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Institut für Völkerkunde, Universität zu Köln Einführungsseminar WS 2004/05 Lioba Lenhart 17.11. und 22.11.2004 10. und 11. Sitzung: Ethnologische Theorien.

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1 Institut für Völkerkunde, Universität zu Köln Einführungsseminar WS 2004/05 Lioba Lenhart und und 11. Sitzung: Ethnologische Theorien

2 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 2 Peoples & Bailey, Kapitel 5: The De- velopment of Anthropological Thought Themen: (1)Theoriebegriff und Theorienentwicklung im Überblick (2) Evolutionismus (3) Diffusionismus (4) Historischer Par- tikularismus (5) Kultur- und Persön- lichkeitsforschung (6) Funktionalismus (7) Strukturalismus (8) Neoevolutionismus (9) Neomarxismus (10) Kulturmaterialismus (11) Symbolische/Inter- pretative Ethnologie (12) Postmoderne Eth- nologie

3 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 3 (1) Theoriebegriff und Theorien- entwicklung im Überblick Theorie umfasst Aussagen, die über die Beschreibung eines Einzelfalls hinausgehen - ist vom Einzelfall abstrahierte und systematisierte Erkenntnis; ist ein System von Begriffen, Definitionen und Aussagen, um Erkenntnisse über einen Bereich von Sachverhalten zu ordnen, Tatbestände zu erklären und wissenschaftlich begründete Prognosen zu treffen. Theoriebegriff der Kultur- und Sozialwissenschaften zu unterscheiden sind Theorien, die sich auf begrenzte Bereiche beziehen und begrenzte raum-zeitliche Gültigkeit beanspruchen Theorien mittlerer Reichweite; Theorien, die möglichst keine raum-zeitlichen Beschränkungen enthalten, sondern Hypothesen formulieren, die den Charakter von Gesetzeshypothesen besitzen (analog den Naturwissenschaften) formale Theorien.

4 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 4 … Theoriebegriff In der Ethnologie dominieren Theorien mittlerer Reichweite. Von einem Teil der Fachvertreter/innen werden aber ebenfalls formale Theorien angestrebt. Andere bezweifeln hingegen, dass sich menschliches Verhalten analog den naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten verallgemeinern lässt und fragen, ob nicht vielmehr historische Kontexte, situative Bedingungen, individuelle und andere Faktoren diesem Ansinnen zuwiderlaufen. In den nächsten 5 Minuten bitte über beide Positionen nachdenken, diese mit den unmittelbaren Banknachbar/innen diskutieren und eine diesbezügliche Stellungnahme formulieren.

5 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 5 … Theoriebegriff Ethnologische Theorien beinhalten kein an allen Stellen lückenlos begründetes, analog naturwissenschaftlichen Standards formulierbares Gebäude aus Axiomen und Gesetzen; sind eher ein Denkrahmen, oft auch Paradigma oder Forschungs- ansatz genannt, der folgende charakteristischen Elemente enthält: zu klärende Fragen, Grundkonzepte, Annahmen über Zusammenhänge, Methoden, um die gestellten Fragen zu klären, beispielhafte Anwendungsfälle. Hiermit beschäftigen wir uns noch detailliert in einer der folgenden Seminarsitzungen: Seminarsitzung zur Wissenschaftstheorie.

6 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 6 Theorieentwicklung in der Ethnologie Die Ethnologie etablierte sich als wissenschaftliche Disziplin ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie zeichnet sich seit ihrem Entstehen durch eine Theorienvielfalt aus. Manche der älteren ethnologischen Theorien sind heute noch aktuell, andere gelten als überholt bzw. sind in neuere Theorien eingeflossen. Die Kenntnis der wichtigsten Theorien ist trotzdem nötig, um den Stand und die Anliegen der heutigen Ethnologie besser zu verstehen, alte Irrwege nicht noch einmal zu beschreiten.

7 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 7 … Theorieentwicklung in der Ethnologie Im Lehrbuch von Peoples und Bailey werden die ethnologischen Theorien chronologisch - als Ideengeschichte - präsentiert. Andere Möglichkeiten der Präsentation sind denkbar: z. B. nach heutiger wissenschaftlicher Relevanz; oder nach den Bereichen, mit denen sich die jeweiligen Theorien bevorzugt beschäftigen.

8 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 8 Theorienentwicklung im Überblick im Folgenden betrachtete theoretische Ansätze: 19. und frühes 20. Jahr-Unilinearer Evolutionismus, hundertDiffusionismus Anfang bis Mitte desHistorischer Partikularismus, 20. JahrhundertsKultur- und Persönlichkeits- forschung, Funktionalismus, Strukturalismus, Neoevolutionismus spätes 20. JahrhundertNeomarxismus, bis heuteKulturmaterialismus, Symbolische/Interpretative Ethnologie, Postmoderne Ethnologie

9 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 9 (2) Unilinearer Evolutionismus erster umfassender theoretischer Ansatz, bestimmte von die ethnologische Forschung in Großbritannien und den USA (war aber nicht auf die Ethnologie alleine beschränkt!) Fokus: Entwicklung aller Kulturen vom Einfachen zum Komplexen im Durchlaufen derselben Stadien der Entwicklung

10 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 10 Entwicklung des Evolutionismus: Hintergrund Die Ethnologie etablierte sich als wissenschaftliche Disziplin ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert entstanden erste wissenschaftliche Gesellschaften (um die Jahrhundertmitte), erste Lehrstühle (kurz vor der Jahrhundertwende). Das ethnologische Interesse wurde ausgelöst durch prähistorische Funde, Kontakte mit und Berichte über außereuropäische, meist kolonialisierte Kulturen, die sich sehr stark von euroamerikanischen Gesellschaften unterschieden.

