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© ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutz & IT-Sicherheit Anforderungen, Konzepte, Umsetzung ARGE DATEN Wien, NH Danube City, 5. November 2013.

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1 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutz & IT-Sicherheit Anforderungen, Konzepte, Umsetzung ARGE DATEN Wien, NH Danube City, 5. November 2013

2 © ARGE DATEN 2013 Aktivitäten der ARGE DATEN Öffentlichkeitsarbeit, Informationsdienst: -Web-Service: Besucher/Monat -Newsletter: rund Abonnenten -2012: rund 500 Medienanfragen/-berichte Mitgliederbetreuung Datenschutzfragen -2012: ca. 600 Datenschutz-Anfragen Rechtsschutz, PRIVACY-Services -2012: in ca. 200 Fällen Mitglieder in Verfahren vertreten Zahl der betreuten Mitglieder -aktuell: ca Personen Studien- und Beratungsprojekte A-CERT - Zertifizierungsdienstleister gem. SigG ARGE DATEN Die ARGE DATEN als PRIVACY-Organisation

3 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Betrieblicher Datenschutzbeauftragter Ausbildungsreihe der ARGE DATEN Modul I:Datenschutz Grundlagen 25. März 2014 Modul IV:Datenschutz Praxis / international 27. März 2014 Modul II:Datenverwendung im Unternehmen 26. März 2014 Modul III:Datenschutz und IT-Sicherheit Modul V:Datenschutzfragen identifizieren 6. November 2013, 9. April 2014 Die Reihe wird mit einem Zertifikat abgeschlossen

4 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Es sind nicht bloß Daten vor den Menschen zu schützen, sondern den Menschen ist in der Informationsgesell- schaft das Grundrecht auf Privatsphäre zu sichern.

5 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Das IT-Grundschutz-Konzept ISO27001-Zertifizierung in der Praxis Mittagspause IT-Sicherheit gemäß DSG2000 Geplanter Seminarablauf Anforderungen an IT-Sicherheit Aktuelle IT-Sicherheitsrisken

6 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN IT-Sicherheit gemäß DSG2000 Sicherheit Grundlagen § 14 - Bestimmungen Entscheidungen Sonderbestimmungen

7 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN IT-Sicherheit Was ist IT-Sicherheit? technische Sicht ("safety"): -Sicherung der Herkunft (Authentizität, Integrität) -Sicherung der Vertraulichkeit -Sicherung der Verfügbarkeit -allgemeine Betriebssicherheit (OS, Applikationen, Geräte, Netzwerk, Operating, Prozesse,...) -Katastrophenschutz Delikt-Sicht ("security"): betrifft alle Sicherheitsbereiche -Delikte sind nur ein Auslöser unter vielen -andere sind: etwa Fahrlässigkeiten, Unwissenheit der Mitarbeiter, Fehleinschätzungen der Geschäftsführung,... ARGE DATEN

8 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Eurobarometerumfrage 2011 Was wird überhaupt als schützenswerte Personeninformation angesehen? (EU27 / AT / max / min) -Finanzdaten: 75% EU27 / 73% AT / 91% DK / 44% PL -Gesundheitsdaten: 74% EU27 / 75% AT / 93% IE / 46% PL -Identitätsdaten( Passnummer,...): 73% EU27 / 67% AT / 92% BG / 53% MT -Lebenslauf (beruflich): 30% EU27 / 43% AT / 50% DE / 11% BG,RO -mit wem befreundet: 30% EU27 / 40% AT / 52% DE / 7% BG -private Interessen/Hobbies: 25% EU27 / 40% AT / 46% DE / 8% CY -besuchte Webseiten: 25% EU27 / 33% AT / 44% SE / 5% RO Länder mit höchsten Datenschutzbewusstsein: Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Österreich

9 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Eurobarometerumfrage 2011 Datensicherheit und Internet (EU27 / AT / max / min) -66% der Befragten verwenden Internet -Schutz vor Spam: 42% EU27 / 46% AT / 72% DK / 19% PT -achten auf sichere Datenübertragung: 40% EU27 / 35% AT / 57% IE / 13% BG -Löschen Cookies: 35% EU27 / 39% AT / 53% LU,NL / 10% RO -suchen eigene Daten mittels Suchmaschinen: 14% EU27 / 15% AT / 24% EE / 8% RO -verwenden "dummy" Mailaccount: 12% EU27 / 25% AT / 25% AT / 6% MT -Internetnutzer setzen keine Sicherheitsaktivitäten: 15% EU27 / 12% AT / 7% DK,NL / 34% LT Länder mit höchsten Internet-Datenschutzbewusstsein: Deutschland, Niederlande, Schweden, Österreich

10 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN IT-Sicherheit Verhältnis von Datensicherheit (Safety+Security) und Datenschutz (Privacy) Datensicherheit behandelt vorrangig technische Fragen Welche Bedrohung? Was ist möglich? Im Zentrum stehen Abwehrszenarien Datenschutz behandelt vorrangig (grund)rechtliche Fragen Was ist erwünscht? Im Zentrum stehen Gestaltungsszenarien Sicherheitsmaßnahmen ohne direkte Datenschutzrelevanz: Katastrophenschutz, wie Blitz-, Feuer-, Erdbebenschutz Privacy Zugriffsschutz, Protokollierung, Rechteverwaltung, Ausspähen von Daten, Datenbeschädigung, Passwörter Safety+Security Grundrechtliche Fragen ohne direkten IT-Bezug: Zweckbindung, Melde- und Offenlegungspflichten, infomationelle Selbstbestimmung ARGE DATEN

11 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Sicherheitsbestimmungen (§ 14) Sicherheitsmaßnahmen haben einen Ausgleich zwischen folgenden Punkten zu finden: Stand der Technik entsprechend wirtschaftlich vertretbar angemessenes Schutzniveau muss erreicht werden In Österreich gibt es seit 2003 ein "offizielles" IT-Sicherheitshandbuch, das 2007 in Version 2.3 vom Ministerrat empfohlen wurde seit 11/2010 gilt Version 3.1 als Informations-Sicherheitshandbuch Es gibt im DSG 2000 jedoch keine rechtlich verbindlichen (zwingenden) Sicherheitsvorschriften! DSG Sicherheitsbestimmungen ARGE DATEN

12 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN DSG Sicherheitsbestimmungen rechtlich-organisatorische Sicherheitsmaßnahmen -ausdrückliche Aufgabenverteilung - ausschließlich auftragsgemäße Datenverwendung - Belehrungspflicht der Mitarbeiter - Regelung der Zugriffs- und Zutrittsberechtigungen - Vorkehrungen gegen unberechtigte Inbetriebnahme von Geräten - Dokumentationspflicht zur Kontrolle und Beweissicherung - Protokollierungspflicht Die Maßnahmen können als Verpflichtung zu einer Security-Policy verstanden werden! z.B. gemäß BSI M Erstellung einer IT-Sicherheitsleitlinie oder ISO Informationssicherheitsleitlinie Bestimmungen können zu Unvereinbarkeitsregeln führen, z.B. Verbot der Personenidentität von IT-Admin und IT-Sicherheitsbeauftragten

13 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Protokollierungsanforderungen I (§ 14) Protokollierungspflicht hinsichtlich Datenverwendung (Abs. 2 Z7) Protokollierungspflicht nicht registrierter Übermittlungen (Abs. 3) betrifft auch Abfragen müssen "im Hinblick auf die Zulässigkeit im notwendigen Ausmaß nachvollzogen werden können" betrifft nur auskunftspflichtige Datenanwendungen Übermittlungen gemäß Standard- oder Musterverordnung sind nicht zu protokollieren DSG Sicherheitsbestimmungen

14 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN DSG Sicherheitsbestimmungen Protokolldaten sind manipulationssicher "revisionssicher"aufzubewahren (z.B elektronisch signiert) Protokollierungsanforderungen II (§ 14) -Protokolldaten dürfen nur eingeschränkt verwendet werden (zur Kontrolle der Zulässigkeit der Verwendung) -unzulässig wäre die Kontrolle der Betroffenen oder der Mitarbeiter (z.B. durch Auswertung von Internet-Zugriffen!!) -zulässig ist die Verwendung zur Aufklärung von Straftaten, die mit mehr als fünfjähriger Freiheitsstrafe bedroht sind -Aufbewahrungsdauer ist drei Jahre, sofern gesetzliche Bestimmungen nichts anderes vorsehen -Frühere Löschung zulässig, wenn betroffener Datenbestand ebenfalls gelöscht ist

15 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN DSG Sicherheitsbestimmungen Umsetzung Protokollierungsanforderungen Empfehlung für den öffentlichen Bereich: Common Audit Trail v1.0 -regelt: Inhalt, Übermittlung und Auswertung der Protokolle -Aufbewahrungsdauer generell: 3 Jahre, bei Übermittlung zu Revissionszwecke: Löschung nach Abschluss der Revision -Inhalt: UTF-8 kodiert, lokale Uhrzeit (M=muss, K=kann) Anfragedatum & -zeit (M), Benutzerkennung (M) + Anwendername (K), Organisationseinheit (M), Applikationskennung (M), Verarbeitungsart (M), Bearbeitungsgrund (K), Transaktionskennzeichen (K), Abfrage/Ergebnis (K) jedoch: keine Regelung zur revisionssicheren Aufbewahrung

16 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN DSG Verschwiegenheitsverpflichtung Verpflichtung zum Datengeheimnis (§ 15) Mitarbeiter sind - soweit nicht andere berufliche Verschwiegenheitspflichten gelten - vertraglich zu binden. Mitarbeiter dürfen Daten nur aufgrund einer ausdrücklichen Anordnung übermitteln. Mitarbeiter sind über die Folgen der Verletzung des Datengeheimnisses zu belehren. Mitarbeitern darf aus der Verweigerung der Befolgung einer Anordnung einer rechtswidrigen Datenübermittlung kein Nachteil erwachsen. Bereitstellungspflicht der Datensicherheitsmaßnahmen (§ 14 Abs. 6)

17 © ARGE DATEN 2013 Was ist Cloud-Computing? -technisch: Nutzung fremder IT-Infrastruktur in verschiedenen Ausformungen: IaaS, PaaS, SaaS, public, private oder hybride Cloud -im Lichte des DSG 2000: nur relevant, wenn Daten Dritter ("Betroffener") verarbeitet werden, Dienstleistung im Sinne DSG 2000 §§10,11 mit Verpflichtung Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten Auftraggeber bleibt verantwortlich, egal wie die Cloud-Lösung organisiert ist, auch bei Heranziehung von Sub- und Sub-Sub-Dienstleistern IT-Sicherheit, DSG 2000 und Cloud-Computing ARGE DATEN

18 © ARGE DATEN 2013 Basisfragen, die bei Cloudeinsatz gelöst sein müssen -verantwortlich für den Einsatz von Daten ist der Auftraggeber (z.B. § 4 Z 4 DSG 2000) -den Auftraggeber trifft die Verpflichtung geeignete Dienstleister auszuwählen inkl. aller Sub- Dienstleister (z.B. § 10 Abs. 1 DSG 2000) -der Auftraggeber hat schriftlich geeignete Vereinbarungen abzuschließen (z.B. § 11 Abs. 2 DSG 2000) -der Auftraggeber hat die Tätigkeit der Dienstleister zu überwachen (z.B. § 11 Abs. 1 Z 6 DSG 2000) - der Auftraggeber kann die Beiziehung von Sub- Dienstleistern verbieten (z.B. § 11 Abs. 1 Z 3 DSG 2000) IT-Sicherheit, DSG 2000 und Cloud-Computing ARGE DATEN

19 © ARGE DATEN 2013 Basisfragen, die bei Cloudeinsatz gelöst sein müssen II -den Auftraggeber treffen alle formalen Melde- und Registrierungspflichten (z.B. § 10 Abs. 2, §§ DSG 2000) -der Auftaggeber hat für die Umsetzung der richtigen sicherheitstechnischen Maßnahmen zu sorgen (z.B. § 14 DSG 2000) Die Cloudfragen sind durch eine geeignete Kombination technischer und organisatorischer (vertraglicher) Maßnahmen zu lösen! IT-Sicherheit, DSG 2000 und Cloud-Computing ARGE DATEN

20 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Haftung bei fehlenden Weisungen zur Datensicherheit OGH Entscheidung (9 Ob A 182/90) Nach Kündigung eines Mitarbeiters kam es zur Löschung von Programmteilen, die dieser Mitarbeiter entwickelt hatte. Ein Grund für die Löschung der Programme konnte nicht gefunden werden. Erst nach Ausscheiden des Mitarbeiters wurde begonnen, die vorhandene Software zu dokumentieren. Unternehmen wollte die Rekonstruktionskosten der Software gegen Abfertigungsansprüche des Arbeitnehmers "gegenverrechnen". Die Festlegung eines Sicherheitskonzepts ist Kernaufgabe einer Geschäftsführung! Sicherheitsmaßnahmen - Haftung

21 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Haftung bei bei Datenmissbrauch OGH Entscheidung (9 Ob 126/12s) Ausgangslage Ein Redakteur der Tageszeitung A versuchte durch "erraten" von Benutzerkennung/Passwort im Zuge der BUWOG-Causa in das interne System des Unternehmens P zu gelangen. Der Versuch misslang, auf Grund der IP-Adresse konnte der Standort des Täters ermittelt werden. Die Aktion führte zur fristlosen Entlassung des Mitarbeiters. Unternehmen P verlangt Unterlassungsklage Unternehmen P verlangt weiters von TZ A eine Unterlassungserklärung. Diese wird verweigert, da Redakteur nicht im Auftrag gehandelt habe, sich die TZ A von diesen Aktivitäten distanziere und daher der Redakteur nicht als Besorgungsgehilfe anzusehen ist. Sicherheitsmaßnahmen - Haftung

22 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Sicherheitsmaßnahmen - Haftung Haftung bei bei Datenmissbrauch II OGH Entscheidung (9 Ob 126/12s) Entscheidung HG gibt Klage statt, Vorinstanz (OLG) weist Klage ab, OGH gibt Klage statt, Eingriff ist nach Besitzstörung und nicht nach Schadenersatz zu beurteilen. Eingriff in IT-System ist Besitzstörung Eingriff war im Interesse der TZ A Arbeitgeber hat Weisungs- und Kontrollrechte, kann sich Mitarbeiter aussuchen und Tätigkeitsbereich festlegen Zur Verfügung stellen von Computer und Internetanschluss reicht schon für Verantwortung der TZ A Unternehmen hat Besitzstörung - auch ohne ausdrückliche Anordnung - zu verantworten

23 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Haftung bei fehlendem Zugriffsschutz EGMR Entscheidung I. gegen Finnland (20511/03) Sachverhalt: Eine finnische Krankenschwester lässt sich im Spital in dem sie arbeitet wegen einer HIV-Infektion behandeln. Kurz darauf wird sie "gemobbt". Der Beweis, dass Personalführung rechtswidrig auf die Patientendaten zugegriffen hat misslingt. Entscheidung des EGMR: Es liegt trotzdem eine Verletzung des Grundrechts auf Privatsphäre vor (Art. 8 EMRK), da unzureichendes Sicherheitsmaßnahmen gesetzt waren. Konsequenz: Aus der Schutzverpflichtung erwächst die positive Pflicht, Personendaten effektiv und praktisch vor der Möglichkeit eines unautorisierten Zugriffs zu schützen; es reicht nicht aus, wenn dem Betroffenen eine Beschwerdemöglichkeit bei Datenmissbrauch gewährt wird Sicherheitsmaßnahmen - Haftung

24 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Haftung bei fehlendem Zugriffsschutz II OGH Entscheidung 6 Ob 25/13i Sachverhalt: Ein Arzt ließ seinen PC bei Verlassen seines Dienstzimmers ungesichert eingeschalten und ermöglichte das Abrufen der Krankenakte durch andere im Zimmer aufhältige Personen. Entscheidung: Der unauthorisierte Zugriff auf die Patientenakte wird als Störhandlung qualifiziert, die nicht nur der unmittelbare Störer, sondern auch der Arzt, der diese Handlung ermöglichte zu verantworten hat. OGH verweist ausdrücklich auf 9 Ob 126/12s (Redaktionsentscheidung) Sicherheitsmaßnahmen - Haftung

25 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN IT-Sicherheit gemäß DSG2000 Sicherheit Grundlagen § 14 - Bestimmungen Entscheidungen Sonderbestimmungen

26 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Bestehende Sicherheitsanforderungen in Ö -Verschlüsselung bei Webapplikationen / in der Datenübertragung Grundlage: ePrivacy-RL 2002/58/EG -Seit : Vorratsdatenspeicherung: Vorkehrungen bei Datenhaltung, Verschlüsselung der Übertragung und Protokollierungspflicht bei Datenverwendung (TKG § 102c + TKG-DSVO ) -Besondere Sicherheitsmaßnahmen bei Gesundheitsdaten Grundlage: GTelG (jetzt: ELGA-Gesetz) + GTelVO -Sicherheit in der elektronischen Rechnungslegung Grundlage: EU-RL 2010/45/EU, BMF-Verordnung BGBl 516/2012 -Sicherheitsbestimmungen + Genehmigungsverfahren bei Digitaler Signatur Grundlage: EG-RL 1999/93/EG, SigG, SigV

27 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Bestehende Sicherheitsanforderungen in Ö II -Einsatz der Bürgerkarte in Behördenverfahren Grundlage: E-GovG -Medikamentenabrechnung der Apotheken, Videoüberwachung - Verschlüsselung Grundlage: StMV 2004 des Bundeskanzleramtes -Webapplikationen der Behörden Grundlage: Portalverbundprotokoll pvp 2.0, eine privatrechtliche Vereinbarung -Bankomatkassen Grundlage: privatrechtliche Vorgaben des Betreibers -e-card/GINA-Box + Peering-Point der Ärzte Grundlage: privatrechtliche Vereinbarungen

28 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenverschlüsselung von Webapplikationen Keine ausdrückliche Anordnung, jedoch gilt: Stand der Technik, Wirtschaftlichkeit, Angemessenheit (siehe 2002/58/EG Kommunikations- Datenschutz-RL, EG 20, Art. 4) 128bit-SSL/TLS-Verschlüsselung kann heute als defacto-Standard / Stand der Technik angesehen werden, die DSK schreibt ihn in mehreren Fällen vor Verwendung von verschlüsselter Datenübertragung bei Webformularen (Analyse 03/2009) -Webseiten österreichische Anbieter: 6%(!!) [ausgewertet: 944 Server] -Webseiten internationale Anbieter: 15% [ausgewertet:120 Server] Server in ausgewählten Bereichen: - Finanzdienstleister (73): verschlüsselt 11 (15%), unverschlüsselt kritisch 13 (18%), unverschlüsselt sonstige 49 (67%) - Gesundheit (46): V 4 (9%), uV kritisch 7 (15%), uV sonstige 35 (76%) - Telekom/IT-Dienstleister (729): V 51 (6%), uV kritisch 159 (19%), uV sonstige 591 (75%) Online - Sicherheit

29 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Besondere Sicherheitsmaßnahmen bei Gesundheitsdaten -Regelung im ELGA-Gesetz (2012, vormals Gesundheitstelematikgesetz GTelG -Umfasst Gesundheitsdaten inkl. Abrechnungsdaten und soziale Daten -Datenaustausch durch Serverzertifikate abgesichert -Identitätsnachweis durch Zertifikate oder Zugangsberechtigung -Datenübertragung im Internet muss verschlüsselt erfolgen -Dateien sind zu signieren (Integritätsnachweis) Derzeit (10/2013) de facto nicht umgesetzt, da viele Ausnahmen

30 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Sicherheit in der elektronischen Rechnungslegung -2001: EU-RL 2001/115/EG (Mehrwertsteuerrichtlinie) -2003: 1. Verordnung 583/2003 des BMF zur elektronischen Rechnungslegung elektronische Rechnungen sind fortgeschritten zu signieren oder falls mittels EDI-Verfahren übermittelt, ist Sammelrechnung ebenfalls zu signieren oder ausgedruckt zu übermiteln -ab 2005: Erlass des BMF zur Verordnung regelt u.a. Gültigkeit von Massensignatur, automatisierte Signatur, Signatur durch Dienstleister, : 2. Verordnung 516/2012 des BMF: Ende spezifischer Sicherheitsanforderungen in der Rechnungslegung -20??: Ende der unsignierten Fax-Rechnung

31 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Digitale Signatur Rechtsgrundlagen: EG-RL 1999/93/EG "Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen" SigG BGBl. I Nr. 190/ SigVO BGBl. II Nr. 3/2008 E-GovG BGBl. I Nr. 10/2004 "Erleichterung des elektronischen Verkehrs mit öffentlichen Stellen" Zielsetzung: Regelt Rechtswirksamkeit digitaler Signaturen: grundsätzliche Zulässigkeit aller technischer Verfahren, besondere Rechtswirkung bestimmter Verfahren (§ 3) Inhalt: Genehmigungspflicht und Aufsicht durch Behörde bei bestimmten Verfahren ("qualifiziertes Zertifikat"), Verordnung schreibt bestimmte Techniken vor (Hashfunktionen, Signaturalgorithmen, Erzeugung von Zufallszahlen)

32 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Einsatz der Bürgerkarte Rechtsgrundlagen: E-GovG BGBl. I Nr. 10/2004 "Erleichterung des elektronischen Verkehrs mit öffentlichen Stellen" Zielsetzung: Regelt Form der "rechtserheblichen" elektronischen Kommunikation (vorrangig mit Behörden) Inhalt: Bürgerkarte als "digitaler Ausweis": verknüpft Identitätsdaten, Sicherheitsdaten und "qualifizierte" digitale Signatur mit besonderen Bestimmungen der Prüfung des Antragstellers ("Stammregisterbehörde", "Personenbindung") jedoch:kein integriertes Sicherheitskonzept bei Anwendung! Einsatz der Bürgerkarte nicht geregelt!

33 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Medikamentenabrechnung der Apotheken / Videoüberwachung - Verschlüsselung Rechtsgrundlagen: StMV 2004 des Bundeskanzleramts (BGBl. II Nr. 312/2004 idgF) Zielsetzung: Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen gem. § 14 DSG 2000 Inhalt: SA026 "Verrechnung ärztlicher Verschreibungen für Rechnung begünstigter Bezieher durch Apotheken": Übermittlung der Datensätze an den Empfänger in sicherer, verschlüsselter Form SA032 "Videoüberwachung": Verschlüsselte Videoüberwachung [gemeint wohl: verschlüsselte Aufbewahrung] spezifische Sicherheitsbestimmungen

34 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN spezifische Sicherheitsbestimmungen Sonderfall Web Applikation ÖNORM A 7700 ("Sicherheitstechnische Anforderungen an Webapplikationen") Regelt unter anderem -Architektur der Web-Applikation -Authentisierung und Sitzungsmanagement -Formulare und andere Benutzereingaben -Ausführung externer Programme -Datenbanken -System-/Fehlermeldungen -Kryptographie ÖNORM A 7700 ist Nachfolge der ONR Es kann auch ein staatlich anerkanntes Zertifikat erlangt werden derzeit sind vier Anwendungen nach ÖNORM A 7700 zertifiziert (Stand 4/2013)

35 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Resüme: Welche Sicherheitsmaßnahmen sind verpflichtend? -Zertifizierung einer Website? Verwendung von SSL- Verschlüsselung für Online-Formulare? -regelmäßiges Backup? -Verschlüsselung des Mail-/Daten-Verkehrs? -Absicherung des eigenen WLANs? -Installation einer (zertifizierten) Firewall? -Verwendung von Virtual Private Network (VPN) - Lösungen? -Einsatz von Virenfilter, Spamfilter, Webfilter? Online - Sicherheit Keine Maßnahme ist im DSG 2000 gesetzlich ausdrücklich vorgesehen, aber Geschäftsführung haftet für ausreichende Maßnahmen im Sinne des § 14 DSG 2000 Fachspezifische Regelungen aus anderen Bereichen oder branchenübliches Verhalten können zur Beurteilung angemessener Sicherheit herangezogen werden

36 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Länder mit überdurchschnittlich vielen Zertifikaten ARGE DATEN Umsetzung Sicherheitsanforderungen Zertifizierungen ISO weltweit (Stand 4/2013) Gesamtzahl der bis 20. April 2013 durchgeführten Zertifizierungen: 7940

37 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Umsetzung Sicherheitsanforderungen Welche Vorteile hat eine Zertifizierung? -Wettbewerbs- und Imagevorteil: Vereinfachungen in Ausschreibungsverfahren, Erbringung von Sicherheitsnachweisen, besonders vertauenswürdig -Verfahrensvorteil: geringe Gefahr bei der Umsetzung von Sicherheitsvorgaben "etwas zu vergessen" Wer nutzt den BSI-Grundschutz? -in Deutschland: Schwergewicht Behörden -aber auch Anwender in Österreich, Schweiz - ca registrierte Anwender, 300 Behörden, etwa 800 Unternehmen, 100 sonstige -u.a.: ÖBB, Verbund, Statistik Austria, Innenministerium, ÖH Salzburg, BFI Wien, Stadt Wien, TU Graz,...

38 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Umsetzung Sicherheitsanforderungen Konsequenzen aus mangelhaften Datenschutz -Verwaltungsstrafe: nach DSG 2000 § 52 Verwaltungsübertretung mit Strafe bis ,- Euro, Verletzung IT-Sicherheit: bis ,- Euro -Zivilrechtliche Haftung: Unternehmen bzw. Dienstnehmer könnten für Folgeschäden haften, auch Gehilfenhaftung -UWG-Verfahren: Mitbewerber könnten fehlende Sicherheitsmaßnahmen als Versuch eines unlauteren Wettbewerbsvorteils einklagen -immaterieller Schadenersatz: bei bloßstellenden Folgen § 33 DSG 2000, § 1328a ABGB, Medienrecht -Strafrecht: bei vorsätzlichen Handlungen (es genügt Schaden wird bewusst in Kauf genommen), z.B. § 51 DSG 2000, §§ 302/310 StGB, §§ 119/a StGB -Imageschaden: Verpflichtung zur Bekanntgabe von Sicherheitsverletzungen gemäß DSG 2000 § 24 Vertrauensverlust von Kunden und Öffentlichkeit

39 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Konsequenzen für Unternehmen Unternehmen hat Ausgleich zwischen Privatsphäreschutz und Kontrollpflicht zu finden -sowohl Schutzmaßnahmen für Daten, als auch -Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter Kombination von technischen und organisatorischen Maßnahmen erforderlich -geeignete Anweisungen zur Datenverwendung -Betriebsvereinbarung bei Aufzeichnung von MA-Daten alternativ Einzelvereinbarung gemäß § 10 AVRAG -Verschlüsselung von Protokoll-/Audit-Daten -Vier-Augen-Prinzip bei Verwendung von Protokoll-/Audit-Daten -geeignetes innerbetriebliches Kontrollsystem schaffen Die Haftung bei Datenmissbrauch bleibt jedoch in allen Fällen bei Geschäftsführung des Unternehmens!

40 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN weitere Onlineinformation

41 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

42 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Sonstige Seiten

43 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Eurobarometerumfrage 2008 (2003) Kenntnis von Sicherheitstechniken zum Schutz persönlicher Daten im Internet -Nie von Datensicherheit gehört: 56% EU-weit (72%), 58% Österreich (63%) geringstes Unwissen: PT 33%, DK 37% (S 58%, NL 59%) -Sicherheitstechniken genutzt: 24% EU-weit, 19% in Österreich, häufigste Nutzung: DK 49%, NL 44% Warum werden Datenschutztools nicht genutzt? (Basis: Personen, die Tools nicht nutzen) -Unkenntnis der Anwendung: 19% EU-weit (30%) -Zweifel an Funktion: 19% EU-weit (18%) -Unkenntnis wie zu installieren: 17% EU-weit (-) -zu teuer: 6% EU-weit (6%) -andere Gründe: 17% EU-weit (17%)

44 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Portalverbund bei eGovernment Sonderfall eGovernment - Modell Portalverbund Viele Anwendungen können über eine einheitliche Schnittstelle benutzt werden. Quelle Graphik: Portalverbund Whitepaper

45 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Was ist der Portalverbund? -Zusammenschluss verschiedenster eGovernmentanwendungen - Betreiber: Länder, Ministerien, Körperschaften,... -Vorteile: -Single Point of Administration: zentrale Verwaltung der Benutzerrechte -Single Sign On (SSO): ein Benutzerkennzeichen für alle Anwendungen -einheitliches technisches Konzept und einheitliche Betreuung, vereinfachter Betrieb -angebotene Dienste (Beispiele): -BMI/ZMR, EKIS, BRZ/Führerscheinregister, Firmenbuch, BMWA/Gewerberegister Portalverbund bei eGovernment

46 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Was ist der Portalverbund? II konzeptionell: "Web of Trust" technisch: ein Extranet, Umsetzung durch das Portalverbundsprotokoll (derzeit pvp 1.8.9) datenschutzrechtlich: -Datenübermittlung im Sinne des §4 Z12 -Informationsverbundsystem gem. § 50 DSG 2000 Rechtsgrundlage: privatrechtliche Vereinbarung Vereinbarung pvv 1.0 sieht im §9 Sicherheitsbestimmungen vor, insbeondere Konzept der Sicherheitsklassen Portalverbund bei eGovernment

47 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN SPAM-Problem Was ist Spam? -unerbetene elektronische Nachricht: unerwünschte Werbung (EU, RL Art. 13), in Österreich zusätzlich Massennachricht Umfang von Spam -heute: 70-80% aller Mails Spam (2010: 90+%, 2004: 75%, 2001: 7%) -Relation 2001: auf 14 erwünschte Mails kam ein Spam-Mail heute: auf ein erwünschtes Mail kommen 3 Spam-Mails -Response von 1:1, reicht für "erfolgreiche" Aussendung 7% der Mailnutzer reagieren zumindest einmal im Jahr auf Spam Gefährdungspotentiale -Belästigung mit unerwünschen Inhalten -Fehler bei Annahme/Ablehnung von Mails -Beschränkung der Kommunikation aus Angst vor Spam -Kosten (Übertragung, Beseitigung, Filterkonfiguation, Zeitverlust) TKG Datenschutzbestimmungen

48 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN TKG Datenschutzbestimmungen SPAM-Problem - Ausmaß Quelle: Symantec

49 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN IT-Sicherheit Sorgen sicherheitsbewußter IT-Manager ( CapGemini 2007) Bedrohung: 1 = hoch, 6 = nicht gegeben

50 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN IT-Sicherheit (Quelle: Graphik: Corporate Trust; Foto: Symantec 2009) Sorgen mittelständischer deutscher Unternehmen

51 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Internet-Sicherheit Sicherheit & Internet - Ist-Zustand bei cert.org berichtete Zwischenfälle und Sicherheitslücken Zahl der Zwischenfälle wird seit 2004 nicht mehr publiziert Mit 3.Q.2008 wurde die Veröffentlichung von Statistiken eingestellt.

52 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN 2002/58/EG (Kommunikations-Datenschutz- RL, EG20, Art. 4) -grundsätzliche Anforderung ähnlich der allg. DS-Richtlinie: angemessen, Stand der Technik, wirtschaftlich vertretbar zusätzlich: -Ausdehnung (auf gesamte Kommunikation) -Informationspflicht des Nutzers/Teilnehmers über besondere Sicherheitsrisken und deren Vermeidung -Information hat kostenfrei zu erfolgen (abgesehen von Empfangskosten) Stand der Technik -im Zusammenhang mit Internet sind SSL128 (TSL) und VPN "Stand der Technik" -Hochgradige Standardisierung im Internet erleichtert sowohl Angriffe und als auch Behebung der Lücken EU-Kommunikations-Datenschutzrichtlinie

53 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Sicherheitsanforderungen Portalverbund -durch vier Komponenten definiert - Authentifizierung - Identifizierung - IT-Grundschutz/Sicherheitskonzept - Personelle Maßnahmen (Schulung/Verpflichtung) -Art der Authentifizierung des Anwenders geheimes Wissen (Passwort), Besitz, Biometrie -Art der Identifizierung des Anwenders Identifizierung mit Ausweis, ZMR-Abfrage des Anwenders,... -IT-Grundschutz/Sicherheitskonzept Schutz der IT-Infrastruktur, Aufstellung Geräte -Personelle Maßnahmen Grundschulung + Spezialschulung, Verpflichtung Portalverbund bei eGovernment

54 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Grundzüge Sicherheitskonzept Portalverbund -Rollenkonzept -strukturierte Anwenderverwaltung im Stammportal -zusätzliche Benutzerverwaltung in der Anwendung -limitierter Zugang mittels Client-Zertifikate (TLS-Verbindung) -Nutzung mittels Sicherheitsklassen -technische Umsetzung liegt in der Veranwortung des jeweiligen Auftraggebers! -nicht geregelt: Verwendung technischer Komponenten Portalverbund bei eGovernment

55 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutz und Sicherheit Themenkreis Privatsphäre & Internet -Grundsätzlich gelten dieselben DSG-Bestimmungen (+ TKG-Regeln) Spezifische Internetprobleme Auftraggeberproblem, Zweckbindung -Wer verwendet welche Daten zu welchen Zweck? -Umfang der zulässig verwendeten Daten Identifikationsproblem (Authentisierung) -die Gegenseite kennen (Anbieter/Nutzer) -Identifikation von Benutzern (und Anbietern) Rechtsdurchsetzungsproblem -Datenfluss in Nicht-EU-Staaten

56 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Haftung bei Phishing-Attacken? Was ist Phishing? -Diebstahl der Benutzeridentität unter Vorspiegelung einer falschen Anbieteridentität Verantwortung des Benutzers -Prüf- und Sorgfaltspflichten bei der Benutzung einer Website oder der Bekanntgabe von persönlichen (identifizierenden) Merkmalen Verantwortung des Anbieters -Durchschaubare Präsentation seines Dienstangebots, insbesondere was URL-name, Seitendesign (keine Frames!), Mailversand, SSL- Zertifikat betrifft Abhilfe -Digitale Client-Zertifikate In der Regel wird keine Haftung, in Einzelfällen jedoch Mitverantwortung bestehen Datenschutzfragen Internettechniken

57 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Einsatz von Tracking-Techniken -Tracking: Instrumente um Benutzer(verhalten) zu identifizieren, zu verfolgen und zu analysieren -verschiedenste Namen/Techniken: Web-Bugs, Cookies, Web- Beacons, Hidden Identifiers, Spyware,... Typische Tracking-Informationen -Wie lang wurde welche Seite, in welcher Reihenfolge angesehen ("Surfverhalten")? -Welche Artikel wurden in welcher Kombination bestellt? Probleme -Umfang -Durchschaubarkeit (wird sich auch an Kenntnis des Zielpublikums orientieren müssen) -Zustimmung (ausdrückliche / konkludente Zustimmung) -unternehmensübergreifendes Tracking -Vermeidung der nachträglichen Benutzerzuordnung Datenschutzfragen Internettechniken

58 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Tracking II 2002/58/EG (TK-Datenschutzrichtlinie, EG24/25) -gem. EU-Richtlinie grundsätzlich zulässig -"klare und genaue Information über den Zweck" -Ablehnung muss möglich sein (Einstellbarkeit einmalig im Browser genügt) -in Verbindung mit Verpflichtung zu Sicherheitsmaßnahmen: defacto- Verbot der Speicherung vertraulicher Daten im Klartext nicht konfigurierbare Browser in Cybercafes können Richtlinie widersprechen! Datenschutzfragen Internettechniken

59 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Cookie-Verwendung Privacy-Gefährdungspotentiale -bei gemeinsamer Nutzung des Computers durch mehrere Personen könnten persönliche Informationen von Dritten verwendet werden -Ausspähen von Interessensprofilen -Einsatz von Cookie-Servern / Cookies in Werbebannern erlauben User-Traking 2002/58/EG (TK-Datenschutzrichtlinie) -dürfen nicht überrumpelnd eingesetzt werden -Bei Übergang auf Seiten mit Cookies ist das (browserunabhängig) anzuzeigen -Aus unserer Sicht ist die Verwendung von Cookies schon auf der "Homepage" unzulässig Datenschutzfragen Internettechniken

60 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN im Blickwinkel der Privatsphäre -TKG-SPAM-Regelung §107, Abwehrrechte -Filtersoftware oft problematisch und schlecht zu konfigurieren -Blocking- ("Blacklist"-) Server können zu Haftungsproblemen führen -SPAM & Würmer als "siamesische Zwillinge" -Mail als unerwünschte Nachricht ist nicht immer SPAM Ausblick und Entwicklung von Mail -professionelle Filter-Dienstleister -Verstärkte Nutzung von Formularen -Einsatz sicherer (TLS-basierter) und zertifizierter Mailserver -Verstärkter Einsatz von Clientenzertifikaten -Verstärkte Nutzung von "einmal"-Mailadressen -datenbankbasierter Mailverkehr und P2P-Kommunikation Datenschutzfragen Internettechniken

61 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Intranet/Extranet Themen aus der betrieblichen Praxis -Hat die Betriebsführung Anspruch auf Bekanntgabe von Passwörtern? -Ist der Einsatz von Filtersoftware zustimmungspflichtig? -Dürfen Fotos der Mitarbeiter im Intranet / Internet veröffentlicht werden? -Dürfen Daten der Mitarbeiter zu persönlichen Ereignissen im Intranet veröffentlicht werden (Hochzeit, Geburtstag,...) -Muss bei Datenzugriffen von Außen (Vertriebsmitarbeiter,...) verschlüsselt werden? -Muss innerbetrieblich verschlüsselt werden (VPN-Pflicht)?

62 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Digitale Signatur Ziele Technik Signaturarten

63 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Problemstellung digitale Signatur Digitales Zertifikat ist ein Ausweis, der den Signator für ein bestimmtes Signaturverfahren als nutzungsberechtigt ausweist Signatur: technisches Verfahren zur Kennzeichnung von Dateien Zertifikat: Zuordnung eines bestimmten technischen verfahrens zu einem Inhaber Ziel(e) digitaler Signatur -Nicht Bestreitbarkeit eines Rechtsvorgangs -Vermeidung von Medienbrüchen -weitestgehend automatisierte Abwicklung (Bestellungen, Sachbearbeitung,...) -Nachweisbarkeit der Durchführung einer Transaktion / Zustellung / Hinterlegung

64 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Grundlagen SigG Signaturgesetz jeder kann Signaturverfahren nach eigenem Ermessen einsetzen -Signaturdienste für Dritte sind registrierungs- bzw aufsichtspflichtig -Verschiedene Signaturformen -gewöhnliche Signatur -"fortgeschrittene" Signatur -Verwaltungssignatur -Amtssignatur -"sichere" (qualifizierte) Signatur -Gültigkeit der Signatur richtet sich nach gesetzlichen Bestimmungen oder privatrechtlicher Vereinbarung

65 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Arten der digitalen Signatur "gewöhnliche" Signatur -jede Form der elektronischen Kennzeichnung zum Verfasser eines Dokuments "fortgeschrittene" Signatur -bestimmte, sichere Hash- und Signaturverfahren zwingend vorgeschrieben -bestimmte Form der Identiätsbestimmung des Signators und Vergabeform des Zertifikats durch Aufsichtsbehörde vorgeschrieben -keine besonderen Hardwareverwendungen vorgesehen "qualifizierte" Signatur -wie "fortgeschrittene" Signatur, jedoch bestimmte Hardware zwingend vorgesehen EU-weit dürfte "fortgeschrittene" Signatur zum gemeinsamen Rechtsstand werden

66 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN "fortgeschrittene" Signatur Rechtsgrundlage fortgeschrittene Signatur -SigG §2 Z3 lit. a bis d definiert "fortgeschrittene" Signatur -RTR/TKK-Positionspapier vom Anerkennung durch EU-Richtlinie 2001/115/EG -Umsetzung durch BMF-Verordnung Dezember 2003 (BGBl. II Nr. 583/2003) Merkmale -ausschließliche Zuordnung zum Signator -Identifizierung des Signators möglich -alleinige Kontrolle durch Signator -keine nachträgliche Änderung der Signatur möglich einziger Unterschied zur "sicheren" Signatur: Verzicht auf bestimmte Hardware (Chipkarte)

67 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN digitale Signatur - Grenzen Grundsätzliche Unterschiede digitaler/natürlicher Signatur -keine unmittelbare Einsichtigkeit des Vorgangs (technische Vermittlung) -Ablaufdatum der Gültigkeit -Abhängigkeit von technicher Infrastruktur Dritter -Internet ist ein asynchrones Medium -keine Synchronität zwischen Ausweisleistung und Willenserklärung digitale Unterschriften werden niemals persönlichen Unterschriften gleichzusetzen sein

68 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN technischer Ablauf - Schritt I Asynchrones und asymetrisches Verfahren -Signiervorgang und Bestätigungsvorgang erfolgen mit unterschiedlichen Verfahren (Privat und Public Key) -dadurch können sie asynchron stattfinden Einsatzgebiete -Sicherung der Authentizität eines Dokuments -Änderungskontrolle (Änderungen werden erkannt, nicht notwendigerweise verhindert) Einsatz nicht notwendigerweise personenbezogen! Technik digitale Signatur

69 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Beispiel Technik digitale Signatur

70 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN technischer Ablauf - Schritt II Personenbindung Hashcode wird mit persönlichem Code ("privater Schlüssel") verknüpft -Methode: asymetrische Verschlüsselung -Typische Techniken: RSA (eingesetzt in Programmen wie PGP, S/MIME,...), DSA Technik digitale Signatur

71 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN technischer Ablauf - Schritt III Verifikation (Übermittlung / Prüfung) Originaltext und Anhang werden gemeinsam (oder auch getrennt) übermittelt -öffentliche Schlüssel zur Prüfung notwendig -öffentliche (sekundenaktuell) geführte Verzeichnisse notwendig -vertrauenswürdige Bestätigungsstellen notwendig -einheitlicher Zeitstandard notwendig Technik digitale Signatur

72 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutz bei Authentisierungsmechanismen (Stellungnahme WP ) Online-Authentifizierungssysteme - lokal (PC-orientiert) -dezentrale (Proxy-orientiert) -zentrale Authentisierungen (Microsoft) -vernetzte (Web-of-Trust) gegenwärtig werden fast nur zentrale Authentiserungsmodelle diskutiert Datenschutz und Authentisierung

73 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutz und Identifikation Identifikation von Benutzern - Vorfragen -Wann ist eine Identifikation zulässig? -Welche Identifikationsdaten dürfen verwendet werden? -Wie sind diese Daten einzuordnen? Identifikationsmechanismen im Internet -PIN / TAN - Verfahren -Digitale Signatur und Zertifikate Nachweis- und Willenserklärungsproblem Neue Herausforderungen an Begriff "personenbezogene Daten" ("Identität einer Person") -Problem der Alias-Identitäten -Problem des Identitätsdiebstahls (Phishing)

74 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Internet-Sicherheit Sicherheit & Internet Benutzersicht Problembereiche -Benutzung von Passwörtern -Benutzung von Suchmaschinen -Benutzung von Online-Formularen -Aufzeichnung des Surfverhalten Hilfsmaßnahmen -Verwendung von Proxy-Servern -Verwendung verschiedener Rollen (Alias-Identitäten) -Verwendung diverse Filter- und Scanersoftware -Nutzung von Black- und White-Lists -Lokale Sicherheitseinstellungen optimieren Zur Diskussion: Klage nach Erhalt eines Mails mit Wurm? Welche Vorkehrungen kann/muss ein Benutzer treffen?

75 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutzfragen Internet Verwendung von WHOIS-Informationen Beispiel WHOIS (Stellungnahme WP ) -mangelhafte Definition des Zweckes -Zweck des Kontakts bei Fehlern auch mit anderen Mitteln erreichbar -auch veröffentlichte Daten genießen Datenschutz -zwangsweises Eintragen im WHOIS-Verzeichnis verstößt gegen Selbstbestimmungsrecht -Selbstkontrollmaßnahmen auf WHOIS-Basis problematisch (NOWAK-Aktion) -Direktmarketingaktionen jedenfalls unzulässig

76 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Verwendung von Internet-Zugriffsprotokolle Was sind Internet-Zugriffsprotokolle-Daten? -grundsätzlich bestimmbare personenbezogene Daten -abhängig vom Dienstangebot auch [direkt] personenbezogene Daten, in vielen Fällen verknüpft mit sensiblen Daten (e-health, Sex- Seiten, Infoseiten weltanschaulich orientierter Gruppen) Mögliche Zwecke (Datenanwendungen) von Internet- Zugriffsaufzeichnungen (1)Analyse des Ressourcenverbrauchs (Auslastung, Systemplanung, DSG 2000 § 48 "Statistik", Ergebnis ist nicht personenbezogen) (2)Erkennen missbräuchlicher Verwendungen (DSG 2000 § 14 [gilt nur bei Web-Zugriffen von Datenanwendungen bei denen man selbst datenschutzrechtlicher Auftraggeber ist], TKG 2003, StGB § 119a) (3)Analyse der Nutzung des eigenen Angebots (Marketingplanung, wie (1)) Datenschutzfragen Internet

77 © ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Verwendung von Internet-Zugriffsprotokollen II Mögliche Zwecke (Datenanwendungen) von Internet- Zugriffsaufzeichnungen (Fortsetzung) (4)Analyse der Interessen der externen Nutzer (Interessenten, Kunden, Mitglieder, Lieferanten) (wie (1), TK-Anbieter haben zusätzlich TKG § 93ff zu beachten) (5)Analyse der Tätigkeiten der Mitarbeiter (ArbVG §§ 96,96a, BV- pflichtig oder § 10 AVRAG (Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz ) Zustimmung der Mitarbeiter) einzelne Verwendungen können Datenschutzprobleme verursachen -Auflösen IP-Adressen durch WHOIS-Abfragen und veröffentlichen der Ergebnisse -Veröffentlichen Protokolldaten/Auswertungen im Internet -Übermitteln/Überlassen Protokolldaten an Drittfirmen ohne Dienstleistervereinbarung gemäß DSG 2000 (z.B. Google Analytics) Datenschutzfragen Internet


Herunterladen ppt "© ARGE DATEN 2013 ARGE DATEN Datenschutz & IT-Sicherheit Anforderungen, Konzepte, Umsetzung ARGE DATEN Wien, NH Danube City, 5. November 2013."

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