Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Mama, warum verstehen mich die anderen Kinder nicht? Inklusive Förderung von hochbegabten Kindern Workshop auf dem Fachtag für Erzieherinnen, Erzieher.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Mama, warum verstehen mich die anderen Kinder nicht? Inklusive Förderung von hochbegabten Kindern Workshop auf dem Fachtag für Erzieherinnen, Erzieher."—  Präsentation transkript:

1 Mama, warum verstehen mich die anderen Kinder nicht? Inklusive Förderung von hochbegabten Kindern Workshop auf dem Fachtag für Erzieherinnen, Erzieher und solche, die es werden wollen „Ich war fremd … und ihr habt mich aufgenommen!“ Referentin: Dipl.-Psych. Isabel Vöhringer 1

2 1 Was erwarte ich in den nächsten eineinhalb Stunden? 2

3 1 Was erwartet mich in den nächsten eineinhalb Stunden? 1. Was bedeutet eigentlich Hochbegabung? 2. Warum brauchen auch hochbegabte Kinder inklusive Förderung? 3. Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? 3

4 1 Was bedeutet eigentlich Hochbegabung? Hochbegabung ist definiert über die Intelligenz 4 „Intelligenz ist die allgemeine Fähigkeit eines Individuums, sein Denken bewusst auf neue Forderungen einzustellen, sie ist allgemeine geistige Anpassungsfähigkeit an neue Bedingungen des Lebens.“ (William Stern, 1920, deutscher Psychologe) „Intelligenz ist eine sehr allgemeine geistige Kapazität, die – unter anderem – die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, zum Planen, zur Problemlösung, zum abstrakten Denken, zum Verständnis komplexer Ideen, zum schnellen Lernen und zum Lernen aus Erfahrung umfasst. Es ist nicht reines Bücherwissen, keine enge akademische Spezialbegabung, keine Testerfahrung. Vielmehr reflektiert Intelligenz ein breiteres und tieferes Vermögen, unsere Umwelt zu verstehen, ‚zu kapieren‘, ‚Sinn in den Dingen zu erkennen‘ oder ‚herauszubekommen‘, was zu tun ist.“ (Linda Gottfredson, 1997, amerikanische Psychologin)

5 1 Was bedeutet eigentlich Hochbegabung? 5 Durchschnittliche Begabung Hohe intellektuelle Begabung Sehr hohe intellektuelle Begabung = Hochbegabung Geistige Behinderung Lernbehinderung 30 IQ-Punkte

6 1 Was bedeutet eigentlich Hochbegabung? Merkmale hochbegabter Kinder Hinweise in der frühen Kindheit sind unter anderem:  Frühe, sehr gute sprachliche Fähigkeiten  Herausragende Gedächtnisleistungen  Abstraktes Denkvermögen  Interesse für Symbole (Auto(kenn)zeichen, Verkehrsschilder, Zahlen, Buchstaben)  Selbstständiger Erwerb der Schriftsprache 6

7 1 Was bedeutet eigentlich Hochbegabung? Intelligenzunterschiede sind früh erfassbar und genetisch mitbestimmt Hochbegabung ist für den geschulten Blick schon in der frühen Kindheit erkennbar Sie „verwächst“ sich nicht, sondern bleibt bis ins Erwachsenenalter hinein stabil 7

8 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine Unterforderung Altersentsprechende Spielangebote entsprechen häufig nicht den Interessen von hochbegabten Kindern; wenn Kinder keinen Zugang haben zu für sie herausfordernden Spielsachen, entwickeln sie störende Verhaltensweisen wie Herumkaspern oder Rückzug Hochbegabte Kinder brauchen keine ständigen Wiederholungen, da sie schneller lernen als andere Kinder. Sie empfinden Wiederholungen daher als sinnlos und beschäftigen sich anderweitig (bspw. im Morgenkreis) Ohne Herausforderungen können Lernkompetenzen wie Anstrengungsbereitschaft, Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen nur schwer erlernt werden  Hochbegabte haben nicht weniger oder mehr, sondern andere Herausforderungen zu bewältigen! 8

