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Prof. Dr. Rainer Maurer -1- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten.

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Präsentation zum Thema: "Prof. Dr. Rainer Maurer -1- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten."—  Präsentation transkript:

1 Prof. Dr. Rainer Maurer -1- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

2 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten Vorlesungunterlage & Skript: Passwort für Skript zur Vorlesung: AdamSmith

3 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft?

4 Anmerkungen Prof. Dr. Rainer Maurer -4- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten Die beiden Bilder sind Ausschnitte eines Wandfreskos von Raphael Die Schule von Athen(1511, Vatikan). Es zeigt links, den mit seiner Hand auf den Himmel der reinen Ideen deutenden, Philosophen Platon und rechts, den mit seiner Hand auf die Welt der Erfahrung deutenden Philosophen Aristoteles. Bis ins späte Mittelalter hinein war die Entwicklung der abendländischen Wissenschaft von der auf Platon zurückgehenden Vorstellung geprägt, dass zum Verständnis der Welt das Studium der reinen Ideen (im heutigen Sinn Theorien) allein notwendig sei. Nach seiner Ansicht war die erfahrbare Welt nur ein Schatten der wahren Welt der reinen Theorien. Diese Vorstellung – und ihre anfängliche Einbettung in die christliche Lehre durch die katholische Kirche – führte zu einem weitgehenden Stillstand des wissenschaftlichen Fortschritts. Im Vergleich zum naturwissenschaftlichen Kenntnisstand in der römischen Spätantike gab es bis zum Ende des Mittelalters kaum Wissenszuwachs.

5 Anmerkungen Prof. Dr. Rainer Maurer -5- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten Dies begann sich erst zu ändern, als mit der im 11. Jahrhundert einsetzenden Rückeroberung Spaniens von den Arabern bis dahin unbekannte naturwissenschaftliche Werke Aristoteles, die von den Arabern nach Spanien mitgebracht worden waren, entdeckt wurden. Der darin von Aristoteles vertretene Standpunkt, dass nicht die Welt der Ideen sondern die Welt der Erfahrung die Quelle wissenschaftlicher Erkenntnis bildet, hatte dann sehr starken Einfluss auf die Entwicklung von Philosophie, Kunst und Wissenschaft in Europa. Sie bildeten das philosophische Rückgrat der dann einsetzenden Renaissance- Bewegung. Künstler wie Brunelleschi, Botticelli, da Vinci, Michelangelo oder Dürer begannen sich in ihren Werken mit der Darstellung der erfahrbaren Realität auseinander zusetzen; Naturwissenschaftler wie Brahe, Kopernikus, Gallilei Vesalius, begannen ihre theoretischen Überlegungen durch Beobachtungen der Realität und Experimente zu überprüfen. Die Erfolge, die mit dieser neuen Methode erzielt wurden, bilden den Grundstock für den wissenschaftlichen Fortschritt, der in die Moderne mündete.

6 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

7 Prof. Dr. Rainer Maurer Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft Wissenschaften Idealwissen- schaften Erfahrungs- wissenschaften Kulturwissen- schaften Naturwissen- schaften Geisteswissen- schaften Wirtschafts- wissenschaften PolitologieSoziologie Logik Mathe- matik Sozialwissen- schaften

8 Anmerkungen Prof. Dr. Rainer Maurer Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft Diese Einteilung der Wissenschaften ist nur eine von vielen möglichen. Als Einteilungskriterium wurde hier der Unterschied zwischen Ideal- und Erfahrungswissenschaften gelegt. Andere Einteilungen sind auch möglich und nützlich; eine einzig wahre Einteilung gibt es nicht. Unter den Idealwissenschaften fasst man all jene Wissenschaften zusammen, bei denen die Gültigkeit der Aussagen ohne Rückgriff auf die erfahrbare Realität bestimmt werden kann. Das ist z.B. in der Mathematik der Fall. Mathematische Theorien werden aus Annahmen (Axiomen) hergeleitet. Ändert man die Axiome resultieren andere Mathematiken. So beruht z.B. die in der Schulmathematik gelehrte Geometrie auf der Annahme, dass sich zwei Parallelen auch in der Unendlichkeit nicht schneiden. Diese Annahme wurde von dem griechischen Mathematiker Euklid ( v. Chr.) eingeführt. Die daraus resultierende Geometrie nennt man deshalb Euklidsche Geometrie. Ändert man die Ausgangsannahme resultiert eine andere Mathematik. Beide Arten von Mathematik sind gültig, wenn man jeweils die Ausgangsannahmen voraussetzt.

