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Förderpläne kein Problem Förderpläne in der Pflichtschule Richard Wilfing.

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Präsentation zum Thema: "Förderpläne kein Problem Förderpläne in der Pflichtschule Richard Wilfing."—  Präsentation transkript:

1 Förderpläne kein Problem Förderpläne in der Pflichtschule Richard Wilfing

2 FÖRDERPLÄNE FÖRDERPLÄNE WOZU FÖRDERPLÄNE ? DIAGNOSE – DIAGNOSTIK ALS QUALITÄTS- STANDARD (GUTACHTEN) FÖRDERDIAGNOSE - FÖRDERPLANUNG FÖRDERPLÄNE ERSTELLEN UNTERSCHIED: FÖRDERPLAN IM STÜTZLEHRERSYSTEM – FÖRDERPLAN IN INTEGRATIONSKLASSEN

3 WOZU FÖRDERPLÄNE ? Zielgerichtetes, individuelles Handeln, setzen von Schwerpunkten Evaluieren des IST-Standes bei Schüler, Lehrer, Methode Dokumentation der eigenen Tätigkeit + Vorlage für diverse Fragestellungen - bezogen auf den Schüler und sein Handeln Messen der Leistungssteigerung Erkennen von blinden Flecken und setzen von Maßnahmen, bzw. Forderung an Hilfestellungen Bei Lehrer- oder Schulwechsel: damit man auf Vorhandenem aufbauen und weiterarbeiten kann – Problem: eigene Sprache, Betrachtung und Wahrnehmung, die für einen anderen Kollegen anders aussehen können Chance: andere Meinungen anzuhören, einzuholen oder nur zu reflektieren: Kollegen, Lehrer, die mit dem Kind arbeiten (sollen), Eltern – eventuell Klassenkollegen (eigene) Förderkonzepte zu hinterfragen, zu reflektieren, zu überarbeiten, zu revidieren und entsprechende Maßnahmen zu setzen: Fortbildung, Literatur Unterscheidung von Leistungs- und Verhaltensbereich Eine neue Sicht für den Schüler wagen!

4 DIAGNOSE (griech.) genau erkennen, unterscheiden, beurteilen Formen der sonderpädagogischen Diagnostik Eingangsdiagnosen Förderungsdiagnosen Prozessbegleitende Diagnosen Fortschreibungsdiagnosen

5 EINGANGSDIAGNOSE Wenn ein Kind das erste Mal zu einer Begutachtung vorgestellt wird Überblick über Stärken und Schwächen, sowie Umfeld (aktuelle Befindlichkeiten, Lernentwicklung, individuelle Ressourcen) Formuliert Richt- und Grobziele der Förderung; z.B.: Stotterbehandlung; Legasthenie- Dyskalkuliebehandlung Überlegung, in welchem Setting diese Ziele am besten erreicht werden können; z.B.: Sprachheilkurs, Förder- unterricht Erwägung eines SPF? bzw. Feststellung eines SPF

6 Sonderpädagogisches Fördergutachten Erstellt am: 29. Mai 2007 Name des Kindes: NNgeb.: Schule:Klasse: 1. HS Erziehungsberechtigte: Gutachter: Richard WilfingTag der Überprüfung: Festgestellter Förderbedarf in: Deutsch Quellen: * Interview mit dem Schüler * informelle Diagnose der Grundfunktionen * Schreibmotoriktest * Sprachfreier Intelligenztest CMM * Diagnoseprogramm zum nonverbalen Sprachzustand * SLRT Salzburger Lese- und Rechtschreibtest * Bildgeschichte: Überprüfung der Lese- und Erzählfertigkeit * Gespräch mit der Deutsch - Lehrerin: Frau NN * letztes Diktat; Deutsch – Schularbeiten (v.a. die letzte Schularbeit) * eigene Beobachtungen Ausgangssituation: NN besucht mit einem Jahr Schullaufbahnverlust (5. Schulstufe) die 1. Klasse (5. Schulstufe) der HS.... Da jedoch, trotz Ausschöpfung aller Fördermaßnahmen und trotz Wiederholens der 5. Schulstufe, seine schulischen Leistungen – vor allem im Unterrichtsgegenstand Deutsch nicht den Lehrplananforderungen der 5. Schulstufe entsprechen, stellten die Eltern und die Schulleitung den Antrag auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs.

