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Institut für Gerontologie an der TU Dortmund Dr. Jürgen Bauknecht Einfluss betrieblicher Faktoren auf das gewünschte Arbeitskraftangebot älterer europäischer.

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Präsentation zum Thema: "Institut für Gerontologie an der TU Dortmund Dr. Jürgen Bauknecht Einfluss betrieblicher Faktoren auf das gewünschte Arbeitskraftangebot älterer europäischer."—  Präsentation transkript:

1 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund Dr. Jürgen Bauknecht Einfluss betrieblicher Faktoren auf das gewünschte Arbeitskraftangebot älterer europäischer Arbeiternehmer im sekundären und tertiären Sektor Gemeinsame Jahrestagung der Sektion III: Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie und der Sektion IV: Soziale Gerontologie und Altenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG). Mannheim, 17. September 2015

2 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 2 Hintergrund  Die Hauptvorteile verlängerter Lebensarbeitszeiten hängen von der Anzahl der Arbeitsstunden ab: Finanzierung der Sozialsysteme, Arbeitskraftangebot, Einkommen Betroffener (und Binnennachfrage). Anzahl Arbeitsstunden =  Extensive margin (Beschäftigungsquote) X  Intensive margin (Stundenanzahl, oder „a measure of the intensity of work when employed“) (Blundell et al. 2011) Jürgen Bauknecht

3 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 3 Hintergrund  Höhere Wahrscheinlichkeit der Verrentung durch eine subjektiv zu hohe Stundenanzahl nur bei Frauen. Effektstärke hängt von Anzahl der überzähligen Stunden ab (Gielen 2009, UK)  Überhöhte Stundenzahl → früherer Renteneintritt  Zu geringe Stundenzahl → späterer Renteneintritt (Bell/Rutherford 2013)  Unklar, ob der Verlust in der extensive margin (Erwerbsquote) höher ist als der Gewinn in der intensive margin (Arbeitsstunden pro Beschäftigtem) (z.B. Gielen 2009) Jürgen Bauknecht

4 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 4 Fragestellung Welche betrieblichen Faktoren beeinflussen die Anzahl der gewünschten Arbeitsstunden bis zum Renteneintritt? Jürgen Bauknecht

5 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 5 Operationalisierung abhängige Variable Wochenstundenjahre = Anzahl an gewünschten Wochenarbeitsstunden X Anzahl an gewünschten weiteren Arbeitsjahren (gewünschtes Renteneintrittsalter – Alter)  „Wie viele Stunden pro Woche würden Sie gerne arbeiten, wenn Sie wählen könnten? Bedenken Sie dabei, dass ihr Einkommen sich entsprechend der von Ihnen gearbeiteten Stundenzahl erhöhen oder verringern würde.“ (priced question)  „In welchem Alter würden Sie gerne in den Ruhestand gehen?“ Schwäche: Annahme konstanter Präferenzen bis zur Verrentung Jürgen Bauknecht

6 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 6 Daten  European Social Survey V (2010)  Wechselmodul „Arbeit, Familie und Wohlbefinden: Auswirkungen der wirtschaftlichen Rezession“  27 europäische Staaten (inkl. Israel und Russland)  Fallzahl untersuchte Gruppe (abhängig Beschäftigte 45-64): (abhängige Variable berechenbar) (multivariat durch item nonresponse) Jürgen Bauknecht

7 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 7 Alle NACE Rev.2- Kategorien Nomenclature statistique des activités économiques dans la Communauté européenne (Statistische Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft) Kurzzeitige Trendumkehr ab 60 ggf. durch Selbstselektion Die Größe der Rauten zeigt die Fallzahl an Jürgen Bauknecht

8 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 8 NACE Rev. 2 Kategorie C: Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren Jürgen Bauknecht

9 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 9 NACE Rev. 2 Kategorie G: Handel (aufgrund anderer Tätigkeiten wurde Instandhaltung und Reparatur von KFZ wurde entfernt) Jürgen Bauknecht

10 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 10 NACE Rev. 2 Kategorie P: Erziehung und Unterricht Jürgen Bauknecht

11 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 11 NACE Rev. 2 Kategorie Q: Gesundheits- und Sozialwesen Jürgen Bauknecht

12 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 12 Multivariate Analysen -Die vier Gruppen mit den höchsten Fallzahlen werden beibehalten, die Branchen werden in die Altersgruppen und unterteilt -Zusätzlich: Alle Branchen Fallzahlen teilweise gering: 120 – 565 in den vier Branchen (s. Anhang) -VIF (Varianzinflationsfaktor) durchgehend weit unter 5 (vg. Urban/Mayerl 2006), d.h. Multikollinearität (Korrelation zwischen unabhängigen Variablen) gering Jürgen Bauknecht

13 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 13 Hintergrundvariablen Vertikal: Standardisierte Beta-Koeffizienten, d.h. Vergleich innerhalb der Gruppen möglich. Bänder zeigen Konfidenzintervalle an. Signifikant auf 5%-Niveau, wenn 0,0 nicht berührt wird. NACE-Rev. 2 A-U, Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren, Handel, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen jeweils (links) und (rechts) Jürgen Bauknecht

14 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 14 Arbeitsbedingungen 1/3 NACE-Rev. 2 A-U, Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren, Handel, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen jeweils (links) und (rechts) Jürgen Bauknecht

15 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 15 Arbeitsbedingungen 2/3 NACE-Rev. 2 A-U, Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren, Handel, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen jeweils (links) und (rechts) Jürgen Bauknecht

16 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 16 Arbeitsbedingungen 3/3 NACE-Rev. 2 A-U, Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren, Handel, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen jeweils (links) und (rechts) Jürgen Bauknecht

17 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 17 Zusammenfassung 1/2  Eine subjektiv zu hohe Anzahl an Wochenstunden verringert die Anzahl der geplanten Arbeitsstunden bis zur Rente, v.a. durch stark negative Effekte auf die gewünschte Anzahl an Wochenstunden  Unterschiede zwischen Altersgruppen/Berufsgruppen unsystematisch  Positiver Zusammenhang zwischen Anzahl der wöchentlichen Arbeitsstunden und der Anzahl an Wochenstundenjahren bis zur Verrentung  → Kontrolliert nach mehreren Faktoren, die einen omitted variable bias über Status unwahrscheinlich machen (Alternativerklärung: Hoher Status korreliert mit hoher wöchentlicher Stundenanzahl und der finanziellen Möglichkeit, in Zukunft weniger zu arbeiten)  → außerdem zeigt der Forschungsstand einen positiven Statuseffekt Jürgen Bauknecht

18 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 18 Zusammenfassung 2/2  Interaktionseffekte zu hohe Stundenzahl * Motivationsgrund  Kann in Regression aufgenommen werden (VIF niedrig)  Nur 2 von 40 (8*5) möglichen Zusammenhängen: Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren (55-64): +++ zu hohe Stundenzahl * Job nützlich für andere Gesundheits- und Sozialwesen (45-54): ++ zu hohe Stundenzahl * Job interessant Jürgen Bauknecht

19 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 19 Zu hohe Anzahl an Wochenstunden (a) Personen, die gern mehr Stunden als derzeit arbeiten würden oder (b) mit identischer aktueller und gewünschter Stundenzahl mit dem Wert 0  → in Bezug auf die Sektoren unterscheidet sich lediglich der  Handel +8.2 Stunden von den anderen Sektoren  Verarbeitendes Gewerbe +6.6  Gesundheits- und Sozialwesen +6.5  Erziehung und Unterricht +6.8  → Welche Ursachen hat eine zu hohe Anzahl an Wochenstunden? Jürgen Bauknecht

20 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 20 Zu hohe Anzahl an Wochenstunden: Ursachen 1/2  Overemployment: Für Wohlfahrtsoptimierung zu hohe Stundenzahl (Golden/Altman 2008).  Overwork: Riskante/schädliche overemployment (auch durch freiwillige Überbeschäftigung möglich)  Labour-Leisure-Modell geht von Stundenoptimierung durch Arbeitnehmer aus (Golden/Altman 2008).  Die meisten Beschäftigten sehen sich jedoch mit zeitlichen Vorgaben durch Arbeitgeber konfrontiert (Golden/Altman 2008).  Sie finden einen Job mit weniger Wochenstunden eher in anderen Unternehmen als im gleichen Unternehmen (US) (Golden/Altman 2008 basierend auf Boheim/Taylor 2004; Senesky 2005; Reynolds/Aletraris 2006) Jürgen Bauknecht

21 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 21 Zu viele Wochenstunden: Ursachen 1/4 (Präferenzen)  Präferenzen endogen (Anzahl an gewünschten Arbeitsstunden hängt mitunter von Anzahl tatsächlicher Arbeitsstunden ab, sowie – negativ – von Nettolöhnen etc. Sharif, 2000; Prasch, 2001). (Golden/Altman 2006)  Anpassung an (anfangs) subjektiv zu hohe Stundenzahl : Zeitknappheit führt zu Präferenzverschiebung von zeitintensiven zu kapitalintensiven Tätigkeiten/Gütern etc., mit der Folge, dass die hohe Stundenzahl nicht mehr unerwünscht ist (Rothschild, 1982).  V.a. in Leitungspositionen empirischer Zusammenhang zwischen der Anzahl an Arbeitsstunden der Kollegen und der Anzahl präferierter Arbeitsstunden (Eastman, 1998; Brett & Stroh, 2003).  Wert der Freizeit kann einkommensabhängig sein, so dass bei sehr geringen Einkommen Grenznutzen von Freizeit nahezu 0 ist (Altman 2001) 2005) (Golden/Altman 2006) Jürgen Bauknecht

22 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 22 Zu viele Wochenstunden: Ursachen 2/4 (Karriere)  Arbeitszeit als Informationsquelle über Leistung, v.a. wenn die Arbeitsleistung nur schwer bewertet werden kann (Golden/Altman 2006)  Karrierenachteile durch geäußerten Wunsch nach weniger Wochenarbeitsstunden (Landers et al., 1996; Haight, 1997; Yakura, 2001).  Beide Richtungen: Versuch, eine Beförderung wahrscheinlicher zu machen, und Versuch, eine Entlassung zu verhindern (ggf. aufgrund allgemeinen Stellenabbaus) (Landers et al., 1996)  Wettlauf zwischen Mitarbeitern um höchste Anzahl an Arbeitsstunden (Landers et al., 1996).  Durch steigende Einkommensungleichheit werden Beförderungen attraktiver (Bell & Freeman, 2001; Bowles & Park, 2005; Michelacci & Pijoan-Mas, 2006) Jürgen Bauknecht

23 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 23 Zu viele Wochenstunden: Ursachen 3/4 (andere Ursachen)  Lange Arbeitszeiten signalsieren Status innerhalb und außerhalb der Organisationen. “Geschäftigkeit” (ob echt oder nicht), zur Schau gestellter Stress/Erschöpfung als Auszeichnung hoher Arbeitsmenge oder Wichtigkeit (Gershuny, 2005).  Hohe Stundenzahl begünstigt durch Technik, die Arbeit transportierbar macht (Hubler, 2000; McMillan et al., 2001; Eldridge & Pabilonia, 2007).  Zusammenhang zwischen Arbeitszeitflexibilität und hoher Stundenanzahl (Golden 2008). Mindert ggf. negative Nebenwirkungen (z.B work-family conflict, Hill et al., 2001; Russo & Waters, 2006).  Möglicherweise Arbeitszeitflexibilität für diejenigen, die durch hohe Stundenzahl der Norm des idealen Mitarbeitern entsprechen (Drago, Black Wooden 2005). Arbeitszeitflexibilität als nichtmonetäre Entlohnung für hohe Stundenzahl oder als (moralisches) Druckmittel zu hoher Stundenzahl Jürgen Bauknecht

24 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 24 Zu viele Wochenstunden: Ursachen 4/4 (ESS V)  Hier: Variablen nicht in der Schätzung  Bedeutungslos (m/f): Partnerschaft, Haushaltsgröße, Kinder im Haushalt Bedeutungslos: Subjektiver Gesundheitszustand  Bedeutungslos: Leitungsfunktion  Bedeutungslos: Intrinsische Motivation (minus extrinsische Motivation), Schwartz-Werte  Keine Motivation („Ich strenge mich bei meiner Arbeit nicht an“) gaben nur 0,3% (24 Befragte) an.

25 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund 25 Determinanten der subjektiv überhöhten Stundenanzahl NACE-Rev. 2 A-U, n= 5018, Korr. R2:.22, Jürgen Bauknecht

26 Institut für Gerontologie an der TU Dortmund Jürgen Bauknecht


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