9 Anmerkungen Prof. Dr. Rainer Maurer Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft Empirische Erfahrung spielt dabei keine Rolle. Natürlich kann man die Frage stellen, welche Art von Mathematik bei der Beschreibung der erfahrbaren Welt den größeren Nutzen bringt. Wenn z.B. Physiker, Ingenieure oder Statistiker das tun, betreiben sie jedoch bereits Erfahrungswissenschaft. Die reine Mathematik kümmert sich nicht um solche Fragen. Die reine Mathematik untersucht nur Axiomensysteme und die daraus ableitbaren, unterschiedlichen mathematischen Theorien. Als Erfahrungswissenschaften bezeichnet man die Wissenschaften, bei denen die Gültigkeit der Aussagen von ihrer Übereinstimmung mit empirischen Beobachtungen abhängt. Diese Wissenschaften gehen in der Regel auch axiomatisch vor, d.h. sie leiten ihre Theorien aus Axiomen ab. Wenn aber die aus den Theorien resultierenden Hypothesen nicht mit den empirischen Beobachtungen übereinstimmen, werden die Axiome der Theorie verworfen. Man versucht, dann durch eine Änderung der Axiome eine neue Theorie zu entwickeln, die besser mit den Beobachtungen übereinstimmt. Die Erfahrungswissenschaften lassen sich einteilen in die Wissenschaften die sich

10 Anmerkungen Prof. Dr. Rainer Maurer Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft mit den nicht-biologischen Aspekten des Menschen beschäftigen, den Kulturwissenschaften, und in die Wissenschaften, die sich mit der Natur beschäftigen, die Naturwissenschaften. Die Kulturwissenschaften lassen sich einteilen, in die Wissenschaften, die sich mit den Produkten des menschlichen Geistes befassen (Sprache, Kunst, Musik, Brauchtum, Recht, Geschichte) und die Wissenschaften, die sich mit dem menschlichen Sozialverhalten beschäftigen, den Sozialwissenschaften. Innerhalb der Sozialwissenschaften kann man nun noch einmal eine Einteilung nach dem Kontext, in dem das Sozialverhalten sich abspielt, machen: Ist der Kontext der Bereich politischer Systeme, spricht man von Politologie, ist das Zusammenleben der Menschen innerhalb von Gesellschaften, spricht man von Soziologie, geht es um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Einzelnen, Gruppen oder Ländern spricht man von Wirtschaftswissenschaft. Die Einteilung macht jedoch deutlich, dass die Grenzen zwischen den Wissenschaften immer fließender werden, je tiefer man die Einteilung betreibt: Soziologische Phänomene wirken auf den Bereich der Politologie, wirtschaftliche Phänomene wirken auf die Soziologie und umgekehrt.

11 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

12 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Alle Erfahrungswissenschaften bestehen aus zwei Abteilungen: Dazu folgende Beispiele: Theoretische Abteilung Handlungswissenschaft- liche Abteilung Theoretische Erklärung des Forschungsgegenstandes Verwertung der Theorien für menschliche Handlungsziele

13 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Beispiel Physik: Theoretische Physik Ingenieurswissenschaften Theoretische Erklärung der physikalischen Welt Verwertung physikalischer Theorien zum Bau von Brücken, Kühlschränken, Computern, Atomkraftwerken, Raumstationen usw. Wichtig: Ob Kühlschränke oder Computer gebaut werden sollen, kann nicht logisch aus der Physik oder der Ingenieurswissenschaft abgeleitet werden! Handlungsziele müssen von Menschen festgelegt werden. Dazu braucht man Wertesysteme (Ethiken)! Welche Ethik ist die Richtige???

14 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Beispiel Biologie: Theoretische Biologie z.B.: Agrarwissenschaften Theoretische Erklärung der biologischen Welt Wichtig: Ob Kartoffeln oder Kaviar erzeugt werden sollen, kann nicht logisch aus der Biologie oder den Agrarwissen- schaften abgeleitet werden! Handlungsziele müssen von Menschen festgelegt werden. Dazu braucht man Wertesysteme (Ethiken)! Welche Ethik ist die Richtige??? Verwertung der biologischen Theorien zur Gewinnung von Nahrungsmitteln.

15 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Beispiel Wirtschaftswissenschaft: Wirtschaftstheorie Wirtschaftspolitik Theoretische Erklärung der wirtschaftlichen Realität Wichtig: Ob hohes Wirtschaftswachstum oder gleiche Einkommensverteilung angestrebt werden soll, kann nicht logisch aus der Wirtschaftstheorie oder Wirtschaftspolitik abgeleitet werden! Handlungsziele müssen von Menschen festgelegt werden. Dazu braucht man Wertesysteme (Ethiken)! Welche Ethik ist die Richtige??? Verwertung der Wirtschaftstheorien zur Erzielung eines hohen Wirtschaftswachstums, Vermeidung von Konjunkturkrisen, gewünschter Einkommensverteilung usw.

