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Folie 1 §3 Allgemeine lineare Gleichungssysteme über. Superposition (3.1) Definition: Ein lineares Gleichungssystem in n Unbestimmten und in m Gleichungen.

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1 Folie 1 §3 Allgemeine lineare Gleichungssysteme über. Superposition (3.1) Definition: Ein lineares Gleichungssystem in n Unbestimmten und in m Gleichungen ist: Die sind die Koeffizienten aus. Die sind weitere Zahlen, auch die Konstanten genannt, und die sind die Unbestimmten, bzw. die Unbekannten, die Veränderlichen.

2 Folie 2 Andere Schreibweise: Die Koeffizienten werden zusammengefasst zu einer Matrix: für j = 1,2,... m. A =

3 Folie 3 (3.2) Matrixoperation: Eine Matrix A der obigen Form wirkt auf einen Spaltenvektor x auf die folgende Weise: Ax := oder auch für

4 Folie 4 Mit dieser Notation hat das lineare Gleichungssystem aus 3.1 die Form: Die in 3.2 eingeführte Matrixoperation liefert eine Abbildung Ax = b L A : n m, Die Frage, ob Ax = b eine Lösung hat, lässt sich daher auffassen, ob b in der Bildmenge n von L A vorkommt. (3.2) Regel: L A ist linear, das bedeutet: A(x + y) = Ax + Ay, A(rx) = r(Ax)

5 Folie 5 (3.3) Satz: Das Prinzip der Superposition 1 o Ist x o eine Lösung von (3.1) und x eine Lösung des zugehörigen homogenen Systems, so ist x o + x eine Lösung von (3.1). 2 o Sind x o und x 1 Lösungen von (3.1), dann ist x o – x 1 Lösung des zugehörigen homogenen Systems. Bezeichnung: Ax = 0 heißt das zu Ax = b gehörige homogene Gleichungssystem.

6 Folie 6 §4 Elementargeometrie (4.1) Der Satz von Pythagoras: a b c 1 o (Synthetischer) Beweis: Aus einem Dreieck werden erst einmal vier Dreiecke. Diese werden neu gruppiert zu einem Quadrat mit der Fläche c 2 = (b-a) 2 + 4½ab = b 2 –2ab + a 2 +2ab = b 2 + a 2 a 2 + b 2 = c 2 (½ab ist die Dreiecksfläche) c b a

7 Folie 7 Wozu dieses Beispiel? Daher: 2 o Analytischer Beweis: Das Dreieck wird durch die Vektoren x, y, z beschrieben: x y z Mit x = (b,0) und y = (0,a), sowie z = x + y = (b,a). Für die Länge c des Vektors z Gilt daher: c = |z| =, also c 2 = a 2 + b 2. Es soll die Beziehung elementargeometrischer Überlegungen zum Rechnen in Koordinaten herausgearbeitet werden, d.h. zum Rechnen in der analytischen Geometrie. x y z

8 Folie 8 Was ist Voraussetzung für den analytischen Beweis? (4.2) Satz von Thales: Für zwei Punkte der Ebene A und B liegt die Menge der Punkte P, von denen aus die Strecke [A,B] im rechten Winkel erscheint auf einer Kreislinie mit [A,B] als Durchmesser. 1 0 Synthetischer Beweis: r = [P,Q] = [A,Q] = ½[A,B]. 1. Identifizierung der Ebene mit R 2. A r P B Q r 2. Koordinatenwahl. 3. Verschieben von Punkten entspricht Addition von Vektoren. 4. Skalarprodukt beschreibt Länge und Winkel.

9 Folie 9 Dazu ebenso wie zuvor: 2 o Analytischer Beweis: Man wählt den Mittelpunkt Q als den Koordinatenursprung v = y – x und w = y + x sind nach Voraussetzung senk- recht zueinander. Also: Wesentlich wieder 1 o – 4 o der vorletzten Folie. y v w P x B -x Q = 0 A, d.h. Die Länge von y ist also gleich der Länge von x und damit gleich dem halben Abstand zwischen A und B.

10 Folie 10 §5 Die abstrakte affine Ebene Wesentliche Eigenschaften der Ebene: Die Ebene besteht aus einer Menge von Punkten, es gibt Geraden in der Ebene und zwischen Punkten und Geraden bestehen Inzidenzrelationen mit bestimmten Regeln. Die Axiome des Mathematikers dazu: (5.1) Definition: Eine abstrakte affine Ebene besteht aus einer Menge A von Punkten, einer Menge G von Geraden und einer Inzidenzrelation |, so dass die folgenden Axiome erfüllt sind: 1 o Zu je 2 verschiedenen Punkten P und Q aus A gibt es genau eine Gerade g aus G mit: P|g und Q|g. 2 o Zu jedem Punkt P aus A und zu jeder Geraden g aus G gibt es genau eine zu g parallele Gerade h aus G mit P|h.

11 Folie 11 Dabei heißt g definitionsgemäß parallel zu h, wenn h = g ist oder wenn g und h keinen gemeinsamen Punkte haben, das heißt es gibt kein P in A mit P|g und P|h. (5.2) Beispiele: 1 o Die Menge der Paare reeller Zahlen als Menge A von Punkten; die Menge G der Geraden (Geradengleichung!) als Geraden des Systems und die Relation P ist in der Geraden enthalten als Inzidenzrelation. 3 o A hat drei Elemente, die nicht auf einer Geraden liegen. 2 o A = {P 1, P 2, P 3, P 4 }, P i paarweise verschieden, G = {g 12,g 13,g 14,g 23,g 24,g 34 }, g km paarweise verschieden, P i |g km genau dann, wenn i = k oder i = m. Die Geraden g km kann man sich als die Mengen {P k, P m } vorstellen.

12 Folie 12 §6 Zusammenfassung In der Einleitung wird die Lineare Algebra beschrieben als die abstrakte Theorie 2. Andrerseits zur Analytischen Geometrie. Der zentrale Begriff der Linearen Algebra ist der Vektorraum. 1. Auf die Standardräume in den §§ 2, 3 zur Beschreibung der linearen Gleichungssysteme. Die Vektorraumaxiome sind dabei in 2.3 vorweggenommen. 2. Vektoren treten auch bei der analytischen Behandlung der geometrischen Probleme in §4 auf. 1. Einerseits zur Lösungstheorie der linearen Gleichungssysteme, Wir sind in dem Kapitel I bereits auf diesen Begriff gestoßen:

13 Folie 13 Folgende Eigenschaften sind beim Einsatz von Vektoren in der Geometrie der Ebene (vgl. §4) von zentraler Bedeutung: 3 o Dazu gehören weitere Regeln über Geraden und Parallelität sowie über Längen, Winkel und Flächen. 1 o Punkte P lassen sich verschieben durch Vektoren v mit dem Ergebnis eines neuen Punktes Q = P + v. Die Verschiebung nennen wir auch Translation. Die Axiome des fünften Paragrafen interessieren für den Fortgang der Vorlesung nicht weiter, insbesondere kommen keine Translationen vor. Es geht in diesem Paragrafen lediglich darum zu zeigen, wie in der Mathematik recht konkrete Objekte auf abstrakte Weise eingeführt werden können. 2 o Von einem Punkt P aus lässt sich jeder Punkt Q durch Translation erreichen: Es gilt Q = P + v für einen eindeutig bestimmten Vektor v.


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