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Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht.

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2 Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht

3 Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht

4 Die Einkommensteuer natürlicher Personen [EStG-PL] Rechtliche Grundlage ist das Gesetz vom Der Aufbau ist dem deutschen EStG ähnlich: Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Definition von 9 (anstatt 7) Einkunftsarten Verlustbehandlung Bemessungsgrundlage und progressiver Tarifverlauf (C) Kudert/Nabiałek

5 Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Definition von 9 (anstatt 7) Einkunftsarten Verlustbehandlung Bemessungsgrundlage und progressiver Tarifverlauf Unbeschr. Steuerpflicht gem. Art. 3 Abs. 1 EStG-PL: Wohnsitz in PL (kein gewöhnlicher Aufenthalt!) Im Vergleich § 1 Abs. 1 EStG-D: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in D Beschränkte Steuerpflicht gem. Art. 4 EStG-PL: Kein Wohnsitz in PL, aber Einkünfte aus pl. Quellen Im Vergleich § 1 Abs. 4 EStG-D: Weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt in D aber Einkünfte aus deutschen Quellen (C) Kudert/Nabiałek

6 Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Definition von 9 (anstatt 7) Einkunftsarten Verlustbehandlung Bemessungsgrundlage und progressiver Tarifverlauf Grundsatz: Einnahmen./. Erwerbsaufwendungen (sofern abzugsfähig) =Einkünfte Ausnahmen: Pauschalierte Bruttobesteuerung (insbes. bei Dividenden) Grundsätzlich gilt das Zuflussprinzip, durchbrochen vom Realisationsprinzip (C) Kudert/Nabiałek

7 Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Definition von 9 (anstatt 7) Einkunftsarten Verlustbehandlung Bemessungsgrundlage und progressiver Tarifverlauf Einkünfte aus 1nichtselbständiger Arbeit 2selbständiger Arbeit 3wirtschaftlicher Tätigkeit 4spezieller landwirtschaftlicher Tätigkeit 5Liegenschaften oder ihren Teilen 6Vermietung und Verpachtung 7Kapitalvermögen und Vermögensrechten 8(sonstigen) Verkaufs- und Tauschgeschäften 9sonstigen Quellen (C) Kudert/Nabiałek

8 Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Definition von 9 (anstatt 7) Einkunftsarten Verlustbehandlung Bemessungsgrundlage und progressiver Tarifverlauf Verluste aus einer Einkunftsart können, sofern es sich nicht um Verluste aus der Veräußerung von Liegenschaften oder um einen Verlust aus einkommensteuerbefreiten Quellen handelt, zu max. 50 % p. a. auf die fünf dem Verlustjahr folgenden Jahre vorgetragen werden. Sie dürfen aber nur mit Einkünften aus derselben Einkunftsart verrechnet werden. (Art. 9 Abs. 3 EStG-PL) (C) Kudert/Nabiałek

9 Einnahmen, sofern sie nicht steuerfrei sind (Art EStG-PL, unter Beachtung von Art. 24 EStG-PL)./.Einnahmen, die der Bruttobesteuerung unterliegen (Art EStG-PL)./.abziehbare Erwerbsaufwendungen (Art EStG-PL, unter Beachtung von Art. 24 EStG-PL)./.Verlustabzug, bezogen auf die einzelne Einkunftsart (Art. 9 Abs. 3 EStG-PL, max. 50 % p.a., 5 Jahre vortragsfähig) +./.Einkunftsberichtigungen (Art. 25 und 19 Abs. 3 EStG-PL) = Einkommen./.Sonderausgaben (Art. 26 EStG-PL) +Einkommen minderjähriger Kinder (Art. 7 Abs. 1 und 2 EStG-PL) =zu versteuerndes Einkommen Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Definition von 9 (anstatt 7) Einkunftsarten Verlustbehandlung Bemessungsgrundlage und progressiver Tarifverlauf (C) Kudert/Nabiałek

10 Einkommensteuertarif 2003 Zu versteuerndes Einkommen (E) (in Złoty) Einkommensteuer (in Złoty) AbBis E*0,19-530, ,48+0,3*(E ) ,68+0,4*(E ) (C) Kudert/Nabiałek

11 Vergleich der Einkommensteuertarife 2003 in Deutschland und Polen Unterstellter Wechselkurs: 1 Euro = 3,6 PLN ESt-D/E ESt-PL/E ESt-D ESt-PL (C) Kudert/Nabiałek

12 Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht

13 Die Einkommensteuer juristischer Personen [KStG-PL] Rechtliche Grundlage ist das Gesetz vom Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Bemessungsgrundlage und Tarif Anrechnungsverfahren Der Aufbau ist dem KStG-D inzwischen ähnlich: (C) Kudert/Nabiałek

14 Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Bemessungsgrundlage und Tarif Anrechnungsverfahren Unbeschränkte Steuerpflicht gem. Art. 3 Abs. 1: Sitz und/oder Geschäftsleitung in PL Identischer Tatbestand in D Beschränkte Steuerpflicht gem. Art. 3 Abs. 2: Weder Sitz noch Geschäftsleitung in PL aber Einkünfte aus polnischen Quellen Identischer Tatbestand in D Insbesondere Kapitalgesellschaften (und Kapitalgruppen): (C) Kudert/Nabiałek

15 Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Bemessungsgrundlage und Tarif Anrechnungsverfahren Grundsatz: Einnahmen./. Erwerbsaufwendungen (sofern abzugsfähig) =Einkünfte Ausnahme: Pauschalierte Bruttobesteuerung (insbes. bei Dividenden) Aber Anrechung der QuSt im Ergebnis also keine Doppelbesteuerung Grundsätzlich gilt das Zuflussprinzip, durchbrochen vom Realisationsprinzip (C) Kudert/Nabiałek

16 *KSt-Tarif (27% des ZvE - Art. 19 KStG-PL) =Tarifliche Körperschaftsteuer./.Anrechenbare Quellensteuern (15 % - Art. 23KStG-PL)./.anrechenbare ausländische Steuern (Art. 20 KStG-PL)./.geleistete monatliche Vorauszahlungen =Abschlusszahlung oder Erstattung Einnahmen, sofern steuerpflichtig (Art KStG-PL)./.Einnahmen, die der Bruttobesteuerung unterliegen (Art KStG-PL)./.Abziehbare Erwerbsaufwendungen (Art KStG-PL) +./.Korrekturen bei schuldrechtlichen Beziehungen (Art. 16 Abs. 1 Nr. 38, Art. 11, Art. 14 Abs. 1 KStG-PL) =Einkommen Bemessungsgrundlage und Tarif: Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Bemessungsgrundlage und Tarif Anrechnungsverfahren./.max. 1/2 des abziehbaren Verlustes (Art. 7 Abs. 4 KStG-PL)./.Sonderausgaben (insbes. Spenden bis max. 15% des Eink.) (Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 KStG-PL) =zu versteuerndes Einkommen (C) Kudert/Nabiałek

17 Die Tarifbelastung beträgt im VZ % Die Weiterentwicklung ist unklar (Minderung auf 22%?) Wie wird aber die Doppelbesteuerung bei Ausschüttung behandelt? Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht Grundsätzlich Nettobesteuerung mit Ausnahmen Bemessungsgrundlage und Tarif Anrechnungsverfahren (C) Kudert/Nabiałek

18 Beispiel 1: Anrechnungsverfahren bei Steuerinländern als Gesellschafter Spółka z o. o. Einkommen vor KSt-PL 100 S.A. als inländische Mutter und Dividendenempfänger Finanzamt KSt-PL = 27 % Natürliche inländische Person als Dividendenempfänger ESt QuSt = 15 % KSt QuSt = 15 % ist anrechenbar auf andere KSt-PL der Mutter Belastung: ,15 * 73 = 37,95 % Belastung: 27 % (C) Kudert/Nabiałek

19 Beispiel 2: Anrechnungsverfahren bei Steuerausländern als Gesellschafter Spółka z o. o. Einkommen vor KSt-PL 100 KapGes als ausländische Mutter und Dividendenempfänger Finanzamt KSt-PL = 27 % Natürliche ausländische Person als Dividendenempfänger ESt QuSt = 15 % KSt QuSt = 15 %, Kürzung auf 15 % aufgrund des DBA und Freistellung in D oder 5 % und Freistellung in D Belastung: 27 (+ 0,15 * 73) und dazu ½ ESt-D, (aber Anrechnung) Belastung ,15 * 73 = 37,95% ,05 * 73 = 30,65% ESt QuSt = 15 % wg. DBA D/PL (C) Kudert/Nabiałek

20 Spitzen - einheit Deutschland Tochter - GmbH Polska G in PL100 KSt-PL 27 QuSt-PL 3,65 KSt-D 0 EK in D 69,35 Bei Ausschüttung an dt. Gesellschafter: ESt-D16,82 EK in D52,58 69,35 G = 100 nationales Steuerrecht Geltungsbereich DBA D/PL Problemstellung: Welcher Besteuerung unterliegen die Gewinne aus Polen beim Transfer nach D? 69,35 * 1/2 * 0,485 Gesamtsteuerbelastung = max. 48 % nationales Steuerrecht (C) Kudert/Nabiałek

21 Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht

22 Die Ertragsteuern aus Sicht eines deutschen Investors Wir können festhalten: Polen kann nicht als Steueroase bezeichnet werden. Daher war der Gesetzgeber gefordert, Investitions- anreize (auch für ausländische Unternehmen) zu schaffen. Solche Anreize sollen die sogenannten Sonderwirtschaftszonen gewähren. Zur Zeit existieren 15 solcher SWZ, davon ist eine Kostrzyń-Słubice. (C) Kudert/Nabiałek

23 Die Sonderwirtschaftszone Kostrzyń-Słubice SWZ Kostrzyń-Słubice Warszawa Gdańsk Poznań Kraków Dresden Berlin Bremen Hannover Köln Frankfurt Stuttgart München (C) Kudert/Nabiałek

24 Art. 12 Abs. 1 bis 6 SWZG gibt den rechtlichen Förderrahmen vor, der durch die jeweilige SWZVO auszufüllen ist. Art. 12 Abs. 1 bis 6 SWZG: Abs. 1:Die VO darf das Einkommen des Steuerpflichtigen für die Hälfte der Zonenlaufzeit von der ESt bzw. KSt befreien. Abs. 2:Die VO darf für die Restlaufzeit bis zur Hälfte des Einkommens von der ESt bzw. KSt freistellen. Abs. 3:Für Steuerpflichtige, bei denen Abs. 1 und 2 nicht greifen, sind Sofortabschreibungen gestattet. Abs. 4:Für Steuerpflichtige, bei denen Abs. 1 und 2 nicht greifen, sind außerdem erhöhte Abschreibungen gestattet. Abs. 2-4:gelten nur noch für Altfälle! Seit 2001:Die Steuerminderung darf max. 50 % der InvSumme betragen (Art. 17 I Nr. 34 KStG-PL). Art. 12 Abs. 1 bis 6 SWZG: Abs. 1:Die VO darf das Einkommen des Steuerpflichtigen für die Hälfte der Zonenlaufzeit von der ESt bzw. KSt befreien. Abs. 2:Die VO darf für die Restlaufzeit bis zur Hälfte des Einkommens von der ESt bzw. KSt freistellen. Abs. 3:Für Steuerpflichtige, bei denen Abs. 1 und 2 nicht greifen, sind Sofortabschreibungen gestattet. Abs. 4:Für Steuerpflichtige, bei denen Abs. 1 und 2 nicht greifen, sind außerdem erhöhte Abschreibungen gestattet. Abs. 2-4:gelten nur noch für Altfälle! Seit 2001:Die Steuerminderung darf max. 50 % der InvSumme betragen (Art. 17 I Nr. 34 KStG-PL). §§ 5 und 8 der SWZVO Küstrin-Slubice: § 5: Abs. 1 gewährt eine ESt- oder KSt-Befreiung für maximal 10 Jahre. § 8: gewährt eine ESt- oder KSt- Minderung um 50 % für die Restlaufzeit. Voraussetzung ist insbesondere, dass die Investitionsausgaben mehr als 1 Mio. Euro betragen oder alternativ mindestens 50 Arbeitnehmer dauerhaft in fester Anstellung beschäftigt werden. SWZVO Deutschsprachige Version unter §§ 5 und 8 der SWZVO Küstrin-Slubice: § 5: Abs. 1 gewährt eine ESt- oder KSt-Befreiung für maximal 10 Jahre. § 8: gewährt eine ESt- oder KSt- Minderung um 50 % für die Restlaufzeit. Voraussetzung ist insbesondere, dass die Investitionsausgaben mehr als 1 Mio. Euro betragen oder alternativ mindestens 50 Arbeitnehmer dauerhaft in fester Anstellung beschäftigt werden. SWZVO Deutschsprachige Version unter (C) Kudert/Nabiałek

25 Bei allen Maßnahmen ist der Umfang der Förderung abhängig vom Investitionsvolumen und der Höhe des Einkommens! Ertrag- und finanzstarke Unternehmen erhalten auch eine hohe Förderung, während die Tarif- und Abschreibungsvergünstigungen für finanz- und ertragschwache Unternehmen sogar ins Leere laufen können! Wir können als 1. Ergebnis festhalten: (C) Kudert/Nabiałek

26 Spitzen - einheit Deutschland Tochter - GmbH Polska G in PL100 KSt-PL 0 QuSt-PL 5 KSt-D 0 EK in D 95 Bei Ausschüttung an dt. Gesellschafter: ESt-D23 EK in D72 95 G = 100 nationales Steuerrecht Geltungsbereich DBA D/PL Problemstellung: Welcher Besteuerung unterliegen die Gewinne aus der SWZ beim Transfer nach D? 95 * 1/2 * 0,485 Gesamtsteuerbelastung = max. 28 % nationales Steuerrecht (C) Kudert/Nabiałek

27 Wir können als 2. Ergebnis festhalten: Wenn eine deutsche Kapitalgesellschaft an einer Tochter in der SWZ beteiligt ist, können die Gewinne mit einer minimalen Steuerbelastung nach Deutschland transferiert werden. Werden diese Gewinne dann aber von der Spitzeneinheit an deren Gesellschafter ausgeschüttet, geht die Steuerbefreiung verloren. Durch das Halbeinkünfteverfahren erfolgt aber nur eine halbe Nachversteuerung. Das Modell eignet sich also am besten für unter- nehmensbezogene Kapitalgesellschaften als Mutter, die Teile ihrer Gewinne regelmäßig thesau- rieren. (C) Kudert/Nabiałek

28 GmbH= Komplementär der polnischen KG Tochter - GmbH&Co.KG Polska GA in PL 1 ESt-PL 0 QuSt-PL 0 KSt-D 0 EK in D 1 Bei Ausschüttung an dt. Gesellschafter: ESt-D0,24 EK in D0,76 G = 100 Geltungsbereich DBA D/PL Problemstellung: Wie bekommt man die Gewinne aus der SWZ zum deutschen Gesellschafter ohne eine Nachversteuerung? 1 * 1/2 * 0,485 Gesellschafter= Kommanditist der polnischen KG GA in PL 99 ESt-PL 0 ESt-D 0 EK in D 99 (C) Kudert/Nabiałek

29 Der Wirtschaftsstandort Ostbrandenburg Frankfurt (Oder) Warszawa Gdańsk Poznań Kraków Dresden Berlin Bremen Hannover Köln Frankfurt Stuttgart München (C) Kudert/Nabiałek

30 Die Förderung in der SWZ Kostrzyń-Słubice zielt insbesondere auf große und ertragstarke Kapitalgesellschaften ab. Dabei können die Gewinne steuerlich marginal belastet zur ausländischen Mutter transferiert werden. Dagegen ist Ost-Deutschland vor allem für KMU interessant. Sie erhalten hohe IZ bzw. IS. Damit würde aus steuerlicher Sicht z. B. ein Szenario Sinn machen, bei dem sich einige finanz- und ertragstarke Großinvestoren in der SWZ Küstrin - Słubice ansiedeln und zugleich zahlreiche kleinere Zulieferbetriebe in Ostbrandenburg entstehen. Ergebnis (C) Kudert/Nabiałek

31 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

32 Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht Eine Einführung für deutsche Investoren

33 Die Umsatzsteuer - Value Added Tax [VAT] Rechtliche Grundlage ist das Gesetz über die Steuer auf Waren und Dienstleistungen sowie über die Akzisesteuer (kurz VATU) vom Der Aufbau ist dem deutschen UStG ahnlich: Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem Importe und Exporte als steuerbare Handlungen Bemessungsgrundlage und Steuersätze Vorsteuerabzugsverfahren (C) Kudert/Nabiałek

34 Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem U1U1 U PLN +22 PLN VAT-pflichtige Leistung Der Unternehmer U1 führt an U2 eine vat-pflichtige Leistung aus. Er erhält neben dem Entgelt 22 % VAT. Die VAT führt U1 an das Finanzamt ab. Damit ist er wirtschaftlich nicht belastet. erhaltene VAT:22 PLN = Zahllast: 22 PLN VAT-pflichtige Leistung 150 PLN + 33 PLN U3U3U3U3 Der Unternehmer U2 führt an U3 eine vat-pflichtige Leistung aus. Er erhält neben dem Entgelt 22 % VAT. Die Differenz aus der erhaltenen VAT und geleisteten VAT (Vorsteuer) führt U2 an das Finanzamt ab. Damit ist er wirtschaftlich nicht belastet. erhaltene VAT:33 PLN./. VorSt:22 PLN = Zahllast: 11 PLN E Der Unternehmer U3 führt an den Endverbraucher E eine vat-pflichtige Leistung aus. Er erhält neben dem Entgelt 22 % VAT. VAT-pflichtige Leistung 200 PLN + 44 PLN Die Differenz aus der erhaltenen VAT und der VorSt führt U3 an das Finanzamt ab. Damit ist er wirtschaftlich nicht belastet. erhaltene VAT: 44 PLN./. VorSt:33 PLN = Zahllast: 11 PLN Wer zahlt die Zeche? Der End- verbraucher (C) Kudert/Nabiałek

35 Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem Importe und Exporte als steuerbare Handlungen Bemessungsgrundlage und Steuersätze Vorsteuerabzugsverfahren Tätigkeiten im Waren- und Dienstleistungsverkehr steuerbarenicht steuerbare steuerpflichtig steuerbefreit VAT · Warenverkauf und entgeltliche Dienstleistungserbringung auf polnischem Gebiet · Export und Import von Waren und Dienstleistungen · sonstige steuerbare Tätigkeiten · Verkauf eines Unternehmens oder einer selbständig bilanzierenden Betriebsstätte · Warenhingabe aufgrund eines Leihvertrages · Tätigkeiten im Bereich von Lotteriespielen und Wetten auf Gegenseitigkeit, die der Wettspielsteuer unterliegen · Handlungen, die nicht Gegenstand eines rechtswirksamen Vertrages sein können Sachliche und personelle Befreiungen (C) Kudert/Nabiałek

36 Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem Importe und Exporte als steuerbare Handlungen Bemessungsgrundlage und Steuersätze Vorsteuerabzugsverfahren WarenimportWareneinfuhr in das polnische Zollgebiet, auch bei der Ausübung der im VATU weit gefassten Vermittlungstätigkeiten durch das Grenzzollamt bestätigte Warenausfuhr mit der Ausübung von in Art. 2 Abs. 1 und 3 VATU genannten steuerbaren Tätigkeiten aus dem polnischen Zollgebiet Warenexport · die auf polnischem Gebiet ausgeführten Dienstleistungen · für deren Erfüllung die Vergütung an eine Person mit Sitz/Wohnsitz im Ausland aufzubringen ist; · auch organisierte Auslandstouristik Dienstleistungs- import Dienstleistungs- export · die vom Steuerpflichtigen außerhalb der Staatsgrenzen der Republik Polen ausgeführten Dienstleistungen · sowie die im Art. 39 VATU genannten Handlungen, die vollständig oder zum Teil in Polen getätigt werden (z. B. internationale Transportdienstleistungen) · die vom Steuerpflichtigen innerhalb der Staatsgrenzen der Republik Polen an Nicht-Residenten ausgeführten Dienstleistungen. (C) Kudert/Nabiałek

37 Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem Importe und Exporte als steuerbare Handlungen Bemessungsgrundlage und Steuersätze Vorsteuerabzugsverfahren Bemessungs- grundlage tgrundsätzlich das vereinbarte und dem Leistungser- bringer für den Verkauf von Waren/ Dienstleistungen zustehende Entgelt, –vermindert um die zu entrichtende Umsatzsteuer sowie handelsübliche Rabatte bzw. Boni, Skonti, sofern sie nicht später als ein Jahr nach Ablauf des Waren-verkaufs bzw. Dienstleistungserbringung eingeräumt werden. tder vereinnahmte Betrag (abzüglich der VAT) nur dann, wenn zumindest 50 % des vereinbarten Entgelts vor der Leistungserbringung erhoben wurde. Steuertarif tNormalsteuersatz (22%), termäßigter Steuersatz (12, 7%), tNullsteuersatz (0%) Sonderregelungen z. B. beim Waren- und Dienstleistungsimport (C) Kudert/Nabiałek

38 Regelung des Vorsteuerabzugs Steuersubjekte, die steuerpflichtige Tätigkeiten ausüben, mindern die zu entrichtende VAT um den Vorsteuerbetrag, der sich aus den Rechnungen und Zolldokumenten für Vorleistungen ergibt. Aufteilung und Ausschluss der Vorsteuer Bei gleichzeitiger Tätigung steuerpflichtiger und steuerbefreiter Handlungen: Wenn Abgrenzung möglich, trennen. Wenn Abgrenzung nicht möglich, Schlüsselung der Vorsteuer entsprechend den Verhältnissen zwischen steuerpflichtigen und steuerbefreiten Umsätzen. Vorsteuererstattung und –verrechnung Wenn die Vorsteuer höher als die geschuldete VAT ist, erfolgt ein Vortrag in folgende Perioden. Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem Importe und Exporte als steuerbare Handlungen Bemessungsgrundlage und Steuersätze Vorsteuerabzugsverfahren (C) Kudert/Nabiałek

39 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

40 Das KStG-PL Das SWZG Das VATU von Prof. Dr. St. Kudert und Dr. Jarosław Nabiałek Das EStG-PL Überblick über das polnische Steuerrecht


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