9 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine Nicht-gleichzeitige Entwicklung Im Vergleich zu ihren Altersgenossen entwickeln sich hochbegabte Kinder in einer anderen Geschwindigkeit Aufgrund ihrer meist frühen sprachlichen Kompetenz wünschen sie sich ältere Spielpartner – diese haben aber oft kein Interesse an den „Kleinen“ Begabte Kinder unterscheiden sich in ihren Interessen von Gleichaltrigen und haben Schwierigkeiten, Gleichgesinnte zu finden Durch reifere Konfliktbewältigungsmechanismen können sie das Verhalten ihrer Altersgenossen manchmal nicht nachvollziehen  Hochbegabte haben nicht weniger oder mehr, sondern andere Herausforderungen zu bewältigen! 9

10 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine Nicht-gleichzeitige Entwicklung Verschiedene Bereiche entwickeln sich bei hochbegabten Kindern oft unterschiedlich schnell: Sprache und logisches Denken zeigen eine schnellere Entwicklung, wobei sozial- emotionales Verhalten oft altersentsprechend entwickelt ist Durch ihre herausstechenden kognitiven Leistungen wird von den Kindern in anderen Bereichen oft zu viel erwartet Verhaltensweisen von begabten Kindern können fehlinterpretiert werden – und sie werden als altklug oder ungezogen wahrgenommen  Hochbegabte haben nicht weniger oder mehr, sondern andere Herausforderungen zu bewältigen! 10

11 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen Im besten Fall trifft das Kind auf eine Umwelt, die es intuitiv fördert und seine Stärken entfalten lässt. Oder es passt sich an und bleibt unauffällig. Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Verhaltensauffälligkeiten  Mangelnder Erwerb von Lernkompetenzen  Entwicklung eines ungünstigen Selbstkonzepts  Anpassung der eigenen Leistung an eine durchschnittliche Leistung  Somatisierung m 11

12 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! …Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Ist motorisch unruhig, kaspert  Hört nicht aufmerksam zu  Stört Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, in dem es dazwischen quatscht oder Unfug macht  Kann nicht konzentriert an einer altersentsprechenden Aufgabe bleiben  Taucht in seine eigene Welt ab  Zieht sich zurück und nimmt nicht mehr am Gruppengeschehen teil  Äußert ein mangelndes Selbstbewusstsein  Spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern heftet sich an Erwachsene  Kommt häufig mit anderen Kindern in Konflikt  Spielt lieber für sich  Hinterfragt und entdeckt logische Brüche in Regeln  Hält sich teilweise penibel an selbsterdachte und logisch stringente Regeln  Hat Schwierigkeiten, sich anzupassen, wenn rasche Neuerungen geschehen  Macht sich sehr viele Gedanken über Geschehnisse in seiner Welt, empfindet Ängste darüber  Hat Bauchschmerzen, muss brechen oder hat Kopfschmerzen, wenn es in den Kindergarten muss 12 ADHS?

13 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! …Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Ist motorisch unruhig, kaspert  Hört nicht aufmerksam zu  Stört Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, in dem es dazwischen quatscht oder Unfug macht  Kann nicht konzentriert an einer altersentsprechenden Aufgabe bleiben  Taucht in seine eigene Welt ab  Zieht sich zurück und nimmt nicht mehr am Gruppengeschehen teil  Äußert ein mangelndes Selbstbewusstsein  Spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern heftet sich an Erwachsene  Kommt häufig mit anderen Kindern in Konflikt  Spielt lieber für sich  Hinterfragt und entdeckt logische Brüche in Regeln  Hält sich teilweise penibel an selbsterdachte und logisch stringente Regeln  Hat Schwierigkeiten, sich anzupassen, wenn rasche Neuerungen geschehen  Macht sich sehr viele Gedanken über Geschehnisse in seiner Welt, empfindet Ängste darüber  Hat Bauchschmerzen, muss brechen oder hat Kopfschmerzen, wenn es in den Kindergarten muss 13 Depression?

14 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! …Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Ist motorisch unruhig, kaspert  Hört nicht aufmerksam zu  Stört Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, in dem es dazwischen quatscht oder Unfug macht  Kann nicht konzentriert an einer altersentsprechenden Aufgabe bleiben  Taucht in seine eigene Welt ab  Zieht sich zurück und nimmt nicht mehr am Gruppengeschehen teil  Äußert ein mangelndes Selbstbewusstsein  Spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern heftet sich an Erwachsene  Kommt häufig mit anderen Kindern in Konflikt  Spielt lieber für sich  Hinterfragt und entdeckt logische Brüche in Regeln  Hält sich teilweise penibel an selbsterdachte und logisch stringente Regeln  Hat Schwierigkeiten, sich anzupassen, wenn rasche Neuerungen geschehen  Macht sich sehr viele Gedanken über Geschehnisse in seiner Welt, empfindet Ängste darüber  Hat Bauchschmerzen, muss brechen oder hat Kopfschmerzen, wenn es in den Kindergarten muss 14 Oppositionelles Trotzverhalten?

15 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! …Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Ist motorisch unruhig, kaspert  Hört nicht aufmerksam zu  Stört Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, in dem es dazwischen quatscht oder Unfug macht  Kann nicht konzentriert an einer altersentsprechenden Aufgabe bleiben  Taucht in seine eigene Welt ab  Zieht sich zurück und nimmt nicht mehr am Gruppengeschehen teil  Äußert ein mangelndes Selbstbewusstsein  Spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern heftet sich an Erwachsene  Kommt häufig mit anderen Kindern in Konflikt  Spielt lieber für sich  Hinterfragt und entdeckt logische Brüche in Regeln  Hält sich teilweise penibel an selbsterdachte und logisch stringente Regeln  Hat Schwierigkeiten, sich anzupassen, wenn rasche Neuerungen geschehen  Macht sich sehr viele Gedanken über Geschehnisse in seiner Welt, empfindet Ängste darüber  Hat Bauchschmerzen, muss brechen oder hat Kopfschmerzen, wenn es in den Kindergarten muss 15 Soziale Anpassungsstörung?

16 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! …Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Ist motorisch unruhig, kaspert  Hört nicht aufmerksam zu  Stört Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, in dem es dazwischen quatscht oder Unfug macht  Kann nicht konzentriert an einer altersentsprechenden Aufgabe bleiben  Taucht in seine eigene Welt ab  Zieht sich zurück und nimmt nicht mehr am Gruppengeschehen teil  Äußert ein mangelndes Selbstbewusstsein  Spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern heftet sich an Erwachsene  Kommt häufig mit anderen Kindern in Konflikt  Spielt lieber für sich  Hinterfragt und entdeckt logische Brüche in Regeln  Hält sich teilweise penibel an selbsterdachte und logisch stringente Regeln  Hat Schwierigkeiten, sich anzupassen, wenn rasche Neuerungen geschehen  Macht sich sehr viele Gedanken über Geschehnisse in seiner Welt, empfindet Ängste darüber  Hat Bauchschmerzen, muss brechen oder hat Kopfschmerzen, wenn es in den Kindergarten muss 16 Asperger-Autismus?

17 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! …Im schlechtesten Fall zeigt das Kind Auffälligkeiten, wie  Ist motorisch unruhig, kaspert  Hört nicht aufmerksam zu  Stört Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, in dem es dazwischen quatscht oder Unfug macht  Kann nicht konzentriert an einer altersentsprechenden Aufgabe bleiben  Taucht in seine eigene Welt ab  Zieht sich zurück und nimmt nicht mehr am Gruppengeschehen teil  Äußert ein mangelndes Selbstbewusstsein  Spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern heftet sich an Erwachsene  Kommt häufig mit anderen Kindern in Konflikt  Spielt lieber für sich  Hinterfragt und entdeckt logische Brüche in Regeln  Hält sich teilweise penibel an selbsterdachte und logisch stringente Regeln  Hat Schwierigkeiten, sich anzupassen, wenn rasche Neuerungen geschehen  Macht sich sehr viele Gedanken über Geschehnisse in seiner Welt, empfindet Ängste darüber  Hat Bauchschmerzen, muss brechen oder hat Kopfschmerzen, wenn es in den Kindergarten muss 17 Angststörung?

18 1 Warum brauchen hochbegabte Kinder Förderung? Stolpersteine und ihre Folgen – Achtung Verwechslungsgefahr! Hochbegabte Kinder haben wie alle Kinder häufig nur ihr Verhalten, mit dem sie ausdrücken können, dass gerade etwas für sie nicht passt Verhaltensweisen, die sie dann zeigen, finden sich aber auch oft, wenn Kinder Entwicklungsschwierigkeiten oder Entwicklungsstörungen haben  eine differenzierte und wertoffene Diagnose, die alle Möglichkeiten in Betracht zieht, ist wichtig, um den Kindern in ihren Bedürfnissen und Besonderheiten gerecht zu werden! 18

19 1 Risikogruppen Hochbegabte MädchenHochbegabte Migrantenkinder 19

20 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? Der allzeit passende Werkzeugkoffer für die Begabtenförderung 20

21 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? Begabten- und Hochbegabtenförderung bedeutet in erster Linie eine Änderung der eigenen Einstellung Hochbegabte Kinder sind nicht automatisch sozial inkompetent Hochbegabte Kinder sind nicht automatisch Klugscheißer Hochbegabte Kinder sind nicht automatisch Besserwisser Hochbegabte Kinder können nicht automatisch alles viel besser Hochbegabte Kinder haben nicht automatisch Verständnis für alles  Hochbegabte Kinder sind wie alle anderen Kinder auch! Sie wollen entsprechend ihrer Begabungen und Interessen wahrgenommen werden, für Leistungen Wertschätzung erfahren und in ihren Bedürfnissen verstanden werden!  Hochbegabte Kinder haben wie alle Kinder eine Betreuung, Begleitung und Förderung verdient, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert 21

22 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? Wertschätzung der Kreativität und Lernmotivation der Kinder Respektierende, experimentierfreudige Atmosphäre mit gut durchdachten und begründeten Regeln Vertrauensvolle Kommunikation zwischen Erziehern, Eltern und Kindern Respektieren der Verschiedenheit der Kinder in alle Richtungen Vielfältige und vielseitige Möglichkeiten, eigene Spiele und Ideen zu verwirklichen Kindliche Projekte werden durch die Vermittlung und Tipps, Strategien, Material und weniger durch die Vermittlung der Lösung begleitet Fördern der kognitiven Fähigkeiten im Rahmen einer ganzheitlichen Förderung Wertschätzung der intellektuellen Fähigkeiten, auch wenn sie schulischen Fähigkeiten vorausgreifen (Kinder lesen, schreiben, rechnen lassen, wenn sie dies von sich aus wünschen) Zugang zu entwicklungsangemessenen, nicht altersangemessenen Spielsachen und Materialien 22

23 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? „Das Training der eigenen Neugier geht dem Fördern der Kinder voraus. Finden Sie selbst für sich heraus, was alles man hinterfragen kann. Erfinden Sie Fragen. Die Kinder ahmen Sie nach, und sie werden Antworten suchen. Manche Antworten muss man gekonnt suchen. Schon ist man beim Forschen angekommen. Konkret: Kristalle züchten befriedigt nicht, weil es da so schöne vorgefertigte Kästen gibt, sondern weil die Neugier geweckt ist. Was z.B. ist eigentlich ein Sandkorn, woraus besteht es? Für diese Frage kann dann ein Teil der Antwort aus dem Züchten von Kristallen bestehen. Als Pädagogen sind wir gerne Alles-Wisser und Alles-Erklärer – aber niemand will im ernst Kinder zu Alles-Fressern machen!? Sie werden Förderer der Kinder, wenn Sie täglich einmal staunen, einmal Widersprüchliches, einmal Unverständliches bemerken und die Kinder an Ihrem Sich- Wundern und Sich-Fragen teilhaben lassen.“ Von 23

24 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? … Ein paar Beispiele Nora ist 6 Jahre alt und kommt im Sommer in die Schule. Bereits seit einem Jahr kann sie lesen und schreiben. Nachdem sie lange gerne in den Kindergarten gegangen ist, weigert sie sich seit ein paar Wochen vehement; sie weint, schreit und tritt, wenn die Mutter sie abgibt. Nur montags, wenn Vorschule ist, geht Nora gerne in den Kindergarten. Nora interessiert sich sehr für Geologie – Gesteine und vor allem Vulkane findet sie spannend. Eines Tages bringt ihre Erzieherin zwei DIN A3-Plakate für Nora mit und gibt ihr den Auftrag, Plakate zum Thema Vulkane zu gestalten. Nora blüht auf. Sie beliest sich, malt Bilder und überlegt, welche Inhalte für die anderen Kinder spannend sein können. Sie gestaltet und beschreibt ihre Plakate und trägt sie den anderen Kindern vor. Zwei Wochen Kindergartenbesuch waren gerettet. Nora überlegt schon, welches Thema sie als nächstes aufbereiten möchte. 24

25 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? … Ein paar Beispiele Die Erzieherin berichtet beiläufig, in ihrem Garten Raupen gesehen zu haben. Nicht alle Kinder belassen es bei der beiläufigen Erwähnung. Patrick hat die Neugier gepackt: Was sind das für Raupen? Wie sehen sie aus? Welcher Schmetterling wird daraus? Wie lange dauert es, bis die Raupe zum Schmetterling wird? Frisst sie wirklich so viel wie die Raupe Nimmersatt? Und was frisst sie überhaupt? Die Erzieherin bringt am nächsten Tag ein paar der Raupen mit in den Kindergarten. Gemeinsam wird bestimmt, um was für Raupen es sich handelt. Die Raupen ziehen dann Schuhkartons, werden gehegt und gepflegt, gefüttert und vermessen. Die Kinder, die schon schreiben können, führen ein „Wachstumstagebuch“. Jeden Tag werden die Raupen gemessen und gewogen – ganz vorsichtig natürlich! Als sie sich verpuppen, müssen sich alle Kinder in Geduld üben. Manche der Raupen schaffen es zum Schmetterling. So erfährt nicht nur Patrick, sondern alle anderen Kinder auch die Antworten auf ihre Fragen – und zwar nicht theoretisch, sondern anhand eines anschaulichen Projekts, in das sich die Kinder entsprechend ihrer Fähigkeiten einbringen können. Und mehr noch: Die Kinder erleben Natur ganzheitlich – denn manche Raupen haben es nicht zum Schmetterling geschafft. 25

26 1 Wie kann begabungsgerechte Förderung aussehen? … Ein paar Beispiele Frederik ist gerade 4 geworden und kann bereits flüssig und sinnentnehmend lesen. Zu Schreiben hat er nun auch begonnen, hier steht ihm seine altersentsprechende feinmotorische Entwicklung aber noch im Weg. Im Kindergarten wurde Frederiks Potential schnell erkannt, und er durfte trotz seines jungen Alters bei der Vorschule mitmachen. Da eine um zwei Jahre frühere Einschulung – auch aufgrund der motorischen und körperlichen Entwicklung – nicht ratsam gewesen wäre, besucht Frederik die Vorschule zwei Jahre lang. Im zweiten Jahr Vorschule darf er bereits an einzelnen Tagen in die Schule. In die Klasse kann er sich sehr gut integrieren und wird von den anderen Kindern sehr gut aufgenommen. Daher wird er im Sommer des folgenden Jahres nicht in die erste, sondern in die zweite Klasse eingeschult, die er bereits kennt und wo er bereits Freunde gefunden hat. 26

27 1 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 27 Kontakt: Isabel Vöhringer Beratungsstelle Stiftung Kleine Füchse

28 1 Ein paar Worte über uns… Das Modell Kleine Füchse 28

29 1 Ein paar Worte über uns… Standorte unserer 70 Partner-KITAs in zwei Bundesländern 29


Herunterladen ppt "Mama, warum verstehen mich die anderen Kinder nicht? Inklusive Förderung von hochbegabten Kindern Workshop auf dem Fachtag für Erzieherinnen, Erzieher."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen