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Wie entscheiden wir – determiniert oder frei? Evidenzen aus der modernen Hirnforschung Silke Huber & Wendy Svirakova 24. Juni 2005 Logik der Forschung:

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1 Wie entscheiden wir – determiniert oder frei? Evidenzen aus der modernen Hirnforschung Silke Huber & Wendy Svirakova 24. Juni 2005 Logik der Forschung: Seminar zur Wissenschaftstheorie

2 Gliederung Erkenntnisse der modernen Hirnforschung Recht und Soziologie Zukunftsperspektiven Seminar: Logik der Forschung (Wissenschaftstheorie) Einleitung

3 Hirnforschung Was ist Hirnforschung? Aufbau des Gehirns Neurophysiologische Funktionsweise Geistige Prozesse die mit bio-physikalischen Gehirnphänomenen einhergehenden (Wahrnehmung, Bewusstsein, Kognition, Verhalten, Bewegung) Verschiedene Theorien über Art des Zusammenhangs zwischen biophysikalischen Abläufen im Gehirn und geistigen (bewussten oder unbewussten) Prozessen. Hirnforschung

4 Entwicklungsgeschichtlicher Überblick über die Hirnforschung Frühzeitliches Verständnis des Gehirns Drei Konzepte: Spiritus animalis (Antike) Hirnventrikel (Mittelalter) Das Gehirn = Seelenorgan (17. Jhd) => alle 3 Konzepte sind erkenntnisleitend für das Verständnis des Hirnlebens Hirnforschung

5 Entwicklungsgeschichtlicher Überblick über die Hirnforschung Beginn der modernen Neurowissenschaften (19. Jhd.) Hirnforschung: Domäne der Medizin Neuroanatomie Seelenlehre (Soemmering) Schädellehre (Franz Josef Gall) Hirnforschung

6 Entwicklungsgeschichtlicher Überblick über die Hirnforschung Fortentwicklung im 20. Jhd. Erforschung des kranken Gehirns (Neuropathologie) mit Seziermesser und Lichtmikroskop Elitegehirnforschung Exners Physiologie psychischer Erscheinungen Renaissance der Schädellehre Hirnforschung

7 Entwicklungsgeschichtlicher Überblick über die Hirnforschung Neuere Entwicklungen Entdeckung von ableitbaren Hirnströmen Entwicklung des EEG Paradigmenwechsel in den 1960er Jahren: Vermischung von Medizin und experimentellen Disziplinen, Neuroanatomie gewinnt an Bedeutung Hirnforschung

8 Theorien über den Zusammenhangs zwischen biophysikalischen Abläufen im Gehirn und geistigen Prozessen Wolf Singer Medizinstudium an der LMU München Staatsexamen und Promotion an der L.M.U. München Habilitation an der medizinischen Fakultät der TU München für das Fach Physiologie Seit 1981 Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung (Abteilung Neurophysiologie) Hirnforschung

9 Singers Theorie Dass Menschen aus freiem Willen über ihr Handeln bestimmen ist eine Illusion Im Gehirn gibt es kein Zentrum, keine ICH - Zentrale Was wir tun, ist Folge des unmittelbar vorausgehenden Zustands unseres Gehirns, von dem wir nur wenige Variablen bewusst kontrollieren Ausbildung der Großhirnrinde (Cortex auf der Neuronen hin und her feuern) ist von Sinnessignalen, also Erfahrungen abhängig! Hirnforschung

10 Wolfgang Walkowiak: Tun wir das was wir wollen, oder wollen wir, was wir tun? Professor für Zoologie am Lehrstuhl für Tierphysiologie der Universität Köln, Abteilung Neuronale Grundlagen komplexen Verhaltens. Forschungsschwerpunkte: neuronale Grundlagen der Verhaltenssteuerung Hirnforschung

11 Wolfgang Walkowiak: Tun wir das was wir wollen, oder wollen wir, was wir tun? Wir sind es gewohnt, eine Ursache für eine Wirkung anzunehmen (Kausalitätsprinzip) Wir schreiben die Ursache unseres Handelns dem Wirken des Ich zu Wir fühlen, dass wir die Ursache unseres Handelns sind. Wille ist ein Gefühl! Die Erfahrung (das Gefühl) eines bewussten Willens ist aber kein direkter Indikator dafür, dass der bewusste Gedanke auch die Aktion verursacht hat. In diesem Sinne könnte der freie Wille eine Illusion sein. Hirnforschung

12 Das elfte Gebot: Du sollst dich nicht täuschen! K a n i s z a – D r e i e c k Hirnforschung

13

14 Wolfgang Prinz: für freien Willen ist kein Platz Direktor des Arbeitsbereichs Psychologie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in München Forschungsschwerpunkte: Wahrnehmung und Handlung, Aufmerksamkeit und Wille. Hirnforschung

15 Wolfgang Prinz: für freien Willen ist kein Platz Wir leben in dem Verständnis, uns frei entscheiden zu können und dass wir uns auch immer anders entscheiden könnten, als wir es tatsächlich tun (Freiheitsintuition) In der wissenschaftlichen Psychologie ist für den freien Willen als theoretisches Konstrukt kein Platz Was wir wahrnehmen ist nicht die Wirklichkeit selbst, sondern das Resultat von Konstruktionsprozessen (selektiv & kategorial) Hirnforschung

16 Gerhard Roth: Entthronung des Menschen als frei denkendes Wesen Promotion in Philosophie Promotion in Biologie Seit 1976 Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen Seit 1989 Direktor des Instituts für Hirnforschung der Universität Bremen. Hirnforschung

17 Gerhard Roth: Entthronung des Menschen als frei denkendes Wesen Das Gehirn ist nicht hierarchisch, sondern distributiv aufgebaut Es gibt keine obersten Zentren des Bewusstseins oder der Wahrnehmung. Das Gehirn kann zwar von Außen erregt werden, aber die Bedeutung dieser Wahrnehmung kann nur durch das Gehirn erfolgen. Die Interpretationskriterien liegen im Gehirn und werden auch von ihm selbst entworfen. Es gibt keine real existierende Wirklichkeit So viele verschiedene Wirklichkeiten, wie es Menschen gibt Hirnforschung

18 Gerhard Roth: Entthronung des Menschen als frei denkendes Wesen Nichtexistenz menschlicher Freiheit, denn der Willensakt tritt erst dann auf, nachdem das Gehirn entschieden hat, welche Bewegung es ausführen wird ( Libet Experiment) Eine einmal getroffene Entscheidung ist fest, es gibt kein Vetorecht des Willens Wünsche, Ziele, Pläne, Absichten bei unseren Handlungen und denen der Mitmenschen zur leichteren Beschreibung menschlichen Handelns und der Rechtfertigung vor uns selbst. Hirnforschung

19 Als ein Objekt naturwissenschaftlicher Forschung erscheint der Mensch nicht frei !!! Hirnforschung

20 Das Libet Experiment (1983) Hirnforschung

21 Das Libet Experiment (1983) Ergebnisse: Das unbewusste Bereitschaftspotential geht dem bewussten Willensentschluss im Durchschnitt 550 – 350 ms voraus Der Wille kann nicht als mentaler, materiell selbst unverursachter Verursacher gesehen werden Veto – Theorie zwar kein freier Wille, aber wenigstens freier Unwille (2/10 Sec zwischen Entschluss & Reaktion) Hirnforschung

22 Das Libet Experiment - Kritik Methodologie: Kein Hypothesenprüfendes Verfahren Keine Definition von AV und UV Keine gezielte Manipulation der UV keine operationale Definition von freiem Willen und auf dieser Basis entwickelte experimentelle Entscheidungsversuchspläne Gleichsetzung von bewusst = gleich und vorher = ursächlich Viel zu wenig VPn – keine Vergleichbarkeit Kontrolltechniken vorhanden? (Versuchs - Kontrollgruppe) Hirnforschung

23 Das Libet Experiment - Kritik Validität Ethisch nicht relevante Entscheidung Reduktionistisches Experiment – Ableitung auf komplexe Entscheidungen nicht möglich Es geht beim Experiment nicht um die Entscheidung, ob Handlung durchgeführt wird, sondern nur darum, zu welchem Zeitpunkt sie durchgeführt wird Hirnforschung

24 Das Libet Experiment - Kritik Außerdem Ist Bereitschaftspotential nicht ein messbares Phänomen einer kognitiven Leistung, die eine willentliche Entscheidung des Subjekts repräsentiert? Neueste Ergebnisse der Hirnforschung zeigen, dass auch Nervenzellen existieren, die sowohl bei motorischen als auch kognitiven Leistungen aktiv sind (Mirror-Neuron-Experimente) Hirnforschung

25 (1)Verstrickung in das Henne-Ei-Problem (2)Keine klaren Definitionen, Operationalisierungen und experimentelle Designs (messen alleine genügt nicht) (3)Vermischung des bewußten mit dem freien Willen (4)Falsche Interpretation der zeitlichen Ordnung (5)Fehlende differentialdiagnostische Klärung und Klarheit dessen, was nichtbewusste und was bewusste Entscheidungen sind und damit (6)ebensolche Unklarheiten, welche Hirnaktivitäten eben nichtbewusste und bewusste Entscheidungen und Willensvorgänge anzeigen (7)wie es scheint, krankt diese ganze Forschungsrichtung daran, daß sie offenbar im Nebenbei Psychologie ohne Psychologie betreiben möchte Hauptfehler der Forschungsrichtung Hirnforschung

26 Freiheitsintuitionen sind soziale Institutionen im Dienste der Regulierung von kollektiver Regulierung individuellen Handelns Freiheitsintuitionen sind keine Selbsttäuschung. Sie sind psychologisch wirksam und erfüllen wichtige soziale Funktionen Prinz Singer Freier Wille als kulturelles Konstrukt Hirnforschung

27 Wolfgang Prinz: freier Wille als soziale Institution freier Wille ist soziale Institution Wozu die Institution eines Selbsts mit Freiheitsintuitionen? Handlungsregulierung durch Moral- und Rechtsnormen Handlungsregulierung durch Freiheitsjargon: Lokalisierung der Handlungsentscheidungen in der Person Person als Sanktionsträger Politik: Idee des Sozialvertrags und demokratischer Willensbildung basieren auf Idee des autonomen Individuums Hirnforschung

28 Schlüsselbegriffe und Definitionen SchlüsselbegriffeHirnforschung

29 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion Freiheit Gemeint ist Willensfreiheit = ein Wesen bestimmt seinen Willen selbst und frei Selbst: –Mensch trifft seine Entscheidung aus sich selbst heraus ohne innere und äußere Zwänge –Wille ist Urheber der Handlung Frei: Prinzip der alternativen Möglichkeiten SchlüsselbegriffeHirnforschung

30 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion Prinzip der alternativen Möglichkeiten: Frei handeln, d. h. Handlungsalternativen zu besitzen Je mehr Handlungsalternativen beschrieben werden können, desto größer der Handlungsspielraum Verantwortung für das eigene Handeln: Handlungen sind auf das Wesen zurückzuführen, wenn sie aus freiem Willen resultieren der Mensch besitzt Freiheitsintuition SchlüsselbegriffeHirnforschung

31 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion Determination Zweifel am Konzept des freien Willens: Teilung der Wissenschaft in Deterministen und Indeterministen These des Determinismus: Gesamtzustand der Welt zu einem beliebigen Zeitpunkt t legt fest, in welchem Zustand sich die Welt zu jedem beliebigen späteren Zeitpunkt t´ befinden wird SchlüsselbegriffeHirnforschung

32 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion These des Indeterminsimus Es gibt Ereignisse, die nicht vollständig durch frühere Zustände bestimmt sind. SchlüsselbegriffeHirnforschung

33 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion Freiheitskonzepte Inkompatibilistisches Freiheitskonzept Unvereinbarkeit von Freiheit und Determination Freiheit ist immer unbedingte Freiheit Begründung: Wenn Wille determiniert ist => keine alternativen Handlungsmöglichkeiten => keine Freiheit Annahme: In der kausalen Vorgeschichte einer Handlung muss es ein indeterministisches Element geben SchlüsselbegriffeHirnforschung

34 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion Kompatibilistisches Freiheitskonzept Vereinbarkeit von Freiheit und Determination Freiheit ist immer bedingte Freiheit Begründung: Handlungen, die nicht von persönlichen, Überzeugungen, Wertvorstellungen und Wünschen bestimmt sind, sind zufällig => keine Freiheit SchlüsselbegriffeHirnforschung

35 Schlüsselbegriffe der Freiheitsdiskussion Bewusstsein die Fähigkeit zu erleben und zu erkennen sich selbst im Kontrast und in seiner Beziehung zu seiner Umwelt wahrzunehmen sich als Individuum zu verstehen Es existiert kein naturwissenschaftliches Verständnis keine allgemein anerkannte präzise Definition SchlüsselbegriffeHirnforschung

36 Das Libet - Experiment rüttelt an den Grundsätzen unseres Rechtsystems: Darf man jemanden für eine Tat bestrafen, die er nicht hätte nicht tun können? SchlüsselbegriffeHirnforschung Schlüsselbegriffe Hirnforschung Recht

37 Rechtsphilosophie und Hirnforschung Schlüsselbegriffe: Schuld und Schuldprinzip Nach dem Prinzip der Gerechtigkeit Bemessung von Strafe anhand der Rechtsverletzung selbst und aufgrund der persönlichen Schuld des Täters Schuld wird durch eine freiwillige Normverletzung begründet Schuldprinzip: Bindung von Strafe an Schuld und damit an Freiheit Hirnforschung Recht Schlüsselbegriffe

38 Rechtsphilosophie und Hirnforschung Schlüsselbegriff: Strafe Strafe setzt Schuld voraus Unterscheidung des Begriffs Strafe von Maßregel der Besserung und Sicherung 2 Arten von Straftheorien: Absolute Strafzwecktheorie (repressiv: Sühne, Vergeltung) Relative Strafzwecktheorie (präventiv: Spezial- und Generalprävention) Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

39 Rechtsphilosophie und Hirnforschung Strafrechtliche Verantwortung und Hirnforschung Deterministische Hirnforscher: Mensch ist nicht schuldfähig Perspektivenwechsel in der Kriminologie: Hirnforschung liefert heute Ursachen für kriminelles Verhalten Ziel: Gefährlichkeit von Straftätern naturwissenschaftlich exakt begutachten können Forderung nach Reform der Strafprozessordnung Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

40 Rechtsphilosophie und Hirnforschung Konsequenzen Veränderter Strafzweck: Schutz der Gesellschaft Verdrängung des strafrechtlichen Sühnegedankens Gefahren Sinkendes Verantwortungsbewusstsein Kontrolle, die gegen Menschenrechte verstößt Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

41 Rechtsphilosophie und Hirnforschung Vorschläge aus rechtsphilosophischer Sicht an Verantwortung festhalten Befunde der Hirnforschung für die Prävention bzw. Prognose nutzen unter Annahme der Schuldfähigkeit Diskussion nutzen zur Verbesserung des Strafrechts Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

42 Wie beschäftigen sich die Sozialwissenschaften mit menschlichen Handlungen? Welche Konsequenzen ergäben sich für die Sozialwissenschaften? Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie

43 Soziologie und Hirnforschung Keine Einigkeit über zentrale menschliche Eigenschaften für das soziologischen Menschenbild Zwei Bilder: homo sociologicus: orientiert sein Handeln an sozialen Normen (Max Weber) homo oeconomicus: wählt zwischen verschiedenen Handlungsalternativen nach seinem persönlichen Nutzen aus (Rational Choice, z.B. Coleman, Esser) Webers Ansatz mehrheitlich akzeptiert: Handeln ist auf die Wirkung äußerer sozialer Faktoren zurückzuführen SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

44 Schlüsselbegriff: Soziales Handeln Max Weber Forschungsgegenstand der Soziologie: Soziales Handeln Soziologie ist eine Wissenschaft, die soziales Handeln deutend versteht und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

45 Schlüsselbegriff: Soziales Handeln Max Weber Soziales Handeln 1.ein dem subjektiv gemeinten Sinn des Handelnden nach auf das Verhalten anderer bezogenes, 2.durch diese sinnhafte Bezogenheit in seinem Verlauf mitbestimmtes, 3.und aus diesem subjektiv gemeinten Sinn heraus verständlich erklärbares Handeln SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

46 Schlüsselbegriff: Soziales Handeln Rational Choice (Hartmut Esser, James Coleman) Nutzenansatz Jede Handlung des Akteurs wird allein durch die Maximierung des persönlichen Nutzens auf Basis rationaler Überlegungen determiniert Sinnstifter des Handelns Ratio SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

47 Schlüsselbegriff: Soziales Handeln Niklas Luhmann Prinzip der Kontingenz in unserer individualistischen Gesellschaft hat jeder Mensch unendlich viele Handlungsalternativen Prinzip der doppelten Kontingenz beiderseitige Ungewissheit darüber, was die andere Seite tun wird SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

48 Schlüsselbegriff: Soziales Handeln Niklas Luhmann Komplexe Welt moralische Regeln geben Handlungsanleitung und schränken den Handlungsspielraum ein bei Regelverstoß soziale Sanktionen Annahme Mensch hat moralische Regeln internalisiert und handelt danach -> moralisches Gewissen vorhanden SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

49 Ist der Handlungsbegriff der Soziologie durch die Hirnforschung bedroht? Webers subjektiver Sinn entsteht im Laufe der Biographie durch äußere soziale Einflüsse dieser subjektive Sinn müsste im limbischen System des Gehirns abgespeichert sein Ursprung der Handlung Kein Widerspruch zur Hirnforschung SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

50 Rational Choice Ansatz Prinzip alternativer Möglichkeiten widerspricht Hirnforschung Aber: Entscheidung für die Nutzen maximierende Handlung Nahe liegende Annahme: genau diese rational günstigste Handlungsalternative müsste aufgrund früherer Erfahrungen im limbischen System abgespeichert sein Ist der Handlungsbegriff der Soziologie durch die Hirnforschung bedroht? SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

51 Ist der Handlungsbegriff der Soziologie durch die Hirnforschung bedroht? Luhmann Doppelte Kontingenz Existenz des moralischen Gewissens wird von Hirnforschung abgestritten Moralisches Gewissen aber durch Erziehung geprägt Erziehung lagert Informationen im Gehirn ein kein Widerspruch zur Hirnforschung Idee des moralisches Gewissen bleibt bestehen SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

52 Ist der Handlungsbegriff der Soziologie durch die Hirnforschung bedroht? Fazit: Nein! Freiheitsintuition vorhanden Determination durch soziale und biologische Faktoren gegeben Konzepte der Sozialwissenschaften bleiben relevant SoziologieHirnforschung RechtSchlüsselbegriffe

53 Neue Entwicklungen: Neuroökonomik & Neurosoziologie Zukunftsperspektiven Widerbeleben des alten Wissenschaftsverständnisses Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

54 Widerbeleben des alten Wissenschaftsverständnisses Sozialphilosophische Betrachtung Sozialwissenschaftliche Hermeneutik kontra naturwissenschaftliche Kausalität Erfassung komplexer Phänomene (freier Wille = soziales Phänomen) Kein Modell besitzt Allgemeingültigkeit Gleichberechtigung von Natur- und Sozialwissenschaften (Problem: Forschungsgelder) Zukunftsperspektiven Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

55 Wissen kann nur im Zusammenspiel von Geistes- und Naturwissenschaften erlangt werden (Singer) Materielles (Naturwissenschaften) Geistiges (Geisteswissenschaften) Brücken- oder Meta- theorien Zukunftsperspektiven Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

56 Problem: fehlender Respekt voreinander Respekt aber notwendig, da: Forschungserkenntnisse die Quellen für verlässliche Handlungsmaximen in der Wissenschaft vernichten die Verantwortung der Wissenschaft für die Menschheit wächst Empfehlung von Singer: Führung der Wissenschaft durch das Wissen um die Begrenztheit des Wissbaren Zukunftsperspektiven Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

57 Wirtschaftsnobelpreisträger 2003 Vernon Smith: Hirnforschung als Beginn einer Unternehmung, die einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise verspricht, wie wir denken, beobachten und Entscheidungen fällen Praktische Relevanz Kaufentscheidungen der Menschen Neuroökonomie / Neuromarketing Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

58 Uni Münster: Zusammenschluss von 1.Mitgliedern der Klinik und Poliklinik für Neurologie, 2.des Instituts für Klinische Radiologie und 3.des Instituts für Handelsmanagement und Netzwerkmarketing Wollen sich zur Speerspitze der Neuroökonomie entwickeln Neuroökonomie / Neuromarketing Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

59 Arbeitsweise: funktionelle Kernspintomographie Analyse von Bildern des Hochfeld-Kernspintomographen Neuroökonomie / Neuromarketing Bilder reichen, um die Grundlagen des ökonomischen Handelns von Menschen auf naturwissenschaftlicher Ebene zu erforschen Experimente zur neuronalen Wirkung einer Produktmarke 1.Probanden werden verschiedene Produkte (Kaffeesorten) vorgestellt. 2.Produkte werden mit je einer Marke versehen Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

60 Neuroökonomie / Neuromarketing Ergebnisse 1.Entscheidung der Teilnehmer zugunsten der Marke 2.Hirnaktivität verändert: Bei Präsentation einer Marke sind einige Hirnareale extrem aktiv (Emotionale Zentren), andere extrem wenig aktiv (Ratio) Bei Marken schaltet der Verstand aus Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

61 Neurosoziologie Neurosoziologie: Zukunft der Hirnforschung die neuronalen Grundlagen von zwischenmenschlichen Beziehungen und Bindungen, aber auch den Zusammenhalt von sozialen Gemeinschaften und größeren Gruppierungen. Stellt das Zentralnervensystem ein Netz aus unzähligen verkoppelten Neuronen dar, so ist die Gesellschaft ein Netz aus unzähligen eng aufeinander bezogenen Gehirnen. Hirnforschung RechtSchlüsselbegriffe Soziologie Perspektiven

62 Lebenspraktischer Umgang THESE Selbst wenn wir aus naturwissenschaftlicher Perspektive die Vorstellung, wir seien frei, fallen lassen müssen, muss und wird das an den bisherigen Formen unseres Zusammenlebens wenig bis gar nichts ändern.

63 Was ist unserer alltäglicher Umgang miteinander? Jeder von uns schreibt sich und anderen ständig Wahrnehmungen, Gefühle, Absichten, Überzeugungen, Wünsche etc. zu. Wir nehmen auf diese uns zugeschriebenen mentalen Zustände Bezug, um unser Verhalten und Handeln zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen, zu kritisieren und zu rechtfertigen, zu planen und zu koordinieren.

64 1.Wenn wir in Wahrheit unfrei sind, waren wir schon immer unfrei. 2.Insbesondere haben wir all das getan und tun es weiterhin, was wir damit begründeten und immer noch begründen, wir seien frei. 3.Dass diese Begründung hinfällig geworden ist, macht noch lange nicht die so begründete Praxis hinfällig. 4.Wir können an unserer üblichen Praxis auch ohne die kommentierende und begründende Rede von Willensfreiheit festhalten.

65 Setze in Zukunft einmal folgende Sätze auf Deinen privaten Index der verbotenen Sätze: Ich bin frei. Wenn ich mich anders entschieden hätte, hätte ich anders gehandelt. Unter sonst gleichen Umständen kann ich mich immer wieder anders entscheiden.

66 Sei also unbesorgt: Auch beim Verzicht auf diese Sätze werden Sie genauso gut und genauso schlecht wie bisher mit sich, der Welt und ihren Mitmenschen zurecht kommen. Aber in anderer Hinsicht stehen Sie besser da. Sie sind ein philosophisches Problem losgeworden. Das Problem des freien Willens!

67 Hirnforschung24.info, Ihre Online Suche, 2004, Wikipedia: Gehirnforschung, abgerufen am DFG, Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2003, Lebenslauf: Wolf Singer, abgerufen am Wilken Augenoptik, Das elfte Gebot: Du sollst dich nicht täuschen, abgerufen am Turm der Sinne – Das besondere Museum zum Be-greifen der Sinne. Ein Ort zum Erleben, Staunen, Be-Greifen, Symposium 2004, Prof. Dr. Wolfgang Walkowiak, Wille, wo bist du? Handlungsplanung und Selektion aus neurobiologischer Sicht, abgerufen am Turm der Sinne – Das besondere Museum zum Be-greifen der Sinne. Ein Ort zum Erleben, Staunen, Be-Greifen, Symposium 2004, Prof. Dr. Matthias Kettner, Selbstbestimmung. Das latente Thema der Willensfreiheit, abgerufen am

68 Psychologische Rundschau 55 (4), 2004, Wolfgang Prinz, Kritik des freien Willens: Bemerkungen über eine soziale Institution, 198–206, abgerufen am CoMedWeb, Medizin und Bewusstsein, Das Menschliche Gehirn und seine Wirklichkeit. Interview mit dem Neurobiologen Gerhard Roth, abgerufen am Zur deutschen Sprache. Die Sprache als Bild der Seele, Hirnforschung widerlegt nicht Freiheit. Libet-Experiment misst keine Willensentscheidung, werner.info/index.php?Rpage=gehirn/gehirn-nrw-zilles-widerlegt.html, abgerufen http://www.sprache- werner.info/index.php?Rpage=gehirn/gehirn-nrw-zilles-widerlegt.html Methodologie der Willensforschung, Kritik der Libet-Experimente und ihrer Interpretation Wie kann, wie soll der freie Wille erforscht werden und inwiefern ist hier besondere psychologische Kompetenz vonnöten?, abgerufen am Holm Tetens, Ändert sich etwas für uns wenn wir nicht frei sind? Zwei Thesen, abgerufen am © Mokry, Basha


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