16 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Die Betriebswirtschaftlehre zählt wie die Wirtschaftspolitik zu den Handlungswissen- schaften greift aber als echte Querschnittswissenschaft traditionell nicht nur auf die Wirt- schaftstheorie zu sondern auch auf Natur-, Geistes- und andere Sozialwissenschaften zu: Verwertung von Theorien zur Erzielung eines hohen Unter- nehmensgewinns durch Opti- mierung von Marketing, Perso- nalmanagement, Logistik usw. Ingenieurswis- senschaften Betriebswirtschaftslehre SoziologiePsychologie Wichtig: Ob Unternehmensgewinn, Lohnsumme oder Ressourcen- effizienz maximiert werden soll, kann nicht logisch aus den Theorien oder der BWL abgeleitet werden! Handlungsziele müssen von Menschen festgelegt werden. Dazu braucht man Wertesysteme (Ethiken)! Welche Ethik ist die Richtige??? WirtschaftstheorieJura

17 Prof. Dr. Rainer Maurer -17- Welche Ethik ist die Richtige? Ethiken Prinzipienethiken (Gesinnungsethik) Die dem Handeln zu Grunde liegende Gesinnung zählt Naturrechtsethik (Gesinnung folgt aus Natürlich- keit; Platon, Aquin, kath. Kirche) Gewissensethik (Gesinnung folgt aus Gewissen; Fichte) Tugendethik (Gesinnung folgt aus Charakter- haltungen; Sokrates) Pflichtethik (Gesinnung folgt aus kategorischem Imperativ; Kant) Vertragsethiken (Kontraktualismus) Handeln orientiert sich an faktischen oder hypothetischen Verträgen Moralische (aus hypothetischen Verträge werden ethische Regeln abgeleitet) Amoralische (Einhaltung formaler Regeln ohne ethischen Anspruch) Diskursethik (Ethische Regeln wer- den aus idealer Kom- munikationsgemein- schaft abgeleitet; Apel, Habermaß) Autoritätsethik (Eine Instanz entscheidet für alle) Gerechtigkeits- theorie (Ethische Regeln werden aus hypo- thetisch ungewisser Ausgangsituation Abgeleitet; Rawls) Interessenethik (Alle können ihre Interessen einbringen) Ergebnisethiken (Verantwortungsethik) Das Ergebnis des Handels zählt Ethischer Egoismus (Ergebnis am Eigeninteresse orientiert; Nietzsche, Stirner, A.Rand) Handlungsutilitarismus (Ergebnis einer konkreten Handlung; Bentham) Regelutilitarismus (Durchschnittliches Ergebnis einer Regel zählt; Brandt)

18 Prof. Dr. Rainer Maurer -18- Das Begründungstrilemma der Ethik (H. Albert): Unendlicher Regress Ethische Norm x Zirkelschluss Ethische Norm x Abbruch d. Begründung Ethische Norm x Jeder Versuch Ethiken zu begründen endet zwangsläufig bei einer der folgenden Alternativen: Argument 1 => Argument 2 => Argument 3 => Argument 4 => usw. => Argument 1 => Argument 2 => Argument 4 => Argument 3 => Argument 1 => Argument 2 => Begründung unvollständig Letztbegründung ethischer Normen ist nicht möglich! => Jede Ethik hat Schwachstellen => Jede Ethik ist revidierbar. => Ethischer Fundamentalismus ist nicht zu rechtfertigen.

19 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Handlungsziele können also nicht wissenschaftlich bestimmt werden, da es kein allgemeinverbindliches Begründungsverfahren gibt. Konsequenz: PLURALISMUS Moderne Gesellschaften westlicher Prägung legen in ihren Verfassungen nur so viele Regeln fest, wie zur Organisation der Gesellschaft notwendig. Diese Regeln sind so gestaltet, dass sie den einzelnen Menschen große Entscheidungspielräume lassen. Man findet deshalb in diesen Gesellschaften Menschen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, was richtig oder falsch ist. Manche Menschen schließen sich zu Wertegemeinschaften zusammen, z.B. Vereine, Parteien, Stiftungen, Religions- gemeinschaften, die für ihre Weltanschauung werben. Wenn es um Entscheidungen geht, die die gesamte Gesellschaft betreffen, können in pluralistischen Gesellschaften alle ihre Standpunkte und Argumente einbringen. Am Ende wird dann durch demokratische Verfahren eine Entscheidung getroffen, die i.d.R ein Interessenkompromiss ist.

20 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Zu welchen Handlungszwecken das von den Erfahrungswissen- schaften gewonnene theoretische Wissen verwendet werden soll, lässt sich also nicht allgemeinverbindlich sagen. Es herrscht also eine gewisse Unbestimmtheit vor, die man aber auch positiv als Offenheit verstehen kann. Man kann gewissermaßen über alles noch einmal reden. Es gibt keinen Platz für Fundamentalismus jeglicher Art.

