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Indikation, Angebote und Wirkung: Was wissen wir, was können wir tun? Prof. Dr. Kitty Cassée Fachtagung Platanenhof 06.03.2015 Schwingerstrasse 10, 8006.

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1 Indikation, Angebote und Wirkung: Was wissen wir, was können wir tun? Prof. Dr. Kitty Cassée Fachtagung Platanenhof Schwingerstrasse 10, 8006 Zürich 5

2 Rebels without a cause, Nicolas Ray, 1955 Die Aussage stimmt auch heute – nach 60 Jahren - noch!. Die Aussage kann heute hirnbiologisch gestützt werden durch Erkennt- nisse über die Hirnent- wicklung im Jugendalter

3 «Professionelle wissen, was sie tun, und sind sich der Wirkungen ihres Tuns bewusst.» Postulat von Ruth Brack (1976) Und die Professionellen?

4 Aufbau und Themen meines Referats Was wissen wir, welche fachlichen Grundlagen haben wir? -Studien zu wirksamen Interventionen aus dem In- und Ausland -Entwicklungstheorien des Jugendalters -Lerntheorien Was können wir tun? -mit Methodiken arbeiten -die Diagnostik verbessern/klare Indikationen formulieren -wirksame Interventionen gestalten > die Angebotspalette erweitern -Prozesse und Ergebnisse evaluieren -

5 Was wissen wir?

6

7 Wirksame Interventionen: Quellen

8 Wirksame Interventionen Aus den oben genannten Quellen: -Gute theoretische Unterlegung: benennen von Risiko- und Schutzfaktoren, die das Entstehen und das Fortbestehen von Verhaltensproblemen beeinflussen -Multisystemische Perspektive: Kind/Jug., Eltern, Schule, Peers -Spezifische Abstimmung der Interventionen auf den Stand der Entwicklung des Jugendlichen und auf das Risiko für Fortbestehen des Problemverhaltens > gute Diagnostik -Möglichst frühzeitige Interventionen (vor 12 Jahren sind Interventionen am wirksamsten) -Bei Kindern unter 12 Jahren: Fokus auf Erziehungsfähigkeit der Eltern -Abstimmen der Interventionen auf die Spezifika der Familie und der Lebenswelt (Kontextualisierung) -

9 Wirksame Interventionen -Bei Jugendlichen: kognitiv-verhaltensbezogene Interventionen (ambulant und stationär) zur Verbesserung von Selbststeuerung, sozialen Fähigkeiten und Emotionsregulation. Fokus auf dynamische Risikofaktoren. -Bei stationären Interventionen: auf Individualisierung achten und zeitnahes Feedback auf erwünschtes Verhalten geben -Klare Struktur und Phasierung von Interventionen -Gut qualifizierte Mitarbeitende, die modellgetreu arbeiten (treatment integrity, Methodiktreue) -Aktivierender Zugang mit dem Ziel: aus eigener Kraft das Leben gestalten -Interventionen in der Schule und Training von Lehrpersonen -

10 Entwicklungstheorien

11 Entwicklungstheoretische Grundlagen Entwicklungsbiographie/Entwicklungstraumata Konzept der Entwicklungsaufgaben Schutz- und Risikofaktoren/Resilienz und Vulnerabilität -

12 12 Entwicklungsaufgaben Jugendlicher Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen Erziehungs-/Entwicklungaufgaben von Eltern mit Jugendlichen Bewältigen schulischer Anforderungen Berufswahl / Berufsausbildung Akzeptieren der körperlichen Veränderungen und der eigenen Erscheinung Beziehungen zu Gleichaltrigen Entdecken der Sexualität/Aufnahme intimer Beziehungen/sexuelle Identität Ind. Ausgestaltung der männlichen bzw. weiblichen sozialen Geschlechtsrolle Gestaltung der freien Zeit Entwicklung eines ressourcen- und bedürfnisgerechten Konsumverhaltens Umgang mit Autorität: Personen und Instanzen Entwicklung einer eigenen Identität Aufbau eines eigenen Wertesystems Emotionale Ablösung von den Eltern Befriedigung der Grundbedürfnisse dieser Lebensphase (Ernährung, Schlaf, Zuwendung, Autonomie) Bedarf an Unterstützung erkennen und benö- tigte Unterstützung anbieten (Schule, Berufs- findung, Freundeskreis) Loslösung des Jugendlichen zulassen und die elterliche Kontrolle reduzieren Ermöglichen und Begleiten des Auszugs aus dem Elternhaus Sorge tragen zur persönlichen Entwicklung als Frau/Mann Gestalten und Pflegen der Paarbeziehung/ Bewältigung von Belastungen Pflege (Aufbau und Ausbau) eines eigenen Freundeskreises/eines sozialen Netzes

