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© Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn W2334-01Methoden der Planung und Organisation Prof. Dr.-Ing.

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1 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn W Methoden der Planung und Organisation Prof. Dr.-Ing. habil. W. Dangelmaier Modul Produktionssysteme (W2334)

2 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Inhalt 1.Einführung/Anwendungsszenarien 2.Planung des Produktionsprogramms 3.Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte 4.Planung überbetrieblicher Strukturen – betriebliche Standorte 5.Planung betrieblicher Strukturen 6.Planung von Fertigungssystemen – Abläufe und Dimensionen 7.Fallstudie 8.Arbeitssysteme 9.Planung von Produktionssystemen W : Methoden der Planung und Organisation 2

3 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn 3. Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte W : Methoden der Planung und Organisation 3

4 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Definition Aufgabenanalyse Bei der Aufgabenanalyse werden vorhandene oder vorzusehende Teilaufgaben festgestellt. Es handelt sich um „ein empirisches Verfahren der Bestandaufnahme, das in der Sammlung und Ordnung der mit der Gesamtaufgabe zusammenhängenden analytischen Teilaufgaben besteht“. Arbeitskraft, Betriebsmittel und Produktionsaufgaben sind einander so zuzuordnen und zu Arbeitssystemen zu gruppieren, dass die erstrebten Leistungen, die sich aus der Gesamtaufgabe des Unternehmens ergeben, effizient entstehen. Zerlegung der Gesamtaufgabe W : Methoden der Planung und Organisation 4

5 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Die global formulierte Produktionsaufgabe wird in einer mehrstufigen Analyse in Teilaufgaben gegliedert, die sich auf nicht mehr als ein Arbeitssystem zuordnen lassen (Elementaraufgaben). Aufgliederung der Produktionsaufgabe nach unterschiedlichen Merkmalen:  Verrichtung (Fertigungsvorgänge wie Drehen, Montieren, Prüfen usw.)  Objekte (Erzeugnis, Material, Betriebsmittel)  Rang (Entscheidungs- oder Ausführungsaufgaben) Jedes Gliederungsmerkmal liefert eine Breitengliederung der Gesamtaufgabe. Eine mehrmalige Verwendung der Merkmale führt zur Tiefengliederung. Auf verschiedenen Gliederungsstufen kann nach jeweils verschiedenen Unterverrichtungen und Unterobjekten immer feiner gegliedert werden. Die Gliederungsmerkmale können sich in den verschiedenen Stufen der Analyse abwechseln. W : Methoden der Planung und Organisation 5

6 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Beispiel: Ein Produktionssystem wird zunächst nach dem Merkmal Objekt in die Sparten „Fahrzeugbau“, „Werkzeugmaschinen“ und „Grundstoffe“ gegliedert. Die Gliederung auf der nächsten Stufe bei gleichem Merkmal ergibt die Bereiche „Pkw“ und „Nutzfahrzeuge“ usw. Beispiel für die Gliederung einer Produktion Grenze für weitere Untergliederung der Aufgaben: Wo von vornherein feststeht, dass bei der anschließenden Aufgabensynthese die aufgespalteten Aufgabenteile wieder zusammengefasst werden müssen. W : Methoden der Planung und Organisation 6

7 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Definition Aufgabensynthese „Die Aufgabensynthese umfasst das Problem der Zusammenfassung analytischer Teilaufgaben zu aufgaben- und arbeitsteiligen Einheiten, die in ihren Verknüpfungen die organisatorische Aufbaustruktur des Unternehmens entstehen lassen“. Ziel der Aufgabensynthese ist, die im Rahmen der Aufgabenanalyse gewonnenen Elementaraufgaben zu Aufgabengruppen zusammenzufassen, die dann in Abhängigkeit von ihrem Umfang einem oder mehreren Arbeitssystemen bzw. deren Aggregation zugeordnet werden. Diese Strukturierung enthält einen Zentralisations- bzw. Dezentralisationsvorgang:  Zentralisation fasst gleichartige Teilaufgaben zusammen und ordnet sie nur einer organisatorischen Einheit (wie Arbeitssystem, Maschinengruppe, Abteilung usw.) zu,  Dezentralisation verteilt gleichartige Teilaufgaben auf mehrere organisatorische Einheiten W : Methoden der Planung und Organisation 7

8 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Gliederung nach Funktionsbereichen Mischgliederung; Sparten und Funktionsbereiche teilweise Divisionalisierung zentralisierte Dienstleistungsbereiche volle Divisionalisierung oder Regionalisierung Zentralisierung von Produktionsaufgaben Dezentralisierung von Produktionsaufgaben Zentralisierung und Dezentralisierung eines Produktionsunternehmens W : Methoden der Planung und Organisation 8

9 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Die resultierende Struktur kann aus unterschiedlichen Aspekten beleuchtet werden:  Der Verteilungszusammenhang gibt die Zuordnung der Produktionsaufgaben auf die einzelnen Arbeitssysteme wieder. Die Synthese kann nach Arbeitskraft, Betriebsmittel, Raum und Zeit oder nach Verrichtung, Objekt und Rang vorgenommen werden („Aufbauorganisation“). Bei der Werkstattfertigung liegt eine Zentralisation nach dem Merkmal Verrichtung vor; hier werden z. B. die Drehmaschinen in der Dreherei, die Fräsmaschinen in der Fräserei usw. zentralisiert.  Die Fließfertigung ist nach dem Merkmal Objekt zentralisiert. Die Arbeitsplätze werden so angeordnet, wie es vom Objekt (den zu fertigenden Erzeugnissen) verlangt wird. W : Methoden der Planung und Organisation 9

10 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese  Der Arbeitszusammenhang legt Informationsbeziehungen und Arbeitsbeziehungen fest. Es wird geregelt, welche Stellen welche anderen Stellen mit welchen Informationen zu versorgen haben (Informationsfluss) u. welche Arbeitsobjekte an welche anderen Stellen weiterzugeben sind (Materialfluss); („Ablauforganisation“). W : Methoden der Planung und Organisation 10

11 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese  Der Leitungszusammenhang drückt die Weisungsbeziehungen aus. Diese Struktur wird vor allem durch den Grad der Funktionalisierung, das Ausmaß der Delegation und den Grad der Partizipation beschrieben. Strategie anhand von Ersatzzielen, z. B. vor dem Hintergrund eines gegebenen oder angestrebten Mindestgewinns, Scharfenkamp definiert z. B. „Spezialisierung“ und „Anpassungsfähigkeit“, um damit relative Gewinnaussichten abzuschätzen. Zu den Unterzielen „Spezialisierung“ und „Anpassungsfähigkeit“ werden zwei Entscheidungssituationen definiert:  Typ A: Entscheidungssituation durch Stabilität, Überschaubarkeit und Beeinflussbarkeit gekennzeichnet.  Typ B: Entscheidungssituation durch Veränderungen, Unübersichtlichkeit und Unbeeinflussbarkeit gekennzeichnet. liefert zum Plantermin holt zum Plantermin zu früh geliefert W : Methoden der Planung und Organisation 11

12 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese Zusätzlich werden u. a. die folgenden Axiome abgeleitet:  Je höher die angestrebte Anpassungsfähigkeit, desto höher der erforderliche Dezentralisierungsgrad.  Je höher die angestrebte Spezialisierung (Unterteilung nach Produkten), desto niedriger der erforderliche Funktionalisierungsgrad.  Je höher die angestrebte Anpassungsfähigkeit, desto höher der erforderliche Delegationsgrad.  Je höher die angestrebte Spezialisierung, desto niedriger der erforderliche Partizipationsgrad.  Je niedriger die angestrebte Spezialisierung, desto niedriger der erforderliche Standardisierungsgrad in der Produktion.  Je höher die angestrebte Anpassungsfähigkeit, desto niedriger der erforderliche Grad der Arbeitszerlegung. W : Methoden der Planung und Organisation 12

13 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Produktionsstrategien Strategiegesichtspunkt für die innerbetriebliche Ordnung ErzeugnisspektrumStandarderzeugnisKundenspezifikation ArbeitsteilungSoweit wie möglichSoweit wie nötig QualifikationEinfache ArbeitQualifizierte Arbeit ArbeitsinhaltGeringer InhaltUmfassender Inhalt SchnittstellenReduzieren der Komplexität Komplettbearbeitung Auftragauslösungn Lose auf LagerKundenaufträge AblaufzieleKapazitätsnutzungKurze Durchlaufzeit QualitätszieleKontrolle nachherKontrolle im Prozess ZeitzieleMinimierung TaktzeitMax. Nutzungszeit SelbstverständnisKunde & LieferantGemeins. Produkt W : Methoden der Planung und Organisation 13

14 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen Fertigungssysteme kann man nach 8 Merkmalen charakterisieren:  Erzeugnisspektrum  Erzeugnisstruktur  Auftragsauslösungsart  Dispositionsart  Beschaffungsart  Fertigungsart  Fertigungsablaufart  Fertigungsstruktur W : Methoden der Planung und Organisation 14

15 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 1. Erzeugnisspektrum …drückt den Standardisierungsgrad der Erzeugniskonstruktion aus. Man unterscheidet 4 Ausprägungen:  Erzeugnisse nach Kundenspezifikation  Typisierte Erzeugnisse mit kundenspezifischen Varianten  Standarderzeugnisse mit Varianten  Standarderzeugnisse ohne Varianten W : Methoden der Planung und Organisation 15

16 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 2. Erzeugnisstruktur … beschreibt den Konstruktionsbedingten Aufbau der Erzeugnisse. Eine Differenzierung erfolgt hinsichtlich der Strukturbreite und Strukturtiefe.  Einstufige Erzeugnisse  Mehrstufige Erzeugnisse mit einfacher Struktur  Mehrstufige Erzeugnisse mit komplexer Struktur W : Methoden der Planung und Organisation 16

