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Mythos Atomkraft Ausstieg aus dem Ausstieg? Dr. Gerd Rosenkranz Leiter Politik, Deutsche Umwelthilfe e. V.

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Präsentation zum Thema: "Mythos Atomkraft Ausstieg aus dem Ausstieg? Dr. Gerd Rosenkranz Leiter Politik, Deutsche Umwelthilfe e. V."—  Präsentation transkript:

1 Mythos Atomkraft Ausstieg aus dem Ausstieg? Dr. Gerd Rosenkranz Leiter Politik, Deutsche Umwelthilfe e. V.

2 Mythos Atomkraft Ausstieg aus dem Ausstieg? Renaissance der Atomenergie oder Renaissance der Ankündigungen? Das Restrisiko des Vergessens oder werden Atomkraftwerke im Alter sicherer? Brauchen wir eine Neubewertung der Atomenergie? Ist Atomstrom billig oder teuer – oder beides? Fazit und ein Wort zum Thema Vertrauen

3 Renaissance der Ankündigungen LandAnkündigungbisIm Bau (lt. IAEA) China 32 Blöcke20203 Russland 40 Blöcke20204 Ukraine 12 Blöcke20202 USA 300 Blöcke20500 Frankreich Finnland 0-1

4 Das Restrisiko des Vergessens Frankreich Atomkraftwerk Civeaux 2 am 12. Mai m³ Kühlmittelverlust aus dem primären Kühlkreislauf Japan Atomkraftwerk Tokaimura am 30. September 1999 Radioaktivitätsfreisetzung in einer Uran- Brennelementefabrik, zwei Tote, Dutzende verstrahlte Personen Deutschland Atomkraftwerk Brunsbüttel am 14. Dezember 2001 Wasserstoffexplosion nahe am Reaktor-Druckbehälter

5 Das Restrisiko des Vergessens Brunsbüttel Unfall im Atomkraftwerk Brunsbüttel am 14. Dezember 2001 Nach einer Wasserstoff- Explosion zerstörtes Rohr in der Nähe des Reaktor- Druckbehälters.

6 Das Restrisiko des Vergessens Ungarn Atomkraftwerk Paks 2 am 10. April 2003 Überhitzung der Brennelemente außerhalb des Sicherheitsbehälters USA Atomkraftwerk Davis Besse, entdeckt im März 2002 Schwere Korrosion am Reaktor-Druckbehälter

7 Das Restrisiko des Vergessens Davis Besse (Ohio, USA) Korrosionsschaden im Reaktor - Druckbehälter - Deckel

8 Das Restrisiko des Vergessens Korrosionsschaden im Atomkraftwerk Davis Besse (Ohio, USA), zufällig entdeckt März 2002

9 Reaktorsicherheit und Öffentlichkeit Der Konsens vor dem Atomkonsens Vergleichsweise hohe Sicherheit in deutschen Atomkraft- werken ist auch ein Ergebnis der dauerhaft hohen Sensibilität der Bevölkerung und in der Folge einer sehr aufmerksamen und kompetenten „kritischen Wissenschaft“. Frage: Gilt auch der Umkehrschluss? Werden Reaktoren in einem Land bei nachlassender öffentlicher Aufmerksamkeit unsicherer?

10 Sicherheit und Laufzeitverlängerung Alterung zentraler Komponenten Hohe mechanische Belastungen (Druck) Hohe Betriebstemperaturen Chemisch aggressive Umgebung Dauerbombardement mit Neutronen Detektion schwierig Im Innern metallischer Werkstoffe In oder in der Nähe von Schweißnähten An schwer zugänglichen Orten

11 Sicherheit und Laufzeitverlängerung Einfluss Liberalisierung der Strommärkte Personalabbau Wiederkehrende Prüfungen seltener Extremer Zeitdruck während Revisionszeiten Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit gilt nicht mehr uneingeschränkt

12 Neubewertung der Atomenergie Für den Einsatz der Kernenergie bedeutet der 11. September 2001 eine Zeitenwende, weil terroristische Anschläge aus der Luft seit den Al-Quaida-Angriffen auf New York und Washington immer mitgedacht werden müssen. In Deutschland kann der Absturz eines voll getankten Großraumflugzeugs auf ein Atomkraftwerk seither nicht mehr dem „Restrisiko“ zugeschlagen werden.

