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1 Unternehmensnachfolge Wissen für Unternehmen Die wichtigsten Schritte zur Planung und Durchführung einer Unternehmensnachfolge RA Uwe Ibendorf IHK Zu.

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1 1 Unternehmensnachfolge Wissen für Unternehmen Die wichtigsten Schritte zur Planung und Durchführung einer Unternehmensnachfolge RA Uwe Ibendorf IHK Zu Schwerin

2 2 Studie: Deutschen Familienunternehmen droht der Ausverkauf Gründe: Gründe: - keine geeigneten Nachfolger - keine geeigneten Nachfolger - Finanzierungsprobleme - Finanzierungsprobleme - Konflikte in der Firmenstrategie - Konflikte in der Firmenstrategie => Hauptgründe, warum nur 1/3 der deutschen Familienunternehmen in Familienbesitz bleiben => Hauptgründe, warum nur 1/3 der deutschen Familienunternehmen in Familienbesitz bleiben => Ergebnis einer Studie Pricewaterhouse-Coopers (PWC) Wirtschaftsberatungsgesellschaft => Ergebnis einer Studie Pricewaterhouse-Coopers (PWC) Wirtschaftsberatungsgesellschaft betroffen: betroffen: - vor allem kleine Familienunternehmen - vor allem kleine Familienunternehmen Betriebe pro Jahr im Weiterbestehen gefährdet, damit zugleich Arbeitsplätze Betriebe pro Jahr im Weiterbestehen gefährdet, damit zugleich Arbeitsplätze (Umfrage DIHK ) (Umfrage DIHK ) - Kinder wollen oder können nicht übernehmen - Kinder wollen oder können nicht übernehmen - dann bleibt nur Verkauf, - dann bleibt nur Verkauf, auch dieser nicht immer realisierbar, weil Interessenten fehlen auch dieser nicht immer realisierbar, weil Interessenten fehlen => Ursache: zumeist geringer Unternehmenswert und überschaubare Erträge => Ursache: zumeist geringer Unternehmenswert und überschaubare Erträge

3 3 Vorüberlegungen (1) Die Übergabe zu Lebzeiten sollte wenigstens ab dem 55. Lebensjahr der Unternehmer, spätestens aber fünf Jahre vor Erreichen des eigenen Rentenalters in die Wege geleitet werden. Mit dem eigenen unfall- oder krankheitsbedingten Ausfall - wenn auch nur vorübergehend - muss immer gerechnet werden, so dass für diesen Fall immer Vorsorge zu treffen ist durch eine Vorsorgevollmacht und letztwillige Verfügung.

4 4 Vorüberlegungen (2) Unternehmer sollte von nachfolgenden Grundüberlegungen ausgehen Unternehmer sollte von nachfolgenden Grundüberlegungen ausgehen Unternehmensübergabe Unternehmensübergabe -> An wen will ich übergeben? -> An wen will ich übergeben? -> Wann will ich übergeben? -> Wann will ich übergeben? -> Wie will ich übergeben? -> Wie will ich übergeben?

5 5 Überlegungen (1) Diese drei Fragen münden in folgende Überlegungen: Wer soll(en) die Person(en) des Nachfolgers sein? -> Als eigener Übernehmer kommen Familienmitglieder, Mitarbeiter oder sonstige Dritte in Betracht. Der Übernehmer sollte neben der fachlichen Kompetenz und dem unternehmerischen Denken auch das gebotene Maß an Sozialkompetenz sowie die nötige Erfahrung haben, das betreffende Unternehmen nicht nur zu übernehmen, sondern ggf. auch zu führen. Es bietet sich an, den potentiellen Übernehmer zunächst als Geschäftsführer einzusetzen und die Übernahme des Unternehmens optional zu vereinbaren, ggf. auch gestückelt.

6 6 Überlegungen (2) Übergabezeitpunkt und Ziel der Übergabe Übergabezeitpunkt und Ziel der Übergabe -> eng miteinander verbunden -> eng miteinander verbunden - Unternehmensübergabe zum Stichtag, vollständig ohne weitere - Unternehmensübergabe zum Stichtag, vollständig ohne weitere Einflussnahme, z. B. Verkauf Einflussnahme, z. B. Verkauf - oder: gewisse Rückversicherung bei Zweifel der Eignung des Übernehmers, - oder: gewisse Rückversicherung bei Zweifel der Eignung des Übernehmers, z. B. Verpachtung z. B. Verpachtung - oder: gleitende Unternehmensübergabe über einen längeren Zeitraum bei - oder: gleitende Unternehmensübergabe über einen längeren Zeitraum bei gleichzeitigem Hineinwachsen des Übernehmers und Hinauswachsen des gleichzeitigem Hineinwachsen des Übernehmers und Hinauswachsen des Übergebers; im Rahmen der Familie ggf. Gründung von Personen- oder Übergebers; im Rahmen der Familie ggf. Gründung von Personen- oder Kapitalgesellschaften Kapitalgesellschaften