17 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 3. Auftragsauslösungsart … beschreibt die Bindung der Fertigung an den Absatzmarkt. Zur Differenzierung wird die Art des Auslösens des Primärbedarfes herangezogen.  Produktion auf Bestellung - Einzelauftrag  Produktion auf Bestellung mit Rahmenverträgen  Produktion auf Lager W : Methoden der Planung und Organisation 17

18 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn DLZ TFMONTVersand Lieferzeit Zeit Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 4. Dispositionsart … definiert den Umfang des Kundenauftragsorientierten Sekundärbedarfs, der aus Kundenaufträgen resultiert.  Disposition kundenauftragsorientiert  Disposition überwiegend kundenauftragsorientiert  Disposition überwiegend programmorientiert  Disposition programmorientiert W : Methoden der Planung und Organisation 18

19 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 5. Beschaffungsart … beschreibt den Umfang des Einsatzes von fremdbezogenen Materialien und Halbfabrikaten im Rahmen der Fertigung.  Fremdbezug unbedeutend  Fremdbezug in größerem Umfang  Weitestgehender Fremdbezug W : Methoden der Planung und Organisation 19

20 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 6. Fertigungsart … charakterisiert die Häufigkeit der Leistungswiederholung im Fertigungsprozess. Eine Differenzierung erfolgt anhand der Auflagenhöhe der Aufträge und Wiederholhäufigkeit gleicher Fertigungselemente.  Einmalfertigung  Einzel- oder Kleinserienfertigung  Serienfertigung  Massenfertigung W : Methoden der Planung und Organisation 20

21 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 7. Fertigungsablaufart … kennzeichnet die räumliche Anordnung, sowie kapazitätsmäßige Abstimmung der Betriebsmittel und deren Transportbeziehungen.  Baustellenfertigung  Werkstattfertigung  Gruppen / Linienfertigung  Fließfertigung W : Methoden der Planung und Organisation 21

22 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen 8. Fertigungsstruktur … wird durch die Anzahl der Fertigungsstufen im Fertigungsprozess sowie die Anzahl aufeinander folgender Arbeitsvorgänge bestimmt.  Fertigung mit geringer Tiefe  Fertigung mittlerer Tiefe  Fertigung mit großer Tiefe W : Methoden der Planung und Organisation 22

23 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen Beispiel Maschinenbauunternehmen MerkmalAusprägung ErzeugnisspektrumTypisierte Erzeugnisse mit Varianten ErzeugnisstrukturMehrstufige Erzeug. mit komplexer Struktur AuftragauslösungsartProduktion auf Bestellung – Einzelauftrag DispositionsartÜberwiegend Kundenauftragsorientiert BeschaffungsartFremdbezug in größerem Umfang FertigungsartEinzel- und Kleinserienfertigung Fertigungsablaufart Werkstattfertigung Gruppen/Linienfertigung FertigungsstrukturFertigung mit großer Tiefe W : Methoden der Planung und Organisation 23

24 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Serielle Fertigung Beispiel Serielle Fertigung Betriebe, die Produkte in Serie fertigen, und ausschließlich ab Lager verkaufen. Kundenspezifische Anpassungen werden nur bei neuen Serien durchgeführt. Charakteristika:  Entwicklung unabhängig vom Vertrieb  Erzeugnisse kundenunabhängig auf Lager produziert  Aufträge in kurzer Frist erledigt  Hohe Kapitalbindung  Hohe Bedeutung der Absatzprognose W : Methoden der Planung und Organisation 24

25 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Serielle Fertigung Beispiel Serielle Fertigung MerkmalAusprägung ErzeugnisspektrumStandarderzeugnisse ohne Varianten ErzeugnisstrukturAlle Varianten möglich AuftragauslösungsartProduktion auf Lager DispositionsartProgrammorientiert BeschaffungsartAlle Varianten möglich Fertigungsart Serienfertigung Massenfertigung Fertigungsablaufart Gruppen/Linienfertigung Fließfertigung FertigungsstrukturAlle Varianten möglich W : Methoden der Planung und Organisation 25

26 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Serielle Fertigung mit Anpassungen Beispiel Serielle Fertigung mit Anpassungen Im Unterschied zur rein seriellen Fertigung sind hier geringfügige Anpassungen je Kundenwunsch auch beim Einzelerzeugnis zugelassen Charakteristika:  Entwicklung erfolgt wie bei serieller Fertigung; es ist möglich, bei einem Auftrag spezifische Unterlagen nach einer Angebotsskizze zu erstellen  Einsteuerung angepasster Komponenten in die Montage  Verkauf erfolgt nach Listen und angepassten Komponenten  Lieferung ab Montagebeginn/Teilefertigung W : Methoden der Planung und Organisation 26

27 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Serielle Fertigung mit Anpassungen Beispiel Serielle Fertigung mit Anpassungen MerkmalAusprägung ErzeugnisspektrumTypisierte Erzeugnisse mit Varianten Erzeugnisstruktur Mehrstufige Erzeug. mit einfacher Struktur Mehrstufige Erzeug. mit komplexer Struktur AuftragauslösungsartProduktion auf Bestellung DispositionsartÜberwiegend Programmorientiert Beschaffungsart Fremdbezug in größerem Umfang Weitestgehender Fremdbezug FertigungsartSerienfertigung Fertigungsablaufart Gruppen/Linienfertigung Fließfertigung FertigungsstrukturFertigung mind. Mittlerer Tiefe W : Methoden der Planung und Organisation 27

28 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Serielle Baukastenfertigung Beispiel Serielle Baukastenfertigung Bei diesem Betriebstyp werden die Erzeugnisse entsprechend den Kundenwünschen aus lagermäßigen Baugruppen und Teilen montiert. Große Variantenvielfalt ist zugelassen. Charakteristika:  Entwickelt wird nach Baukastenprinzip  Endmontage nach Aufträgen geplant, die Baugruppen und Einzelteile unabhängig gefertigt  Kein Fertigwarenlager  Große Variantenvielfalt am Markt W : Methoden der Planung und Organisation 28

29 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Serielle Baukastenfertigung Beispiel Serielle Baukastenfertigung MerkmalAusprägung ErzeugnisspektrumStandarderzeugnisse mit Varianten ErzeugnisstrukturMehrstufige Erzeug. mit einfacher Struktur AuftragauslösungsartProduktion auf Bestellung (beide Varianten) Dispositionsart(überwiegend) Programmorientiert Beschaffungsart Fremdbezug in mittlerem Umfang Fremdbezug in großem Umfang Fertigungsart Einzel und Kleinserienfertigung Serienfertigung FertigungsablaufartGruppen/Linienfertigung FertigungsstrukturAlle Varianten möglich W : Methoden der Planung und Organisation 29

30 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Einzelfertigung Beispiel Einzelfertigung Hier wird erst auf Kundenauftrag eine dem Kundenwunsch angepasste Ausführung definiert und hergestellt. Stückzahl kann „1“ sein. Charakteristika:  Entwicklung und Konstruktion nach Pflichtenheft des Kunden  Außer Normteilen nur wenige Teile auf Lager  Durch Kundenberatung und Angebote werden mit dem Kunden die technischen Merkmale gemeinsam erarbeitet.  Lange Durchlaufzeit W : Methoden der Planung und Organisation 30

31 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Einzelfertigung Beispiel Einzelfertigung MerkmalAusprägung ErzeugnisspektrumErzeugnisse nach Kundenspezifikation ErzeugnisstrukturAlle Varianten möglich AuftragauslösungsartProduktion auf Bestellung (Einzelauftrag) Dispositionsart(überwiegend) Kundenauftragsorientiert Beschaffungsart Fremdbezug unbedeutend Fremdbezug in mittlerem Umfang FertigungsartEinmalfertigung Fertigungsablaufart Baustellenfertigung Werkstattfertigung FertigungsstrukturFertigung mittlerer Tiefe W : Methoden der Planung und Organisation 31

32 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept „Focused Factory“ Die „Focused Factory“ hat fünf Hauptmerkmale: 1.Die Anzahl der Erzeugnistechnologien wird auf eine leicht zu beherrschende Anzahl begrenzt, üblicherweise zwei bis drei. Pro Fabrik sollte nicht mehr als eine unerprobte Technologie eingesetzt werden. 2.Konzentration auf höchstens ein oder zwei unterschiedliche Marktanforderungen, wie zum Beispiel Qualität, Preis, Zulieferzeit oder Verlässlichkeit. 3.Vermeidung oder Trennung von unterschiedlichen Fertigungsmengen (Einzel-, Serien- und Massenfertigung). 4.Eindeutige und durchgehende Qualitätsansprüche für sämtliche Unternehmensbereiche. 5.Definition eines Zieles, welches konsistent, machbar und ohne Kompromisse durchzusetzen ist, als Kernaufgabe der Unternehmung („Kernkompetenz“). Die Kenntnis eines gemeinsamen Zieles und das Streben, es zu erfüllen, erzeugt Synergieeffekte und wirkt gegenläufigen Tendenzen unterschiedlicher Abteilungen entgegen. W : Methoden der Planung und Organisation 32

33 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept „Focused Factory“ Dem Gedanken der „Focused Factory“ liegen folgende Überlegungen zugrunde: 1.Wettbewerb entscheidet sich nicht ausschließlich an geringen Kosten. 2.Eine Fabrik kann nicht auf jedem Gebiet gut sein. 3.Einfachheit und Wiederholung erzeugen Fachwissen und Kompetenz. W : Methoden der Planung und Organisation 33

