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Aktuelle Entwicklungstrends und fachliche Herausforderungen: Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfähig gestalten! 2. Kinder- und Jugendhilfekongress in Güstrow.

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Präsentation zum Thema: "Aktuelle Entwicklungstrends und fachliche Herausforderungen: Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfähig gestalten! 2. Kinder- und Jugendhilfekongress in Güstrow."—  Präsentation transkript:

1 Aktuelle Entwicklungstrends und fachliche Herausforderungen: Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfähig gestalten! 2. Kinder- und Jugendhilfekongress in Güstrow 07./ Prof. Dr. Karin Böllert

2 Gliederung Sozialpolitische Schlaglichter Vier zentrale Herausforderungen Familialisierung und Kindorientierung in der Kinder- und Jugendhilfe? Jugendhilfe ohne Jugend? Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort? Personal, Träger- und Finanzstruktur Schlussfolgerungen

3 Sozialpolitische Schlaglichter Dritter Armuts- und Reichtumsbericht: wachsende soziale Ungleichheit Zweiter Bildungsbericht: soziale Benachteiligungen im Bildungssystem Nürnberger Institut für Arbeits- und Berufsforschung: Prekarisierung der Beschäftigungssituation

4 Sozialpolitische Schlaglichter Bericht der EU-Kommission: geschlechtspezifische Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland: Verarmung von Kindern Bertelsmann-Stiftung: Gerechtigkeitsproblem des bundesrepublikanischen Wohlfahrtsstaates DJI: Hilfen zur Erziehung gehen mit Armut einher

5 Familialisierung und Kindorientierung Kindorientierung durch Diskussion über Kindertagesstätten Ausbau im Westen insgesamt Diskussionen über frühkindliche Bildungsprozesse Akademisierung der Erzieherinnenausbildung hoher Personalbedarf

6 Familialisierung und Kindorientierung Ausgangssituation: Elementarbereich soll erste Stufe des bundesrepublikanischen Bildungssystems werden!

7 Familialisierung und Kindorientierung Und dennoch: Kindertageseinrichtungen leisten Bildung und Erziehung und Betreuung!

8 Familialisierung und Kindorientierung Trias von Bildung, Erziehung und Betreuung Bildung:lebenslange aktive Aneignung der Welt, der Kultur und der Natur von Geburt an Erziehung:Gesamtheit der Verhaltensweisen und Aktivitäten von Erwachsenen im verantwortlichen Umgang mit Kindern Betreuung: umfassende Sorge für das leibliche und seelische Wohlbefinden der Kinder

9 Familialisierung und Kindorientierung Wie viel Bildung? Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen, aber nicht ausschließlich. Sie leisten darüber hinausgehend Erziehung und Betreuung – zwei wesentliche Voraussetzungen für gelingende Bildungsprozesse!

10 Familialisierung und Kindorientierung Bildung in Kindertageseinrichtungen heißt: Das Kind als aktiven Lerner zu verstehen Die individuelle Entwicklung eines jeden einzelnen Kindes zu fördern Das Spielen als wertvolle Aktivität des Kindes verstehen Lerngelegenheiten in den Alltag und in die Aktivitäten der Kinder zu integrieren

11 Familialisierung und Kindorientierung Bildung in Kindertagestätten bedeutet nicht: Vorbereitung auf Schule im Sinne von schulfähig machen Orientierung an vorgegebenen Bildungsinhalten (Curricula) Orientierung an Selektion durch Leistung Gleichbehandlung aller Kinder

12 Familialisierung und Kindorientierung Bildung in Kindertageseinrichtungen setzt voraus: In M-V vor allem qualitativen Ausbau! Befähigung des Personals! Anerkennung des Personals!

13 Familialisierung und Kindorientierung Wie wird gebildet? Frühkindliche Bildungsprozesse gelingen dann, wenn Erzieherinnen entsprechend ausgebildet sind, ihre Tätigkeit eine gesellschaftliche und trarifrechtliche Anerkennung erfährt und unter bildungsfreundlichen Arbeitsbedingungen stattfindet!

14 Familialisierung und Kindorientierung Familialisierung in der Kinder- und Jugendhilfe Kinderschutzdebatte Familienzentren Frühe Hilfen und soziale Frühwarnsysteme

15 Familialisierung und Kindorientierung Kinder- und Familienhilfen unterstützten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch den quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesstätten Aber: die Vereinbarkeitsproblematik ist vielschichtiger und kann nicht auf die ersten Lebensjahre von Kindern verkürzt werden! Sie bleibt ein Problem von Frauen!

16 Familialisierung und Kindorientierung Kinder- und Familienhilfen leisten Frühförderung durch den Aufbau von Familienzentren und die Schaffung von Familienbildungsangeboten auch für die so genannten bildungsfernen Schichten Aber:die Benachteiligung fördernden Strukturen werden nicht in Frage gestellt! Bildung in Selbstverantwortung soll soziale Probleme lösen!

17 Familialisierung und Kindorientierung Kinder- und Familienhilfen sind Kinderschutz durch die Etablierung sozialer Frühwarnsysteme und Früher Hilfen zur Vermeidung von Kindesvernachlässigung Aber:Gefahr der Stigmatisierung von Familien und die Zunahme familialer Kontrolle wird ebenso ausgeblendet wie die Gefahr eines Zurückdrängens der Kinder- und Jugendhilfe auf obrigkeitsstaatliche Aufgaben!

18 Familialisierung und Kindorientierung Präventionsversprechen: Vermeidung von Bil- dungsarmut, Vermeidung materieller Armut und Verhinderung von Kindesvernachlässigung sowie hiermit erwartete Einspareffekte bei späteren reaktiven Hilfen. Aktivierung von Elternverantwortung als Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe Gefahr, dass die Kinder- und Jugendhilfe zu einem Anhängsel von Aktivierungsstrategien werden könnte. Gefahr der Ausblendung anderer Adressaten

19 Jugendhilfe ohne Jugend Jugend findet öffentlich und politisch nicht mehr statt! Es sei denn als rechtextremistische Gruppierung, als Komasäufer oder als jugendliche Attentäter …

20 Jugendhilfe ohne Jugend Von Resignation und Ausstieg in vermeintliche jugendliche Ersatzwelten kann nach wie vor keine Rede sein. (…) Welche Zukunftsperspektiven Jugendliche entwickeln, ist eng mit ihren Sozialisationserfahrungen und aktuellen Lebensumständen in Familie, Schule und Freizeit verbunden.

21 Jugendhilfe ohne Jugend Die Shell-Jugendstudie 2006 zeigt, dass Jugendliche deutlich stärker besorgt sind, ihren Arbeitsplatz verlieren bzw. keine adäquate Beschäftigung finden zu können. Waren es in 2002 noch 55%, die hier besorgt waren, sind es 2006 bereits 69%. Auch die Angst vor der schlechten wirtschaftlichen Lage und vor steigender Armut nahm in den letzten Jahren von 62% auf 66% zu. (…)

22 Jugendhilfe ohne Jugend Nach wie vor überwiegt mit 50% bei der Mehrheit der Jugendlichen eine eher zuversichtliche Vorstellung von der eigenen Zukunft. 42% sehen ihre persönliche Zukunft eher gemischt – mal so mal so und nicht mehr als 8% eher düster. (…) Die Zukunft der Gesellschaft beurteilen inzwischen 53% der Jugendlichen im Vergleich zu 45% im Jahr 2002 als eher düster und nur noch 44% im Vergleich zu 48% eher zuversichtlich (Shell Deutschland Holding, 2006: 15 f.).

23 Jugendhilfe ohne Jugend Typisch zur Bewältigung der Lebensphase Jugend ist heute ein sehr hohes Ausmaß an persönlicher Selbstorganisation, eine große Kompetenz der Problemverarbeitung und der flexiblen Virtuosität des Verhaltens. Jugendliche müssen früh ihren eigenen Lebensstil entwickeln und einen Lebensplan definieren. Sie müssen mit den Widersprüchlichkeiten ihrer Lebenslage umgehen und die eigene Selbstdefinition auf diesen schwierigen Sachverhalt ausrichten.

24 Jugendhilfe ohne Jugend Sie benötigen so etwas wie einen inneren Kompass, um die vielfältigen Handlungsanforderungen bei der Einräumung von persönlicher Autonomie flexibel und sinnvoll zu bewältigen und angesichts der Zukunftsunsicherheit ein Bild von der eigenen Persönlichkeit zu entwerfen. Wer es schafft, aktive Formen des Selbstmanagements zu entwickeln, kommt mit den gesellschaftlichen Strukturen des Jugendalters am besten zurecht (ebd., S. 35 f.).

25 Jugendhilfe ohne Jugend Unwissen über die Art und Weise des Erlangenseines solchen inneren Kompasses der Lebensführung Diskutiert wird Verdichtung der Lebensphase Jugend (DJI) Ungeklärtheit des Beitrages der Kinder- und Jugendhilfe

26 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Ausgangspunkte der aktuellen Bildungsdebatte: Internationale Vergleichsstudien – PISA und IGLU Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz Nationale Bildungsberichte 2006 und 2008 zahlreiche Gutachten, Stellungsnahmen und Reformvorschläge

27 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Folgen der Bildungsdebatte: Uneinigkeit über das Bildungsverständnis Uneinigkeit über die Bildungsaufträge unterschiedlicher Institutionen Uneinigkeit über den Bildungsauftrag der Kinder- und Jugendhilfe

28 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Einigkeit besteht darin, dass …das Bildungssystem soziale Ungleichheiten verstärkt! … das Bildungssystem nicht so bleiben kann, wie es ist! …das Bildung viele Orte hat! …das Bildung nicht erst in der Schule beginnt!

29 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Enormer Bedeutungszuwachs von Bildung Bildung wird zum individuellen Schlüssel von Zukunft Bildung wird zum gesellschaftlichen Schlüsselvon Zukunft

30 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Merkmale eines umfassenden Bildungsbegriffes sind: 1. Bildung als Aneignung vielfältiger Kompetenzen 2. Dreiteilung des Bildungsbegriffes 3. Ganztagsbildung

31 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Ziel von Ganztagsbildung ist dann …nicht nur die Verfügbarkeit von unmittelbar verwertbarem Wissen oder berufsverwertbaren Fertigkeit, …sondern die Fähigkeit zu einer befriedigenden und gleichermaßen verantwortungsvollen Lebensgestaltung

32 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Ganztagsbildung ist die gleichberechtigte Anerkennung und Förderung von formeller, nicht-formeller und informeller Bildung die Verbindung von zwei Institutionen, die gemeinsam und arbeitsteilig ein drittes, neues Angebot schaffen

33 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Zentrale Ergebnisse der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen: Repräsentative Befragung an 373 Schulen aus 14 Bundesländern Eltern Schüler und Schülerinnen 313 Schulleitungen Lehrkräfte 820 Kooperationspartner weiteres pädagogisch tätiges Personal

34 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Das Angebot an Ganztagsschulen hat sich erweitert Lernbezogene Angebote haben an Bedeutung zugenommen Stärkere Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler (über 50 % in allen Jahrgangsstufen) freizeitbezogene Angebote und AGs sind besonders beliebt, lernbezogene Angebote werden verstärkt genutzt Nutzungsunterschiede in Hinblick auf soziale Selektivität sind nicht erkennbar

35 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Schüler und Schülerinnen beurteilen die Angebote gleich bleibend positiv Schulleitungen sehen die räumliche Situation verbessert, kritisieren aber die Personalausstattung Ganztagsangebot und Unterricht sind nur selten miteinander verknüpft es gibt kaum eine veränderte Zeitstruktur an den Ganztagsschulen die Zusammenarbeit bei erzieherischen Problemen nimmt zu, die in anderen Bereichen geht zurück

36 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Schulen haben viele Kooperationspartner, aber die strukturelle Verbindung über Verträge und Gremien stagniert auf niedrigem Niveau Eltern sind zufrieden, wünschen stärkere individuelle Förderung ihrer Kinder Kinder voll erwerbstätiger Mütter nehmen am regelmäßigsten am Ganztagsangebot teil Das Familienklima wird durch die Ganztagsschule nicht negativ beeinflusst

37 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Ganztagsschulen als Ganztagsbildung ? Eher ja, denn Steigerung der Nutzung und der Angebotsstruktur individuelle Förderung entwickelt sich positiv soziale Disparitäten werden nicht verstärkt

38 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Eher nein, denn wenig gemeinsame Konzeptionsentwicklung und Planung mangelhafte Kooperation zwischen den beteiligten Fachkräften fehlende flexiblere Zeitorganisation

39 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Jugendhilfe hat ihren Schwerpunkt in der Ganztagsschule in der Grundschule in der Hausaufgabenbetreuung,in der Mittagsbetreuung und Beaufsichtigung von Freizeitaktivitäten, in spezifischen Fördermaßnahmen, in naturwissenschaftlichen Angeboten in der Sekundarstufe bleibt das zurückhaltende Engagement in Bezug auf fachnahe Themenfelder bestehen; es kristallisieren sich die Schwerpunkte Benachteiligten- förderung bzw. Schulsozialarbeit heraus

40 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Das Unbehagen in der Kinder- und Jugendhilfe mit der Bildung Aufwachsen und Kindheit ist mehr als Bildung! Jugendhilfe als fünftes Rad am Wagen der Bildung! Grenzen der Allmacht von Bildung! Uneingelöste Potenziale der Ganztagsschule! Kinder- und Jugendarbeit auf der Suche nach Zukunft!

41 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort Wie viel Jugendhilfe braucht die Schule? Viel, wenn … Den Wünschen von Eltern, Schülerinnen und Schülern entsprochen werden soll Schule die Erfahrungen der Jugendhilfe in Bezug auf informelle und nicht-formelle Bildungsprozesse nutzen will

42 Kinder- und Jugendhilfe als Bildungsort beide Institutionen gleichberechtigte Partner einer Ganztagsbildung werden und den Bedeutungszuwachs von Bildung teilen beide Bildung somit als Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit verstehen

43 Personal, Träger- und Finanzstruktur Ausgaben und Personalzuwachs? Ein erster Blick auf die aktuellen Personaldaten der Kinder- und Jugendhilfe lässt vermuten, dass es bezogen auf die Personalsituation in den letzten Jahren zu keinen wesentlichen Veränderungen gekommen ist: Ende 2006 gab es fast Einrichtungen, in denen Personen beschäftigt waren

44 Personal, Träger- und Finanzstruktur seit 2002 Personalabbau von fast Stellen, was 2,3 % des gesamten Personals ausmacht. Berechnet man diese Entwicklung für alle Handlungsfelder ohne die Kindertagesstätten beträgt der Rückgang seit ,3 %, seit 1998 sogar 15,2 %, was Vollzeitäquivalenten entspricht.

45 Personal, Träger- und Finanzstruktur Am erheblichsten fällt vor dem Hintergrund der bundesweiten Kinder- und Jugendhilfestatistik der Abbau der Stellen im Bereich der Jugendarbeit mit 28,1 % aus. In Handlungsfeldern der ambulanten und teilstationären Hilfen zur Erziehung beträgt der Rückgang bundesweit 12,5 %, in denen der stationären Hilfen 5,7 %. Auch in der Jugendsozialarbeit ist ein Rückgang von 6,2 % zu beobachten.

46 Personal, Träger- und Finanzstruktur im Bereich der Kindertagesstätten hat es eine Zunahme der Vollzeitstellenäquivalente von 4 % seit 1998 und von noch 1,9 % seit 2002 gegeben. Zusätzlich kann eine Zunahme von Teilzeitbeschäftigungen und befristeten Beschäftigungsverhältnissen verzeichnet werden. So arbeiten nur noch 41 % der Erzieher und Erzieherinnen Vollzeit, in den ambulanten Hilfen zur Erziehung arbeiten 15 % der Beschäftigten weniger als 16 Stunden wöchentlich. Hinzu kommt in diesem Bereich eine Zunahme von Honorarkräften, neben- und freiberuflich Tätigen.

47 Personal, Träger- und Finanzstruktur Der Abbau des Personals und die Verschlechterung der Beschäftigungssituation finden bei wachsenden Fallzahlen statt. der Rückgang der Vollzeitäquivalente liegt oberhalb der so genannten Demographieverluste. Der Rückgang der Stellen ist in Ostdeutschland erheblich höher. der Rückgang der Stellen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit liegt oberhalb der demographiebedingten Rückgänge.

48 Personal, Träger- und Finanzstruktur fortgesetzter Rückgang des Anteils männ- licher Beschäftigter. Mit Ausnahme des Allgemeinen Sozial- dienstes (ASD), in dem 71 % des Personals männlich ist, und der Jugendamtsleitungen, die zu 75 % mit Männern besetzt sind, sind alle anderen Handlungsfelder weiblich dominiert.

49 Personal, Träger- und Finanzstruktur Insgesamt ist der Anteil der männlichen Beschäftigten auf 31 % gesunken. Die Kinder- und Jugendhilfe ist somit überwiegendweiblich, ihre Leitung ist mit Ausnahme des Kindertagesstättenbereiches männlich.

50 Personal, Träger- und Finanzstruktur Situation in M-V von 2002 bis 2006 insgesamt Rückgang: 27,4 % Jugendarbeit: - 55,2 % Jugendsozialarbeit: - 11,2 % HzE ambulant, teilstationär: -12,5 % HzE stationär: + 2,5 % Behindertenhilfe: -51,0 % Verwaltung: -35,8 %

51 Personal, Träger- und Finanzstruktur Seit Inkrafttreten des KJHGs sind die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe kontinuierlich gestiegen betrug die Gesamtsumme noch 14,3 Mrd., bis 2004 sind die Ausgaben um 43 % gestiegen und umfassen gut 20,6 Mrd. - eine Summe, die überwiegend von den Kommunen aufgebracht worden ist.

52 Personal, Träger- und Finanzstruktur die Mehrausgaben auf den Ausbau der Kinder- tagesbetreuung in Westdeutschland und bundesweit auf die Schaffung eines flächen- deckenden, ausdifferenzierten Angebotes an familienunterstützenden und familienergänzenden Erziehungshilfen zurückzuführen. Anfang der 1990er Jahre noch rund Fälle im Kontext der Hilfen zur Erziehung, 2004 bereits Fälle. Anstieg bei den unter 6-jährigen Kindern 57 % bei den unter Dreijährigen 59 %

53 Personal, Träger- und Finanzstruktur von 2005 auf 2006 Ausgabenanstieg auf Mill. (preisbereinigt – 1,5 %) von 2006 auf 2007 Anstieg auf Mill. (+ 3,3 %) Inobhutnahmen + 17,7 (West), + 5,9 (Ost) ambulante Erziehungshilfen (+ 5,8 West, + 3,6 Ost) M-V: ,6 %, + 0,5 % Kindertagesbetreuung, Inobhutnahme – 0,2

54 Personal, Träger- und Finanzstruktur Trägervielfalt? Befürchtungen des Verschwindens der Jugendämter im Kontext der Auswirkungen der Föderalismusreform bislang nicht bestätigt Aufgabenverständnis der Jugendämter hat sich dahingehend verändert, dass sie sich immer stärker aus der unmittelbaren Leistungserbringung zurückziehen

55 Personal, Träger- und Finanzstruktur Ob für die Politik des Rückzugs der Jugendämter immer und überall der Gedanke der Subsidiarität leitend ist, kann zumindest angezweifelt werden. Hier vollzieht sich eine Entwicklung, an deren Ende die Qualität des Jugendamtes als Fachbehörde zur Debatte stehen kann. Das Jugendamt verliert mit seinem Verzicht, selbst als Anbieter zu agieren, immer stärker den Bezug zur Alltagspraxis sozialer Dienstleistungen. Es kann sich künftig nicht mehr auf eigene Erfahrungen berufen und verringert dadurch auch seine Fähigkeit zur fachlichen Kommunikation und Kooperation mit anderen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe. (...)

56 Personal, Träger- und Finanzstruktur Die Verbesserung der nach wie vor schwierigen Stellung der Kinder- und Jugendhilfe im lokalen Politikfeld erfordert überdies eine hohe Identifikation des Jugendamtes mit seinem Gegenstand. Sähen die Jugendämter ihre Aufgabe nur noch darin, die Rahmenbedingungen der Leistungserbringung zu gestalten, Mittel zu verteilen und Controllingaufgaben wahrzunehmen, würde ihre Identifikation voraussichtlich abnehmen und damit ein lokaler Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendhilfe eintreten (Pluto, u.a.2007:14)

57 Personal, Träger- und Finanzstruktur immer mehr privat-gewerbliche Träger als Leistungserbringer In 30 % der befragten Jugendamtsbezirke leisten diese Träger sozialpädagogische Einzelbetreuung, in 24 % der Fälle Erziehungsbeistandschaften, in 22 % Sozialpädagogische Familienhilfe, in 35 % Bereitschaftspflege, in 32 % werden Heime für Kinder und Jugendliche entsprechend betrieben und in 26 % der Fälle leisten diese Träger Betreutes Einzelwohnen.

58 Personal, Träger- und Finanzstruktur Privat-gewerbliche Träger haben sich in der Kinder- und Jugendhilfe offensichtlich etabliert, was vor allem die Bereiche betrifft, die über Entgelte finanziert werden. Unabhängig von der Qualität der von diesen Trägern geleisteten Arbeit ist sie doch auch Aus- druck einer wachsenden Ökonomisierung der Kinder- und Jugendhilfe; die DJI Forschungsgruppe sieht von daher sogar die These eines disorgani- sierten Wohlfahrtskapitalismus bestätigt.

59 Schlussfolgerungen Qualität erfordert qualifiziertes Personal, die Professionalisierung der Kinder- und Jugendhilfe muss weiter voranschreiten und dabei herkömmliche Tarifeinordnungen bedarfsgerecht weiterentwickeln, wenn die Kinder- und Jugendhilfe als Arbeitsmarkt attraktiv bleiben will bzw. werden soll.

60 Schlussfolgerungen Die Bezahlung muss mehr als nur Existenz sichernd sein. Nur solche Fachkräfte sind auf Dauer in der Lage, den professionellen Erwartungen zu entsprechen und sich für herausfordernde, anstrengende und belastende Arbeitssituationen zu motivieren, die ihre Bezahlung als Anerkennung ihrer ernormen Leistungen erfahren.

61 Schlussfolgerungen Eine gerechte Gesellschaft löst als öffentliche Aufgabe die Verpflichtung ein, jedem Menschen die materiellen, institutionellen sowie pädagogischen Bedingungen zur Verfügung zu stellen, die ihm einen Zugang zum guten menschlichen Leben eröffnen und ihn in die Lage versetzen, sich für ein gutes Leben und Handeln zu entscheiden (Nussbaum 1999:24).

62 Schlussfolgerungen Gerechtes Aufwachsen ermöglichen heißt …. durch die Bereitstellung und Sicherung von Grundbefähigungen dafür Sorge zu tragen, dass junge Menschen in die Lage versetzt werden, in ihrer Lebensführung Wahlmöglichkeiten wahrnehmen oder ausschlagen zu können, d.h. die Freiheit von Menschen bemisst sich daran, welche Fähigkeiten sie im sozialen Raum ausüben bzw. ob sie in der Lage sind, ihre Lebensweise selbst wählen zu können!

63 Schlussfolgerungen Für die Kinder- und Jugendhilfe heißt dies Lobbyistin von Kindern, Jugendlichen und Familien zu sein Vorschläge zur Bearbeitung struktureller Ungleichheiten zu entwickeln und diese in öffentliche Debatten und Entscheidungsprozesse einbringen

64 Schlussfolgerungen sie hält an ihrem Mandat der allgemeinen Förderung durch eine soziale Infrastruktur fest sie spielt nicht einzelne Leistungsbereiche gegeneinander auf sie knüpft mit ihren Angeboten nicht an stigmatisierende Zuschreibungen an sie aktiviert nicht in erster Linie ihre Adressaten, sondern sich selbst als professionelle Entscheidungsgröße!


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