21 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Wozu das Wissen der Erfahrungswissenschaften verwendet werden soll, lässt sich also nicht allgemeinverbindlich festlegen. Ein weiteres grundsätzliches Problem besteht nun darin, dass es auch kein sicheres Wissen über die Realität gibt. Die Geschichte der Erfahrungswissenschaften zeigt, dass alle bisher entdeckten Theorien über die Beschaffenheit der Realität in der Physik, Biologie, Chemie irgendwann von besseren abgelöst worden sind. Es gibt also auch in den Erfahrungswissenschaften kein allgemeinverbindliches, ein für alle mal gesichertes Wissen. Warum ist das so? Warum kann man nicht einfach zwischen wahren und falschen Theorien unterscheiden?

22 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

23 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Auf den ersten Blick erscheint es einfach: Wahre Theorien stimmen mit empirischen Beobachtungen überein. Falsche Theorien widersprechen empirischen Beobachtungen. Also können wir mit Hilfe von empirischen Beobachtungen die wahren Theorien von den falschen unterscheiden. Das war auch lange Zeit die in der Philosophie vorherrschende Meinung, bis der englische Philosoph David Hume ( ) darauf aufmerksam machte, dass die Wahrheit einer Theorie niemals durch empirische Beobachtungen festgestellt werden kann. Sein Grundargument lautet: Egal wie oft eine Theorie mit einer Beobachtung übereinstimmt, es kann nie ausgeschlossen werden, dass irgendwann, irgendwo einmal eine Beobachtung gemacht wird, die der Theorie widerspricht.

24 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Dazu einige bekannte Beispiele: Lange Zeit zogen die Biologen aus der Beobachtung, dass alle beo- bachtbaren Schwäne weiß sind, die Schlussfolgerung, dass Schwäne tatsächlich immer weiß sind. Nach der Entdeckung Australiens 1860 stellten sie dann fest, dass es dort auch schwarze Schwäne gibt. Die Theorie Alle Schwäne sind immer weiß war also falsch, obwohl man bis 1860 beobachtet hatte, dass Schwäne immer weiß sind. Lange Zeit sahen die Physiker in der Beobachtung, dass die Sonne morgens im Osten aufgeht, dann in einer kreisförmigen Bahn um die Erde läuft und abends im Westen wieder untergeht, den Beleg dafür, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Kopernikus legte dann 1543 eine neue Theorie vor, die zeigte, dass diese Schlussfolgerung falsch ist. Lange Zeit glaubte man, dass die Existenz von Millionen unter- schiedlicher Tiere und Pflanzen notwendigerweise die Existenz eines Schöpfers voraussetzt. Seit Darwin 1859 seine Evolutionstheorie veröffentlicht hat, weiß man, dass die beobachtbare Artenvielfalt auch durch einen natürlichen Prozess von Mutation und Selektion erklärt werden kann.

25 Anmerkungen Prof. Dr. Rainer Maurer Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft Das Humesche Argument, das auch Humesches Induktionsproblem genannt wird, basiert wesentlich auf der Annahme eines unendlichen Universums. In einem unendlichen Universum, kann z.B. die Wahrheit einer Theorie, die die Hypothese beinhaltet Es existiert kein schwarzer Schwan niemals als wahr bezeichnet werden. Egal wie oft die Beobachtung gemacht wird, dass tatsächlich an einer bestimmten Raum-Koordinate des Universums kein schwarzer Schwan existiert, kann aufgrund der Unendlichkeit des Universums niemals ausgeschlossen werden, dass es irgendwo in der Unendlichkeit eine Raum-Koordinate gibt an der tatsächlich eine schwarzer Schwan existiert. In einem endlichen Universum, wäre es zumindest theoretisch (falls genügend schnelle Raumschiffe existierten) möglich alle Raum-Zeit-Koordinaten abzusuchen und auf die Existenz eines schwarzen Schwanes zu überprüfen. Solange wir aber nicht mit Sicherheit wissen können, ob das Universum endlich ist, könne wir also auch die Wahrheit von Theorien nicht beweisen. Außerdem kann Unendlichkeit nicht nur im Makrokosmos und bei Makroobjekten auftreten sondern auch im Mikrokosmos. Dazu kommt die Möglichkeit der Existenz eines Universums mit mehr als 4 Dimensionen…

26 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Wir können also nie wissen, ob eine Theorie im empirischen Sinne wahr ist! Auf welche Theorien, können wir dann aber unsere Handlungen stützen? Die Frage blieb lange Zeit unbeantwortet, bis der österreichische Philosoph Karl Popper ( ), darauf hinwies, dass es sehr viel leichter ist, die empirische Falschheit einer Theorie nachzuweisen: Auch in einem unendlichen Universum genügt im Prinzip bereits eine empirische Beobachtung, die einer Theorie widerspricht, um die Falschheit einer Theorie zu beweisen. Konkret: Eine Theorie, aus der hervorgeht, dass es keinen schwarzen Schwan gibt, wäre natürlich falsch, wenn man irgendwo tatsächlich einen schwarzen Schwan fände. Ein einziger schwarzer Schwan genügt also, um die Falschheit einer Theorie zu beweisen.