13 Hirnstruktur: bedeutsame Regionen im Jugendalter Intelligenz/ zielgerichtetes Verhalten Lustzentrum Emotionszentrum

14 Lerntheorien

15 15 Lerntheorien Verhaltens-probleme von Kindern und Jugendlichen entstehen vor allem, weil Eltern und Kindern nicht über die nötigen Fähigkeiten verfügen. Das normative Paradigma: sie könnten schon, wenn sie nur wollen würden, greift zu kurz. Es braucht entsprechend lerntheoretisch begründete Interventionen. Wichtige Lerntheorien: - die operante Lerntheorie: S-R-C > Fokus auf Settings- gestaltung, auf positives Feedback und weniger auf Sanktionen - die soziale Lerntheorie: Lernen am Modell - die kognitive Lerntheorie: Gedanken und Gefühlen > kognitiv-verhaltenstheoretische Interventionen - die Selbstmanagementtheorie: Selbststeuerung

16 Was können wir tun?

17 Schritte zur wirksamen Jugendhilfe 17 implizites Wissen = individuell Deskription = Konzept Theoretische Plausibilität und Vergleichbarkeit = Methodik wirksame Jugendhilfe (Evaluation ) wirksam heisst: Zielerreichung nach- gewiesen wenig Rückfälle wenig Abbrüche/ Umplatzierungen/ Time-Outs (nach Datenbank Nederlands Jeugd Instituut NJI)

18 18 Arbeit mit Methodiken Eine Methodik ist ein theoretisch fundiertes Handlungs- modell, das als Standard bei mehreren Leistungserbringern vergleichbar zur Anwendung gelangt. Eine Methodik ist strukturiert, d.h. die wichtigsten Arbeitsschritte und Verfahren/Instrumente liegen in Form von Checklisten, Rastern etc. in manualisierter Form vor. Eine Methodik umfasst Arbeitsschritte und Verfahren für die - Diagnostik - Planung und Gestaltung von Interventionen - Evaluation

19 Da Methodik für den ganzen Hilfeprozess Methodik Intake Analyse Indikation Ind. Hilfeplan Intervention Evaluation Verlaufsdiagnostik Abschluss Diagnose Diagnostischer Prozess Interventions-prozess

20 Wissenschaft Forschungs- stelle Methodik Praxis Entwicklung/Implementierung/Evaluation „state of the art“ Forschungs- ergebnisse Erklärungs- theorien Techniken Methoden Handlungsfelder „good practice“ Praktische Erfahrungen Methodikentwicklung Instrumente Koproduktion „Evidenzbasierung“

21 21 Aktueller Stand der Methodikentwicklung CH 2004/2005: KOFA Kompetenzorientierte Arbeit mit Familien (aufsuchend) ab 2015: Kompetenz- und risikoorientierte Arbeit mit Familien 2006/2007: KOSS Kompetenzorientierte Arbeit in stationären Settings 2011: KORJUS Kompetenz- und Risikoorientierung in der Jugendstrafrechtspflege 2015: KORKJH (in Vorbereitung) Kompetenz- und Risikoorientierung in der ambulanten KJH (z.B. KESB) 2015: KOPP (in Vorbereitung) Kompetenzorientierte Platzierung in Pflegefamilien ca. 80% der Grundlagen/Instrumente sind gleich

22 Diagnostikprozess mit Instrumenten SW M/VLB SDQ Erw. Gutachten Beizug externer Fachpersonen Diagnostische Kompetenzanalyse und Indikationsbericht BI BENK K/JKA K/J SDQ J SW K/J CARE-CH RE-KipE SSL/LSL SAVRY KP Eltern NK Eltern Auftrag der zuweisenden Instanz TR FEEL

23 Indikation 23 Diagnostikprozess: Indikation welche Massnahme ist geeignet und notwendig? Aufsuchende Familienarbeit (KOFA, 6 Wochen, 6 Monate) KO4JU (ambulantes Programm 4 Mt. ) Family Group Conference (FGC) Lernprogramm von x Monaten in einem stationä- ren Setting mit formulierten Zielen (KOSS) Vertiefte stationäre Abklärung mit formu- lierten Themen Professionelle Familiengruppe Berufsausbildung in prof. Settings Diagnose was ist los? ??? Mediation

