Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Zecken Prävention vor und nach dem Zeckenstich Borreliose und Co-infektionen - Wissenswertes über Zecken - Sicherheit im Umgang mit Zecken Was ist zu beachten.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Zecken Prävention vor und nach dem Zeckenstich Borreliose und Co-infektionen - Wissenswertes über Zecken - Sicherheit im Umgang mit Zecken Was ist zu beachten."—  Präsentation transkript:

1 Zecken Prävention vor und nach dem Zeckenstich Borreliose und Co-infektionen - Wissenswertes über Zecken - Sicherheit im Umgang mit Zecken Was ist zu beachten nach einem Zeckenstich? Zeckenentfernung beim Arzt? Arztbesuch nach einem Zeckenstich? FSME-Impfung ja oder nein? Wann ist Einnahme von Antibiotika empfehlenswert? Wie hoch ist das Risiko nach einem Zeckenstich zu erkranken? (4% versus 0,01 %) Zeckenentfernung, aber wie? Wie schütze ich mich vor Zecken? Was tun nach einem Zeckenstich? Vortrag im Pro Seniore Heilbronn Referent: Apotheker Dr. Gerhard Schick Termin: Dienstag, um Uhr

2 Zeckenarten Lebensraum der Zecken Zeckenbiologie - Morphologie - Haller’sches Organ - Mundwerkzeuge mit Widerhaken Der Entwicklungszyklus Der Blutsauger und seine bevorzugten Wirte Borreliose und Co-Infektionen: Ehrlichiose, Rickettsiose, Babesiose, Bartonellose, Q-Fieber, FSME, Tularämie Zeckenentfernung Schutz vor Zecken Neueste Forschungsergebnisse – natürliche Feinde der Zecken – Impfstoff „Borreliose“ Mythos Zecken – Häufigste Irrtümer Diskussion

3 Urbewohner der Erde, Alter mindestens 100 Mio. Jahre ca. 850 Zeckenarten Schildzecken und Lederzecken (Spinnentiere, Gruppe Milben) In Deutschland / Europa heimische Zeckenarten: - Ixodes ricinus oder „Gemeiner Holzbock“ (Schildzecke) Vorkommen: In ganz Deutschland; im Wald und an Waldrändern, z.T. auch in Parks und Gärten sowie auf Brachflächen Besonderheiten: Weit verbreitet und häufig; feuchtigkeitsbedürftig Sticht den Menschen: ja, Überträger von diversen Krankheitserregern Foto: Wikipedia - Dermacentor reticulatus, „Auwaldzecke“ (Schildzecke) Vorkommen: Vorwiegend im östlichen und südwestlichen Deutschland; hauptsächlich auf sonnenexponierten, mit Büschen oder Bäumen durchsetzten offenen Flächen und lichten Wäldern, Wiesen, Waldlichtungen, Waldrand, Brachen etc. Besonderheiten: Bevorzugt sommerwarme Flächen, erträgt Trockenheit, findet sich aber auch in Überschwemmungsgebieten Sticht den Menschen? Selten, Überträger von Krankheitserregern, überträgt den Erreger der Hundemalaria (Babesien), Rickettsien, Q-Fieber Größe: 5x20 mm Foto: Wikipedia „Buntzecke“

4 - Dermacentor marginatus oder „Schafszecke“ (Schildzecke) Vorkommen: Vorwiegend südlich des Mains, häufig in Gebieten mit Schafbeweidung; auf nicht zu feuchten Wiesen- und Grasflächen, am Waldrand Besonderheiten: Bevorzugt sommerwarme Flächen, erträgt Trockenheit Sticht den Menschen? Selten Überträger von Krankheitserregern? Ja, indirekt Foto: Wikipedia „Buntzecke“ - Argas reflexus oder „Taubenzecke“ (Lederzecke) Foto: Wikipedia Vorkommen: In ganz Deutschland; nicht im Freiland, sondern nur punktuell in und an Gebäuden, in der Nähe von (auch nicht mehr genutzten) Taubenbrutplätzen, versteckt sich in kleine Hohlräumen Besonderheiten: Kann über mehrere Jahre hungern und ist sehr widerstandsfähig gegen klimatische Extreme, saugt ca. 2 Std. mehrmals Sticht den Menschen? Gelegentlich Überträger von Krankheitserregern? Nein, indirekt (starke Allergien)

5 - Ixodes hexagonus oder „Igelzecke“ (Schildzecke) Foto: Wikipedia Vorkommen: Vermutlich in ganz Deutschland Besonderheiten: Lebt verborgen in den Bauten oder Gängen ihrer Wirte Sticht den Menschen? Selten Überträger von Krankheitserregern? Überträgt Borrelien und FSME- Virus - Rhipicephalus sanguineus oder „Braune Hundezecke“ (Schildzecke) Foto: Wikipedia „zweiwirtig“ Vorkommen: Afrika und Südeuropa verbreitet. Nördlich der Alpen tritt sie nur im Sommer durch Einschleppung auf, in beheizten Wohnungen, Hundezuchten und Tierheimen kann sie durchaus lange überleben. Besonderheiten: Sticht vorwiegend nur Hunde, in Einzelfällen auch Katzen, wird eingeschleppt Sticht den Menschen? Selten Überträger von Krankheitserregern? überträgt Babesien, Ehrlichien Hund: Hundemalaria Hepatozoon canis (parasitärer Einzeller) auch durch Fressen oder Zerbeißen von Zecken übertragen Symptome: Fieber, Gewichtsverlust, blutige Durchfälle