27 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Popper empfiehlt deshalb, Handlungsempfehlungen immer auf diejenige von allen Theorien zu stützen, die am wenigsten falsch ist: Die am wenigsten falsche Theorie bezeichnet Popper als die Theorie mit dem höchsten empirischen Bewährungsgrad. Dabei legt Popper großen Wert auf den Unterschied zwischenBewährung und Bewahrheitung legt. Letztere ist aufgrund des Humeschen Induktionsproblems nicht möglich. Es gibt also auch in den Erfahrungswissenschaften kein allgemeinverbindliches, ein für alle mal gesichertes Wissen. Alles Wissen über die Realität ist Vermutungswissen. Es kann immer sein, dass sich eine Theorie irgendwann als falsch herausstellt. Es gibt auch hier keinen Grund für Fundamentalismus. Man sollte also immer offen sein, für neue Theorien, für neue Problemlösungsvorschläge, für Kritik…

28 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

29 Prof. Dr. Rainer Maurer Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? Wenn wir aufgrund des Humeschen Induktionsproblems niemals sicher sein können, ob eine Theorie wahr ist, kann es dann überhaupt wissenschaftlichen Fortschritt geben? Antwort: Man darf das Anspruchsniveau nicht zu hoch schrauben: Wir können niemals sicher sein, die wahre Theorie zu kennen. Wir können aber immer von allen bekannten Theorien, diejenige aussuchen, die am wenigsten den empirischen Beobachtungen widerspricht. Wenn es gelingt, diese Theorie an den Stellen, wo sie Beobachtungen widerspricht, zu verbessern und daraus eine neue Theorie zu machen, besteht Grund zu der Hoffnung, dass wir in der Erkenntnis der realen Welt voranschreiten – auch wenn wir niemals sicher sein können, dass die dabei gewonnene neue Theorien wahr ist. In diesem Sinn ist also wissenschaftlicher Fortschritt möglich.

30 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

31 Prof. Dr. Rainer Maurer Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze Aus der Erkenntnistheorie ergeben sich eine Reihe von Grundsätzen für das wissenschaftliche Arbeiten: Wenn der wissenschaftliche Fortschritt vor allem im Nachweis der Falschheit von Theorien besteht, dann müssen wissenschaftliche Theorien so formuliert und präsentiert werden, dass es möglichst einfach ist, sie zu kritisieren und gegebenenfalls ihre Falschheit zu erkennen. Daraus leiten sich sowohl inhaltliche als auch formale Grundsätze für das wissenschaftliche Arbeiten ab:

32 Prof. Dr. Rainer Maurer Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 1.Inhaltliche Grundsätze: Nachvollziehbare Argumentation Sorgfältige und selbstkritische Begründung von Ergebnissen Vollständige und kritische Sichtung der relevanten Literatur Gründliche Diskussion unterschiedlicher Meinungen. Vollständige Dokumentation theoretischer und empirischer Resultate Offenheit für Kritik 2.Formale Grundsätze: Verständlichkeit des Ausdrucks Klarheit der Struktur und des Formats Leserfreundlichkeit der Darstellung Verständliche Definition der verwendeten Begriffe Orientierung an der üblichen Fachsprache und Konventionen, um Fachkundigen eine schnelle Überprüfung zu gewährleisten Vollständigkeit und Korrektheit der Quellenangaben

33 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

34 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Eine wissenschaftliche Hausarbeit oder Abschlussarbeit behandelt i.d.R. immer ein Problem zu dem Lösungsvorschläge gemacht werden sollen. Bevor man jedoch eigene Lösungsvorschläge macht, müssen zunächst einmal die schon existierenden Lösungsvorschläge diskutiert werden. Deshalb steht am Anfang steht immer die vollständige Sichtung der schon existierenden Literatur. Wichtig ist dabei, dass auf dem aktuellen Stand der Literatur aufgesetzt wird. Man geht in drei Schritten vor: 1.Literatursichtung (Was ist derzeit zu einem bestimmten Thema verfügbar?) 2.Literaturauswahl (Was ist für meine Fragestellung relevant) 3.Literaturbeschaffung (Wie und wo komme ich am einfachsten an die für mich relevante Literatur ran?)

35 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung 1.Literatursichtung: Empfehlenswert ist zunächst die Suche mit der Metasuchmaschine der Virtuellen Fachbibliothek der Wirtschaftswissenschaften: Mit dieser Suchmaschine suchen Sie im Bestand aller großen deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Bibliotheken (ECONIS = Deutsche Zentralbibliothek der Wirtschaftswissen- schaften Kiel, USB-Katalog = BWL-Sondersammlung der Universi- tätsbibliothek Köln, Online-Katalog der Wirtschaftsuniversität Wien, EconBiz = ca wirtschaftswissenschaftlich relevante Internetquellen, sowie 5 weitere Datenbanken). Nutzen Sie intensiv die verschiedenen Möglichkeiten der Stichwortsuche: Erstellen Sie eine Liste der für Ihr Thema relevanten Stichworte. Ergänzen Sie diese Liste, wenn Sie eine Publikation finden, die Ihr Thema genau trifft, mit Stichworten, unter denen diese Publikation gelistet ist.

36 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung 2.Literaturauswahl: Welche Literatur kommt in Frage? Grundsätzlich kommen für wissenschaftliche Arbeiten folgende Arten von Publikationen in Frage: Lehr- und Fachbücher, Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, Arbeits- und Diskussionspapiere wissenschaftlicher Institutionen, amtliche Statistik, auch Brancheninformationsdienste. Für Arbeiten mit juristischem Bezug: Gesetze, Urteile, Materialien Bei der weiteren Auswahl nutzen Sie die Stichwortangaben, Inhaltsverzeichnisse oder Abstracts, der Online Kataloge. Wenn Sie sich nicht sicher sind, googeln sie mit dem Titel und Autorennamen: Dabei finden Sie häufig die Verlagsseite mit einer genaueren Beschreibung des Buchinhaltes oder Sie finden die Veröffentlichung häufig sogar in PDF-Form auf der Internetseite des Autors usw.

37 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung 3.Literaturbeschaffung: Wenn die Literatur nicht online verfügbar ist, suchen Sie die Publikation zunächst im Katalog unserer Hochschulbibliothek. HS-Bestand (evtl. Beschaffungsvorschlag…) E-Books Elektronische Zeitschriftenbibliothek Datenbanken (u.a. Econlit) Wenn die Publikation dort nicht verfügbar ist, müssen Sie eine Fernleihe machen. Dazu können Sie folgende Fernleihebestellmaske unserer Bibliothek nutzen: Wenn Sie in Zeitverzug sind, können Sie auch kostenpflichtige private Kopierdienste wie etc. nutzen. Beginnen Sie rechtzeitig mit der Literatursuche (mind. 6 Wochen vor dem Schreibbeginn!), da der Bezug über die Fernleihe 2-3 Wochen dauern kann!

38 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

39 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Die Richtlinien der Fakultät gelten obligatorisch, es sei denn Ihr Prüfer weicht ausdrücklich davon ab. Die folgenden Erläuterungen zur Textgestaltung sind nur ein grober Ausschnitt der Richtlinien, bitte lesen Sie vor dem Verfassen einer Hausarbeit oder Abschlussarbeit die vollständigen Richtlinien sorgfältig durch und halten Sie sich an die Vorgaben. Um diese Aspekte der Textgestaltung geht es im Folgenden: Gliederung Textumfang und -gestaltung Schaubilder, Tabellen, Übersichten Zitierordnung Quellenverzeichnis Anhang

40 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Gliederung: Idealerweise der lässt sich Inhalt und Gedankengang einer Arbeit bereits anhand der Gliederung erfassen. In der Einleitung wird die Fragestellung erläutert; am Ende der Einleitung wird Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit beschrieben. Der Hauptteil bietet dann die sachliche Bearbeitung der eigentlichen Fragestellung: Er beginnt mit der Beschreibung und Diskussion des bisherigen Forschungsstandes auf Grundlage der Literatur und enthält dann den eigenen Forschungsbeitrag. Bei reinen Literaturarbeiten, entfällt der eigene Forschungsbeitrag. Stattdessen findet eine ausführlichere Diskussion des Forschungs- standes statt, die normalerweise in einer eigenen Bewertung mündet. Der Hauptteil enthält mehrere Unterpunkte, die den logischen Zusammenhang der Arbeit widerspiegeln. Im Schlussteil werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst, offen gebliebene Fragestellungen beschrieben.

41 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Zur Gliederung wird das dekadische System verwendet, z.B.: 1. Einleitung 2. Theoretische Erklärungen des Wirtschaftswachstums 2.1. Die neoklassische Wachstumstheorie Geschlossene Volkswirtschaft Offene Volkswirtschaft 2.2. Die Neue Wachstumstheorie Bei international mobilem technischem Wissen Bei immobilem technischem Wissen 3. Stand der empirischen Forschung 3.1. Länderquerschnittsanalysen 3.2. Zeitreihenanalysen 3.4. Ausgewählte Fallstudien Süd-Korea Venezuela 4. Schlussfolgerungen

42 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Textumfang und -gestaltung: Der Umfang von Hausarbeiten beträgt Seiten. Der Umfang von Abschlussarbeiten beträgt 70 Seiten Die detaillierten Angaben zur Seiten- und Schriftformatierung entnehmen Sie bitte den Richtlinien der Fakultät. Dort finden Sie auch Mustervorlagen für Deckblatt Eidesstattliche Erklärung der Autorschaft Abkürzungs-, Abbildungs- und Inhaltsverzeichnis (nur bei Abschlussarbeiten) Quellenverzeichnis Abgabe der Arbeiten erfolgt in PDF-Form und als Ausdruck. Hausarbeiten: ungebundener Ausdruck Abschlussarbeiten: gebundener Ausdruck Bearbeitungsdauer: Abhängig von jeweiliger Prüfungsordnung

