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Gliederung: 01. Einführung 02. Leitbilder 03. Tarifverhandlungen 04. Gesamtwirtschaftliche Verteilungstheorie 05. Institutionelle Unterschiede 06. Finanzpolitik.

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1 Gliederung: 01. Einführung 02. Leitbilder 03. Tarifverhandlungen 04. Gesamtwirtschaftliche Verteilungstheorie 05. Institutionelle Unterschiede 06. Finanzpolitik 07. Geschichte der Sozialversicherung 08. Rentenversicherung 09. Krankenversicherung 10. Arbeitslosenversicherung 11. Vermögenspolitik 12. Bildungspolitik

2 Kapitel III: Theorie der Tarifverhandlungen

3 Gliederung: 01. Die Theorie des Angebotsmonopols (J. T. Dunlop) 02. Die Theorie des bilateralen Monopols 03. Collective bargaining-Modelle (J. R. Hicks)

4 Gliederung: 01. Die Theorie des Angebotsmonopols (J. T. Dunlop) 02. Die Theorie des bilateralen Monopols 03. Collective bargaining-Modelle (J. R. Hicks)

5 Frage 1: Welches sind die Grundzüge der Theorie des Angebotsmonopols (J. T.Dunlop) ? 1. Annahmen: a) Lohnsummenmaximierung als Zielsetzung b) monopolistische Verknappungsstrategie der Gewerkschaften c) Unternehmer als Mengenanpasser 2. Das Grundmodell 3. Ergebnisse 4. Ein modifiziertes Modell 5. Kritik: a) in Realität bilaterales Monopol b) Streik keine langfristige Verknappungsstrategie c) Die Nebenbedingung "Vollbeschäftigung" d) Elastizität der Arbeitsnachfrage e) Ineffizienz eines Cournot-Verhaltens bei bilateralem Monopol

6 Theorie des Angebotsmonopols von J. Dunlop A Arbeitsnachfragekurve AkAk k AmAm m - + A/A : / < 1 ?

7 Theorie des Angebotsmonopols von J. Dunlop A Arbeitsnachfragekurve A voll voll AmAm m - + A/A : / < 1 ?

8 Theorie des Angebotsmonopols von J. Dunlop A isoelastische Arbeitsnachfragekurve AkAk k AmAm m - + A/A : / := 1 keine Lohnsummensteigerung bei Verknappung !

9 Arbeitsnachfrageelastizität > 1 : Definition Grenzproduktivitätssatz: mit : X = b * N Cobb-Douglas-Produktionsfunktion Erste Ableitung der Lohngleichung: Einsetzen der Werte und in Elastizitätsgleichung: Durch Kürzen erreicht man: mit kleiner eins

10 Frage 1: Welches sind die Grundzüge der Theorie des Angebotsmonopols (J. T.Dunlop) ? (1) å Annahmen: l Lohnsummenmaximierung als Zielsetzung l monopolistische Verknappungsstrategie der Gewerk- schaften l Unternehmer als Mengenanpasser å Das Grundmodell l Arbeitsnachfragekurve als Bezugskurve l Lohnsummenmaximierung durch Verknappung Lohnmaximum bei : -dA = +d å Beschäftigungspolitische Nebenbedingungen l Vollbeschäftigungsannahme

11 Frage 1: Welches sind die Grundzüge der Theorie des Angebotsmonopols (J. T.Dunlop) ? (2) å Kritik l In der Realität bilaterales Monopol m In der Regel auch Unternehmer im Arbeitgeber- verband zusammengeschlossen l Streik ist keine Verknappungsstrategie i. e. S. m Verknappung nur während des Streiks l Bei realistischen Annahmen keine effiziente Politik. m Wird später im Zusammenhang mit der Theorie des bilateralen Monopols behandelt ! l Große Bedeutung der Nebenbedingung "Vollbeschäf- tigung" in der Realität

12 Frage 1: Welches sind die Grundzüge der Theorie des Angebotsmonopols (J. T.Dunlop) ? (3) l sinkende Nachfrageelastizitäten ? m Lohnsummenkonstanz bei isoelastischen Nach- fragekurven m Elastizität bei Cobb-Douglas-Funktionen größer eins ! m Lohnsteigerung nur bei Elastizitäten kleiner eins

13 Fazit: (1a) 4 In Anwendung der Theorie des Angebotsmonopols auf den Arbeitsmarkt versucht J. T. Dunlop das Verhalten der Gewerkschaften als Cournot-Verhalten zu verstehen. 4 Danach versuchen die Gewerkschaften den Lohnsatz dadurch anzuheben, dass sie die Arbeitskraft durch Streik verknappen. 4 Da von einer negativ geneigten Arbeitsnachfragekurve ausgegangen wird, führt eine Verknappung des Arbeits- angebotes von Seiten der Gewerkschaften zu der Bereit- schaft der Unternehmer, höhere Lohnsätze zuzugestehen. 4 Da Dunlop von der Annahme ausgeht, dass die Gewerk- schaften bemüht sind, die Lohnsumme ihrer Mitglieder zu maximieren, wird die Arbeitskraft solange weiter verknappt, bis schließlich die Lohnsumme ihr Maximum erreicht. 4 In einem weiteren Modell berücksichtigt Dunlop, dass die Gewerkschaften neben dem Lohnziel auch andere Ziele, vor allem das der Vollbeschäftigung als Nebenbedingung an- streben.

14 Fazit: (1b) 4 In der Kritik an der von Dunlop entwickelten Theorie muss erstens darauf hingewiesen werden, dass in der Realität weniger die Marktform des einseitigen Angebotsmonopols, sondern eher die des bilateralen Monopols verwirklicht ist. 4 Nicht nur die Arbeitnehmer, sondern vielmehr auch die Arbeitgeber haben sich in Verbänden zusammen geschlos- sen. 4 Also bedarf es auch zur Erklärung des Verhaltens der Tarifpartner der Theorie des bilateralen Monopols und nicht der Theorie des einseitigen Angebotsmonopols. 4 Es mag zwar richtig sein, dass die Arbeitnehmer während des Streiks die Arbeitskraft verknappen, diese Verknappung hält jedoch nach Beendigung des Streiks nicht an, 4 so dass auch nicht mit Hilfe des Cournotschen Monopols erklärt werden kann, warum die Unternehmer nach Beendigung des Streiks zu höheren Löhnen bereit sind, obwohl sich an der Anzahl der angebotenen Arbeitsstunden nichts geändert hat.

15 Fazit: (1c) 4 Zieht man das Vollbeschäftigungsziel als Nebenbedingung hinzu, so kann mit Hilfe der Theorie des Angebotsmonopols nicht erklärt werden, warum es den Gewerkschaften gelingt, höhere Löhne als bei Konkurrenz durchzusetzen. 4 Entsprechend der Theorie des Angebotsmonopols erzwingen die Gewerkschaften ja nur deshalb höhere Löhne, da sie die Arbeitskraft verknappen. 4 Das Ziel der Vollbeschäftigung schließt eine Verknappung der Arbeitskräfte aus. 4 Eine Verknappung der Arbeitskräfte führt zwar bei negativ geneigten Arbeitsnachfragekurven stets zu einer Lohner- höhung, 4 eine Steigerung der Lohnsumme tritt jedoch nur dann ein, wenn die Arbeitsnachfrageelastizität kleiner eins ist; 4 denn nur dann werden die partiellen Verringerungen der Lohnsumme aufgrund eines verringerten Arbeitsangebotes durch die Lohnsteigerungen überkompensiert.

16 Fazit: (1d) 4 Dieser Sachverhalt bedeutet jedoch, dass die Gewerk- schaften nur dann einen lohnpolitischen Erfolg aufweisen können, wenn weder eine isoelastische Arbeitsnachfrage- kurve noch eine Cobb-Douglas-Produktionsfunktion vorliegt. 4 Isoelastische Nachfragekurven weisen ex definitione eine Arbeitsnachfrageelastizität von eins auf, während die Cobb- Douglas-Produktionsfunktion stets eine Nachfrageelastizität größer eins mit sich bringt.

17 Gliederung: 01. Die Theorie des Angebotsmonopols (J. T. Dunlop) 02. Die Theorie des bilateralen Monopols 03. Collective bargaining-Modelle (J. R. Hicks)

18 Frage 2: Welches sind die Grundzüge der Theorie des bilateralen Monopols ? 1. Annahmen des Modells: a) Gewinnmaximierung der Unternehmer b) Nutzenmaximierung der Arbeitnehmer c) Morphologie lässt Verhaltensweise offen 2. Das Grundmodell 3. Schlussfolgerungen: a) keine Determination auf der Verhandlungslinie b) Ergebnis allokationsneutral c) Anfangslohn bestimmt Endlohn d) Lohn nicht unter Existenzm., Gewinn nicht negativ 4. Kritik: a) geringer empirischer Gehalt b) Determination durch Gerechtigkeitskurve ? c) Nutzen- und Produktionsfunktionen homogen linear? d) Ausklammerung der politischen Bestimmungsgründe e) einseitige Monopolisierung optimale Strategie ?

19 Theorie des Angebotsmonopols 1 A * P1 * P2 * P3 Isogewinnkurven Isonutzenkurven

20 Theorie des Angebotsmonopols 2 A

21 Theorie des Angebotsmonopols 3 A max min

22 Theorie des Angebotsmonopols 4 A max min Gerechtigkeitskurve g

23 Theorie des Angebotsmonopols 5 A m AT NE GE IG IN

24 Theorie des Angebotsmonopols 1 A * P1 * P2 * P3 Isogewinnkurven Isonutzenkurven

25 Theorie des Angebotsmonopols 2 A

26 Theorie des Angebotsmonopols 3 A max min

27 Frage 2: Welches sind die Grundzüge der Theorie des bilateralen Monopols ? (1) å Annahmen des Modells l Gewinnmaximierung der Unternehmer l Nutzenmaximierung der Arbeitnehmer l Morphologie lässt Verhaltensweise offen l Mengenanpassung, monopolistische Preisstrategie, Optionsfixierung und Verhandlungsstrategie möglich å Das Grundmodell l Bei schrittweiser Annäherung solange beidseitige Gewinne, solange noch nicht Tangentialpunkt erreicht; l Verhandlungslinie liegt auf Parallele zur y-Achse.

28 Frage 2: Welches sind die Grundzüge der Theorie des bilateralen Monopols ? (2) å Schlussfolgerungen l Lohn kann nicht unter Existenzminimum sinken l und nicht über Durchschnittsertrag ansteigen; l keine Determination auf der Verhandlungslinie; l Anfangslohn bestimmt Endlohn. l Ergebnis allokationsneutral, da Beschäftigung im- mer gleich å Kritik l geringer empirischer Gehalt l Determination durch Gerechtigkeitskurve ?

29 Frage 2: Welches sind die Grundzüge der Theorie des bilateralen Monopols ? (3) l Nutzen- und Produktionsfunktionen homogen linear? m Annahme abnehmenden Grenznutzens des Einkommens m wenn nicht, verläuft Kontraktkurve nicht parallel, m in diesem Falle Ergebnis nicht allokations- neutral l Ausklammerung der politischen Bestimmungs- gründe m Wahl des Anfangslohnes durch Tarifstruktur bestimmt; l einseitige Monopolisierung optimale Strategie ? m (monopolist. Strategie liegt diesseits der Verhandlungslinie; m also gibt es für beide Gruppen bessere Lösung.

30 Fazit: (2a) 4 Im Rahmen der Theorie des bilateralen Monopols wird davon ausgegangen, dass die Tarifpartner entsprechend der schritt- weisen Verhandlungsstrategie vorgehen. 4 Man einigt sich zunächst in einem ersten Schritt auf die Lösungen, die von beiden Seiten unstrittig sind und fragt sich dann in weiteren Schritten, ob auch in zusätzlichen Fragen eine beiderseitige Einigung möglich ist. 4 Nun zeigt das graphische Modell des bilateralen Monopols, dass die durch den ersten Einigungspunkt verlaufenden Iso- Gewinn- bzw. -Nutzenkurven eine ellipsenförmige Fläche umschließen, 4 wobei jeder Punkt (jede Lösung) innerhalb dieser Fläche sich dadurch auszeichnet, dass er beiden Verhandlungspartnern gegenüber der ersten Lösung eine Gewinn- bzw. Nutzen- steigerung ermöglicht. 4 Es liegt somit im Interesse beider Gruppen, eine solche Lösung innerhalb dieser Fläche zu suchen. 4 In gleicher Weise können die Verhandlungspartner weitere Lösungen finden, sofern auch diese eine weitere Fläche neuer Lösungsmöglichkeiten umschließen.

31 Fazit: (2b) 4 Der Verhandlungsprozess findet erst dann ein Ende, wenn sich beide Isokurven tangieren; 4 denn dann würde jede weitere Änderung mindestens einem Partner Nachteile bringen. 4 Wo der Einigungsprozess endet, hängt allerdings davon ab, bei welcher Lohnhöhe der Verhandlungsprozess begonnen hat. 4 Dies bedeutet, dass je nach Anfangslohn auch unterschiedliche Lohnergebnisse erzielt werden. 4 Alle denkbaren Lösungen liegen jedoch auf der Kontraktkurve, die unter den gemachten Annahmen parallel zur Y-Achse verläuft, 4 was nichts anderes bedeutet, dass sich alle Verhandlungs- ergebnisse durch eine gleich hohe Angebotsmenge und damit gleiche Allokation auszeichnen. 4 Das Verteilungsergebnis ist jedoch unbestimmt; es ist nur nach oben dadurch begrenzt, dass die Unternehmer keine Löhne gewähren können, die über dem Durchschnittsertrag der Arbeit liegen, und dass andererseits die Löhne auch nicht unter das Existenzminimum fallen können.

32 Fazit: (2c) 4 Dieses verteilungspolitische Ergebnis der Theorie des bila- teralen Monopols ist jedoch unbefriedigend, da gegenüber dem bisherigen Wissensstand keine zusätzlichen Informa- tionen geliefert werden. 4 Das eigentlich zu lösende Verteilungsproblem liegt gerade in der Frage, wo der Tariflohn zwischen diesen beiden Extrem- fällen liegen wird. Hierzu gibt jedoch diese Theorie keine Auskunft. 4 Man hat den Versuch unternommen, diese Unbestimmtheit dadurch aufzulösen, dass die Verhandlungsergebnisse zusätz- lich durch gemeinsame Gerechtigkeitsvorstellungen beider Partner bestimmt würden. 4 Die Kontraktkurve würde in diesem Falle durch eine (um ca. die Hälfte der Höhe nach unten) parallelverschobene Durch- schnittsertragkurve geschnitten, es entsteht somit eine eindeutige Verteilungslösung. 4 Aber auch diese Überlegungen sind solange unzureichend, solange keine Hypothesen darüber möglich sind, von welchen Determinanten es abhängt, bei welcher Verteilung die Gerech- tigkeitsvorstellungen erfüllt werden.

33 Fazit: (2d) 4 In einem Punkt führte die Theorie des bilateralen Monopols allerdings zu neuen Erkenntnissen. 4 Es lässt sich nämlich anhand des graphischen Modells aufzeigen, dass der Punkt eines Cournotschen Monopols instabil ist. 4 Er liegt nämlich diesseits der Kontraktkurve und das bedeutet, dass beide Partner - auch die Arbeitnehmer - ausgehend vom Cournot-Punkt Nutzengewinne erzielen können, wenn sie in Richtung Kontraktkurve weiter- verhandeln.

34 Gliederung: 01. Die Theorie des Angebotsmonopols (J. T. Dunlop) 02. Die Theorie des bilateralen Monopols 03. Collective-bargaining-model (J. R. Hicks)

35 Frage 3: Welches sind die Grundzüge der Collective bargaining-Modelle (J. R. Hicks) ? 1. Die Entwicklung der Konzessionskurve der Arbeitgeber 2. Die Entwicklung der Widerstandskurve der Gewerkschaften 3. Existenz und Stabilität des Gleichgewichtes 4. Kritik: a) Streikdauer nicht einziger Parameter der Streikaktivität b) Widerstandskurve negativ geneigt ? c) Die Rolle der Unsicherheit d) Die Bedeutung von Preisüberwälzungen e) Mitgliederinteressen versus Funktionärsinteressen

36 Die Konzessionsskurve der Arbeitgeber Streikdauer Konzessionskurve A max

37 Die Widerstandskurve der Arbeitnehmer Widerstandskurve max Streikdauer Streikgrenze

38 Konzessionskurve v Widerstandskurve Tarifvertragsabschluss, statisch Streikdauer

39 Konzessionskurve Widerstandskurve Tarifvertragsabschluss, dynamisch A Streikdauer

40 Konzessionskurve Widerstandskurve Tarifvertragsabschluss, dynamisch A Streikdauer

41 Konzessionskurve Widerstandskurve Kritik an der Theorie von J. R. Hicks A StreikdauerHöhe der Streikkosten

42 Die Kritik G. Shackles (1) E GN GN = f(E); dN/dE < 1

43 Die Kritik G. Shackles (2) Widerstandskurve max Streikdauer Streikgrenze Konzessionskurve Widerstandskurve

44 Frage 3: Welches sind die Grundzüge der Collective bargaining- Modelle (J. R. Hicks) ? (1) å Die Entwicklung der Konzessionskurve der Arbeitgeber l Kostenkalkül der Unternehmer l stets zwei Alternativen: Konzession oder Widerstand l Kosten der Konzession: Lohnsteigeruung l Kosten des Widerstandes: fixe Kosten beim Ausbruch des Streiks ! l Kapitalkosten, nicht streikende Arbeitnehmer, Vertragsbußen, l Verlieren von Kunden. l Konzessionskurve steigt mit Erwartung der Streik- dauer an, l sie läuft in linearer Kurve aus. Gewinn tendiert gegen null !

45 Frage 3: Welches sind die Grundzüge der Collective bargaining- Modelle (J. R. Hicks) ? (2) l Die Entwicklung der Widerstandskurve der Gewerk- schaften l Kostenkalkül auch bei den Arbeitnehmern l Kosten des Widerstandes: Lohnverzicht l Gewinn des Widerstandes: Hoffnung auf höhere Löhne l geringer Widerstand bei hohen Lohnzugeständnissen l geringere Lohnzugeständnisse -> größere Streik- bereitschaft l = sinkende Widerstandskurve

46 Frage 3: Welches sind die Grundzüge der Collective bargaining- Modelle (J. R. Hicks) ? (3) å Existenz und Stabilität des Gleichgewichtes l Schnittpunkt beider Kurven bringt Überein- stimmung beider Gruppen, Erwartungen stimmen überein, Einigung beim Gleichgewicht möglich. l Stabile Lösung, da Tendenz zum Gleichgewicht. Zunächst stellen Gewerkschaften fest, dass Lohnzugeständnisse gering sind, deshalb Anstieg der Streikbereitschaft; l deshalb steigt jedoch das Lohnzugeständnis der Arbeitgeber; dies wiederum verringert Akzeleration der Streikbereitschaft.

47 Frage 3: Welches sind die Grundzüge der Collective bargaining- Modelle (J. R. Hicks) ? (4) å Kritik l Streikdauer nicht einziger Parameter der Streik- aktivität; l wichtig allein Streikkosten, abhängig von Streikteil- nahme l Widerstandskurve negativ geneigt ? m These G. Shackles: positive Neigung der Wider´- standskurve; m Begründung: Grenznutzen des Einkommens fällt. l Unterschied zu J. R. Hicks: m Die Rolle der Unsicherheit â Streikausbruch bei Widerstand ungewiss m Die Bedeutung von Preisüberwälzungen

48 Fazit: (3a) 4 Das collectiv-bargaining-Modell von J. R. Hicks unterstellt für die Arbeitgeber, dass sie in jeder Verhandlungsphase vor der Alternative stehen, zu weiteren Konzessionen (Lohn- zugeständnissen) bereit zu sein oder Widerstand gegenüber weiteren Veränderungen zu leisten. 4 Die Arbeitgeber würden sich jeweils für die günstigere Alter- native entscheiden. 4 Bei der Alternative der Konzession steigen die Kosten an, weil die Lohnsumme zunimmt, 4 bei der Alternative des Widerstands entstehen den Unternehmungen folgende Kosten: 4 Kapitalkosten, 4 Arbeitskosten für diejenigen Arbeitnehmer, die sich nicht am Streik beteiligen, aber trotzdem während des Streiks nicht produktiv eingesetzt werden können,

49 Fazit: (3b) 4 eventuelle Vertragsstrafen, die deshalb fällig werden, weil bestreikte Unternehmungen die Liefertermine nicht einhalten können, 4 schließlich Verluste dadurch, dass man im internationalen Handel langfristig Kunden an ausländische Unternehmungen verliert, die weniger häufig bestreikt werden. 4 Das aus diesem Kostenkalkül erwachsende Unternehmens- verhalten lässt sich in einer Konzessionskurve beschreiben; 4 Auf der X-Achse wird die von den Arbeitgebern erwartete Streikdauer, auf der Y-Achse werden die Lohnzugeständ- nisse bei alternativen Streikerwartungen abgetragen. 4 Die Konzessionskurve beginnt bei extrem niedrigen Lohnzugeständnissen, sie steigt mit der Streikerwartung an, läuft jedoch spätestens bei einer Lohnhöhe, die dem Durchschnittsertrag der Arbeit entspricht, in einer Parallelen zur X-Achse aus.

50 Fazit: (3c) 4 Auch die Arbeitnehmer stehen in jeder Runde der Tarifverhandlungen vor der Alternative, sich mit dem bisher Erreichten zufrieden zu geben oder auf weitere Lohn- forderungen zu beharren und diese mit Streikdrohungen zu verbinden. 4 Auch die Arbeitnehmer werden sich jeweils für die Alter- native entscheiden, die ihnen die geringsten Kosten im Sinne von Nutzenentgängen verursachen. 4 Entscheiden sie sich dafür, sich mit dem bisher Erreichten zufrieden zu geben, verzichten sie auf mögliche Lohner- höhungen. 4 Entscheiden sie sich dafür weiterzuverhandeln und kommt es zum Streik, so entstehen Nutzenentgänge dadurch, dass während der Dauer des Streiks keine Erwerbseinkommen bezogen werden und dass die organisierten Arbeitnehmer nur das wesentlich niedrigere Streikgeld erhalten.

51 Fazit: (3d) 4 Dieses Verhalten der Arbeitnehmer lässt sich in einer Widerstandskurve abbilden, wobei diese Kurve angibt, wie die Streikbereitschaft der Arbeitnehmer von der Höhe der Lohnzugeständnisse der Arbeitgeber abhängt. 4 Die Streikdauer ist null, wenn die Arbeitgeber alle Lohnforderungen zu Beginn der Verhandlungen erfüllen, 4 sie steigt in dem Maße an, wie die Lohnzugeständnisse von den Lohnerwartungen abweichen. 4 Diese negativ geneigte Widerstandskurve schneidet die Abszisse bei der Streiklänge, die aufgrund begrenzter Geld- mittel der Gewerkschaft nicht überschritten werden kann.

52 Fazit: (3e) 4 Der Schnittpunkt der Widerstandskurve der Arbeitnehmer mit der Konzessionskurve der Arbeitgeber markiert das mögliche Verhandlungsergebnis. 4 In diesem Punkt stimmen die Erwartungen beider Tarif- partner überein. 4 Bei der in diesem Punkt erwarteten Streikdauer gestehen die Arbeitgeber gerade eine Lohnhöhe zu, bei der die Arbeit- nehmer keine Ausweitung der Streikdauer mehr planen. 4 Unter den von Hicks getroffenen Annahmen kann man auch im allgemeinen mit einem stabilen Gleichgewicht rechnen.

53 Fazit: (3f) 4 Die Tarifverhandlungen beginnen zunächst mit wesentlich höheren Lohnforderungen als Lohnzugeständnissen. 4 Diese Differenz veranlasst die Arbeitnehmer, mit Streik zu drohen, was die Arbeitgeber wiederum veranlasst, höhere Löhne zuzugestehen. 4 Die Streikbereitschaft der Arbeitnehmer weitet sich nur solange aus, als die Lohnzugeständnisse der Arbeitgeber von den Lohnforderungen der Arbeitnehmer abweichen. 4 Damit ist aufgezeigt, dass der Verhandlungsprozess auf eine Einigung hin tendiert. 4 Gegen das von Hicks entwickelte Modell lässt sich einwenden, dass der Umfang der Streikkosten nicht nur von der Streikdauer, sondern auch davon abhängt, wie viel Betriebe bestreikt werden und wie viel Arbeitnehmer am Streik beteiligt sind. 4 Alle diese Bestimmungsgründe lassen sich in einem einheitlichen Maßstab, nämlich in der Anzahl der durch Streik ausgefallenen Arbeitstage zusammenfassen.

54 Fazit: (3g) 4 Shackle hat den von Hicks unterstellten Verlauf der Widerstandskurve der Arbeitnehmer kritisiert. 4 Shackle glaubt, nachweisen zu können, dass die Reaktions- kurve der Arbeitnehmer einen positiven (allerdings konvex gekrümmten) Verlauf nehme. 4 Er erklärt dieses Ergebnis mit dem Gesetz vom abneh- menden Grenznutzen des Einkommens. 4 Überlegen sich die Arbeitnehmer, einen Tag länger zu streiken als bisher geplant, so verursachen die hierdurch ausgelösten Verringerungen im Lohneinkommen einen immer größer werdenden Nutzenentgang. 4 Deshalb ist eine Ausweitung des Streiks auch nur effizient, wenn die hierdurch erzielte Lohnsteigerung immer höher ausfällt.

55 Fazit: (3h) 4 Der wichtigste Unterschied zwischen Hicks und Shackle besteht in der hier diskutierten Frage darin, dass Hicks die Streikbereitschaft der Arbeitnehmer von den Lohnzuge- ständnissen der Arbeitgeber abhängig macht, 4 während Shackle die Lohnforderungen der Arbeitnehmer in Beziehung zu dem bei der Streikausweitung entstandenen Nutzenentgang in Beziehung setzt. 4 Nur die von Hicks aufgestellte Hypothese ist in der Lage, den Einigungsprozess aufzuzeigen und damit die Stabilität des Gleichgewichts zu erklären. 4 Bei Shackle bleibt unklar, ob das Gleichgewicht stabil ist, es fehlen Informationen darüber, warum die Arbeitgeber den Lohnforderungen der Arbeitnehmer entgegenkommen.

56 Fazit: (3i) 4 Die Theorie von Hicks unterstellt, dass immer dann, wenn die Unternehmer zu keinen weiteren Lohnzugeständnissen bereit sind, obwohl die Gewerkschaften höhere Lohnfor- derungen stellen, ein Streik tatsächlich ausbricht. 4 In Wirklichkeit besteht nur die Befürchtung, dass es zum Streik kommt, ob sich diese Befürchtung bewahrheitet, ist unsicher. 4 Der Wert von erwarteten und deshalb unsicheren Kosten ist jedoch stets geringer als die für den Fall des Streikaus- bruches erwartete Kostenhöhe: diese muss mit dem Grad der Unsicherheit gewichtet werden. 4 Eine solche Korrektur des Hicksschen Modells lässt sich im Ansatz leicht bewerkstelligen; in der Tat hatte Zeuthen bereits vor Hicks ein Bargaining-Modell entwickelt, in dem das Verhalten der Tarifpartner ex pressis verbis unter den Bedingungen der Unsicherheit abgeleitet wurde.

57 Fazit: (3j) 4 Die Theorie von Hicks ist schließlich insoweit weiter zu entwickeln, als unklar bleibt, warum die Arbeitgeber so vehementen Widerstand gegen Lohnerhöhungen leisten, obwohl sie in der Regel die Lohnkostensteigerungen auf den Güterpreis überwälzen können. 4 Eine befriedigende Lohntheorie muss aufzeigen können, unter welchen Bedingungen eine Kostenüberwälzung gelingt. 4 So kann man zeigen, dass bei betrieblichen Tarifverhand- lungen eine Kostenüberwälzung weniger gelingt als bei zentralen Verhandlungen, da nur bei zentralen Verhand- lungen die Unternehmer die Lohnkostenzuwächse auf die Güterpreise überwälzen können, ohne Wettbewerbsnach- teile zu erleiden. 4 Aus ähnlichen Gründen ist eine Kostenüberwälzung dann erschwert, wenn eine inländische Unternehmung in starkem Wettbewerb mit ausländischen Unternehmungen steht.

58 Fazit: (3k) 4 Hicks unterstellt, dass die Funktionäre stets die Interessen ihrer Mitglieder vertreten und dass alle Mitglieder die gleichen Interessen verfolgen. 4 Diese Annahmen entsprechen nicht der Wirklichkeit. Die Interessen der Arbeitnehmer sind unterschiedlich, da nicht alle in gleicher Weise von Entlassungen betroffen sind. 4 Die Interessen der Arbeitgeber unterscheiden sich, da nicht alle Unternehmungen vom Streik betroffen sein werden und da sich die Höhe der Streikkosten unterscheiden. 4 Die Funktionäre haben ein eigenes Organisationsinteresse, das nicht in jedem Falle mit dem Interesse ihrer Mitglieder zusammenfällt.

59 Ende

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