7 7 Überlegungen (3) Ermittlung des tatsächlichen Unternehmenswertes Ermittlung des tatsächlichen Unternehmenswertes - notwendig für akzeptable Basis eines Verkaufspreises, - notwendig für akzeptable Basis eines Verkaufspreises, Pachthöhe usw. Pachthöhe usw. Aufstellung einer Versorgungsübersicht des Übergebers im Alter Aufstellung einer Versorgungsübersicht des Übergebers im Alter - Prüfung der erbrechtlichen Regelungen, z. B. - Prüfung der erbrechtlichen Regelungen, z. B. Testament, Erbvertrag Testament, Erbvertrag - Überdenken bestehender erbrechtlicher Regelungen - Überdenken bestehender erbrechtlicher Regelungen bei Unternehmensübergabe innerhalb der Familie bei Unternehmensübergabe innerhalb der Familie (Berücksichtigung weichender Erben) (Berücksichtigung weichender Erben)

8 8 Überlegungen (4) Eingehende Erörterung der gewollten Unternehmensübergabe und die damit im Zusammenhang stehenden steuerlichen Probleme mit dem Steuerberater Eingehende Erörterung der gewollten Unternehmensübergabe und die damit im Zusammenhang stehenden steuerlichen Probleme mit dem Steuerberater - Veräußerungsgewinn - Einkommenssteuer beim Übergebenden - Veräußerungsgewinn - Einkommenssteuer beim Übergebenden - Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer beim Übernehmenden - Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer beim Übernehmenden - Fragen der Umsatzsteuer, der Gewerbesteuer - Fragen der Umsatzsteuer, der Gewerbesteuer

9 9 Überlegungen (5) Planung des Zeitraums bis zur Unternehmensübergabe Planung des Zeitraums bis zur Unternehmensübergabe -> Berücksichtigung von gegebenen Fördermitteln (z. B. Investitionszuschüsse, Investitionszulagen, Sonderabschreibungen), die unter Umständen ein Verbleiben des Übergebenden wegen Zurückforderungen bewirken -> Berücksichtigung von gegebenen Fördermitteln (z. B. Investitionszuschüsse, Investitionszulagen, Sonderabschreibungen), die unter Umständen ein Verbleiben des Übergebenden wegen Zurückforderungen bewirken Deshalb: Zur Vermeidung von Fallen Deshalb: Zur Vermeidung von Fallen - Beratung beim Steuerberater, Rechtsanwalt - Beratung beim Steuerberater, Rechtsanwalt

10 10 Übertragungsmöglichkeiten (1) I. Verkauf I. Verkauf II. Verrentung II. Verrentung III. Verpachtung III. Verpachtung IV. Beteiligung IV. Beteiligung V. Schenkung V. Schenkung VI. Übertragung auf den Todesfall VI. Übertragung auf den Todesfall

11 11 Übertragungsmöglichkeiten (2) I. Verkauf I. Verkauf - endgültiger Verzicht auf die Fortführung des Unternehmens - endgültiger Verzicht auf die Fortführung des Unternehmens -> unter nahen Angehörigen beachten: -> unter nahen Angehörigen beachten: angemessener Kaufpreis (Grundstücke, Gebäude-Verkehrswerte) angemessener Kaufpreis (Grundstücke, Gebäude-Verkehrswerte) ansonsten Gefahr: Finanzamt - Überprüfung ansonsten Gefahr: Finanzamt - Überprüfung

12 12 Veräußerungsgewinn Beispiel: Beispiel: Veräußerungspreis (Kaufpreis) ,00 Veräußerungspreis (Kaufpreis) ,00./. Veräußerungskosten (z.B. Vertrags- + Beratungskosten) 8.000,00./. Veräußerungskosten (z.B. Vertrags- + Beratungskosten) 8.000,00./. Betriebsvermögen lt. Schlussbilanz (Buchwert) ,00./. Betriebsvermögen lt. Schlussbilanz (Buchwert) ,00 = Veräußerungsgewinn ,00 = Veräußerungsgewinn ,00 Anstelle eines festen Kaufpreises oder neben einem solchen können auch laufende Zahlungen vereinbart werden. Anstelle eines festen Kaufpreises oder neben einem solchen können auch laufende Zahlungen vereinbart werden. Werden Raten über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren gezahlt, ist von Renten auszugehen. Werden Raten über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren gezahlt, ist von Renten auszugehen. Um dieses Problem zu vermeiden - keine Ratenzahlungen über 10 Jahre. Um dieses Problem zu vermeiden - keine Ratenzahlungen über 10 Jahre.