43 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Schaubilder, Tabellen, Übersichten: Schaubilder, Tabellen und Übersichten sind wichtige Hilfsmittel in wissenschaftlichen Texten. Sie kommen zum Einsatz, wann immer sie dem Leser helfen komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Schaubilder und Tabellen dienen der Darstellung empirischer Daten. Übersichten dienen der grafischen Darstellung von logischen Zusammenhangen. Wichtig ist die vollständige Beschriftung: Überschrift, Maßeinheiten, Zeitangabe, Quelle… Sie erscheinen immer nach der ersten Nennung im Text. Ob sie zum Text zählen und damit der Seitenbegrenzung unterliegen, ist mit dem jeweiligen Prüfer zu klären. Schaubilder und Tabellen, mit Zusatzinformationen, die für das Verständnis des Haupttextes nicht wichtig sind, erscheinen im Anhang.

44 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Zitierordnung: Wörtliche und sinngemäße Zitate müssen mit der Quellenangabe explizit gekennzeichnet werden um die geistigen Eigentumsrechte und die Nachprüfbarkeit der Argumentation zu gewährleisten. Die Quellenangabe besteht aus dem Autorennamen, dem Erscheinungsjahr und der Seitenangabe, z.B.: Romer (2004, S. 203), entweder im Text nach dem Zitat oder als Fußnote nach dem Zitat. Bewusste oder unbewusste Entstellungen des Originalsinns sind grobe Fehler und werden auch so bewertet. Die Übernahme fremder Inhalte ohne vollständige Zitierung ist Dieb- stahl geistigen Eigentums und wird als Plagiat gewertet, d.h. die Arbeit wird als nicht bestanden gewertet. Titel und Leistungsnachweise, die in akademischen Prüfungen mit Hilfe von Plagiat erlangt worden sind, werden nachträglich aberkannt, wenn das Plagiat entdeckt wird. Die PDF-Version der Abschlussarbeit wird vom Prüfer zu einer software-gestützten Plagiatprüfung verwendet.

45 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Quellenverzeichnis: Im Quellenverzeichnis sind alle im Text durch Fußnoten nachgewiesenen Quellen mit den üblichen bibliographischen Angaben aufzuführen. Arbeiten, die im Text nicht zitiert werden, dürfen nicht ins Literaturverzeichnis aufgenommen werden. Beispiel: Für weitere Beispiele und Fälle s. die Richtlinie der Fakultät.

46 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät Anhang: Im Anhang findet sich den Text inhaltlich stützendes, aber für die Argumentation nicht zwingend erforderliches, ergänzendes Material. Das Instrument Anhang sollte in der Hausarbeit allerdings nur in begründeten Ausnahmefällen und keineswegs als bequemer Weg zum Unterlaufen der Seitenbegrenzung genutzt werden! Die Bewertung der Hausarbeit stützt sich ausschließlich auf den Textteil.

47 Prof. Dr. Rainer Maurer Was ist Wissenschaft? 1.1. Die Einordnung der Wirtschaftswissenschaft 1.2. Einige Grundfragen der Erkenntnistheorie Wozu brauchen wir Theorien? Kann man falsche und wahre Theorien unterscheiden? Kann es wissenschaftlichen Fortschritt geben? 2. Wissenschaftliches Arbeiten 2.1. Grundsätze 2.2. Verfassen wissenschaftlicher Texte Literatursuche und Auswertung Textgestaltung gemäß den Richtlinien der Fakultät 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

48 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Bei Hausarbeiten erfolgt in der Regel eine Präsentation und Diskussion der Ergebnisse im Seminar. Die Präsentation dient der Einübung der in Unternehmen üblichen Praxis. Der Aufbau des Vortrags folgt dem Aufbau der Seminararbeit. Dabei erfolgt eine Konzentration der Inhalte auf das Wesentliche (die ausführliche Seminararbeit wird i.d.R. an die Seminarteilnehmer vorab per verschickt. Wo immer möglich erfolgt eine grafische Darstellung der logischen Zusammenhänge (Kausalketten, Strukturdiagramme) Aufbereitung der Daten (Tabelle, Diagramme…) Die Hauptinhalte werden stichwortartig wiedergegeben. Vgl. die Präsentationsübung im Rahmen des SIK-Programms