6 Lebensraum der Zecken - vorzugsweise an Waldrändern -an Lichtungen oder an Bächen -auch in Gärten -im hohen Gras oder in Gebüsch und Unterholz. - Zecken werden aktiv ab 7 ° C Außentemperatur - Zecken lieben Feuchtigkeit und Wärme. - während eines kalten Winters sind Zecken nicht aktiv! - während eines trockenen, heißen Sommers sind Zecken kaum aktiv Lauerer klettern auf eine Pflanze (z. B. einen Grashalm oder einen Busch) und halten sich mit den hinteren Beinen fest. Das vordere Beinpaar strecken sie nach außen vor, sobald ein potenzieller Wirt sie berührt, halten sie sich an diesem fest. Zu den Lauerern gehört z. B. der Gemeine Holzbock. Jäger bewegen sich aktiv auf der Suche nach Wirtsorganismen vorwärts. Sie sind mit 5-8 Metern pro Stunde schneller als Weinbergschnecken (4,2 Meter pro Stunde). Quelle:

7 Zeckenbiologie Quelle: SWR-1.mp minwww.lglbayern.de 1 = Hypostom 2 = Queliceren 3 = Pedipalpen Halteapparat mit Haller‘schem Organ Kein Gehirn, keine Augen, Ohren, Nase, Herz, Lunge

8 Quelle: wikipedia

9 Bevorzugte Wirte: Mäuse, Igel, Vögel, Rotwild und Rehe, Fuchs, Hunde, Katzen Der Mensch ist ein „Fehlwirt“ Vollgesogene Zecken: 200-faches Volumen Zeckengrößen (Breite x Länge) Larve Nymphe Adulte Zecke vollgesogene Zecke (6 Beine) (8 Beine) (8 Beine) (8 Beine) 0,4 x 0,5 mm 0,8 x 1,2 mm 2,6 x 3,8 mm 10,2 x 13,2 mm -> SWR min Quelle:

10 Der Zeckenstich - Zecke lauert und sucht mittels des Hallerschen Organs nach einem Opfer (Erschütterung, Wärmestrahlung, CO2, Fettsäuren) - Zecke krabbelt von den Beinen und sucht nach einer geeigneten Stelle (bis zu mehreren Stunden) - Zecke ritzt mit den Cheliceren die Haut auf und verankert das Hypostom (Widerhaken) in der Wunde - Vor dem Beginn des Saugaktes gibt die Zecke Sekret (Speichel) ab: gerinnungshemmend (Steigerung des Blutflusses), klebend („Zementsubstanz“), anästhesierend, entzündungshemmend Beginn des Saugaktes (nach ca. 12 Stunden) Dauer des Saugaktes beim Männchen: nur 1-2 Tage Dauer des Saugaktes beim Weibchen: Tage Saugvorgang: - Anreichern von Blut und Nährstoffen - Salviation: nicht verwertbare Bestandteile bzw. Flüssigkeit werden in den Wirt zurückgegeben -> Stich-Odysso.mp min

11 Borreliose und Co-Infektionen Lyme-Borreliose -> Rinder.mp Erreger: Borrelia burgdorferi sensu lato schraubenförmige Bakterien 37 Arten bekannt - Borrelia burgdorferi 16% - Borrelia garinii 20% - Borrelia afzelli 44% - Borrelia valaisiana 10% - B. spielmanii /andere 10% „korkenzieherförmige“ Bakterien in Deutschland: Erkrankungen (BFBD: ??) Leitsymptom: Erythrema migrans oder „Wanderröte“ in ca. 80 % der Fälle (RKI 89%) 1-4 Wochen nach dem Stich, kann Monate bestehen (Lymphozyten + Plasmazellen) unglaubliche Symptomvielfalt Stadium 1: Rötungen und Entzündungen der Haut Geschwollene Lymphknoten Abgeschlagenheit, anhaltende Müdigkeit und Schwäche Fieber Kopf- und Gliederschmerzen Muskel- und Nervenschmerzen Reizbarkeit Schweißausbrüche Geschwächter Allgemeinzustand (ähnlich Grippe) Foto: Quelle: Quelle:  3 mm/d

12 Taubheit, Lähmungen Konzentrationsstörungen Schwindelattacken Änderungen des Wesens Abrupte Stimmungsschwankungen Psychische Veränderungen selten: polytope Erytheme (Wanderröte an mehreren Stellen) Sonderfall: Borrelien-Lymphozytom an allen Körperstellen oder im Zentrum eines EM Stadium 2: Der Erreger breitet sich im ganzen Körper aus -> z.T. schwere Organerkrankungen Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich: Leitsymptom: Meningopolyneuritis (in über 90 % der Fälle!) brennende radikuläre Schmerzen, zumeist in lokaler Beziehung zum Zeckenstich oder EM -> Lähmungen) Lähmungen der Gesichtsnerven (Fazialisparese) Neuroborreliose (in ca. 5 % der Fälle) Nervenschmerzen (Schmerzmittel kaum wirksam), Taubheitsgefühl Rötungen (teilweise über den ganzen Körper verteilt) Schwellungen der Gelenke, Arthritis Beeinträchtigung des Bewegungsapparates Beeinträchtigung der Psyche und kognitiven Fähigkeiten Beeinträchtigung des Sehvermögens Herz: seltener Herzmuskelentzündung, Rhythmusstörungen Quelle:

13 Stadium 2 Gelenkschwellung Stadium 3: Der Erreger setzt sich fest (chronisches Stadium) Bevorzugter Aufenthalt der Borrelien: Bindegewebe Lyme-Arthritis (Gelenkentzündungen, Muskel-/ Knochenschmerzen) Chronische Encephalitiden (Wesensveränderung) Haut: Acrodermatitis chronica atrophicans ödematöse, blaurot verfärbter Haut atrophische, dünne Haut Neuroborreliose mit Polyneuropathie Chronische Herzmuskelentzündung Augenbeteiligungen: Iritis, Konjunktivitis, Sehnerventzündung (Papillitis) Lange Latenzzeit: im Stadium 3 kann ein Ausbruch der Krankheit Monate bis Jahre nach der Infektion erfolgen. Therapie im 1. Stadium: 2-3 x 100 mg Doxycyclin mindestens 20 Tage alternativ: 3x mg Amoxicillin Therapie im 2. Stadium: siehe oben, alternativ wie Stadium 3 Therapie im 3. Stadium: Cefotaxim 2 x 3 bis 2 x 4 g/15-21 Tage i. v. Ceftriaxon 2-4 g/14-21 Tage i. v.

14 Borreliose Diagnostik Testverfahren: Suchtest Elisa-Test, Sensitivität 40 % IFT Test (Immunfluoreszenztest) Westernblot, Sensitivität 60 % LTT Lymphozytentransformationstest 90 %? PCR (polymerase chain reaction) Suchteste: zeigen oft falsch positive oder falsch negative Ergebnisse -> LaborHaase.mp > RauerBorreliose.mp Therapie nach Diagnose „Erythrema migrans“: 2-3x100 mg Doxycyclin, Dauer 21 Tage Therapieversager: zu kurze Einnahmedauer (nie absetzen!) gleichzeitige Calcium-Einnahme gleichzeitige Magnesium-Einnahme zu geringe Dosierung bei Übergewichtigen Bei Kindern und Schwangern: Amoxicillin 3x750 mg Amoxicillin, Dauer 21 Tage (Compliance, 8 Std) -> Zistrose.mp4 3.00

15 Zeckenrückfallfieber Erreger: ähnlich der Borrelien bei Borreliose Übertragung: durch Ornithodorus-Zecken (ähnlich der Taubenzecke) Übertragung: durch Läuse (Kleider-/Kopfläuse) Humanpathogen: mindestens 10 verschiedene Rückfallborrelien häufigster Erreger: Borrelia recurrentis Übertragungsweg: Speicheldrüsensekret Hauptsächlich in Nordafrika, Türkei, Asien, USA Inkubation: 1-14 Tage Letalität: bis zu 20 % Symptome: hohes Fieber, Gelenk-, Kopf-, Brust- und Glieder- schmerzen, Übelkeit, teilweise Atemnot hämorrhagisch (Nasenbluten) Einblutungen in die Haut Häufige Fieberschübe (bis 15 x), mit der Zeit abnehmend an Dauer und Intensität Therapie: Antibiotika (Erythromycin, Doxycyclin) ca. 7 Tage Achtung: Jarisch-Herxheimer-Reaktion Abgetötete Borrelien können plötzlich massenhaft zerfallen und bakterielles Gift (Endotoxine) freisetzen -> Kreislaufschock Prognose generell schwerer Verlauf als Borreliose kann unbehandelt tödliche Folgen haben Komplikationen Entzündung von Hirn (Enzephalitis) und Hirnhäuten (Meningitits) -> Bewusstseinseintrübung Myokarditis (Herzmuskelentzündung) im schlimmsten Fall Multiorganversagen

16 Coinfektionen bzw. weitere Krankheitserreger: Ehrlichiose granulozytäre Form: Human granulozytic Ehrlichiosis (HGE) Leitsymptome der HGE (nach Walker) Fieber 100%, Myalgien 98 %, Rigor 95%, Leukopenie 50 %, Gewichtsabnahme 37%, Schwindel 39%, Erbrechen 34% Verwirrtheit 17 %, Durchfälle 10 %, Leibschmerzen 8 %, Lymphknotenschwellungen 2%, Exanthem 2% Thrombopenie 92%, Transaminasenerhöhung 91% 53% der bisher bekannten Patienten wurden hospitalisiert, Mortalität 5% Ehrlichien Überträger Infektion Zellaffinität HGE-Erreger Ixodes Menschen, Huftiere Granulozyten E. phagozytophyla Ixodes Huftiere Granulozyten E. equi Ixodes Menschen, Pferde Granulozyten E. chaffeensis Amblyomma Menschen, Hirsch Monocyten E. platys Zecken Hunde Thrombozyten E. canis Riphicephalus Hunde Granulozyten Bei Borreliose-Infizierten: Co-Infektion zwischen 6 und 14% mit Ehrlichien  ca Infektionen pro Jahr mit Ehrlichien in Deutschland Bayrische Waldarbeiten 14 % seropositiv bis zu 4 % Zecken positiv Nachweis im Blut Therapie: Doxycyclin Nordamerika: HME (monocytäre Ehrlichiose)