7 Gutachten Schulische Leistungen: NN zeigt in der Schule trotz Wiederholung der 1. HS (5. Schulstufe) eher schwache Leistungen. Nach Selbsteinschätzung von NN mag er in der Schule folgende Gegenstände: M, ME, E, BU, GW, Bewegung und Sport. Deutsch lehnt er deswegen ab, da es schwer für ihn sei und weil er das zweite Mal die 1. Klasse HS besuche und es schon etwas langweilig für ihn sei. NN kann sich durch Fleiß und Übung Noten verbessern. So konnte er den sonderpädagogischen Förderbedarf in Englisch abwenden, da er die letzte Schularbeit positiv bewältigt hat. Auch hat sich in Geographie die Note mit zwei guten Leistungen, nach einem Nicht Genügend, stabilisiert. Kontakt, Sozialverhalten, Arbeitsverhalten: NN ist ein normal entwickelter, aufgeschlossener, in den zwei Stunden der Begutachtung freundlicher Bursche. Er arbeitet dabei konzentriert und rasch. Er ist sehr bemüht, fragt gewissenhaft nach und kann sich sehr verständlich ausdrücken. Am Ende der Begutachtung entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch über die Bedeutung des sonderpädagogischen Förderbedarfs, in dem er seine Bedenken eindrucksvoll äußern konnte. NN spricht mit seinen Eltern und türkischen Freunden türkisch. Nach eigenen Angaben mit seinen Geschwistern deutsch. NN sieht vor allem türkisches Fernsehen. Ich konnte leider nicht erfahren, wie weit er in seiner Muttersprache gefestigt ist. NN gibt an, vor allem türkische Freunde zu haben. Die soziale Schulsituation dürfte für NN eher problematisch sein. Seine Berufswünsche wären in einer Firma für Maschinenverkauf (bei der Cousine), in der VOEST (bei ältesten Bruder) oder als Breakdance-Lehrer zu arbeiten. Breakdance gilt als NN größtes Hobby. Dafür wendet er sehr viel Zeit auf. NN hat zwei jüngere und zwei ältere Geschwister. Er besucht am Nachmittag den Hort und wird vom Betreuungslehrer Herrn NN betreut.

8 Körperliche Entwicklung, Motorik: Die somatisch-biologische Entwicklung ist altersgemäß. Grobmotorisch macht NN einen sicheren Eindruck, auch in der Schreibmotorik zeigt er nur geringfügige Schwächen. Beim Griff zum Kaleidoskop (Überprüfung der Augen- und Hemisphärendominanz) greift er nach diesem mit der linken Hand und führt es zum linken Auge. NN ist Rechtshänder. Wahrnehmungen (Teilleistungen): NN zeigt kleine Schwächen im visuellen Speicher bei abstrakten Gegenständen, im Ultrakurzzeitspeicher und bei der Serialität (Abfolge von Reihenfolgen). Große Probleme zeigt NN beim sprachfreien Intelligenztest (PR: 25; T: 43). (Interpretation: der 146 Monate alte Bursche erhielt für seinen Rohwert von 19 Punkten den Prozentrang (PR) 25. Das heißt 75% der Altersgruppe an Allgemeinen Sonderschulen bringen bessere und lediglich 25% schlechtere Leistungen.) Diagnose in Deutsch: Lesen und Erzählen: NN kann sich einigermaßen gut und verständlich mündlich ausdrücken. Er kann leichte Texte (auch mit Selbstkorrektur) nahezu fehlerfrei lesen und nacherzählen. Beim freien Erzählen fällt er öfters in Mundart, beim gebunden Erzählen mit Bildern macht er dies nicht. Nach Angaben der Deutsch-Lehrerin hat er jedoch größere Probleme mit schwierigeren Texten. Rechtschreibung: NN hat große Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung (Sparen, schmerzen...) und mit orthographischen Fehlern (die Schreibung ist lauttreu, entspricht aber nicht den Konventionen der deutschen Orthographie), zum Beispiel bei v/f ( Ferlaufen ), Verdoppelungen ( rent ), ck, tz und Dehnungen ( ziet ).

