe Reproduktion dieses Modells der Produktion und des Konsums mit gravierenden, globalen Auswirkungen auf das Klima- Öko- und Sozialsystem Agrofuels und ihre Bei beabsichtigtem Produktionsausbau zum gewichtigem Teil künftiger Energieträger : geopolit. Wirkungen - führen neue Wechselbeziehung der Kräfte auf globaler Ebene (nach der Geopolitik für den Zugang zu fossilen Energieträger) herbei -> Verhältnis Nord-Süd, Privatisierung unmittelbarer Lebensvoraussetzungen, Konzernbildungen, Verteilung der Konsumption, Migration, Transportrouten, militärische Konfrontation - vertiefen das Modell des Agrobusiness (Verbindung aus Monokulturen, Biotech, Agrargiften, Finanzkapital, Exportwirtschaft) und der industriellen Landwirtschaft Henry Kissinger: „Kontrolliere das Öl und du kontrollierst Nationen; kontrolliere die Nahrungsmittel und du kontrollierst die Menschen.“

15 15 Lateinamerikas, bzw. Brasiliens (geostrat.) Bedeutung für Agrofuels Brasilien: seit 1970er Jahre Zuckerrohr und zunehmend Soja für Produktion von Agroflues (75 % aller Autos dafür ausgerüstet); Mit USA 70% der weltweiten Ethanolproduktion, Produktion nirgends so günstig wie in Brasilien, langjährges Know How im entspr. Motorenbau Zunächst Eigenbedarf und Unabhängigkeit von Öl und hohen Ölpreiskosten ; nun Ziel der Regierung Lula, in einigen Jahren 10% des weltweiten Kraftstoffver- brauchs zu decken. (Eindringen in neue Regionen: Cerrado, Amazonien und Pantanal mit Gefahren für Ökosysteme, regionaler Lebensmittelversorgung und Konflikt um Agrarreform) Per Heiligendamm-Prozess Einbindung von Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika (mit Beobachter-Status). Brasilien rührt nun die Werbetrommel zu Agrosprit als Entwicklungs-/Export-Modell für Länder des Südens Im Rahmen des IBSA (India Brazil South Afrika Dialogue Forum) und der G20 nimmt Brasilien entscheidenden Einfluß auf WTO-Verhandlungen (durch Multi- Institutionalisierung zum Global Player statt Anführer des Mercusur ?) Argentinien : Soja (Monokultur und Bauernsterben im Chaco u.a wegen Verschuldung bei industriellem Einsatz transgener Soja) Paraguay : Soja (80 % mit transgener Roundup Ready Sojabohne von Monsanto) Kolumbien: Ölpalmen (höchster Energieoutput pro Anbaufläche) sowie Zuckerrohr und Maniok

16 16 Die Ethanolallianz: USA - Brasilien Nach dem Scheitern des neoliberalen Projekts ALCA nun mit dem Abkommen über Ethanol zwischen Bush und Lula 2007 der Versuch, - die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern (insb. zu Iran oder Venezuela) - eine neue strategischen Integrationsachse zu LA wiederherzustellen - den wachsenden Einfluß Venezuelas zurückzudrängen - Gründung einer „Ethanol - OPEC“ zur Preiskontrolle und - Schaffung eines globalen Markt agroenergetischer Handelsgüter US-Bestreben (mit der gemeinsamen Absichtserklärung vom ),eine strategische Allianz zu festigen, um gleichzeitig die Anti-US-Politik Venezuelas, Kubas und weiterer lateinamerik. Länder zu isolieren. Agrotreibstoffe auch Mittel polit. Spaltung gegenüber LA-Integration : Brasilien /Kolumbien... gegen Kuba / Venezuela … und in Konflikt mit angestrebten Agrarreformen (Thomas Fritz, Agroenergie in Lateinamerika)

17 17 (vorrangige) Ablehnungsgründe gegen Agroflues Verschärfung sozialerKonflikte (Großgrundbesitz, Migration, kolonial. Strukturen) Negative Klima- und Umweltbilanz (Wasserverknappung, GMO-Abhäng., Biodiversität…) Machtkonzentration über Monopolisierung (ökonomische Abhängigkeiten, Demokratieverlust ) Stützung der neoliberalen Globalisierung (Spekulation, geostrategische Veränder., Imperialismus und Kriege um Ressourcen) verursacht maßgeblich globale Hungerkrise (weitere Agrarflächenverknappung)

18 Bio oder Business ? Agrartreibstoff-Agenda nicht von polit. Akteuren zur Verbesserung der Umwelt und des Klimas entworfen. Entwicklungsweg bereits definiert und nun von großen transnationalen Konzernen und ihren polit. Verbündeten bestimmt. Am Ruder sind: Konzerne der Erdöl- und Automobilindustrien, Konzerne des globalen Nahrungsmittelhandels, Gentechnik-Riesen und globale Investmentfirmen. Agrokonzerne mit doppeltem Bonus: Agrotreibstoffe wie bei hohen Lebensmittelpreisen Geld fließt zunehmend in vollständig integr. Agrartreibstoff - Netzwerke (von Produktion, Transport, der Verarbeitung bis hin zur Verteilung) Kaum ein Tag vergeht ohne den Bau millionenschwerer Agrotreibstoff –Raffinerien weltweit, investiert durch ADM(Archer Daniels Midland), Noble und Cargill (Agrobusiness), Ölfirmen wie BP, Shell, Chevron,Total, Mitsui, Petrobras…, Banken wie Rabobank, Barclays und Societe Generale ebenso Aktienfonds wie die Charlyle-Group, Morgan Stanley und Goldman Sachs (Großfinanziers von George Bush). Hauptakteure Herkunft der Finanziers

19 19 Konzernmacht und die Ausbreitung des Agrobusiness über Agrosprit Cargill, Malaysias IOI Corporation, Wilmar International (in Besitz von Robert Kuok und ADM) als größten Biodieselhersteller der Welt, Peter Cremer –Gruppe in Deutschland oder BioX-Group der Niederlande, wie die größte Palmölraffinerie Europas in Rotterdam USA und Brasilien liefern 70 % des weltweit prod. Ethanols; Petrobras wie auch Zuckerbarone mit Monopolisierung zu Crystasev (Famile Biagi und Junqueira) oder Ometto (Familie Rubens Mello und Antonio de Moraes); auch in Ländern wie Ecuador, Guyana oder Mauritius (belg. AlcoGroup) Investmentfonds auf den Bermudas /Cayman Islands für Brasiliens Ethanol: Infinity Bioenergy(USA), der franz. Bioenergy Development Fund 80 Mill. Hektar Land im Amazonasgebiet für ein „Saudi-Arabien des Biodiesels“ (Expedito Parente, Patentbesitzer für industr. Herstellung von Biodiesel) – Anstieg der bras. Soja –Ernte von 1.5 Mill. Tonnen (1970) auf 57 Mill. Tonnen (2006/2007),ähnlich in Argentinien und Paraguay; vorangetrieben insbesondere von ADM, Cargill, Smithfield, CentralSoja und Pure Biofuels (in Peru) Die Palmöl-Diesel -Connection Die Zuckerrohr -Ethanol-Conn. Die Soja- Connection in Südamerika

20 20 Lager der Gegner / der Befürworter zu Agro/“Bio“sprit In Gruppenzeitschriften, Website‘s und über erste gemeinsame Positionspapiere lose Formierung einer Protestgemeinde aus Umweltaktivisten, Globalisierungskritikern, Menschenrechts- Organisationen und bäuerlichen Zusammenschlüssen „Kein Kahlschlagdiesel in den Tank“, „Menschen ernähren, nicht Autos!“ als beispielhafte Parolen. Die Tragweite der ansteh. Veränderungen und der Bedeutung von Auseinandersetzungen zum „Biosprit“ ist noch relativ ungeklärt. Aber auch Positionen wie: „Die Zentralität der Energiekrise für die Kapitalakkumulation eröffnet die Möglichkeit einer globalen Debatte“ Die mögl. internationale Bündnisbreite aufgrund gemeinsamer Betroffenheit und gemeinsamer Gegner wird noch wenig beachtet. Und: Wo liegen die politischen Zuspitzungen ? In den Massenmedien zunehmende Kritik wegen Auswirkungen in Bereichen Hunger und Umwelt und zu Spekulation mit Lebensmitteln. Nicht: Welche Interessen von wem im Spiel sind! Ist die ökonomische (politische) Macht, die den Agrosprit vorantreibt, bereits gegenwärtig so mächtig, daß sie - über neoliberale Weichenstellungen hinaus – historische, geopolitische Prozesse wie den der Entkolonialisierung in ihrer sozialen Substanz rückgängig machen könnte ? Gegner / Protestfront Medien Befürworter / Antreiber

