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Qualifikationen von PsychotherapeutInnen ROEB, I., SORGER, B., TAUBE, A., TUSCH, M. und ZIMMERMANN, S. Psychologisches Institut der Universität zu Köln,

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Präsentation zum Thema: "Qualifikationen von PsychotherapeutInnen ROEB, I., SORGER, B., TAUBE, A., TUSCH, M. und ZIMMERMANN, S. Psychologisches Institut der Universität zu Köln,"—  Präsentation transkript:

1 Qualifikationen von PsychotherapeutInnen ROEB, I., SORGER, B., TAUBE, A., TUSCH, M. und ZIMMERMANN, S. Psychologisches Institut der Universität zu Köln, Einleitung Im Zuge der Berufswahl stellt sich stets die Frage der Eignung. Jeder Beruf setzt spezifische Anforderungen bezüglich persönlicher Merkmale, Kenntnisse und Fähigkeiten voraus. Im Rahmen unserer Untersuchung interessierte uns die Fragestellung, welchen Anforderungen PsychotherapeutInnen entsprechen sollten. Unser Anliegen bestand darin, einen Katalog bezüglich notwendiger Persönlichkeitsmerkmale und fachlicher Qualifikationen, die für die Ausübung des Berufes des/der Psychotherapeuten/in erforderlich sind, zu erarbeiten. Gemäß des 1998 verabschiedeten "Gesetz[es] über die Berufe des[/der] Psychologischen Psychotherapeuten[/in] und des[/der] Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten[/in]" werden PsychotherapeutInnen ausschließlich zur vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt, wenn sie u.a. über eine Approbation als PsychotherapeutIn nach den §§ 2 oder 12 des Psychotherapeut[Inn]engesetzes verfügen. Dies setzt eine Ausbildung und Prüfung in einem durch den Bundesausschuß der Ärzte[/innen] und Krankenkassen nach § 92 Abs. 6a anerkannten Behandlungsverfahren voraus. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob eine Zusatzausbildung z.B. eine notwendige fachliche Voraussetzung darstellt. Des weiteren war für uns von Interesse, inwieweit ein Psychologiestudium auf die psychotherapeutische Berufstätigkeit vorbereitet resp. vorbereiten könnte. Hinsichtlich des von uns untersuchten Gegenstandsbereiches handelt es sich um ein bislang wenig beachtetes Gebiet, so daß es galt, relativ theoriearm zu arbeiten. Als theoretischen Hintergrund können wir aus diesem Grunde lediglich zwei Beiträge (s.u.) anführen. In diesen werden die Voraussetzungen diskutiert, welche im Rahmen der Studiengänge Psychologie resp. Medizin als Grundlage für eine zukünftige psychotherapeutische Tätigkeit geschaffen werden können. Darin wird festgestellt, daß beide Studiengänge Grundlagen und Voraussetzungen für eine Postgraduiertenausbildung in Psychotherapie liefern. Bezüglich des Medizinstudiums existiere - gemessen an dem überwiegenden Lehrangebot von seiten der naturwissenschaftlichen Medizin und den Anforderungen, mit denen Ärzte/innen in der psychosozialen Versorgung konfrontiert würden - lediglich ein geringes Angebot an relevanten Lehrveranstaltungen (vgl. HEIGL-EVERS 1981, 173). Das Psychologiestudium bilde aufgrund seiner weiträumigen wissenschaftlichen Orientierung und der relativen Vielfalt seiner Forschungsansätze und Interessenrichtungen z.T. eine günstigere (theoretische) Vorbildung für eine psychotherapeutische Tätigkeit. Jedoch sei selbst unter optimalen Bedingungen eine Berufsqualifikation als Klinische/r Psychologe/in resp. PsychotherapeutIn während des Psychologiestudiums nicht zu erreichen (vgl. WERTHMANN 1981, 178). Diese Feststellungen haben bislang ihre Aktualität nicht verloren. Davon ausgehend, daß praktizierende PsychotherapeutInnen adäquate Kriterien hinsichtlich unserer Fragestellungen zu nennen vermögen, formulierten wir vor obigem Hintergrund die folgenden heuristischen Hypothesen. 