13 13 Höhe des Kaufpreises und seine Finanzierung Entscheidende Fragen des Verkäufers/Käufers Entscheidende Fragen des Verkäufers/Käufers -> Substanzwert des Anlagevermögens/Wirtschaftsgüter -> Substanzwert des Anlagevermögens/Wirtschaftsgüter -> Fiktiver Firmenwert -> Fiktiver Firmenwert

14 14 Firmenwert (Good Will) Beispiel einer vereinfachten Firmenwertermittlung Beispiel einer vereinfachten Firmenwertermittlung in Euro Durchschnitt Gewinn , , , ,00./. Unternehmerlohn , , , ,00./. Eigenkapitalverzinsung z.B ,00 x 10 % 4.600,00 Reingewinn 8.577,00 Reingewinn 8.577,00 = nachhaltig erzielbar für 2/3 Jahre Rentenbarfaktor mit Zinsfuß 10 % üblicherweise abzuziehen a.) 10 %, 2 Jahreb.) 10 %, 3 Jahre 8.577,00 x 1, ,00 x 2,4869 = = = = Spanne für geminderten Firmenwert zwischen ,00 und ,00 Spanne für geminderten Firmenwert zwischen ,00 und ,00

15 15 Übertragungsmöglichkeiten (3) II. Verrentung II. Verrentung - unter Rente versteht man wiederkehrende Bezüge, also Leistungen und Geld, die regelmäßig wiederkehren - unter Rente versteht man wiederkehrende Bezüge, also Leistungen und Geld, die regelmäßig wiederkehren -> Rente - auf bestimmte Zeit - Zeitrente -> Rente - auf bestimmte Zeit - Zeitrente - auf unbestimmte Zeit - Leibrente - auf unbestimmte Zeit - Leibrente Achtung! Aus steuerlichen Gründen ist es notwendig zwischen Achtung! Aus steuerlichen Gründen ist es notwendig zwischen Zeitrente und Kaufpreisraten zu unterscheiden Zeitrente und Kaufpreisraten zu unterscheiden -> Zeitrente: - laufende Bezüge sollen Versorgung sicherstellen -> Zeitrente: - laufende Bezüge sollen Versorgung sicherstellen - unter nahen Verwandten sind Versorgungsrenten privater - unter nahen Verwandten sind Versorgungsrenten privater Natur und somit beim Zahler keine Betriebsausgaben Natur und somit beim Zahler keine Betriebsausgaben

16 16 Daneben ist die Veräußerungsrente zu unterscheiden Betriebliche Veräußerungsrente Betriebliche Veräußerungsrente = ein Betrieb wird gegen Vereinbarung einer Rente veräußert und die Rente stellt den = ein Betrieb wird gegen Vereinbarung einer Rente veräußert und die Rente stellt den Kaufpreis für die übertragenen Wirtschaftsgüter dar Kaufpreis für die übertragenen Wirtschaftsgüter dar - Leistung und Gegenleistung muss nach kaufmännischen Gesichtspunkten - Leistung und Gegenleistung muss nach kaufmännischen Gesichtspunkten abgewägt werden abgewägt werden

17 17 Übertragungsmöglichkeiten (4) III. Verpachtung III. Verpachtung - Erfordert die Überlassung der wesentlichen Betriebsunterlagen - Erfordert die Überlassung der wesentlichen Betriebsunterlagen 1. Verpachtung ohne Betriebsaufgabe Der Unternehmer gibt den Betrieb einkommenssteuerlich nicht auf und führt Der Unternehmer gibt den Betrieb einkommenssteuerlich nicht auf und führt ihn als ruhendes Unternehmen während der Verpachtung weiter. ihn als ruhendes Unternehmen während der Verpachtung weiter. Stille Reserven werden nicht aufgedeckt, und damit nicht versteuert. Stille Reserven werden nicht aufgedeckt, und damit nicht versteuert. Rechtsgrundlage: Zivilrechtlicher Pachtvertrag nach §§ 581 ff. BGB Rechtsgrundlage: Zivilrechtlicher Pachtvertrag nach §§ 581 ff. BGB

18 18 2. Verpachtung mit Betriebsaufgabe Einkommenssteuerliche Aufgabe des Betriebes durch den Unternehmer. Einkommenssteuerliche Aufgabe des Betriebes durch den Unternehmer. Auflösung stiller Reserven - werden als Einkommen aus Gewerbebetrieb im Auflösung stiller Reserven - werden als Einkommen aus Gewerbebetrieb im Zeitpunkt der Aufgabe versteuert. Zeitpunkt der Aufgabe versteuert. Verpächter hat künftig Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, wobei Verpächter hat künftig Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, wobei die Abschreibung (AfA) von den um die stillen Reserven erhöhten die Abschreibung (AfA) von den um die stillen Reserven erhöhten Buchwerten zu berechnen sind. Buchwerten zu berechnen sind. Solange Betrieb verpachtet - keine Fortführung möglich. Solange Betrieb verpachtet - keine Fortführung möglich. Übernimmt er Betrieb nach Pachtende weiter liegt eine Neueröffnung vor. Übernimmt er Betrieb nach Pachtende weiter liegt eine Neueröffnung vor.

19 19 Übertragungsmöglichkeiten (5) IV. Beteiligung IV. Beteiligung - Schrittweise Übertragung des Unternehmens innerhalb der Familie - Schrittweise Übertragung des Unternehmens innerhalb der Familie -> Einzelunternehmen - Umwandlung in -> Einzelunternehmen - Umwandlung in = Personengesellschaft = Personengesellschaft = Kapitalgesellschaft = Kapitalgesellschaft -> Nachfolger werden Gesellschaftsanteile übertragen; ggf. mit -> Nachfolger werden Gesellschaftsanteile übertragen; ggf. mit Geschäftsführer Geschäftsführer Grundvoraussetzung: vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen alt und Grundvoraussetzung: vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen alt und jung ist gewährleistet jung ist gewährleistet -> Im Gesellschaftsvertrag ist eine eindeutige Nachfolgeregelung zu treffen -> Im Gesellschaftsvertrag ist eine eindeutige Nachfolgeregelung zu treffen

20 20 Übertragungsmöglichkeiten (6) V. Schenkung V. Schenkung Möglichkeiten einer unentgeltlichen oder teilweise unentgeltlichen Möglichkeiten einer unentgeltlichen oder teilweise unentgeltlichen Unternehmensübertragung. Unternehmensübertragung. Voraussetzung: mindestens die wesentlichen Grundlagen des Betriebes Voraussetzung: mindestens die wesentlichen Grundlagen des Betriebes unentgeltlich übertragen. unentgeltlich übertragen. Stille Reserven im Betriebsvermögen werden nicht aufgedeckt. Stille Reserven im Betriebsvermögen werden nicht aufgedeckt.

21 21 1. Schenkung ohne Gegenleistung Schenkung = Übertragung von Einkünften oder Vermögen auf Nachkommen vor dem = Übertragung von Einkünften oder Vermögen auf Nachkommen vor dem Ableben des Schenkers Ableben des Schenkers = gem. § 516 BGB eine vertragliche unentgeltliche Zuwendung, durch die der = gem. § 516 BGB eine vertragliche unentgeltliche Zuwendung, durch die der Schenker aus seinem Vermögen den Beschenkten bereichert Schenker aus seinem Vermögen den Beschenkten bereichert Schenkung des Unternehmers ohne Gegenleistung = vielmals innerhalb der Familie, wenn keine Zahlungsverpflichtungen gegenüber den = vielmals innerhalb der Familie, wenn keine Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Eltern oder anderen Erbberechtigten bestehen Eltern oder anderen Erbberechtigten bestehen = Buchwerte des Übergebers werden durch Übernehmer fortgeführt, stille Reserven = Buchwerte des Übergebers werden durch Übernehmer fortgeführt, stille Reserven werden nicht aufgedeckt werden nicht aufgedeckt = Empfehlenswert: Erbe für den Fall des Versterbens des Schenkers innerhalb der = Empfehlenswert: Erbe für den Fall des Versterbens des Schenkers innerhalb der nächsten 10 Jahre regeln nächsten 10 Jahre regeln

