Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

1 Herzlich Willkommen! Moderation: Prof. Dr.-Ing. Lothar Petry, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, Hochschule Darmstadt.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "1 Herzlich Willkommen! Moderation: Prof. Dr.-Ing. Lothar Petry, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, Hochschule Darmstadt."—  Präsentation transkript:

1 1 Herzlich Willkommen! Moderation: Prof. Dr.-Ing. Lothar Petry, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, Hochschule Darmstadt

2 2 3. September 2012 Prof. Dr. Arnulf Rosenstock: „Nachhaltigkeit – Einem Mode- wort auf den Grund gegangen “

3 3 15. Oktober 2012 Prof. Dr.-Ing. Thomas Betz, Hochschule Darmstadt: „Blitz und Donner – eine mögliche Energiequelle oder doch nur ein Hoch- spannungsspektakel? Hier treffen sich Theorie und Praxis. “ 26. November 2012 Prof. Dr.-Ing. Jutta Hanson, Technische Universität Darmstadt: „Das Energieversorgungsnetz für die Energiewende. “ 17. Dezember 2012 Dipl.-Ing. Bernhard Fenn, NATURpur Institut für Klima- u. Um- weltschutz, Darmstadt: „Intelligente Energieversorgung der Zukunft am Praxisbeispiel des EU-Projektes ‚Web2Energy ‘. “

4 4 28. Januar 2013 Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner, Hochschule Regensburg: „Transformation der Energiesysteme – Power to gas. “ 4. Februar 2013 Dipl.-Ing. (FH) Martin Huth, Lokale Agenda 21, Darmstadt: „Der ökologische Fußabdruck – wie viel Raum braucht mein Lebensstil? “

5 Nachhaltigkeit einem Modewort auf den Grund gegangen Prof. Dr. Arnulf Rosenstock

6 6 Nachhaltigkeit – einem Modebegriff, der ein Prinzip beinhaltet, auf den Grund gegeangen Einführung, was besagt der Begriff „Nachhaltend “ Warum kommt der Begriff aus der Forstwirtschaft Das Hölzerne Zeitalter Zentralressource Holz nicht nachhaltig genutzt Holznot

7 7 Begriff: Der Große Brockhaus definiert Nachhaltigkeit wie folgt: „Ein Grundsatz der Forstwirtschaft, der hinsichtlich Flächengröße, Vorrat, Zuwachs, Bodennährstoffhaushalt, auf eine unverminderte Leistung der Waldbestände abzielt

8 8 Warum kommt der Begriff die Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft?  Streunutzung:  Waldweide:  Energienutzung und Köhlerei:  Gerberlohe:  Salzsiederei, Glasherstellung Fazit: Die Bodenfruchtbarkeit war zerstört, die Waldfläche bedrohlich dezimiert, der Holzvorrat so geschrumpft, dass immer neue Gebiete aufgesucht werden mussten und es wuchs wegen des Vieheintriebs nichts mehr nach. Der Holzbedarf war hoch, der Holzvorrat dagegen gering und die Wuchsleistung der Wälder dazu kümmerlich.

9 9 Geschichtliche Befunde: Das Hölzerne Zeitalter Zentralressource Holz nicht nachhaltig genutzt Holznot Aus Wäldern wird Heide Der Wald war weitgehend verwüstet und stellenweise in eine lichte parkartige Szenerie mit wenigen Hutebäumen verwandelt.

10 10 Um den existenzbedrohenden Folgeerscheinungen des Raubbaues am Wald zu begegnen, wurden Weistümer und später Forstordnungen erlassen: z.B. Die Ebersberger Klosterwaldordnung um 1300 die Forstordnung in Württemberg um 1514 die erste Forstordnung in Sachsen um 1520 die Forstordnung in Hessen um 1532 Das Organ, das im Auftrag der Fürsten über die Befolgung der Forstordnungen wachte, war der sog. Holzgerechte Jäger. Daraus entwickelte sich schließlich der Beruf des Försters. Im Stadtwald Erfurt wurde im Jahre 1359 die erste bekannte Forstbetriebsplanung eingeführt. Um eine jährlich gleichbleibende Nutzung sicher zu stellen, welche die holzverarbeitenden Gewerbe der Stadt mit Nutzholz und die Haushaltungen mit Brennholz belieferte, wurde eine Waldeinteilung vorgenommen, die einen jährlich gleichbleibenden Ertrag sicherte. Die Nachhaltigkeit ist also 650 Jahre alt.

11 11 Der Absolutismus, die große Waldkrise Seit den niedergeschlagenen Bauernkriegen fehlt jedes Mitgefühl: Humanität ist nicht der Zeitgeist Verbot der Waldweide Lebensgefühl ist eine abgehobene Scheinwelt (Gesamtkunstwerk) Sportlich gefährliches Jagdhandwerk mutiert zum festlichen Spiel Jagdrecht ist absolutes Fürstenrecht, Folge überhöhte Wildbestände Vergreiste Wälder ohne jeglichen Unterwuchs, Holz wird immer knapper

12 12

13 13 Nachhaltigkeitsbegriff Kriterien und Indikatoren von Carlowitz 1713 continuierliche, beständige und nachhaltende Nutzung Der Forstliche Klassiker Johann Georg von Langen hat im Jahre 1726 Wälder vermessen, eingeteilt, angepflanzt und durchforstet und damit das erste Planungsmodell zur nachhaltigen Nutzung entwickelt. Der Nestor der deutschen Forstwirtschaft, Georg Ludwig Hartig, hat mit seiner Forderung : “ dass Wälder zu taxieren und so zu nutzen seien, dass die Nachkommenschaft wenigstens ebensoviel Vorteil daraus ziehen könne, als sich die jetztige Generation zueignet, das Kriterium der Generationenverträglichkeit entwickelt.

14 14 Nachhaltigkeit ist ein Wirtschaftsprinzip Aus den Kriterien Dauer, Stetigkeit und Gleichmaß und den gemessenen Indikatoren Vorrat, Zuwachs, Erntemenge und Neuanzucht ist unter dem Modellfall der nachhaltigen Forstwirtschaft ein Prinzip verwirklicht worden, das die Holznot beseitigt, die Volkswirtschaft erstarken und diesen Forstlichen Erkenntnissen Mitteleuropas in der ganzen Welt Geltung zukommen ließ.

15 15 Schiller im Walde (1814) in Ilmenau:

16 16 Nachhaltigkeit und Politik Wie kommt die UNO zu Thema der Nachhaltigen Entwicklung Brundtlandbericht In den verschiedenen deutschen Gesetzen: Wassergesetz, Bodenschutzgesetz, Forstgesetz, Naturschutzgesetz, Abfallgesetz taucht seit den 1960 er Jahren der Begriff der nachhaltigen Veränderung oder -Beeinträchtigung auf. Die Politik nimmt davon jedoch keine Notiz, im Gegenteil man belächelt zunächst noch diesen „altbackenen Begriff “ Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (UNEP)begann im Jahre 1984 mit der Bearbeitung des „weltweiten Programms des Wandels “. Dieses wurde 1987 der UNO-Generalversammlung vorgelegt. Der nach der damaligen Norwegischen Ministerpräsidentin benannte Brundlandbericht „Unsere gemeinsame Zukunft “, analysierte umfassend die weltweiten Abhängigkeiten von

17 17 Bevölkerung Sicherung der Nahrungsmittelversorgung Artenschwund und Verlust des genetischen Potentials Energie, Industrie und Besiedelung. Da die beobachteten Trends immer mehr Armut und Elend verheißen und die Umwelt schädigen, und die doppelte Anzahl der Menschen erwartet wird, was die Ressourcen immer mehr verknappen lässt, wurden entsprechende Antworten gegeben: Das Konzept der dauerhaften Entwicklung Die generationenfreundliche Ressourcennutzung Die Linderung der Armut durch wirtschaftliches Wachstum Der Prozess des ständigen Wandels Urbane Herausforderung in Schwellenländern Der Schutz der Umwelt.

18 18 Im Jahre 1992 wurde auf der UNO-Konferenz von Rio de Janeiro von über 170 Staaten ein Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert verabschiedet, die AGENA 21. In 40 Kapiteln wurden alle wesentlichen Politikbereiche abgesprochen. Diese sollen unter dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) erfüllt werden, damit die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können.

19 19 Neue Kriterien, Neues Denken Zusammengefasst hat die Agenda 21, unter dem Titel: Beginn der globalen Partnerschaft, vier Stoßrichtungen Zukunftsbeständigkeit durch Generationenverträglichkeit Zukunftsbeständigkeit des Wirtschaftssystems Ökologische Zukunftsbeständigkeit Kulturelle Zukunftsbeständigkeit Dieses Zielbündel verbirgt sich hinter dem Begriff „sustainable development “. Inder Nitin Desai, Verfasser Entwicklung zur Nachhaltigkeit statt nachhaltiger Entwicklung sprachlich unsinnig, denn Entwicklung ist ein Ziel und Nachhaltigkeit ein Prinzip. Stilblüten: sog. defensive,Nachhaltigkeit (Erhaltung von Ressourcen)und die sog. konstruktive Nachhaltigkeit, die die Lern- und Innovationsfähigkeit betont. Systemstabilität nachhaltig?.

20 20 Europäische Nachhaltigkeitskriterien Ziel der im Sommer 2001 beschlossenen EU- Strategie für nachhaltige Entwicklung ist die Verbesserung der Lebensqualität für alle (generationenverträglich). Es soll insbesondere sichergestellt werden, dass Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und soziale Integration Hand in Hand gehen. Dies wird verwirklicht durch vier Themenbereiche: 1. Klimaänderung, 2.Verkehr, 3.Gesundheit und 4. natürliche Ressourcen. Was das mit Nachhaltigkeit im prinzipiellen Sinne (Dauer Stetigkeit und Gleichmaß) zu tun hat, bleibt offen.

21 21 EU-Nachhaltigkeitsstrategie 2006: Klimawandel und saubere Energie (Verringerung des Energieverbrauchs um 9 %) Nachhaltige Verkehrsentwicklung (Maßnahmen zur Verringerung der Umweltauswirkungen des wachsenden Flug- und Schiffsverkehrs) Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion (das Labeling von Produkten wird auf Produkte mit starken Umweltauswirkungen ausgeweitet) Schutz und Management der natürlichen Ressourcen (Ziele der thematischen Ressourcenstrategie...) Gesundheit (Strategie zur Verbesserung der Luftqualität in geschlossenen Räumen). Globale Herausforderungen z.B. Armut und nachhaltige Entwicklung (multilaterale Umweltabkommen, Handelsvereinbarungen zur Verbesserung der Umwelt- und Sozialstandards Gesellschaft, Demografie und Migration (Verbesserung der Lebensqualität, spezifische Umweltthemen). Der Monitoringprozess der EU verlangt, dass alle zwei Jahre ein Fortschrittsbericht vorgelegt wird. Wirklich dem Nachhaltigkeitsgrundsatz verpflichtet, ist das Verschlechterungsverbot für FFH-Gebiete in Folge von Eingriffen. Alle anderen EU-Standards verfolgen Ziele und keine Prinzipien.

22 22 ThemaZiel RessourcenschonungVerdopplung bis 2020 KlimaschutzRed. Der Treibhausgase um 40 % bis 2020 Erneuerbare Energien10,9% bis 2010 erreicht, allerdings Stromverbrauch gestiegen/ FlächeninanspruchnahmeReduzierung des tägl. Wachstums auf 30 ha./Tag ArtenvielfaltStabilisierung in (Vogelarten Gesamtindikator) StaatsverschuldungKonsolisierung des Staatshaushaltes, 3% BIP unterschreiten Wirtschaftl. Zukunftsvorsorge Steigerung der Innovationsdynamik, Entkoppelung v. Umwelt- Belastung InnovationSteigerung der F-E-Ausgaben auf 3 % des BIP in 2010 BildungStudienanfängerquoten Erhöhung auf 40 % in 2010 MobilitätPersonen- und Güterverkehr sinken um 10 bzw. 5 %(2020)/ Ernährung/Landbewirtschaftung Senkung der Stickstoffbilanzüberschüsse, Steigerung des Ökolandbaus auf 20% LuftqualitätVerringerung auf 30 % der Schadstoffintensität, Basis 1990 GesundheitStabilisierung auf hohem Niveau Reduzierung der Sterbefälle KriminalitätRückgang auf 117 Tsd. Wohnungseinbrüche BeschäftigungErwerbsquote % (2020) FamilienperspektiveGanztagsbetreuung 30 % GleichberechtigungFrauen 90 % des Lohns der Männer in 2020 IntegrationRückgang der Schulabgänger ohne Hauptschulanschluss Märkte öffnenAnstieg der Einfuhren aus Entw. Ländern Ebenso missverständlich sind die sog. Schlüsselkriterien zur Nachhaltigkeit der Bundesregierung (Bericht 2012)

23 23 Der Rat für Nachhaltige Entwicklung Zur Beratung des Bundeskanzlers wurde im April 2001 der Rat für Nachhaltige Entwicklung einberufen, nachdem abzusehen war, dass sich im September 2002 in Johannesburg alle Unterzeichnerstaaten der Rio Konvention verpflichtet hatten, nationale Nachhaltigkeitsstrategien aufzustellen. Diese Nachhaltigkeitsstrategie soll die 21 Politikbereiche (fälschlich als Indikatoren bezeichnet) bewerten und das gesellschaftliche Leben beeinflussen. Dabei sollen die Umwelt-, Wirtschafts- und sozialpolitischen Ziele gleichermaßen berücksichtigt werden. Perspektiven für Deutschland (2002), Indikatorenbericht (38) alle zwei Jahre durch das Statistische Bundesamt.

24 24 Neue Akteure und Methoden zur nachhaltigen Entwicklung sind z.B.  Agenda 21 (lokale Agenda)  NGO´s  Selbstbindung durch Zertifizierung  Inkriminierung / Öffentlichkeit  Marktinstrument Nachhaltigkeitslabe  Coaching  Vorsorge (UVP) Die Nachhaltigkeitsstrategien der Politik sind m.E. keine. Weder die der EU noch die der Bundesrepublik, denn das Nachhaltigkeitskriterium (Dauer, Stetigkeit und Gleichmaß) wird weder ernsthaft angestrebt noch erreicht, da nur Entwicklungsansätze verfolgt werden. Es sind eben prinzipiell konservative Ziele, die einer Nachhaltigkeitsstrategie entsprechen und weniger die sog. konstruktiven Entwicklungsansätze. Der Bund gibt mit seinen vier Zielen: Generationengerechtigkeit Lebensqualität Sozialer Zusammenhalt Internationale Verantwortung selbst die Antwort, wie weit er (noch?) mit seiner sog. Nachhaltigkeitsstrategie von dem Ziel der zu erreichenden Nachhaltigkeit entfernt ist

25 25 Andere sektorale Schlüsselinstanzen sind als prädestinierte Bereiche da wesentlich weiter z.B.: Der Handel mit fairen oder ökologisch erzeugten Produkten Die Technologien zum Ressourcenschutz Das Bauwesen Die Land- und Forstwirtschaft; Flora-Fauna-Habitat-Gebiete Die Wasserwirtschaft Das Bankenwesen Das Bildungswesen Der Bodenschutz... Die Erforschung der Techniken zur Erzeugung erneuerbarer Energien

26 26 Niemals nachhaltig werden sein die Bereiche, (darum nicht subventionieren sondern zertifizieren): Nicht erneuerbare Energien und Ressourcen Mobilität Kriminalität Liberale Märkte/subventionierte Märkte Flächennutzung Migration

27 27 Schlussbetrachtung Die Nachhaltigkeitsstrategie der sechs Helsinki-Kriterien im Wald ist ein Modell zwischen Konvention und Selbstbindung. Nachhaltigkeit ist kein Ökolabel; Nachhaltigkeit ist das Prinzip der Substanzerhaltung bzw. der Leistungssicherung und zwar auf Dauer gerichtet, zur optimalen Bedürfniserfüllung. Seit Rio: der Menschen. Um die ökonomische, ökologische und soziale Allgemeingültigkeit des Nachhaltigkeitsprinzips zu verdeutlichen, könnte man viele Beispiele für Nachhaltigkeitsstrategien in Vertrieb, Marketing und Wirtschaft entwickeln. Nicht die verwässernde nachhaltige Entwicklung von Sektoren (fälschlicherweise auch noch Kriterien genannt) sondern die Gesamtstrategie Nachhaltigkeit ist auch heute der Ausweg aus abgeklärter Politik, tatenloser Resignation und Hoffnungslosigkeit der Bedürftigen. Das können wir aus der Geschichte der Forstwirtschaft lernen.

28 28 Hans Carl von Carlowitz Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit !

29 29 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Mehr Informationen unter:


Herunterladen ppt "1 Herzlich Willkommen! Moderation: Prof. Dr.-Ing. Lothar Petry, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, Hochschule Darmstadt."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen