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Alt werden und sterben fern der alten Heimat IKCC – Jahrestagung 2013 in Rastatt Vom Altwerden und Sterben in der Fremde – kulturwissenschaftliche Einblicke.

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1 Alt werden und sterben fern der alten Heimat IKCC – Jahrestagung 2013 in Rastatt Vom Altwerden und Sterben in der Fremde – kulturwissenschaftliche Einblicke Prof. Dr. Reiner Sörries

2 Ein Beispiel: Frau Nasery aus Kabul Die Generation alternder Migranten Fremde – was ist das? Problemlagen Lösungsansätze

3 Die Generation alternder Migranten In der Bundesrepublik leben über 7 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund (darunter 3,8 bis 4,3 Millionen Muslime). Der Anteil der über 60jährigen an dieser Bevölkerungsgruppe beträgt mittlerweile knapp Damit sind ältere Migranten die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe in der Bundesrepublik Deutschland. Aus verschiedenen Gründen werden die meisten entgegen ihrer Absicht den Lebensabend hier verbringen (und hier auch sterben). (Quelle AWO Bremen Referat Altenhilfe und Migration)

4  „Gastarbeiter“, deren Rückkehrvision sich nicht erfüllt hat. Sie wurden zu Einwanderern.  Flüchtlinge, denen die Rückkehr in die Heimat nicht möglich ist.  Spätaussiedler aus Osteuropa  Menschen aus aller Herren Länder, die im Zuge der globalisierten Arbeitswelt nach Europa und Deutschland kommen.

5  „ Gastarbeiter“, deren Rückkehrvision sich nicht erfüllt hat. Sie wurden zu Einwanderern. Mit einem hohen Anteil an Muslimen, nicht wenige Christen national-orhodoxer Glaubensgemeinschaften  Flüchtlinge, denen die Rückkehr in die Heimat nicht möglich ist. Ebenfalls hoher muslimischer Anteil, aber auch Angehörige der unterschiedlichsten Kulturen und Religionen, vor allem aus Afrika  Spätaussiedler aus Osteuropa Christen unterschiedlicher Coleur mit eigenen Traditionen, völlig säkularisierte Menschen, religiöse und säkulare Juden  Menschen aus aller Herren Länder, die im Zuge der globalisierten Arbeitswelt nach Europa und Deutschland kommen. Inder, Chinesen, Pakistani, Vietnamesen mit unterschiedlichem buddhistischem, hinduistischem, säkularem Hintergrund

6 Kinder, Enkel und sonstige familiäre Bindungen Bereits eingetretene Entfremdung von der Heimat Zusammenleben mit deutschen Partnern Keine Rückkehrmöglichkeit aus finanziellen oder politischen Gründen Erwartung einer besseren medizinischen Betreuung

7 Migranten kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen mit den unterschiedlichsten religiösen und weltanschaulichen Prägungen.

8 Fremde – was ist das? Fremde ist eine erlebte oder gefühlte Desintegration vom Eigenen, verbunden mit realen oder fiktiven Einschränkungen.

9 Karacaahmet Friedhof

10 Wir schritten die Wege, die uns die Allmacht gab. Von der Bahn seines Schicksals weicht keiner auf Erden ab. In welchem Lande es einem Menschen bestimmt ist, dort und sonst nirgends findet er Tod und Grab. Inschrift auf dem sog. Araberstein auf dem Friedhof des Halbmondlagers Wünsdorf/Brandenburg, errichtet 1916

11 Die Angst vor der Fremde weicht in einer globalisierten Welt Deutsche lassen sich oder ihre Toten fern der Heimat bestatten > im Friedwald > auf Mallorca > über der spanischen Sierra Nevada > auf allen Weltmeeren usw.

12 Problemlagen Sprachbarrieren → sprachgeschultes Pflegepersonal Geschlechtskonforme Pflege → ? Personalfrage Kulturelle und religiöse Bedingtheiten → Kenntnisse Essensgewohnheiten → Kenntnisse innerhalb der Küche Fehlende Gebetsräume, Abschiedsräume → Investition Irreparable Heimkehrsehnsucht → Biografiearbeit

13 Lösungsansätze Seit den 1990er Jahren wächst das Bewusstsein für eine nach dem Herkunftsland, der Herkunftskultur differenzierten „ethnienspezifischen Altenbetreuung“

14 Teile der Belegschaft mit unterschiedlichem Migrationshintergrund Mehrsprachiges und kulturvertrautes Personal Einbeziehung der Angehörigen und des religiösen Personals Bauliche, optische Gestaltung der Einrichtung einschließlich notwendiger Gebets-, Abschiedsräume Kosten und Logistik !!!

15 Konzepte Konzept der Interkulturellen Öffnung urelle_oeffnung.pdf Charta für eine kultursensible Altenpflege Pflegekonzept von Ariana - Haus der Gesundheit – Interkulturelles Zentrum für Pflege, Gesundheit und Soziales

16 Ariana Konzept Professionelle Pflege gilt dem Einzelnen, seinen Bezugspersonen, der Familie und der Gemeinschaft. Sie wird unter Einbeziehung und ohne Bewertung von Nationalität, Rasse, Glauben, politische Einstellung, Hautfarbe, Alter, Geschlecht oder dem sozialen Rang ausgeführt. Außerdem sollen die Mitarbeiter der Überzeugung sein, dass Patienten ein Recht darauf haben, in ihrem soziokulturellen Hintergrund verstanden zu werden. Multikulturell sind nicht nur die Klienten, sondern auch die Pflegenden in den Einrichtungen. Die Herkunft und Qualifikation der Pflegenden, die aus unterschiedlichen Ländern stammen, bietet durch ihre unterschiedliche Ausbildungsinhalte, ein unterschiedliches Pflegeverständnis, das sich in der Beziehung zum älteren Menschen auswirkt.

17 Die unterschiedliche Herkunft von Mitarbeitern kann auch eine wichtige Ressource in einem interkulturellen Team sein: Der unterschiedliche Umgang mit älteren Menschen, das andere Gesundheit- und Krankheitenverständnis und die Fähigkeit zur Mehrsprachigkeit sind wichtige Ressourcen, die wir in der heutigen Pflegekultur bei Migrationshintergrund dringend benötigen. Wir haben zuerst unser Pflegeteam aus einer multikulturellen Gruppe zusammengestellt um ein wünschenswertes Ergebnis, durch ihr unterschiedliches Pflegeverständnis, ihre unterschiedliche Herkunft und Mehrsprachigkeit zu erzielen. Von diesen wichtigen Ressourcen unserer Mitarbeiter haben wir in einem interkulturellen Team Gebrauch gemacht. So können unsere Pflegenden auf die Herausforderung einer heterogenen Gesellschaft vorbereitet sein.

18 Madeleine Leininger (1925 – 2012) Theorie der transkulturellen Pflege:  Transcultural Nursing (Transkulturelle Pflege)  cultural care (kulturspezifischen Fürsorge) Literatur M. Leininger, Culture care diversity and Universality. A theory of nursing. National League for Nursing Press, New York 1991 M. Leininger, Kulturelle Dimensionen menschlicher Pflege, Lambertus-Verlag Freiburg/B. 1998

19 Madeleine Leininger´s „Sunrise Konzept“ * technologische Umstände, * religiöse und philosophische Einflüsse, * verwandtschaftliche und soziale Faktoren, * politische und gesetzliche Gegebenheiten, * wirtschaftliche Verhältnisse, * bildungsbedingte Faktoren und * kulturelle Werte und Lebensweisen,

20 1. Menschliche Pflege ist ein universelles Phänomen, aber die Begriffe, Prozesse, strukturelle Formen und Pflegemuster sind in den Kulturen verschieden. 2. Pflegehandlungen und Prozesse sind für die Geburt des Menschen, seine Entwicklung, Wachstum, Überleben und einen friedlichen Tod wesentlich. 3. Betreuung ist die Essenz der Pflege und die charakteristische, dominante und vereinheitlichend Natur der Pflege. 4. Pflege hat eine biophysikalische, kulturelle, psychologische, sozial und öko­ logische Dimension, und das Konzept der Kultur bietet die umfassendsten Möglichkeiten, um die Pflege kennenzulernen und zu verstehen. 5. Pflege ist ein transkulturelles Phänomen, da die Krankenschwestern mit den Klienten, dem Personal und anderen Gruppen interagieren, und es erforderlich sei, dass die Pflegenden interkulturelle Faktoren der Pflegenden-Klienten-Beziehung und des Systems zu erkennen und anzuwenden. 6. Pflegeverhalten, Ziele und Funktionen der Kulturen sind unterschiedlich, da so­ ziale Strukturen, Weltanschauung und kulturelle Werte sich in verschiedenen Kulturen unterscheiden. 7. Selbsthilfehandlungen unterscheiden sich in verschiedenen Kulturen. 8. Die Identifikation von universellen und nicht-universellen ethnischen und professionellen Pflegeverhaltensweisen, Meinungen und Handlungen ist wichtig, um die epistemologische und ontologische Grundlage des Pflegewissens zu entdecken. 9. Pflege ist größtenteils kulturell abgeleitet und erfordert begründetes Wissen und Fähigkeiten, um die Pflegetätigkeiten zufriedenstellend und wirksam auszuführen. 10. Es gibt keine Heilung ohne Pflege aber Pflege ohne Heilung.

21 Kritik am Sunrise-Konzept Zu schwer verständlich Zu komplex Zu anspruchsvoll Zu teuer Zu Kultur betonend (der Integration hinderlich)

22 Gegründet 2010 von Kenan Can, dessen Eltern 1967 nach Deutschland kamen; Fachabitur, Ausbildung als Alten- und Krankenpfleger, zweijähriger Kurs im Pflegemanagement und verantwortliche Pflegefachkraft bei der Caritas. Altenhilfe für Migranten Öffentliche, karitative oder marktorientierte Aufgabe?

23 Funktioniert eine „interkulturelle Altenhilfe“? - oder bedarf es einer kulturspezifischen Orientierung? Muslime für Muslime? Buddhisten für Buddhisten? Spätaussiedler für Spätaussiedler?

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25 Die Friedhöfe der Ethnien Beanspruchung eigener Friedhöfe Beanspruchung der Durchführung der eigenen, jeweils kulturspezifischen Riten Abgrenzung von anderen Ethnien und innerhalb der eigenen Religion von divergierenden Konfessionen Bestattung und Friedhof als Identität stiftender Faktor Bewusster Verzicht auf Assimilierung

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