2.Hypothesen 1.Welche Persönlichkeitsmerkmale und welche fachlichen Qualifikationen (Studium, Praktika, Zusatzausbildung[en] etc.) werden von praktizierenden PsychotherapeutInnen (Diplom- PsychologInnen) als relevant in bezug auf den Beruf des/der Psychotherapeuten/in angesehen? 2.Ist das Studium der Psychologie notwendige Voraussetzung für den Beruf des/der Psychotherapeuten/in? 3.Methode 3.1Interview Als Erhebungsmethode diente ein halbstrukturiertes, ca. 45 Minuten in Anspruch nehmendes Einzelinterview, das unter Zuhilfenahme eines Interviewleitfadens (vgl. Anhang A) durchgeführt wurde. 3.2Qualitative Inhaltsanalyse Als Analysemethode diente die Inhaltsanalyse nach RUSTEMEYER Das generelle Prinzip dieser Methode, einem Verfahren zur Feststellung der in Texten (u.a. auch nonverbalen Inhalten) enthaltenen Aussagen/Bedeutungen/Botschaften, ist die intersubjektive Zuordnung bestimmter Textteile zu bestimmten Bedeutungsaspekten mit dem Ziel einer systematischen Gesamtbeschreibung der Bedeutung eines Textes (RUSTEMEYER 1992, 13). Deduktiv und induktiv (vgl. Pretest) wurde ein Kategoriensystem (einschließlich Explikationen) mit folgenden sieben Oberkategorien erstellt (vgl. Anhänge B und C): 1.Qualifikationen und Voraussetzungen eines/einer Psychotherapeuten/in 2.Bedeutung des Psychologiestudiums 3.Psychotherapieformen, auf die das Psychologiestudium besonders gut vorbereitet 4.Relevante Studienschwerpunkte, die stärker vertreten werden sollten 5.Erfahrungen mit nicht-psychologischen PsychotherapeutInnen 6.Relevanz des Lehr- und Lernstoffes 7.Restkategorie Exemplarisch soll an dieser Stelle eine Unterkategorie expliziert werden: ad.5.Erfahrungen mit nicht-psychologischen PsychotherapeutInnen 5.1Erfahrungen mit Medizinern/innen 5.1.3schlechte Erfahrungen Der/Die Interviewte hat vorwiegend oder ausschließlich schlechte Erfahrungen mit medizinisch vorgebildeten PsychotherapeutInnen gesammelt. Beispiel:Es existieren sicherlich Ausnahmen, aber die MedizinerInnen, die ich kennengelernt habe, waren zu wenig einfühlsam. 4.Pretest Zur Validierung der geplanten Vorgehensweise bezüglich der Hypothesenüberprüfung wurden vor Beginn des Haupttests zwei Interviews (mit einer analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und einer Gesprächspsychotherapeutin) geführt. Als Konsequenz dessen wurde das Kategoriensystem modifiziert; einige neue Kategorien wurden aufgenommen. Der Interviewleitfaden erwies sich als adäquat. 5.Hauptuntersuchung 5.1Stichprobe Als Versuchspersonen dienten acht (sechs weibliche und zwei männliche) freiberufliche PsychotherapeutInnen im Alter von Jahren (M = 40,5 Jahre), die in verschiedenen Städten Deutschlands Psychologie studiert und Zusatzausbildungen absolviert haben. Bei der Auswahl der InterviewpartnerInnen wurde darauf geachtet, daß die von ihnen praktizierten Psychotherapieformen variierten (Familienpsychotherapie [1], Gesprächspsychotherapie [1], Gestaltpsychotherapie [1], Psychoanalyse [2], Verhaltenspsychotherapie [3]). 5.2Datenaufbereitung Auf der Grundlage der zusammenfassend transkribierten Interviews erfolgte die Festlegung von 158 Analyseeinheiten durch drei PraktikantInnen. Die Codierung der Analyseeinheiten erfolgte durch drei unabhängige RaterInnen (Kappa- Berechnung: vgl. Anhang E). 