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Hinweise zur PPT-Präsentation

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Präsentation zum Thema: "Hinweise zur PPT-Präsentation"—  Präsentation transkript:

1 Hinweise zur PPT-Präsentation
Autorin: Paula Bezzola, MPH unter Mitarbeit von Dr. Anna Mascherek und Irene Kobler Bitte «U17- Drehbuch Wissensvermittlung» für diese Präsentation mitbenutzen. Im Drehbuch sind der Ablauf und die Angaben zu den interaktiven Abschnitte erklärt. Innerhalb der Präsentation finden Sie zu den einzelnen Folien Notizen mit entsprechenden Hintergrundinformationen, die beachtet werden sollten.  In der Präsentation sind Folien aufgeführt (Nr. 2, 28, 29), die vom Spital im Vorfeld der Präsentation ergänzt werden müssen. Diese Stellen sind violett geschrieben. Copyright © Stiftung für Patientensicherheit, 2013 – alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck und die Vervielfältigung des vorliegenden Textes sowie die ganze oder teilweise Verwertung von Grafiken, Fotos oder Textausschnitten sind erlaubt - jedoch besteht die Verpflichtung, auf die Urheberschaft durch patientensicherheit schweiz hinzuweisen. Die externe Veröffentlichung bedarf einer ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung durch patientensicherheit schweiz. Bei der Weitergabe an Dritte muss auf das Copyright und die Verpflichtung zur Angabe der Urheberschaft hingewiesen werden. © Patientensicherheit Schweiz

2 Hinweise zur PPT-Präsentation
Bitte beachten Sie: Diese Präsentation ist der zweite Teil von drei Modulen, die im Rahmen der Wissensvermittlung besprochen werden Patientensicherheit Schweiz empfiehlt, alle Module im Rahmen der Wissensvermittlung zu behandeln. Die Module bauen aufeinander auf und werden der Reihe nach behandelt werden Die Themen sind: 1. Patientensicherheit in der Chirurgie 2. Zentrale Aspekte der chirurgischen Checkliste: Ziele, Wirksamkeit, Evidenz und Anwendung 3. Sicherheitsmanagement und Teamkommunikation Es können pro Modul Schwerpunkte individuell gesetzt werden © patientensicherheit schweiz

3 Name Spital Name Referent
Betriebsinterne Weiterbildung Modul 2 Zentrale Aspekte der chirurgischen Checkliste Ziele, Wirksamkeit, Evidenz und Anwendung Name Spital Name Referent

4 FINISHED FILES ARE THE RESULT OF YEARS OF SCIENTIFIC STUDY COMBINED WITH THE EXPERIENCE OF YEARS
Test zur Sensibilisierung für Aufmerksamkeitsgrenzen Anleitung durch den Kursleiter: Mit leerer Folie beginnen und Instruktion geben «Wir machen nun einen kleinen Test. Es wird für 10 Sekunden eine Folie eingeblende. Bitte zählen Sie alle «F», die Sie finden können. Dies ist also eine ganz einfache Aufgabe, die man leicht im Unterricht einer Primarschule durchführen könnte. Wie gesagt, Sie haben nur 10 Sekunden Zeit. Zählen Sie genau. Wir wollen nachher wissen, wie viele «F» Sie gezählt haben. Sind Sie bereit? Jetzt können Sie starten. Jetzt Text mit «enter» einblenden, nach 10 Sekunden «enter», dann ist der Text weg. Fortsetzung nächste Folie © Patientensicherheit Schweiz

5 FINISHED FILES ARE THE RESULT OF YEARS OF SCIENTIFIC STUDY COMBINED WITH THE EXPERIENCE OF YEARS
Fortsetzung Aufgabe zur Sensibilisierung für Aufmerksamkeitsgrenzen Anleitung durch den Kursleiter: Folie ist leer: «Wie ist es Ihnen ergangen? Haben Sie alle «F» gezählt? Nun wollen wir mal schauen, ob Sie diese einfache Aufgabe lösen konnten. Kursleiter schreibt auf Flipchart die Anzahl der Personen auf, die die entsprechende Anzahl (Schätzung durch Kursleiter) gezählt hat: «Wer hat 1 F gezählt?, Wer hat 2 F … » bis 8 «F» nachfragen «Es ist erstaunlich, warum eine einfache Aufgabe in einem Raum mit hochkompetenten und bestausgebildeten Personen unterschiedlich gelöst wird. «Ich zeige Ihnen nun das Resultat»: 2x enter drücken Welche F haben Sie nicht gezählt? Warum? Welche Zähltaktik haben diejenigen Personen angewendet, die richtig gezählt haben? Eine mögliche Strategie ist es, den Text von hinten zu lesen, d.h. man liest die einzelnen Wörter nicht richtig und kann sich so besser auf das Zählen konzentrieren.  Es handelt sich um programmierte Fehler. Wir müssen Barrieren einbauen, um genau solche Fehler zu vermeiden. Bei einem geschriebenen Text beginnen wir automatisch zu lesen. Parallel dazu konzentriert und korrekt zu zählen, ist in so kurzer Zeit erschwert. Ähnliche Situationen, in denen wir eine Routinehandlung durchführen und gleichzeitig etwas Ungewohntes machen müssen, erleben wir im Spitalalltag oft. So können schnell Fehler passieren. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Fehler entstehen können. Es gibt aber noch viele Phänomene und menschliche Mechanismen, die zu Fehlern führen. © Patientensicherheit Schweiz

6 Häufige Fehler im OP-Saal
Hintergrund Häufige Fehler im OP-Saal Fehler in der Kommunikation Erinnerungs- oder Aufmerksamkeitsfehler Fehler bei der Ausführung von Kontrollen Fehler beim Verfolgen von Vorgaben, Weisungen, Guidelines Aus verschiedenen Studien und Fehleranalysen wissen wir, dass unerwünschte Ereignisse im OP-Saal meist durch Kommunikationsprobleme oder durch Erinnerungs- oder Aufmerksamkeitsfehler beeinflusst werden. Weitere Ursachen sind Fehler bei der Ausführung von Kontrollen oder beim Verfolgen bzw. Nicht-Verfolgen von Vorgaben, Weisungen oder Guidelines. © Patientensicherheit Schweiz

7 Um Schäden vermeiden zu können, müssen aber
Hintergrund Grundproblem Die Realität ist, dass die meisten Dinge bei den meisten Patienten meistens richtig durchgeführt werden. . Um Schäden vermeiden zu können, müssen aber alle Dinge bei allen Patienten immer richtig durchgeführt werden. Das Grundproblem in der Patientensicherheit ist die Tatsache, dass in der Realität die meisten Dinge bei den meisten Patienten meistens richtig durchgeführt werden. Um Schäden vermeiden zu können, müssen aber alle Dinge bei allen Patienten immer richtig durchgeführt werden. Gerade um seltene Ereignisse vermeiden zu können, ist dies wichtig. Das Netz muss sehr engmaschig sein, um Fehler auffangen zu können, die in seltenen Situationen beim Patienten Schaden verursachen können. Beispiele sind Eingriffsverwechslungen oder Wundinfekte wegen fehlender oder nicht zeitgerecht verabreichter Anitbiotikaprophylaxe. Wenn die Kontrollen nicht immer bei allen vorgegeben Kontrollschritten korrekt durchgeführt werden, besteht weiterhin die Gefahr, dass es zu einem unerwünschten Ereignis mit Folgeschaden für den Patienten kommt. Wenn Sie sich das Swiss Cheese Modell nochmals vor Augen führen (Modul 1): Es bestehen weiterhin Käselöcher. Ein Beispiel aus der Fliegerei veranschaulicht gut, wie ernst in der Fliegerei die Kontrollen und die Checklisten bzw. das enge Sicherheitsnetz gehandhabt werden. Auf der Checkliste vor dem Start steht ein Punkt zur Enteisung. Im Sommer könnte man meinen, dass der Punkt weggelassen werden könnte. Fluggesellschaften haben den Punkt das ganze Jahr durch auf der Liste und bearbeiten diesen Punkte immer beim Abarbeiten der Checkliste. Dies wird aus folgendem Grund gemacht: Die Temperatur kann im Sommer plötzlich sinken. Auch wenn sich die Aussentemperatur nicht um den Gefrierpunkt bewegt, besteht je nach Konstellation und technischen Gegebenheiten die Gefahr, dass sich eine Frostschicht bildet. In diesen Fällen muss auch im Sommer enteist werden, da es sonst zu schwerwiegenden Problemen kommen kann. Es geht also um den sehr seltenen einzelnen Tag, an dem die Enteisung tatsächlich notwendig ist. Wenn Sie ganz ehrlich sind: Gab es in letzter Zeit nicht auch bei Ihnen Situationen, bei denen nicht alle Punkte auf der Checkliste des Team Time Out bearbeitet wurden? © Patientensicherheit Schweiz