17 Weitere Krankheiten / Erreger: FSME (Frühsommermeningoencephalitis) Erreger: FSME-Virus - Flavivirus verwandt mit RSSEV (Russisches-Frühjahr-Sommer-Enzephalitis-Virus) Vorbeugende Impfung möglich (Fa. Novartis, Fa. Behring) Vorkommen: regional Inkubationszeit: 7-14 Tage (Ausnahme bis 28 Tage) Jährlich ca Infektionen ohne Symptomatik! 0,1 % - 3 % der Zecken infiziert Symptomatik (Quelle RKI): Typisch biphasicher Krankheitsverlauf Zunächst: grippeartige Symptome mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen Nach einem fieberfreien Intervall von 1-3 Wochen entsteht bei 10 % der Patienten eine Meningoenzephalitis mit Fieber, Erbrechen Insbesondere bei älteren Patienten: Myelitis mit z. T. bleibenden Schäden (chronische Kopfschmerzen, Lähmungen, epileptiforme Anfälle) Schwere Krankheitsverläufe fast nur bei Erwachsenen Häufig auch nach schweren Krankheitsfällen vollständige Heilung Letalität: 1 %

18 FSME-Impfung (Quelle RKI): 1. Impfung 2. Impfung: nach 1-3 Monaten 3. Impfung: nach 5-12 Monaten 4. Impfung: nach 3 Jahren danach alle 3 Jahre (Personen > 60 Jahre) 5 Jahre (Personen < 60 Jahre) STIKO: empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risiko- gebieten zeckenexponiert sind. RKI: Impfung von Kindern unter 3 Jahren nach Risikoabschätzung Risikogebiete Definition RKI: Ein Landkreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen in mindestens einem der Zeiträume , 2003 – 2007, 2004 – 2008, 2005 – 2009, 2006 – 2010, 2007 – 2011 oder 2008 – 2012 im Kreis oder in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant (p < 0,05) höher liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung pro Einwohner erwartete Fallzahl. Jahr 2012: 180 Erkrankungen in Deutschland (gesamt 195) 2013: 400 Erkrankungen in Deutschland (gesamt 420) Bundesländer: Kreise Impfquote Bayern : 49 % % Baden-Württemberg : 40 % % Hessen : 6 % 9 23 % Rheinland-Pfalz : 2 % 1 10 % Sachsen : 1 % 1 12 % (Schulanfänger) Thüringen : 2 % 7 29 % Seit 2002 durchschnittlich 239 – 313 Fälle pro Jahr (Ausnahme 2005/2006/2011/2013: 400 – 500 Fälle) -> SWR-FSME.mp4 6.45

19

20 Paul-Ehrlich-Institut Hinweise für Anwender des FSME-Impfstoffes: Es wurde auch über die folgenden, weiteren Nebenwirkungen nach Markteinführung und zwar mit der Häufigkeit „selten“ berichtet Häufigkeit: : Gürtelrose, Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose - Allergische Reaktionen, Neurologische Störungen wie Encephalomyelitis - Entzündung des zentralen Nervensystems (Guillain-Barré-Syndrom) und des Rückenmarks, Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) - Entzündliche Erkrankungen des Gehirns,, Anfälle, Hirnhautentzündung (der Schichten, die das Gehirn umgeben) - ähnliche Symptome wie Nackenschmerzen oder Nackensteife - neurologische Symptome wie Gesichtslähmungen - vollständige Lähmungen, Nervenentzündungen, anormale oder verminderte Wahrnehmung wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl, - Stechen oder Pochen entlang einer oder mehrerer Nervenbahnen - Entzündung des Sehnervs - Schwindelgefühl - Sehstörungen/Sehverschlechterung, erhöhte Lichtempfindlichkeit, - Augenschmerzen - Ohrenklingeln - Herzrasen (Tachykardie), Kurzatmigkeit - Hautreaktionen (Ausschlag und/oder Hautjucken), Dermatitis, - Hautrötung, Hautentzündung - - verstärktes Schwitzen, Rückenschmerzen, Gelenkschwellung, Nacken- schmerzen, Skelettsteifigkeit und Nackensteife, Schmerzen in Armen und Beinen - Schüttelfrost, grippeähnliche Erkrankung, Schwäche, - Ödeme, Flüssigkeitsansammlung unter der Haut - Gelenkschmerzen an der Injektionsstelle, Knoten und Entzündung an der Injektionsstelle

21 Paul-Ehrlich-Institut / GI April 2014 FSME-IMMUN Erwachsene darf nicht angewendet werden: - wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen den Wirkstoff, einen der anderen Inhaltsstoffe, gegen Formaldehyd oder Protaminsulfat (die während der Herstellung verwendet werden) oder gegen Antibiotika wie Neomycin oder Gentamycin sind. Wenn z. B. Hautrötungen, Anschwellen des Gesichts und der Kehle, Atembeschwerden, Blaufärbung der Zunge oder der Lippen, Blutdruckabfall und Kollaps auftreten. - wenn Sie jemals schwere, allergische Reaktionen hatten, nachdem Sie Ei oder Huhn gegessen haben. - wenn Sie eine akute Erkrankung mit oder ohne Fieber haben, sollten Sie möglicherweise abwarten, bevor Sie FSME-IMMUN Erwachsene erhalten. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen Besondere Vorsicht bei der Anwendung von FSME-IMMUN Erwachsene ist erforderlich: - wenn Sie an einer Autoimmunerkrankung (wie z. B. rheumatoider Arthritis oder Multipler Sklerose) leiden - wenn Sie ein schwaches Immunsystem haben (so dass Sie Infektionen nicht gut abwehren können), - wenn Sie nicht gut Antikörper bilden können, - wenn Sie Arzneimittel gegen Krebs einnehmen, - wenn Sie Kortikosteroide (entzündungshemmende Arzneimittel) einnehmen - wenn Sie an einer Gehirn-Erkrankung leiden. - wenn bei Ihnen eine Latexallergie bekannt ist, - wenn Sie eine neurologische Erkrankung oder Krampfanfälle haben. Trifft einer der oben genannten Punkte zu, kann die Impfung für Sie nicht geeignet sein. Risikoabschätzung mit dem Arzt besprechen!