49 Prof. Dr. Rainer Maurer Verfassen wissenschaftlicher Texte 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten Folgende Bewertungskriterien werden i.d.R. für den mündlichen Vortrag angelegt (prüferabhängig!): Ansprüche nicht erfülltAnsprüche erfülltAnsprüche übertroffen EinstiegEinstieg misslingt, weil Zuhörer weder angemessen begrüßt, noch für das Thema interessiert werden. Angemessene Begrüßung, Interesse der Teilnehmer für das Thema wird durch Relevanz/Aktualität geweckt. Schwungvolle Begrüßung und sehr überzeugende Begründung der Relevanz/Aktualität des Themas Aufbau der Präsenta- tion Aufbau ist in sich nicht schlüssig/unlogisch. Der Zuhörer kann den Ausführungen deshalb nur schwer oder kaum folgen. Aufbau ist logisch, keine fehlenden Elemente in der Argumentation. Der Zuhörer kann den Ausführungen bei Konzentration leicht folgen. Der Aufbau ist hervorragend strukturiert und besticht durch logisch zwingende Gedankenführung. Der Zuhörer kann den Ausführungen ohne Anstrengung folgen. InhaltFakten und die zur Erklärung herangezogenen Theorien sind unzutreffend/ungenau/unvoll­ständig und/oder unbelegt. Die Fakten und die zur Erklärung herangezogenen Theorien sind in der Regel überzeugend entwickelt und belegt. Die Fakten und die zur Erklärung herangezogenen Theorien sind immer überzeugend entwickelt und durch eindrucksvolle Beispiele belegt worden. SchlussAbgang ohne angemessenes Fazit und/oder hilfreiche Anregungen für die Diskussion. Angemessenes Fazit / Dank für die Aufmerksamkeit / Hinweise zu möglichen Diskussionspunkten Inhaltlich pointierte Zusammenfassung, brillanter Abgang, vielfältige/differenzierte Anregungen zur Diskussion.

50 Prof. Dr. Rainer Maurer -50- Ansprüche nicht erfülltAnsprüche erfülltAnsprüche übertroffen Zeit- rahmen Präsentation ist zu lang oder zu kurz (mehr als +/- 10 Minuten). Akzeptable Differenz zur zugewiesenen Zeit. Präsentation liegt zeitlich im vorgegebenen Zeitrahmen. (+/- 2 Minuten). Nutzung von Medien Kein Medieneinsatz bzw. schlecht vorbereitet oder es werden unpassende Medien benutzt. Lesbarkeit/Übersichtlichkeit/Eindrucks­ stärke ist unzureichend. Medien werden in thematisch geeigneter Weise eingesetzt/variiert. Lesbarkeit/Übersichtlichkeit/Eindru cks­stärke ist grundsätzlich gegeben. Medien werden in thematisch hervorragender Weise eingesetzt/variiert. Lesbarkeit/ Übersichtlichkeit/Eindrucksstärke ist stets eindrucksvoll. Rhetorik und Ausdrucks­ weise Sprache ist in der Wortwahl zum großen Teil unangemessen, unvollständige Sätze. Aussprache schwer verständlich, kaum Sprachmodulationen oder rhetorische Pausen. Die Präsentation wird großteils vorgelesen. Sprache ist in der Wortwahl angemessen, vollständige Sätze, Aussprache gut verständlich und klar. Modulation, Tempo und Pausen sind angemessen. Notizen als Gedanken­stütze stören den Auftritt nicht. Sprache ist in Satzbau, Grammatik und Rhetorik ohne Einschränkungen überzeugend. Modulation, Tempo und Pausen werden professionell eingesetzt. Die Präsentation wird ohne Rückgriff auf Notizen frei gehalten Verfassen wissenschaftlicher Texte 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten

51 Prof. Dr. Rainer Maurer -51- Ansprüche nicht erfülltAnsprüche erfülltAnsprüche übertroffen Blickkont aktund ­ Gestik; Nervositä t Blickkontakt zu den Zuhörern ist kaum gegeben. Starke Orientierung zur Projektionsfläche bzw. zu den Notizen. Körperhaltung zeigt Anspannung oder extrem Aufregung. Blickkontakt zu den Zuhörern ist in der Regel gegeben. Ausführungen werden durch angemessene Gestik in ihrer Wirkung unterstützt. Körperhaltung demonstriert Engagement. Blickkontakt zu den Zuhörern ist immer vorhanden. Gestik und Bewegungen visualisieren die Inhalte hervorragend. Körperhaltung ist entspannt, selbstsichere Ausstrahlung. Aktivie- rung der Zuhörer Das direkte Anzusprechen der Zuhörer und ihr Einzubinden wird vermieden, keine Ermunterung zur Diskussion. Fragen der Zuhörer werden nicht/nicht befriedigend beantwortet. Die/der Vortragende schafft eine ange­nehme Atmosphäre und nutzt die Möglich­keit zur Interaktion mit den Zuhörern. Sie/Er ermuntert zur Diskussion. Fragen der Zuhörer werden angemessen beantwortet. Die/der Vortragende bezieht die Zuhörer aktiv in die Präsentation ein. Starke Interaktion und Ermunterung zur Diskussion. Fragen der Zuhörer werden kompetent und mit Respekt beantwortet Verfassen wissenschaftlicher Texte 2.3. Die Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten


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