6.Interpretation und Diskussion der Ergebnisse 6.1Hypothese 1 a)Die statistische Auswertung der Daten ergab, daß nach Ansicht von praktizierenden PsychotherapeutInnen ein/e Psychotherapeut/in insbesondere folgende persönlichen Voraussetzungen erfüllen sollte: Kenntnis der eigenen Persönlichkeit, Empathie und Kommunikationskompetenz. Des weiteren wurden relativ häufig Geduld, Neugierde und außerfachliche Interessen genannt (vgl. Abbildung 1). b)Bezüglich der fachlichen Qualifikation wurde insbesondere die Wichtigkeit einer abgeschlossenen Zusatzausbildung hervorgehoben. Die Qualifikation durch ein Studium der Psychologie wurde höher eingeschätzt als die Qualifikation aufgrund von Selbsterfahrung und Praktika (außerhalb des Studiums), (vgl. Abbildung 2). Diskussion: Hinsichtlich des Bereiches der persönlichen Qualifikationen ist die Restkategorie relativ stark besetzt, da offenbar eine große Anzahl relevanter Persönlichkeitsmerkmale existiert, die durch das Kategoriensystem nicht erfaßt wurde. 6.2Hypothese 2 a)Aufgrund der Tatsache, daß keine/r der InterviewpartnerInnen ein Studium der Psychologie für nicht notwendig erachtete - alle Äußerungen erstreckten sich auf den Bereich ziemlich resp. unbedingt notwendig - läßt sich die Frage nach der Notwendigkeit eines Psychologiestudiums positiv beantworten (vgl. Abbildung 3). Die Anzahl der kategorisierten Analyseeinheiten (14) ist höher als die der Auswahleinheiten (8), da sowohl Äußerungen, die sich explizit auf diesen Bereich bezogen als auch solche, die in anderen Kontexten auftraten, in diese Kategorie eingeordnet wurden. b)Diesem Ergebnis zu widersprechen scheint die Tatsache, daß nahezu alle interviewten PsychotherapeutInnen den berufsrelevanten Prozentsatz des universitären Lehr- und Lernstoffes unter 40% einstuften (vgl. Abbildung 4). Diskussion: Oben genannter (vermeintlicher) Widerspruch könnte dahingehend aufgelöst werden, daß der Prozentsatz des berufsrelevanten (hinsichtlich Psychotherapie) Lehr- und Lernstoffes im Rahmen anderer Fachbereiche (bsw. Medizin) noch geringer ist. Des weiteren erscheint dieser Prozentsatz - gemessen an der Tatsache, daß das Studium der Psychologie auf den gesamten Bereich psychologischer Tätigkeit vorbereiten sollte - relativ hoch. Darüber hinaus muß es nicht ausschließlich der Lehr- und Lernstoff sein, der die Notwendigkeit eines Psychologiestudiums bestimmt - einige der befragten PsychotherapeutInnen betonten bsw., sie hätten erst im Rahmen des Studiums gelernt, psychologisch zu denken. 6.3Restkategorie 23 von 158 (= 14,56%) Analyseeinheiten wurden der Restkategorie (7.) zugeordnet. 6.4Conclusio und Forschungsdesiderata a)Die Ergebnisse lassen erkennen, daß ein Studium der Psychologie besonders gut auf die verhaltenspsychotherapeutische Ausbildung vorbereitet. Mehrfach wurde jedoch darauf hingewiesen, daß die jeweilige Schwerpunktsetzung in hohem Maße von Studienort und -zeitpunkt abhänge (vgl. Abbildung 5). b)Um adäquater auf den psychotherapeutischen Beruf vorzubereiten, sollte ein Psychologiestudium insbesondere die Möglichkeit von Grundausbildungen hinsichtlich einiger Psychotherapieformen bieten. Die Wichtigkeit von studienbegleitenden Praktika wurde von einigen PsychotherapeutInnen betont (vgl. Abbildung 6). Die stark besetzte Restkategorie läßt auf das Fehlen essentieller Unterkategorien resp. auf die partiell mangelhafte Explizierung des Kategoriensystems schließen; wir vermuten, daß Zuordnungsschwierigkeiten bezüglich einiger Analyseeinheiten durch Zuordnung zur Restkategorie umgangen wurden. c)Die Erhebung von Erfahrungen mit nicht-psychologischen PsychotherapeutInnen sowohl aus dem pädagogischen als auch aus dem medizinischen Bereich erbrachte folgende Ergebnisse: Während die Erfahrungen mit PädagogInnen ausschließlich gut waren, zeigte sich hinsichtlich der MedizinerInnen ein heterogenes Bild - berichtet wurden sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen (vgl. Abbildung 7). Zusammenfassend läßt sich konstatieren, daß insbesondere die explorativen Ergebnisse einige interessante Ansätze in bezug auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten aufzeigen; so wäre es unseres Erachtens von Bedeutung, bsw. vor dem Hintergrund des Psychotherapeut[Inn]engesetzes aus dem Jahre 1998 das (bislang teilweise durch konkurrierende Bestrebungen geprägte) Verhältnis von PsychologInnen und MedizinerInnen einer differenzierteren Betrachtung zu unterziehen. 7.Literatur BDP. (1998). Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Das Gesetz im Wortlaut. Report Psychologie, 4, HEIGL-EVERS, A. (1981). Psychotherapie im Medizinstudium. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 6, MAYRING, P. (1996). Einführung in die qualitative Sozialforschung. Weinheim: Psychologie Verlags Union. RUSTEMEYER, R. (1992). Praktisch-methodische Schritte der Inhaltsanalyse. Münster: Aschendorff. WERTHMANN, H.-V. (1981). Psychotherapie im Psychologiestudium. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 6, In bezug auf den Beruf des/der Psychothera- peuten/in relevante Persönlichkeitsmerkmale Kenntnis der eigenen Persönlichkeit Empathie Engagement Belastbarkeit Distanz Neugierde Kommunikations- kompetenz Nächstenliebe Optimismus Fähigkeit zur Konfliktbewältigung außerfachliche Interessen Geduld gute soziale Einbindung (Krisen-)Erfahrung Sympathie Unvoreingenommenheit Selbstbewußtsein Restkategorie genannte Persönlichkeitsmerkmale (Analyseeinheiten gesamt: 42) absolute Häufigkeit 2. In bezug auf den Beruf des/der Psychothera- peuten/in relevante fachliche Qualifikationen PsychologiestudiumPraktikaZusatzausbildungSelbsterfahrungRestkategorie genannte Qualifikationen (Analyseeinheiten gesamt: 19) absolute Häufigkeit 3. Bedeutung des Psychologiestudiums in bezug auf den Beruf des/der Psychotherapeuten/in unbedingt notwendigziemlich notwendignicht notwendig beigemessene Bedeutung (Analyseeinheiten gesamt: 14) absolute Häufigkeit 4. Relevanz des Lehr- und Lernstoffes in bezug auf den Beruf des/der Psychotherapeuten/in %21-40%41-60%61-80%81-100% angegebene Prozentzahl (Analyseeinheiten gesamt: 8) absolute Häufigkeit 5. Therapieformen, auf die das Psychologiestudium besonders gut vorbereitet Verhaltenspsychotherapie Psychoanalyse Gestaltpsychotherapie Gesprächspsychotherapie verschiedene Psychotherapieformen Abhängigkeit von Studienort und-zeitpunkt keine Psychotherapieform Restkategorie genannte Therapieformen (Analyseeinheiten gesamt: 16) absolute Häufigkeit 6. Relevante Studienschwerpunkte, die im Rahmen des Psychologiestudiums stärker vertreten werden sollten Informationsveranstaltungen bzgl. d. Arbeit u. Ausbildung von PsychotherapeutInnen Grundausbildungen in einzelnen Psychotherapieformen PraktikaRestkategorie genannte Studienschwerpunkte (Analyseeinheiten gesamt: 27) absolute Häufigkeit gute Erfahrungen heterogene Erfahrungen schlechte Erfahrungen keine Erfahrungen Restkategorie MedizinerInnen PädagogInnen absolute Häufigkeit Art der Erfahrung (Analyseeinheiten gesamt: 9) Erfahrungen mit 7. Erfahrungen Psychologischer PsychotherapeutInnen mit nicht-psychologischen PsychotherapeutInnen


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