9 Grammatik: Fehler beim Einsetzen der entsprechenden Verbform (Präsens: Wir spielt ein Spiel; Imperfekt: Du zog am Seil. schlaften), Fallfehler (Meine kleine Schwester sah ein furchtbares Traum. Der Mann fährt mit einen Auto.), richtige Verwendung des Personalpronomens (Sie schreist laut.), bei der Wortfindung und Wortschatzermittlung (z.B.: zusammengesetzte Nomen: Torfalter, Zitronentasche). Empfehlungen: NN ist durch die Anforderungen des HS-Lehrplans trotz Ausschöpfen aller erfolgten Fördermaßnahmen und trotz Wiederholung der 5. Schulstufe momentan noch überfordert und soll im Gegenstand Deutsch nach dem Lehrplan der ASO unterrichtet und beurteilt werden. NN hat auf sämtliche Deutsch-Schularbeiten und einigen Lernzielkontrollen nicht genügende Leistungen erbracht, wurde in der Schulnachricht zum Halbjahr in diesem Gegenstand mit Nicht genügend beurteilt und würde erneut einen Schullaufbahnverlust erleiden. Da NN trotz seiner Schwächen über einige Ressourcen verfügt, sollte das Ziel der sonderpädagogischen Förderung die Rückführung - spätestens in der achten Schulstufe - zum HS-Lehrplan sein. Dafür muss NN auch Eigeninitiative und Bemühen zeigen. Diesbezüglich habe ich mit ihm ein längeres Schlussgespräch geführt. Mit kollegialen Grüßen

10 FÖRDERUNGSDIAGNOSE Definieren von Fein- und Nahzielen der Förderung Planen von Fördermaßnahmen = FÖRDERPLAN eventuell: Förderkontrakt Eingangs- und Förderdiagnosen können fließend ineinander übergehen- speziell wenn die gutachtende Person auch die Förderung übernimmt (Beratungslehrer, Sprachheillehrer, Betreuungslehrer)

11 Prozessbegleitende Prozessbegleitende Diagnose Beobachtende, diagnostizierende und analysierende Begleitung des Unterrichtungs- und Förderungsprozesses, um die jeweiligen Angebote der Lernentwicklung des Kindes anzupassen und um aktuelle und situative Bedingungen in der Förderung zu berücksichtigen 2 Fragen für die Praxis: Wie können die ermittelten Daten tatsächlich didaktisch- methodisch umgesetzt werden? und Welche schulischen, erzieherischen und pädagogisch- therapeutischen Hilfen sollen, können und müssen für diese Kinder versucht werden?

12 Beispiel – 3. VS Therapieplan: 1) Schreibbewegungstherapie 2) Teilleistungstraining: v.a.: Serialität ! visuelle Differenzierung 3) Rechtschreibtraining Diagnoseverfahren: Anamnesegespräch Selbsteinschätzung Diagnose der Grundfunktionen Schreibbewegungstest ELFE – Leseverständnistest Salzburger Rechtschreibtest Wortschatz- und Wortfindungstest CMM 1-4 Aufmerksamkeits-Funktions-Symptom – Test Material/Literatur: Heermann: Schreibbewegungstherapie (Ernst Reinhardt Verlag) Easy Training Program (vis. Differenzierung und Serialität) Richtig Reihen bilden; Serialität 3 (öbv&hpt) G. Tacke: Das 10-Minuten Rechtschreibtraining (Auer) Später: Grissemann: Psycholinguistische Lese- und Rechtschreibförderung

