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Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Titel Umweltbewusstsein, ökonomische Anreize und Umweltverhalten „Bern-Münchner Umweltbefragung“ (Diekmann, Preisendörfer,

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Präsentation zum Thema: "Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Titel Umweltbewusstsein, ökonomische Anreize und Umweltverhalten „Bern-Münchner Umweltbefragung“ (Diekmann, Preisendörfer,"—  Präsentation transkript:

1 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Titel Umweltbewusstsein, ökonomische Anreize und Umweltverhalten „Bern-Münchner Umweltbefragung“ (Diekmann, Preisendörfer, 1991, 1992) Studie zu Umweltaktivitäten wie Energiesparen, Verkehrmittelnutzung, Abfalltrennung, Konsumentenverhalten Literatur u.a. Diekmann, A. / Preisendörfer, P. (1991). Umweltbewusstsein, ökonomische Anreize und Umweltverhalten. Empirische Befunde aus der Berner und Münchner Umweltbefragung. Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, Heft 2,

2 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems (Phase 1) Ausgangslage in vielen Ländern - hohes Umweltbewusstsein Bereitschaft Abstriche von Lebensstandard zu akzeptieren um die Umwelt zu schützen: CH (70%), D (53%), NL (47%), I (50%), USA (33%). Handeln Personen mit einem höheren Umweltbewusstsein, einem höheren Umweltwissen und einer stärkeren Umweltbetroffenheit auch umweltfreundlicher? Grossteil der Befragten trennen Abfall: Wertstoffe (Papier, Aluminium, Kompost) vom übrigen Müll Bereitschaft zum Energiesparen oder Autoverzicht weitaus geringer ausgeprägt.

3 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems (Phase 1) Umweltbewusstsein und Umweltverhalten: aus Psychologie/Soziologie - Literatur bekannt: Einstellungen werden nicht immer in konkretes Verhalten umgesetzt aus Ökonomie/Soziologie: Umweltverhalten durch Kosten/Nutzenfaktoren bestimmt - materielle Kosten - Zeitaufwand, Unbequemlichkeiten + Anreiz, Wunsch in intakter Umwelt zu leben + soziale Anerkennung...

4 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems (Phase 1) Umwelt als kollektives Gut jeder hat freien Zugriff „Allmende-Dilemma“ (Bsp: gemeinsame Rechnung in Restaurant) Ausnutzen durch auf Eigeninteresse ausgerichtete Personen je größer die Gruppe, desto weniger fällt der eigene Beitrag ins Gewicht nach Theorie kollektiven Handelns (Olson): Personen leisten nur Beiträge bei individuellen Anreizen positive selektive Anreize (Belohnungen): kommen nur Beiträgern zugute negative selektive Anreize (Zwang): nur Beiträger verschont „Anreizstruktur“: alle einzelnen individuelle Kosten/Nutzenkomponenten

5 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems (Phase 1) Schlussfolgerungen unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung umweltgerechten Verhaltens - je nach Zutreffen eines der beiden Erklärungsmodelle: wenn Anreizstruktur wichtiger: Eingriffe in individuelle Kosten/Nutzenkomponenten (z.B. Steuern, Ökobonus, Ausbau Infrastruktur, etc.) wenn „Umweltbewusstsein“ wichtiger: Werbung, Aufklärung, Appelle Studie hat 2 Aspekte: wissenschaftliche, praktische

6 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems (Phase 1) Präzisierung der Forschungsziele und Hypothesen UmweltbewusstseinAnreizstruktur Umweltverhalten Wichtigkeit von Umweltbewusstsein und Anreizstruktur ist nur an konkreten Umweltaktivitäten prüfbar – Umweltverhalten Heizenergie sparen Umweltverhalten: muss Aktivität sein, die bei Personen variiert – Heizenergie sparen Abrechnungsmodus (kollektiv, individuell) Anreizstruktur: nach Abrechnungsmodus (kollektiv, individuell) aus theoretischen Ergebnissen („Allmende-Dilemma“) abgeleitet (nicht ad-hoc), erlauben Vorhersage: kollektive Abrechnung - individueller Verbrauch höher (Vorteil allgemeiner Theorie: auch andere Aussagen ableitbar, wie z.B. über Recycling, Verkehrsproblem,...) Umweltbewusstsein noch genauer zu definieren

7 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems (Phase 1) Prüfung zweier Hypothesen: je höher der Grad an Umweltbewusstsein umso höher Bemühungen zum Energiesparen bei individueller Abrechnung der Heizkosten höhere Energiesparbemühungen Umweltbewusstsein Heizkosten- abrechnung (ind/koll) Heizenergie sparen

8 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) Konstruktion des Erhebungsinstruments: verwendete Begriffe: Umweltbewusstsein Anreizstruktur Umweltverhalten definieren wenn Begriffe komplex, vielschichtig (mehrdimensional) – Konzeptspezifikation, Dimensionsanalyse operationalisieren (messbar machen) dadurch Festlegung der Variablen

9 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) Umweltbewusstsein: Konzeptspezifikation von Umweltbewusstsein: mehrere Dimensionen (analog Einstellungsforschung): Bewertungsdimension (evaluativ) Wissensdimension (kognitiv) Dimension der Handlungsbereitschaft (intentional) Umweltbewusstsein dadurch Definition von Umweltbewusstsein möglich: Grad des Umweltbewusstsein (=def.) höher je stärker Ziel „ Umweltschutz“, Maßnahmen bewertet (evaluativ) größer Wissen um Umweltprobleme (kognitiv) größer Handlungsbereitschaft (intentional) Konstruktion des Erhebungsinstruments am Beispiel Umweltbewusstsein

10 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) „Umweltbewusstsein“ in 3 Dimensionen (Variablen) zerlegt Definition sagt noch nicht, wie man zu Variablenwerten kommt Problem der Operationalisierung wie messen ? Problem der Indexbildung können 3 Variablen zu einer zusammengefasst werden ? Problem der Indikatorauswahl mehrere Indikatoren (mindestens 1) je Variable benötigt Indikatoren (lat. Anzeiger) dienen zur Erhebung existierender, aber nicht direkt beobachtbarer Phänomene Konstruktion des Erhebungsinstruments am Beispiel Umweltbewusstsein

11 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) spätestens hier Wahl der Erhebungsmethode: Verhaltensbeobachtung, telefonische Befragung,... abhängig von Wahl der Indikatoren mitdenken anderer Variablen: Heizkostenabrechnung, Energiesparen Erfassung von Verhalten: durch Beobachtung, ev. indirekt: Rechnung (unverzerrte Ergebnisse), durch Befragung Erfassung von Einstellungen: schwer durch Beobachtung erfassbar, üblicherweise durch Befragung erhoben, ev. Methodenmix hier: Telefonische Umfrage Erfassen ohne allzu großen Aufwand Hypothesen anhand Stichproben aus Bevölkerung prüfbar (Telefon – hohe Dichte) – Mitdenken der Stichprobenauswahl für Einstellungserhebung kein Bildmaterial notwendig Konstruktion des Erhebungsinstruments am Beispiel Umweltbewusstsein

12 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) Bsp: Operationalisierung der Bewertungsdimension von UB Indikatoren: Aussagen, die zustimmend/ablehnend beantwortet werden (5er Skalen, Likert-Skala) 11 Items: jedes Item – Indikator für Zieldimension UB beziehen sich auf Maßnahmen, Ziele, Zielkonflikte warum mehrere ? wie Vokabel prüfen, Durchschnittswert zuverlässigeres Maß Polung (Richtung der Fragestellung) Vorgehen analog für Umweltwissen und Handlungsbereitschaft Konstruktion des Erhebungsinstruments am Beispiel Umweltbewusstsein

13 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) einige Items aus dem Fragebogen zu Umweltbewusstsein

14 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) Bsp: Operationalisierung von Energiesparen (Heizkostenersparnis) verschiedene Varianten denkbar: direkte Frage nach Höhe der Heizkosten nicht praktikabel (Kosten, Quadratmeter, Raumhöhe, Art der Heizung,...) Messung mittels multipler Indikatoren bei spezieller Art Umweltverhalten genügt eine „gut“ gewählte Einzelfrage: Wenn Sie im Winter Ihre Wohnung für mehr als 4 Stunden verlassen, drehen Sie da normalerweise Ihre Heizung ab oder herunter ? 1 JA 2 Nein Konstruktion des Erhebungsinstruments

15 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) Bsp: Operationalisierung der Heizkostenabrechnung Werden bei Ihnen die Heizkosten für das ganze Haus gemeinsam abgerechnet und dann auf die Haushalte umgelegt, oder werden die Heizkosten nach Ihrem persönlichen Verbrauch abgerechnet ? 1 gemeinsam, dann umgelegt 2 nach persönlichem Verbrauch 3 weiß nicht 4 anders, und zwar ___________________ Konstruktion des Erhebungsinstruments

16 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Planung und Vorbereitung der Erhebung (Phase 2) weitere Variablen / Fragen: oft sozialdemographische Hintergrundfragen wie: Alter, Geschlecht, Ausbildung,... nur wenn notwendig dienen zur Kontrolle von nicht interessierenden oder unerwünschten Einflüssen („Scheinkorrelationen“ (z.B. Bildung  Umweltbewusstsein – Sparverhalten) damit (vorläufige) Version des Erhebungsinstruments Fragebogen Konstruktion des Erhebungsinstruments

17 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Bestimmen der Untersuchungsform (Phase 3) hier Querschnittsuntersuchung ist möglich unter der Annahme UB  Energiesparen und nicht umgekehrt bei nicht experimentellen Untersuchungen: Vergleichsgruppen nach Datenerhebung bei Analyse („ex-post-facto Design“) Alternativen Paneluntersuchung (wenn Veränderungen interessant) Vergleichsgruppendesign (Quasi-Experiment)  2 vergleichbare Gruppen je nach Abrechungsmodus  schwierig in großer Zahl zu finden Vergleichsgruppendesign (Experiment)  Zufallszuteilung zu einer Abrechungsgruppe  am aussagekräftigsten, geht hier nicht

18 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Auswahl der Stichprobe (Phase 4) bei Hypothesenprüfungen Repräsentativität nicht erforderlich nur wenn zusätzlich deskriptive Ziele z.B.: Anteil Haushalte mit verbrauchsabhängiger Abrechnung dann Zufallsstichrobe aus interessierender Population telefonische Umfrage (Zufallsstichrobe relativ leicht) bestimmte Regeln um Zufälligkeit zu gewährleisten zunächst Haushalte: Datei – Zufallsauswahl mit Computer Telefonbuch – z.B.: jede 10. Seite, mittlere Spalte, ersten 10 nicht Person, die abhebt (sonst Männer unterrepräsentiert) besser z.B. letzter Geburtstag,... Problem: Nichterreichen, Verweigerung (Termin ausmachen, öfters probieren, Protokoll)

19 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Auswahl der Stichprobe (Phase 4) Planung des Umfangs der Stichprobe (nur bedingt möglich) bei deskriptiven Untersuchungen abhängig vom Grad der erwünschten Genauigkeit im Prinzip: je größer - umso genauer kritisch bei seltenen Ereignissen (5% von 400 sind 20 Pers.) bei einfachen Hypothesenprüfungen genügen 100 – 300 (auch weniger – abhängig u.a. von Anzahl Variablen, Varianz und Effektstärke) hier 400 (Hypothesenprüfung im Vordergrund, grob deskriptiv)

20 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Pretests (Phase 5) Datenerhebung (Phase 6) Probelauf Mängel des Fragebogens (Erhebungsinstruments) feststellen Zeit abschätzen Mängel beheben, überarbeiten 20 – 50 Personen dann zweiter, dritter Probelauf Hauptuntersuchung erst mit ausgetestetem Erhebungsinstrument ! Erhebung vorgeschaltet: Interviewerschulung, Probeinterviews zweckmäßig: Personen vorher anschreiben, Thematik erwähnen (nicht Ziele, Hypothesen) Mißtrauen abbauen, Verweigerungsrate reduzieren

21 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phasen 7 und 8) Aufbereitung der Daten (Phase 7) Ziel: analysefähiges Datenfile Dateneingabe  geschlossene Antworten kodieren  offen Antworten zunächst kategorisieren Datenkontrolle („wild codes“ – Daten außerhalb zulässigen Zahlenbereichs) Fehlerbereinigung (ev. Nachfragen) Aufbereitung von Variablen (zwischen Phase 7 und 8) Umformung von Variablen („recodieren“) bei multiplen Indikatoren: Skalen testen, Indizes konstruieren, umpolen, zusammenzählen „missing-values“

22 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Ergebnisse deskriptiver Teil: Gesamtstichprobe aus Bern (N=367) Mittelwert Umweltbewusstsein: 3,6 80% Zustimmung (Kategorien 4 und 5) zu Item C („Weitermachen  Katastrophe“) oberstes Drittel der Umweltbewussten:  74% letzter Urlaub mit Flugzeug/Auto  54% besitzen Auto (davon 54% ohne Kat) ... Kollektivguthypothese gute Erklärung aber noch kein Test der Hypothesen

23 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Teilstichprobe Mieter statistischer Test (Vergleich Mittelwerte – „t-Test“) nicht signifikant kein Unterschied zwischen Sparern (3,7) und Nicht- Sparern (3,6) bezüglich Umweltbewusstsein (Mittelwerte) (Verfahren problematisch) Test Hypothese 1: Umweltbewusstsein  Energiesparen

24 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Zustimmung zu Item C („Weitermachen  Katastrophe“) steht nicht in Beziehung zu Energiesparen Kreuztabelle – statistischer Test („Chi-Quadrat“) nicht signifikant Test Hypothese 1: Umweltbewusstsein  Energiesparen

25 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Hypothese 1 nicht bestätigt („falsifiziert“) demnach: Umweltbewusstsein hat keine direkte Auswirkung auf Energiesparen (heißt nicht, dass nicht trotzdem wichtig) Test Hypothese 1: Umweltbewusstsein  Energiesparen nicht so gute Darstellung

26 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Test Hypothese 2: Abrechnungsmodus  Energiesparen Teilstichprobe Mieter

27 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Kreuztabelle – statistischer Test („Chi-Quadrat“) signifikant bei individueller Abrechnung wird häufiger gespart Hypothese 2 auf Grund empirischer Daten gut bestätigt Test Hypothese 2: Abrechnungsmodus  Energiesparen

28 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Datenauswertung (Phase 8) Schlussfolgerungen: relevant ist nicht Umweltbewusstein sondern Anreizstruktur (Allmende-Dilemma) aber ohne Umweltbewusstsein geht politisch nichts - Akzeptanz umweltpolitischer Massnahmen zeigen auch andere empirische Befunde: Vergleich München – Bern: Umweltbewusstsein gleich Energiesparen (Bern 23%, München 69%) individuelle Abrechnung (Bern 38%, München 80%) praktischer Wert: Umstellen auf verbrauchsabhängige Abrechnung – Reduktion von Emissionen

29 Beispiel: Studie zum Energiesparverhalten Umsetzung von Forschungsergebnissen (Phase 9) meistens Bericht nicht nur Ergebnisse und Interpretation Bericht über einzelne methodischen Schritte – Nachvollziehbarkeit wenn Operationaliserung und Stichprobenziehung unklar – keine wissenschaftliche Diskussion möglich auch Diskussion und „Selbstkritik“  andere Operationalisierung von Umweltbewusstsein - andere Ergebnisse ?  ist gewählter Indikator valide ?  schlechtes Abschneiden kollektiver Abrechnung nur weil vor allem in älteren Bauten, die schlechter isoliert (Drittvariable) Vorschläge für weitergehende Untersuchungen !


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