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Basistheorie der Humanwissenschaften Definition: Orientierungswissen, das Zusammenhänge zwischen Einzelwissenschaften, Disziplinen und Schulen aufzeigt.

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Präsentation zum Thema: "Basistheorie der Humanwissenschaften Definition: Orientierungswissen, das Zusammenhänge zwischen Einzelwissenschaften, Disziplinen und Schulen aufzeigt."—  Präsentation transkript:

1 Basistheorie der Humanwissenschaften Definition: Orientierungswissen, das Zusammenhänge zwischen Einzelwissenschaften, Disziplinen und Schulen aufzeigt. Mit dem Grundlagenwissen kann die interdisziplinäre Diskussion, Lehre und Forschung strukturiert werden. Schlüsselwörter: Basistheorie der Anthropologie, Theorie der Humanwissenschaften, Grundlagenwissenschaft, Anwendungswissenschaft, Sozialwissenschaft, Philosophie, Humanethologie, Psychologie, Erziehungswissenschaft, Psychotherapie, Evolutionäre Erkenntnistheorie, Gemeinsamkeit, Erhaltungsgründe der Spaltung, Dialog, Transdisziplinarität, Wissenschaftstheorie, Synthese, explanans, explanandum, Lebensgeschichte, Ordnungsschema, Suchraster, Schlüsselfrage, Detailwissen, Erklärungswissen, Verständniswissen, Handlungswissen, know how, Analogie, Homologie, Artenvergleich, Tier-Mensch-Vergleich, Empathie, Emphronesis, Environment of Evolutionary Adaptedness, EEA, Bindungstrauma, Inzesttrauma, Metaphän, Interphän, Affektlogik, Instinkt-Kultur-Verschränkung, Aristoteles, Popper, Reduktionismus, Leitdisziplin, Strukturwissenschaft, Impact, psychophysischer Parallelismus, Wechselwirkungshypothese, naturalistischer / moralistischer Trugschluß / Fehlschluß,. Die Notizen seiten zu den einzelnen Dias können gelesen und ausgedruckt werden, wenn die ppt-Datei auf die Festplatte heruntergeladen wird.

2 Ein Heer von Hirnforschern wuselt ameisengleich um ein gigantisches Gehirn: So sieht der Göttinger Grafiker Uwe Brandi die Versuche der Wissenschaftler, Details des Denkorgans zu enträtseln. Wie aber fügen sich die Einzelheiten zu einer wirklichkeitsnahen Gesamtschau? © Uwe Brandi, Grafik und Text aus: GEO-Wissen Nr. 1, Seite 31, 1987.

3 Multidisziplinarität in den Humanwissenschaften Kann man Interdisziplinarität in den Humanwissenschaften strukturieren? Welches Wissen ist Grundlage für welchen Fachbereich? Gibt es ein Verständigungsangebot an Natur-, Sozial- und Kulturwissenschaften? Gibt es Ansätze zu einer gemeinsamen theoretischen Basis (bzw. zu einer Basistheorie)?

4 Grundkonzepte und Rahmen der Diskussion 1) Wenn anhand des Rasters der Vier Grundfragen der biologischen Forschung (Verursachungen, individuelle Entwicklung, Anpassungswert, Stammesgeschichte) gefragt wird und gleichzeitig die Bezugsebenen (z.B. Zelle, Organ, Individuum, Gruppe) berücksichtigt werden, auf die sich die Fragen richten, erschließt sich der interdisziplinäre Umfang eines Themas. 2) Theorie der Grundfragen: Dias 7-21, Theorie der Bezugsebenen: ) Die farbig hervorgehobenen Konzepte sind mindestens 150 Jahre alt (Grundfragen: B. de Maillet, Ch. Darwin; s.a. K. Lorenz, N. Tinbergen). 4)Grundfragen und Bezugsebenen sind a.der transdisziplinär kleinste gemeinsame Nenner und b.Ausgangspunkt für die Entwicklung eines fächer- verbindenden Konsens sowie einer Basis-Theorie der Humanwissenschaften.

5 Dem tabellarischen Rahmen der Basistheorie lassen sich alle Humanwissenschaften (nächstes Dia, Absatz C), sowie ihre Fragestellungen (Absatz A) und Ergebnisse (Absatz B) zuordnen und miteinander in Beziehung setzen. Das Periodensystem der Humanwissenschaften Die kursiv geschriebenen Kategorien sind auch Gegenstand der Psychotherapie und von kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Tabelle 1 VerursachungenOntogeneseAnpassungswertPhylogenese 1Molekül 2Zelle 3Organ 4Individuum 5Gruppe 6Gesellschaft

6 Tabelle 2 Fragen nach den unmittelbaren Zusammenhängen [Fragen nach den proximaten Ursachen oder nach den Nahursachen] Fragen nach den grundlegenden Zusammenhängen [Fragen nach den ultimaten Ursachen oder nach den mittelbaren oder Letztursachen] (1) Verursachungen (Ursachen-Wirkungs- Beziehungen bei den Funktionsabläufen) (2) ontogenetische Zusammenhänge (3) A n p a s s u n g s w e r t (a) ökologisch | (b) innerartlich (4) phylogenetische Zusammenhänge (A) Beispiele für Frage- stellungen aus der Ethologie und ihrer Nachbar- disziplinen Wie funktionieren Erleben und Verhalten auf der chemischen, physiologischen, neuroetho- logischen, psychischen und sozialen Ebene - und wie sehen die Bezüge zwischen den Ebenen aus? Wie sind biologische Programmierungen [z.B. "instinktive" Antriebe und Hemmungen], Lernen, Intellekt und Kultur, sowie Können, Wollen und Sollen miteinander verschränkt und gibt es dabei Unterschiede in Abhängigkeit von Spezies, Alter, Geschlecht u. Verhaltensbereich? Welche Bezüge haben Wahrnehmung, subjek- tives Innenleben und Verhalten zur Umwelt? Was bewirken wann/welche (a) inneren Programmschritte u (b) Umwelt- einflüsse? Mit anderen Worten: Was sind die ontogenetischen Grund- lagen von Verhalten und Lernen? Z.B.: Welche Auswirkungen haben Hormone und Reafferenzen für Reifungsprozesse und prägungsähnliche Schritte? Welchen Einfluß haben diese Prozesse auf Lernleistungen? Was wird gelernt? Wozu sind die einzelnen Leistungen der Wahr- nehmung, des subjektiven Innenlebens, des Lernens und des Verhaltens da? Beispielsweise: Was sind die Kosten, was ist der Nutzen einer Verhaltensweise - etwa Warum sind strukturelle Zusammen- hänge stammesgeschichtlich "so und nicht anders" geworden? Konkret: Welche Merkmale waren phylog. Vor- bedingung welcher neuen Merkmale und welche Folgen haben ältere Merkmale für weitere Entwicklungen - z.B. für Hormon- und Transmitter-Funktionen, neuroanatomische Strukturen und Verhaltensmerkmale? Welche Merkmale sind homolog und welche analog? hinsichtlich Energie- aufnahme und Verbrauch? in Abhängigkeit von Verwandtschaftsgrad & sozialer Attraktivität? Welche Veränderungen ergaben sich an bestehen gebliebenen stammesgeschichtlich älteren Merkmalen des Verhaltens unter den Selektions- bedingungen jüngerer Verhaltensmerkmale? (B) Ver- haltens- beispiele Der Endorphinspiegel steigt bei Sender und Em- pfänger während der sozialen Fell- und Hautpflege. Freundliche Verhaltensweisen sind Gegenspieler der Aggression, sie können kulturell gefördert werden. Unattraktive Verhaltensweisen - z.B. destruktive Formen d. Aggression - können kulturell gehemmt und unterdrückt werden. Kinder erkennen sich mit ca. 20 Monaten im Spiegel. Das ist eine der Grundlagen für soziale Kognition: z.B. für erste einfache Perspektiven- übernahmen als Voraussetzung für kognitiven Altruismus und Kooperation. Soziale Zusammen- schlüsse sind zweckvoll z.B. bei dem Schutz vor Beutegreifern, kollektiver Jagd, Bautätigkeiten. Freundl. Verhalten hilft Bindungen zu stif- ten u. zu erhalten als Basis für gegenseitige Unterstützungen, z.B. bei Brutpflege oder bei Auseinandersetzungen Die Brutpflege und das Eltern-Kind- Band waren Vorbedingungen für soziale Bindungen. Elemente des Brutpflegever- haltens fanden im Rahmen dieser Ent- wicklung Verwendung als sozial freund- liches Verhalten, z.B. Kuß u. Schnäbeln und soziale Fell- und Gefiederpflege. (C) Beispiele f. wissenschaft- liche Fachge- biete mit Hin- weisen auf die Bezugsebenen: Atom-, Mole- kül-, Zell-, Ge- webs-, Organ-, Individuums-, Gruppen- Ge- sellschafts- ebene At, Mol: Biochemie, Ze, Gew, Org: Neurophysiologie, N.-biologie, Org, Ind: Neuroethologie, N.-psychologie, Neurologie, Verhaltensphysiologie, V.-genetik, V.-endokrinologie, V.-immunologie, Chrono- biologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Ind, Gr: Humanethologie, Soziobiologie, Ver- haltensökologie, Psychologie, Pädagogik, Theo- rien der Psychotherapie, Urgeschichte, Ges: Sozio- u. Politologie, Rechts-, Wirtschafts-, Geistes-, Geschichts- u Kulturwissenschaften Org, Ind: Entwicklungs- neurologie, Neurobiologie, Ind, Gr: Humanethologie, Entwicklungspsychologie, Theorien der Psychotherapie Ind, Gr: Humanetho- logie, Verhaltensöko- logie, Sozioökologie. Ind, Gr: Humanetho- logie, Soziobiologie Ze, Gew, Org: Neurobiologie, Org, Ind: Neuroethologie, Ind, Gr: Humanethologie Die rot gedruckten Fragen gelten mutatis mutandis für Biowissenschaften, Psychologie, Sozial- und Kulturwissenschaften (= life sciences). Die gezeigten Textfelder zu den 4 Grundfragen und den Absätzen A und B werden im folgenden in leserlicher Größe projiziert. Zur Theorie von Grundfragen und Bezugsebenen

7 Biologie als Wissenschaft vom Leben (1) Die Fragen nach der Ontogenese und den Funktionsabläufen werden als Fragen nach den unmittelbaren (proximaten) Zusammenhängen zusammengefaßt. Untersucht werden Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Die Fragen ähneln denen der Physik und Chemie (wenn man zunächst Aspekte des schichtspezifischen Novums und der biogenetischen Regel außer Acht läßt; s. Dia 17, 18 & 24). Physik und Chemie sind Grundlagen- disziplinen der (Verhaltens-) Biologie.

8 Biologie als Wissenschaft vom Leben (2) Die Fragen nach der Phylogenese und dem Anpassungswert von (Verhaltens-) Merkmalen werden in der Ethologie als Fragen nach den grundlegenden (ultimaten) Zusammenhängen bezeichnet und zusammengefaßt. Diese Fragen sind kennzeichnend für die Biologie, weil es nur bei Lebewesen phylo- genetisch gewachsene Phänomene 1 gibt: Funktionsprogramme, Baupläne & ihre Zwecke.

9 Phylogenetische Zusammenhänge Beispiele für Frage- stellungen aus der Ethologie und ihrer Nachbar- disziplinen Warum sind strukturelle Zusammen- hänge stammesgeschichtlich "so und nicht anders" geworden? Konkret: Welche Merkmale waren stammes- geschichtliche Vorbedingung welcher neuen Merkmale?

10 Junge Tupajas lecken den Speichel der Mutter, möglicherweise um da-durch (vor dem Ein-schießen der Milch) Nahrung oder / und Immunglobuline aufzu- nehmen (D.v. Holst). Dieses Speichellecken könnte eine evolutionsbio- logische Vorbedingung des Bindungsverhaltens adulter Paare gewesen sein. ( =Brutpflege Vorbedingung von Bindung, reziprokem Altruismus [z.B. grooming]) und beim Menschen Liebe.) © Fotos: Dietrich von Holst, Universität Bayreuth. Warum zeigen Tupajas ihre Zuneigung so und nicht anders?

11 Phylogenese Durch reine Verhaltensbeobachtung können stammesgeschichtliche Zusammenhänge meist nur in Bezug auf kleinere taxonomische Einheiten festgestellt werden: das betrifft z.B. Ordnungen, Familien und Gattungen. Die Verhaltensphylogenese in Bezug auf die Großsystematik bleibt hypothetisch.

12 Phylogenetische Zusammenhänge Verhaltens- beispiele In Bezug auf die Großsystematik gibt es Hypothesen zu: 1.Kognitiven Aspekten, sowie Freiheitsgraden in Abhängigkeit von der Höherentwicklung (Lorenz, Medicus) evol. Erkenntnistheorie, Kulturtheorie 2. Geschlechterdifferenz (Medicus & Hopf) 3. Umgang mit Ressourcen und Besitz (Hammerstein, Kummer, Medicus) 4. Wurzeln der Humanität und Moralfähigkeit (Darwin, Bischof, Eibl-Eibesfeldt, Medicus) Auf der Ebene des Individuums und der Gruppe gilt es bei der (Arten-) vergleichenden Untersuchung von Verhaltensleistungen - unter Berück- sichtigung von Aspekten der Höherentwicklung - die Verschränkungen zwischen stammesgeschichtlich unterschiedlich alten Leistungen nicht außer Acht zu lassen. Die Rekonstruktion der Verhaltensphylogenese in Bezug auf die Großsystematik bietet hier eine Orientierungshilfe.

13 Phylogenetische Zusammenhänge Verhaltens- beispiel Reziproker Altruismus (auf in- stinktiver Basis*) kommt wahr- scheinlich nur bei Arten vor, die Brutpflege (= einseitiger Altruismus) zeigen oder deren Vorfahren in der Phylogenese Brutpflege getrieben haben. [*Altruismus infolge Empathie gibt es bei Menschenaffen und Menschen - siehe Notizenseite]

14 Anpassungswert a: ökologisch b: innerartlich Beispiele für Fragestellungen aus der Ethologie und ihrer Nach- bardisziplinen Wozu sind die einzelnen Leistungen der Wahr- nehmung, des subjektiven Innenlebens, des Lernens und des Verhaltens da? Beispielsweise: Was sind die Kosten, was ist der Nutzen einer V e r h a l t e n s w e i s e - e t w a hinsichtlich Energie- in Abhängigkeit von aufnahme und Verbrauch? Verwandtschaftsgrad und (Physik & Chemie Leitdisz.) sozialer Attraktivität?

15 Anpassungswert a: ökologisch b: innerartlich Beispiele für Fragestellungen aus der Ethologie und ihrer Nach- bardisziplinen Wozu sind die einzelnen Leistungen der Wahr- nehmung, des subjektiven Innenlebens, des Lernens und des Verhaltens da? Beispielsweise: Was sind die Kosten, was ist der Nutzen einer V e r h a l t e n s w e i s e - e t w a hinsichtlich Energie- in Abhängigkeit von aufnahme und Verbrauch? Verwandtschaftsgrad und (Physik & Chemie Leitdisz.) sozialer Attraktivität?

16 ontogenetische Zusammenhänge FragestellungWas bewirken (a) wann / welche inneren Programmschritte und (b) wann / welche Umwelteinflüsse? Verhaltens- beispiele ad (a) z.B.: Bedeutung des Alters beim Einsetzen der Pubertät. ad (b) z.B.: Bedeutung des Alters und der Art des Partners bei den ersten sexuellen Erfahrungen.

17 Die biogenetische Regel hat aus folgenden Gründen keine Relevanz für die Verhaltensontogenese: 1. Argument: Die morphologische Ontogenese wieder- holt z.T. veraltete Merkmale der Phylogenese meist nicht wegen ihrer ursprünglichen Außenanpassung 1, sondern wegen ihrer stammesgeschichtlich neueren Induktionsfunktion 2 während der Embryogenese (Innenanpassung 3 ). Bsp.: Kiemenbögen. Gibt es Hinweise auf veraltete Verhaltensmuster als Innenanpassung? Welchen Zweck sollen sie erfüllen?

18 Die biogenetische Regel hat aus folgenden Gründen keine Relevanz für die Verhaltensontogenese: 2.Argument: Nach einer Morphogenese des Nervensystems gemäß der biogenetischen Regel ist ein zeitlich getrennter zweiter Abschnitt einer funktionell- psychischen Reifung entsprechend dieser Regel unwahrscheinlich.

19 Verursachungen Beispiele für Frage- stellungen aus der Ethologie und ihrer Nachbar- disziplinen Wie "funktionieren" Erleben und Verhalten auf der chemischen, physiologischen, neuroethologischen, psychischen und sozialen Ebene?

20 Verursachungen Verhaltens- beispiele Endorphin- & Oxytocinspiegel steigen bei Sender und Empfänger während der sozialen Fell- und Hautpflege Freundliche Verhaltensweisen sind Gegenspieler [= Antagonisten 1 ] der Aggression, sie können kulturell gefördert werden. Unattraktive Verhaltensweisen (z.B. destruktive Formen der Aggression) können kulturell gehemmt und unterdrückt werden [= kulturelle Förderung und Hemmung zum Teil Instinkt/Kultur-Verschränkungen]. 1 opposed instincts bei Darwin (1871)

21 Verursachungen Beispiele für Frage- stellungen aus der Ethologie und ihrer Nachbar- disziplinen Wie "funktionieren" Erleben und Verhalten auf der chemischen, physiologischen, neuroethologischen, psychischen und sozialen Ebene - und wie sehen die Bezüge zwischen den Ebenen aus ? Gibt es beim Versuch die Neuro- kybernetik des Bewußtseins zu ver- stehen ein Zirkularitätsproblem? (Dia 29)

22 Bezugs- / Komplexitätsebenen Wir kategorisieren, um die Komplexität der Welt einigermaßen erfassen zu können.

23 R. Riedl hat Diszi- plinen ihren Bezugs- ebenen zugeordnet, aber in seine Abbildungen den Aspekt der Grund- fragen nicht hinein- genommen. Es ist sein Verdienst, die Verschränkung der aristotelischen Urgründe im Schichtenbau der realen Welt ver- deutlicht zu haben; sie können den Grund- fragen zugeordnet werden.

24 Schichtungsgesetze bei Nicolai Hartmann, Aufl., p Gesetz der Wiederkehr: Niedere Kategorien kehren in den höheren Schichten als Teilmomente höherer Kategorien... wieder (p 431: Inei- nanderstecken der Kategorien;... dieses Verhältnis kehrt sich nie um; p 438: durchgehende / begrenzte Wiederkehr. 2 Gesetz der Abwandlung: Die kategorialen Elemente wandeln sich bei ihrer Wiederkehr in den höheren Schichten mannigfaltig ab.... von Schicht zu Schicht neue Überformung. 3 Gesetz des Novums:... [die] höhere Kategorie... [ist] aus einer Mannigfaltigkeit niederer Elemente zusammengesetzt... [sie] enthält ein spezifisches Novum,... das... [nicht]... in den niederen Elementen enthalten ist Gesetz der Schichtendistanz [ Gesetz von der Abgrenzbarkeit der Schichten ]: Wiederkehr und Abwandlung schreiten nicht kontinuierlich fort, sondern in Sprüngen. 24

25 Bezugsebene Vor allem bei der Untersuchung von Verursachungen sind basale Bezugsebenen eine Voraussetzung für ein Verständnis darüberliegender Ebenen. Daraus ergibt sich der Konnex der erwähnten Leitdisziplinen. Die Kenntnis von Gesetzen basaler Ebenen (z.B. Zellphysiologie) reicht aber nicht aus, komplexe Verhaltensmuster oder ein persönliches Erlebnis zu verstehen. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

26 In der derzeitigen wissenschaftlichen Praxis erfolgt eine Unterbewertung komplexer Ebenen sowie von Orientierungswissen... Jede Bezugsebene ist prinzipiell gleich wichtig.

27 Terminologie und Bezugsebene Viele Konzepte und Begriffe sind nur in bestimmten Bezugsebenen nützlich und stiften Verwirrung, wenn sie in der falschen Bezugsebene verwendet werden. Die sogenannte niveauadäquate Termino- logie ist ein Aspekt der Fachsprachen- forschung / Wissenschaftslinguistik / Begriffs- geschichte.

28 Attributionen von Freiheiten in der transdisziplinären Diskussion Bemerkenswert sind die unterschiedlichen Vorstellungen von Freiheit in Abhängigkeit von der fokussierten Bezugsebene, etwa die vergleichsweise deterministischen Vorstellungen vieler Neurophysiologen und Neurobiologen, die sich mit de- nen der Psychologen und Soziologen, die von größeren Freiräumen ausgehen, nur schwer zusammenführen lassen. Jede Bezugsebene hat (als Novum) eigene Gesetzmäßigkeiten und Freiheitsgrade, die nicht unbedingt direkt von den basaleren deduzierbar sind. Aus evolutionärer Perspektive entstehen im Rahmen der Höherentwicklung Leistungen, die neue Freiheiten eröffnen.

29 Der Weg von der äußeren Realität zum inneren Bild ist nicht direkt überprüfbar. Diese Tatsache bildet sich im Materie-Geist- bzw. Leib-Seele-Problem und in der Trennung der Fakultäten in Natur- und Geisteswissenschaften ab. Die Spaltung hat bis heute erhebliche methodisch- theoretische Auswirkungen, z.B. hinsichtlich des Umgangs mit Empirie und Theorie. Zur Verursachung der Spaltung der Fakultäten

30 Mit Hilfe des Strukturmodells lassen sich problemorientiert Fragen stellen. Orientierungsrahmen für Interdisziplinarität in den Humanwissenschaften Die Übersicht soll anregen, traditionelle Fächergrenzen zu überwinden und helfen, den transfakultären Wissensfluß zu erleichtern und das vorhandene Wissen zu integrieren. Tabelle 1 VerursachungenOntogenese A / B Anpassungswert A / B Phylogenese Molekül Zelle Gewebe / Zytoarchi- tektur / Kybernetik Organ Individuum Familie Gruppe Gesellschaft

31 Härte von Daten und Theorien Prinzipiell gilt es, Daten und Theorien so gut wie möglich abzusichern und zu überprüfen: Reproduzierbarkeit, Gegenhypothesen, statistische Aspekte und Konsistenzen mit den Ergebnissen von Nachbardisziplinen spielen dabei eine wichtige Rolle. Daten und Theorien können in Abhängigkeit vom fokussierten Feld des Strukturmodells (Tab. 1) unterschied- lich hart sein. Die verschiedenen Härten ergeben sich aus der unterschiedlich komplexen Vielfältigkeit der Ursachen etwa in Abhängigkeit von der betrachteten Bezugsebene (Molekül, Zelle, Organ, Individuum, Gruppe).

32 nützlich oder/und notwendig z.B. in folgenden Bereichen 1: theoretische Vernunft: nur zwing- ende Argumente und kompromiss- lose Gewißheitsansprüche zählen Logik, Mathematik [Inhalte richtig und wahr, gilt z.B. für mathematische Beweise - und infolge hoher Vernetzungsgrade zwischen Wissenschaften auch für die Lehre von der Deszendenz] 2: praktische Vernunft: Kompromisse zwischen Theorie & Empirie; das Ziel: Wahrheitsähnlichkeit der Vorstellungen Naturwissenschaften, Grundlagen- wissen von z.B. Medizin und Technik [Zusammenhänge oft nur einleuchtend] 4:Metaphysik und Glaube an religiöse Mythen: ohne Überprüfungsmöglichkeiten Beiträge zu Moral und Ethik [2] Bsp. dazu gibt es von allen Religionen - animistischen, mono- und polytheistischen ad 1-3: unterschiedliche erkenntnistheoretische Positionen sind in Abhängigkeit vom Untersuchungsbereich mit ganz bestimmten Vor- und Nachteilen verbunden. 3: praktische Vernunft der Anwendungs- wissenschaften (Machbarkeitspara- digma): wahr ist, was funktioniert theoretisch unzureichend, aber bez. Anwendungen hinreichend [1] fundierte Bereiche von Medizin und Technik Beispiele für erkenntnis- theoretische Positionen

33 Folgen von transfakultär unterschiedlichen Bewertungen von Theorie und Empirie, theoretischer und praktischer Vernunft Wenn ohne Empirie versucht wird, die Welt zu verstehen, sind die einzigen Prüfsteine der Wahrheitsähnlichkeit (logische) Konsistenz und das eigene Ermessen. - Der Erklärungswert kann damit gering sein. Naturwissenschaft nützt beharrlich Widersprüche zwischen Theorie und Empirie und kann auf der Basis von Analysen immer mehr Details zu immer kleineren Bereichen der Welt erklären - z.T. um den Preis des Überblicks... sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr Zwei Extrempositionen: 1. zu hohe Konsistenz- und Gewißheitsansprüche einzelner Wissenschaftler und 2. kritiklose Fiktionen von Hellsehern/Abergläubischen (Fiktionen, die nicht als Arbeitshypothesen taugen) Gute Wissenschaft steht zwischen Theorie und Empirie. Wegen dieses Zwiespalts ihr Kompromiß und Erfolgsrezept: So wenig Spekulation und Fiktion und so viel Konsistenz und Gewißheit wie möglich.

34 zu den interfakultären Barrieren psychische Barrieren & Abwehrmechanismen nach Kuhn 1 werden neue Paradigmen mit überholten bekämpft wie wird institutionell mit Widerspruch umgegangen? –Die Gruppendynamik in Instituten und Fachgesellschaften ähnelt der von Stammesgesellschaften ( betr. Beziehungsarbeit sowie Konformitätsdruck hinsichtlich der herrschenden Paradigmen) –Wissenschaftler zwischen den Fakultäten sind Außenseiter wissenschaftspolitische Engpässe –transfakultäre Identifizierung von Grundlagenwissen und seine Vermittlung sind nicht institutionalisiert (vergleiche Frage / Dia 2) –Personaleinsparungen trotz Explosion des Wissens - Ist ein partieller Wissensverlust zu befürchten?

35 Jeder von uns gleicht einem dieser Seh- behinderten: Transdisziplinär gibt es niemanden, der dem... Sehenden entspricht, der... den Überblick behält. Die basistheoretischen Eckpfeiler können eine Orientierungs- und Sehhilfe sein.


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