13 Neubewertung der Atomenergie „During the Spain meeting, Atta also mentioned that he had considered targeting a nuclear facility he had seen during familiarization flights near New York - a target they referred to as „electrical engineering“. According to Binalshibh, the other pilots did not like the idea. They thought a nuclear target would be difficult because the airspace around it was restricted... increasing the likelihood that any plane would be shot down before impact.“ Aus: The 9/11 Commission Report, Official Government Edition

14 Neubewertung der Atomenergie „Gutachterliche Untersuchungen zu terroristi- schen Flugzeugenabsturz-Szenarien auf deutsche Kernkraftwerke“ Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) Köln, 2002 Ergebnis: Kein Atomkraftwerk hält einem Volltreffer mit einer voll getankten Großraummaschine stand Dennoch gibt es große Unterschiede im Schutzniveau zwischen alten und neueren Anlagen

15 Neubewertung der Atomenergie Atomkraftwerke als Ziele im konventionellen Krieg sind keine nur theoretische Möglichkeit. Beispiele: Balkankrieg (Atomkraftwerk Krsko) Israelischer Luftschlag gegen irakischen Forschungsreaktor Osirak 1981 Amerikanischer Luftschlag gegen Osirak 1991 Im Gegenzug Saddam Husseins Drohung gegen israelische die Atomzentrale von Dimona

16 „Die weltweite Durchsetzung der Kernenergie fordert als Konsequenz eine weltweite radikale Veränderung der politischen Struktur aller heutigen Kulturen. Sie fordert die Überwindung der wenigstens seit dem Beginn der Hochkulturen bestehenden politischen Institution des Krieges.“ Carl Friedrich von Weizsäcker Physiker und Philosoph, 1985 Neubewertung der Atomenergie

17 Auch die Befürworter der Kernenergie fordern eine „Neubewertung“. Ihre Argumente Versorgungssicherheit Klimaschutz steigende Strom- und Energiepreise

18 Neubewertung der Atomenergie Jeder schwere Unfall, jeder terroristische Anschlag – selbst wenn er fehlschlägt - gefährdet den Weiterbetrieb aller anderen Atomkraftwerke im betroffenen Land und in seinen Nachbar- staaten. Das ist das Gegenteil von Versorgungssicherheit. Versorgungssicherheit

19 Neubewertung der Atomenergie zwei Studien für die Heinrich Böll Stiftung: Neubewertung wegen Klimawandel „Durch Atomenergie das Klima schützen?“ Neubewertung wegen Preisstabilität „Über die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken“ Felix Chr. Matthes, Oeko-Institut Berlin

20 Billige Atomkraft? Dämpft Atomkraft in Zeiten global steigender Energiepreise die Kosten- spirale? Ist Atomkraft (wieder) ökonomisch konkurrenzfähig?

21 Billige Atomkraft – Was sagt die Empirie? (I) Weltweit im Bau Reaktorblöcke Weltweit im Bau Reaktorblöcke Weltweit im Bau Reaktorblöcke Weltweiter jährlicher Kraftwerkszubau seit 2000 Ca Megawatt (MW); davon AKW: 2 % USA MW fossil; 0 MW nuklear China 2002 – MW Kohle; MW nuklear Weltweit Windenergie MW

22 Billige Atomkraft – Was sagt die Empirie? (II) Atomkraft als Teil einer Staatsdoktrin China Russland Ukraine Indien Pakistan Iran Nordkorea Atomkraft in liberalisierten Märkten USA Großbritannien Frankreich Finnland

23 Billige Atomkraft? Olkiluoto 3 – die finnische Realität TypEuropean Pressurized Reactor (EPR) HerstellerFramatome/ANP (Tochter Areva/Siemens) Leistung1750 Megawatt el. (brutto) 1600 Megawatt el. (netto) KostenFixpreis 3,2 Mrd. € schlüsselfertig FinanzierungLangfristige Abnahmegarantien der Teilhaber; Kredite, u.a. 1,95 Mrd. € zu 2,6% Bauzeit57 Monate Verfügbarkeit90 Prozent Lebensdauer60 Jahre Wirkungsgrad36 Prozent

24 Billige Atomkraft? - Fazit Neue Atomkraftwerke entstehen heute in Ländern, in denen Kernenergie zur Staatsdoktrin gehört. Oder in denen sie massiv staatlich subventioniert werden. Ein halbes Jahrhundert nach ihrer Einführung benötigt diese Technologie „Markteinführungshilfen“. Auch das macht sie einzigartig.

25 Mythos Atomkraft: Fazit Die Risiken der Atomkraft sind geblieben, Alterung und Veraltung erhöhen die Sicherheitsprobleme überproportional Verschärfte terroristische Bedrohungssituation und regionale Spannungen erfordern eine Neubewertung Zum Klimaschutz können Atomkraftwerke nicht wesentlich beitragen ohne globalen Übergang in die Plutoniumwirtschaft Atomkraft ist nicht nur sicherheitstechnisch, sondern auch finanztechnisch eine Hochrisikotechnologie Sie setzt sich allenfalls dort durch, wo sie Teil der Staatsdoktrin ist oder staatlich hoch subventioniert wird Die Entsorgungsfrage ist in der Praxis nirgends auf der Welt gelöst

26 Atomkonsens und Ehrenmänner (I) „ Beide Seiten werden ihren Teil dazu beitragen, dass der Inhalt dieser Vereinbarung dauerhaft umgesetzt wird.“ aus der Konsensvereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Kernkraftbetreibern, 15. Juni 2000

27 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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