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Lebenslanges Lernen – Mögliche Beiträge von Universitäten Öffentlicher Vortrag 22. November 2012, Universität Liechtenstein, Vaduz Dr. Andrea Waxenegger,

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Präsentation zum Thema: "Lebenslanges Lernen – Mögliche Beiträge von Universitäten Öffentlicher Vortrag 22. November 2012, Universität Liechtenstein, Vaduz Dr. Andrea Waxenegger,"—  Präsentation transkript:

1 Lebenslanges Lernen – Mögliche Beiträge von Universitäten Öffentlicher Vortrag 22. November 2012, Universität Liechtenstein, Vaduz Dr. Andrea Waxenegger, Leiterin des Zentrums für Weiterbildung der Universität Graz, Österreich Präsidentin von EUCEN-European University Continuing Education Network zfw.uni-graz.at

2 Überblick 1. Was verstehen wir unter “universitärem lebenslangen Lernen” (“University Lifelong Learning” - ULLL) in Europa heute? 2. ULLL in Österreich 3. Ausblick

3 1. Was verstehen wir unter “University Lifelong Learning” in Europa heute? Wann kam die “universitäre Weiterbildung” an die Universitäten? Wann “Lifelong Learning”? Begrifflichkeiten: Universitäre Weiterbildung – Wissenschaftliche Weiterbildung – Universitäre Allgemeinbildung University Continuing Education Continuing Professional Development University Lifelong Learning Widening participation Part-time studies Public Understanding of Science Adult Learning …

4 Menschen verfolgen mit Weiterbildung an der Universität unterschiedliche Bildungsziele… Welche Entwicklungen nehmen die Wissenschaften heute? Orientierung in einer komplexen Welt – universitäre Allgemeinbildung (ULLL als Mittel sozialer Inklusion; Teilhabe, Demokratie) Individuelle Pfade in „reguläre“ Hochschulstudien Verbesserte Chancen auf einen Eintritt in den bzw. Bestehen im Arbeitsmarkt: berufliche (Weiter)Qualifizierung auf universitärem Niveau ohne ein ganzes Studium absolvieren zu wollen/müssen (vielleicht später?) – Weiterbildung sollte auch anrechenbar sein (durch was ausgewiesen? wo?) bzw. zumindest “anerkannt” sein (von wem?) Kurse, Lehrgänge, internationale Master-Programme – möglichst keine Sackgassen am Beginn einer beruflichen Laufbahn – mid-career – Top-level; in Zukunft: 55 plus – arbeiten bis 70? in Phasen der Arbeitslosigkeit – der Re- bzw. Umorientierung – in “Übergängen”

5 EUCEN – European University Continuing Education Network EU Project BeFlex, led by EUCEN: “ULLL is the provision by higher education institutions of learning opportunities, services and research for: the personal and professional development of a wide range of individuals – lifelong and lifewide; and the social, cultural and economic development of communities and the region. It is at university level and research-based; it focuses primarily on the needs of the learners; and it is often developed and/or provided in collaboration with stakeholders and external actors.”

6 EUCEN: The “Lifelong Learning University” – “Best Practice” Moving from from “university lifelong learning (ULLL)” to “lifelong learning universities (LLLU)”. Source: (published Nov 2007) Lifelong Learning Universities would: have the social and regional mission of the university at the heart of its policy and strategy as part of an aspiration to international excellence embed the idea of lifelong and lifewide learning in its provision for all learners whatever their age or experience embed learning and the needs of learners as an organising principle for all its provision offer flexible and permeable programmes of study at all levels in the BMD structure so that learners can enter at different points with different backgrounds, experience and qualifications and achieve whole or parts of the diploma according to their needs and aspirations offer flexible timing in the delivery of diplomas within the BMD structure in order to maximise access for those active in the labour market or with other constraints on their time