22 Weitere Krankheiten / Erreger: Rickettsiose Rickettsia africae, Rickettsia conorii, R. rickettsii, R. helvetica Bakterien, leben obligat intrazellär Überträger: Speichel Zecken Nach 2-10 Tagen: Vergrößerte, schmerzhafte, Lymphknoten Fieber, Kopfschmerzen, Nackenmyalgien, Arthralgien Übelkeit, Müdigkeit, ZNS Letalität: 3 % (R. conorii) Therapie: Doxycyclin, 7-10 Tage Diagnose: IgG + IgM Antikörper Ixodes ricinus: ca. 10 % humanpathogene Rickettsien (in D) bei Ixodes % bei Auwaldzecke (RKI) transovarielle Übertragung Antikörper in Deutschland: 1,9 %, Stand: 1977 in Brandenburg: 13,7 % Stand: 2000 Mitteleuropa: R. helvetica (Ixodes ricinus) Mittelmeeränder: R. conorii (Mittelmeerfleckfieber, Hundezecke) Australien: R. australis (Amblyomma-Arten) Afrika: R. africae (südlich der Sahara, Ixodes) Typische Hautläsion Eschar (80 %), Tache noir, runde Nekrose, schwarz verfärbt

23 Weitere Krankheiten / Erreger: Babesiose Humanpathogen: Babesia microti, Babesia bovis, Babesia divergens Sporozoen: (Sporentierchen), parasitäre Einzeller extrazelluär: in Körperhöhlen (z.B. Darm) intrazellulär: in Erythrozyten Überträger: Ixodes ricinus sekundäre Infektionen auch durch Bluttransfusionen Inkubationszeit. 1-4 Wochen (auch länger) Vorbeugung: rasches Entfernen der Zecke (innerhalb 24 Std.) Immunkompetente Patienten: meist asymptomatischer Verlauf Immunsupprimierte oder splenektomierte Patienten: schwere Verläufe hohe Letalität Symptome: Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust, Fieberanstieg, Schüttelfröste, Muskel- und Gliederschmerzen, starke Kopfschmerzen, vergrößerte Milz, rezidivierende Schübe über Wochen, Hämoglobinurie Infektion und Zerstörung von Erythrozyten, hämolytische Anämie, Hämoglobinurie und Nierenversagen Klinik: ähnlich einer Malariaerkrankung Labor: PCR oder Nachweis von Antikörpern Therapie: bei splenektomierten Patienten evtl. Austauschtransfusion Versuch mit diversen Antibiotikakombinationen auch bei subklinischen Verläufen oft langanhaltende Parasitämie Blutproben an Borreliose-Patienten: relativ konstante Rate von 1-3% gegen Babesiose reagierender Seren, ohne dass klinisch manifeste Erkrankungen gefunden wurden. Hunde Babesia canis: Überträger Auwaldzecke (0,5 % infiziert) oder Braune Hundezecke, in Frankreich bis zu Infektionen/Jahr Impfstoff in Frankreich (hohe Letalität ohne Therapie)

24 Weitere Krankheiten / Erreger: -> Q-Fieber.mp Q-Fieber meldepflichtig (query?) Humanpathogen: Bakterium Coxiella (C.) burnetii (Bakterium Familie: Rickettsien weltweite Verbreitung des Erregers Inkubationszeit: 2-3 Wochen Überträger: Schafe, Ziegen (auch Rinder) steigende Prävalenz in Tierbeständen (> Süden) Infektion durch Inhalation von Staub (Zeckenkot) oder Tröpfchen (Infektion durch Rohmilch oder Rohmilcherzeugnisse) Symptome: hohes Fieber, starke Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Lungenentzündungen, unspezifische Pneumonien bei 1 % Endokarditis (bis zu 10 Jahren nach Infektion) Häufigkeit: jährlich ca. 200 und 300 Fälle hohe Dunkelziffer, oftmals nur leichte grippeähnliche Symptome Gefährdete Personen: Personen mit Kontakt zu infizierten Tieren Landwirte, Tierärzte, Schäfer etc. Erkrankungsausbrüche auch bei Menschen auf Wanderwegen (Schafherden) Direkte Übertragung von Tier zu Tier und Mensch (unabhängig von Zecken) Lebenslange Immunität Therapie: Doxycyclin 2-3 Wochen Risiken: „Streichelzoo“ Ablammen oder Abkalben (Kontamination Nachgeburten) Isolation der Muttertiere Scheren der Schafe außerhalb von Wohngebieten Zeckenwirksame Behandlung von ausgestellten Tieren Vorbeugende Impfung ist in Deutschland nicht zugelassen

25 Weitere Krankheiten / Erreger: Bartonellose (Katzenkratzkrankheit) Humanpathogen: Bartonella henselae gramnegative Stäbchen-Bakterium weltweit vorkommende Zoonose Inzidenz: keine genauen Angaben Europa: ca. 12 Fälle / (D=800 Fälle) USA: 9 Fälle / Inkubationszeit: 3-14 Tage Überträger: streunende und junge Katzen (bis zu 70 %) Hauskatzen (ca. 13 %) hauptsächlich über Biss- und Kratzverletzungen durch Katzenflöhe und Zecken sekundäre Infektionen durch Bluttransfusionen Symptome: Lokale Infektion mit Beteiligung der Lymphknoten rote Pustel, < 50 % leichtes Fieber, nach 1-6 Wochen: starke Lymphknotenschwellung (auch eitrig) Selten: Leberabzesse, Endokarditis, Konjunktivitis Vorsicht bei Immunsuppression Lebenslange Immunität Therapie: Doxycyclin 2-3 Wochen USA: Babesia microtia -> Ixodes scapularis Europa: Babesia divergens -> Ixodes ricinus HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

26 Weitere Krankheiten / Erreger: Tularämie (Hasenpest) Humanpathogen: Francisella tularensis gramnegatives, rundliches Bakterium 1912 im Tulare-County in Kalifornien (Mr. E. Francis) Häufig tödlich verlaufend bei Nagern meldepflichtig Inzidenz: im 2. Weltkrieg an der Ostfront mehr als Infektionen Europa: ca. 700 Fälle / Jahr Japan: ca. 20 Fälle / Jahr Nordamerika: 1500 Fälle / Jahr Deutschland: bis zu 15 Fälle / Jahr Inkubationszeit: 3-14 Tage Übertragung: Kontakt mit Blut infizierter Tiere (Schlachten, Jäger) Übertragung durch Zecken (Dermacentor, selten Ixodes) auch durch Mücken, Flöhe, Läuse seltener: durch Inhalation von erregerhaltigem Material Symptome: Hautläsion mit schwer heilendem Geschwür eitrige Entzündung der Lymphknoten schmerzhafte Konjunktivitis Geschwüre im Mund und Rachen Nach Kontakt mit infektiösem Schlachtblut Septische Tularämie: Lungenabszesse, Meningitis, Osteomyelitis pulmonal : Lungenentzündung abdominell : Leber, Milz geschwollen intestinal : Übelkeit, Erbrechen Durchfälle HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

27 Weitere Krankheiten weltweit (Viren) RSSE oder RTBE FSME ähnlich, in Russland und Fernost schwerer Verlauf FSME-Impfung Powassan-Encephalitis RSSE ähnlich, in Kanada FSME-Impfung Louping ill disease RSSE u. FSME ähnlich (ca. 0,4 % der Zecken infiziert), in ganz Europa Erkrankung der Schafe (Gangunsicherheit, Koordinationsstörungen, Fieber) LID selten beim Menschen (Fieber und Encephalitis) KFD (Kyasanur-Forest-Disease) ähnlich RSSE, ca. 500 Fälle in Indien schwere Verlaufsform, Letalität bei 5-15 % FSME-Impfung schützt nicht OHF (Omsker hämorrhagisches Fieber) in Sibirien FSME ähnlich, bei Mäusen hohe Letalität Symptome beim Menschen: 2-10 Tage lang hohes Fieber, starke Muskel- u. Kopfschmerzen, Leukozytose, hämorrhagisches Fieber mit Blutungen (Nase) Krim-Kongo-Fieber (Crimean-Congo-Haemorrhagic-Fever, CCHF) FSME ähnlich, im Kongo, Zentralasien, Südosteuropa (Balkan, Griechenland) Hyalomma-Zecken, Übertragung Mensch zu Mensch (Isolation) Hohe Sterblichkeit (15-50%, Virusstammabhängig) Todesursache: Organversagen, Therapieversuch mit Virustatika Colorado-Zeckenfieber (Colorado-Tick-Feaver-Virus, CTFV) Coltivirus (vgl. Eyach-Virus, 3 Subtypen in F/D, BW), Letalität ca. 0,2 % Überträger: Dermacentor andersoni (Mensch als Wirt selten) HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

28 Weitere Krankheiten weltweit (Bakterien, Zoonosen) Rocky-Mountain-spotted-Fever (RMSF) Rickettsia rickettsii, Dermacentor-Arten,schwerer Verlauf, auch letal in Amerika Mittelmeerfleckfieber (MSF, „Fievre Boutonneuse“) Rickettsia conori, Rhipicephalus-Arten (Braune Zecken) Tache noir (Geschwür mit Hautausschlag), hohes Fieber Kopf- und Muskelschmerzen, generalisierter Hautausschlag Vorkommen: Mittelmeer und Schwarzes Meer Tick-born lympadenopathy R. slovaca, Dermacentor-Arten, in Europa Israeli spotted fever Rhipicephalus-Arten, schwere Verlaufsformen in Vorderasien (Nahost) Oriental spotted fever R. japonica, schwerer Verlauf Sibirisches Zeckenbissfieber R. sibirica, in Nordasien, Sibirien Queensland tick typhus (QTT) R. australis, Ixodes in Australien African tick bite fever (ATBF) R. africae, Amblyomma-Arten, schwere Verläufe in Südafrika, Westindien, südl. Sahara (Zecken mit 70 % Seroprävalenz) Flinders Island spotted fever (FISF) R. honei, in Australien HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

29 Zeckenentfernung Diverse Instrumente: 1. Zeckenzangen Note 1,3 2. Zeckenschlinge Note 2,2 3. Zeckenhaken Note 2,8 4. Pinzette gebogen Note 4,2 5. Zeckenkarte Note 4,3

30 Zeckenentfernung -> Dr.Schick.mp4 + Convergo.mp4 Neueste Studie: Tick Removal Vergleich von fünf verschiedenen Zeckenentfernungsgeräten K. Robisch; A. Joachim; Veterinärmedizinische Universität Wien Diplomarbeit, Wien November 2010 Größte Studie bezüglich verschiedener Methoden u. Tools zur Entfernung von Zecken: 525 Zecken wurden zur Datenauswertung herangezogen 506 adulte Zecken, 19 Nymphen, keine Larven! Getestet wurden folgende Instrumente: Zeckenzange – Schlinge – Zeckenkarte – Zeckenhaken – Pinzette Herausdrehen versus Herausziehen, Datenauswertung: Reaktion des Tieres beim Herausnehmen (R) Benötigte Zeit zur Entfernung (Z) Wie leicht war die Zecke zu fassen (F) Kraftaufwand beim Herausziehen (K) Wie war die Bedienung des Gerätes (B) Zustand der Mundwerkzeuge nach der Entfernung (M) Ergebnisse: Herausdrehen funktionierte am besten! Note 1 außer bei (M) Note 3 Gesamtnoten: 1. Platz Zeckenzange Note 1,33 2. Platz Schlinge Note 2,17 3. Platz Zeckenhaken Note 2,83 4. Platz Pinzette Note 4,17 5. Platz Zeckenkarte Note 4,33 Empfehlung: Eine Zecke sollte herausgedreht werden. Schlusswort des Autors: Bei Betrachtung aller Kriterien kann somit den Geräten, welche die Zecken mittels Herausdrehen entfernen der Vorzug gegeben werden. Die Originalstudie ist veröffentlicht bei HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

31 Removal of Attached Nymphs and Adults of Ixodes Ricinus R. De Boer and A.E.J.M. van den Bogaard, J. Med. Entomol. 1993; 30; Untersucht wurden die Entfernungstechniken Herausdrehen - Herausziehen Ergebnisse: Beim Herausziehen bleiben mehr Anteile von Mundwerkzeugen in der Haut zurück als dies beim Herausdrehen der Fall ist. 70 % Anteile bleiben beim Herausziehen zurück 20 % Anteile bleiben beim Herausdrehen zurück Beim Herausdrehen wird die Zecke mehr beschädigt (80%/44%) Beim Herausdrehen muss jedoch viel weniger Druck auf die Zecke ausgeübt werden als beim Herausziehen. Beim Drehen bleiben nur geringe Teil des Hypostoms in der Haut zurück, beim Herausziehen sind die Anteile größer (Borrelien??) Empfehlung: Eine Zecke sollte herausgedreht werden. Evaluation of three commercial tick removal tools Richard L. Stewart JR; Willy Burgdorfer; Glen R. Needham, Wilderness and Enviromental Medicine, 9, (1998) Vergleich zwischen 3 kommerziellen Entfernungstools und spitzer Pinzette: Pro-Tick Remedy, Tick Nipper, Ticked Off versus spitze Pinzette Ergebnisse: Die komplette Entfernung einer kleinen Zecke (Nymphe) war mit einer spitzen Pinzette nicht möglich, in 95% der Fälle blieben die Mundwerkzeuge zurück. Empfehlung: Kommerzielle Instrumente sind besser als eine Pinzette, insbesondere bei der Entfernung von kleineren Zecken (wie z.B. Nymphen) ist eine Pinzette nicht zu empfehlen. HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. Pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. Equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. Cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. Can is Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten KaninchenGranulozytenGranulozyten E. Plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

32 Evaluation of four manual tick-removal devices for dogs Zenner L; Drevon-Gaillot E; Callait-Cardinal MP, The veterinary record; Vol 159: p /2006 Zeckenentfernung: Vergleich 4 verschiedener Geräte Zeckenzange, Tick Twister, Zeckenkarte, chirurgische Pinzette, Vergleich der Entfernungstechniken Rotation (Herausdrehen) und Herausziehen Ergebnisse: Das Herausdrehen der Zecke funktionierte besser, da in den Kategorien „Benötigte Zeit zur Entfernung“, „Erfassen der Zecke“, „Kraftaufwendung“, „Zustand der Mundwerkzeuge“ die Zeckenzange und der Tick Twister deutlich besser waren als die anderen Geräte. Evaluation of Five Poular Methods for Tick Removal Glen R. Needham, Pediatrics, VOL: 75, ; 1985 Vergleich verschiedener populärer Entfernungsmethoden Entfernung mit: 70 % Isopropylalkohol, Vaseline, Nagellack, glühendes Streichholz für 5-10 sec Ergebnisse: Negativ: glühendes Streichholz, Vaseline, Alkohol, Nagellack Jeweils 5 Zecken wurden mit 4 verschiedenen Techniken entfernt: Langsames + schnelles Herausziehen, Herausdrehen (2-3 Drehungen) Alle Techniken waren erfolgreich, bei der Zecke „Lone Star Tick“ verblieben geringe Teile der Mundwerkzeuge (Zement) in der Haut zurück (zu getestet). Effective Tick Removal with a Fishing Line Knot Ghirga G; Ghirga P; Wilderness & Enviromental Medicine, VOL:21 (3); p / Entfernung von 17 Zecken mittels einer Schlinge (Durchmesser 0,4 mm) Ergebnisse: 1 Zecke konnte beim 1. Versuch entfernt werden 7 Zecken konnten erst beim 2. Versuch entfernt werden 9 Zecken konnten erst beim 3. Versuch entfernt werden 12 Zecken wurden komplett entfernt, bei 5 Zecken (Restteile übrig) Shave-Exzision „Entfernung von Zecken“ Removal of ticks with scalpel or disposable razor, Möhrle M; Hautarzt 2002) Eine einfache Methode: Die Zecke wird mit einem Skalpell / Einmalrasierer HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

33 Schutz vor Zecken Vorbeugende Maßnahmen: -> ZeckenKinderarzt 6.10 Helle Kleidungsstücke tragen Hosensaum geschlossen (Stiefel, Socken) Hemden nicht offen tragen nach einem Aufenthalt im Zeckengebiet, Kleidung in Trockner! Repellentien (Zecken abwehrendes Mittel, z.B. Autan, Zanzarin) auf jeden Fall: Kleidung einsprühen Stichwunde desinfizieren (antibiotische Salben, 70 % Alkohol) Zeckenzange (Zeckenkarte, Pinzette, Zeckenhaken, Schlinge) Besondere Vorsicht bei Haustieren (Freigänger)! Helle Decken -> Schlafplätze Tiere sollten nach einem Aufenthalt im Zeckengebiet nach Zecken abgesucht werden! Bitte nach einem Aufenthalt im Zeckengebiet beachten: ca. 50 % der Zeckenstiche werden nicht bemerkt! Juckreiz an Stichstelle, Haut gerötet, beweglicher Fremdkörper Achtung: Ab 7 ° C sind Zecken aktiv! Unbedingt: Datum des Zeckenstichs und Einstichstelle notieren! Zeckenlabor: Untersuchung der Zecke auf Erreger (?) HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

34 Neueste Forschungsergebnisse Natürliche Feinde der Zecken: Nematoden: Würmer gelangen über Körperöffnungen in die Zecke, mit Hilfe symbiotischer Bakterien werden die Zecken aufgefressen. -> Spritzmittel? Pilze: Pilze dringen in die Atemwege der Zecke ein und zerstören die Zecke. Wespen: Zeckenwespe sticht die Zecke und legt Eier, die Wespenlarven fressen die Zecken von innen auf Rote Waldameise: baut bis zu 2 m hohe Nestkuppeln leider dezimiert durch Insektizide frisst große Mengen an Schädlingen, auch Zecken Auch bestimmte Vogelarten fressen Zecken (Großwild in Afrika) Nadelmann: Einmaldosis 200 mg Doxycyclin reduziert EM um 87 %. Meiners, T : Tick scutal index > 1 = höheres Infektionsrisiko Kahl, O et al: nach 16 Std. Saugdauer 50 % Erregerübertragung Quetschen der Zecke bewirkt keine erhöhte Infektionsrate Des Vignes, Piesmann: Infektionen bei Ixodes scapularis innerhalb 24 Std 0 % Infektionen, 48 Std 12 %, 72 Std 79 %, 96 Std 94 % Knauer, J et al: Ein Gel mit dem Wirkstoff Azithromycin kann die die Übertragung von Borrelien verhindern (Pflaster) HG E- Age nt Ixodes-ZeckenMenschenGranulozytenGranulozyten E. pha goz yto phil a Ixodes-ZeckenHuftiereGranulozytenGranulozyten E. equ i Ixodes-ZeckenPferde, MenschenGranulozytenGranulozyten E. cha ffee nsis Amblyomma-ZeckenMenschen, HirscheMonozytenMonozyten E. cani s Haemaphysalis und Riphicephalus- Zecken HundeGranulozytenGranulozyten E. ewi ngii ZeckenKaninchenGranulozytenGranulozyten E. plat ys ZeckenHundeThrombozytenThrombozyten

35 Mythos Zecken Häufigste Irrtümer: - Zecken fallen von Bäumen (falsch) - Zecken nicht herausdrehen (falsch) - Zecke muss herausgezogen werden (falsch) - Es gibt eine sog. „Zeckenimpfung“ (zu 99,8 % ungeschützt) - Zecke beim Entfernen nicht quetschen (nicht belegt) - Zecken vom Frühjahr bis zu Herbst aktiv (falsch) - Zecken beißen Ihre Opfer (falsch) - Gegen FSME sollte sich jeder impfen lassen (falsch) - Borreliose und FSME treten nur regional begrenzt auf (falsch) - Rechtzeitiges Entfernen der Zecke schützt 100 % vor Infektion (leider nicht) ENDE Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


Herunterladen ppt "Zecken Prävention vor und nach dem Zeckenstich Borreliose und Co-infektionen - Wissenswertes über Zecken - Sicherheit im Umgang mit Zecken Was ist zu beachten."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen