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Popularisierung von Geschichte in Wort und Schrift Typen von Geschichtsdarstellungen: Historisches Drama, historischer Roman, Bilderbögen, Film, Fernsehen.

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Präsentation zum Thema: "Popularisierung von Geschichte in Wort und Schrift Typen von Geschichtsdarstellungen: Historisches Drama, historischer Roman, Bilderbögen, Film, Fernsehen."—  Präsentation transkript:

1 Popularisierung von Geschichte in Wort und Schrift Typen von Geschichtsdarstellungen: Historisches Drama, historischer Roman, Bilderbögen, Film, Fernsehen (Fakten und Fiktionen; Frage nach Authentizität) Geschichtspolitik

2 Historische Narrative - Beispiel: Friedrich v. Schiller ( ) Exemplarisch für den Übergang von Geschichtsschreibung als Literatur und als Wissenschaft Friedrich von Schiller ( ) 1780 Medizinische Dissertation Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen

3 Historische Narrative Jugendlyrik Die großen Gedichte der ersten Weimarer Zeit 1788 Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung[ ]: Entstanden aus den historischen Studien zu Don Carlos (seit 1783) und veröffentlicht mit der Hoffung auf eine Geschichtsprofessur; fand allgemeinen Beifall.

4 Historische Narrative: Friedrich v. Schiller Historiographische Bedeutung: Höhepunkt seiner Bemühungen um Durchdringung von dramatischer Erzählung und wissenschaftlicher Akribie Innerer Zwiespalt: Einerseits glaubte er, der bedeutendste Historiker aller Zeiten werden zu können, andererseits empfand er die Kunst als seine Berufung.

5 Historische Narrative: Friedrich v. Schiller Beruf: Geschichtsprofessor 1789 Antrittsvorlesung: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? : Geschichte des dreyssigjährigen Kriegs

6 Historische Narrative: Friedrich v. Schiller Historische Dramen: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua (1783); Wallenstein; Ein dramatisches Gedicht (1798); Maria Stuart (1800); Die Jungfrau von Orleans (1801); Wilhelm Tell (1804) [Schweizer Unabhängigkeitskrieg gegen Habsburg]

7 Historische Narrative: Der historische Roman Entstehung des historischen Romans nach der Französischen Revolution im Zusammenhang mit der Erfindung der Nation (Benedict Anderson) Als Begründer des Genres gilt Sir Walter Scott ( ) Als erste historischer Roman gilt Walter Scotts Waverly

8 Historische Narrative: Der historische Roman Walter Scotts historische Romane weisen Besonderheiten auf, die einen eigenen Romantypus, eben den historischen Roman schufen: 1. Verlebendigung der Vergangenheit 2. Basis: Auf der Geschichtsschreibung basierende Fakten 3. Held: Person mittlerer Bedeutung

9 Historische Narrative Scotts Romane beeinflussten eine ganze Reihe von bedeutenden Autoren darunter Balzac, Hugo, Puschkin, Tolstoi Stifter, in den USA Coopers Lederstrumpf. deutsche Bestseller: –Joseph Viktor von Scheffel ( ) –Ekkehard. Eine Geschichte aus dem 10. Jahrhundert (1855)

10 Historische Narrative 1853/54 übersetzte Scheffel das Waltharius Lied (10. Jhdt) aus dem Lateinischen ins Deutsche. Anregung auch durch Lektüre weiterer lateinischer Handschriften für den Roman Ekkehard. Eine Geschichte aus dem 10. Jahrhundert (1855)

11 Kommunikatives / Kulturelles Gedächtnis Funktions- / Speichergedächtnis Zur Konstitutionslogik historischer Narrativität Geschichtsschreibung zwischen Wissenschaft/Geschichtspolitik/Erinnerungskultur Historiographie eine Textsorte unter vielen Geschichtsschreibung zwischen Kunst ( Klio oder kleio = Muse) und Wissenschaft

12

13 Historische Narrative Das quantitative bedeutendste: Das Schulgeschichtsbuch = Multiplikator und Popularisator von Geschichte (im Sinne der modernen Geschichtswissenschaft)

14 Geschichtsunterricht Geschichtslehrbücher Bis ins 18. Jhdt. hinein: lateinisch Zielgruppe: Kleine Minderheit der Erwachsenen Seit Beginn 18. Jahrhundert: Geschichte ordentliches Lehrfach der höheren Schule Lösung von universalgeschichtlichen Abrissen

15 Geschichtsunterricht Geschichtslehrbücher Lehrbuch: Dreh- und Angelpunkt Antike Geschichte tritt in den Hintergrund Politische Geschichte der neueren und neuesten Zeit als Vorgeschichte d. Gegenwart Reiche /Territorialstaaten / Nationalstaaten Lernunterricht (Namen / Daten / Begriffe) Kritik Buch- und Lernschule: Reformpädagogik

16 Funktionen von Schulgeschichtsbüchern 1.Wissensvermittlung 2.Umsetzung didaktischer Konzeptionen 3.Normative Legitimierung der Gegenwart 4.Geschichtsbilder / Weltbilder 5.Safes nationaler Identifikationsmuster 6.Serielle Quellen

17 19. Jahrhundert Chronologie Gliederungsprinzip Staatliches Geschichtsbild Kontrolle und Zentralisierung Dagegen 1848: –Lehrerversammlungen –Lehrfreiheit –Lehrmittelfreiheit

18 19. Jahrhundert Restauration: –Stiehlsche Regulative 1854 (Preußen / Volksschule) –Ferdinand Stiehl (1842): Der vaterländische Geschichtsunterricht in unseren Elementarschulen: –Vaterlandsliebe / Patriotismus –Geschichte und Gegenwart Gott gewollt

19 19. Jahrhundert 1889: Wilhelm II. Allerhöchste Order zur Aufgabe der Schule und des Seminars bei der Bekämpfung der sozialistischen und kommunistischen Ideen Schulkonferenzen (Lehrplan 1892 /1901) Nationalgeschichte statt Antike Eindämmung Latein / Griechisch Moderne Fremdsprachen / Naturwissenschaften

20 20. Jahrhundert Ab 1900 Reformpädagogik (Privatschulen Landerziehungsheime) Weimarer Republik –auch staatliche Schulen (Minderheit) –Selbstdenken / Selbsttätigkeit der Schüler –Bund entschiedener Schulreformer –Kontinuitäten überwiegen

21 20. Jahrhundert NS-Deutschland ( ) –Zunächst keine neuen Schulbücher, aber demokratische verboten –Mehr Sport / Biologie –Geschichte reines Gesinnungsfach (Rasselehre)

22 Parteioffiziöses Standwerk für GU: Dietrich Klages, Geschichtsunterricht als nationalpolitische Erziehung (1936): 1.Das Leben ist Kampf. 2.Wir sind nichts ohne den Führer. 3.Dein Volk ist Deine Zukunft. 4.Volksgenossen sind Schicksalsgenossen. 5.Dein Blut, Dein höchstes Gut Zitat: Klages (1936), S. 141.

23 SBZ / DDR 1945/47 –Ziel: Antiimperialistische, antifaschistische und demokratische Standpunkte (Wertung) 1948/49 –Erste Übersetzungen sowjetischer Geschichtslehrbücher –Geschlossene marxistische Geschichte

24 DDR Gründung der DDR 7. Oktober Aufbau des Sozialismus Übergang von der antifaschistisch- demokratischen zur sozialistischen Revolution: Neue Phase des Geschichtsunterrichts

25 Westzonen / BRD Schulbuchnotprogramme bereits vor Kriegsende konzipiert Überprüfung und Auswahl von Lehrbüchern aus der Zeit vor 1933 Konventionelle Inhalte und Methoden Reformen erst ab den 1960er Jahren

26 BRD ab 1970er Jahre Arbeitsbuch statt Lernbuch (Anknüpfung an Reformpädagogik) Quellenarbeit Iconic turn / Medienkompetenz Multiperspektivität Kontroversität USA / SU Europäische Geschichtsbücher Weltgeschichte

27 Linguistic turn Hinwendung zum Diskurs Hayden White sprach der Geschichtsschreibung weitgehend ihre Wissenschaftlichkeit ab (auch Klio dichtet) Erzählstrukturen lenken das Verständnis jeder Rekonstruktion von Geschichte Stilmittel (Metaphern) wirken sich auf den Inhalt aus

28 Kritik an Hayden White Kritik an Hayden White: Ob Historiker künstlerisch oder wissenschaftlich arbeitet oder beides sei eine falsch gestellte Frage (Gerhard Oexle) Auch Verstehen und Erklären kein Gegensatz, sondern Ergänzung

29 Geschichtspolitik Staat, Interessengruppen, Parteien Kommerzielle Interessen Beispiel: Der 14. Juli als Gedenktag in Frankreich

30 VL Geschichtswissenschaft – Geschichte, Methoden, Medien der Vermittlung Einführende bzw. ergänzende Lektüre für die gesamte Vorlesung: Stefan Jordan, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Orientierung Gschichte, Paderborn 2009

31 Moderne Geschichtswissenschaft Ca Sattelzeit (Reinhart Koselleck) Kollektivsingular Geschichte Aufklärung (Gatter, Schlözer, Heeren): Historisch-politischer Gegenstandsbereich Historisches Kategorialgefüge: Individualität, Entwicklung (Herder, Humboldt)

32 Moderne Geschichtswissenschaft Einzelne Lehrstühle (Ende 18. Jahrhundert) Fachlehrerprinzip (Hochschule / Schule) Etablierung: Humanistische Bildungsreformen Gründung der Berliner Universität (1810) Humanistische Gymnasium (Abitur) Fakultäten der Universitäten: Ausdifferenzierung der Fächerkanons

33 I. Das Lehr- und Unterrichtsfach Geschichte Mittelalter: Artes liberales (sieben) –Artistenfakultät der Universitäten (Propädeutik) –Abschluss: Magister Artium Trivium (die drei freien Künste) Grammatik, Dialektik, Rhetorik Historia magistra vitae (auch: Trivial- und Elemtarschulen) Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie (nur: höhere Lehranstalten)

34 Literaturhinweise Richard Rorty (ed.), The linguistic turn. Recent essays in philosophical method / ed. and with an introd. by. - Univ. of Chicago Press, 1967 Hayden White, Metahistory: The Historical Imagination in Nineteenth Century Europe, Johns Hopkins University Press 1973; dt. Metahistory, Die historische Einbildungskraft im 19. Jahrhundert in Europa, Frankfurt am Main 1991 Ibid., Tropics of Discourse: Essays in Cultural Criticism, Johns Hopkins University Press 1978; dt. Auch Klio dichtet oder die Fiktion des Faktischen. Studien zur Tropologie des historischen Diskurses, Stuttgart 1991


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