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Islambilder, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus seit 9/11

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Präsentation zum Thema: "Islambilder, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus seit 9/11"—  Präsentation transkript:

1 Islambilder, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus seit 9/11

2 Islambilder vor 9/11 Imageschaden durch Iranische Revolution Machtübernahme von Khomenie Geldströme in arabische Welt und nach Europa (z.B. London) Taliban-Regime in Afghanistan – kommt nach Abzug der SU (Beginnt 1988, zeitgleich mit Zerfall der SU) und einem langen Bürgerkrieg mit Mudschahedin an die Macht und errichtet einen Gottesstaat (total verschleierte Frauen, keine Musik, brutale Bestrafungen, Mädchen dürfen nicht mehr in die Schule gehen) Algerienkrieg 1995: Schwappt nach Frankreich über (Anschläge in U-Bahn durch FIS = radikal islamistische) .

3 Frauenbilder Iran Iran Modern??

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5 Salman Rushdie: Satanic Verse (1989)
Druck aus Indien auf Verlag Muslime sehen Propheten Muhammed verletzt, als blasphemisch empfunden Druck auf Penguin Publisher durch mus. Organisationen Bücherverbrennung in Bradford im Jänner 1989 und Hyde Park Britische Gesellschaft verurteilt Muslime mehrheitlich als rückständig, Nazi-Vergleiche! In Medien kommen primär radikale zu Wort

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7 Vorgeschichte: 2. Intifada
Transfer der Intifada nach Europa im Herbst 2000 Anschläge auf Synagogen, in Frankreich brennen Synagogen Einzelne Juden vor allem in Frankreich, UK und Belgien angegriffen Juden werden für Israel zur Verantwortung gezogen Jüd. Gemeinden rücken näher an Israel heran

8 Frankreich 2002

9 Das Ende vom amerikanischen Jahrhundert?

10 Was ist passiert? Islamistische Selbstmordattentäter steuerten 2 Flugzeuge in das World Trade Center – Türme stürzen der Reihe nach ein: 1 Flugzeug in Pentagon in Washington, 1 Flugzeug abgestürzt in Pennsylvania, Ziel bleibt unbekannt, Passagiere kämpften mit Terroristen Fast Tote, darunter viele Muslime und Juden Interpretation der US-Regierung: „Krieg gegen Amerika“ Zuerst wurden Palästinenser als Täter vermutet (tanzen in Jerusalem), bald war klar, dass al Kaida dahinter stand Wissen um al Kaida war gering, obwohl die Terrororganisation schon Anschläge gegen die USA (Jemen, Kenia, Tansania, 1993 Tiefgarage des WTC Anschlag) ausgeübt hatte Bush sprach vom „Kreuzzug“, - „dead or alive“, „war on terror“ - insgesamt aber lange Zurückhaltung der USA, Trauer/Trauma Bush weltweit mit negativen Image seit Regierungsantritt im Jänner 2000 versehen – Isolationismus (z.B. Kyoto-Abkommen), aber auch innerhalb der USA sehr umstritten

11 Krieg in Afghanistan Die USA fordern die Auslieferung Osama bin Ladens, Taliban lehnen ab USA streben koordiniertes Vorgehen mit NATO und UNO an NATO ruft am erstmals Bündnisfall aus : Rede von Bush: „Krieg gegen Terror“ , unterstellte mit „With or against us“ allen Staaten, die diesen Krieg nicht unterstützen, eine Komplizenschaft – Rhetorik ist sehr umstritten Beginn des Krieges am 10. Oktober 2001: Unterstützt von Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und vor allem Großbritannien und Osteuropa, allen voran Polen. Sturz des Talibanregimes -- Bilder gehen durch die Welt Osama bin Landen wird erst am getötet (Rolle von Pakistan!) – Tötung durch USA international umstritten.

12 Frauenbilder

13 Irak-Krieg „Präventivkrieg“ gegen Iran
Ziel: Demokratisierung der Region, „Ausschaltung von Saddam Hussein“ 1. Golfkrieg 1990/91 ging für manche nicht weit genug (Irak überfällt Kuweit) Nach 1. Golfkrieg Irak zu Waffeninspektionen verpflichtet, sperrt sich 28. Jänner 2003: Bush kündigt Irakkrieg auch „ohne UN-Mandat“ an : US-Außenminister Colin Powell „beweist“ angebliche Massenvernichtungswaffen 20. März Beginn des Irakkrieges. Koalition: UK, Spanien, Italien und das „neue Europa“ allen voran Polen; Deutschland und Frankreich jetzt massive Kriegsgegner (Wahlkampf!) Zentral für muslimische Identitätsbildung! – „Krieg gegen Islam“

14 Sturz der Saddam Hussein Statue in Bagdad
Quelle: ( ).

15 „We are all Americans“ Wahrnehmungen von 9/11
Nach 9/11 zunächst große Solidarität in Europa– kippt schnell Bilder/Stereotype: Amerika ist eine verdorbene Gesellschaft, beherrscht von Gier nach Geld Verdorbene Kultur, Hollywood als Beispiel Eine durch und durch kriegerische Nation Cowboy-Mentalität - von Bush auf eine ganze Nation geschlossen Falsche Außenpolitik (Israel) -- Verbindung zum AS Vor allem Linken, Liberalen und Rechten sowie Vertretern der Friedensbewegung fiel es oft schwer, Empathie mit den Opfern in den USA zu zeigen

16 Beispiel: New Statesman (GB) 17.9.2001
Die amerikanische Regierung ist auf Macht und Gier ausgerichtet und durch ihre schalen und heuchlerischen Werte selbst für die Anschläge verantwortlich. Da das amerikanische „Volk“ trotz Alternativen (Al Gore und Ralph Nader) in einer freien, demokratischen Wahl George W. Bush gewählt habe, müsse es jetzt die Verantwortung für 9/11 tragen: „These are harsh judgments, but we live in harsh times.“

17 Konnex Israel -Amerika
Türme des WTC als Symbol für Dominanz/Unterdrückung der Welt (Ikone des selbstbewussten Kapitalismus, der Reichtum zur Schau stellt) Pro-Israel Haltung der USA als Hauptproblem (aber: Anschläge unter Clinton vorbereitet!) Motive der Al-Kaida als Kritik an Nahostpolitik und Unterdrückung der Pal. interpretiert Selbstmorde in Israel sind oft gerechtfertigt Die Grenzen zwischen legitimer Kritik und anti-Amerikanismus sind oft schwer auszumachen.

18 „Weltverschwörungstheorien“
Oft nach Ereignissen, die vielen unerklärlich scheinen, wenn Angst um sich greift etc. „Unklarheiten“ (Türmen fielen zu schnell in sich zusammen,…) Beispiel: Anschläge von den USA gemeinsam mit MOSSAD (israelischer Geheimdienst) initiiert. „Beweis“ dafür: Juden und Jüdinnen seien am 11. September nicht zur Arbeit im WTC erschienen. Lebten 2011 (10. Jahrestag) wieder auf, Bücher dazu von vielen renommierten Verlagen veröffentlicht. Vertreter: Journalist Mathias Bröckers (eher links) – hohe Auflagen! ORF

19 Weltverschwörungstheorien

20 Folgeattentate Islamistischer Terrorismus in Europa
2002 Djerba/Tunesien: Anschlag auf Synagoge, unter den Opfern befinden sich deutsche Touristen, 21 Tote, ausgeführt von al-Qaida, deutscher Mittäter 2003 Istanbul: Selbstmordattentat auf Synagoge im europäischen Teil mit 59 Toten 2004 Madrid: 191 Tote, als eine von al-Qaida beeinflusste Terrorzelle Attentat auf Schnellzug verübt. Täter aus Marokko. London 2005 und Folgeattentate – „homegrown Terror“ – „unser 9/11“ - Erstmals treten in Europa als erfolgreich sozialisiert betrachtete Muslime als Täter auf - 2 britische Muslime waren auch für Attentat in Tel Aviv (Bar) verantwortlich - Belgien (Jüd. Museum 2014), Paris Jänner 2015 (vier Juden in koscher Supermarkt neben Journalisten vom Satiremagazin erschossen), Kopenhagen; Merah

21 Muslimische Reaktionen
Zahlen: rd. 20 Millionen in EU davon in Frankreich mit 5-6 Millionen die größte Gemeinschaft, UK (2,5 und 3 Mill.), Deutschland (3,8 bis 4,2 Mill.) Unmittelbar nach den Anschlägen Beileidsbekundungen der bedeutendsten musl. Organisationen, einzelne feiern. USA ist massives Feindbild, Weltverschwörungstheorien in musl. Communities weit verbreitet (Mossad steht hinter Anschlägen,..) Muslime interpretieren die Kriege als „War on Islam“ und sich selbst als Opfer des Westens und oft der westlichen Medien Zwiespältige Haltung zu Terror: Gewisses Verständnis für die Täter (=Opfer des Westens), Anschläge in New York und London werden weitgehend verurteilt, jedoch große Zustimmung zu Selbstmordattentaten in Israel und Identifikation mit Hamas Selbstmorde in Israel als legitimen Widerstand gegen „letztes imperialistisches Land“, das an Palästinensern einen „Holocaust“ verübt, interpretiert Beispiel: „Stop the War – Coalition“ in Großbritannien

22 Europa und Islam Europa muss sich mit Islam beschäftigen
Deutschland: Hamburger Zelle (Mohammed Atta, „Schläfer“), UK: Junge Muslime in Lagern in Afghanistan, Jemen, Bosnien etc. ausgebildet; Konflikte auf Unis zwischen Juden und Muslimen Frankreich: Übergriffe auf Juden, 9/11 große Angst vor neuerlichen Ausschreitungen Politiker (vor allem Blair) bemühen sich, den Islam als „friedensliebende Religion“ hinzustellen Medien: Vermischen Islam, Islamismus und Terrorismus (Macht der Bilder)

23 Beispiel: Abbu Hamza

24 Feindbild Islam Islam ersetzt in 1990er Jahren Feindbild Kommunismus (Bild geprägt durch Revolution im Iran, Taliban-Herrschaft, Terror in 1970er Jahren in Europa) 1990er Jahre rechtspopulistische/rechtsradikale Parteien gewinnen mit Thema „Ausländer“ Muslim: Begriff verbreitet sich erst nach 9/11 in großem Ausmaß In USA weniger ausgeprägt – nimmt zu (Obama=Muslim), Debatte um Ground Zero (Moschee) 21. Jahrhundert –Feindbild Islam in Mitte der Gesellschaft angekommen (Bau von Moscheen, Minaretten, Kopftuch/Burka, „Flüchtlingsfrage) Nährboden: Anschläge in Europa und anderen Ländern, Kriege, „IS“ Muslime in schwierigen Lage: Sollen sie sich davon öffentlich distanzieren?

25 Bat Ye'or: Eurabia (prägte Begriff)
Durch den demografischen Wandel werde Europa islamisch. Die Europäer unterwerfen sich dem Islam, Christen werden Menschen zweiter Klasse. Kirchen und Kathedralen durch Moscheen ersetzt. Entwicklung von europäischen und arabischen Politikern gewollt. Breivik argumentierte bei seinen Anschläge in Norwegen, dass er damit „Eurabien“ aufhalten wollte. Rechte, rassistische und christlich fundamentalistische Bewegungen in den USA (=vor allem Gegner von Obama) warnen vor einer „Europäisierung“ (=Islamisierung) der USA mit Bildern von verschleierten Frauen in Amsterdam etc. Islam wird somit als homogene, dem Westen unterlegene und die eigenen Werte und Nation bedrohte Kultur wahrgenommen.

26 Eurabia

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28 Von der Ausländer- zur Islamdebatte
Ab 9/11 kaum mehr von Ausländern, sondern von Muslimen gesprochen Der heterogene Islam wird zu einer homogenen Masse Asiaten (UK), Nordafrikaner, Algerier, Türken, Bosnier etc. werden zum Muslimen Kulturelle und religiöse Fragen (Minarett, Kopftuch, Zwangsehe) dominieren die Debatte, während soziale Fragen in den Hintergrund rücken Parallel: Re-Islamisierung – “Umma”, Opferrolle

29 FPÖ: Wahlplakate 1991 und 1996

30 NR-Wahl 2006: FPÖ-Plakat EU-Wahlen 2009

31 Landtagswahlkampf in der Steiermark 2015
Gratiszeitung an alle Haushalte, Fotomontage

32 Islamophobie: Geht zurück auf Runnymede Trust Bericht von 1997: Islamophobie: A Challenge to Us All (Islamophobie: Eine Herausforderung an uns alle)  Anlehnung an den Begriff des Antisemitismus:  Begriff und Phänomen tatsächlich älter, in Frankreich schon 1925 verwendet. Findet vor allem nach 9/11 Eingang in internationale Debatte, auch von UNO anerkannt – politische Schritte setzen EUMC-Bericht über Islamophobie nach 9/11 (=European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia)

33 Was soll damit benannt werden?
Angst vor dem Islam und/oder vor den Muslimen Hass auf Islam aus Furcht Islam als aggressiver Feind (=Terrorismus, Radikalismus), der bekämpft werden muss, da Gefahr für die westliche Welt Islam als Faschismus mit militärischen Interessen (z.B. Minaret-Diskussion) Vorstellung einer grundlegenden Andersartigkeit, barbarisch, primitiv, sexistisch Ähnlich wie Xenophobie und Homophobie: diffuse Ängste und Bedrohungsgefühle Islam wird als homogener Block, als monolithische Einheit dargestellt Folge: Ausgrenzung und Diskriminierung von Muslimen Im Unterschied eine offene Sicht: Islam ist vielfältig, vielschichtig.


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