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Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester 2006-2007/ J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution.

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1 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation)

2 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Von der Teilung der Arbeit zur Differenzierung von Wertsphären: (wenn die Arbeit geteilt wird, d.h. eingeteilt (in Spezialitäten zerlegt), abgeteilt (Trennung Haushalt und Betrieb), aufgeteilt (Teilung von Berufen und Klassen) schließlich zugeteilt (Problem der Integration in die Arbeitsmärkte) wird – dann entsteht ein Koordinationsbedarf, der nicht von einer sozialen Gruppe erfüllt wird (trotz Anschein: politische Steuerung) Arbeitsteilung Teilung der Gruppen, Spezialisierungen und gruppentranszendente Strukturen Bsp.: das Recht (Durkheim: abstrakte Zustimmung zum Recht (Vertrag als Form der Verbindlichkeit), spezielle Regeln sind nicht Teil des Kollektivbewusstseins (Inhalt des besonderen Vertrages)

3 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Die speziellen Regeln des Rechts sind deshalb/also: a) z.B. privat (besonderer Inhalt der Verträge) b) Elemente des speziellen (selbst arbeitsteilig) ausdifferenzierten Rechtssystems: System hier: Zusammenhang rechtlicher Regeln und rechtlicher Regeln zweiter Ordnung (Prozessordnung, Regelsetzungsregeln) in der Systematik des kodifizierten Rechts positives Recht, Verwaltet wird das Recht (Rechtspflege und -anwendung) von Experten, sie sind zwar eine Berufsgruppe (Ausbildungssystem und Standesorganisation) aber keine Klasse, Schicht, Milieu oder ethnische (kulturelle Gruppe) [Ausnahme: informelle Netzwerke] sondern sie erfüllen die koordinierende Aufgabe als Mitglieder von: Organisationen (Problem der Sichtbarkeit des Unterschiedes: horizontale Elitenintegration)

4 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Von der Gruppe (und ihren kulturellen Institutionen) zur formalen Organisation (gruppentranszendent) durch: Rationalisierung M. Weber: spezifischer Rationalismus der okzidentalen Kultur als Differenzierung der Wertsphären: Rationalisierungen der Wirtschaft, der Technik, des wissen- schaftlichen Arbeitens, der Erziehung, des Krieges, der Rechts- pflege und Verwaltung (Vorbemerkung zu den Gesammelten Auf- sätzen zur Religionssoziologie) Verschiedene (widerstreitende) Gesichtspunkte der Rationalisierung, was von einem Gebiet aus rational erscheint, kann vom anderen aus als irrational erscheinen Konstellation zwischen den Sphären (Ergänzung oder Behinderung?) Für den Okzident charakteristische Konstellation: Bereinigung der Handlungssphären von sachfremden Gesichtspunkten: freie Entfaltung von Teilrationalitäten

5 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Wertsphärentrennung heißt: …dass sich Handlungsräume abgrenzen, in denen spezielle Wertorientierungen und Rationalitätskriterien konkurrenzlos und relativ ungestört zur Geltung und entsprechende Praktiken zur Entfaltung kommen (z.B.: Unternehmen und rationale Kapitalrechnung (Fugger und co.); politische Institutionen und die zweckrationale bzw. verantwortungsethische Entscheidung (Machiavelli!, siehe: Michels: Parteiorganisation); Wissenschaftsorganisationen und relativ freie Wahrheitsorientierung (Francis Bacon!); Kunst und die autonome ästhetische Rationalität (l´art pour l´art)

6 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) (nach M. R. Lepsius): Institutionelle Differenzierung bedeutet nicht nur Unterscheidung von sozialen Handlungskontexten, sondern auch ihre relative Freisetzung von gesamtgesellschaftlichem Sanktionsdruck und damit die Chance zur Entwicklung von eigenen institutionellen Wertorientierungen. (Lepsius, Ideen.., 55) Allokationsprobleme: Kompetenzen, Legitimitäten, Ressourcen, Kontrolle (Selbstregulierung bis zu: Verselbständigung) Effekte (Vorteile im Sinne der internen und der gesellschaftlichen Rationalisierung): Funktionale Spezifizität (Selbst-) Bestimmung und -beschränkung des Geltungsrahmens Durchsetzungskraft gegenüber anderen institutionalisierten Handlungseinheiten Förderung und Segmentierung von Innovationen

7 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Was sind Institutionen: (Der Begriff der Institution ist ebenso zentral wie mehrdeutig: er betrifft: jede Form von verabredeter oder eingespielter Einrichtung von Handlungsformen und –regeln sowie kultureller Selbstverständlichkeiten, die für die weiteren Handlungen (nach dieser Einrichtung) verbindlichen (d.h. normativ geltenden) oder konstitutiven (d.h. spezifische Abläufe und Pläne erst ermöglichenden) Status haben) (mehrdeutig, weil a) Regelzusammmenhang, der für Akteure verbindlich ist und b) Gebilde, das gewissermaßen selbst handelt) A. Gehlen: Instinktreduktion kulturelle Institutionen (Hintergrundserfüllung, Entscheidungsentlastung, Koordination durch Selbstverständlichkeiten hinter dem Rücken) P. Berger, T. Luckmann: Institutionalisierung finden statt, sobald habitualisierte Handlungen durch Typen von Handelnden reziprok typisiert werden. (Konstruktion, S. 58) also: (nach A. Schütz) Institutionen sind gebunden an Wissen der Handelnden, zeigen sich in Kollektiven

8 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Von der Institution (reziproke Typisierung und geteiltes Wissen) zurformalen Organisation (Problem der Verselbständigung) Aus Institutionen (Regelsysteme) werden Organisationen (Gebilde) durch Formalisierung und Verselbständigung Formalisierung: Explizite Regeln: Abgrenzung der Einheit und des Zwecks, Bestimmung derProgramme, Mitgliedschaft: explizite Rechte, Pflichten und Aufgaben (Rollen bedeuten Austauschbarkeit der Person und Selektivität des Zugriffs auf die Person). Verselbständigung: Formale Organisation wird zu einem System (jetzt: eigene Einheit, deren Verhalten nicht mehr auf die Intention der Personen zurückgerechnet werden kann), sie sind nicht von außen (oder von innen/ oben – siehe altes Bürokratiemodell) steuerbar, sondern entwickeln ein Eigenleben (Problem: interne Steuerung und externe Koordination)

9 Vorlesung: Einführung in die Soziologie/ Wintersemester / J. Renn 11. Vorlesung 24. Jan. 2007: Die Differenzierung der Wertsphären (Institution und Organisation) Das Problem der Verselbständigung von Organisationen (und größeren Zusammenhängen: Wertsphären) führt in zwei Richtungen (nächste Vorlesung): 1. begriffliche Steigerung der Wertsphärendifferenz: Begriff des Systems (Organisationen und Funktionssysteme als autopoietische Systeme, Luhmann): funktionale Differenzierung 2. Koordinationsproblem: wie sind interinstitutionelle Beziehungen (bzw.: Beziehungen zwischen Organisationen, Funktionssystemen und Gruppen (endlich: Personen) zu koordinieren. Fragen: 1. Was bedeutet institutionelle Differenzierung? 2. Was versteht man unter einer sozialen Institution?


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