11 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 11 Entwicklung des Evolutionismus: Hintergrund Zuvor war die Entwicklung menschlicher Kultur wesentlich in Bezugnahme auf die Bibel begründet worden, z.B. Degenerationstheorie: Annahme, dass Naturvölker auch Kinder Gottes wären, die allerdings im Laufe der Zeit von einem höheren Stadium der Kulturentwicklung zurückgefallen und unter den Einfluss des Teufels geraten wären. Dieser Erklärungsrahmen wurde durch naturwissenschaftliche Entdeckungen erschüttert: In den Naturwissenschaften wurde bis 1800 (ebenfalls auf der Grundlage der Bibel: Altes Testament) geringes Erdalter und simultane Schöpfung der vorhandenen Arten angenommen; dann aber: Entdeckung der Gleichförmigkeit und Langsamkeit geologischer Prozesse durch Hutton und Lyell (Uniformitarismus) Nachweis, dass die Erde nicht, wie die Bibel angibt, nur einige tausend Jahre alt ist. Fossilienfunde.

12 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 12 … Entwicklung des Evolutionismus: Hintergrund Auf Basis dieser Erkenntnisse formulierte Charles Darwin seine Evolutionstheorie (On the Origin of Species, 1859), die mit den Schöpfungstheorien im Widerspruch steht: die vorhandenen Arten haben sich sehr langsam per Mutation/Variation-Selektion-Reproduktion aus älteren Arten und letztendlich aus einer gemeinsamen Wurzel entwickelt; die Selektion wird durch Erfolg der Anpassung (fitness) an Lebensräume bestimmt.

13 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 13 Evolutionismus in der Ethnologie des 19. Jahrhunderts Darwins Ansatz wurde auf Kultur übertragen, in Bezugnahme auf die Vielfalt der zeitgenössischen und (prä-)historischen Kulturen: Verschiedene Kulturen stehen demnach auf unterschiedlichen Stufen in einem vorgegebenen Entwicklungsprozess; gegenwärtige primitive Kulturen (z.B. Australier) sind Repräsentanten (survivals) älterer Stufen der Evolution, die abendländische europäische und US-amerikanische Kultur stellt das vorläufig höchstmögliche Stadium der kulturellen Entwicklung dar; primitive Völker befinden sich auf einer früheren Stufe der Evolutionsleiter, sind aber nicht prinzipiell anders als die zivilisierten Völker: der Entwicklungsprozess verläuft für alle Kulturen in gleicher Weise. Die Unterteilung der Entwicklungsstufen erfolgte auf der Grundlage von technologisch-ökonomischen und geistigen Merkmalen.

14 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 14 Lewis Henry Morgan: Kriterium der technologischen Innovationen Der US-Amerikaner Lewis Henry Morgan formuliert in seinem BuchAncient Society (1877) Entwicklungsstufen, die sich über technologische Fähigkeiten definieren und die jeweils vorhergehende voraussetzen. Lewis Henry Morgan

15 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 15 Entwicklungsstufen nach Morgan Morgan unterschied drei Stufen, von denen sich zwei in weitere Stadien untergliedern: Wildheit, Barbarei, Zivilisation Technologische InnovationEntwicklungsstadium / -stufe –lower savagery Feuermiddle savagery Wildheit Pfeil und Bogenupper savagery Töpfereilower barbarism Domestikation von Pflanzen und Tierenmiddle barbarism Barbarei Eisenupper barbarism Schriftcivilization Zivilisation

16 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 16 Edward B. Tylor: Kriterium der Religion Der Brite Edward B. Tylor formulierte in seinem BuchPrimitive Culture (1871) Entwicklungsstufen, die sich über geistige, nämlich religiöse Vorstellungen definieren und die jeweils vorhergehende voraussetzen. [In der Einleitung von Primitive Culture findet sich seine berühmte Definition von Kultur vgl. Sitzung vom ] Edward Tylor

17 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 17 Entwicklungsstufen nach Tylor Tylor problematisierte im Zusammenhang mit der Entwicklung von religiösen Überzeugungen folgende Phänomene: Unterschied zwischen einem Lebenden und einem Toten, Ursprung der Bilder, die Menschen in ihren Träumen, in Trancezuständen und während Visionen sehen. Die diesbezgl. Fragen lagen der Entstehung des Animismus zugrunde, aus dem sich dann weitere Stufen herauskristallisierten. Stufen: Animismus Polytheismus Monotheismus.

18 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 18 … Entwicklungsstufen nach Tylor Animismus – Vorstellung von der beseelten Welt: Basis: Erfahrung des Todes und Träume von Toten Annahmen: Menschen haben eine Seele; wenn diese den Körper verlässt, stirbt der Mensch. Die Dinge, die man in Träumen und während Trancezuständen sieht, sind existent, sie sind nicht Produkt von Imagination. Menschen träumen von Toten; alle Trauminhalte sind real und das bedeutet in dem Kontext, dass die Welt voller Totenseelen / Totengeister ist. Polytheismus – Entstehung des Glaubens an viele Götter Polytheismus ist das Ergebnis der Herausbildung von Hierarchien einzelner dieser Seelen/Geister, deren Spitzen dann Götterstatus haben (Sonnengott, Mondgott usw.). Monotheismus – Entwicklung der Dominanz nur einen Gottes: Dieser verdrängt alle anderen, die zu falschen Göttern erklärt werden.

19 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 19 James Frazer: Kriterium der Religion Der Brite James Frazer argumen- tiert wie Tylor, allerdings schiebt er zwischen Animismus und Poly- theismus noch die Entwicklungs- stufe des Totemismus ein: Totemismus ist die rituelle Identifikation einer Verwandtschafts- oder anderen Gruppe mit einem Schutztier/-wesen. James Frazer

20 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 20 Unilinearer Evolutionismus: Kritik Die Annahmen des Evolutionismus wurden in der Folgezeit empirisch widerlegt. bzgl. Annahme der Stufenfolge: Es gibt z. B. Kulturen ohne Töpferei, die aber die - laut Morgan höher stehende - Domestikation von Pflanzen und Tieren kennen und praktizieren. bzgl. Auswahl der Stufenkriterien: Diese sind willkürlich: die australischen Aborigines wären laut Morgan savages, haben aber Verwandtschaftssysteme und Mythologie von kaum zu übertreffender Komplexität. Stärken des Ansatzes: die Betonung der psychischen/mentalen Einheit und damit prinzipiellen Gleichheit der Menschheit (psychic unity of mankind) anti-rassistisch!, die Etablierung der komparativen Perspektive (Kulturvergleich) in der Ethnologie. Schwächen des Ansatzes waren: Die Hypothesen sind von der kolonialen Weltsicht geprägt, ihnen fehlt eine abgesicherte empirische Basis, Rekonstruktionen sind äußerst spekulativ.

21 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 21 … Kritik: Ein wesentlicher Grund für die Fehler der Evolutionisten lag in ihrer spekulativen Datenbasis. Die Evolutionisten waren mehrheitlich Lehnstuhlethnologen (armchair anthropologists): sie argumentierten auf der Basis von Berichten von Missionaren, Reisenden, Kolonialbeamten u. ä., die häufig keine oder nur geringe ethnologische Vorbildung hatten.

22 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 22 … Kritik: Der Eurozentrismus der Modelle entspricht der überzogenen euro-/US- amerikanischen Selbsteinschätzung im Zeitalter der Industrialisierung und des Kolonialismus; aber nicht nur der Eurozentrismus macht sie falsch, sondern die faktischen Unstimmigkeiten ! ! ! Wichtig: alle heutigen Kulturen sind zeitgenössisch, keine von ihnen ist lebendes Fossil, Steinzeitvolk oder ähnliches. ! ! Vulgärevolutionismus mit eben solchen Annahmen ist außerhalb der Ethnologie heute leider noch häufig anzutreffen.

23 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 23 … Kritik: ! ! Merke: Der ethnologische Evolutionismus ist nicht darwinistisch, denn: Kulturen sind keine Arten (können z. B. einzelne ihrer Elemente untereinander austauschen, was mit Genen nicht geht; Einzelmenschen können neue Kulturelemente übernehmen, aber nicht neue Gene); Darwin geht nicht von einer Stufenleiter mit bekanntem Endpunkt, sondern von einem sich ausfächernden Baum mit unbekannten Endpunkten aus; Evolutionismus folgt eher dem Ontogenese-Modell (Entwicklung des Individuums vom Säugling bis zum Erwachsenen) als dem Darwinschen Phylogenese-Modell (Entwicklung der Arten).

24 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 24 (3) Diffusionismus ca , Großbritannien, Deutschland, Österreich in Deutschland und Österreich auch als Kulturkreislehre bekannt Fokus: Kulturelle Entwicklung durch Entlehnung/Übertragung von Kulturmerkmalen, die sich von bestimmten Zentren aus im Zuge von Kulturkontakt/Migration verbreitet haben

25 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 25 Diffusionismus: Vertreter Berühmte Vertreter: in Großbritannien George Elliot-Smith, W.H.R. Rivers; in Deutschland Fritz Graebner, Leo Frobenius, Pater Wilhelm Schmidt ELLIOT-SMITHRIVERS SCHMIDT

26 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 26 Zentrale Thesen Ähnlichkeiten von Kulturen sind das Ergebnis von Diffusion (und nicht/nur in sehr seltenen Fällen Ergebnis unabhängiger, paralleler Erfindungen). Kulturen mit ähnlichen Merkmale haben sich ausgehend von wenigen kulturellen Zentren (z. B. altes Ägypten) verbreitet oder wurden von einer/mehreren anderen Kultur/en im Verlauf von historischen Wanderbewegungen übertragen/übernommen. Kulturen mit ähnlichrem kulturellen Inventar lassen sich zu Kulturkreisen zusammenfassen. Die Entwicklung verläuft keineswegs immer - wie im Evolutionismus behauptet – vom Einfachen zum Komplexen; es sind auch Rückschritte möglich. Aufgabe der Forschung ist, die Wanderwege auf der Basis des Kulturvergleichs zu rekonstruieren.

27 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 27 Kritik: Stärken des Ansatzes: vergleichende Methode, Problematisierung von Kulturkontakt/Migration und kultureller Entlehnung, Wandelaspekt: Veränderung von übertragenen/entlehnten Elementen in neuer Umgebung, an die sie sich anpassten, eigene Datenerhebungen im Zuge von Expeditionen. Schwächen des Ansatzes: Einseitigkeit: von Kulturkontakt unabhängige Innovationen sowie Nicht-Entlehnung trotz Kulturkontakt werden ignoriert, Rekonstruktionen von Wanderbewegungen sind spekulativ, Bereitet Rassismus den Boden, da nur wenigen, vermeintlich überlegenen Kulturen ein Entwicklungspotenzial zuerkannt wird.

28 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 28 (4) Historischer Partikularismus ca , USA Fokus: Einzigartigkeit jeder Kultur, die das Ergebnis einer spezifischen historischen Entwicklung ist.

29 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 29 Historischer Partikularismus: Vertreter Vertreter: Franz Boas und seine erste amerikanische Schülergeneration, u.a. Alfred Kroeber, Robert Lowie und Edward Sapir. BOASLOWIEKROEBERSAPIR

30 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 30 Zentrale Thesen: Der historische Partikularismus entstand in Abkehr vom Evolutionismus, dessen Annahmen als spekulativ und willkürlich verworfen wurden. Grundannahmen: Jede einzelne Kultur ist das Resultat einer besonderen Geschichte, kann in ihrer historischen Entwicklung nur aus sich heraus verstanden werden, kann nur aus sich heraus bewertet werden (Kulturrelativismus). Folglich sind Vergleiche zwischen Kulturen und die Suche nach kulturübergreifenden Gesetzmäßigkeiten problematisch. Für die ethnologische Forschung notwendig ist eine nicht- spekulative Datenbasis auf der Grundlage von Feldforschungen, die vergangene Zustände dokumentieren.

31 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 31 Boas: Kritik des biologischen und sozialen Rassen- konzepts Ausgehend von anthropometrischen Untersuchungen bei Immigranten und deren Nachfahren wies Boas nach, dass individuelle Unterschiede größer sind als Rassenunterschiede und Intelligenzunterschiede nicht auf biologischen Unterschieden beruhen. Zudem betonte er, dass es aufgrund von Zwischenheiraten gar keine reinen Rassen gibt und die Vermischung keine negativen Folgen zeitigt. Dies verband er mit folgender politischer Analyse und Forderung: Ein grundlegendes Problem der US-amerikanischen und anderen Gesellschaften ist die soziale Schichtung aufgrund von rassischen Kriterien – ein Antagonismus, der ein Ende haben muss!

32 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 32 Kritik: Stärken des Ansatzes: Der historische Partikularismus brachte die Vorstellungen der kulturellen Vielfalt und des Kulturrelativismus in die ethnologische Diskussion ein. Wichtig waren zudem: Insistieren auf Datenqualität: Fokus auf Empirie/breite Datenbasis als Ergebnis von Feldforschungen, Verbindung von Partikularismus und Holismus: Die detaillierte Untersuchung spezifischer Gesellschaften muss der gesamten Bandbreite des kulturellen Verhaltens Rechnung tragen. Schwächen des Ansatzes: kein Kulturvergleich, keine kulturübergreifenden Generalisierungen, damit werden Möglichkeiten einer allgemeinen Kultur- wissenschaft in Frage gestellt.

33 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 33 Zusammenschau: Evolutionismus, Diffusionismus, historischer Partikularismus Trotz aller Unterschiede: Evolutionismus, Diffusionismus und historischer Partiku- larismus teilen das historische Interesse: Es geht um die Rekonstruktion geschichtlicher Werdegänge; Dies gilt auch für den historischen Partikularismus: Auch die Feldforschungen der historischen Partikularisten bezogen sich auf (vermeintlich) ursprüngliche, d. h. noch nicht durch Kolonialismus, Reservatsdasein u. ä. beeinflusste Zustände. Ab etwa 1920 Nun setzte sich eine synchrone Orientierung der ethnologischen Forschung stärker durch: man suchte nicht mehr so sehr nach den historischen Wurzeln, sondern konzentrierte sich auf die Gegenwart und die Faktoren, die rezente Kulturen zusammenhalten.

34 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 34 (5) Kultur- und Persönlichkeits- forschung bei Peoples und Bailey configurationalism (eher unübliche Bezeichnung) ca , USA Fokus: Prägung der Persönlichkeit durch Kultur Das Aufwachsen in einer bestimmten Kultur prägt in entscheidender Weise die psychische Disposition einer Person, führt zu bestimmten kulturspezifischen Persönlichkeitstypen.

35 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 35 Kultur- und Persönlichkeitsforschung Die Forschung zu Kultur und Persönlichkeit setzt beim Individuum an. Im Vordergrund stehen der Prozess des Heranwachsens in einem spezifischen sozialen/kulturellen Umfeld, die damit einhergehende Entwicklung von persönlicher und sozialer/kultureller Identität. Auf dieser Basis werden Generalisierungen in Bezug auf kulturspezifische Persönlichkeitsstrukturen/-typen angestrebt.

36 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 36 Vertreterinnen: Ruth Benedict und Margaret Mead, USA - waren beide Schülerinnen von Boas, -waren beide auch außerhalb der Ethnologie äußerst bekannt und geschätzt.

37 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 37 Ruth Benedict: Zentrale Thesen Benedict fokussierte dominante kulturelle Muster und kultur- spezifische Persönlichkeitstypen. Die Muster spezifischer Kulturen (fundamentale, verhaltensrelevante Ideen und Werte) unterscheiden sich. Sie werden von ihren Mitgliedern im Prozess der Enkulturation und aufgrund von Sanktionen im Falle gegenläufigen Verhaltens gelernt; und sie wirken sich prägend auf ihre Persönlichkeit aus. Trotzdem gibt es Variationen innerhalb einer Kultur abweichendes Verhalten: Devianz – für Benedict: Konflikt zwischen der individuellen Persön- lichkeit und den Werten einer Gesellschaft – nicht universelles Phänomen: Eine Person, die in einer Gesellschaft als deviant gilt, kann in einem anderen kulturellen Kontext hoch geachtet sein.

38 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 38 Ruth Benedict: Kulturspezifische Persönlichkeitstypen Unterscheidung gegensätzlicher Typen am Beispiel nordamerikanischer Indianer: Apollonischer Typus: ruht in der Tradition, ist gemeinschafts- orientiert, zurückhaltend, beherrscht, bescheiden, maßvoll Pueblo-Indianer: Zuňi, Hopi. Dionysischer Typus: sucht Grenzüberschreitung, ist egoorientiert, individualistisch, konkurrierend, exzessiv Apachen und andere nordamerikanischen Indianer.

39 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 39 Margaret Mead: Zentrale Thesen Margaret Mead interessierte sich für die Art und Weise, in der das Kind Kultur erwirbt und den Einfluss von Kultur auf die Persönlichkeits- Entwicklung frühkindliche Sozialisation(Enkulturation. In dem Zusammenhang untersuchte sie die Prägung der Persönlichkeit von Individuen durch kulturspezifische Sozialisationspraktiken unter anderem am Beispiel von heranwachsenden Mädchen in Samoa und interpretierte ihre Ergebnisse vor dem Hintergrund US-ameri- kanischer Sozialisationspraktiken: Pubertät ist in Samoa wenig belastend, in den USA aber sehr wohl; Dies beruht nicht auf biologischen Faktoren, sondern hat kultur- spezifische Ursachen.: In Samoa wachsen Jugendliche freizügig auf, während die Pubertät in westlichen Gesellschaften durch Stress, Rebellion und konfliktive Ablösung von den Eltern gekennzeichnet ist.

40 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 40 Mead-Freeman-Kontroverse Berühmte Kontroverse zwischen Margaret Mead und Derek Freeman über Adoleszenz in Samoa: Laut Mead ist diese erstaunlich unproblematisch, was Freeman später anzweifelte. Er wirft Mead vor, wichtige Aspekte der samoanischen Kultur ignoriert und ihre Kultur mit den Augen einer jungen US-amerikanischen, auf Emanzipation drängenden Frau idealisiert zu haben. Allerdings hegte Freeman tiefe Ressentiments gegen Mead, die in seiner Kritik durchscheinen, welche er erst nach Meads Tod vorbrachte. MEADFREEMAN

41 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 41 Kultur- und Persönlichkeitsforschung: Kritik Stärken des Ansatzes: erstmalig systematische Untersuchung des Zusammenhangs von Kultur- und Persönlichkeit, Holismus, Kulturrelativismus. Schwächen des Ansatzes: Teilweise mangelnde historische Einbettung der Fallbeispiele (Benedict), kein Kommentar zum Warum der Entscheidung für bestimmte kulturelle Merkmale und gegen andere und damit zum Entstehen der konstatierten Typen.

42 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 42 (6) Funktionalismus ca , Großbritannien Fokus: Betrachtung von Kultur als System, das sich idealer Weise im Gleichgewichtszustand befindet und in dem alle Teile miteinander verbunden sind; kulturelle Merkmale sollen im Hinblick auf ihre Funktion für das Wohlbefinden des Einzelnen bzw. ihres Beitrags zum Erhalt der Struktur der Gesellschaft erklärt werden. Zwei Richtungen: Biopsychologischer Funktionalismus Strukturfunktionalismus

43 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 43 Biopsychologischer Funktionalismus Zentrale Thesen: Kulturelle Merkmale können im Hinblick auf ihre Funktion für die Erfüllung der physischen und psychischen Bedürfnisse des Menschen erklärt werden. Begründer und Vertreter: Bronislaw Malinowski

44 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 44 … Biosychologischer Funktionalismus, Zentrale Thesen: Der Ausgangspunkt zur Erklärung von Kultur sind die Grundbedürfnisse (basic needs) des Einzelnen, z.B. Ernährung, Reproduktion, Schutz, Gesundheit; Individuen müssen sich zu Gruppen zusammenschließen, um diese primären Bedürfnisse befriedigen zu können. So entstehen abgeleitete Bedürfnisse (derived needs), die sich auf das Gruppenzugehörigkeitsempfinden und den Erhalt / die Reproduktion der Gruppe richten; diese sind durch Normen, Werte oder Rituale usw. untermauert.

45 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 45 Biopsychologischer Funktionalismus: Kritik Stärken des Ansatzes: Betonung des Individuums als letztendlicher Instanz aller Bedürfnisse und Kultur. Schwächen des Ansatzes: Da die biologisch bedingten Grundbedürfnisse überall auf der Welt identisch sind, ergibt sich keine Erklärung für kulturelle Unterschiede.

46 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 46 Strukturfunktionalismus Wichtige Vertreter: A. R. Radcliffe-Brown, E. E. Evans-Pritchard, Raymond Firth und Edmund Leach RADCLIFFE-BROWNEVANS-PRITCHARDFIRTH

47 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 47 Strukturfunktionalismus: zentrale Thesen Nicht das Individuum und seine Bedürfnisse stehen im Vordergrund, sondern das soziale System: Kulturelle Merkmale oder Institutionen (regelmäßig auftretende Verhaltensstandards) haben die Funktion, die Struktur des Systems – d.h. das Netzwerk der sozialen Beziehungen zwischen Individuen und Gruppen – aufrecht zu erhalten. Die Sozialstruktur ist normalerweise im Gleichgewichtszustand (Equilibrium). Mögliche Konflikte werden durch bestimmte Institutionen entschärft (z. B. Meidungsregeln). Organismusanalogie: Die Gesellschaft wird wie ein lebender Organismus gesehen (social body): Individuen entsprechen den Zellen, Gruppen den Organen – Zellen er- neuern sich beständig, Organe bleiben erhalten; so auch die Gesellschaft, deren Personal sich ständig austauscht, da Menschen sterben und neue geboren werden, deren Struktur aber nichtsdestotrotz überdauert (strukturelle Kontinuität).

48 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 48 Strukturfunktionalismus: Kritik Stärken des Ansatzes: Holismus, Systemsicht. Schwächen des Ansatzes: Überbetonung von Gleichgewicht, somit keine Erklärung für das Entstehen von Konflikten und für Wandel.

49 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 49 (7) Strukturalismus ab Mitte der 1950er Jahre, Frankreich, Großbritannien u.a.O. Fokus: Erklärung kultureller Phänomene im Zusammen- hang mit basalen Strukturen des menschlichen Denkens Hauptvertreter: Claude Lévi-Strauss

50 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 50 Strukturalismus: zentrale Thesen Es gibt basale Strukturen des menschlichen Denkens, diese sind universell; Sie finden ihren Niederschlag in Kulturprodukten wie Mythen und Verwandtschaftssystemen in stets ähnlicher Art und Weise. Die Grundstrukturen sind häufig binäre Oppositionen (z. B. heiß-kalt, roh-gekocht, Mann-Frau, unten-oben). angeregt durch die strukturalen Lingustik: Konstatierung von Kontrasten zwischen Phonemen, Annahme: Sprache und andere kulturelle Äußerungen unterliegen demselben Strukturprinzip Ziel: Erstellung einer Art universeller Grammatik der Kultur.

51 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 51 Strukturalismus: Kritik Stärken des Ansatzes: Thematisierung des Zusammenhangs zwischen menschlichen Denkstrukturen und Kultur (heute Forschungsfeld der kognitiven Ethnologie). Schwächen des Ansatzes: Die Suche nach Tiefenstrukturen vernachlässigt historische Entwicklungen sowie Phänomene des sozialen Alltags und Eigensicht der Kulturangehörigen (Empirieferne), Die Argumentation ist oft undurchsichtig (z. B. Lévi-Strauss Verwandtschaftsatom: Vater-Mutter-Kind-Mutterbruder – dort, wo es keine Rolle spielt, ist es ihm zufolge latent), Daten sind mitunter der Theorie angepasst, aufgrund der fehlenden historischen Einbettung: keine Erklärungen für Wandel.

52 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 52 (8) Neoevolutionismus ab ca. Mitte der 1950er Jahre Fokus: Wiederaufgreifen des Interesses an der Entwicklung menschlicher Kulturen Zwei Richtungen: Generelle Evolution: Technologischer Fortschritt als Triebfeder der generellen Entwicklung vom Einfachen zum Komplexen. Multilineare Evolution: Kultur ist durch die Umwelt geprägt, ist das Mittel, sich an die physische und soziale Umwelt anzupassen; ähnliche kulturelle Muster reflektieren parallele Anpassungen an spezifische Umweltsituationen.

53 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 53 Generelle Evolution Zentrale Thesen: Wie unilineare Evolutionisten des 19.Jh.: Die Evolution verlief vom Einfachen zum Komplexen. Der technologische Fortschritt ist der Motor der allgemeinen Entwicklung von Kultur. Hauptvertreter: Leslie White, USA WHITE

54 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 54 Generelle Evolution (L. White): zentrale Thesen Es gibt einen objektiven Maßstab für die Entwicklung, nämlich das Ausmaß der Energieaneignung und des Energieverbrauchs. Der technologische Fortschritt zieht Veränderungen in anderen kulturellen Bereichen wie z.B. dem Sozialen nach sich, hin zu immer größerer Komplexität. Technologischer Determinismus Aufgrund von neuen Technologien (z.B. Pflug) wird mehr produziert, die Gesellschaft wächst, wird komplexer. Merkmale für Komplexität sind u.a.: Anhäufung von Besitz und Entstehung sozialer Ungleichheit, Entstehung von Bürokratie und Machthierarchien und beruflicher Spezialisierung.

55 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 55 Multilineare Evolution Kritik an White und seinen Generalisierungstendenzen, stattdessen Forderung der Konzentration auf die Evolution einzelner Gesell- schaften. Hauptverterter: Julian Steward, USA STEWARD

56 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 56 Multilineare Evolution (J. Steward): zentrale Thesen Steward stimmt mit White hinsichtlich der grundlegenden Bedeutung von Technologie überein, erweitert diese aber um Umweltfaktoren: Techno-Umwelt-Determinismus: Technologie und Umwelt bestimmen gemeinsam die grundlegende Form der Adaption einer Gruppe; und diese Form der Adaption bestimmt wiederum die Kultur der Gruppe. Nicht alle kulturellen Teilbereiche sind gleichermaßen durch Technologie und Umwelt beeinflusst – wirtschaftliche beispielsweise stärker als religiöse Aktivitäten. Grundlegende Konzepte bei ihm sind: Adaption an Umwelt per Technologie; Kulturkern (culture core): kulturelle Merkmale, die eng mit dem Subsistenzaktivitäten/Ökonomie in Zusammenhang stehen, wie Technologie, Siedlungsmuster, Arbeitsteilung und Kooperation, Landverteilung; der Kulturkern bestimmt sekundäre Merkmale: schwächer durch Umweltanpassung bestimmte Teile wie Religion, Kunst, etc.

57 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 57 Neoevolutionismus: Kritik Stärken des Ansatzes: komparative Perspektive, Suche nach Gesetzmäßigkeiten; Herausstellen der Prägung von Kultur durch Notwendigkeit der Umweltanpassung und Technologie hierzu wird heute im Forschungsfeld der Kulturökologie gearbeitet. Schwächen des Ansatzes: Umweltanpassung und Technologie erklären längst nicht alles!: geringes Erklärungspotenzial des Ansatzes bzgl. solcher kultureller Merkmale, die nicht ins Schema passen.

58 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 58 Theorien seit ca Die jüngeren Theorien lassen sich zwei großen Denkrichtungen zuordnen: naturwissenschaftlich orientierte Ansätze und geisteswissenschaftlich orientierte Ansätze Naturwissenschaftlich orientierte Ansätze im englischen Sprachgebrauch: scientific approaches im deutschen Sprachgebrauch auch: analytische Ansätze Geisteswissenschaftlich orientierte Ansätze im englischen Sprachgebrauch: humanistic approaches im deutschen Sprachgebrauch auch: interpretative Ansätze Vgl. hierzu auch: Schweizer, Thomas Perspektiven der analytischen Ethnologie. In: Thomas Schweizer, Margarete Schweizer und Waltraud Kokot (Hrsg.) Handbuch der Ethnologie: Festschrift für Ulla Johansen. Berlin: Reimer. S Stellrecht, Irmtraud Interpretative Ethnologie: Eine Orientierung. In: Thomas Schweizer, Margarete Schweizer und Waltraud Kokot (Hrsg.) Handbuch der Ethnologie: Festschrift für Ulla Johansen. Berlin: Reimer. S

59 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 59 Scientific und humanistic approaches bzw. analytische und interpretative Ansätze Foki: Scientific approaches bzw. analytische Ansätze suchen nach Erklärungen für kulturelle Gegebenheiten, dies häufig im materiellen Bereich, betonen den Vergleich – Außensicht/etische Perspektive; Humanistic approaches bzw. interpretative Ansätze bemühen sich, fremde Lebenswelten nach den ihnen eigenen Begriffen zu verstehen, beziehen sich häufig auf den Bereich der Ideen und Überzeugungen, sind skeptisch gegenüber Verallgemeinerungen – Innensicht/emische Perspektive.

60 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 60 … Scientific und humanistic approaches bzw. analytische und interpretative Ansätze Auch die älteren Richtungen lassen sich diesen Grundorientierungen zuordnen: Evolutionismus, Diffusionismus, Funktionalismus, Strukturalismus und Neoevolutionismus sind eher analytisch orientiert, der historische Partikularismus teilt viele Anliegen und Werthaltungen mit der interpretativen Ethnologie.

61 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 61 Analytischer Ansatz im Lehrbuch repräsentiert durch materialistische Ansätze, in der älteren Auflage feinere Unterteilung als in der neuen: Neomarxismus Kulturmaterialismus

62 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 62 (9) Neomarxismus Wichtige Vertreter: Eric Wolf und Sidney Mintz, USA sowie Maurice Godelier, Frankreich WOLFMINTZGODELIER

63 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 63 Marxismus und Neomarxismus Der Neomarxismus greift die Gedanken des älteren Marximus/historischen Materialismus auf und führt sie weiter. historischer Materialismus bezeichnet nicht nur den Neomarxismus, sondern den Marximus allgemein, also (gerade) auch den älteren Marxismus (Peoples & Bailey stellen dies nicht deutlich heraus!). Grundlegendes Konzept (Karl Marx): Produktionsweise und Klassen Produktionsweise, gegliedert in: Produktivkräfte: Technologie, Produktionsverhältnisse: Arbeitsteilung, Landbesitzverhältnisse Produktionsmittel: Land, Werkzeug, Ressourcen

64 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 64 … Marxismus und Neomarxismus Klassen sind Gruppen von Menschen, die sich in der gleichen Position bezüglich Produktionsmitteln und Produktivkräften befinden. Hierzu gehören auch Gruppen, die weder über das eine, noch über das andere verfügen und daher ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Der Gegensatz und die Konflikte dieser Klassen (betr. vor allem Unternehmer und Arbeiter) ist die treibende Kraft hinter historischen/kulturellen Entwicklungen. Die Basis bestimmt den Überbau; Religion, Recht etc. sind als Machterhaltungsinstrumente zu analysieren.

65 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 65 Marxismus und Neomarxismus: Kritik Stärken des Ansatzes: Produktionsweisen sind tatsächlich häufig bestimmend, auch auf indirekte, den Menschen selbst kaum bewusste Art und Weise. Schwächen des Ansatzes: Die heutigen Produktionsverhältnisse sind unübersichtlich: z. B. Manager als Angestellte, aber Unternehmensvertreter; Arbeiter mit Aktien ihres Betriebs. Der Mensch ist nicht nur materiell motiviert!

66 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 66 (10) Kulturmaterialismus Weiterführung der Ideen des Neoevolutionismus (insbes. des multilinearen Evolutionismus von Julian Steward). Hauptvertreter: Marvin Harris, USA HARRIS

67 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 67 Kulturmaterialismus: zentrale Thesen Die wichtigsten Aspekte von Kultur sind Adaption an die natürliche Umwelt und Ressourcennutzung, denn nur so können Menschen ihre physischen/biologischen Bedürfnisse decken. Um sich an die Umwelt anpassen zu können und deren Ressourcen zu nutzen, benötigen Menschen Technologie/Werkzeuge und Wissen über Umweltgegebenheiten. Feedback-Mechanismen: Menschen interagieren mit ihrer Umwelt, indem sie eine bestimmte Technologie anwenden; dadurch kommt es zu Veränderungen ihrer Umwelt, die wiederum eine veränderte Technologie bewirken usw. (kein simpler Determinismus, sondern Rückkoppelungen). Viele kulturelle Entwicklungen sind das Resultat von Prozessen der Intensivierung: Bevölkerungswachstum/Übernutzung natürlicher Ressourcen führt zu Umweltveränderungen, diese erzwingen Weiterentwicklungen in der Art der Ressourcennutzung und dadurch entstehenden neue Formen sozialer Organisation, die mit neuen Werten und Normen einhergehen.

68 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 68 … Kulturmaterialismus: zentrale Thesen Die Art und Weise der Naturausbeutung determiniert Kultur: Nutzung natürlicher Ressourcen (Adaptation, Technologie) bestimmt die soziale Organisation: soziale Beziehungen und Gruppen entstehen, um die Nutzung der Ressourcen zu ermöglichen; diese bestimmt das Überzeugungssystem (Norme, Werte, Religion etc.), das die Nutzergruppen legitimiert.

69 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 69 Kulturmaterialismus: Kritik Stärken des Ansatzes: Herausstellen von Ökologie, Demographie, Technologie und Wirtschaft im Zusammenhang mit kulturellen Möglichkeiten. Schwächen des Ansatzes: Primat der Technologie/Ökologie: manche kulturelle Bereiche sind durch die genannten Faktoren stärker beeinflusst als andere, die so nicht erklärt werden können.

70 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 70 Interpretativer Ansatz Der interpretative Ansatz will Kulturen verstehen (das Wie und Wozu und Was menschlicher Äußerungen) und nicht – wie die analytische Richtung – erklären (betr. das Warum menschlicher Äußerungen, Kausalbeziehungen).... more emphasis on what goes on in human minds than on what goes on in human stomachs

71 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 71 Foki der interpretativen Richtung: Verstehen von Einzelkulturen als zentrales Problem der ethnologischen Wissensgewinnung; Feldforschung als grundlegendes Verfahren der Datengewinnung – betr. Zusammenhang zwischen Person/Perspektive von Forscher/in und Informant/innen, deren Interaktion und Kommunikation im Feld, die Erhebungskontexte und Aussagekraft der erhobenen Daten, die eine durch den/die Forscher/in interpretierte Innensicht der Kultur einer untersuchten Gemeinschaft widerspiegeln soll; Möglichkeiten der Präsentation dieses Beziehungsgeflechts in wissenschaftlichen Texten; Problematisierung von Macht - der machtpolitischen Verstrickung der Disziplin, mit der ihre Vertreter/innen im Zuge der Entkolonialisierung konfrontiert waren und sind; sowie der sozialen und politischen Kontexte, in denen die Diskurse von Ethnograph/in und Informant/innen verankert sind/durch die sie mitbedingt sind.

72 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 72 Die zwei Richtungen: Symbolische/Interpretative Ethnologie, Postmoderne Ethnologie.

73 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 73 (11) Symbolische/Interpretative Ethnologie Wichtige Vertreter: Clifford Geertz, Sherry Ortner, David Schneider und Marshall Sahlins, USA; sowie Victor Turner und Mary Douglas, Großbritannien GEERTZDOUGLASSAHLINS

74 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 74 Symbolische/Interpretative Ethnologie: zentrale Thesen Fokus: Ermittlung von symbolischen Bedeutungen hinter den kulturellen Formen zentral: emische Sichtweise (emic view), d. h. Eigen-/Innensicht der Kulturangehörigen: deren Verhaltensweisen und Ideen sollen entschlüsselt werden, dabei muss eine Kultur als eine Art Text über die Schulter der Kulturteilnehmer blickend gelesen werden (C. Geertz), diese wird dann übersetzt, d. h. aus Sicht des Ethnologen für die Angehörigen seiner Kultur beschrieben, Ziel: nicht allgemeingültige Gesetze, sondern in sich schlüssige, zeitgebundene und niemals letztgültige Interpretationen.

75 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 75 Symbolische/interpretative Ethnologie:Kritik Stärken des Ansatzes: Beachtung der emischen Sichtweise und Bedeutung von Symbolen; Schwächen des Ansatzes: die materiellen Bedingungen menschlicher Kulturen werden vernachlässigt; dem Ethnolog/innenen wird sehr viel Deutungsmacht zugewiesen.

76 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 76 (12) Postmoderne Ethnologie Wichtige Vertreter/innen: Lila Abu-Lughod, James Clifford, Vincent Crapanzano, Paul Rabinow, Renato Rosaldo und Stephen Tyler, USA ROSALDORABINOWABU--UGHOD TYLER

77 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 77 Postmoderne in den Geisteswissenschaften Trend in allen Geisteswissenschaften seit den 1980er Jahren, aber auch in Architektur, Kunst etc. Skepsis gegen alle Arten von naturwissenschaftlich orientierten, großen Theorien mit hohem Allgemeingültigkeitsanspruch; stattdessen Betonung der Relativität jeglichen Wissens. Einflüsse aus der französischen Philosophie: Jacques Derrida prägte den Begriff Dekonstruktion: kritisches Hinterfragen von Allgemeingültigkeitsansprüchen, von Theorien und Begriffen und Aufdecken ihrer historischen Gebundenheit; Michel Foucault betonte die Machtbedingtheit in allen Wissenssystemen - so auch dem der Wissenschaft Macht wird nicht nur mit Wissen ausgeübt, sondern wohnt bereits den Abgrenzungen, Grundbegriffen und Institutionen der Wissenssysteme inne.

78 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 78 Postmoderne in der Ethnologie Auseinandersetzung mit kolonialer Rolle der Ethnologie Infragestellung der Verlässlichkeit von Ethnographien (Malinowski-Tagebücher, Mead-Freeman-Kontroverse, Castañeda und seine für wahr deklarierten, de facto jedoch fiktiven Ethnographien) führte zu folgenden Entwicklungen: Dekonstruktion der Wissenssysteme und Herrschaftsdiskurse in eigener und fremden Kulturen, Dekonstruktion und Sezieren ethnographischer Klassiker (Repräsentationskritik), Daraus hervorgegangen: Experimentieren mit neuen ethnographischen Schreibweisen - hierbei: intensive Selbstreflexion des Ethnographen, Einbeziehung der Dialoge mit den Informanten oder gemeinsame Autorenschaft, Verwendung literarischer Schreibstile (Roman, Poesie)

79 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 79 Postmoderne Ethnologie: Kritik Der Ansatz ist äußerst heterogen: viele der Genannten würden sich selbst vermutlich ganz anders einordnen; und nicht wenige werden bestreiten, dass die Postmoderne eine Theorie ist. Stärken des Ansatzes: viel von der Kritik der Postmoderne an der herkömmlichen Ethnologie ist berechtigt; positiv - Reflexion der Verstrickung der Disziplin in Machtkonstellationen, Problematisierung der ethnographischen Textproduktion und Gültigkeit ethnographischer Monographien usw. Schwächen des Ansatzes: Extreme Vertreter/innen, die die prinzipielle Unmöglichkeit der adäquaten Beschreibung fremder Kulturen behaupten und als Alternative Ethnographie als Ethnofiktion oder Ethnopoetik mit künstlerischem Schaffen gleichsetzen wollen, katapultieren sich aus Ethnologie als Wissenschaft heraus.

80 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 80 Konkurrierende Ansätze am Beispiel: Symbolische Ethnologie und Kulturmaterialismus Konkurrierende Erklärungen für das Schweinetabu im Islam und im Judentum sind: Mary Douglas: Schwein ist konzeptuelle Anomalie, da Paarhufer, aber nicht Wiederkäuer, weicht somit ab von prototypischen Land- und Herdentieren (Rind, Ziege, Schaf), daher tabuisiert; Marvin Harris: materialistische Erklärung – Schweinhaltung ist im waldlosen, heißen Mittleren Osten zu teuer, Schweine liefern neben Fleisch nur wenige Nebenprodukte (keine Milch o.ä.), stehen in Nahrungskonkurrenz zum Menschen, bieten Trichinengefahr. aber: warum ist das Schwein die konzeptuelle Anomalie und nicht die gewöhnlichen Herdentiere? warum muss man das Schwein verbieten, wenn seine Zucht ohnehin nachteilig ist? Fazit: materielle und Ideen fokussierende Erklärungen können sich auch ergänzen! Nur sehr weenige Ethnolog/innen vertreten einen Determinismus in die eine oder andere Richtung!

81 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 81 Wozu Theorie(n)? Theoretischer Pluralismus ist für die Ethnologie kennzeichnend, die ja auch in ihrem Gegenstand sehr vielfältig ist – das kann verwirrend sein, ist fast immer aber auch spannend! Zunächst einmal: sich nicht einschüchtern lassen, theoretische Ansätze sind als Angebote oder Anregungen zu verstehen, sie schreiben einem das Wie des Denkens nicht vor. Und: Viele Ethnologen arbeiten kompetent und machen sich einen Namen, ohne sich einer einzelnen Theorie zu verschreiben; keine einzelne Theorie wird von allen akzeptiert.

82 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 82 … wozu Theorie(n)? Theorien schließen einander nicht aus, sie können sich ergänzen (Beispiel Schweintabu). Sie behandeln unterschiedliche Gegenstände: Strukturalismus z. B. Mythen, aber nicht Umweltanpassung, die dagegen im Kultur- materialismus zentral ist. Sie haben unterschiedliche Ziele, z. B. Verstehen des Einzelfalls (historischer Partikularismus, Interpretative Ethnologie) versus Formulierung allgemeiner Gesetze (Evolutionismus, Kulturmaterialismus). Sie sind prinzipiell brauchbar, wenn man den Erklärungsanspruch nicht gnadenlos überzieht. Und: Grundfragen bleiben aktuell: Strukturen, Funktionen, Diffusion, Evolution etc. interessieren Ethnolog/innen auch heute.

83 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 83 Nachwort: Der Überblick war keineswegs komplett: man hätte noch von Bourdieuscher Habitustheorie, Rational- Choice-Ansätzen, Neue Institutionenökonomie Economy und anderem sprechen können! Regelmäßig gibt es Theorienüberblick-Seminare im Wintersemester (in den letzten Jahren meist von Lioba Lenhart, Zurzeit von Martin Rössler), die man zur Vertiefung im 3. oder 5. Semester besuchen sollte.

84 17. und Einführungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Ethnologische Theorien 84 Zur nächsten Stunde Kapitel 6 des Lehr- buchs (Seiten ) lesen ! Methods of Investigation


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