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Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/061 Die Industrielle Revolution auf dem europäischen Kontinent: 1. Deutschland.

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1 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/061 Die Industrielle Revolution auf dem europäischen Kontinent: 1. Deutschland

2 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/062 Warum begann die IR auf dem Kontinent so spät? Hohe politische Instabilität im 17. und 18. Jahrhundert im Vgl. zu England und Schottland (30-jähriger Krieg, Erbfolgekriege, 7- jähriger Krieg, Frz. Revolution, Napoleonische Kriege) Hohe institutionelle Barrieren im Zusammenhang mit politischer, kulturell-konfessioneller Fragmentierung Timing: die englische Konkurrenz ist seit Aufhebung der Kontinentalsperre 1815 Motor und Bremse zugleich Motor: Vorbild zur Imitation von Innovation und Lieferant hochwertiger Inputs Bremse: englische Konkurrenz erzwingt Produktion mit hohen Fixkosten Größere Rolle von Finanzintermediären Größere Rolle des Staates

3 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/063 Programm 1.Kurze Datenübersicht zur wirtschaftlichen Entwicklung in D (nach Hoffmann 1965) 4 Phasen 2.Eine Interpretation (nach Gerschenkron 1962) a)Politischer Hintergrund: Deutschland 1803 bis 1871 b)Institutionelle Barrieren und ihre Beseitigung c)Staatliche Förderpolitik: Infrastruktur, Zölle, Bildung d)Zur Rolle von Großbanken

4 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/064 Datenübersicht (1) (alle Angaben nach Hoffmann et al. 1965) Wie hat sich die dt. Wirtschaft quantitativ entwickelt? Die Bibel: W. G. Hoffmann/ F. Grumbach/ H. Hesse (1965) Das Wachstum der Deutschen Wirtschaft seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Datensammlung und systematische Aufarbeitung nach makroökonomischen Kriterien Quellen für Deutschland vor 1871? Nach 1815 viele Daten für 5 Königreiche und 7 Großherzogtümer (über 80% der Fläche und Bevölkerung)

5 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/065 Datenübersicht (2) 1.Bevölkerungsentwicklung Nettoinlandprodukt zu Faktorkosten Versuch eines Growth Accounting Sektoraler Wandel a)Anteile am NIP b)Beschäftigungsanteile 5.Landwirtschaftliche Produktivität (Roggen) Arbeitsproduktivität der Industriezweige Staatsquote (ohne Sozialausgaben)

6 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/066 Bevölkerungsentwicklung (1)

7 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/067 Bevölkerungsentwicklung (2)

8 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/068 Linearer Trend 1817-ca 1881 bis 1913 Beschleunigung durch Sinken der Sterberate bei stabiler Geburtenrate, evtl. weitere Faktoren Trendwachstum in der Zwischenkriegszeit (!) Trendwachstum in den 50ern (!) Das wirft Fragen auf: –Woher die Kontinuität? –Woher die Beschleunigung bis zum 1.WK? –Wo ist die NS-Geburtenpolitik?

9 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/069 Nettoinlandsprodukt

10 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0610 Definition NIP: Einkommen der Produktionsfaktoren im Inland + indirekte Steuern-Abschreibungen NIP: Loglinearer Trend bis 1913 Kapitalstock wächst schneller als Arbeitseinsatz (Beschäftigte*Stunden)

11 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0611 Revidierte pro Kopf NIP-Daten und Daten zum Industriellen Output pro Kopf (nach Burhop/ Wolff 2004)

12 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0612 Krise nach 1873 in Industrieoutput pro Kopf deutlich sichtbar NIP/ Kopf wächst weiter, weicht aber seit Anfang der 1870er bis Mitte der 1890er vom langfristigen Trend nach unten ab

13 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0613 Growth Accounting für das Deutsche Reich (nach Hoffmann et al. 1965)

14 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0614 Growth Accounting Geschätztes TFP-Wachstum schwankt stark, scheint aber systematisch positiv Schätzung kann man besser machen: Änderung der Arbeitsstunden, Einsatz von Humankapital, etc.

15 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0615 Wachstumsbeiträge zum NIP von Arbeitseinsatz und Arbeitsproduktivität

16 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0616 Wachstumsbeiträge zum NIP von Arbeitseinsatz und Arbeitsproduktivität Wachstum der Arbeitsproduktivität erklärt mehr als Wachstum des Arbeitseinsatzes, da –Kapitalstock steigt –TFP wächst Unterschiedliche Phasen: bis ca 1873, nach ca 1890

17 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0617 Sektorale Anteile am NIP in Preisen von 1913,

18 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0618 Sektorale Anteile an der Gesamtbeschäftigung,

19 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0619 Industrie überholt Landwirtschaft im Anteil am NIP um 1890 im Anteil an Beschäftigung erst um 1910 Positiver Trend und deutlicher Anstieg des Beschäftigungsanteils der DL nach 1. WK

20 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0620 Landwirtschaftliche Produktivität am Beispiel Roggenerträge pro Hektar

21 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0621 Erntezyklen, aber klar positiver Trend seit Jahrundertmitte Kriege senken Erträge Ertragssprung nach dem 2. WK (Bundesrepublik!) –Technik/ Düngung/ etc. und –andere Bodenqualitäten (?)

22 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0622 Wachstumsraten der Arbeitsproduktivität in Industrie und Handwerk Wirtschaftsgruppe Industrie der Steine und Erden Na1,26,0 2. Metallerzeugung 3,12,4Na 3. Metallverarbeitung. 3,02,23,7 4. chemische Industrie Na2,34,5 5. Textilindustrie. 2,52,15,5 6. Ledererzeugung 1,52,23,3 7. Bekleidungsindustrie und Lederverarbeitung 1,6 6,3 8. Verarbeitung von Holz und Schnitzstoffen. 1,51,61,4 9. Papiererzeugung und -verarbeitung. Na3,52,9 10. Nahrungs- und Genussmittelindustrie 1,20,92,5 11. Gas-, Wasser-, Elektrizitätsversorgung na3,86,9 13. insgesamt 1,81,64,4

23 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0623 Metall- und chemische Industrien sehen leicht überdurchschnittliches Wachstum der Arbeitsproduktivität Weite Teile der dt. Industrie um 1913 produktiver als englische Konkurrenz (Broadberry 1997)

24 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0624 Die Staatsquote: Staatsausgaben pro NIP in Marktpreisen, ohne Sozialausgaben, PeriodeIn laufenden PreisenIn Preisen von 1913 insgesamtOhne VerteidigunginsgesamtOhne Verteidigung 1850/546,9 5,3 7,5 6,0 1855/596,04,57,15,7 1860/645,84,57,95,2 1865/697,24,29,35,1 1870/748,24,28,35,2 1875/798,14,28,05,5 1880/847,95,07,85,6 1885/898,45,68,65,1 1890/949,15,78,15,7 1895/998,76,09.55,7 1900/049,86,810,26,8 1905/0910,27,1 10,8 7,2 1910/1310,8 7,812,8 7,8 1925/2913,6 13,7 13,2 12,8 1930/3416,116,011,9 13,2 1935/3825,526,412,5 11,9 1950/5417,317,512,7 12,5 1955/5917,215,613,2 12,7

25 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0625 Staatsquote in D (ohne Sozialausgaben) heute ca 35% geringere Rolle des Staates, aber positiver Trend, va seit 1890/95 Quellenkritik: wo ist die NS-Rüstung? Vermutlich im Bausektor u.ä. versteckt, viel indirekte staatl. Einflussnahme auf die Industrie

26 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/ Phasen bis 1913 Anlaufphase bis 1850 (wenig Information) Erste Industrialisierungsphase –Starker Anstieg des Kapitalstocks und –der Arbeitsproduktivität, va der Industrie (Metall, Chemie, etc.) –Sektoraler Wandel beginnt Stockungsphase (Gründerkrise) Zweite Industrialisierungsphase –Starkes Wachstum der Arbeitsproduktivität –Beschleunigter sektoraler Wandel –Leichter Anstieg der Staatsquote

27 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0627 Interpretation A. Gerschenkron (1962) Economic Backwardness in Historical Perspective –Je rückständiger ein Land, desto schneller der catch- up (passt zu Solow…) –Dabei kommt es oft zu Substitution von Mechanismen, z.B. G1)Staat substituiert privates Unternehmertum, bzw. leistet Hilfestellung im Wettbewerb G2)Staat substituiert private Finanzierung, bzw. schafft Investitionsanreize G3)Grossbanken koordinieren private Finanzierung, bzw. schaffen Investitionsanreize

28 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0628 Politischer Hintergrund zur Entwicklung in Deutschland Deutschland 1789: 314 selbständige Territorien, 1400 Reichsritterschaften Napoleon modernisiert Deutschland (Nipperdey 1994) –Säkularisation (1803: Reichsdeputationshauptschluss) führt zur Eingliederung aller geistlichen Herrschaftsgebiete in weltliche Herrschaft, zugleich Eingliederung von 45 der 51 Reichsstädte –Mediatisierung gliedert 350 Reichsritterschaften größeren weltlichen Herrschaften unter –Aber auch: Rangerhöhung einiger deutscher Fürsten gliedert übrige weltliche Herrschaften langfristig 1815: Wiener Kongress Gründung des deutschen Bundes zwischen 35 Fürsten (1 Kaiser, 5 Könige, 1 Kurfürst, 7 Großherzoge, 10 Herzoge, 11 Fürsten) und 4 freien Städten

29 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0629 Politischer Hintergrund (2) Bundestag in Frankfurt charakterisiert vom Dualismus zwischen Preußen und Österreich, und verschiedenen Allianzen der Kleinen Uneinheitliche Zoll- und Währungspolitik, keine Koordination der Infrastrukturpolitik [siehe Sitzung zur wirtschaftlichen Integration] Vielfältige außenpolitische Komplikationen erschweren die Abstimmung (Hannover=Kgr. England, Luxemburg=Kgr. Niederlande, Holstein=Kgr.Dänemark) Preußen gewinnt gg. der (seit dem Vormärz und den Unruhen von 1848 geschwächten) Habsburgermonarchie zunehmend Einfluss im Deutschen Bund, seit 1862 ist Bismarck preußischer MP 1866/67 Preußen drängt Habsburg aus dem Deutschen Bund, Gründung des Norddeutschen Bundes Januar 1871: nach dem Sieg über F wird der König v. Preußen durch die deutschen Fürsten (ohne Habsburg) zum Deutschen Kaiser proklamiert

30 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0630 Institutionelle Barrieren und ihre Beseitigung Diese Politische Zersplitterung bis 1871 hinderte die wirtschaftliche Entwicklung durch –Hohe Transport- und Transaktionskosten: hohe Zulieferkosten, kleiner Binnenmarkt – rechtliche Unsicherheit für Unternehmer großes Potential für Smithian Growth: je größer der Markt desto mehr Spielraum für Produktivitätssteigerung durch Arbeitsteilung Ausgehend von Preußen seit 1818 und später auch von den süddeutschen Staaten kam es schrittweise wichtiger Schritt ist die Gründung des Zollvereins 1834 und dessen Erweiterungen 1836, 1854

31 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0631 Institutionelle Barrieren und ihre Beseitigung mainz.de/mapsp/mapzoga.htm

32 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0632 Institutionelle Barrieren und ihre Beseitigung Welche Auswirkung hatte die Gründung des Zollvereins 1834 auf wirtschaftliche Integration? Integrationsmessung über Preisdaten bzw Handelsvolumen möglich Preisdaten: p1 p2*(1+t) und t = f(distance, border,…) Carol Shiue (2005): Beseitigung der Zollgrenzen hatte Effekt äquivalent zu Verringerung der Entfernung um ca 160km Handelsdaten: trade1,2 f(distance, border, y1, y2,…) Wolf (2005): 1885 handelten die Teile des Reichs, die schon 1834 dem Zollverein beitraten 25x mehr untereinander, 1933 immer noch 5x mehr als mit anderen Teilen des Reichs

33 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0633 Der Staat als Wirtschafts-Förderer Beseitigung negativer politischer/staatlicher Einflüsse war offenbar wichtig Darüber hinaus hatte der Staat vermutlich eine positive Rolle in verschiedenen Bereichen: 1.Infrastrukturpolitik 2.Zollpolitik 3.Bildungspolitik

34 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0634 Ad 1: Infrastruktur Neben Kanal- und Straßenbau, Post, Telegraphenwesen Eisenbahnbau: Erste deutsche Eisenbahnlinie Nürnberg-Fürth 1835 ging auf private Initiative zurück, aber zahlreiche Projekte konnten zunächst mangels Kapital nicht realisiert werden. Auf private Initiative hin förderte der Staat – erst zögerlich, nach 1848 bereitwilliger (warum nach 1848?) - den Eisenbahnbau über –Schaffung des rechtlichen Rahmens (preußisches Eisenbahngesetz von restriktiv) –Garantien für private Kapitalgeber –Staatliche zinsfreie Darlehen –Aktienübernahmen Nach Gründerkrach 1873 staatl. Engagement im größeren Stil: km-Länge staatlicher/privater Eisenbahnen änderte sich von 10596/ 8210 (1870) auf 38203/3292 (1890) Einer der Gründe dafür: fiskalpolitischer Anreiz, da Eisenbahnen hochrentabel waren Folgen: forward linkage (billigere Inputs) backward linkage (größerer Markt)

35 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0635 Ad 2: Zollpolitik Siehe VL zur Politischen Ökonomie der Zollpolitik

36 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0636 Ad 3: Bildungspolitik Wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung durch Ausbau staatlicher Bildungseinrichtungen: Seit ca 1800 verbreitet sich die allgemeine Schulpflicht in D 1810: Humboldts Reform des Schul- und Hochschulwesens in Preußen, u.a. Gründung der Berliner Universität Gründung von technischen Hochschulen: 1825 Polytechnische Schule Karlsruhe, 1852 Gewerbeinstitut Berlin, etc. Förderung von Auslandsreisen staatlicher Beamter und privater Unternehmer zum Technologietransfer

37 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0637 Zur Rolle von Großbanken Gerschenkron-Hypothese 3 –in Deutschland konnte der Bedarf an Kapital für Industrieunternehmungen nicht wie in England über private Netzwerke und kleine Banken gedeckt werden –nicht zuletzt weil die englische Konkurrenz eine Produktion mit hohen Fixkosten erforderte –Diese wurden durch einige große Aktienbanken ersetzt, die in der Lage waren, Kapital in großem Umfang zu organisieren –the great banks constituted less than a tenth of the total assets of financial institutions of the country but were found at the critical margin affecting economic growth(Kindleberger 1993)

38 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0638 Zur Rolle von Großbanken (2) Formalisiert bei Da Rin/ Hellmann (2002) –Wenn Banken groß genug sind um Marktmacht auszuüben, und groß genug um eine kritische Masse an Firmen zu finanzieren –Dann können Banken eine Ökonomie von einem bad equilibrium in ein good equilibrium bringen: Die Banken fördern die Industrialisierung indem sie Firmen zu Zinsen finanzieren die unter den Marktzinsen liegen Sie tun das, weil sie erwarten dass die Profite nach der Industrialisierung höher sind als vorher Sie können das tun, wenn sie ausreichend Marktmacht haben Gibt es Evidenz dafür in Deutschland

39 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0639 Zur Rolle von Großbanken (3) Becht/ Ramires (2003): bessere Performance von Bergbau- und Stahlunternehmen die von Aktienbanken finanziert wurden Neuburger/ Stokes (1974): negativer Einfluss von Banken auf Wachstum in Deutschland Edwards/ Ogilvie (1996): Aktienbanken waren in D zu klein, um einen Einfluss gehabt haben zu können Fohlin (1999): Aktienbanken in D haben Kapitalbildung und Wachstum geringfügig positiv beeinflusst Problem: die für die Industrialisierung entscheidende Phase ist bisher noch nie untersucht worden, mangels Daten Neue Studie von Burhop (2005) mit verbesserten Daten bringt neue Ergebnisse

40 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0640 Zur Rolle von Großbanken (4) 2 Fragen: 1.haben Banken das Wachstum der deutschen Wirtschaft gefördert? 2.Haben Aktienbanken das Wachstum der deutschen Industrie gefördert? Methode: konstruiere 8 Zeitreihen –FD (bank assets/ net national product) –FDM (joint-stock bank assets/ industrial output) –Y, YM (Output, industrial Output) –K, KM (Capital, industrial Capital) –P, PM (Productivity, Industrial Productivity)

41 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0641 Zur Rolle von Großbanken (5)

42 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0642 Zur Rolle von Großbanken (6)

43 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0643 Zur Rolle von Großbanken (7)

44 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0644 Zur Rolle von Großbanken (8)

45 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0645 Zur Rolle von Großbanken (9) Methode: teste ob die Zeitreihen untereinander Granger-kausal sind wenn eine Zeitreihe signifikant hilft, eine andere zu prognostizieren, und dasselbe umgekehrt nicht de Fall ist, dann ist das Evidenz für Granger-Kausalität Einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein (u.a. Integration der einzelnen Reihen und Kointegration untereinander) Nullhypothese: Serie X ist Granger-Kausal für Serie Y Ergebnisse als Ablehnungswahrscheinlichkeiten (p-values): mit welcher Wahrscheinlichkeit lehne ich die Nullhypothese ab

46 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0646

47 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0647 Zur Rolle von Großbanken (10) Ergebnisse für die gesamte Wirtschaft unklar, aber für den industriellen Sektor gilt, dass –Aktienbanken Granger-kausal für den industriellen Kapitalstock waren –Und dass dies für die Zeit stärker der Fall war, als für die Zeit Für andere Banktypen (Sparkassen) lässt sich das nicht nachweisen Plausibel? Marktmacht und Kostenvorteile waren da –Vor der Liberalisierung des Bankgesetzes 1870 gab es nur wenige aber große Aktienbanken –Über Aufsichtsräte haben große Banken geringere monitoring Kosten als andere Banken –Als die Wirtschaft wuchs, nahmen evtl. die monitoring Kosten zu, und das System von Grossbanken wurde gg einem System von Marktfinanzierung (Börse) ineffizient (Baliga/ Polak 2004)

48 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin WS 2005/0648 Einige Regionale Aspekte Technischer Wandel impliziert regionalen Wandel –Um 1820 waren die wichtigsten Eisenproduzenten dort, wo es Eisen, sowie Holz und/ oder Wasserkraft gab: Rheinpfalz, Saar, Sauerland, Siegerland, Erzgebirge, Eifel, Harz –Seit 1840 massiver Wandel durch Import der mit Steinkohle produzierten englischen Stahlprodukte Importsubstitution: moderne Stahlwerke in Deutschland entstehen dort, wo es Steinkohle (und möglichst auch Eisenerz) gibt: Oberschlesien, Ruhrgebiet, Saar Integration/ Grenzverschiebungen haben vielfältige Folgen: –Annektion von Elsaß-Lothringen ins Reich führt zu einem enormen Modernisierungsschub in der Textilindustrie (sowie den genannten Forderungen süddeutscher Hersteller nach Zöllen) –Abtrennung des größten Teils Oberschlesiens nach 1918/21 steigert die Energiekosten für die deutsche (va die sächsische) Industrie, ist aber für das Ruhrgebiet zunächst positiv


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