7 EUCEN: The “Lifelong Learning University” (cont.) have arrangements for blended learning for all learners but especially for those in rural areas or with other constraints on attendance use learning outcomes as a basis for the development of all programmes of study offer responsive and innovative short courses that can be accessed by learners who can demonstrate a capacity to benefit make the award of credits for short courses available to learners who want or need them provide robust and proactive services for learners to promote and support their access to and success in the wide range of learning opportunities offered and to ensure that their needs are met effectively; in particular advice and guidance and RPL ensure innovative and creative approaches to the development of new courses and services, including links to research and technology transfer have dynamic management structures that both lead and respond to new opportunities and possibilities for mobilising the resources and expertise of the university for lifelong learning have a vibrant programme of staff development for academic and administrative personnel to enable them to face and embrace the challenges of a LLLU

8 The European Universities Charter on Lifelong Learning (EUA 2008) – Universities commit to: 1.Embedding concepts of widening access and lifelong learning in their institutional strategies. 2.Providing education and learning to a diversified student population. 3.Adapting study programmes to ensure that they are designed to widen participation and attract returning adult learners. 4.Providing appropriate guidance and counselling services. 5.Recognising prior learning. 6.Embracing lifelong learning in quality culture. 7.Strengthening the relationship between research, teaching and innovation in a perspective of lifelong learning. 8.Consolidating reforms to promote a flexible and creative learning environment for all students. 9.Developing partnerships at local, regional, national and international level to provide attractive and relevant programmes. 10.Acting as role models of lifelong learning institutions. Enthält auch: 10 Commitments for Governments.

9 In deutscher Sprache… Die europäischen Universitäten verpflichten sich… 1.… Konzepte für einen breiteren Hochschulzugang und LLL in ihre Strategie einzubetten. 2.… das Bildungs- und Lehrangebot einer heterogenen Studierendenschaft anzubieten. 3.… das Studienangebot so zu entwickeln, dass es einen breiteren Hochschulzugang fördert und erwachsenen Lernenden die Rückkehr an die Hochschule erlaubt. 4.… entsprechende Informations- und Beratungsdienstleistungen anzubieten. 5.… die Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen zu fördern. 6.… LLL in die institutionelle Qualitätskultur einzuschließen. 7.… die Wechselbeziehung von Forschung, Lehre und Innovation aus einer LLL- Perspektive zu stärken. 8.… die Bologna-Reformen zu konsolidieren und so flexible Lernwege zu ermöglichen. 9.… Partnerschaften auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu entwickeln und attraktive und relevante Bildungsangebote zu gewährleisten. 10.… ein Vorbild eines LLL-freundlichen Arbeitgebers zu sein. (Quelle: Michael Hörig, Lea Brunner, Lebenslanges Lernen als integrativer Bestandteil einer europäischen Forschungsuniversität; in: Nino Tomaschek, Elke Gornik (Hrsg.), The Lifelong Learning University, Waxmann 2011)

10 WB/LLL-Strategien der Hochschulen? Modelle: WB/LLL als Konzept ist angekommen. WB-Zentrum soll umsetzen (aber macht dies wirklich LLL oder “nur” WB?); Sonderform: Alles was wir machen ist LLL! Stärkere Verbindung von Regelstudium und WB, auch wenn Organisation beider Angebote getrennt operiert; Erschließung neuer Zielgruppen, Vermischung dieser in Angeboten mit “Regelstudierenden”; stärkere Kooperation mit externen Partnern LLL als neue “Kultur” der Hochschule – ein ganzheitlicher Ansatz: alle Aspekte von universitärem Lehren und Lernen werden unter dem Blickwinkel „lebenslanges Lernen“ betrachtet – tatsächlicher Focus auf die Lernenden – dient auch der Forschung – begleitet Lernende ein Leben lang, insbesondere in Übergangsphasen