21 21 Positionen / Forderungen Kritik zur Globalisier. Reduzierung des Energieverbrauchs, alternative Logistik (kleinräumige Produktion mit Landwirtschaft zum lokalen Verbrauch) sind von Nöten; Verteidigung des Prinzips der Energie als öffentliches Gut -> Neben Ernährungssouveränität auch Energiesouveränität Wegen erzeugtem Nachfragedruck im Energiebereich garantiert z.B. eine Zertifizierung kaum eine nachhaltige Produktion und verhindert nicht das zu befürchtende, soziale Desaster. (Zertifizierung : Be-Siegelung des Raubbaus) zu Entwicklungsl.Bei dem weiterem Ansteigen der Energiekosten für den Eigenbedarf Diversifizierungsmöglichkeiten durch den begrenzten Anbau von Agrotreibstoffpflanzen (bei vorrangiger Sicherung der eigenen Lebensmittelproduktion), zunächst aber Unterstützung bei der Schaffung alternativer Energieversorgung (Sonne, Wind, Wasser) Gegenüber EU Stopp der weiteren Umsetzung der EU-Vorgaben und Bekämpfung des europ. Weltmachtstrebens( Global Europe). Bei weiter steigenden Ölpreisen sind Subventionen zur Finanzierung der Agrosprit-Produktion konzernseitig weniger nötig, da auch so profitabel. ---> staatl. Eingriffe dagegen Gegen Konzerne Grundnahrungsmittel von den Finanzbörsen nehmen (UNCTAD), Sicherung von Agrarflächen und Kleinproduzenten für Lebensmittel,… (weitere Maßnahmen gerade hier) Kontrolle und Entmonopolisierung

22 22 Bisherige Positionspapiere/ weitere Strategie div. Positionspapiere Misereor, Moratorium, Papier von Quito, Regenwald e.V., Attac-Agrarnetzwerk (Entwurf) Charakterisierung Moratorium bisher größte Anzahl von Unterstützern (ev. aber unzureichend, wenn sich ein Kurswechsel der EU bei den bisherigen Vorgaben bestätigt?; Moratorium = konsequente Ablehnung ?, Öffnung zu Agrosprit wenn Produktionsziele der EU nicht so umfangreich sind und Nachhaltigkeitskriterien deklariert werden ? ) Misereor : vorrangig Ablehnung wegen Hunger-, Umwelt- und Menschenrechtsprobleme Regenwald e.V.: umfangreiche Sammlung der verschiedenen Ablehnungsgründe „Positionspapier des glob. Südens“/ Quito : systemkritisch in Anknüpfung an Linksentwicklung in LA Papier des Agrarnetzwerkes : konsequente, diverse Ablehnungsgründe zu Agrosprit Gegenüberstellung zu Erfordernissen von Ernährungssouveränität und Darstellung der Konzerninteressen Inhaltl. Schwerpunkteentlang der vorherigen Ablehnungsgründe (Rücksicht auf diese Prioritäten + Komplexität) Strategie Am Positionspapier Agrarnetzwerk weiterarbeiten ; bei Aktionen sollten (auch bündnisrelevant) die gegenwärtige Hungerkrise im Vordergrund sehen aber bereits in der Ablehnung zum Agrosprit darüber hinausweisen (Globalisierung, Finanzmärkte); Integration des Themas in Lateinamerika-Kongreß(11/2008), Kapitalismus- Kongreß(03/2009)

23 23 Aktionsvorschläge Informationsverbreitung: Arbeit an gemeinsamen Positionen + Veranstaltungen; daraus allgemeinverständliche Flyer, Broschüren, Unterrichtseinheiten und Aktionreader entwickeln Bündniserweiterung und –kontakte Mailverteilers aller Organisationen die gegen Agrosprit arbeiten, gemeinsame Website mit Eintrag in Mailverteiler für Einzelpersonen, gemeinsame Gegner bestimmen Lokale Aktivitäten: Innenstadt : Stände, Plakatierung, Strassentheater Besuch von Veranstaltungen zu diesem Themenkomplex Bundesweite/Internationale Anlässe: Landwirtschafts- und Automobilausstellungen Kontrahenten der Auseinandersetzung: Gruppen sollten sich austauschen wo Firmen, Verbände im Agrosprit-Bereich in der Nähe sind und gemeinsam entsprechende Aktionen überlegen Möglichkeiten von offensiver Enthüllung und politischer Zuspitzung: Börsenspekulation und Banken mit Werbung für enspr. Fonds, Stromerzeugung mit Palmöl in Frage stellen, sowie den Bau Raffinnerien und Depots zu Agrosprit


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