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Helga Schultz: RGW1 Die Wirtschaft im RGW Von der sozialistischen Transformation zur finalen Krise.

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Präsentation zum Thema: "Helga Schultz: RGW1 Die Wirtschaft im RGW Von der sozialistischen Transformation zur finalen Krise."—  Präsentation transkript:

1 Helga Schultz: RGW1 Die Wirtschaft im RGW Von der sozialistischen Transformation zur finalen Krise

2 Helga Schultz: RGW2 Gliederung 1. Sozialistische Transformation 2. Forcierte Industrialisierung 3. Zukunftsversprechen Wohlstand 4. Krisen und Reformen

3 Helga Schultz: RGW3 Literatur Graham, Andrew /Seldon, Anthony: Government and Economies in the Postwar World, London M. C. Kaser (Hg. ): The Economic History of Eastern Europe , Vol. III: Institutional Change within a Planned Economy, Clarendon Press Oxford Berend, Iván T.: Central and Eastern Europe, : Detour from the Periphery to the Periphery, Cambridge: Cambridge University Press 1996.

4 Helga Schultz: RGW4 1. Sozialistische Transformation

5 Helga Schultz: RGW5 Wachstum und Transformation Auch im Osten folgte der kurzen und erfolgreichen Wiederaufbauperiode das Goldene Vierteljahrhundert eines raschen Wirtschaftswachstums. Die Wachstumsraten erreichten und übertrafen die westeuropäischen. Sie waren hier nicht mit dem Übergang zur standardisierten Massenproduktion und Konsumgesellschaft verbunden, wie mit der Transformation zur sozialistischen Wirtschaftsordnung.

6 Helga Schultz: RGW6 Umwälzung der Eigentumsverhältnisse Die Nachkriegssituation begünstigte die Transformation nach sowjetischem Muster: –Bevölkerungstransfer, –Landreform, –Enteignung des Eigentums von Kriegsverbrechern und Kollaborateuren, –Nationalisierung deutschen Eigentums und des Eigentums von mit den Deutschen verbündeten Staaten. Die Übernahme der Macht durch die Kommunisten in allen Ländern des sowjetischen Einflussbereichs seit 1948 schuf die politischen Voraussetzungen.

7 Helga Schultz: RGW7 Landwirtschaft Die Landwirtschaft wurde mit hohen Abgaben belastet und erhielt kaum Investitionen. Die Kollektivierung der Landwirtschaft diente der Freisetzung von Arbeitskräften für die Großindustrie. Soziale Konflikte und Produktionskrisen erzwangen Korrekturen bis zur Rückkehr zur einzelbäuerlichen Wirtschaft in Polen 1956.

8 Helga Schultz: RGW8 Anteil des sozialistischen Sektors am Nationaleinkommen

9 Helga Schultz: RGW9 Zentralverwaltungswirtschaft Das sozialistische Eigentum des Staates (einschließlich der Kommunen) wurde die Regel. Der Aufbau des zentralen Planungssystems vollendete die Transformation. Staatliche Leiter und Parteifunktionäre setzten die Eigentumsrechte durch. Mitbestimmung durch Betriebsräte war abgeschafft, die Gewerkschaften waren der Transformationsriemen der Partei.

10 Helga Schultz: RGW10 Genossenschaften anderer Art Genossenschaften waren die niedere Form sozialistischen Eigentums, entstanden durch den – erzwungenen – Zusammenschluss von Bauern und Handwerkern. Wesentliche Merkmale von Genossenschaften wie die gemeinsame Entscheidung über Gewinne, Investitionen und Produktion waren eliminiert. Die sozialistischen Genossenschaften waren in das zentrale Planungssystem eingebunden.

11 Helga Schultz: RGW11 2. Forcierte Industrialisierung

12 Helga Schultz: RGW12 Der Eiserne Weg Die forcierte Industrialisierung mobilisierte alle staatlichen Reserven für Großbauten. Sie trieb den Aufbau der sozialistischen Staatsordnung und die Transformation der Eigentumsverhältnisse voran. Im Unterschied zum Westen ruhte das beeindruckende Wachstum auf der Grundstoffindustrie und der Schwerindustrie (Bergbau, Metallurgie, Schwermaschinenbau). Im Unterschied zur kapitalistischen Industrialisierung war –Der Staat der generelle Akteur, –Die Schwerindustrie der Leitsektor. Das Modell wurde auch den Industriestaaten DDR und Tschechoslowakei verordnet.

13 Helga Schultz: RGW13 Nowa Huta bei Krakau Riesige Stahlwerke mit anschließender Wohnstadt entstanden in den fünfziger Jahren in allen RGW- Ländern.

14 Helga Schultz: RGW14 Nachholende Industrialisierung

15 Helga Schultz: RGW15 Nachholende Industrialisierung Die forcierte Industrialisierung war in den Agrarländern Ostmittel- und Südosteuropas nachholende Industrialisierung nach dem Muster der Sowjetunion der dreißiger Jahre. Sie brachte einen rasanten Strukturwandel von Agrar- zu Industrie-Agrargesellschaften. bis zum Beginn der siebziger Jahre verminderten sich die Abstände der Wirtschaftskraft zwischen Ost- und Westeuropa.

16 Helga Schultz: RGW16 BSP pro Kopf (Quelle: Fischer, Handbuch, Bd. 6, Tab. 2,29; Graham/Seldon, Table 9.1) Jahr LandUS$ 1960 Zu WesteuropaUS$ 1960 Zu Westeuropa ČSR5600, ,93 Ungarn4200, ,66 Polen3500,359890,65 Rumänien3200,326970,45 Bulgarien3000,38770,57 Westeuropa

17 Helga Schultz: RGW17 Abschottung vom Weltmarkt Im Unterschied zu den OECD-Ländern war das Wirtschaftswachstum im RGW nicht mit der Ausweitung des Handels verbunden. Der RGW war weitgehend abgeschottet vom Weltmarkt. Der Handel innerhalb des RGW stagnierte wegen des Fehlens multilateraler Beziehungen innerhalb des RGW.

18 Helga Schultz: RGW18 Autarkie-Politik Der Ausbau der Schwerindustrie wurde mit dem Koreakrieg forciert und war in den Rüstungswettlauf der Systeme eingebunden. Die Industrialisierung im RGW (COMECON) zielte auf Autarkie Des Blocks infolge der westlichen Embargo-Politik, Der einzelnen Volkswirtschaften wegen der technologischen Schwäche fast aller Mitglieder und Auf Grund der wirtschaftsnationalistischen Traditionen der Region.

19 Helga Schultz: RGW19 3. Zukunftsversprechen Wohlstand

20 Helga Schultz: RGW20 Mangelwirtschaft statt Konsum Die sozialistische Industrialisierung erforderte mit ihren hohen Investitionsquoten Einschränkungen des Konsums. Sie basierte auf einer Ideologie des Opfers für die Zukunft. Das Wirtschaftswachstum des Goldenen Zeitalters brachte deshalb nicht in vergleichbarem Umfang Massenwohlstand wie im Westen. Der Dienstleistungssektor war Stiefkind.

21 Helga Schultz: RGW21 Schwerindustrie statt Massenkonsum

22 Helga Schultz: RGW22 Verwendungsstruktur des tschechoslowakischen Sozialproduktes

23 Helga Schultz: RGW23 Produktion und Konsum In den RGW-Ländern wuchsen die Löhne von 1950 bis 1973 zwei- bis vierfach, schneller als die Produktivität. Die Massenkaufkraft stand jedoch im Widerspruch zu den Produktionszielen. Die sozialistischen Wirtschaften waren daher Mangelwirtschaften. Beziehungen, Westverwandte, auch Diebstahl von Staatseigentum bieten destruktive Auswege. Den osteuropäischen Wirtschaften fehlt das Schwungrad Massenkonsum, das im Westen das Wirtschaftswachstum antrieb.

24 Helga Schultz: RGW24 Reallöhne

25 Helga Schultz: RGW25 Mühsal des Alltags Mangelwirtschaft führt zu Frustration und Konkurrenz um knappe Güter – hier zwischen Polen und Deutschen. Grenzüberschreitender Einkauf in Görlitz Oktober 1979.

26 Helga Schultz: RGW26 Zivilisatorischer Fortschritt Bei aller ideologischen Borniertheit brachte die sozialistische Industrialisierung in den ehemaligen Agrargesellschaften Osteuropas zivilisatorische Fortschritte: –Urbanisierung, –Beseitigung des Analphabetismus, –Senkung der Säuglingssterblichkeit –Erhöhung der Lebenserwartung –Frauenemanzipation.

27 Helga Schultz: RGW27 Arbeiterliche Gesellschaft Die sozialistische Industrialisierung zielte auf eine homogene, arbeiterliche Gesellschaft (Wolfgang Engler), in der Arbeiter der Großindustrie als Trägerschicht einer Gesellschaft der Gleichheit vielfältig privilegiert waren. Die Gleichheit der Lebenshaltung, der Bildung, der Kultur zwischen Stadt und Land, Arbeitern und Intellektuellen wurde zum weithin verinnerlichten Ideal.

28 Helga Schultz: RGW28 Der Neue Mensch In Kunst und Literatur wurde der Industriearbeiter zum Neuen Menschen stilisiert. Willi Sitte: Sieger, Gemälde von 1972

29 Helga Schultz: RGW29 4. Krisen und Reformen

30 Helga Schultz: RGW30 Krisen und Reaktionen Die Vernachlässigung der Konsumgüterindustrie und der Landwirtschaft führte immer wieder zu politischen Krisen: –DDR 1953, Ungarn und Polen 1956, DDR 1960/61, Tschechoslowakei 1968, Polen 1970 und Diese Krisen erzwangen kurzfristig eine Kurskorrektur und ein Umlenken von Ressourcen in die Leichtindustrie und in den Konsum der Bevölkerung. Bei Stabilisierung der Lage kehrten die RGW- Länder zum alten Kurs zurück. So entstanden Quasi-Zyklen.

31 Helga Schultz: RGW31 Quasizyklen

32 Helga Schultz: RGW32 Ausweglose Reform Die Wirtschaftsreformer strebten Dezentralisierung mit marktwirtschaftlichen Elementen an: Neuer Kurs nach Stalins Tod in der DDR; Polen 1956: Arbeiterräte Rücknahme der Kollektivierung der Landwirtschaft; Ungarns Reformen nach 1956 unter Kadar; DDR zu Beginn der sechziger Jahre: Neues Ökonomisches System; Tschechoslowakei 1968: Prager Frühling mit dem Dritten Weg von Ota Šik; Sowjetunion Mitte der achtziger Jahre: Perestroika unter Gorbatschow Sie konnten jedoch den Fallen des bürokratisch- zentralistischen Systems nicht entkommen (János Kornai).


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