34 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept „Focused Factory“ 1. Kosten: Wettbewerb wird bei ausgreiften Erzeugnissen durch die Kosten entschieden. Dies gilt nicht für innovative Produkte. Würde ein Unternehmen hier versuchen, die Lieferzeiten eines Produktes zu verlängern, um dadurch die Kosten zu senken, würden innovativere Produkte das „alte“ schnell vom Markt drängen. Es wird keine Kostenführerschaft angestrebt. 2. Konsistente Unternehmenspolitik: Eine Fabrik ist nicht in der Lage, mehrere unterschiedliche Anforderungen zugleich bestmöglich zu erfüllen. Vielfach treten aufgrund der limitierten Möglichkeiten von Ausrüstung und verwandter Technologie Zielkonflikte auf und machen Kompromisse nötig. 3. Einfachheit und Wiederholung der Aufgaben: Im Zusammenhang mit homogenen Aufgaben entsteht ein höherer Erfahrungsanstieg, als es bei ständig wechselnden Aufgaben von unterschiedlichem Typus wäre. W : Methoden der Planung und Organisation 34

35 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Die konventionelle Fabrik ist komplexer Mischmasch  verschiedenster Produktionstechnologien und  unterschiedlichster Produkte, der versucht, mit z. T. widersprüchlichen Zielsetzungen einem heterogenen Kundenspektrum mit unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden. Resultat:  Orientierungslosigkeit bei Management und Arbeiterschaft,  Kompromisse in allen Bereichen,  hohe Kosten durch entsprechende Overheads,  Wettbewerbsprobleme in allen Marktsegmenten, Konventionelle Unternehmen versuchen, zu viele Dinge mit einer Fabrik und einer Organisation zu erledigen. Um möglichst niedere Investitionen in Einrichtungen zu erreichen, werden zusätzliche Erzeugnisse, neue Märkte, neue Prozesstechnologien, neue Qualitätsansprüche und Unterstützungstätigkeiten aufgepfropft und die Overheads ausgedehnt. Anschließend wird zusätzliches Personal eingestellt, um die unkontrollierbare Mixtur von Problemen und Zielkonflikten in den Griff zu bekommen. Das verursacht exzessive Kosten und führt zu Wettbewerbs- und Existenzproblemen. Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept „Focused Factory“ W : Methoden der Planung und Organisation 35

36 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fabrik in der Fabrik“  „Focused Factory“ für den Fall, dass eine einzelne Fabrik mehrere Märkte bedienen muss und in mehrere kleine separate, räumlich getrennte Fabriken („Plant-within-a- plant“ (PWP)) aufgeteilt wird.  Jede PWP ist eine eigene „Focused Factory“ und dabei in ihrem Aufbau und Ablauf eigenständig; sie hat ihre eigene Ausrüstung, mit der sie sich auf ihre spezielle Fertigungsaufgabe konzentrieren kann. Dabei kann sie ihre Produktionsfaktoren sowie die Organisationsstruktur nach eigenen Anforderungen wählen.  Einerseits muss versucht werden, eine höchstmögliche Übereinstimmung der Anforderungen innerhalb der einzelnen PWPs zu erzielen, um von der Gleichartigkeit zu profitieren (Objektgliederung).  andererseits muss eine Erhöhung des Kapazitätsbedarfs vermieden werden. Diese Erhöhung könnte bei einer Zuordnung von Erzeugnissen mit identischen Anforderungen auf verschiedene PWPs auftreten (Funktionsgliederung). W : Methoden der Planung und Organisation 36

37 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fabrik in der Fabrik“ Ähnlichkeit zweier Erzeugnisse i, j : Will man bewerten, in welchem Ausmaß eine PWP ähnliche Erzeugnisse zusammenfasst, so kann dieses Ausmaß zu berechnet werden. Dabei gilt. Strebt man fokussierte PWP an, muss maximiert werden. Gewichtung der speziellen Marktanforderung b für Erzeugnis i, so dass sich ergibt. durchschnittliche (wöchentliche) Stundenzahl, die Erzeugnis i einen Potentialfaktor p in Anspruch nimmt W : Methoden der Planung und Organisation 37

38 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fabrik in der Fabrik“ Eine Betrachtung der Investitions- und Transaktionskosten zeigt die andere extreme Position auf. Hier stellt sich das Problem in einer Minimierung der Investitions- und Transaktionskosten, mit der Absicht, PWPs zu schaffen, bei denen die Erzeugnisse im starken Umfang dieselben Betriebsmittel teilen. In der Modelldefinition aus dieser Perspektive gilt es, zu maximieren. Jährliche Kosten eines Betriebsmittels m, verteilt auf seine festgelegte Lebensdauer, bzw. die jährlichen Kosten für Arbeitskräfte mit einer Fachkenntnis m; Kosten, die bei der Bewegung eines Kilogramms von Erzeugnis i zwischen zwei PWPs entstehen; W : Methoden der Planung und Organisation 38

39 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fabrik in der Fabrik“ Die beiden Terme Q 1, Q 2 stellen zwei Extrema einer Bandbreite von Bildungsmöglichkeiten dar.  Werden bei der PWP-Gestaltung die Erzeugnisanforderungen in den Vordergrund gestellt, entstehen PWPs, in denen die zugewiesenen Erzeugnisse jeweils sehr ähnliche Anforderungen bezüglich der Erzeugnisse zu erfüllen haben.  Der zweite Term führt zu PWPs, in denen die Erzeugnisse nach gemeinsam benötigten Betriebsmitteln gruppiert werden. Beide Terme werden durch die folgende Maximierungsaufgabe verbunden: ist unter Beachtung der definierten Bedingungen zu maximieren. Die Parameter a 1 und a 2 haben eine normierende Funktion, in der Weise dass gilt: Durch s kann eine Gewichtung erfolgen, die eine Einstufung der Wichtigkeit von Erzeugnis- oder Investitions- und Effizienzüberlegungen darstellt. W : Methoden der Planung und Organisation 39

40 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fabrik in der Fabrik“ Gewichtung der Terme Lösungsraum für die Gestaltung von Plants-within-a-plant S 0 ss2s2s ….. 1-  s 1 Anzahl PWP N ul Ideale Lösung für Investitions-/ Effizienzüberlegung N ul +1 N ul N ol -1 N ol Ideale Lösung für Erzeugnis- überlegungen W : Methoden der Planung und Organisation 40

41 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn „Ein Fraktal ist eine selbständig agierende Unternehmenseinheit, deren Ziele und Leistungen eindeutig beschreibbar sind“. Drei wesentliche Merkmale dieser fraktalen Objekte sind dabei für den Gedanken der „Fraktalen Fabrik“ von besonderer Bedeutung: 1.Selbstorganisation 2.Selbstähnlichkeit 3.Dynamik Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fraktalen Fabrik“ W : Methoden der Planung und Organisation 41

42 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Selbstorganisation  operative Komponente Jedes Fraktal erfüllt die ihm aufgetragenen Aufgaben weitestgehend autonom: Der Arbeitnehmer verlangt nach mehr Selbstbestimmung, Partizipation und Kommunikation. Gebraucht wird aber ein Arbeitnehmer, der sich in das Unternehmen einbringt, sich mit ihm identifiziert und als Unternehmer im Unternehmen agiert. Durch das Prinzip der Selbstorganisation werden diese Mitarbeiterpotentiale geweckt und ermöglicht.  taktische und strategische Komponente Nicht nur die Abläufe, sondern die gesamte Struktur unterliegt sich ständig wandelnden Anforderungen. So ist die Einstellung, dass mit dem Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die Organisation einer Fabrik abgeschlossen ist, sicher kein Kennzeichen erfolgreicher Unternehmen. Vielmehr lässt sich auch bei einer Fabrik ein Lebenszyklus identifizieren (s. auch [Schme83]), der aus „Konzeption – Realisierung – Reife – Optimierung – Alterung und Überalterung“ besteht. Diese Sequenz ist nach [War93] aber kein Zwangsablauf, denn es liegt am Unternehmen selbst, ob es einem Alterungsprozess entgegenwirkt. Um das zu können, bedürfen nicht nur die Abläufe, sondern auch die Strukturen einer beständigen inneren Überprüfung und Anpassung. Gliederung der Produktionsaufgabe - Organisationskonzepte Das Konzept der „Fraktalen Fabrik“ W : Methoden der Planung und Organisation 42

43 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Das Konzept der „Fraktalen Fabrik“ Selbstähnlichkeit  Eine Konsistenz der Ziele von Unternehmen und seinen Fraktalen.  Das gemeinsame, synchrone und damit harmonische Wirken im Sinne von abgestimmten Zielen führt nicht zu identischen Fraktalen, sondern nur zu ähnlichen. Deshalb ist auch die Nutzung von Hilfsmitteln und Informationen für alle Fraktale in vollem Umfang jederzeit zugänglich und nicht traditionell vorwiegend durch die Unternehmensleitung gesteuert: „Jedes Fraktal, letztlich jeder Arbeitsplatz, ist so als Dienstleistungsfunktion zu betrachten wie das gesamte Unternehmen“. W : Methoden der Planung und Organisation 43

44 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Das Konzept der „Fraktalen Fabrik“ Dynamik und Vitalität Die bisherigen Strukturierungskonzepte sind zu statisch, um sich den dynamischen Produktionsanforderungen kontinuierlich anpassen zu können. Dabei geht die Segmentierung bereits den richtigen Weg, endet aber an entscheidender Stelle. W : Methoden der Planung und Organisation 44

45 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Das Konzept der „Fraktalen Fabrik“ Vergleich zwischen Fraktalen und Segmenten [War93] Durch den Dienstleistungscharakter der Beziehungen zwischen den Fraktalen wird eine Marktsituation erzeugt. Diese Situation verlangt jedem Fraktal ein „marktkongruentes“ Verhalten ab. Dabei gehorchen Fraktale den typischen Marktgesetzen und müssen sich bei unwirtschaftlichem Verhalten auflösen. Dafür entstehen andere Fraktale neu oder bilden sich gemäß den Marktanforderungen um. Segmente/Fabriken in der FabrikFraktale  produzieren  werden einmalig, zeitpunktbezogen strukturiert (Antrieb von draußen)  sind geeignet für stabile Umwelt  arbeiten mit Zielvorgaben  sind selbstverantwortlich  werden ergebnisbezogen bewertet  leisten (im weitesten Sinne) Dienste  unterliegen einem ständigen Wandlungsprozess (dyn. Strukturierung)  sind geeignet für turbulente Umwelt  sind in den Zielfindungsprozess integriert  organisieren und verwalten sich selbst  navigieren W : Methoden der Planung und Organisation 45

46 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Unternehmensübergreifende Kooperation Strategische, regionale, virtuelle und operative Netzwerke. Differenzierungskriterium dieser Formen sind z. B. in [Syd92, Klei94, MeFa95] diskutiert. W : Methoden der Planung und Organisation 46

47 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Bilaterale Kooperationen  Subcontracting Auslagern von Arbeitsinhalten  Koproduktion wechselseitiges Auslagern von Arbeitsinhalten  Lizenzen Nutzung & Vergabe eines Schutzrechtes  Management- und / oder Beratungsverträge Nutzung speziellen Know-Hows  Franchising Nutzung eines Leistungspaketes  Joint Venture Zusammenarbeit mit ausl. Partnern einer Unternehmung W : Methoden der Planung und Organisation 47

48 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Multilaterale Kooperationen  Strategische Netzwerke Führung durch fokales Unternehmen  Regionale Netzwerke Zusammenarbeit der Unternehmen einer Region  Operative Netzwerke Zusammenarbeit auf Basis eines interorganisationalen Informationssystems  Virtuelles Unternehmen Projektbezogene, temporäre Zusammenarbeit, nach außen auftreten wie ein Unternehmen W : Methoden der Planung und Organisation 48

49 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Multilaterale Kooperationen W : Methoden der Planung und Organisation 49

50 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Unternehmensübergreifende Kooperation W : Methoden der Planung und Organisation 50 Typ des Produktionsnetzes DimensionStategisches Netzwerk Virtuelle Unternehmung Regionales NetzwerkOperatives Netzwerk Organisatorische Merkmale Spezialisierung Konfiguration Koordination Formalisierung Intensität des Leistungsaustaus ches Richtung des Leistungsaus- tausches Machtstruktur Räumliche Distanz Personaltransfer Strategische Führung des Netzwerks durch ein fokales Unternehmen, hierarchische Struktur („Zuliefer-Pyramide“), Nutzung struktureller, vor allem technokratischer Koordinationsinstrum ente, hohe Formalisierung, intensiver Leistungsaustausch, entlang der Wertkette ungleiche Machtverteilung, häufiger Personaltransfer Eher heterarchische Struktur, personenorientierte Koordinationsinstru- mente (Selbstabstimmung), ergänzt durch nichtstrukturelle Koordinationsinstru- mente, geringe Formalisierung, Machtverteilung einer symmetrisch, da alle Partner spezifische, zueinander komplementäre Kompetenzen einbringen, räumliche und zeitliche Verteilung sind konstitutive Merkmale Ausgeprägt polyzentrische Struktur, Nutzung personenorientierter Koordinationsinstrum ente, geringe Formalisierung, Intensität und Richtung des Leistungsaustauschs wechselnd, relativ symmetrische Machtverteilung, da Partner kleine und mittlere Unternehmen sind, räumliche Konzentration in einer Region Verschiedene Konfigurationen möglich, mit zentraler Koordinationseinheit (Betreiber) oder dezentral durch vollständige Vernetzung aller Partner, hohe Formalisierung, Richtung u. Intensität des Leistungsaustausches frei wählbar

51 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Unternehmensübergreifende Kooperation W : Methoden der Planung und Organisation 51 DimensionStategisches Netzwerk Virtuelle Unternehmung Regionales NetzwerkOperatives Netzwerk Geschäftsverständ- nis Zielkongruenz Vertrauen geteilte Werte Längerfristige Zielkongruenz durch Ausrichtung auf gemeinsame strategische Ziele, Vertrauen ist wichtig, aber kein konstitutives Merkmal Gemeinsames Geschäftsverständnis, geteilte Ziele und werte, gegenseitiges Vertrauen als Grundlage der Zusammenarbeit Kulturelle Normen, geteilte Werte und Vertrauen als Grundlage der Zusammenarbeit von geringer Bedeutung Vertragliche Bindung Formal geschlossener, eher langfristig orientierter Kooperationsvertrag Mündlich oder vor allem auf elektro- nischem Wege getroffene Verein- barungen über zeitlich begrenzte Zusammenarbeit Mündliche Vereinbarungen u. kurzfristige Verträge, ergänzend zu lang- fristigen Geschäfts- beziehungen Kurzfristige Verträge zur Abwicklung einzelner Transaktionen Stabilitäthochniedrig Redundanzgering, üblicherweise wird genau ein Partner eine bestimmte Aufgabe erfüllen (Ausnahme: Double Sourcing) gering, da jeder Partner genau eine spezifische Kompetenz einbringt hoch, da üblicherweise eine größere Anzahl von kleinen Unternehmen mit ähnlichen Kompetenzen vorliegt hoch

52 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Unternehmensübergreifende Kooperation W : Methoden der Planung und Organisation 52 DimensionStategisches Netzwerk Virtuelle Unternehmung Regionales NetzwerkOperatives Netzwerk ProduktionsfaktorenKnow-how-Transfer, Investitionen in Netzwerk-spezifische Produktionsfaktoren Wechselseitiger Zugriff auf die Produktionsfaktoren der Partner („Sharing ohne Poolung“), keine Investition in Netzwerk-spezifische Produktionsfaktoren Know-How-Transfer und gemeinsame Mitarbeiterschulung, Zugriff auf Produktionsfaktoren der Partner möglich Ggf. gepoolte Produktionsfaktoren, die dann durch Betreiber oder andere Einrichtung verwaltet werden. Informations- und Kommunikationstec hnik Einsatz nicht zwingend notwendig, aber Unterstützung operativer Prozesse (z. B. EDI) Verfügbarkeit und Einsatz sind konstitutive Merkmale (z. B. Groupware, Workflow-Systeme, EDI, Internet, bes. WWW und , Videokonferenz) Einsatz nicht zwingend notwendig, (noch) eher selten, aber zukünftig auch Unterstützung operativer Prozesse (z. B. EDI) Verfügbarkeit und Einsatz zwingend notwendig (realisierbar z. B. im WWW) Topologie von Fertigungsnetzen

53 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Fragen 1.Die Produktionsstrukturierung dient der Aufgliederung der Produktionsaufgabe in Teilaufgaben sowie der anschließenden Zuordnung der so gebildeten Teilaufgaben zu Aufgabenträgern in Produktionsunternehmen. a.Wodurch ist der Inhalt einer Aufgabe gekennzeichnet? Geben Sie ein einfaches Beispiel für eine Produktionsaufgabe an und erläutern Sie sie anhand der Aufgabenkennzeichen. b.Was versteht man unter der Aufgabenanalyse? Nach welchen wesentlichen Gliederungskriterien kann die Aufgabenanalyse durchgeführt werden? Führen Sie eine mehrstufige Aufgabenanalyse (mindestens 4 Gliederungsebenen) in einem Maschinenbaukonzern durch, der aus den Geschäftsbereichen „Fahrzeugbau“, „Werkzeugmaschinen“ und „Grundstoffe“ besteht (Skizze mit Angabe des Gliederungskriteriums der Ebene). c.Was versteht man unter Aufgabensynthese und wozu dient diese? Nennen Sie 3 für den Zusammenhang der Organisationseinheiten relevante Aspekte, die bei dem Aufbau der Organisationsstruktur zu beachten sind. W : Methoden der Planung und Organisation 53

54 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte 2.Nennen Sie 5 Hauptmerkmale der „Focused Factory“. Was sind die zugrunde liegenden Überlegungen (3 Überlegungen). Erläutern Sie, was an der „konventionellen“ Fabrik bemängelt wird und welche Folgen dies hat. Ein anderes Organisationskonzept für Fabriken ist das Konzept der „Fabrik in der Fabrik“ (Plant-within-a-Plant). Erläutern Sie die Idee der „Fabrik in der Fabrik“. Nennen Sie die Faktoren, die die Ähnlichkeit (Gleichartigkeit) zweier Erzeugnisse bestimmen. Eine „Fraktale Fabrik“ entsteht durch Segmentieren eines Unternehmens in Fraktale. Die Merkmale Selbstorganisation, Selbstähnlichkeit und Dynamik dieser Fraktale sind dabei von besonderer Bedeutung. Erläutern Sie Selbstorganisation, Selbstähnlichkeit und Dynamik in diesem Umfeld. W : Methoden der Planung und Organisation 54

55 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen Übungsaufgabe: Fertigung von Rasenmähern mit Montage Mit Montage, Teilefertigung Gehäuse, Giessen, spanende Bearbeitung, Lackieren außerhalb Aufgabe: Nennen Sie…  Erzeugnisspektrum  Erzeugnisstruktur  Auftragsauslösungsart  Dispositionsart  Beschaffungsart  Fertigungsart  Fertigungsablaufart  Fertigungsstruktur W : Methoden der Planung und Organisation 55

56 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen Lösung: Fertigung von Rasenmähern mit Montage Mit Montage, Teilefertigung Gehäuse, Giessen, spanende Bearbeitung, Lackieren außerhalb Erzeugnisspektrum: Standarderzeugnis ohne Varianten Erzeugnisstruktur: Mehrstufig / Mittlere Komplexität Auftragsauslösungsart: Produktion auf Lager / mit Rahmenverträgen W : Methoden der Planung und Organisation 56

57 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen Lösung: Fertigung von Rasenmähern mit Montage Mit Montage, Teilefertigung Gehäuse, Giessen, spanende Bearbeitung, Lackieren außerhalb Dispositionsart: Programmorientiert Beschaffungsart: Fremdbezug in größerem Umfang Fertigungsart: Serienfertigung W : Methoden der Planung und Organisation 57

58 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Organisationstypen Lösung: Fertigung von Rasenmähern mit Montage Mit Montage, Teilefertigung Gehäuse, Giessen, spanende Bearbeitung, Lackieren außerhalb Fertigungsablaufart: Linien- / Gruppenfertigung Fertigungsstruktur: Geringe / Mittlere Tiefe W : Methoden der Planung und Organisation 58

59 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel K-Werke W : Methoden der Planung und Organisation 59

60 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Die Situation in den K-Werken ist zur Zeit gekennzeichnet durch Überbeanspruchung einzelner Fertigungsbereiche sowie Knappheit an Flächen. Starkes Wachstum, das die Prognose der vergangenen Jahre jeweils noch übertroffen hat, hat diese Situation verursacht. Das weiter zu erwartende Mengenwachstum lässt erkennen, dass zusätzliche Baumaßnahmen für Fertigungs-, Lager- und Verwaltungsflächen erforderlich werden. Die K-Werke fertigen derzeit an vier verschiedenen Standorten. Das Hauptwerk in WIN ist in seiner Erweiterungsfähigkeit eingeengt, wodurch die Flexibilität der Fertigungsstätten erheblich eingeschränkt wird. Hinzu kommen hohe Transportkosten, die innerhalb des Werkverbunds entstehen. Sie sind die Auswirkung einer organisch gewachsenen Strukturaufteilung auf die vier derzeitigen Fertigungsstätten. Desweiteren ist die Lagerkapazität für Fertigwaren und Ersatzteile zu gering. Mit sich erhöhendem Ausstoß spitzt sich auch hier die Situation zu; die Lieferbereitschaft ist in Zukunft zunehmend gefährdet. W : Methoden der Planung und Organisation 60

61 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Ausgehend von der derzeitigen Situation, den herrschenden Randbedingungen und dem für die nächsten zehn Jahre prognostizierten Mengenwachstum wird eine für die K-Werke geeignete Expansionsstrategie erarbeitet und in ihren Auswirkungen dargelegt. Dazu werden Alternativen für die Strukturierung der Fertigung und Lager in Abhängigkeit vom Wachstum der unterschiedlichen Erzeugnisgruppen erarbeitet. Die zu erwartenden Mengensteigerungen werden in Gesamtflächenbedarfe umgerechnet. Anhand zu erwartender Fertigungsmengen, neuer Technologien und zusätzlicher Erzeugnisse werden Strukturaufteilungsmöglichkeiten für den Gesamtfertigungsablauf auf mehrere Standorte diskutiert und unter Berücksichtigung des vorhandenen Potentials bewertet. Die geeigneten Alternativen werden in Generalbebauungspläne für sämtliche K-Werke-Standorte umgesetzt. Ergebnis der Arbeiten sind Aussagen über die zu realisierenden Baustufen zur Umsetzung der ausgewählten Strukturierungsalternativen, den dazugehörigen Investitionsvolumina sowie einer Abschätzung der zu erwartenden Betriebskosten. W : Methoden der Planung und Organisation 61

62 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Sämtliche Aussagen bezüglich zukünftiger Entwicklungen werden auf der Grundlage des prognostizierten Fertigungsprogramms der nächsten zehn Jahre getroffen. Um fundierte Aussagen ableiten zu können, wird das Fertigungsprogramm in Familien zusammengefasst; für jede Erzeugnisfamilie werden jeweils getrennte Entwicklungsbetrachtungen angestellt. Zusätzlich werden die strategischen Vorgaben hinsichtlich der Erweiterung der Fertigungstiefe sowie des Einsatzes neuer Technologien in die Planungsbasis mit einbezogen. Die daraus gewonnenen Hochrechnungsergebnisse stellen den zu erwartenden Flächenbedarf aller K-Werke bis zum Jahr 2005 dar. Dabei ist zunächst keine Aufteilung des Potentials auf unterschiedliche Standorte vorgesehen. Diese Aufteilung auf unterschiedliche Standorte wird erst im Rahmen der Strukturierungsdiskussion erarbeitet. Kontrollzahl für die Flächenhochrechnung ist die Verfolgung der sich ergebenden Flächenproduktivität, die vor dem Hintergrund fallender Preise sowie der Investitionsvolumina einem stetigen Wachstum unterliegen soll. Außerdem wurde bei der Hochrechnung berücksichtigt, dass die verstärkte Nutzung der Fertigungsbetriebe durch Mehrschichtbetrieb angestrebt werden wird. W : Methoden der Planung und Organisation 62

63 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Legt man die derzeitige Strukturaufteilung des Fertigungspotentials auf die einzelnen K- Werke zugrunde, so ergäbe sich aus den Hochrechnungen ein zusammengefasster Realisierungsplan. Dieser Plan unterstellt jedoch stillschweigend, dass die derzeitige Aufteilung des Fertigungspotentials auf die unterschiedlichen Standorte in Zukunft unverändert beibehalten wird. Die Umlage des gesteigerten Fertigungsprogramms auf den zwischenbetrieblichen Transport macht augenfällig deutlich, dass das Transportaufkommen sich im Jahre 2002 gegenüber dem Jahr 1998 erheblich steigern wird. Diese Steigerung des Transportaufkommens geht direkt in die Betriebskosten ein. Dieser Grund sowie übergeordnete Einschränkungen der Erweiterungsmöglichkeiten an den einzelnen Standorten lassen eine Reihe zusätzlicher Überlegungen bezüglich Strukturaufteilungsalternativen mit veränderten Bebauungskonzepten unvermeidlich erscheinen. Aus diesem Grund werden sieben Standortvariationen in Bebauungspläne umgesetzt sowie kosten- und nutzenmäßig verglichen. W : Methoden der Planung und Organisation 63

64 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Entwicklung des Produktionsprogramms W : Methoden der Planung und Organisation 64

65 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Flächenbedarf neuer Technologien W : Methoden der Planung und Organisation 65

66 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Flächenbedarf Produktion (alle Werke) W : Methoden der Planung und Organisation 66

67 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Flächenproduktivität W : Methoden der Planung und Organisation 67

68 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Mengenwachstum W : Methoden der Planung und Organisation 68

69 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Gesteigerte Flächennutzung im Schichtbetrieb W : Methoden der Planung und Organisation 69

70 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Realisierungsplan W : Methoden der Planung und Organisation 70

71 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Transportaufkommen 2008 W : Methoden der Planung und Organisation 71

72 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Beispiel Transportaufkommen 2012 W : Methoden der Planung und Organisation 72

73 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte Die K-Werke unterhalten derzeit in Deutschland an den 5 Orten WIN, OSO, GIS, ILL und HOH Fertigungsstätten, auf die die unterschiedlichen Fertigungseinrichtungen und – aufgaben aufgeteilt sind, so dass nahezu keine redundanten Fertigungsbereiche existieren. Eine entsprechend große Bedeutung kommt dem zwischenwerklichen Materialtransport zu. Gliederung der Produktionsaufgabe – Organisationskonzepte Fertigungsstätten Standorte der K-Werke W : Methoden der Planung und Organisation 73

74 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Im Zentrum von WIN liegt das Hauptwerk der K-Werke. Neben einem Teil der Fertigung sind hier die Bereiche Verwaltung, Entwicklung, Konstruktion, Forschung etc. untergebracht. Vertriebsgerätelager und Lager für Ersatzteile und Zubehör sind in angemieteten Hallen außerhalb der Grundstücksgrenzen. Die Fertigung befindet sich in einer großen, weitgehend eingeschossigen Halle, in der auch in einem 2- geschossigen Büroteil die Sozialräume und die direkt zur Produktion gehörenden Verwaltungsbereiche untergebracht sind, und in 2 kleineren Hallen (die Belegung einer 4. ist geplant), die über den Hof erreicht werden. Ferner ist seitlich an die Haupthalle über einen Steg ein automatisches Hochregallager angebunden. Ein Zelt dient der Bereitstellung von Behältern, im Freien werden Gerätehauben sowie Paletten und Gitterboxen gelagert. Der Wareneingang erfolgt seitlich in die Haupthalle, der Warenausgang liegt an ihrem Ende, wobei für den Lkw-Verkehr nur eine sehr begrenzte Fläche zur Verfügung steht, so dass es hier öfter zu Stauungen kommt. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Fertigungsstätten W : Methoden der Planung und Organisation 74

75 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Das Werk OSO stellt einen geschlossenen Fertigungskomplex dar, da die eingeschossigen Hallen der einzelnen Bauabschnitte unmittelbar aneinandergelegt wurden. Ein neu errichtetes Bürogebäude bietet ausreichend Fläche für Verwaltung und Sozialräume. Etwas abseits wurde eine Halle für die Lagerung fertiger Kochmobile aufgestellt. Da Warenein- und -ausgang an gegenüberliegenden Hallenseiten liegen, ist eine gute Abwicklung des Lkw-Verkehrs gegeben. Das Werk GIS ist ein geschlossener 2-geschossiger Gebäudekomplex, der ein HRL über beide Geschosse und einen ebenfalls 2-geschossigen Büroteil mit Sozialräumen enthält. Das Grundstück liegt etwas außerhalb von GIS in Hanglage. Im Ortskern von GIS befindet sich noch eine ältere Halle, in der ein Fertigungsbereich und eine Verkaufsniederlassung untergebracht sind. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Fertigungsstätten W : Methoden der Planung und Organisation 75

76 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Die Fertigung in ILL ist derzeit in angemieteten Räumlichkeiten untergebracht, wobei 2012 der Mietvertrag ausläuft und eine Verlängerung seitens der K-Werke nicht vorgesehen ist. Als Ersatz wurden schon Geländekäufe getätigt, wo dann neu gebaut werden soll. In HOH haben die K-Werke eine Halle angemietet, in die ein Teil der Fertigung und Sonderläger ausgelagert wurden. Die sich in HOH befindenden Bereiche sollen bis 1999 wieder in die eigenen Werke eingegliedert werden. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Fertigungsstätten W : Methoden der Planung und Organisation 76

77 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In WIN befinden sich die Montagelinien für die Konsumergeräte sowie für die meisten Kalt- und Heißwasser-Hochdruckreiniger und für Module der Anlagentechnik. Daneben gibt es einige Vormontagegruppen und Zubehörfertigung sowie für die Vorfertigung die Dreherei. In der Wareneingangskontrolle werden neben den Teilen für den Eigenbedarf auch Teile für OSO, GIS und HOH geprüft. In der Geräteprüfung werden auch Fertigprodukte aus OSO und HOH getestet. In OSO befindet sich weitgehend die Vorfertigung: Rohrverarbeitung zu Wärmetauschern, Blechbearbeitung, Schweißerei und Lackierzentrum. An Enderzeugnissen werden dort die Produkte für Sonderkunden und Selbstbedienungs-Hochdruckreiniger montiert. Werk GIS ist ein reines Montagewerk für 2 Typen von Hochdruckreinigern sowie sämtliche Saugertypen. Der SB-Sauger wird in der im Ortskern liegenden Halle montiert. Diese Erzeugnisse werden in GIS geprüft, verpackt und direkt an das Fertigwarenlager geschickt. Zusätzlich werden in GIS noch Zubehörteile gefertigt, die dann nach WIN zurückgehen. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Fertigung W : Methoden der Planung und Organisation 77

78 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Werk ILL stellt einen weitgehend eigenständigen Bereich dar, der mit der Herstellung von Reinigungsanlagen beauftragt ist. Die Anlagen werden mit Fertiggeräten aus dem Vertriebslager komplettiert. In HOH werden Sondergeräte aus den Familien PHD, PAT und PSK in kleinen Stückzahlen gefertigt oder umgebaut. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Fertigung W : Methoden der Planung und Organisation 78

79 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In WIN werden laufend Geländekäufe getätigt, jedoch gestaltet es sich schwierig, ein geschlossenes Werksgelände zu erhalten, da die käuflichen Grundstücke Wohnhausparzellen sind und nicht alle Parzellen in der Nachbarschaft zum Verkauf stehen. Außerdem ist durch die zentrale Lage in WIN bei allen Baumaßnahmen mit Einsprüchen der Anwohner zu rechnen. Für eine Erweiterung der Fertigung kommen in WIN 2 Areale, vor und im Anschluss an die große Halle, in Frage, die eine überbaubare Fläche von ca m² bieten. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Erweiterungsmöglichkeiten W : Methoden der Planung und Organisation 79

80 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte K-Werk WIN W : Methoden der Planung und Organisation 80

81 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte K-Werk WIN, Fertigungsflächen W : Methoden der Planung und Organisation 81

82 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In OSO liegt das Werk am Ortsrand. Umfangreiches bebaubares Gelände (ca m² überbaubar) ist hier schon im Besitz der K-Werke. Es gibt aber Einschränkungen: –Das in der Baulinie liegende Grundstück einer Gärtnerei kann vorerst nicht erworben werden, –Die Lagerhalle für Kochmobile liegt in der Engstelle des Areals und damit einer Erweiterung im Wege Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte K-Werk OSO W : Methoden der Planung und Organisation 82

83 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In GIS steht auf dem am Ortsrand gelegenen Grundstück ebenfalls noch überbaubare Fläche (ca m²) zur Verfügung. Jedoch ist diese durch die Hanglage gewissen Einschränkungen unterworfen: –Große Böschungen sind erforderlich. –Der Hanganstich für das bestehende Gebäude bereitet ständig durch Wassereinbruch Schwierigkeiten; bei einem Neubau ist mit demselben Problem zu rechnen. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte K-Werk GIS W : Methoden der Planung und Organisation 83

84 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In ILL wurde für den Bau einer neuen Fertigungsstätte Gelände aufgekauft (ca m² überbaubare Fläche), das derzeit noch mit einigen Schuppen belegt ist, die jedoch keine Substanz von Wert darstellen. Fläche in der Größe von % des bereits erworbenen Grundstücks kann mit großer Wahrscheinlichkeit noch zugekauft werden. Das gesamte Grundstück liegt allerdings in einem Bachgebiet, so dass Bauten nur auf entsprechend teurerer Pfahlgründung errichtet werden können. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte K-Werk ILL W : Methoden der Planung und Organisation 84

85 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Standortfaktoren W : Methoden der Planung und Organisation 85

86 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Standortfaktoren W : Methoden der Planung und Organisation 86

87 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Flächenangebot je Mitarbeiter W : Methoden der Planung und Organisation 87

88 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Diese Produktionsstruktur enthält eine klare Trennung zwischen reinen Montagewerken bzw. -kostenstellen und Vorfertigungs- bzw. Zulieferwerken bzw. -kostenstellen. So wird für 2012 in WIN nur noch ein reines Montagewerk für die HD/ HDS-Geräte vorgesehen, wobei genügend Expansionsmöglichkeiten für die folgenden Jahre im Mengenwachstum und veränderte Technologie vorgehalten werden (6.068 m²). Die Werke OSO, GIS, ILL bleiben in der Struktur von 2008 erhalten, d. h. OSO bleibt Zulieferwerk mit Einzel- und Kleinserienfertigung für die Feldküche und HD GIS stellt auch in Zukunft nur Sauger und Zubehör her. Die Waschstraßen-Herstellung in Form des Anlagenbaus bleibt in ILL auf den bereits vorhandenen neuen Grundstücken erhalten. An einem neuen Standort im Umkreis von ca. 20 km um WIN soll eine PCO-Fertigung, Zulieferkostenstellen für HD/HDS sowie VGL/VET entstehen. Ein günstiger Standort wäre in der Nähe von Backnang zu finden, da die Verkehrsanbindung zur A 81 bzw. nach Stuttgart bis 2012 ausgebaut sein wird. In dieser Variante finden die Strategievorgaben „Technologie geht in die Fläche“ und „Gestaltung flexibler Endmontagen“ besondere Berücksichtigung. Erweiterungs- und Ausdehnungsmöglichkeiten sind in den Werken OSO und GIS von den Grundstücken her gegeben. In WIN können bestehende Gebäude genutzt werden. In ILL ist der Fertigungsflächenbedarf auf dem vorhandenen Grundstück durch 2-geschossige Bauweise möglich. Für den neuen Standort werden m² Lager- und Produktionsfläche benötigt. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 1 W : Methoden der Planung und Organisation 88

89 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: Endmontage HD, HDS –OSO: bleibt –GIS: bleibt –ILL: bleibt –neuer Standort: PCO, Zulieferkostenstellen für HD, HDS; VGL und VET (20 km von WIN) Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 1 W : Methoden der Planung und Organisation 89

90 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 1 W : Methoden der Planung und Organisation 90

91 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Die in WIN zusätzlich entstehende Fläche wird in absehbarer Zeit von Reparaturbetrieben beansprucht werden und dient außerdem dazu, evtl. Unsicherheiten in der Flächenbedarfshochrechnung zu kompensieren. Leider wird der Tatsache nicht Rechnung getragen, dass in OSO relativ geeignetes Areal zur Verfügung steht, die in dieser Variante am neuen Standort X neu zugekauft werden müssen. Für ILL lässt sich anhand des Generalbebauungsplans für das neu erworbene Grundstück nachweisen, dass dieses Grundstück in absehbarer Zeit zu klein werden wird. Aus fertigungsplanerischer Sicht müsste also für das Werk ILL ein geeigneteres Grundstück gesucht bzw. das Werk ILL auf dem bereits vorhandenen Areal errichtet werden. Die Standortvariante 1 ist aus diesen Gründen nur bedingt zu empfehlen. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 1 W : Methoden der Planung und Organisation 91

92 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Grundstück ist für das geplante Bauvorhaben zu klein qm Lagerfläche im Freien sind nicht eingezeichnet Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan ILL I W : Methoden der Planung und Organisation 92

93 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn qm Lagerfläche im Freien sind nicht eingezeichnet Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan ILL II W : Methoden der Planung und Organisation 93

94 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Grundlegender und einziger Unterschied zur Produktionsstrukturvariante 1 ist die Verlagerung der am neuen Standort vorgesehenen PCO-Fertigung, HD/HDS-Vorfertigung sowie VGL/VET nach OSO. Dort stehen bereits noch nicht bebaute Grundstücke in der Größenordnung von ca m² zur Verfügung. Diese Verlagerung hätte eine Steigerung des Materialflussaufkommens um etwa GB x km, d. h. eine Kostenerhöhung um 375 T € jährlich zur Folge. Dem gegenüber ergeben sich die Vorteile geringerer Lohnkosten in OSO sowie die Nutzung bereits vorhandener Flächen und Beibehaltung von vier Standorten. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 2 W : Methoden der Planung und Organisation 94

95 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: Endmontage HD, HDS –OSO: bleibt, zusätzlich: PCO, Zulieferkostenstellen für HD, HDS; VGL und VET –GIS: bleibt –ILL: bleibt Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 2 W : Methoden der Planung und Organisation 95

96 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 2 W : Methoden der Planung und Organisation 96

97 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Die Variante schöpft das in OSO zur Verfügung stehende Erweiterungsareal aus. Hinzu kommen die Lohnkostenvorteile des Standorts. Die Variante 2 ist jedoch nur bedingt realisierbar, nämlich dann, wenn die angrenzende Gärtnerei in das Konzept integriert und für den Zeitraum nach 2012 noch weiteres Areal erschlossen werden kann. Die erhebliche Verlagerungsmasse wäre sonst nach dem Jahr 2012 nur bedingt erweiterungsfähig. Desweiteren gelten dieselben Einschränkungen für das Werk ILL, die auch bei der Beurteilung der Standortvariante Nr. 1 ins Feld geführt werden müssen. Die Standortvariante Nr. 2 ist aus diesen Gründen nur eingeschränkt zu empfehlen. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 2 W : Methoden der Planung und Organisation 97

98 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan OSO I W : Methoden der Planung und Organisation 98

99 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan OSO II und OSO III W : Methoden der Planung und Organisation 99

100 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Wesentliches Merkmal dieser Standortvariante gegenüber den bisher vorgestellten ist die Verlagerung der Zulieferkostenstellen für WIN nach GIS. An einem Standort in der Nähe von WIN (Entfernung 20 km) entsteht direkt an VGL/VET ein Montagewerk für PCO-Geräte, Puzzi und NT. Die SB-Sauger werden aufgrund des Blechfertigungsanteils in OSO montiert. Das Werk ILL bleibt in seiner Struktur, allerdings in neuen Gebäuden auf neuem Grundstück erhalten. Zusätzlicher Baubedarf entsteht in GIS, ILL und für den neuen Standort. OSO und WIN brauchen in dieser Bebauungsvariante nicht verändert werden. In ILL muss aufgrund des auslaufenden Mietvertrages 2012 gebaut werden. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 3 W : Methoden der Planung und Organisation 100

101 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: Endmontage HD, HDS –OSO: bleibt, zusätzlich: SB-Sauger –GIS: Zulieferwerk HD, HDS –ILL: bleibt –neuer Standort: PCO, Puzzi, NT, VGL und VET (20 km von WIN) Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 3 W : Methoden der Planung und Organisation 101

102 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 3 W : Methoden der Planung und Organisation 102

103 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Die Variante 3 sieht die Erweiterung des Werkes GIS vor. Im Rahmen der Erweiterung werden erhebliche Zusatzkosten durch Bauarbeiten erwartet. Zunächst sollten die anderen im Besitz der K-Werke befindlichen Areale zur Erweiterung ausgeschöpft werden. Auch hier gelten die für ILL gemachten Einschränkungen. Das Gelände, das für den Neubau zur Verfügung gestellt wird, ist für den Zeitraum nach 2012 zu klein. Die Alternative ist trotz günstiger Bewertungskennziffern eingeschränkt zu empfehlen. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 3 W : Methoden der Planung und Organisation 103

104 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In diesem Vorschlag zur Produktionsstrukturierung der K-Werke wird im wesentlichen das Werk WIN in seiner heutigen Gestalt über das Mengenwachstum fortgeschrieben. Dies führt 2012 zu zusätzlichem Flächenbedarf unter Berücksichtigung neuer Technologien und Zubehörfertigung von ca m² Fertigungsfläche (incl. Nebenflächen). Dies würde eine Verlängerung der bisherigen Montagehalle zur Folge haben, wobei 2-geschossig gebaut werden müsste. In GIS ergibt sich ein zusätzlicher Flächenbedarf von rund 700 m², da nur noch Sauger wie Puzzi und NT hergestellt werden sollen. OSO kommt mit den bestehenden Flächen trotz Verlagerung der SB-Sauger von GIS zurecht. Das VGL/VET wird alleine im Raum WIN (20 km) verkehrsgünstig errichtet. Folgende Baumaßnahmen werden in diesem Vorschlag notwendig: –Erweiterung des Werkes WIN –Neubau ILL –Errichtung VGL/VET –Ausweitung GIS Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 4 W : Methoden der Planung und Organisation 104

105 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Es muss besonders darauf hingewiesen werden, dass in WIN eine PCO-Fertigung quasi als Werk im Werk sinnvoll ist, da sich dieser Erzeugnisbereich auch in Zukunft von den Industrieerzeugnissen vor allem in den Zuwachsraten abheben wird. Kritisch ist jedoch die vollständige Ausschöpfung der vorhandenen Grundstücksflächen in WIN, die eine langfristige Expansion verhindern würden. Deswegen stellt sich die Frage, ob es nicht jetzt sinnvoll ist, die klare Trennung von Erzeugnissparten, Vorfertigung und Montagen vorzunehmen, um langfristig ausreichende Expansionsmöglichkeiten vorzuhalten. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 4 W : Methoden der Planung und Organisation 105

106 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: bleibt, inkl. Zubehör –OSO: bleibt, zusätzlich SB-Sauger –GIS: nur Sauger (NT, Puzzi) –ILL: bleibt –neuer Standort: VGL und VET (20 km von WIN) Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 4 W : Methoden der Planung und Organisation 106

107 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 4 (4) W : Methoden der Planung und Organisation 107

108 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Diese Variante sieht die Erweiterung des Werkes WIN vor. Dies könnte durch unterschiedliche Konzepte realisiert werden. Zum einen könnte die bereits bestehende Halle durch ein freitragend darüber angebrachtes Geschoß aufgestockt werden. Zum anderen könnte in Südrichtung als auch in Nordrichtung die entsprechende Fläche geschaffen werden. Sollen allerdings am Standort WIN langfristige Wachstumsbedarfe aufgefangen werden, so wäre eine Erweiterung des Hallenkomplexes in Nord- und Südrichtung der angegebenen Weise sowie eine Aufstockung der Halle um weitere 2 Stockwerke für einen Endausbau die Mindestanforderung. Dies muss bei der Baueingabe auch so klargestellt werden, damit die Stadt WIN von vornherein erkennt, in welcher Richtung die K-Werke weiterdenken. Sollte die Genehmigung für diesen Generalbebauungsplan wider Erwarten erteilt werden, so ergeben sich eine Reihe von Problemen hinsichtlich der gesamten logistischen Abwicklungen auf dem stark verbauten Areal. So besteht relativ geringer Parkraum für die dann erheblich erhöhte Beschäftigtenzahl. Außerdem ist für die Abwicklung der Gütertransporte kaum Staufläche und Verladefläche im entsprechenden Umfang bereitzustellen. Es wird mit erheblichen Störungen zu rechnen sein, was die Abwicklung der gesamten Produktion am Standort WIN anbelangt. Neben den zur Erweiterung von WIN gemachten Bemerkungen gelten auch die Restriktionen, die bezüglich ILL erkennbar sind. Aus den genannten Gründen ist die Standortvariante 4 nicht zu empfehlen. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 4 W : Methoden der Planung und Organisation 108

109 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn 2-stöckige Hallenerweiterung um m² Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan WIN I W : Methoden der Planung und Organisation 109

110 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn 1-stöckige Hallenaufstockung um m² (selbsttragend) Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan WIN II W : Methoden der Planung und Organisation 110

111 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn 1-stöckige Hallenerweiterung um m² Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan WIN III W : Methoden der Planung und Organisation 111

112 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Diese Produktionsstrukturform hebt sich von der vorangegangenen nur durch die Verlagerung des VGL/VET aus der Nähe WIN nach OSO ab. Damit könnten bereits bebaubare Grundstücke ( m²) teilweise in OSO genutzt werden. Ein fünfter Standort wäre in diesem Fall nicht erforderlich. Die Transportkosten würden sich allerdings um jährlich ca. 480 T€ erhöhen, wobei die Kapitalbindungskosten für das zu kaufende Gelände in WIN mit einem m² Preis von ca. 180 € in Variante 4 gegenzurechnen sind. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 5 W : Methoden der Planung und Organisation 112

113 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: bleibt, inkl. Zubehör –OSO: bleibt, zusätzlich SB-Sauger, VGL und VET –GIS: nur Sauger (NT, Puzzi) –ILL: bleibt Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 5 W : Methoden der Planung und Organisation 113

114 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 5 W : Methoden der Planung und Organisation 114

115 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Standortvariante 5 beinhaltet ebenfalls die Erweiterung des Werkes WIN. Diese Erweiterung zieht die bereits bei Standortvariante 4 aufgezählten Probleme nach sich. Die Restriktionen bezüglich ILL gelten auch hier. Die Erweiterungsfläche in OSO wäre bei Standortvariation 5 darüber hinaus durch die Lagerkomplexe weitestgehend aufgezehrt. Zwar ist die Anbindung an das Verkehrsnetz gut, jedoch verbaut das Lager die entsprechenden Erweiterungsmöglichkeiten für die dortigen Fertigungsbereiche. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 5 W : Methoden der Planung und Organisation 115