22 22 2. Schenkung unter Auflagen Ratenzahlung bzw. Ausgleichszahlung an Geschwister Ratenzahlung bzw. Ausgleichszahlung an Geschwister - zahlt das übernehmende Kind eine Versorgungsrente an Eltern, kann es diese bei - zahlt das übernehmende Kind eine Versorgungsrente an Eltern, kann es diese bei der Einkommenssteuerberechnung geltend machen, Eltern - sonstige Einkünfte der Einkommenssteuerberechnung geltend machen, Eltern - sonstige Einkünfte - stille Reserven werden nicht aufgedeckt - stille Reserven werden nicht aufgedeckt

23 23 Übertragungsmöglichkeiten (7) VI. Übertragung auf den Erbfall VI. Übertragung auf den Erbfall - Wege erbrechtlichen Vermögenserwerbs - Gesetzliche Erbfolge - Testamentarische Erbeinsetzung - Erbvertrag

24 24 Wege erbrechtlichen Vermögenserwerbs Vermögenserwerb von Todes wegen PflichtteilIn das gesamte Vermögen berufen als Erbe Kraft Gesetzes Vermächtnis gewillkürt TestamentErbvertragGemeinschaftl. Testament In Einzelwerte berufen als Nichterbe

25 25 Gesetzliche Erbfolge bei Zugewinngemeinschaft Erblasser Sohn A 1/4 Tochter B vorverstorben Ehegatte 1/2 Enkel C 1/12 Enkel D 1/12 Enkel E 1/12

26 26 Gesetzliche Erbfolge bei Gütertrennung Ehegatte 1/4 Erblasser Sohn A 3/8 Tochter B vorverstorben Enkel C 3/24 Enkel D 3/24 Enkel E 3/24

27 27 Eheliche Güterstände Zugewinngemeinschaft Gütertrennung Vermögensgemeinschaft

28 28 Merkmale des gesetzlichen Güterstandes Ausgleich bei Beendigung Höherer gesetzlicher Erbteil Verfügungsbeschränkung Keine Haftung Weitere individuelle Gestaltungsmöglichkeiten modifizierte Zugewinngemeinschaft

29 29 Testamentarische Erbeinsetzung freie Entscheidung zur Bestimmung der Erben freie Entscheidung zur Bestimmung der Erben Pflichtteilsrecht Pflichtteilsrecht Pflichtteilsergänzungsanspruch Pflichtteilsergänzungsanspruch eigenhändig oder notarielle Beurkundung eigenhändig oder notarielle Beurkundung Berliner Testament Berliner Testament

30 30 Erbvertrag bindende vertragliche Gestaltung unter möglicher Einbeziehung bindende vertragliche Gestaltung unter möglicher Einbeziehung gesetzlicher Erben gesetzlicher Erben mögliche Regelung von Pflichtteilsrechten und mögliche Regelung von Pflichtteilsrechten und Pflichtteilsergänzungsansprüchen Pflichtteilsergänzungsansprüchen notarielle Beurkundung notarielle Beurkundung

31 31 Haftung/Rechtsstellung Bei der Unternehmensübergabe sind Haftungsfragen zum Handelsrecht Handelsrecht Steuerrecht Steuerrecht Arbeitsrecht Arbeitsrecht zu beachten. Weiterhin Klärung: Welche bestehenden Verträge werden übernommen? Welche bestehenden Verträge werden übernommen? Welche Fragen des Handwerks- und Baurechts sind zu prüfen? Welche Fragen des Handwerks- und Baurechts sind zu prüfen? - Bei Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind haftet der Unternehmer für bisherige Verbindlichkeiten bisherige Verbindlichkeiten - Unternehmer haftet im Rahmen des Gläubigerschutzes für alle Verbindlichkeiten des Übergebers Übergebers - Unternehmer haftet für Betriebssteuern des Übergebers, soweit diese seit Beginn des letzten, vor der Übergabe liegenden Kalenderjahres entstanden sind letzten, vor der Übergabe liegenden Kalenderjahres entstanden sind

32 32 Bestehende Verträge Miet-, Kredit- und Versicherungsverträge Miet-, Kredit- und Versicherungsverträge Dienstleistungs- und Werkverträge Dienstleistungs- und Werkverträge Gewährleistungsansprüche Gewährleistungsansprüche Arbeitsverträge: § 613 a BGB Arbeitsverträge: § 613 a BGB - Kündigungsverbot auch für Kleinbetriebe, die dem - Kündigungsverbot auch für Kleinbetriebe, die dem Kündigungsschutzgesetz nicht unterliegen Kündigungsschutzgesetz nicht unterliegen - Übernehmer tritt in die bestehenden Arbeitsverträge ein - Übernehmer tritt in die bestehenden Arbeitsverträge ein Handwerksrechtlich - Handwerksrolle Handwerksrechtlich - Handwerksrolle Handelsregister Handelsregister

33 33 Unternehmensübergabe aus steuerlicher Sicht (1) Umsatzsteuerpflicht Umsatzsteuerpflicht - Beim Verkauf eines Betriebes im Ganzen = keine Umsatzsteuer - Beim Verkauf eines Betriebes im Ganzen = keine Umsatzsteuer -> Problem: Übertragung gegen Versorgungsleistung -> Problem: Übertragung gegen Versorgungsleistung Bei Schenkung mit Einräumung mtl. Rente wird Bei Schenkung mit Einräumung mtl. Rente wird Übertragung als Eigenverbrauch gewertet und ist daher Übertragung als Eigenverbrauch gewertet und ist daher umsatzsteuerpflichtig. umsatzsteuerpflichtig. Übernehmer darf diese jedoch nicht als Vorsteuerabzug Übernehmer darf diese jedoch nicht als Vorsteuerabzug geltend machen. geltend machen. Eine Umsatzsteuerpflicht entfällt, sofern Schenkung ohne Gewährung Eine Umsatzsteuerpflicht entfällt, sofern Schenkung ohne Gewährung einer Versorgungsleistung vereinbart wird. einer Versorgungsleistung vereinbart wird. In diesem Fall kein Eigenverbrauch. In diesem Fall kein Eigenverbrauch.

34 34 Unternehmensübergabe aus steuerlicher Sicht (2) Einkommensteuer Einkommensteuer - Veräußerungsgewinn wird versteuert - Veräußerungsgewinn wird versteuert -> nach Fünftelungsregelung oder halber Steuersatz (§ 16 EStG) nach Vollendung -> nach Fünftelungsregelung oder halber Steuersatz (§ 16 EStG) nach Vollendung des 55. Lebensjahres oder dauernder Berufsunfähigkeit des Veräußerers gibt es des 55. Lebensjahres oder dauernder Berufsunfähigkeit des Veräußerers gibt es einen Freibetrag ( ) kann einmal im Erwerbsleben gewährt werden, falls der einen Freibetrag ( ) kann einmal im Erwerbsleben gewährt werden, falls der Veräußerungsgewinn höchstens ausmacht. Veräußerungsgewinn höchstens ausmacht. - Gestaltungsmöglichkeit: Verkauf erfolgt zu Buchwerten (Fußstapfenmethode), Nachfolger übernimmt ausgehend von der Bilanz die Buchwerte und die Schulden des Vorgängers und zahlt als Kaufpreis das ausgewiesene Eigenkapital. - Gestaltungsmöglichkeit: Verkauf erfolgt zu Buchwerten (Fußstapfenmethode), Nachfolger übernimmt ausgehend von der Bilanz die Buchwerte und die Schulden des Vorgängers und zahlt als Kaufpreis das ausgewiesene Eigenkapital.

35 35 Unternehmensübergabe aus steuerlichen Gründen (3) Grunderwerbssteuer Grunderwerbssteuer - werden bei der Veräußerung Grundstücke mit übertragen, so fällt Grunderwerbssteuer an. (ggw. 3,5 %) - werden bei der Veräußerung Grundstücke mit übertragen, so fällt Grunderwerbssteuer an. (ggw. 3,5 %) - steuerbefreit sind: - steuerbefreit sind: der Erwerb von Todes wegen der Erwerb von Todes wegen die Schenkung unter Lebenden die Schenkung unter Lebenden der Erwerb durch Miterben zur Nachlassteilung und der Erwerb durch Miterben zur Nachlassteilung und der Erwerb durch Ehegatten und Verwandte in gerade Linie der Erwerb durch Ehegatten und Verwandte in gerade Linie

36 36 Erbschafts- und Schenkungssteuer Bei Erwerb von Todes wegen, Schenkung unter Lebenden Bei Erwerb von Todes wegen, Schenkung unter Lebenden - Betriebsvermögen wird auf der Grundlage der Steuerbilanzwerte - mit Ausnahme Grundstücke/Gebäude – bewertet - Betriebsvermögen wird auf der Grundlage der Steuerbilanzwerte - mit Ausnahme Grundstücke/Gebäude – bewertet - Grundstücke/Gebäude werden durch die Finanzämter einer gesonderten Bedarfsbewertung unterworfen in dem der Ertragswert neu berechnet wird, Werte liegen regelmäßig höher als die Steuerbilanzwerte - Grundstücke/Gebäude werden durch die Finanzämter einer gesonderten Bedarfsbewertung unterworfen in dem der Ertragswert neu berechnet wird, Werte liegen regelmäßig höher als die Steuerbilanzwerte Betriebsvermögen Betriebsvermögen - bleibt bis zu einem Freibetrag von außer Ansatz - bleibt bis zu einem Freibetrag von außer Ansatz - der danach verbleibende Wert wird mit 60 % angesetzt - der danach verbleibende Wert wird mit 60 % angesetzt -> Voraussetzung: -> Voraussetzung: Erwerber behält Betriebsvermögen mind. 5 Jahre und nimmt keine Erwerber behält Betriebsvermögen mind. 5 Jahre und nimmt keine Gewinnentnahmen von mehr als über die Summe der Gewinne Gewinnentnahmen von mehr als über die Summe der Gewinne und Einlagen vor und Einlagen vor

37 37 Freibeträge bei Schenkungen und Erbschaften Verwandschaftsgrad Freibetrag in Freibetrag in altFreibeträgeneuEhegatte Kinder, Kinder verstorbener Kinder Kinder lebender Kinder Übrige Personen StKl.I – übr.Enkel,Eltern beim Erwerb von Todes wegen Personen StKlII- Eltern,Geschwister Personen StKLIII- Lebenspartner Übrige Personen StKlIII

38 38 Steuersätze bei Schenkungen und Erbschaften Steuerlicher Wert in Steuerlicher Wert in Alt - Neu Prozentsatz bei Steuerklasse I Alt - Neu Prozentsatz bei Steuerklasse II Alt - Neu Prozentsatz bei Steuerklasse III Alt - Neu Darüber

39 39 Fördermöglichkeiten Staat fördert Unternehmensübernahmen durch verschiedene öffentliche Finanzierungsprogramme und Beratungshilfen Staat fördert Unternehmensübernahmen durch verschiedene öffentliche Finanzierungsprogramme und Beratungshilfen Auskünfte erhalten Sie bei Ihren Hausbanken, IHK, HWK, Steuerberatern, Anwälten Auskünfte erhalten Sie bei Ihren Hausbanken, IHK, HWK, Steuerberatern, Anwälten

40 40 Notwendige Formalitäten (1) Übergeber und auch Übernehmer sollten nachfolgende Übersicht beachten: Steuerberater - Erstellung der Schlussbilanz und ggf. Ermittlung des Werts Steuerberater - Erstellung der Schlussbilanz und ggf. Ermittlung des Werts Rechtsanwalt - Erarbeitung Kauf- und Übertragungsvertrag Rechtsanwalt - Erarbeitung Kauf- und Übertragungsvertrag Notar - notarielle Beurkundung bei Übertragung von Grundstücken, von GmbH-Geschäftsanteilen, Aktien, notarieller Erbvertrag Notar - notarielle Beurkundung bei Übertragung von Grundstücken, von GmbH-Geschäftsanteilen, Aktien, notarieller Erbvertrag Bank - Neuordnung der Kreditverpflichtungen Bank - Neuordnung der Kreditverpflichtungen - Änderung der Sicherheiten/Bankgeschäften - Änderung der Sicherheiten/Bankgeschäften - Änderung der Konten, usw. - Änderung der Konten, usw.

41 41 Notwendige Formalitäten (2) Handwerkskammer - Handwerksrollenlöschung und Handwerkskammer - Handwerksrollenlöschung und -neueintragung -neueintragung Gewerbeamt - Anmeldung Betriebsänderung Gewerbeamt - Anmeldung Betriebsänderung Finanzamt - Änderungsanmeldung Finanzamt - Änderungsanmeldung - Übernehmer: neue Steuernummer - Übernehmer: neue Steuernummer Berufsgenossenschaft - Betriebsänderungsmeldung Berufsgenossenschaft - Betriebsänderungsmeldung Gewerbeaufsichtsamt - Änderungsmeldung Gewerbeaufsichtsamt - Änderungsmeldung Arbeitsamt - Anzeige Betriebsänderung Arbeitsamt - Anzeige Betriebsänderung Deutsche Rentenversicherung - Änderungsmitteilung Deutsche Rentenversicherung - Änderungsmitteilung Versicherungen - Änderungsmeldung bzw. ggf. Kündigung Versicherungen - Änderungsmeldung bzw. ggf. Kündigung Leasing-, Pacht-, Miet- u. - Änderungsmitteilung bzw. Leasing-, Pacht-, Miet- u. - Änderungsmitteilung bzw. Versorgungsverträge Neuabschluss

42 42 Typische Fehler bei der Unternehmensübergabe Wer die Fehler anderer kennt, sollte eigene bei sich vermeiden Wer die Fehler anderer kennt, sollte eigene bei sich vermeiden - Die Betriebsübergabe wird unter Zeitdruck ohne langfristige Vorausplanung durchgeführt. Die Vor- und Nachteile - Die Betriebsübergabe wird unter Zeitdruck ohne langfristige Vorausplanung durchgeführt. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten können nicht ausreichend geprüft werden und im Ergebnis wird selten eine der verschiedenen Varianten können nicht ausreichend geprüft werden und im Ergebnis wird selten eine befriedigende Lösung erreicht. befriedigende Lösung erreicht. - Der Betrieb hat in den letzten Jahren vor der Übergabe an Wettbewerbsfähigkeit und damit Ertragskraft verloren, da - Der Betrieb hat in den letzten Jahren vor der Übergabe an Wettbewerbsfähigkeit und damit Ertragskraft verloren, da z. B. notwendige Investitionen ausgeblieben sind. z. B. notwendige Investitionen ausgeblieben sind. - Innerhalb der Familie wurden nicht rechtzeitig die erbrechtlichen Fragen im Sinne des Erhalts des Unternehmens - Innerhalb der Familie wurden nicht rechtzeitig die erbrechtlichen Fragen im Sinne des Erhalts des Unternehmens geklärt. geklärt. - Im Hinblick auf die Forderung eines Kaufpreises gegenüber Fremden wird die eigene Altersvorsorge ohne - Im Hinblick auf die Forderung eines Kaufpreises gegenüber Fremden wird die eigene Altersvorsorge ohne ausreichende Berücksichtigung der Belastbarkeit des Übernehmers gesehen. ausreichende Berücksichtigung der Belastbarkeit des Übernehmers gesehen. - Die Auswahl und Vorbereitung des Nachfolgers erfolgt zu kurzfristig und speziell innerhalb der Familie mit nicht - Die Auswahl und Vorbereitung des Nachfolgers erfolgt zu kurzfristig und speziell innerhalb der Familie mit nicht genügender objektiver Bewertung der unternehmerischen Fähigkeiten des künftigen Betriebsinhabers. genügender objektiver Bewertung der unternehmerischen Fähigkeiten des künftigen Betriebsinhabers. - Es werden Teilbereiche, insbesondere die steuerlichen Fragen, in den Vordergrund gestellt und nicht eine - Es werden Teilbereiche, insbesondere die steuerlichen Fragen, in den Vordergrund gestellt und nicht eine Gesamtlösung unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Betriebsübergabe angestrebt. Gesamtlösung unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Betriebsübergabe angestrebt. Um eine für alle Seiten befriedigende Lösung bei einer anstehenden Betriebsübergabe zu erzielen, sollte diese Um eine für alle Seiten befriedigende Lösung bei einer anstehenden Betriebsübergabe zu erzielen, sollte diese unbedingt rechtzeitig unter Nutzung von neutralen Beratungsmöglichkeiten vorbereitet werden. unbedingt rechtzeitig unter Nutzung von neutralen Beratungsmöglichkeiten vorbereitet werden. Die Zielstellung lautet zusammengefasst, eine möglichst rentablen Betrieb zu einem angemessenen Preis an einen Die Zielstellung lautet zusammengefasst, eine möglichst rentablen Betrieb zu einem angemessenen Preis an einen qualifizierten Nachfolger bei gleichzeitiger Erbregelung innerhalb der Familie zu übertragen. Die Betriebs- und qualifizierten Nachfolger bei gleichzeitiger Erbregelung innerhalb der Familie zu übertragen. Die Betriebs- und Rechtsberatung Ihrer Handwerkskammer möchte Sie dabei unterstützen. Rechtsberatung Ihrer Handwerkskammer möchte Sie dabei unterstützen.

43 43 Das Fazit Vermeiden Sie, dass Ihr Lebenswerk und Ihr Nachruhm durch Nichtstun oder undurchdachte Gestaltung bei der Unternehmensnachfolge gefährdet werden. Sprechen Sie das Thema innerhalb der Familie an und/oder holen Sie fachkundige Beratung bei einem auf das Erbrecht und die Unternehmensnachfolge spezialisierten Rechtsanwalt oder Notar ein. Beginnen Sie zügig mit der Umsetzung Honorar tun Ihrer Familie weniger weh, als vermeidbare Steuerzahlungen oder überflüssiger Streit nach dem Erbfall.

44 44 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


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