13 DatumFörderprogrammAnmerkung ??Elterngespräch: Mutter / Lehrergespräch Sehr unruhig; ablenkbar; viele Allergien; verträumt, sensibel; geringe Frustrationstoleranz. Geht ungern zur Schule. Bemüht; ehrgeizig. Probleme beim Abschreiben. Lesen: O.K. Rechtschreibung: v.a. beim Abschreiben/ganze Sätze Rechnen: beim Ea Probleme Auditiv.: ? ??SelbsteinschätzungHÜ macht er nie alleine. Hat manchmal einen ruhigen Platz für HÜ. Kontrolliert nie die HÜ. Braucht ein bis zwei Stunden für HÜ! Kommt nicht gut mit der Lehrerin aus. Geht manchmal gerne in die Schule. Hat manchmal Angst in die Schule zu gehen. Macht manchmal die HÜ. TeilleistungsdiagnoseSchreibbewegung: absetzen, unsicher! Visuelle Wahrnehmung + Speicher Auch auditiv unsicher! Linke Seite: Motorik und Serialitätsprobleme Raum-Lage-Orientierung! Kurz- und Langzeitspeicher ! Zungenmotorik Auditives Lesetraining am Computer: Die Krumpfs auf Lernreise

14 ??Schreibbewegungstherapie ELFE - SprachverständnistestÜberdurchschnittlich ausgeprägtes Leseverständnis = 89% Salzburger - Rechtschreibtestgarten, Muter, see, blat, im = ihm; vellen = fehlen; fersuchen, Bott, wan, ohne, kärze, kent, vorraum, siet, ferschbrochen, Harre, schlukt, Östereich, fliest, veraten, artzt Groß-, Kleinschreibung; v = f; ä =e; Vorsilbe; Konsonantenverdoppelungen; Dehnungen, ß Auditives Lesetraining ??SchreibbewegungstherapieSehr fleißig zu Hause geübt !!!! Wortschatz- und Wortfindungstest WWT 6-10 o.k. siehe Protokoll: Ausdruck CMM 1-4RW: 33 / PR: 77% !!!

15 ??Schreibewegungstraining Rechtschreibtraining: Groß- Kleinschreibung Teilleistungstraining am Computer: Serialität; visuelle Differenzierung 1x geübt! Probleme beim Erkennen von Nomen gegenüber anderen Wörtern! Visueller Speicher; Serialität; visuelle Differenzierung; Raum - Lage = Easy Training Program ??Easy Training Program Schreibbewegung Rechtschreibtraining: Verb Teilleistungstraining Überall verbessert: bis auf Simon (Serialität) Heute sehr unruhig (Regenwetter?): wetzt am Sessel, fällt einmal vom Sessel; Sehr polternd auch in der Sprache ??Easy Training Program (schw) Schreibbewegung Rechtschreibtraining: Verb (fertig machen) geübte Formen gehen gut Raumlage-Probleme: 90° Regeln gut verstanden – jedoch Probleme beim Lückentext: Groß/Kleinschreibung Durch seine Unruhe schleichen sich manchmal Flüchtigkeitsfehler ein! ??Easy Training Program (schw) Schreibbewegung Rechtschreibtraining: Adjektiv

16 Evaluations- und Fortschreibungsdiagnose nach einem hinreichendem Abstand zu der eingeleitenden Förderung: Evaluation des Fördererfolgs Ggf. Beendigung der Fördermaßnahmen Aktualisierung des Förderplans Neufestlegung der Verantwortlichkeiten eventuell: Neuformulierung des Förderkontrakts

17 Antrag auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs Ein Antrag auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs ist einzubringen, sobald abzusehen ist, dass das Kind auf Grund einer Beeinträchtigung dem Unterricht in der Volksschule/Hauptschule ohne besondere Förderung nicht folgen kann. Dies geschieht entweder bereits vor Schuleintritt oder erst später, wenn sich im Laufe der Schulzeit herausstellt, dass das Kind eine besondere Förderung benötigt.

18 Der Antrag kann sowohl von den Erziehungsbe- rechtigten als auch von der Direktorin/dem Direktor der Volksschule/Hauptschule eingebracht werden und ist an den Bezirksschulrat zu richten. Dieser hat in einem Verfahren festzustellen, ob das Kind tatsächlich sonderpädagogische Förderung benötigt und welche Schritte der Förderung notwendig sind. Bevor ein schriftlicher Bescheid an die Erziehungsberechtigten ergeht, holt der Bezirksschulrat die erforderlichen Gutachten ein und nimmt auch Gutachten, die Erziehungsbe- rechtigte vorlegen, entgegen.

19 Anlässlich der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs sowie beim Übertritt in eine Hauptschule bzw. Unterstufe einer allgemein bildenden höheren Schule berät der Bezirksschulrat die Erziehungsberechtigten über die bestehenden Fördermöglichkeiten, den jeweils zweckmäßigsten Schulbesuch und informiert diese, an welcher nächstgelegenen Schule dem sonderpädagogischen Förderbedarf entsprochen werden kann (Stützklasse – Integrationsklasse).

20 SPF Sonderpädagogischer Förderbedarf im schulrechtlichen Sinn gemäß § 8 Schulpflichtgesetz liegt vor, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler infolge physischer oder psychischer Behinderung dem Unterricht in der Volks- oder Hauptschule oder der Polytechnischen Schule ohne sonderpädagogische Förderung nicht zu folgen vermag bzw. nicht gemäß §15 Schulpflichtgesetz vom Schulbesuch befreit ist.

21 SPF Ungenügende Schulleistungen ohne das Bestimmungsmerkmal der Behinderung begründen daher keinen sonderpädagogischen Förderbedarf !

22 DIAGNOSE VON SPF MEINE GUTACHTERTÄTIGKEIT Vorinformationen über den Antrag/manchmal Vorgespräch mit der zuständigen Lehrerin Interview mit dem Schüler/Gespräch – Selbsteinschätzung Beispiel informelle Diagnose der Grundfunktionen: visuell, auditiv, Raumlage, Speichervermögen, Motorik, Serialität; Intermodalität Beispiel Schreibmotoriktest Beispiel Sprachfreier Intelligenztest CMM (allg. Leistungsvermögen) Beispiel CFT 20-R (Grundintelligenztest) mit WS/ZF-R Elfe Test – Leseverständnistest

23 * * * * * * * SLRT Salzburger Lese- und Rechtschreibtest Beispiel * Bildgeschichte: Überprüfung der Lese- und Erzählfertigkeit * RZD 2-6: Rechenfertigkeiten- und Zahlenverarbeits- Diagnostikum Beispiele * Eventuell: Wortschatz- und Wortfindungstest * Gespräch mit den zuständigen LehrerInnen * letzte Schulleistungen: z.B.: Diktat; Tests; Schularbeiten (v.a. die letzte Schularbeit) * eigene Beobachtungen

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33 Förderung benötigt jeder Mensch. Sie dient der Weiterentwicklung des Individuums ermöglicht – wenn nötig – einen Nachteilsausgleich

34 Förderung kann unterschiedlich angelegt sein: Gestaltung der Lernumgebung Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse (differenziertes Angebot für selbst reguliertes Lernen) Förderunterricht Individuelle Förderplanung

35 Was ist ein individueller Förderplan? ist die diagnosegeleitete, geplante Begleitung der Lern- prozesse eines Kindes folgt einem dynamischen Entwicklungskonzept, das von Beginn weg Planungs- und Rückkoppelungsschleifen vorsieht geht von den individuellen Stärken aus knüpft am aktuellen Niveau von Erkenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten des Kindes an setzt sich zum Ziel lebensrelevante Kompetenzen aufzubauen

36 KINDER mit sonderpädagogischem Förderbedarf Eine Statusdiagnose und ein sonderpädagogisches Gutachten gehen der individuellen Förder- planung voran. Erstellt wird der IFP durch eine Sonderpädagogin bzw. einen Sonderpädagogen in Koopera- tion mit allen Lehrer/innen, die mit dem Kind arbeiten. KINDER mit besonderem Förderbedarf Eine Statusdiagnose geht der individuellen Förderplanung voran. Erstellt wird der IFP von dem/der klassenführenden Lehrer/in bzw. Fachlehrer/in in Kooperation mit Expertinnen und Experten. Wer ist zuständig für die Führung des individuellen Förderplans?

37 Fördermaßnahmen werden unter Berücksichtigung folgender Frage- stellungen erarbeitet: Welche Fördermaßnahmen sind aufgrund der diagnostischen Informationen notwendig? Wie werden die Stärken des Kindes genützt? Wie muss die Lernumgebung gestaltet sein, um die Fördermaßnahmen verwirklichen zu können? Welche methodisch-didaktische Vorgangsweise empfiehlt sich? Welche Mittel (Materialien, PC, u. a.) werden benötigt?

38 Notwendige Haltungen Grundhaltungen dem Kind gegenüber – Orientierung an seinem Entwicklungsprofil – Respektvoller, wertschätzender Umgang – Einfühlsam und klar sein im Kontakt – Sicherheit bieten und Vertrauen schenken – Stärken stärken hilft Schwächen schwächen! – Fehler als beste Lernchance sehen – Respektieren von Lernumwegen – Würdigung statt Bestrafung – Individuelle Maßstäbe für die Beurteilung

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45 FÖRDERPLAN im Stützlehrersystem Förderprotokoll Förderplankonzept

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50 FÖRDERPLAN Name: NN geb.: Wohnhaft: SPF in: allen Gegenständen Diagnose DEUTSCH: Rechtschreibung: NN schreibt lautgetreu und macht nicht übertrieben viele Recht- schreibfehler. Seine Hauptfehlerquellen sind Groß-/Kleinschreibung: vorraum; Dop- pelungen: Bal; Dehnungen: Hare; v/f: vlist = fließt; ä/e – äu/eu: schleft, Heuser; harte und weiche Laute: Brod, Plat = Blatt. NN schreibt Wörter, wie Österreich, spitzt, schluckt, verraten, Bären, ihm, Wasser, Sack, See... fehlerfrei! Lesen: NN liest mechanisch recht gut; beim Satz- und Textverständnis ist er deutlich verlangsamt, kann aber die Aufgaben meist positiv lösen: von 28 Aufgaben (Satzver- ständnis) hat NN 7 Aufgaben bearbeitet – diese waren alle richtig. Beim Textverständnis hat NN von 20 Aufgaben 8 Texte bearbeitet, davon 6 richtig (75%). NN Klassenlehrerin gab bei seinen Leseleistungen an, dass NN kein Interesse am Leseunterricht hatte, dass er teilweise noch stockend liest und er teilweise den Sinn des Erlesenen nicht erfasse. Diagnose ENGLISCH: Aus einem Katalog von Wörtern aus dem Grundwortschatz kann NN folgende Wörter richtig auf Englisch benennen: fish, flower, pencil, apple, dog, house, bed, car, banana; folgende Begriffe konnte er nicht benennen: Baum, Ball, Kasten, Sessel – auch keine Farben, außer: pink.

51 Diagnose der Rechenfertigkeiten und der Zahlenverarbeitung: NN kann vierstellige Zahlen fehlerlos lesen, ab fünfstelligen Zahlen steigt er jedoch aus. Beim Zahlenschreiben kommt es schon bei dreistelligen Zahlen zu Unsicherheiten, zum Beispiel zu Vertauschungen: 393 = 339; 2121 = Auch bei grundlegenden Fertigkeiten, wie dem Abzählen vorwärts, aber speziell beim rückwärts Abzählen kommt es noch zu deutlichen Fehlleistungen. Am Zahlenstrahl kann er von 12 Aufgaben 5 Positionen richtig benennen. Bei der kontextbezogenen Mengen- bewertung fehlen NN der Sinn von Relationen: so kann er hier von zehn Aufgaben nur zwei richtig benennen: Wenn du 15 Nudeln auf deinem Teller hast, sind dies für NN viel – oder: Wenn du 12 Schlüssel auf einem Schlüsselbund hast, sind das für NN wenig. Auch bei der verbalen Darbietung von Größenvergleichen von Zahlen, wie: Welche Zahl ist größer: 72 oder 37 ist NN noch unsicher. Die größten Probleme hat NN jedoch noch mit den Grundrechnungsarten – so bereiten ihm Kopfrechnungen, wie = 13, 9 – 7 = 6, 4. 2 = 6 schon Probleme; bei Aufgaben, wie =, 14 – 5 =, 4. 6 = und sämtlichen Divisionen steigt er ganz aus. Auch das flexible Anwenden von Rechen- zeichen, die Orientierung am Zählrahmen (Einer, Zehner) und einfache Textaufgaben gelingen nicht. Ressourcen sind im mathematischen Bereich noch am ehesten im Mengenschätzen (auf einem Bild sind viele Dinge angeboten – NN sollte schätzen, wie viele Dinge dies sein könnten) und in der visuellen Darbietung von Größenvergleichen von Zahlen (15 9) zu erkennen. Ich meine, dass in diesem Bereich die Hauptförderung in der Polytechnischen Schule sein wird müssen.

52 Förderziele : Zielprioritäten in MATHEMATIK: Addieren Subtrahieren Multiplizieren Dividieren Lösen von Textaufgaben Umfang von Flächen berechnen Prozentrechnen Umwandeln von Maßeinheiten Zielprioritäten in DEUTSCH: Grammatikalisch richtiger Satzbau Nimmt zu Problemen mündlich Stellung Beherrscht altersgemäßen Grundwortschatz Kann Rechtschreibregeln anwenden Lesen: erfasst Sinn und Zusammenhang von Texten Liest Texte sinnvermittelnd Zielprioritäten in ENGISCH: Schulstufe entsprechende Vokabelkenntnisse Kann Schulstufe entsprechende Texte verstehen Kann sich Schulstufe entsprechend verständigen Aussprache ist verständlich (Zielvorgaben Clearingstelle)

53 DatumFördermaßnahmenAnmerkungen 9.9. D Kennenlernen; Selbsteinschätzung + Gespräch über Schulzeit + Berufswunsch; Arbeitshaltung; Interessen; Beruf Schüler Ich frage den Lehrer, wenn ich etwas nicht verstehe. Nie Ich lasse mich bei der Arbeit leicht ablenken. Oft Ich könnte mehr leisten, wenn ich wollt. Meistens Bei Schularbeiten und Tests vergesse ich Dinge, die ich kurz zuvor noch konnte. Immer Welche Gegenstände sind dir am liebsten? Am liebsten habe ich Turnen und Mathematik. Da bin ich spitze. Welche Gegenstände mag ich nicht? Mathematik mag ich nicht. Telefonisches Gespräch mit Nachhilfelehrerin+ Absprache..... NN bekommt seit den Sommerferien regelmäßig Nachhilfe in D, E, M von einer PÄDAK-Studentin – momentan 2x die Woche für 1,5, Std D, M Vorstellen des Lesestoffes – Ravensburger Sachbücher: NN hat sich für WIND UND WETTER entschieden; Beantworten im Vorfeld des Buches über dieses Thema; Lesen einer Seite und nacherzählen! HÜ: lesen einer (bis beliebig vieler Seiten) M: schätzen und zählen; ordnen nach der Größe der Zahlen; Nachbarzahlen (+/- 1) Beim Vorstellen der Bücher hat NN schon Bei- träge zum Thema des jeweiligen Buches ge- bracht; beim Schreiben der Fragen wenig Prob- leme (Rechtschreibung!) – Beantwortung nicht immer möglich; M: empfindet Beispiele tw. schon als schwer

54 Elternabend (Salzhof) – im Anschluss Gespräche mit Frau und Herrn NN (Großeltern): NN genieße die neue Schule und erkennt (gr.) Unterschiede zu Wal- dorfschule: Schulglocke, Lehrer kommen tatsächlich und pünktlich zum Unterricht... es gibt aber auch erste Probleme mit Mitschüler – so soll NN von einzelnen Mitschülern Behindi genannt werden! Wir empfahlen, dass NN sich jederzeit vertrauensvoll an uns (Lehrer) wen- den kann und wir persönlich mit einzelnen Schülern dieses Problem lösen werden. Ich informierte die Großeltern auch, dass ich mit Herrn NN (Clearing- stelle) Kontakt aufnehmen werde

55 Gespräch bei NN Clearingstelle: Großeltern waren schon vorstellig – zwei Möglichkeiten tun sich momentan auf: 1.integrative Lehre: Teilqualifizierungslehre 2.verlängerte Lehre: von 3 auf 4 Jahre Bei Teilqualifizierungslehre hat NN individuelle Einschränkungen im Berufschulbereich und ist dann (ohne wirklichen Abschluss) eine bessere Hilfskraft Bei der Lehrverlängerung, die allg. angestrebt wird, hat NN die Möglich- keit eines Lehrabschlusses Frage: Wie kann NN das Niveau der Berufschule erreichen – entweder mit Verlängerung der PTS oder wirklich nur mit Teilqualifikation! NN wird auch im Hinblick auf Lebensplanung und speziell auf Berufs- planung und –vorbereitung auch weiterhin betreut werden – eine Zusammenarbeit mit der Schule wird forciert werden!

