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Goethe-Universität, Frankfurt/Main 214 Arbeitslosenversicherung (2) Ist Arbeitslosigkeit strukturell bedingt (und nicht nur vorübergehend), so behindert.

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1 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 214 Arbeitslosenversicherung (2) Ist Arbeitslosigkeit strukturell bedingt (und nicht nur vorübergehend), so behindert die Versicherung eine notwendige Strukturanpassung, weil –der Anreiz zur Arbeitsplatzsuche abnimmt; –die regionale Arbeitsmobilität verringer wird; –Umschulungsmaßnahmen unterbleiben. Hinzu tritt ein moral hazard-Problem.

2 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 215 Reallohnstarrheit Neben die Strukturaspekte tritt häufig das Versagen des Reallohns, Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage zum Ausgleich zu bringen. Aufgrund von Lohnstarrheiten kann der reale Effektivlohn längere Zeit über dem Gleichgewichtslohn liegen. In diesem Fall übersteigt das Arbeitsangebot die Nachfrage, der Markt wird nicht geräumt.

3 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 216 Lohnstarrheit und Rationierung von Arbeit L W/P Arbeit Starrer Reallohn Nachfrage Angebot Arbeits- losigkeit

4 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 217 Wartearbeitslosigkeit Wenn der Markt durch Lohnstarrheit nicht geräumt wird, spricht man von Wartearbeitslosigkeit. Arbeitnehmer warten einfach darauf, dass zum herrschenden Lohn Arbeitsplätze frei werden. Das Phänomen Lohnstarrheit erfordert eine Erklärung, da normalerweise eine Tendenz zum Gleichgewichtspreis besteht.

5 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 218 Mindestlohngesetze Lohnstarrheit kann durch eine Mindestlohn- gesetzgebung hervorgerufen werden. Man vermutet, dass gesetzliche Mindestlöhne besonders die Einstellungschancen weniger Qualifizierter beeinträchtigen. Auch Jugendliche könnten dadurch benachteiligt werden, zumal zum Lohn noch die Ausbildungskosten hinzukommen.

6 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 219 Sozialgesetze und relative Einkommensposition (1) Diese Argumentation um Mindestlöhne ist zu einfach, weil Mindestlöhne meist sehr niedrig sind. [Z.B. beträgt er in den USA (seit 1994) $5,15 pro Stunde.] Allerdings liegen solche Löhne in der Nähe offizieller Armutsgrenzen, bei denen häufig Sozialleistungen gewährt werden. Dies kann den Anreiz zur Arbeit verringern.

7 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 220 Sozialgesetze und relative Einkommensposition (2) Liegen Sozialleistungen bei oder über dem Einkommen eines Mindestlohnbeziehers, so hat er keinen Anreiz, Arbeit anzubieten (auch wenn er sich registrieren lassen wird). Freilich gibt es in dieser Situation auch echtes Arbeitsangebot, so wenn ein Sozialleistungsempfänger sich diskriminiert fühlt oder eine Dequalifizierung befürchtet.

8 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 221 Gewerkschaftliche Macht und Tarifpolitik Löhne sind das Ergebnis von Verhandlungen zwischen Tarifpartnern. Neben Löhnen erstreiten Gewerkschaften auch Regelungen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und betriebl. Sozialleistungen. Tarifverträge betreffen Industriebereiche und sind regional differenziert, nicht aber nach Betrieben (Flächentarifvertrag).

9 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 222 Der standardisierte Arbeitsvertrag Tarifverträge klassifizieren das Lohnentgelt nach verschiedenen Kategorien von Tätigkeiten, die standardisiert sind. Nach Eingruppierung nimmt der Arbeitnehmer an der Einkommensentwicklung seiner Lohngruppe teil. Diese folgt der allgemeinen Entwicklung, wobei untere Löhne aber oft stärker steigen.

10 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 223 Tarifverträge und gewerkschaftliche Interessen Tarifverträge gelten für gewerkschaftlich organisierte und nicht organisierte Arbeitnehmer. Dualer Markt: Insider möchten Löhne hoch halten; Outsider möchten Tariflöhne unterbieten. Quelle: Gewerkschaftlicher Organisationsgrad im Jahr 2000

11 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 224 Effizienzlohntheorien Diese Theorien beruhen auf dem Gedanken, dass höhere Löhne produktivitätssteigernd wirken können. Sie gehen davon aus, dass ein wie auch immer standardisierter Arbeitsvertrag nie vollständig definiert werden kann. Der Lohn dient als Anreiz, den Vertrag um- fassend und effizienzsteigernd auszufüllen.

12 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 225 Sam Goldwyn (Filmmagnat) über seinen besten Agenten : We are overpaying him, but hes worth it

13 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 226 Höhere Löhne... sollen Transaktionskosten verringern, die durch häufige Kündigungen entstehen. sollen insbesondere qualifizierte Mitarbeiter halten und damit eine adverse Selektion verhindern. sollen Motivation und Arbeitsleistung der Belegschaft erhöhen und insbesondere moral hazard reduzieren.

14 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 227 Effizienzlohn und Arbeitslosigkeit Die Effizienzlohntheorie soll u.a. auch dafür herhalten, die Starrheit von Löhnen - und damit Arbeitslosigkeit- zu erklären. Dieser Ansatz ist fehlerhaft, denn der Arbeitsmarkt kommt wieder ins Gleichgewicht, wenn eine Produktivitätssteigerung eintritt, d.h. es gilt wieder (W/P) = Y/ L. Anders bei dualem Arbeitsmarkt:

15 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 228 Dualer Arbeitsmarkt, Effizienzlohn und Tarifvertrag Besteht ein dualer Markt mit wenig Qualifizierten (oder outsidern) und besser Qualifizierten (oder insidern); und sind die Löhne beider Märkte tarifvertraglich aneinander gekoppelt; und gilt für insider die Effizienzlohntheorie, für outsider aber nicht; dann produziert ein Lohnanstieg Arbeitslosigkeit.

16 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 229 Dualer Arbeitsmarkt, Effizienzlohn und Tarifvertrag L1L1 L2L2 Vertraglich gekoppelt (W/P) 1 Lohnzuwachs wird durch Effizienz validiert Arbeitslosigkeit Beschäftigungszuwachs (W/P) 2

17 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 230 Relative Lohnstarrheit Es ist nicht absolute Lohnstarrheit, die Arbeitslosigkeit erzeugt, sondern relative. Das Modell erklärt auch, weshalb Arbeitslosigkeit mit Überbeschäftigung zusammen existieren kann (Überstunden). Die Effizienzlohnkomponente erklärt zudem den verminderten Widerstand der Arbeitgeber gegen Lohnsteigerungen.

18 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 231 Globalisierung und Relevanz des dualen Arbeitsmarktmodells Durch die Globalisierung wird der Arbeitsmarkt in weiten Teilen geöffnet. Dadurch entsteht eine globale Reservearmee. Der Wettbewerb nimmt aber auch für qualifizierte Leistungen zu (Dienstleistungen). Das duale Modell dürfte dadurch auch für OECD-Länder an Bedeutung gewinnen. Es muss zur Divergenz von Löhnen kommen.

19 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 232 Segmentierter Arbeitsmarkt und Bildung Heft 17 vom 16. April 1998 Der technologische Fortschritt steigert permanent die Nachfrage nach gut ausgebildeten Leuten und senkt den Bedarf an Leuten mit geringen Fähig- keiten. Diesen Effekt können wir nur ausgleichen, indem wir das Angebot an gut Ausgebildeten parallel zur steigenden Nachfrage erhöhen (Paul Romer).

20 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 233 Ungleichheit der Lohnentwicklung: Evidenz für die BRD Die Ungleichheit der Bruttolöhne pro Individuum nimmt zu Im Osten ist die Zunahme erheblich stärker als im Westen Gini-Koeffizient Quelle: R. Hauser & H. Fabig sowie Armutsbericht 2000

21 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 234 Lohnnebenkosten Maßgeblich für die Nachfrage nach Arbeit sind Lohnkosten einschl. ihrer Nebenkosten. Lohnnebenkosten sind –Lohnsteuer, Solidarzuschlag; –Sozialabgaben (RV, KV, AV, UnfV, PflV); –Betriebliche Sozialleistungen (z.B. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall); –Ausbildungs- und Umschulungskosten; –Friktionelle Kosten (z.B. Kündigungsschutz).

22 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 235 Lohnbezogenes Soziales Sicherungssystem Beitragssätze der Sozialversicherungen in Prozent des Bruttolohns

23 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 236 Belastung der Einkommen durch Steuern und Abgaben Quelle: nach Heiner Flassbeck, DIW Berlin - Friedr.-Ebert-Stiftung Westdeutschland Steuern und Sozialversicherungsausgaben auf Löhne Steuern auf Gewinne und Vermögen

24 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 237 Internationale Belastung der Bruttoarbeitskosten durch persönliche Einkommenssteuer und Sozialabgaben Quelle: OECD & Karl-Bräuer-Institut

25 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 238 Lohnnebenkosten und Faktorallokation Der Faktor Kapital trägt weitaus geringere Nebenkosten als der Faktor Arbeit. Dadurch besteht ein Anreiz, Arbeit durch Kapital zu substituieren. Die höhere Kapitalintensität begünstigt insider, die einen Effizienzlohn beziehen. Entlassung von weniger Qualifizierten hebt die Ø Produktivität und so den Effizienzlohn.

26 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 239 Effizienz durch Entlassungen? Der Anstieg der Ø Produktivität bei Entlassungen von Minderqualifizierten erklärt auch den Anstieg von Aktienkursen bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit. Minderqualifizierte werden durch neue Technologien produktiv ersetzbar. Zudem kann Arbeitslosigkeit disziplinierend auf die verbleibenden insider wirken.

27 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 240 Lohnnebenkosten und Ausweichstrategien Folgende Ausweichstrategien sind üblich: –Überstunden (reduziert nicht alle Nebenkosten); –Bezahlung unter Tariflohn im dualen Markt; –Schwarzarbeit; –Entstehen eines dritten Arbeitsmarkts; Zweiter Job als Selbständiger; Outsourcing und Quasi-Selbständigkeit; –Verlagerung von Produktion ins Ausland.

28 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 241 Die Bedeutung von Vollzeitjobs Quelle: Kommission für Zukunftsfragen (Freistaaten Bayern und Sachsen) andere Vollzeitjobs andere Vollzeitjobs 16% 84% 33% 67%

29 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 242 Die Bedeutung von Vollzeitjobs Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den abhängig Beschäftigten in der BRD

30 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 243 Die Bedeutung von Vollzeitjobs Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den abhängig Beschäftigten in der BRD

31 Goethe-Universität, Frankfurt/Main schafft den Durchbruch ? Welche Arbeitsmarktpolitik... Welche Arbeitsmarktpolitik...

32 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 245 Der naive Ansatz: Arbeitszeitverkürzung Varianten der These sind die Verkürzung: –der Wochenarbeitszeit (30-Stunden-Woche); –der Jahresarbeitszeit (Urlaub, job sharing) –der Lebensarbeitszeit (Frühverrentung). Die These lautet: Wenn das erforderliche Arbeits(zeit)volumen zurückgeht, dann teilen wir es besser auf Köpfe auf, indem wir die Arbeitszeit pro Vertrag verkürzen.


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