11 2. ULLL in Österreich Universitätsgesetz 2002 (voll implementiert 1. Jänner 2004); Auszüge: § 3. Die Universitäten erfüllen im Rahmen ihres Wirkungsbereichs folgende Aufgaben: 2. Bildung durch Wissenschaft und durch die Entwicklung und Erschließung der Künste; 5. Weiterbildung, insbesondere der Absolventinnen und Absolventen von Universitäten; Universitätslehrgänge: § 56. Die Universitäten sind berechtigt, Universitätslehrgänge einzurichten. Diese dürfen auch von mehreren Universitäten gemeinsam sowie gemeinsam mit Privatuniversitäten gemäß § 3 des Universitäts-Akkreditierungsgesetzes, Erhaltern von Fachhochschul-Studiengängen gemäß § 2 des Bundesgesetzes über Fachhochschul- Studiengänge und Pädagogischen Hochschulen gemäß § 1 des Hochschulgesetzes 2005 durchgeführt werden. Bei Beteiligung von anderen als den in § 6 genannten Bildungseinrichtungen haben die beteiligten Bildungseinrichtungen eine Vereinbarung über die Durchführung, insbesondere die Zuständigkeiten (Zulassung, Ausstellung von Zeugnissen, Anerkennung von Prüfungen etc.) zu schließen. […] Die Universitätslehrgänge dürfen auch während der sonst lehrveranstaltungsfreien Zeit sowie zur wirtschaftlichen und organisatorischen Unterstützung in Zusammenarbeit mit außeruniversitären Rechtsträgern durchgeführt werden. Der Lehrgangsbeitrag ist unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten vom Rektorat festzusetzen.

12 Was versteht die UNIKO unter “universitärer Weiterbildung” ? (20. Jänner 2009) Eine der Kernaufgaben von Universitäten ist die universitäre Weiterbildung. Sie richtet sich an Personen, die bereits über einen universitären Abschluss verfügen oder eine allgemeine Universitätsreife inklusive einschlägiger beruflicher Erfahrung außerhalb des tertiären Bildungssystems vorweisen können, und die erneut in den Lernprozess eintreten wollen. Das definierende Element der universitären Lehre ist die Verbindung zur Forschung, unter Beachtung der Einheit von Forschung, Erschließung der Künste und Lehre. Forschungsbezug, Reflexion, wissenschaftlicher Diskurs und ein hoher Anteil an eigenständiger Leistung der Studierenden sind charakteristisch für universitäres Lernen und Wissen und finden bei der Gestaltung von universitärer Weiterbildung Berücksichtigung. Da universitäre Weiterbildung zu den Kernaufgaben von Universitäten zählt, ist eine dieser Bedeutung angemessene Organisationsform zu finden. Angebot: Vorträge auf universitärem Niveau; Kurse, Lehrgänge; Universitätslehrgänge (einschl. Master-Programme) (Quelle: Grundsätze und Empfehlungen zum Weiterbildungsangebot an Universitäten, UNIKO 2009;

13 AUCEN – Austrian University Continuing Education and Staff Development Network Gegründet 1996 (http://www.aucen.ac.at/)http://www.aucen.ac.at/ Die wissenschaftliche Weiterbildung ist neben Forschung und Lehre eine dritte Kernaufgabe der österreichischen Universitäten. Sie ermöglicht Personen mit akademischer und/oder entsprechender Vorbildung die Teilnahme an universitären Lernprozessen, insbesondere die Weiterführung akademischer Studien. Dadurch fließen einerseits außeruniversitäre Erfahrungen und Sichtweisen in besonderem Maße in die Wissenschaft ein, andererseits kann die Universität in den verschiedensten Berufs- und Lebensbereichen verstärkt wirksam werden. Neben der Qualifizierung von Einzelpersonen leistet universitäre Weiterbildung einen Beitrag zur Herstellung von Berufs- und Interessensgemeinschaften, von Netzwerken und damit zur Handlungsfähigkeit der Gesellschaft. Besonderheiten universitärer Weiterbildung sind: 

14 AUCEN Mission Statement Universitäre Weiterbildung (2002) 1. Forschungsbezug auf internationalem Niveau Universitäre Weiterbildung bietet den Vorteil, am aktuellen, internationalen Stand des Wissens und Könnens zu partizipieren. Anbieter universitärer Weiterbildung kennen den jeweiligen fachlichen „State of the Art“. Sie nehmen teil an internationalen Forschungsprozessen und sind deshalb in der Lage, Einblick in das Entstehen von Wissen zu verschaffen und Forschungskompetenzen zu vermitteln soweit diese für das jeweilige Praxisfeld relevant sind. 2. Reflexivität im sozialen Bezug: Wissenschaftliches Wissen ist kritisch-reflexiv, indem es sich fragend auf die Bedingungen seiner Entstehung und Wirkung bezieht. Diese Reflexivität stellt die Frage nach dem Woher und Wozu des Wissens, nach dem Bezug zu einem selbst, der sozialen und gesellschaftlichen Situation. Reflexivität ist zugleich die konsequenteste Vermittlungsform zwischen Theorie und Praxis: Die Differenz zwischen Theorie und Praxis wird nicht geleugnet oder verwischt, sondern durch wechselseitigen Bezug im Lernprozess für die Lernenden und Lehrenden wirksam gemacht. Reflexivität erfordert Offenheit und Freiheit der Lehr- /Lernsituation. 3. Gemeinschaftsprinzip: Die Lehrenden und Lernenden verstehen sich als Partner in gemeinsamen Lehr- und Lernprozessen: Beider Erfahrungen und Wissen fließen von Anfang an in diese Prozesse ein. So entsteht ein System, das durch die Interaktion aller daran Beteiligten eine ständige Verbesserung erfährt.

15 Stand der Umsetzung in Österreich Autonomie der Universitäten seit 2004  Notwendigkeit der Erabeitung von Universitätsprofilen und Strategien einschließlich University Lifelong Learning  Bestätigung der Notwendigkeit einer überinstitutionellen Plattform: AUCEN – Austrian University Continuing Education and Staff Development Network (gegründet in 1996) Beziehung Staat – einzelne Universität: Leistungsvereinbarungen (ein Vertrag; wird veröffentlicht); auszuhandeln zwischen der einzelnen Universität und dem BM für Wissenschaft und Forschung; Globalbudget für drei Jahre; Leistungsvereinbarungen inkludieren “Weiterbildung”; für die Verhandlungen für die Periode wurde die European Universities’ Charter on Lifelong Learning verwendet Beispiel Universität Graz: https://online.uni- graz.at/kfu_online/wbMitteilungsblaetter.display?pNr= (Kapitel C2, 28-31)https://online.uni- graz.at/kfu_online/wbMitteilungsblaetter.display?pNr= Prioritäten in ULLL seitens des Staates (“Minimum”): eine ULLL-Strategie zu definieren (oder eine bestehende Strategie zu überprüfen); Studienprogramme (im Sinne von LLL) für Menschen in (Vollzeit)Beschäftigung Qualitätsentwicklung und -sicherung

16 Herausfordung: Weiterentwicklung von Kooperation und Konsensbildung mit Anspruchsgruppen ebenso wie Weiterentwicklung von Kooperationen zwischen den Universitäten und Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen (“Higher Education Institutions”); eine wichtige Frage: Wie ULLL in den NQR integrieren Datenlage in ULLL: keine Daten hinsichtlich der allgemeinbildenden Angebote “Universitätslehrgänge” der öffentlichen Universitäten: Zunahme im Zeitraum 2000 bis 2010 veröffentlicht in 2011: 877 Universitätslehrgänge; 58% dieser sind aktiv; ca eingeschriebene Teilnehmerinnen und Teilnehmer Nationale LLL-Strategie: Nationalratswahlen 2013: Ausarbeitung eines neuen Regierungsprogramms

17 Auf institutioneller Ebene: 21 öffentliche Universitäten Strategien (gesamtuniversitär) und Angebote bestehen, nicht immer “ausformuliert”, aber “gelebte Praxis”; meist ein breiter Ansatz (von allgemeinbildenden Angebote bis hochspezialisierten Master-Programmen) Entsprechende Infrastruktur (“Einrichtungen”) gibt es; unterschiedlichste Organisationsmodelle; gut ausgearbeitete Geschäftsprozesse, unterschiedliche Business-Modelle liegen zugrunde Breite Akzeptanz als Aufgabe der Universitäten innerhalb der Universitäten?? Angebot bekannt außerhalb der Universitäten?? Donau-Universität Krems ausschließlich postgraduale Weiterbildung

18 Beispiel Universität Graz 6 Fakultäten und Administration & Services | MitarbeiterInnen | Studierende | über 100 reguläre Studienprogramme (Bachelor/Master/Ph.D.) und Weiterbildung Strategie: “Lebenspartnerin Universität” - Die Universität ist “Bildungspartnerin” für alle Generationen, zur Entwicklung von Individuen, Gruppen, Organisation und des Gemeinwesens beitragend  Fortführung in den Leistungsvereinbarung und im Entwicklungsplan Angesprochen werden Universitätsabsolventinnen und -absolventen, ebenso anderer Hochschuleinrichtungen, Führungskräfte Weiterbildungsinteressierte, auch ohne akademische Vorbildung Breite Angebotsschiene für “die Öffentlichkeit”, Lernen im späteren Lebensalter Kinder- und Junioruniversität (10-18) UNI for LIFE GmbH – berufliche Qualifizierung (http://www.uniforlife.at)http://www.uniforlife.at Zentrum für Weiterbildung: Bildung für alle – universitäre Allgemeinbildung, Lernen im späteren Lebensalter; es geht um “universitäre Lernprozesse”, d.h. sie sind forschungsbezogen – State of the Art; kritisch und reflexiv; unter Einbezug der Erfahrungen und des Wissens der TeilnehmerInnen aus ihrer Lebens- und Berufswelt “soziale Teilhabe auf dem Wege universitärer Bildung”; insbesondere für und mit älteren Menschen zur Sicherung und Förderung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe

19 Ansatz in der wissenschaftlichen Allgemeinbildung Die Aufgabe von Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft bestehe heute weniger im Streben nach Wahrheit, sondern im Herstellen von Verbindlichkeit: Das „Entscheiden“ tritt aufgrund der Komplexität vieler Wissensgebiete gegenüber dem „Erkennen“ in den Vordergrund. Allgemeingebildete Menschen sollten in der Lage sein, sich mit Expertinnen und Experten zu „verständigen“ und ExpertInnen zu „beurteilen". Der Laie brauche "Grundkenntnisse" und "Reflexionswissen", der Experte / die Expertin Grundkenntnisse und "operatives Wissen". Allgemeinbildung vollzieht sich im „gemeinsamen Aushandeln der Wichtigkeit von Inhalten"; was als bedeutsam anzusehen ist (individuell, gesellschaftlich, etc.), sei als Bildungsprozess zu gestalten. Die Anforderungen an die wissenschaftliche Allgemeinbildung lauten daher: richtige Fragen stellen, Wissen recherchieren, Wissen synthetisieren und es in einen größeren Zusammenhang stellen, die Komplexität des Ganzen begreifen und anderen gegenüber darstellen können (nach Markus Arnold, Philosoph, und Roland Fischer, Mathematiker, 1993 bzw. 2000)

20 Nicht-monetäre Wirkungen von Bildung OECD-Report zum Lebenslangen Lernen (OECD 1996) - drei prinzipielle (nicht-monetäre) Wirkungen von Bildung: 1.soziale Kohäsion bzw. Integration; 2.persönliche Entwicklung; und 3.Aktivität als solche. Warum ist die Einbindung in soziale Gruppen so wichtig? Im Zusammenhang mit steigender Arbeitslosigkeit und Individualisierung am Arbeitsplatz wird die soziale Kohäsion schwächer. Dies gilt verstärkt für die nachberufliche Lebensphase. Bildungsteilnahme offeriert hier eine Chance der sozialen Bindung. Persönliche Entwicklung – als zweiter Faktor – ist insofern mit lebenslangem Lernen verbunden, als über dieses Performanz und Produktivität beeinflusst werden sowie allgemein die physische und psychische Gesundheit. So konnte festgestellt werden (vgl. OECD 1996), dass mehr Bildung zu besserer Gesundheit führt. Zu berücksichtigen ist drittens die Rolle von Bildung als Freizeitaktivität bzw. als Aktivität, um andere Freizeitaktivitäten auszuüben (z.B. das Lesen von wissenschaftlichen Fachmagazinen).

21 Beispiel Montagsakademie: seit Herbst 2002: alle Interessierten ungeachtet ihrer Vorbildung können an der öffentlichen Vortragsreihe „Montagsakademie“ teilnehmen; Grundmotto: „Bildung für alle durch allgemein verständliche Wissenschaft“; jährliches Leitthema z.B. „Nachhaltigkeit“, „Zeit“, „Chaos“, „Mobilitäten“, „Spannungen“. Die Montagsakademie ist: universitär und allgemein verständlich Orientierungshilfe in einer schwer überschaubaren Welt regionalentwicklerische Initiative Anwendung moderner Technologie zum Nutzen aller kosten- und anmeldefrei zugänglich mitdenken und mitdiskutieren bei Vorträgen im Studienjahr live teilnehmen am eMontag in 14 Orten in Ruhe und kostengünstig nachlesen im Sammelband um € 9,90 konzentriert nachhören durch Radioübertragungen auf zwei lokalen Stationen zu jeder Zeit anschauen als Video bzw. iTunes University In Kürze: ■ 140 Vorträge ■ 100 live Übertragungen ■ über Teilnahmen ■ 8 Sammelbände (Auflage: 660) ■ 74 Vorträge online verfügbar

22 Derzeit 14 Partnereinrichtungen in den Regionen (live Übertragung via Internetstream, Videokonferenz, Chat) 3 Bundesländer: Steiermark, Burgenland und Salzburg Träger vor Ort: Gemeinden, Vereine, Firmen, Schulen, …. Orte: Veranstaltungszentren, Wirtschafts- und Teleparks, Rathäuser, Bibliotheken, Galerien, Schulen Steiermark: Bad Radkersburg, Congresszentrum Zehnerhaus | Bärnbach, Telepark | Bruck an der Mur, Rathaus | Deutschfeistritz, Rathaus | Gleisdorf, Rathaus-Servicecenter | Hartberg, oekopark/Maxoom Kino | Knittelfeld, Stadtbibliothek | Leibnitz, Galerie Marenzi | Leoben, Neues Rathaus | Lieboch, Sitzungsaal im Gemeindeamt | Liezen, Wirtschaftspark Block C |Schladming, Erzherzog-Johann-Hauptschule | Burgenland: Oberpullendorf, BHAK & BHAS | Salzburg: Bad Gastein, KBB Rheuma-Sonderkrankenanstalt Weitere PartnerInnen des Projekts: Österreichische HochschülerInnenschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz Kleine Zeitung Gefördert und unterstützt u. a. von: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz; Land Steiermark und Firma PaperNet.

23 Beispiel Vita activa: Bildungsangebot für Erwachsene aller Altersstufen, insbesondere in der zweiten Lebenshälfte, auch ohne akademische Vorbildung Drei große Reihen: 1.Wissen schaffen 2.Wissen und Erfahrung weitergeben 3.Lernen erfolgreich gestalten Ad 1) Wissen schaffen: Eine komplexe, unüberschaubare Welt, von Wissenschaft und Technik bestimmt, erfordert Orientierung und auch Beteiligung, um menschengerecht und demokratisch zu sein. BürgerInnen müssen als Laien in der Lage sein, sich mit ExpertInnen zu verständigen. Die Reihe „Wissen schaffen“ ermöglicht: sich Grundkenntnisse in den Wissenschaften und über die Produktion von wiss. Wissen anzueignen; sie ist Plattform für die Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen in Wissenschaft und Technik. Ad 2) Wissen und Erfahrung weitergeben: Wir werden älter – die gewonnen Jahre brauchen Gestaltung. Ziel: Entdeckung – verschütteter – Potentiale und sie ausleben. Wissen und Kompetenz der älteren Generationen dürfen nicht verloren gehen. Dialog zwischen den Generationen, gemeinsame Gestaltung von Gesellschaft, intergenerationelles Lernen.

24 Ad 3) Lernen erfolgreich gestalten: Universitäten schaffen nicht nur neues Wissen, sondern speichern und bewahren es auch. Dieses Erbe muss mehr sichtbar gemacht werden und die Menschen müssen befähigt werden, mit ihm umzugehen, es zu erschließen. Auch Laien können sich in einem gewissen Ausmaß diese Kompetenzen und Fertigkeiten aneignen. In Kürze: 13 Kurse, Seminare und Workshops bestehend aus über 20 Einzelveranstaltungen; zusätzlich noch Projektarbeit können einzeln oder im Paket gebucht werden aufeinander aufbauend; kontinuierliches und systematisches Lernen ermöglichend mobiler und stationärer Vita activa Info Point Kostenfrei oder moderate TN-Gebühren (Sicherung und Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von VertreterInnen aller sozialen Gruppen); Anmeldung erforderlich Erste Veranstaltungen 2006; Vollprogramm ab 2009 ■ akademisches Jahr 2011/12: 402 Teilnahmen; 2/3 Frauen, 56% der TeilnehmerInnen älter als 50, auch Jüngere

25 Ansätze Forschungsgeleitete Entwicklungsarbeit: Gesamtkonzept/einzelne Bildungsveranstaltungen: Rezeption von wissenschaftlicher Literatur / Studien / Praxisprojekten; aktiver Dialog mit ForscherInnen; aktionsforscherischer Ansatz, Einsetzung wissenschaftlicher Leitungen im Sinne einer Qualitätskontrolle für den Inhalt, laufende Evaluierung Stichwort „Wissen wirksam werden lassen“ (Nachhaltigkeit unseres Tuns als Bildungsinstitution): TeilnehmerInnen: Lernprozesse sind nur dann nachhaltig, wenn es gelingt, das neu erworbene Wissen gesellschaftlich wirksam werden zu lassen (neue Betätigungsfelder in der Zivilgesellschaft oder in Form einer nachberuflichen Erwerbsarbeit, Beteiligung an wissenschaftlichen Prozessen, usf.); dies schließt auch ein, Beteiligte nicht als „Betroffene“ zu sehen, sondern als „SelbstvertreterInnen“, indem ein Rahmen geschaffen wird, wo Menschen ihre Anliegen und Interessen artikulieren können bzw. darin unterstützt werden, diese Fähigkeit zu erlernen. Fachwissen erarbeiten und zur Verfügung stellen, z.B. Publikation Lernen und Bildung im späteren Lebensalter. Leitlinien und Prioritäten 2020, hrsg Lehrende: Lehrkompetenz aufbauen; Dialog mit Laien einüben

26 Lehr- Lerngeschehen: ModeratorInnen arbeiten im Tandem mit Hochschullehrenden in der Vorbereitung, Durchführung und Evaluierung Lehrende: nur Hochschullehrende (unterschiedlichen Alters) kommen zum Einsatz; für bestimmte Bildungsangebote auch TrainerInnen, die einen Bezug zur Universität haben; eine entsprechende Kommunikation über die Ziele der Vita activa und das angestrebte Lernsetting erfolgt vorab; Mehraufwand in der Vorbereitung; Bereitschaft muss bestehen, gemeinsames Lernen auf der Basis der Heterogenität der Gruppe sicherzustellen; Mitwirkung bei Evaluation und Reflexion ist erforderlich. Sicherstellen: „Universitäres Lehren und Lernen“, d.h. die Lernprozesse müssen sich auf den letzten Stand der Forschung beziehen, müssen über die Herleitung des Wissens aufklären und kritisches Hinterfragen und Reflexion zulassen; TN sollen eigenständig Fragestellungen entwickeln lernen und diesen unter Anleitung nachgehen (recherchieren, interpretieren, in einen größeren Zusammenhang stellen und anderen gegenüber verständlich darstellen können); „forschendes Lernen“ im Rahmen der Vita activa auch Chancen bieten, generationsspezifische und individuelle Lebenserfahrungen einzubringen und in der Verbindung mit theoretischem Wissen zu reflektieren; überwiegend in kleineren Gruppen. Die Erwartungen der TeilnehmerInnen und ob unser Bildungsangebot diese erfüllen können, müssen vorab geklärt werden; d.h. ausführliche Bildungsinformation und -beratung werden angeboten.

27 3. Ausblick Auf institutioneller Ebene: Profilbildung: Welchen Beitrag wollen wir als Gesamtorganisation zum lebenslangen Lernen für wen (Individuen, Organisationen) leisten? Wie können wir unsere Prioritäten finden in einer kompetitiven, internationalen Hochschullandschaft? Wie gewinnen wir “Lehrende”, die von ihrem Selbstverständnis her Forschung und Lehre/Weiterbildung als zusammengehörig betrachten? Wer sind unsere “Lernerinnen und Lerner”, in welcher Lebensphase stehen sie und wie können wir sie bestmöglich unterstützen?  mehr Beratung und Betreuung (haben wir dafür qualifiziertes Personal?), vor allem in Phasen von „Übergängen“; flexible Zugänge: Zeitstrukturen, physische & virtuelle Teilnahme; Lehr- und Lerngeschehen: fördernde Didaktik (Umgang mit Vielfalt) ernen (wer lehrt in ULLL?); Frage der Kosten (wer trägt welchen Anteil); Voraussetzungen für die Teilnahme – Anerkennung vorgängigen Lernens; Ältere (2060: ca. 30% der europ. Bevölkerung über 65 Jahre alt) Wie können wir Wirtschaft und Industrie, aber auch die öffentliche Hand/NGOs mit kurz- und langfristigen Angeboten bestmöglich unterstützen? Welche Plattformen und institutionellen Kooperationen/Partnerschaften, z.B. mit HR in Unternehmen braucht es dafür? Qualitätsentwicklung und -sicherung; und Organisations-/Personalentwicklung

28 Auf nationaler Ebene: Welche Verantwortung übernehmen Politik und öffentliche Verwaltung im Hinblick auf die Gestaltung förderlicher Rahmenbedingungen (z.B. begleitender Gesetzgebung) für LLL? – Beispiele: Finanzierung (Hochschulen allein werden die Frage der Finanzierung von LLL nicht lösen können); Recognition of Prior Learning – Anerkennung vorgängigen Lernens; Frage der Umsetzung europäischer Instrumente auf nationaler Ebene (z.B. Nationale Qualifikationsrahmen) Gibt es eine gemeinsames Verständnis von Qualität? Österreich: AQA-Projekt „Qualitätsentwicklung der Weiterbildung an Hochschulen“ – Empfehlungen 2012 Welche Bedeutung haben nationale Lifelong Learning Strategien vor dem Hintergrund der (zunehmenden) Autonomie der Universitäten? Gibt es ausreichend Kooperation über die Sektorengrenzen hinweg?

29 Kooperation auf europäischer Ebene Wie kann eine einzelne Hochschule von einem Engagement auf europäischer Ebene profitieren? – Fachnetzwerke wie EUCEN-European University Continuing Education Network: Austausch – Kontakte – Personalentwicklung Zusammenbringen von Praxis, Forschung, Politik; auch sektorenübergreifend: europäische Konferenzen Beteiligung an EU-Projekten, die die Arbeit an der eigenen Einrichtung konkret unterstützen; vor dem Jahr 2000 – 3 Projekte; seit 2000 – 17 von EUCEN geleitete Projekte; an 16 als Partner beteiligt; ein Beispiel: EU-Projekt ALLUME – A Lifelong Learning University Model for Europe; konkrete Unterstützung des strategischen Auf- und Ausbaus von wissenschaftlicher WB an Projektpartnerhochschulen| Was entsteht daraus? Empfehlungen – Leitlinien – Checklisten – Berichte – Analysen und Evaluierungen – Modelle; Ziel ist: Qualitätssteigerung in ULLL Nächste Europäische Konferenz: 45 th EUCEN Conference “Transferring Knowledge in a Globalised World: a ULLL Responsibility”, Mi Fr 31. Mai 2013, Genf/Charmey Kontakt: Andrea Waxenegger,


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