56 Zweites Semester: Zielsetzungen: Deutsch: eigenständige Gedanken formulieren und niederschreiben; Lesekompetenz erhöhen und Sicherheit in der Rechtschreibung gewinnen Mathematik: alle vier Grundrechnungs-arten fixieren und wenn möglich automatisieren; Maßeinheiten fixieren; messen: mm, cm, dm, m - auch mit Schublehre; Rechnen mit Geld – Uhrzeiten fixieren; einfache Textaufgaben; eventuell: Umfang und Flächen- berechnungen Englisch: Gefühl und Freude an der Fremdsprache Was sollte erreicht werden? Wie sollte es erreicht werden? Woran erkenne ich, dass meine Zielsetzungen erreicht werden? Maßnahmen: Schaffen von möglichst lebensnahen Situationen + lebenspraktisches Lernen + Berufsbezug Alle Kulturtechniken (auch Informatik) stets einbeziehen Kommunikationstraining: wie formuliere ich Bedürfnisse, Wünsche, Bitten, positive und negative Kritik – wie gehe ich mit Freude, Wut, Hilflosigkeit, Traurigkeit …. um? Soziale und emotionale Kompetenzen: wie gliedere ich mich in eine Gruppe ein – was muss ich einbringen /beitragen – wie kann ich mich vor Übergriffen schützen/wehren? Wo habe ich meine Stärken – was sind meine Schwächen? Was kann ich tun um Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen – was sind meine Ressourcen…? Vorbereitung auf den Arbeitsplatz – was könnte ich in welchen Beruf erbringen – was muss ich noch lernen, wissen, mir erarbeiten… ? Welche Hilfen kann ich jetzt und welche Hilfen kann ich zukünftig, wo finden? Woran erkenne ich, dass meine Zielsetzungen erreicht werden? Individuelle Leistungssteigerung Freude an der eigenen Leistung und Arbeit Selbstbewusstsein Selbstsicherheit Akzeptanz der Gruppe Strategien bei Misserfolgen und Enttäuschungen Strategien gegen Überforderung (Stress) Sinnvolle Freizeitbeschäftigung Entspannungsstrategien … Zielsetzungen von NN für das 2. Semester: Mehr lernen: M/D Mathe: messen, Schublehre; Kopfrechnen: nicht mit Fingern; schneller rechnen Deutsch: keine Rechtschreibfehler; schreiben (ohne Hilfe) Andere Gegenstände: alles mitmachen können; keine Schwierigkeiten haben In den Semesterferien gab es einen (dramatischen) Zwi- schenfall mit seiner Mutter – sie wurde von einer (schein- baren) Verrückten tätlich angegriffen und mit Pfefferspray besprüht – Mutter musste ärztlich behandelt werden und es läuft eine Anzeige! NN hat detailgenau diesen Zwischenfall beschreiben können – war dabei eher gefasst und nicht übert- rieben emotionell beim Erzählen – eher schildernd (erzäh- lend). Großmutter und NN haben die Mutter besuchen wol- len, sie war jedoch in der Wohnung nicht anzutreffen – es kam zu einer kurzen Begegnung im Lift des Wohnhauses! Grundrechnungsarten: Additionen (alle richtig); Subtraktionen (sehr viele falsch) Schriftliche Additionen und Subtraktionen (gut!) Multiplikationen (gut – wenig Fehler) Rechnen mit Geld (Probleme: und c) Hausübung brav gemacht; arbeitet sehr konzentriert und bemüht sich - gut motiviert -> freut sich heute schon auf die Nachhilfestunde mit NN Wortarten: Nomen, Verb, Adjektiv Arbeit mit dem Verb: aus einem Text die Verben unterstreichen und die Nennform (Grundform) bilden – im Wörterbuch nachschauen Im Gegensatz zu NN genau – weniger Abschreibfehler; gut motivierbar und konzentriert!

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