8 Ziel und Zweck der chirurgischen Checkliste
Chirurgische Checkliste / WHO-Checkliste Ziel und Zweck der chirurgischen Checkliste Sichere Durchführung von Kontrollen Sichere Umsetzung von Standards Team-Briefing: Verbesserung der Kommunikation und Koordination z.B. Übergabe wichtiger Informationen, Missverständnisse vermeiden Antizipation von Risiken Gemeinsames Verständnis – gemeinsames mentales Modell Checkliste = professionelles Unterstützungsinstrument Entlastungsinstrument für Experten: ermöglicht die Konzentration auf komplexe fachliche Fragestellungen und Aktivitäten Sicherheitsinstrument für das medizinische Personal und das Team, nicht nur für Patienten Für den operativen Bereich gibt es die chirurgische Checkliste, die dazu beiträgt, Fehler zu vermeiden oder aber rechtzeitig aufzufangen. Ziel und Zweck der chirurgischen Checkliste ist abzusichern, dass die wichtigsten sicherheitsrelevanten Kontrollen und evidenzbasierten Standards sicher, d. h. immer durchgeführt bzw. eingehalten werden. Beispiel eines evidenzbasierten Standards ist die zeitgerechte Verabreichung der Antibiotikaprophylaxe. Gerade Dinge und Handlungen, die an sich selbstverständlich sind, gehen in der klinischen Routine häufig unter. Checklisten können dabei helfen, dass das nicht passiert. Zudem ermöglicht die Checkliste im Sinne eines Team-Briefings eine klar strukturierte und auf das Wesentliche konzentrierte Kommunikation im Team. Die relevanten Informationen werden an die alle Teammitglieder weitergeleitet, und Missverständnisse können besser vermieden werden. Dank der Sicherung der Abläufe durch die Checklistenteile können sich Fachpersonen auf die komplexen Fragestellungen konzentrieren, die ihr spezifisches Fachwissen voraussetzen. Zudem erhalten sie Raum, ihre Aufmerksamkeit auf andere Informationen zu richten, die eine rechtzeitige Antizipation von kritischen Ereignissen ermöglichen. Zusammenfassend: Die Checkliste ist ein professionelles Unterstützungsinstrument. Sie dient als Entlastungsinstrument für Experten und ermöglicht, dass sich diese auf komplexe fachliche Fragestellungen und Aktivitäten konzentrieren können. Die Checkliste ist auch ein Sicherheitsinstrument für das medizinische Personal und das Team, da sie ein gemeinsames Verständnis über die Ausgangslage, das geplante Vorgehen und eine rechtzeitige Vorbereitung auf evtl. auftretende Schwierigkeiten ermöglicht. © Patientensicherheit Schweiz

9 WHO-Checkliste Prominentestes Beispiel für eine solche chirurgische Checkliste ist die WHO-Checkliste. Die WHO-Checkliste wurde von Experten aus den verschiedenen Fachbereichen aus der ganzen Welt entwickelt. In 8 Pilotspitälern auf der ganzen Welt wurde die Umsetzung getestet und evaluiert. Mit der WHO-Kampagne «Safe Surgery Saves Lives» wurde die Checkliste im Jahr 2009 weltweit verbreitet. © Patientensicherheit Schweiz

10 WHO-Checkliste Wirksamkeit, Evidenz Veränderungen nach 3 bis 6 Monaten nach Einführung der WHO-Checkliste Perioperative Mortalität 1,5% auf 0,8% Chirurgische Komplikationsrate 11% auf 7% Haynes AB et al, 2009. Mit einer multizentrischen Studie zur WHO-Checkliste in den eben genannten 8 Standorten wurde die Wirkung der Checkliste aufgezeigt. Die Sterblichkeitsrate und die Komplikationsrate sind mit der Umsetzung der WHO-Checkliste statistisch signifikant gesunken. Auch in den Ländern mit hohem Einkommen war die Reduktion der Komplikationen statistisch signifikant. ********************************************************************************************** Ergänzende Information für Kursleiter: Länder Veränderung bei Komplikationen Veränderung bei Todesfällen hohes Einkommen 10% auf 7.1%* 0.9% auf 0.6% Unteres und mittleres Einkommen % auf 6.8% * 2.1% auf 1%* * p < 0.05 **************************************************************************************** Auch van Klei hat bei ihrer Studie zur Wirkung der WHO-Checkliste in den Niederlanden eine signifikante Reduktion der Mortalität gezeigt. Diese hing mit der Höhe der Compliancerate bei der Anwendung der Checkliste zusammen. Starker Zusammenhang der Höhe der Compliance bei der Anwendung der Checkliste mit der Reduktion der Mortalität van Klei WA et al, 2012. © Patientensicherheit Schweiz

11 Wirksamkeit, Evidenz, Erfolgsfaktoren
Systematischer Literaturreview zur chirurgischen Checkliste: Chirurgische Checkliste Effektivität 13 Studien zu Effektivität, davon 4 zur Berechnung des relativen Risikos: Mortalität: 0.57 Komplikationen 0.63 Compliance 15 Studien zur Berechnung der Häufigkeit der Anwendung: 12 bis 100% Erfolgsfaktoren Hohe Compliance Anpassung der Checkliste Wissensvermittlung Integration der Patienten Die chirurgische Checkliste als Massnahme zur Verbesserung der Patientensicherheit in der Chirurgie war Gegenstand vieler Studien. patientensicherheit schweiz führte einen systematischen Literaturreview zur Compliance der Anwendung der Checkliste und zu kritischen Faktoren bei der Implementierung der Checkliste sowie zur Effektivität durch. Eine Zusammenfassung dazu ist in der Schrift «Operation Sichere Chirurgie» zu finden. Effektivität: Dreizehn Artikel lieferten Daten zur Effektivität von Checklisten. Durch den Einsatz der SURPASS-Checkliste oder der WHO-Checkliste in der Chirurgie beträgt das relative Mortalitäts-Risiko 0.57 [95% CI 0.42 – 0.76] und das für spezifische Komplikationen 0.63 [95% CI 0.58 – 0.67]. Die Grafik auf dieser Folie zeigt die relativen Mortalitätsrisiken. WICHTIG: Das relative Risiko (RR) drückt aus, um welchen Faktor sich ein Risiko (beispielsweise für eine Mortalität) in zwei Gruppen (Checkliste wird benutzt vs. Checkliste wird nicht benutzt) unterscheidet. Ein RR von 1 (RR = 1) bedeutet, dass das Risiko in beiden Gruppen gleich ist (der Gebrauch der Checkliste verändert das Mortalitätsrisiko bei einer OP nicht). Ein RR kleiner als 1 bedeutet also, dass die Personen, bei denen die Checkliste angewendet wird, ein geringeres Risiko haben als die anderen. Ein RR = 0,573 bedeutet, dass die Personen der Gruppe mit Checklistengebrauch ein um 43% geringeres Risiko haben als Personen der nicht exponierten Gruppe. (Sauerbrei W, Blettner M. Interpretation der Ergebnisse von 2×2-Tafeln. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(48): 795–800. DOI: /arztebl ) Bei der Compliance besteht eine grosse Bandbreite: In fünfzehn Studien wurde die Compliance des Teams beim Einsatz von Checklisten oder Protokollen untersucht. Die Gesamt-Compliance bei der Verwendung von Checklisten liegt zwischen 12 und 100% (Durchschnitt 75%). Wichtig aus dem Literaturreview sind die Erkenntnisse zu den Erfolgsfaktoren für die wirksame Umsetzung. Dies sind das Anstreben einer hohe Compliance bei der Verwendung der Checkliste das sogfältige Anpassen der Checkliste an die Gegebenheiten des Spitals das Vermitteln des Wissens über die Gründe für den Einsatz von Checklisten und das Vorgehen bei deren Verwendung das Integrieren der Patienten in den Sicherheitsprozess Borchard et al., 2012. © Patientensicherheit Schweiz

12 Wirksamkeit, Evidenz Studie in den Universitätsspitälern Genf
WHO-Checkliste in der Schweiz Wirksamkeit, Evidenz Studie in den Universitätsspitälern Genf Trend zu Reduktion der ungeplanten Reoperationen aufgrund von Wundinfekten Reduktion der Wundinfekte nach colorectalen chirurgischen Eingriffen Keine Veränderung: Ungeplante Reoperationen aus anderen Gründen als Wundinfekte Ungeplante Rückverlegung auf Intensivstation Sterberate während Spitalaufenthalt innerhalb 30 Tagen Compliance: 63% vollständig ausgefüllte Checklisten Wie sieht es nun bei uns in der Schweiz aus? In der Studie in den Universitätsspitälern Genf, die im Jahr 2010 die chirurgische Checkliste eingeführt hatten, zeigte sich keine signifikante Reduktion der Mortalitätsrate. Nur bei den Reoperationen aufgrund der Wundinfekte konnte ein Trend zur Reduktion festgestellt werden und die Anzahl Wundinfekte bei colorectalen chirurgischen Eingriffen nahm ab. Bei der Interpretation dieser Zahlen ist wichtig zu wissen, dass die Compliance der vollständig ausgefüllten Checklisten bei 63% lag. Interessant sind dabei auch die Resultate einer Beobachtungsstudie, die ebenfalls in den Universitätsspitälern Genf im gleichen Jahr durchgeführt wurde (siehe nächste Folie). Lübbeke et al., 2013. © Patientensicherheit Schweiz

13 WHO-Checkliste in der Schweiz
Anwendung im Alltag Beobachtungsstudie an den Universtitätsspitälern Genf Compliance bei der Anwendung des Team-Time Out und Sign Out Häufigkeit der Durchführung 99%, jedoch alle Items richtig durchgeführt 13% bzw. 3% Häufigkeit Bestätigung der einzelnen Items Team Time Out: % Sign Out: % Qualität: Bestätigung und Validierung durch anderes Teammitglied Innehalten der Tätigkeit der Teammitglieder Handlungsbedarf Wissensvermittlung und praktische Trainings Lokale Anpassung einzelner Checklistenpunkte hoher Verbesserungs- bedarf Schlecht durchgeführte Kontrollen: unerwünschte Ereignisse Cullati et al. führten im Jahr 2010 Beobachtungen von 80 Team Time Outs und 81 Sign Outs in den OP-Sälen der Universitätsspitäler Genf durch. Ziel der Studie war, zu beobachten, ob die Items auf der WHO-Checkliste korrekt durchgeführt wurden, d.h. ob das Item durch ein Teammitglied bestätigt und durch ein weiteres Teammitglied validiert wurde. Die Beobachtenden stellten sich jeweils vor der Beobachtung dem OP-Team vor und informierten über das Ziel der Studie. Es war also keine verdeckte, sondern eine offene Beobachtungssituation. Das Team Time Out und das Sign Out wurden praktisch immer durchgeführt. Die Items wurden jedoch sehr unterschiedlich oft bestätigt. Die Bestätigung der Items variiert beim Team Time Out zwischen 72 und 100% und beim Sign Out zwischen 19 und 86%. Zum Beispiel wurde die korrekte Kennzeichnung der Proben nur jedes 2. Mal bestätigt und fast nur jedes 4. Mal durch eine weitere Person validiert. Schlecht durchgeführte Kontrollen erhöhen das Risiko für unerwünschte Ereignisse. In der Zeit, in der die Beobachtungen dieser Studie durchgführt wurden, wurden im Fehlermeldesystem des Spitals zwei Fälle zu falscher Kennzeichnung von Proben bei Operationen gemeldet. Systemische Fehleranalysen wurden durchgeführt. Es zeigte sich, dass diese unerwünschten Ereignisse hätten vermieden werden können, wenn dieser Punkt der Kennzeichnung von Proben beim Sign Out korrekt durchgeführt worden wäre. Die Autoren kommen zum Schluss, dass ein grosser Handlungsbedarf bei der Qualität besteht, wie die Checklisten bearbeitet werden. Dazu braucht es Schulungen und Trainings aller Mitarbeitenden. Zudem müssen evtl. gewisse Items auf der Checkliste angepasst werden, damit diese korrekt durchgeführt werden können. Qualität der Anwendung Cullati S et al © patientensicherheit schweiz

14 Verbreitung, Einstellung, Wissen
WHO-Checkliste in der Schweiz Verbreitung, Einstellung, Wissen Online-Befragung von patientensicherheit schweiz, Dezember 2012 90% der Fachpersonen erachten die chirurgische Checkliste (WHO-Checkliste) als wichtiges Instrument zur Förderung der Patientensicherheit. Bei 17% ist die Checkliste noch nicht im Berufsalltag integriert. Nur jede 3. Person nutzt alle drei Teile der Checkliste. Nur jede 4. Fachpersonen hat bei der Umfrage über 80 Prozent der Wissensfragen zur WHO-Checkliste richtig beantwortet. Eine weitere Studie in der Schweiz untersuchte die Einstellung und das Wissen über die chirurgische Checkliste. Im Herbst 2012 führte patientensicherheit schweiz bei chirurgisch tätigen Ärzten, Anästhesisten, bei Fachpersonen aus der Anästhesiepflege und bei Leitenden des OP-Personals in der Schweiz eine Umfrage zu Einstellung und Wissen durch. 90% der antwortenden Fachpersonen erachten die Checkliste als wichtiges Instrument zur Förderung der Patientensicherheit. Für 17 Prozent der Befragten gehört der Gebrauch einer Checkliste noch nicht zum Berufsalltag. Hinzu kommt, dass unterschiedliche Checklisten benutzt werden. Die WHO-Checkliste wird nur in circa einem Drittel der Fälle verwendet. In fast der Hälfte der Fälle werden die „Empfehlungen zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen“ verwendet. Knapp 18% der Befragten nutzen eine andere Checkliste. Es nutzt nur jede 3.Person alle drei Teile der WHO-Checkliste mit Sign In, Team Time Out und Sign Out Beispielsweise zeigt eine Studie von Conley und anderen (2011) zeigt, dass es für eine wirksame Implementierung der Checkliste wichtig ist, dass Personen Hintergrundinformationen über das «Wie» und «Warum» des Checklistengebrauchs haben. Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich, dass hier noch Verbesserungsbedarf in den Betrieben in der Schweiz herrscht. Denn: Nur jede 4. Fachpersonen konnte über 80 Prozent der Wissensfragen zur WHO-Checkliste richtig beantworten. Mascherek et al., 2013; patientensicherheit schweiz, 2012 © patientensicherheit schweiz

15 www.patientensicherheit.ch Anwendung WHO-Checkliste in der Schweiz
Damit die chirurgische Checkliste in der Schweiz breite und vor allem korrekte Anwendung findet, konzipierte patientensicherheit schweiz eine für die Schweiz angepasste chirurgische Checkliste als generische Checkliste und verfasste die Schrift «Operation Sichere Chirurgie». Darin sind alle wichtigen Informationen zur Einführung im Spital und zur konkreten Anwendung zu finden. Breite Abstützung: patientensicherheit schweiz wurde bei den Entwicklungsarbeiten durch Fachexperten und Vertreter der fmCh inhaltlich begleitet. Aufgrund der Beiträge, die aus einer breiten Vernehmlassung bei allen Fachgesellschaften der fmCh und weiteren Experten entstanden, wurden die Inhalte punktuell ergänzt und überarbeitet. Konzept: Die in die Schrift «Operation Sichere Chirurgie» integrierten Empfehlungen und die Checkliste selbst sind eine Synthese aus der WHO-Checkliste und den Empfehlungen zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen von patientensicherheit schweiz aus dem Jahr Sie sind konzeptionell so aufbereitet, dass sie sowohl eigenständig als auch ergänzend zu den beiden Grundlagen-Konzepten umgesetzt werden können. Zusammensetzung: Die chirurgische Checkliste (oft WHO-Checkliste genannt) besteht aus drei Checklistenteilen: Sign In: Vor Einleitung des Anästhesieverfahrens Team Time Out: Vor Hautschnitt Sign Out: Nach Operation, bevor der Operateur den OP-Saal verlässt Das Konzept der WHO und die meisten anderen heute verbreiteten Sicherheitskonzepte fokussieren auf die eigentliche OP-Phase kurz vor, während und kurz nach der Operation. Es sind aber schon in den präoperativen Vorbereitungsprozessen Aktivitäten und Kontrollen notwendig und entscheidend, damit Fehler im eigentlichen OP-Prozess vermieden werden. Die Checklistenpunkte müssen im lokalen Umfeld auf deren Eignung geprüft und deren Anwendung in die betriebsinternen Abläufe integriert werden. Die wichtigsten Grundelemente dürfen dabei nicht eliminiert werden. Für die Anpassung der Checkliste gibt es Richtlinien, die im Vertiefungsprojekt zur Verfügung gestellt werden und auch in der Schrift «Operation Sichere Chirurgie» aufgeführt sind.

16 Korrekte Anwendung startet vor der Schleuse
Checkliste Sichere Chirurgie Korrekte Anwendung startet vor der Schleuse Prävention von Eingriffsverwechslungen Adäquate Aufklärung und eventuell explizite Einwilligung des Patienten Planung und Organisation des Eingriffs Mit den Sicherheitschecks in der Phase A, d.h. in den vorgelagerten Vorbereitungsprozessen vor Eintritt des Patienten in den OP-Trakt, sollen folgende Aspekte sichergestellt werden: Prävention von Eingriffsverwechslungen (durch Überprüfung von Patientenidentität, Eingriffsart und Eingriffsort und durch Markierung des Eingriffsorts) Adäquate Aufklärung und eventuell explizite Einwilligung des Patienten Planung und Organisation des Eingriffs (Risikoeinschätzung, Organisation von Unterlagen, Geräten und Material, Veranlassen von Verordnungen für die OP-Phase) Im Vorfeld der Operation müssen hierfür viele Punkte, die auf der Checkliste im OP-Trakt aufgeführt sind, abgeklärt, überprüft oder sichergestellt werden. Es müssen also vorgelagerte Prozessschritte und Sicherheitschecks so stattfinden, dass die Checks bei Sign In, Team Time Out und teilweise auch bei Sign Out mit höchster Wahrscheinlichkeit ohne Probleme erfolgen können. Wenn diese Prozessschritte und Kontrollen gut in die vorgelagerten Prozesse integriert sind und auch konsequent durchgeführt werden, wird es bei den Sicherheitschecks im OP-Trakt nur selten zu Unstimmigkeiten kommen. In Phase B im OP-Trakt mit den drei Checklistenteilen Sign In, Team Time Out und Sign Out geht es um die letzten Sicherheitschecks, um seltene Ereignisse noch rechtzeig auffangen zu können. Zusätzlich soll in dieser Phase ein gemeinsames Verständnis zur Ausgangslage inklusive den antizipierten evtl. Problemen geschaffen werden, um optimal auf die Operation vorbereitet zu sein und um ein gemeinsames mentales Modell über den geplanten Operationsverlauf im Team zu etablieren. In progress! Sichere Chirurgie konzentrieren wir uns auf die Phasen A und B des Patientenprozesses. © Patientensicherheit Schweiz

17 1. Prävention von Eingriffsverwechslungen
Präoperativer Vorbereitungsprozess 1. Prävention von Eingriffsverwechslungen Prüfung von Patientenidentität, Eingriffsart und Eingriffsort Wie: Unter Einbezug des Patienten und Abgleich mit der Patientenakte Wann / Wo: Bei jeder für den Eingriff relevanten Konsultation oder Untersuchung im Vorfeld des Eingriffs Wer: Operateur oder informierter aufklärender Arzt, Anästhesist und Pflegefachperson Markierung des Eingriffsorts Was / Wie: Unter Einbezug des Patienten, mit eindeutigem Zeichen (z.B. Pfeil) Wann / Wo: Ausserhalb des OPs, bei wachem Patienten Wer: Verantwortung für die Markierung liegt letztlich beim Operateur Anmerkung für Kursleiter: Vergleiche Schrift «Operation Sichere Chirurgie», S. 35 ff , Kap Prävention von Eingriffsverwechslungen Eingriffsverwechslungen sind sogenannte Never Events. Dies sind Ereignisse, die als inakzeptabel und vollständig vermeidbar gelten. Es muss also alles getan werden, um diese Ereignisse zu verhindern. Hierfür müssen die entsprechenden Sicherheitsbarrieren aufgestellt werden und redundante Kontrollschritte eingeführt werden. Ziel: Bei jeder neuen Konsultation, Untersuchung, Übergabe oder bei einem Transfer kann es erneut zu Verwechslungen oder Missverständnissen kommen. Diese können, falls nicht rechtzeitig erkannt, zu schwerwiegenden Ereignissen (falscher Patient, falsche Operationsstelle, falsche Operation), aber auch zu falschen Informationen oder Prozessverzögerungen führen. Daher muss diese Prüfung mehrmals erfolgen. Mit der Markierung des Eingriffsorts wird zusätzlich verhindert, dass es zu einer Verwechslung des Eingriffsorts kommt. Prüfung von Patientenidentität, Eingriffsart und Eingriffsort Was / Wie: Kontrolle der Patientenidentität, der Eingriffsart und des Eingriffsortes mit aktivem Einbezug des Patienten und Abgleich mit der Patientenakte Wann / Wo: Bei jeder für den Eingriff relevanten Konsultation oder Untersuchung im Vorfeld des Eingriffs, je nach Prozessorganisation ambulant oder stationär Wer: Operateur oder informierter aufklärender Arzt, Anästhesist (falls eine Anästhesie geplant ist) und Pflegefachperson, die die Pflege-Anamnese durchführt Markierung des Eingriffsorts Was / Wie • Kontrolle der Patientenidentität, der Eingriffsart und des Eingriffsorts unter aktivem Einbezug des Patienten und Abgleich mit den Akten und Markierung des Eingriffsorts unter aktivem Einbezug des Patienten mit eindeutigen Zeichen (z.B. Pfeil) mit nicht-abwischbarem Stift • Bei mehreren Eingriffsorten: Markierung aller Eingriffsorte (nur Eingriffsorte) Wann / Wo: Ausserhalb des OPs, bei wachem Patienten Wer: Verantwortung für die Markierung liegt letztlich beim Operateur Jede Unstimmigkeit sofort klären © Patientensicherheit Schweiz

18 Patientenidentifikation
Reflexion Patientenidentifikation Wie gehen Sie bei der Patientenidentifikation genau vor? Wie sprechen Sie den Patienten an? Was fragen Sie den Patienten? Was dient Ihnen als Referenz? Was wird womit verglichen? Führen Sie die Patientenidentifikation immer auf die gleiche Weise durch? Gehen Ihre Kollegen gleich vor? Kennen Sie eine Weisung, wie vorgegangen werden muss? Anleitung für Kursleiter: Die Teilnehmenden sollen für sich die aufgeführten Fragen durchgehen; anschliessend Austausch im Plenum Besteht in unserem Betrieb Klarheit, wie die Patienten, wann und wo identifiziert werden? Mögliches Vorgehen bei der Patientenidentifikation: Patienten mit Nachnamen ansprechen. Darauf fragen: «Können Sie mir bitte Ihren Vornamen und Ihr Geburtsdatum angeben?» Oder Patienten normal mit Nachnamen ansprechen und sagen: « Können Sie mir bitte zu Sicherheit nochmals Ihren Nachnamen, Vornamen und das Geburtsdatum angeben.» Der Nachname, der Vorname und das Geburtsdatum werden verglichen mit Angaben auf Patientenarmband falls vorhanden, mit den Angaben in Patientenakten und je nach Prozessschritt mit weiteren Akten wie OP-Plan. Bei einer Verordnung werden dort z.B. ebenfalls die drei Punkte verglichen: Nachname, Vorname und Geburtsdatum Falsch: «Sie sind Frau…….?» Anmerkung für Kursleitung Joint Commision gibt für die Patientenidentifikation vor: «Use at least two patient identifiers when providing care, treatment, and services. Wrong-patient errors occur in virtually all stages of diagnosis and treatment. The intent for this goal is two-fold: first, to reliably identify the individual as the person for whom the service or treatment is intended; second, to match the service or treatment to that individual. Acceptable identifiers may be the individual’s name, an assigned identificationnumber, telephone number, or other person-specific identifier. © Patientensicherheit Schweiz

19 Korrekte Markierung und notwendige Regelungen
Immer markieren, Ausnahmen im Betrieb definiert (Reglement) Einheitliches Zeichen im Betrieb, Empfehlung Pfeil Aktiver Einbezug des Patienten, OP-Stelle zeigen lassen Markierung der genauen Stelle, nach der Abdeckung noch ersichtlich Mit nicht-abwischbarem Stift z.B. Edding oder Sanford Deluxe Permanent Marker. Nur Körperstelle markieren, an welcher der Eingriff durchgeführt wird Bei mehreren Eingriffen: jeden Eingriffsort einzeln markieren. Z.B. 1/3, 2/3, 3/3 Wer: Operateur oder Delegation an anderen informierten Arzt Bei der korrekten Markierung wird die Körperstelle, an welcher der Eingriff durchgeführt wird, mit einem nicht-abwischbaren Stift angezeichnet. Der Patient wird bei der Markierung aktiv miteinbezogen. Er soll nicht nur mündliche Auskunft über den Eingriffsort geben, sondern diesen zusätzlich mit dem Finger zeigen. Gerade bei Kindern ist der Grundsatz des Mit-dem-Finger-Zeigens durch Angehörige und, wenn möglich, das Kind strikt zu beachten! Auch bei Operationen, bei denen die Stelle des Schnitts aufgrund der Eingriffsart an sich eindeutig ist, muss markiert werden! Die Markierung ist direkt auf der Haut des Patienten anzubringen und darf bis zum Eingriff nicht entfernt werden. Sie muss auch nach der Präparation der Haut und der Abdeckung des Patienten mit OP-Tüchern etc. sichtbar bleiben. Mehrere Eingriffe: Gibt es mehr als einen Eingriffsort, so ist jeder Eingriffsort einzeln zu markieren. Beispielsweise werden in einer Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie mehrere Eingriffsorte so nummeriert, dass bei den einzelnen Orten erkennbar ist, wie viele Eingriffsorte es insgesamt gibt (1/3, 2/3, 3/3). Wer: Normalerweise ist es der Operateur, der die Markierung anzeichnet. Der Operateur ist diejenige Person, die für den Eingriff verantwortlich und genau über die Art der Durchführung informiert ist. Grundsätzlich muss aber auch dieser Sicherheitsschritt so organisiert sein, dass die korrekte Markierung auch dann gewährleistet ist, wenn sich Operateur und Patient nicht kennen oder wenn der Operateur die Markierung nicht anbringen kann. Die Sicherheit darf nicht allein von der persönlichen Kenntnis zwischen Operateur und Patient abhängen. Je nach Prozessgestaltung innerhalb einer Einrichtung kann es sinnvoll sein, dass der Operateur diese Aufgabe an einen anderen Arzt delegiert. Dieser Arzt muss über den Patienten und über den geplanten Eingriff voll informiert sein. Die markierende Person sollte wenn möglich auch bei der Operation anwesend sein. © Patientensicherheit Schweiz

20 Essentielle Einbindung der Patienten in die Sicherheitsprozesse
Information und Einbindung des Patienten Essentielle Einbindung der Patienten in die Sicherheitsprozesse Patient als aktiver Partner (nicht Verantwortung!) Patient muss über Behandlung, die Prozesse und Sicherheitsmassnahmen informiert sein Beispiel Markierung: Grund, Vorgehen Einbezug (zeigen) Nicht abwischen Offene Fragen stellen Die Einbindung des Patienten in die Sicherheitsprozesse wie bei der Patientenidentifikation oder bei der Markierung sind essentiell. Um die Patienten als aktive Partner gewinnen zu können, müssen diese über die Notwendigkeit von Sicherheitsmassnahmen wie der wiederholten Prüfung der Identität, der Eingriffsart und des Eingriffsorts sowie der Markierung informiert werden. Die Patienten sollen rechtzeitig (also schon in Aufklärungsgesprächen) informiert werden, dass der Eingriffsort aus Sicherheitsgründen mit nicht abwischbarem Stift markiert wird, damit sie auf diese Handlung vorbereitet sind und den Grund dafür kennen. Sie müssen ebenfalls darüber informiert werden, dass der Eingriff bei fehlender Markierung nicht durchgeführt werden kann. Wichtig ist, dass der Patient nicht die Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen muss und man ihm dies auch so mitteilt. Die Patienten können mit ihrer Einbindung eine wichtige Sicherheitsbarriere bilden. Hierfür müssen aber dem Patienten offene Fragen gestellt werden, wie soeben bei Pateintenidentifikation bespochen, und keine Fragen, die der Patient mit «ja» oder «nein» antworten kann. Offene Fragen verringern die Gefahr von Missverständnissen. Anmerkung für Kursleiter: Beispiel für die Formulierung an den Patienten: «Als Patient können Sie mithelfen, dass bei Ihrem Spitalaufenthalt alles gut läuft. Sie und wir – wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen, dass Sie einen guten Spitalaufenthalt haben. Wir setzen alles daran, dass bei Ihrer Behandlung keine Fehler auftreten. Trotzdem: Auch in einem Spital können Fehler passieren – wie überall, wo Menschen arbeiten. Aus diesem Grunde…» Falls im Spital die Patientenbroschüre «Fehler vermeiden – Helfen Sie mit! Ihre Sicherheit im Spital» von patientensicherheit schweiz den Patienten abgegeben wird, soll ein Hinweis auf die Broschüre gemacht werden. © Patientensicherheit Schweiz

21 2. Dokumentierte Patientenaufklärung und Patienteneinwilligung
Präoperativer Vorbereitungsprozess 2. Dokumentierte Patientenaufklärung und Patienteneinwilligung Was Patientenaufklärung über Eingriff und Information über Sicherheitsaspekte wie Markierung oder mehrmalige Patientenidentifikation Dokumentation in Patientenakte oder / und schriftliche Patienteneinwilligung Wann / Wo ruhiger Ort - rechtzeitig - ausreichend Zeit Patient erhält genügend Zeit für Reflexion Am Vortag des Eingriffs: Kontrolle der Dokumentation Wer Operateur und eventuell Anästhesist: seinem Behandlungsbeitrag entsprechende Aufklärungsleistung Kontrolle: Pflege oder verantwortliche Person für die OP-Planung Wie Aufklärungspflicht rechtlich an keine bestimmte Form gebunden Verschiedene Formen und Kombinationen möglich Anmerkungen für Kursleiter: Vergleiche Schrift «Operation Sichere Chirurgie» , Kapitel Dokumentierte Patientenaufklärung und Patienteneinwilligung, S. 42 ff Kursleitung trifft eine bewusste Auswahl von Punkten gemäss Ausgangslage im eigenen Spital und Zielpublikum. Aus zeitlichen Gründen werden wir hier nicht auf jedes Detail eingehen können. Bei der Anpassung der Checkliste auf die lokalen Gegebenheiten werden die Fragen von Was, Wie, Wann, Wo und Wer genau definiert werden müssen. Wir werden in den nächsten Folien bewusst nur einzelne Punkte behandeln. Ziel: Eine rechtzeitige, umfassende und dokumentierte Patientenaufklärung ermöglicht eine rechtlich wirksame Patienteneinwilligung. Die rechtzeitige und umfassende Aufklärung hat aber auch einen wichtigen Sicherheitsaspekt: Erst mit einer Aufklärung und den entsprechenden Informationen kann der Patient zu seiner Sicherheit beitragen und aktiv einbezogen werden. Was Rechtzeitige Patientenaufklärung über Eingriff inkl. Information über Sicherheitsaspekte wie Markierung oder mehrmalige Patientenidentifikation Dokumentation der Aufklärung in Patientenakte oder/und schriftliche Patienteneinwilligung Wann / Wo Wenn immer möglich rechtzeitig und mit ausreichend Zeit im Vorbereitungsprozess einplanen, so dass der Patient genügend Zeit erhält, die erhaltenen Informationen zu reflektieren Aufklärung an einem ruhigen Ort Prüfung, ob Aufklärung dokumentiert ist: spätestens am Vortag des Eingriffs Wer Beim Zusammenwirken von Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen: jeder die seinem Behandlungsbeitrag entsprechende Aufklärungsleistung (Operateur und eventuell Anästhesist) Kontrolle der Dokumentation: Pflege oder verantwortliche Person für die OP-Planung Wie Aufklärungspflicht rechtlich an keine bestimmte Form gebunden Verschiedene Formen und Kombinationen möglich: nur mündlich oder zusätzlich schriftlich (eventuell mit Formularen), einmalig oder Stufenaufklärung © Patientensicherheit Schweiz

22 3. Planung und Organisation des Eingriffs
Präoperativer Vorbereitungsprozess 3. Planung und Organisation des Eingriffs Ziele: Zeitverzögerungen oder sogar OP-Abbruch vermeiden Sicherheitsvorkehrungen rechtzeitig treffen Wann / Wo: Vorbereitungsprozess und in die bestehenden lokalen Prozesse eingegliedert Was / Wie : Proaktive Risikoeinschätzung einplanen Erhöhter Blutverlust, bestehende Allergien, schwieriger Atemweg oder erhöhtes Aspirationsrisiko und weitere patientenspezifische Risiken Unterlagen, Geräte und Material bestimmen, einplanen und falls nötig bestellen Notwendige Untersuchungen und Medikamente rechtzeitig planen und verordnen Anmerkung für Kursleiter: Vergleiche Schrift «Operation Sichere Chirurgie» , Kapitel Planung und Organisation des Eingriffs, S. 46 ff Ziele: Ein vollständiger Informationstransfer im Vorbereitungsprozess und bei der Operation ist für die Sicherheit ausschlaggebend. Zeitverzögerungen können bei kritischen Situationen neben der Verlängerung der Operationen zusätzliche Risiken bergen. Durch die rechtzeitige Einschätzung von Risiken und die Antizipation unerwünschter Ereignisse können entsprechende Sicherheitsvorkehrungen frühzeitig getroffen werden. Mit einer rechtzeitigen Planung und Organisation von Unterlagen, Geräten und Material steht das Richtige jeweils am richtigen Ort und zur richtigen Zeit zur Verfügung. Auch Resultate notwendiger Untersuchungen stehen zur rechten Zeit zur Verfügung und notwendige Medikamente sind rechtzeitig verordnet. 1. Risikoeinschätzung Was / Wie: Rechtzeitige Risikoeinschätzung präoperativ bei Konsultationen / Anamnesen gemäss Standards oder Guidelines unter Beizug der Patientenakten: Erhöhter Blutverlust, bestehende Allergien, schwieriger Atemweg oder erhöhtes Aspirationsrisiko und weitere patientenspezifische Risiken Wann / Wo: Präoperativ fix in den Vorbereitungsprozess integriert, bei Konsultationen / Anamnesen in der ambulanten Praxis, im Ambulatorium oder am präoperativen stationären Aufenthaltsort Wer: Operateur und Anästhesist bzw. deren ärztliche Vertretungen und Pflegefachpersonen 2. Unterlagen, Geräte und Material Was / Wie: Bestimmen, Einplanen und falls nötig Bestellen von Unterlagen, Geräten und Material Wann / Wo: Im präoperativen Vorbereitungsprozess in die bestehenden lokalen Prozesse eingegliedert, in der ambulanten Praxis, im Ambulatorium oder am präoperativen stationären Aufenthaltsort Wer: je nach Organisation und Prozessdesign, Schlussverantwortung: Operateur 3. Verordnungen Was / Wie: Rechtzeitiges Planen und Verordnen der notwendigen Untersuchungen (Blutwerte, Blutgruppenbestimmungen, Anti-Körper-Suchtests etc.) und Medikamente (wie z.B. Antibiotikaprophylaxe) Wann / Wo: Im präoperativen Vorbereitungsprozess und in die bestehenden lokalen Prozesse eingegliedert, in der ambulanten Praxis, im Ambulatorium oder am präoperativen stationären Aufenthaltsort Wann / Wo: Im präoperativen Vorbereitungsprozess und in die bestehenden lokalen Prozesse eingegliedert, in der ambulanten Praxis, im Ambulatorium oder am präoperativen stationären Aufenthaltsort Wer: Operateur, Anästhesist und ausführende Fachpersonen © Patientensicherheit Schweiz

23 Sign In Vermeidung von Eingriffs- verwechslungen Patienten-
Checkliste Sichere Chirurgie Im OP-Trakt Sign In Vermeidung von Eingriffs- verwechslungen Patienten- einwilligung Sicherheitskontrollen Proaktive Risikoeinschätzung Anmerkungen für Kursleiter: Vergleiche Schrift «Operation Sichere Chirurgie» , Kapitel Sign In, S.55ff Eine Auswahl von Punkten muss je nach Ausgangslage und Setting im Betrieb getroffen werden. Die WHO-Checkliste beinhaltet drei Checklistenteile: Der erste Teil ist das Sign In. Das Sign In wird vor der Einleitung des Anästhesieverfahrens durchgeführt. In dieser heiklen Phase, in der mehrere Berufsgruppen am Vorbereitungsprozess beteiligt sind und der Patient in der Regel noch ansprechbar ist, werden bewusst redundante Sicherheitschecks mit Einbezug des Patienten durchgeführt. Damit sollen Eingriffs- oder Behandlungsverwechslungen vermieden werden. Mit der Kommunikation der Einschätzung der patientenspezifischen Risiken kann sich das berufsgruppen-übergreifende Team auf mögliche unerwünschte Ereignisse vorbereiten. Die Prüfung der Zuweisung in den richtigen OP-Saal bildet eine weitere wichtige Barriere, um eine mögliche Verwechslung zu vermeiden. © Patientensicherheit Schweiz

24 Team Time Out Vermeidung von Eingriffs- verwechslungen
Checkliste Sichere Chirurgie Im OP-Trakt Team Time Out Vermeidung von Eingriffs- verwechslungen Sicherheitskontrollen Kommunikation Team-Briefing Proaktive Risikoeinschätzung Anmerkungen für Kursleiter: Vergleiche Schrift «Operation Sichere Chirurgie» , Team Time Out, S. 58ff Eine Auswahl von Punkten muss je nach Ausgangslage und Setting im Betrieb getroffen werden. Das Team Time Out dient dazu, den «Zugzwang» kurz zu durchbrechen, der kurz vor Schnitt oft besteht, und auch letzte Warnungen zu berücksichtigen. Vor dem ersten Hautschnitt soll kurz pausiert werden, damit das Team gemeinsam letzte wichtige Sicherheitschecks durchführen kann. Durch das Team Time Out sollen allfällige vermeidbare schwere Zwischenfälle verhindert werden. Indem die Teammitglieder die Namen und die Funktionen der verschiedenen Teammitglieder kennen, wird eine offene Kommunikation gefördert. Es soll sichergestellt werden, dass die sicherheitsrelevanten Punkte für die Antizipation von unerwarteten Ereignissen kommuniziert werden und die entsprechenden Vorbereitungen getroffen worden sind. Zahlreiche Checks müssen im Patientenprozess mehrmals durchgeführt werden – und zwar jedes Mal mit derselben Sorgfalt. Dies entspricht einem wichtigen Grundprinzip des Sicherheits- bzw. Risikomanagements. Beim Time Out Out werden die Sicherheitskontrollen zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen nochmals bewusst im Team durchgeführt. Es ist zentral, dass alle an der OP-Beteiligten ihre Arbeit für einen Moment unterbrechen, um sich als ganzes Team auf das Team Time Out zu konzentrieren. Aus diesem Grunde ist auch das erste Item sehr wichtig. Es garantiert, dass sich alle mit Namen und Funktion kennen, aber es ist auch ein Ritual, um die Aufmerksamkeit des ganzen Teams zu erlangen und gemeinsam das Team Time Out zu starten. Wie soll nun vorgegangen werden, wenn sich das ganze Team gut kennt? Beispiel: „Wir wollen mit dem Team Time Out starten. Marianne, bist du für die Checkliste bereit?» «Ja, ich bin bereit», «Thomas, bist du für die Checkliste bereit?»… Beim Team Time Out haben wir also Items, die als letzte Sicherheitskontrollen dienen, andere wieder dienen zur Kommunikation und zur Absicherung von Informationen im Sinne eines Briefings. © Patientensicherheit Schweiz

25 Sign Out Sicherheitskontrollen Vermeidung von Verwechslungen
Checkliste Sichere Chirurgie im OP-Trakt Sign Out Sicherheitskontrollen Vermeidung von Verwechslungen Anmerkungen für Kursleiter: Vergleiche Schrift «Operation Sichere Chirurgie», 6.3.4Sign In, S. 64ff Eine Auswahl von Punkten muss je nach Ausgangslage und Setting im Betrieb getroffen werden. Beim Sign Out haben wir wiederum Items im Sinne von Sicherheitskontrollen, aber auch Items zur Absicherung von Informationen. Die wichtigsten Informationen für eine sichere Nachsorge sollen im Team ausgetauscht werden, damit alle relevanten Informationen dem Nachsorgeteam übermittelt werden können. Besondere Vorkommnisse während der Operation oder Ausrüstungsprobleme werden kommuniziert, damit die notwendigen Vorkehrungen für die Sicherheit des Patienten getroffen werden können. Ausrüstungsprobleme sollen rasch und präzise identifiziert und Massnahmen zur Behebung der Probleme eingeleitet werden können. Unbeabsichtigt im Körper des Patienten belassene Fremdkörper oder Verwechslungen bei der Beschriftung der Proben sollen vermieden werden. Kommunikation Team-Debriefing © Patientensicherheit Schweiz

26 Wie wird die Checkliste korrekt und wirkungsvoll angewendet?
Checkliste Sichere Chirurgie Wie wird die Checkliste korrekt und wirkungsvoll angewendet? Alle Mitarbeitende wissen, warum die jeweiligen Items auf der Checkliste aufgeführt sind wer, was, wann, wie sagt standardisiert, d.h. strukturierte Kommunikation, in der Fliegerei «Prozeduren» genannt: Film wie die Kontrollen durchgeführt werden was womit verglichen wird, welches Dokument als Referenz dient was gemacht wird, wenn etwas nicht übereinstimmt Damit die Checkliste korrekt und wirkungsvoll eingesetzt werden kann, ist es wichtig, dass Sie als Mitarbeitende wissen, warum die Items auf der Checkliste sind. Wenn für Sie etwas nicht nachvollziehbar ist, fragen Sie bitte. Die Anpassung der Checkliste wird so erfolgen, dass auch definiert wird, wer, wann, was und wie sagt. Dies muss von allen immer gleich gehandhabt werden. Diese strukturierte und standardisierte Kommunikation hat sich z.B. in der Fliegerei sehr bewährt. In der Fliegerei wird von Procedures (Prozeduren) gesprochen. Die Vorgehensweise ist dabei einheitlich definiert und die Handlungen sind automatisiert. Dies ist vergleichbar mit fachspezifischen Statusuntersuchungen in der Medizin. Anmerkung für Kursleiter: Film mit Link zeigen (http://www.youtube.com/watch?v=GdGaRUklIig ) Aus Fehleranalysen wissen wir, dass es leider immer noch vorkommt, dass Fehler nicht entdeckt werden, obwohl Kontrollen durchgeführt wurden. Das Problem ist nicht, dass die Kontrolle nichts bringt, sondern, dass die Kontrolle nicht klar definiert ist, die Mitarbeitenden nicht genau wissen, wie sie genau kontrollieren müssen, und den Mitarbeitenden nicht bewusst ist, dass die Kontrollen konsequent, immer korrekt und mit voller Aufmerksamkeit durchgeführt werden müssen. Das heisst, es wird noch zu oft nicht und nicht korrekt kontrolliert. Es besteht zudem die Gefahr, dass man denkt : «Es wird schon gut sein.» Dies vor allem bei Kontrollen, bei denen man selten eine Unstimmigkeit entdeckt. Deshalb ist es sehr wichtig, dass bei jeder Kontrolle klar ist, was womit verglichen wird. Wird eine Kontrolle wiederholt, ist es gut, wenn man die Personen und die Art der Kontrolle verändert, also über Kreuz kontrolliert. Und: Die Kontrolle muss immer und mit der gleichen Aufmerksamkeit durchgeführt werden. Ein gutes Beispiel ist wiederum das Beispiel der Patientenidentifikation oder ein Beispiel aus dem Alltag, das Kofferpacken: Die Packliste hilft mir als Checkliste nur wirklich, wenn ich wirklich kontrolliere, ob ich die Sachen eingepackt habe, und die Packliste nicht aus dem Gedächtnis durchgehe. Das Kurzzeitgedächtnis kann uns sonst einen Streich spielen. Falls Zeit vorhanden ,Option für Kursleiter: LINK Film Hirslanden, Ein weiterer ganz relevanter Punkt ist: Jede Unstimmigkeit muss sofort geklärt werden. Der Prozess darf nicht fortgesetzt werden, bis der Punkt geklärt ist. In Notfallsituationen muss die Situation abgewogen werden. Für besondere Situationen und spezielle Bedingungen definiert das Spital einheitliche Richtlinien und Kriterien. Jede Unstimmigkeit klären! Einheitlich definierte Vorgehensweisen (Prozeduren) © Patientensicherheit Schweiz

27 Strukturierte Kommunikation - unterstützt durch Layout Formulierungen
Anpassung Checkliste OP-Saal Strukturierte Kommunikation - unterstützt durch Layout Formulierungen Cockpit In jedem Spital muss die Checkliste auf die lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Neben der Wahl der Items und der Definition des Ablaufs sind auch die Formulierungen und das Layout wichtig. Auf dieser Folie sehen Sie zwei Beispiele von Checklisten, die so formuliert und vom Layout gestaltet sind, dass die strukturierte Kommunikation unterstützt wird. Ausschnitt der Checkliste Team Time Out, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, UniversitätsSpital Zürich © Patientensicherheit Schweiz

28 Auch die Anwendung der Checkliste muss gelernt werden
Checkliste Sichere Chirurgie Ergänzung Name Spital Einfache Dinge wie Gehen, Sprechen oder Autofahren haben wir nur mit Üben, Üben und Training gelernt. Korrekte und wirkungsvolle Anwendung der Checkliste in Name des Spitals Anpassung der Checkliste + Trainings Auch die Anwendung der Checkliste muss gelernt werden Wie wird gestartet? Wer sagt was, wann, wie? Wer kontrolliert was mit was? Welche Informationen müssen wie weitergegeben werden? Wie geht man damit um, wenn etwas unklar ist? Was wird in den Patientenunterlagen festgehalten? Einfache Dinge wie Gehen, Sprechen oder Autofahren haben wir nur mit Üben, Üben und Training gelernt. Auch um die Fertigkeiten und Fachkompetenzen erlangen zu können, die uns zu Fachpersonen machen, haben wir in der Aus- und Weiterbildung Möglichkeiten erhalten zu üben. Damit wir die Checkliste wirkungsvoll und korrekt anwenden, müssen wir dies auch üben und trainieren. © Patientensicherheit Schweiz

29 Ziel und Zweck der Anwendung erfüllt werden können
Trainings vor der Umsetzung Die Anwendung der Checkliste wird in interprofessionellen Teams anhand von Fallbeispielen geübt, damit: Alle Beteiligten wissen, wer was wann warum sagt (strukturierte Kommunikation) Ziel und Zweck der Anwendung erfüllt werden können Die Teamzusammenarbeit verbessert wird Schwierige Situationen geübt werden können Anschliessend werden betriebsinterne Beobachtungen mit einem Debriefing durchgeführt, um Unterstützung bei der richtigen und konsequenten Anwendung der Checkliste in realen Situationen geben zu können. Siehe auch U26 Trainingsleitfaden Anmerkung für Kursleiter: Hier kann über die Ausgangslage im eigenen Spital hingewiesen werden: Was wird im Spital schon ungesetzt, was kommt nun noch ergänzend dazu und evtl. auch vorhandene Zahlen zu Compliance. Es braucht hier evtl. eine zusätzliche Folie. Im Rahmen von progress! Sichere Chirurgie ist deshalb vorgesehen, dass nach der Anpassung der Checkliste für alle Mitarbeitenden, die im OP-Trakt mit der Checkliste arbeiten, 45-minütigen Trainings in interprofessionellen Teams durchgeführt werden. Die Anwendung der Checkliste wird in interprofessionellen Teams geübt, damit: Alle Beteiligten wissen, wer was wann warum sagt (strukturierte Kommunikation) Ziel und Zweck der Anwendung erfüllt werden Die Teamzusammenarbeit verbessert wird Schwierige Situationen geübt werden können Nach der Einführung der angepassten Checkliste werden betriebsinterne Beobachtungen mit einem Debriefing durchgeführt. Diese werden immer wieder durchgeführt, um den Mitarbeitenden Rückmeldungen zu geben. Dadurch können diese bei der Anwendung der Checkliste Sicherheit erlangen. Die Personen, die diese Beobachtungen und Debriefings durchführen, werden im Rahmen von progress! Sichere Chirurgie speziell für dies Aufgabe geschult. © Patientensicherheit Schweiz

30 Sicherheitsmanagement und Teamkommunikation (Modul 3)
Ausblick Modul 3 Sicherheitsmanagement und Teamkommunikation (Modul 3) Schlüsselelemente des Sicherheitsmanagements und der Teamkommunikation (Theorie und Praxis) u.a. Grundpfeiler, um Sicherheit gewährleisten zu können – Erkenntnisse aus anderen Hochrisikobranchen Umgang mit Fehlern Zusammensetzung und Art der Teams im Spital Strategien zur Förderung von «Speak-up» und Teamtrainings Briefing und Debriefing Das nächste Mal werden wir Aspekte des Sicherheitsmanagements und der Teamkommunikation besprechen, da diese für die erfolgreiche Implementierung der Checkliste eine zentrale Rolle spielen. © Patientensicherheit Schweiz

31 Danke! Unsere Ziele 100% korrektes und vollständiges Bearbeiten der chirurgischen Checkliste bei allen Patienten Verbesserung des Sicherheitsklimas und der Teamkommunikation Damit wir die Anzahl unerwünschter Ereignisse in unserem Spital reduzieren können, verfolgen wir zusammen mit den weiteren Pilotspitälern in progress! Sichere Chirurgie folgende Ziele: 100% korrektes und vollständiges Bearbeiten der chirurgischen Checkliste bei allen Patienten Verbesserung des Sicherheitsklimas und der Teamkommunikation © Patientensicherheit Schweiz

32 Autoren und Literatur Bezzola P, Hochreutener MA, Schwappach DLB. Operation Sichere Chirurgie. Die chirurgische Checkliste und ihre Implementierung: Kultur-Team-Tools. Zürich: Stiftung für Patientensicherheit; Borchard A, Schwappach DLB, Barbir A, Bezzola P. A Systematic Review of the Effectiveness, Compliance, and Critical Factors for Implementation of Safety Checklists in Surgery. Ann Surg 2012;256(6): Conley DM, Singer SJ, Edmondson L, Berry WR, Gawande AA. Effective surgical safety checklist implementation. J Am Coll Surg 2011 May;212(5): Cullati S, Le Du S, Raë AC, Micallef M, Khabiri E, Ourahmoune A, et al. Is the Surgical Safety Checklist successfully conducted? An observational study of social interactions in the operating rooms of a tertiary hospital. BMJ Quality & Safety 2013 Mar 8;doi: /bmjqs Haynes AB, Weiser TG, Berry WR, Lipsitz SR, Breizat AH, Dellinger EP, et al. A surgical safety checklist to reduce morbidity and mortality in a global population. N Eng J Med 2009;360: Lübbeke A, Hovaguimian F, Wickboldt N, Barea C, Clergue F, Hoffmeyer P, et al. Effectiveness of the Surgical Safety Checklist in a High Standard Care Environment. Med Care 2013;51(5): Mascherek A, Schwappach D, Bezzola P. Frequency of use and knowledge of the WHO-surgical checklist in Swiss hospitals: a cross-sectional online survey. Patient safety in surgery 2013;7(1):36. Stiftung für Patientensicherheit (CH). Anwendung und Akzeptanz chirurgischer Checklisten in der Schweiz. Ergebnisbericht. Zürich: Stiftung für Patientensicherheit; van Klei WA, Hoff RG, van Aarnhem EE, Simmermacher RK, Regli LP, Kappen TH, et al. Effects of the introduction of the WHO "Surgical Safety Checklist" on in-hospital mortality: a cohort study. Ann Surg 2012 Jan;255(1):44-9. © Patientensicherheit Schweiz


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