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Der Kalte Krieg als Epoche in Geschichte und Erinnerung MA-VL: HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer.

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Präsentation zum Thema: "Der Kalte Krieg als Epoche in Geschichte und Erinnerung MA-VL: HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer."—  Präsentation transkript:

1 Der Kalte Krieg als Epoche in Geschichte und Erinnerung MA-VL: HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer

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3 Programmskizze Die Ära des Kalten Krieges liegt hinter uns. Wir leben heute in einer bis anhin noch nicht klar definierbaren Post-Phase des Kalten Krieges, welche – wie die Geschichtsforschung aufzeigt – von einer Art Ganzheitlichkeit (Bernd Stöver, 25) geprägt war. Dieser Konflikt von 1945 bis 1989 mit seiner manichäischen Ausprägung nahm globale Ausmasse an. Die Politik des Kalten Krieges bestimmte den internationalen Austausch von Menschen, Waren und Ideen (Petra Gödde). Der Konflikt wurde gleichzeitig regional und lokal geführt und reichte bis in die persönlichen Biographien hinein. Er manifestierte sich nicht allein auf den Ebenen von Politik und Ökonomie, sondern betraf auch die Kultur. Der Kalte Krieg stellt auf Grund seiner globalen Dimension heute einen Teil von „Share Historie“ dar. Alle waren darin involviert. In jeder Gesellschaft und in jedem Land wird er jedoch unterschiedlich erinnert. Dies ist nicht allein eine Frage der alten Blockgrenzen und vollzieht sich auf einer kollektiven wie auch auf einer individuellen Ebene. Zwangsläufig war fast jeder am Ende der etwa zwei Generationen dauernden globalen Auseinandersetzung ein Zeitzeuge. Am Beispiel dieser Epoche, die der heutigen Phase, die noch keinen eigentlichen Namen hat, vorausgegangen ist, beleuchten wir politikgeschichtliche, sozialgeschichtliche und kulturgeschichtliche Fragen im Spannungsfeld von Geschichte und Erinnerung.

4 Aufbau Die Vorlesung wird im Verlaufe des Semesters entwickelt und erhält weitere Differenzierungen (Unterkapitel). Für jede Einheit wird eine Powerpoint- Präsentation erstellt. Ferner werden verschiedene Quellentexte einbezogen, die jeweils auf Moodle zur Verfügung stehen.

5 Annäherungen an eine «Epoche» mit Sicht auf den Forschungsstand Geschichte und Erinnerung – der Ansatz Ursprünge und Wurzeln des Kalten Krieges ( ) – der Konflikt vor dem Kalten Krieg: Kontinuitäten und Differenzen Eine „totale“ Auseinandersetzung ( ) mit Bezügen zur Historiographie Aktuelle Narrative des Kalten Krieges als Modell: z.B. Hobsbawm – Judt – Stöver – Loth Die Teilung der Welt ( ) – der Verlauf des Konflikts Die Deutschlandplanung der Sieger Die Sichtweisen und Wahrnehmungen des Konflikts aus Perspektiven in Ost und West Die globale Dimension des Kalten Krieges – Stellvertreterkriege in der Dritten Welt – der Kalte Krieg global Dekolonisierung und Kalter Krieg – Beispiel Vietnam Eskalation und abruptes Ende in Europa ( ) – der Kalte Krieg und die europäische Integration Westliche Integration und östliche Kohäsion Wahrnehmungen und Einstufungen in der Schweiz Hochrüstung und Angst vor der Bombe im „Atomzeitalter“ Bedrohungswahrnehmungen und Ängste Die Diskussion um die Atombewaffnung und den Zivilschutz in er Schweiz Gesellschaften im Dauerkonflikt – kalter „Bürgerkrieg“? Stalins Tod und die Sicht der Schweizer Diplomatie Antikommunismus in der Schweiz – Dimensionen und Funktionen Schweizer Historiker und Intellektuelle während des Kalten Krieges – Beispiele zeitgenössischer Interpretationen Systemkonkurrenz - Kultur und Wirtschaft im Vergleich – die Wirkung der Systemkonkurrenz und die spezifische „Zeitensicht“ Von der Entspannung zur Rückkehr der Konfrontation (nach 1978) – ein zweiter Kalter Krieg? Das gesellschaftliche Klima der 1980er Jahre Gorbatschow und die Auflösung des Sowjetimperiums ( ) – das Ende des Kalten Krieges? 1989/91 in der Erinnerung von heute Erinnerungen an den Kalten Krieg in der Gegenwart Geschichtskulturelle Manifestationen und Erinnerungen in Ost und West von damals Mythenbildung im Kalten Krieg und vom Kalte Krieg in der Schweiz und anderswo Schweizerische Neutralität im Kalten Krieg Vorlesungsaufsatz

6 Ihre Leistungen: Essay: Struktur Essay Länge 4-6 Seiten Inhalt: Aspekt aus einem Themenaspekt der Vorlesung mit Einarbeitung wichtiger Literatur. Abgabedatum (zusammen mit Vorlesungsaufsatz):

7 Vorlesungsaufsatz: Das gehörte, gelesene und im Verlaufe des Semesters selbständig verarbeitete Wissen über das Themengebiet des Kalten Kriegs in Fragestellungen einbringen, die mit kurzen Quellenanalysen verbunden sind. Basis sind die Vorlesung sowie die einschlägige Literatur zur Vorlesung. Der Zeitrahmen beträgt 90 Minuten. Zur Wahl stehen 4 Fragen mit Quellenauszügen, von denen Sie drei auswählen. Die Aufgaben orientieren sich an den 13 Vorlesungseinheiten (1-13).

8 Programm Kursteil 1: Annäherungen an eine „Epoche mit Sicht auf den Forschungsstand Geschichte und Erinnerung – der Ansatz Ursprünge und Wurzeln des Kalten Krieges ( ) – der Konflikt vor dem Kalten Krieg: Kontinuitäten und Differenzen

9 1. Annäherungen an eine „Epoche mit Sicht auf den Forschungsstand Greiner Bernd, Kalter Krieg und „Cold War Studies“, in: Docupedia- Zeitgeschichte , ( ).http://docupedia.de/zg/Cold_War_Studies Entwicklungen hin … -zur multipolaren Perspektive -zur Neugewichtung politischer Akteure -zur Gesellschaftsgeschichte des Kalten Kriegs

10 2. Geschichte und Erinnerung – der Ansatz «Die Gegenstände des Historikers sind nur, indem sie in der Erinnerung sind. Was nicht erinnert wird, ist nicht. Die Vergangenheit entsteht, indem wir uns auf sie beziehen. Und wir können uns auf sie nur beziehen, wenn wir uns erinnern und uns mit anderen über diese Erinnerung verständigen. […] Erst das Gedächtnis stiftet Gemeinschaft.» Jörg Baberowski, Der Sinn der Geschichte. Geschichtstheorien von Hegel bis Foucault, München 2005, 159.

11 Unsere generelle Fragestellung: Wie erinnern Gesellschaften in Zeiten nachhaltiger Identitätsverunsicherung die unmittelbare Vorgeschichte ihrer Gegenwart? So sehen wir, dass beispielsweise rasch in den USA dafür gesorgt worden ist, dass Dutzende von offiziellen Erinnerungsorten in die angesehene Liste des „National Register of Historic Places“ aufgenommen worden sind. In Russland scheinen solche Gedenkorte zu fehlen, weil die russische Erinnerung an den Kalten Krieg viel stärker mit dem Verlust der einstigen Supermachtrolle verbunden ist. Im gegenwärtigen Krieg in der Ukraine und mit der Einverleibung der Krim manifestieren sich diese Sichtweisen. Komplex sind die Erinnerungen im wiedervereinigten Deutschland. Tief gespalten in ihren Erinnerungen sind viele Gesellschaften in Zentraleuropa (wie z.B. Ungarn).Und vage sind sie in ehemaligen westlichen neutralen Kleinstaaten wie der Schweiz. Dennoch auch hier gibt es Erinnerungsorte. Ein Beispiel: Bis 1999 wurde die Lenkwaffe „Bloodhound“ geheim gehalten und mit einer grosser Bereitschaft betrieben. Heute ist sie ein monumentales Zeugnis an den Kalten Krieg und öffentlich zugänglich zeigt auch, dass es in der Schweiz teilweise länger gedauert hat, bis man sich auf die Post-Phase des Kalten Kriegs einstellen konnte.

12 Die streng geheime Lenkwaffe „Bloodhound“ wurde bis 1999 mit einer grossen Bereitschaft betrieben – heute ein monumentales Zeugnis auf dem Gubel, in Menzingen/ZG.

13 In der Folge stellt sich die Frage, wie der Kalte Krieg erzählt werden kann und welche Erzählungen darüber vorhanden sind auf unterschiedlichen Ebenen – im Vergleich zwischen unterschiedlichen Staaten und Gesellschaften aber auch individuell. Inwiefern haben solche Erzählungen einen gemeinsamkeitsstiftenden Charakter oder trennen Europa und die Welt erneut? Seit dem letzten Krimkrieg dürften sich die unterschiedlichen Narrative in ihren Differenzen noch akzentuiert haben. Was wir jetzt schon wissen, ist dass die Epoche des Kalten Krieges nur als eine globale, multilineare und auf vielfache Weise politisch, kulturell sowie wirtschaftlich- sozial verflochtene Geschichte erzählt werden kann (Bernd Stöver, 27) und damit in Form von Geschichten aufscheint. Wie hören sich diese Geschichten (Narrative) an? Welche Geschichtsbilder vom Kalten Krieg sind verbreitet? Hierbei wird in Anlehnung an Maurice Halbwachs davon ausgegangen, dass die Bilder, die wir uns von unserer Vergangenheit machen, von den Erfahrungen unserer Gegenwart geprägt sind. Derzeit aktuell stellt sich auch die Frage, inwiefern die Narrative vom Kalten Krieg in die Gegenwart hinein verlängert werden und wie dabei argumentiert wird.

14 Quelle und Exkurs – ein Beispiel: Eine kurze Analyse Interpellation Musy du 9 mars 1937: &page=1 Considérant que le communisme est la négation des principes essentiels d'ordre moral et social, économique et politique qui sont à la base de toutes les constitutions fédérales et cantonales qui depuis 1291 ont régi et régissent encore le peuple suisse; considérant en outre que les organisations communistes, en particulier le parti communiste section de l'internationale communiste, poursuivent, conformément au programme de la troisième internationale, le renversement par la violence de nos institutions, le Conseil fédéral est-il prêt à présenter un projet de loi interdisant comme illicites et dangereuses pour l'Etat, l'action communiste et les organisations communistes?

15 Bundesrat Baumann zur Beantwortung der Interpellation Musy, 9. März 1937: =2 =3 =4 =5 =6 =7 =8 =2 =3 =4 =5 =6 =7 =8

16 «Der Kommunismus hat in einigen wenigen Teilen des Landes eine gewisse Rolle spielen können. Das erklärt auch die verschiedene Einstellung zur Frage des Parteiverbots von Kanton zu Kanton. Vom Standpunkt der gesamten Bevölkerung der Schweiz aus gesehen, muss jedoch gesagt werden, dass die gewaltige Mehrheit des Volkes die Theorien des Kommunismus und darüber hinaus illegale Methoden irgendwelcher Parteien ablehnt. In dieser Stellungnahme eines demokratischen Volkes liegt auch ein gewisser Schutz. Gegen unvermutete Gefahren, die der äussern und innern Sicherheit des Landes und der öffentlichen Ruhe und Ordnung drohen und gegen Ausschreitungen werden die Behörden des Bundes und der Kantone das Nötige vorkehren. Das ist ihre in der Verfassung klar vorgeschriebene Pflicht und der Wille des Schweizervolkes. Aus all" diesen Gründen beantwortet der Bundesrat die Interpellation wie folgt: Ein Gesetz zum Verbot der kommunistischen Tätigkeit und der kommunistischen Organisationen gedenkt der Bundesrat unter den heutigen Verhältnissen den eidgenössischen Räten nicht vorzulegen.»

17 Exkurs: die Schweiz und die Sowjetunion 1918 Ausweisung der Sowjetmission Entfremdung 1923 Attentat 1934 Motta 1940 Verbot 1941 Ärztemission 1944 Verbot eines Plakats

18 Literaturschwerpunkte: Dreyer Dietrich, Schweizer Kreuz und Sowjetstern. Die Beziehungen zweier ungleicher Partner seit 1917, Zürich Widmer Paul, Schweizer Außenpolitik. Von Charles Pictet de Rochemont bis Edouard Brunner, Zürich Steffen Therese, Die Aufnahme und Entwicklung von diplomatischen Beziehungen zur UdSSR aus schweizerischer Sicht, in: Integration oder Isolation, Bundesarchiv Dossier 3, Bern 1996, S

19 3. Ursprünge und Wurzeln des Kalten Krieges ( ) – der Konflikt vor dem Kalten Krieg: Kontinuitäten und Differenzen Literaturbezüge: Wilfried Loth, Was war der Kalte Krieg? Annäherung an ein unbewältigtes Erbe, ( ) Manfred Görtemaker, Ursachen und Entstehung des Kalten Krieges, ( ) Bernd Stöver, Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters , München 2007.

20 a) Sonderstellung des Kalten Krieges im Ost-West-Konflikt Wurzeln des Ost-West-Gegensatzes im 19. Jahrhundert: Krimkrieg Alexis de Tocqueville ( ) Russische Revolution Komponente eines „Weltbürgerkriegs“ Spezifische Qualitäten nach 1947: Der Kalte Krieg als ein permanenter und aktiv betriebener „Nicht-Frieden“ (spezifische Rolle der Nuklearwaffen)

21 b) Totalität und Ubiquität (globale Verbreitung) des Kalten Krieges Der Kalte Krieg entwickelte sich in Richtung eines „totalen“ und „absoluten“ Krieges (Arthur Koestler) „Der Kalte Krieg war eine weitgehend entgrenzte politisch-ideologische, ökonomische, technologisch- wissenschaftliche und kulturell-soziale Auseinandersetzung, die ihre Auswirkungen im Alltag zeitigte Bereits in den 1950er Jahren war der Begriff des „Kalten Bürgerkriegs“ geläufig. Er kannte nur Kombattanten

22 c) Bipolarität und Multipolarität des Kalten Krieges Vordergründig bipolar … aber China als dritte Macht (1964 Atommacht) 1954/55 Blockfreienbewegung Subsysteme mit spezifischen Interessenlagen (deutsche Ostpolitik) Religionsgemeinschaften, die sich nicht einbinden liessen Non-Governmental Organization

23 d) Ganzheitlichkeit des Kalten Krieges Global, regional und lokal geführt Zentren und Peripherien Diverse Konflikte (wie zwischen Somalia und Äthiopien) partizipierten nur temporär an den Ressourcen des Kalten Krieges

24 e) Differenzierung und Pluralität der Geschichte des Kalten Krieges Unterschiedliche Erinnerung und unterschiedliche Geschichtsschreibung Erinnerungsorte – Differenz zwischen den USA und der UdSSR Komplex – die Zugänge in Deutschland in Ost und West Und in der Schweiz?

25 f) Ursachen und Entstehung des Kalten Krieges (Narrativ Görtemaker) Spannungen in Deutschland Differenzen in Osteuropa Die neue US-Aussenpolitik Die Truman-Doktrin Die Hilfe für freie Völker Die Zwei-Lager-Theorie GATT und Welthandel Die Blockade Berlins Die Formierung der Blöcke

26 g) Was war der Kalte Krieg? (Narrativ Loth) Verhängnisvolle Furcht (Loth) Die Weltmacht USA Sowjetische Vorsicht Amerikanischer Anstoss Der Eiserne Vorhang Europäische Weichenstellungen Das Sicherheitsdilemma Verpasste Chancen Das Ende des Ost-West-Konflikts

27 Exkurs 2: mit Ausblick Die Schweiz und der Kalten Krieg (zeitgenössische Cartoons) Cartoons und Schaubild aus: Peter Albrecht et al., Schutzraum Schweiz. Mit dem Zivilschutz zur Notstandsgesellschaft, Bern 1998.

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33 Der nächste Kurs … Eine „totale“ Auseinandersetzung ( ) mit Bezügen zur Historiographie Aktuelle Narrative des Kalten Krieges als Modell: z.B. Hobsbawm – Judt – Stöver – Loth


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