116 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn In weiteren Strukturierungsalternativen ist nun der Tatsache Rechnung zu tragen, dass für das Werk ILL kein geeignetes Grundstück zur Verfügung steht. In der folgenden Variante wird deshalb davon ausgegangen, dass GIS unverändert belassen wird. WIN wird nicht erweitert; die Endmontage HD/HDS findet dort Platz mit der entsprechenden für die Reparaturbereiche zu nutzenden Mehrfläche. Hauptsächlich Gebrauch gemacht wird in dieser Variante von den hervorragenden Erweiterungsmöglichkeiten des Werkes OSO (s. Standortbewertung). Dort wird die bestehende Substanz beibehalten und um die Zulieferanteile für HD/HDS sowie PCO und das gesamte Werk ILL erweitert. Zur Aufrechterhaltung größtmöglicher Flexibilität bezüglich zentral/dezentraler Vertriebsstrukturen, Auslandsvertriebslager etc. wird der gesamte Lagerkomplex VGL/VET an einen noch zu benennenden Standort X im Umkreis von WIN gelegt. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 6 W : Methoden der Planung und Organisation 116

117 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: Endmontage HD, HDS –OSO: bleibt, zusätzlich: PCO, Zulieferkostenstellen HD, HDS; ILL komplett –GIS: bleibt –neuer Standort: VGL und VET Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 6 W : Methoden der Planung und Organisation 117

118 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan VGL + VET W : Methoden der Planung und Organisation 118

119 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 6 W : Methoden der Planung und Organisation 119

120 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Die Variante bereinigt die missliche Lage für WIN, erfordert jedoch die gesamte Verlagerung des Werkes mit den damit verbundenen Problemen (Werkerknappheit). WIN bleibt in seiner jetzigen Struktur erhalten und OSO wird noch stärker als bisher Zulieferwerk, erhält jedoch auch Enderzeugnisbereiche. Aufgrund der Bewertungsziffern und der langfristigen Perspektiven, die sich für dieses Konzept ergeben, ist diese Standortvariante Nr. 6 für die K-Werke als langfristiges Konzept wärmstens zu empfehlen. Die bestehenden Flächen werden bestmöglichst genutzt, wobei noch Erweiterungsflächen in OSO und GIS sowie an den noch festzulegenden Standort X anzutreffen sind. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 6 W : Methoden der Planung und Organisation 120

121 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan OSO W : Methoden der Planung und Organisation 121

122 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan Standort X W : Methoden der Planung und Organisation 122

123 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Diese Variante trägt der Zielsetzung Rechnung, dass die Region um WIN nach wie vor Zentrale Schaltstelle und Kernregion der K-Werke verbleibt. Aus den vorher dargestellten Varianten erläuterten Gründen wird das Stammwerk WIN nicht erweitert. Ebenfalls nicht erweitert werden die Werke in OSO und GIS; allerdings wird das Werk ILL aufgrund des zu knappen Flächenangebots des Zielgrundstücks auf den Standort X in der Nähe von WIN verlegt. Es soll dort zusammen mit den Vertriebslager- und Ersatzteillagerkomplexen sowie den Zulieferbereichen für HD/HDS und den neuen entstehenden PCO-Bereich ein neues großzügiges Werk ausfüllen. Für eine Konzeption dieser Art wird am Standort X ein geeignetes Grundstück in der Größe von 10 ha notwendig. Damit entsteht ein neues modernes K-Werk mit zentralen Funktionen des Vertriebs sowie einige neu entstehende, stark aufstrebende Bereiche. Die Flexibilität hinsichtlich der Vertriebsstrategie wird auch hier gewahrt, da die Lagerbereiche so ausgeplant werden, dass sie auch für Fertigungszwecke verwendbar sind. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 7 W : Methoden der Planung und Organisation 123

124 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Standorte –WIN: Endmontage HD, HDS –OSO: bleibt –GIS: bleibt –neuer Standort: PCO, Zulieferstellen HD, HDS; ILL komplett; VGL und VET Bewertungskennzahl (Gitterboxen x km/Jahr) Transportkosten (0,10 € pro GB x km) € Flächenbilanzen Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 7 W : Methoden der Planung und Organisation 124

125 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gesamtkostenschätzung Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 7 W : Methoden der Planung und Organisation 125

126 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Bewertung Standortvariante 7 stellt ein langfristiges Konzept zur Entwicklung der K-Werke in der Gegend um WIN dar. Es vollzieht im Grunde den längst fälligen Verlagerungsschritt vom Stammwerk nach draußen, sofern die Stammregion beibehalten werden soll. Es werden jedoch erhebliche Areale zur Erstellung dieser Produktions- und Lagerbereiche erforderlich, die zusammenhängend nicht ohne weiteres erhältlich sein dürften. Außerdem wird die relativ günstige Erweiterungsmöglichkeit auf einem bereits im Firmenbesitz befindlichen Gelände in OSO nicht genutzt; vielmehr wird für die Erweiterung neues Areal aufgekauft. Trotz dieser Einwände ist die Standortvariante 7 zu empfehlen. Sie stellt die langfristige Entwicklung der K-Werke auch bei starkem Wachstum nachhaltig sicher und gewährleistet somit die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Strukturalternativen – Variante 7 W : Methoden der Planung und Organisation 126

127 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Bebauungsplan Standort X W : Methoden der Planung und Organisation 127

128 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Die vorgeschlagenen Standortvarianten mit den dazugehörigen Bebauungskonzepten müssen zunächst vor der langfristigen Zielsetzung der K-Werke weiterentwickelt werden. Diese langfristige Zielsetzung ist in Gestalt des zu erwartenden Produktionsprogramms und der daraus resultierenden Flächenbedarfe zahlenmäßig umgelegt. Auf der Grundlage der Programmprognosen lässt sich jedoch auch feststellen, dass über einen Vierjahreszeitraum hinaus Prognosen zur Produktionsprogrammerwartung relativ zurückhaltend erfolgt sind. Dies liegt vor allem darin begründet, dass aus den bisherigen Erfahrungen geschlossen werden kann, dass relativ kurze Produktlebenszyklen erwartet werden können. Aus diesem Grund sind über den Vierjahreszeitraum – d. h. über das Jahr 2012 hinaus – die Erzeugnisse im einzelnen noch nicht bekannt, aus denen sich der erwartete Umsatz zusammensetzen wird. Dieser Tatbestand erlaubt es, folgende Ziele zur Weiterentwicklung der K-Werke zu postulieren: Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Vergleich der vorgeschlagenen Lösungen W : Methoden der Planung und Organisation 128

129 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn 1.Es ist vordringliche Aufgabe, die langfristigen Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten an den vorhandenen Standorten sicherzustellen. 2.Hinsichtlich Bereichsverlagerungen und Programmentwicklungsveränderungen ist äußerste Flexibilität zu gewähren. Darunter ist zum einen die Anpassflexibilität – d. h. die Flexibilität hinsichtlich der Übernahme neuerer Arbeitsinhalte durch bestehende Strukturen – gemeint; andererseits ist der Begriff der Flexibilität im Sinne äußerer und innerer Erweiterungsmöglichkeiten einzelner Bereiche zu verstehen. 3.Um unbedingte Reaktionsfähigkeit am Markt sicherzustellen, sind entsprechende Gestaltungsfreiräume für unterschiedlichste Marketingstrategien offenzuhalten. So ist denkbar, eine zentrale Vertriebslagerung vorzusehen. Andererseits könnte auch ein gesamtes Vertriebslagernetz im europäischen Ausland erstellt werden oder aber eine dezentrale Vertriebslagerstruktur im gesamten europäischen Vertriebsbereich einschließlich Inland erforderlich werden. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Vergleich der vorgeschlagenen Lösungen W : Methoden der Planung und Organisation 129

130 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Die Erfüllung dieser Ziele ist erstrangige Aufgabe der zukünftigen Erweiterungsplanungen. Der direkte Kostenvergleich zwischen den sieben Erweiterungsvarianten ist erst von zweitrangiger Bedeutung. Es sollte also im Sinne der Variante 6 an geeigneter Stelle das bestehende Erweiterungspotential ausgeschöpft werden. Laut Standortauswertung und Aspekten der Generalbebauung bietet hier der Standort in OSO die günstigsten Voraussetzungen. Gleichzeitig sollte jedoch ein weiterer Standort geschaffen werden, der unter dem Gesichtspunkt der Flexibilität bestmögliche Erweiterungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Entwicklungen im Produktionsprogramm sowie der Vermarktungsstrategie gestattet. Hierzu sind bereits in Verlängerung der Variante 6 in Variante 7 weiterführende Konzepte angedacht, die auch für noch nicht bekannte Fertigungszweige/Fertigungsbereiche eingesetzt werden können. Zur Umsetzung derartiger Konzepte sollte ein Grundstück ausgewählt werden, das die entsprechenden Flächenangebote entweder als direkt käuflich oder als langfristige Optionen bereitstellt. Hierauf sollten dann Konzepte entstehen, die nach modernsten Gesichtspunkten des Industriebaus gestaltet sind. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Vergleich der vorgeschlagenen Lösungen W : Methoden der Planung und Organisation 130

131 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Die empfohlene Variante 6 schneidet auch im Kostendifferenzvergleich zwischen den einzelnen Varianten sehr günstig ab. Lediglich Variante 2 liegt in der Bewertung noch vor Variante 6, was im wesentlichen durch die günstigen Standortbedingungen in OSO zu klären ist. Variante 6 ist kostenmäßig dadurch belastet, dass der neue Standort in unmittelbarer Umgebung von WIN (Umkreis 20 km) gefunden werden soll. Die Kostenwerte wurden unter dieser Maßgabe zusammengestellt. Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Vergleich der vorgeschlagenen Lösungen W : Methoden der Planung und Organisation 131

132 © Prof. Dr.-Ing habil. Wilhelm Dangelmaier, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn Gliederung der Fertigungsaufgabe – Organisationskonzepte Kostenvergleich W : Methoden der Planung und Organisation 132


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