24 Forschungsergebnisse Bereich Unterbringung «Unser Wissen darüber, ob und welche Interventionen im Bereich der Fremdplatzierung von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten funktionieren oder nicht, ist immer noch stark eingeschränkt.» (Wirksame Gewaltprävention, S. 165) «Eine Übersichtstudie zur Wirksamkeit von ausserfamiliären Platzierungen generell gelangte zu der vorsichtigen Schlussfolgerung, dass (…) dass Interventionen mit einer starken Verhaltenskomponente und einer familien- orientierten Komponente besser als andere zu funktionieren scheinen.» (Wirksame Gewaltprävention, S. 165) Therapeutische Pflegefamilienprogramme sind vielver- sprechend.

25 Forschungsergebnisse Bereich Tagesstruktur (stationär und teilstationär) Forschungsbasis ist dünn. (Wirksame Gewaltprävention, S. 181) Effektive Programme haben vier Merkmale gemeinsam: - Klar definierte Trainingsziele (SMART) - aufbauend strukturiert: Programmschritte sind miteinander verknüpft - Aktives Lernen - Spezifisch reservierte Zeit für das Kompetenztraining (Wirksame Gewaltprävention, S. 175) «Es gibt Hinweise darauf, dass Programme, die vor allem problematische Jugendliche anziehen, kontraproduktiv sind, vor allem, wenn diese Programme keine strukturierte Reihe von Aktivitäten anbieten. Solche Programme können zu mehr, statt weniger Kriminalität führen.» (Wirksame Gewaltprävention, S. 176)

26 Forschungsergebnisse Bereich kognitiv-verhaltenstherapeutische Programme «Die Programme müssen ein hohes Supervisionsniveau beinhalten und von Anbietern umgesetzt werden, die ange- messen in kognitiv-verhaltenstherapeutischen Programmen geschult sind.» (Wirksame Gewaltprävention, S. 150) «Programmkomponenten, die den Schwerpunkt darauf legen, die Straffälligen für die Auswirkungen ihrer Taten auf die Opfer zu sensibilisieren und so ihr Verhalten zu ändern, sind dagegen weniger effektiv.» (Wirksame Gewaltprävention, S. 150)

27 Forschungsergebnisse Bereich Familieninterventionen Für eine optimale Umsetzung ist ein gut konzipiertes Überwei- sungssystem erforderlich, bei dem eine Familienbedarfs- analyse durchgeführt wird. (Wirksame Gewaltprävention, S. 36) «Gemäss aktuellem Forschungsstand zeigt sich, dass von Fachleuten und spezifisch geschultem Personal umgesetzte Programme mit einem intensiveren Programm mit längeren und häufigeren Sitzungen wirksamer sind. (Wirksame Gewaltprävention, S. 43) Modellgetreue Umsetzung der Behandlung. (Wirksame Gewaltprävention, S. 158)

28 Forschungsergebnisse Bereich Therapie «Sie sind sowohl hinsichtlich ihrer empirischen Fundierung als auch im Hinblick auf ihre Wirksamkeit sehr unterschiedlich zu bewerten.» (Beelmann/Raabe, S. 202) «Im Allgemeinen finden sich bei gut strukturierten, multi- modalen und fähigkeitsorientierten Konzepten bessere Ergebnisse als bei unstrukturierten, offenen und unspezi- fischen Therapieansätzen.» (Beelmann/Raabe, S. 202) Siehe auch: Baierl, M. (2011). Herausforderung Alltag. Praxishandbuch für die pädagogische Arbeit mit psychisch gestörten Jugendlichen.

29 Was heisst das für die Angebotspalette in der Schweiz?

30 30 Interventionen sind zu evaluieren! Implementierungsprozess einer Methodik/eines Programms Stand der Implementierung/Methodiktreue Fähigkeiten der MA vor einem spezifischenTraining und Zuwachs der Fähigkeiten nach dem Training Beurteilung der Methodik durch die Professionellen Zielerreichung/Wirkung auf Klientenebene (K/J und Eltern) Beurteilung klientbezogener Prozesse durch KlientInnen, Eltern und zuweisende Instanzen Follow-ups für die Nachhaltigkeitsüberprüfung …


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