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WS 2004/05Seminar: Natur denken Interviews Institut für Histologie/Embryologie Seminar: Natur denken O. Univ.-Prof. Dr. Gottfried Dohr / Univ.-Prof. DDr.

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1 WS 2004/05Seminar: Natur denken Interviews Institut für Histologie/Embryologie Seminar: Natur denken O. Univ.-Prof. Dr. Gottfried Dohr / Univ.-Prof. DDr. Reinhold Esterbauer Marion Sudy / Eva Tschmelak-Löffler / Emese Vormair

2 WS 2004/05Seminar: Natur denken Inhaltsverzeichnis Allgemeine Information Interviews Thesen Diskussion

3 WS 2004/05Seminar: Natur denken Allgemeine Information Anzahl der befragten Mitarbeiter am Institut: 9 Personen Geschlechtsspezifische Aufteilung: 4 weibliche und 5 männliche Befragte Ausbildungsbereiche der Befragten: Medizin (2x), Biologie, Mikrobiologie, technische Chemie, Biochemie (2x), MTA (2x). Stellung der Befragten am Institut: 4 ProfessorInnen (3 Männer, 1 Frau) 1 Assistent 2 MTA (2 Frauen) 2 DissertantInnen (1 Mann, 1 Frau)

4 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie ist ihre Stellung im wissenschaftlichen Prozess / am Institut? a) ProfessorInnen: % eigenständige Projekte (werden vom Anfang bis Ende begleitet) - Grundlagenforschung am Institutsschwerpunkt - Lehrtätigkeit b) Assistent: - eigenständiges Projekt / Habilitation - Lehrtätigkeit c) DissertantInnen: - Dissertation – eigenständiges Projekt d) MTA: - Aufträge von anderen - Weisungsgebunden - praktische Ausführung mit Entscheidungsspielraum, Experimente selbst designen.

5 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie lange arbeiten Sie schon in diesem Bereich? Sehr unterschiedlich - von 1 Jahr (DissertantIn) bis zu 10 Jahren am Institut. Einige können auf bis zu 30 Jahre wissenschaftliche Erfahrung zurück greifen.

6 WS 2004/05Seminar: Natur denken Welche Qualifikationen und menschliche Fähigkeiten benötigen Sie für Ihre Arbeit? Voraussetzungen: - Eine fundierte und hoch qualifizierte Grundausbildung, - Spezialisierung in einem bestimmten Bereich, - histologische Techniken. Menschliche Fähigkeiten: Teamfähigkeit (5x), ständige persönliche Weiterbildung (5x), Geduld (4x), Kollegialität(3x), Kommunikationsbereitschaft(2x), eine hohe Frustrationstoleranz (2x), Ausdauer, Konsequenz, Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen, logisches Denken, planen und Schlüsse ziehen können, Soft Skills für Präsentation, Interesse wissenschaftlich zu arbeiten, soziale Kompetenz nach innen und außen, hohe Flexibilität (MTA), geringer Angstpegel, Idealismus, Konfliktlösungsfähigkeit, klare deutliche Sprache, Fähigkeit zum Strukturieren und Abgrenzen

7 WS 2004/05Seminar: Natur denken Welche Kompetenzen wurden Ihnen übertragen (Entscheidungsspielraum)? a) ProfessorInnen: - Volle Eigenverantwortung für Projekte (Planung, Finanzierung, usw.), - Teilverantwortungen am Institut, - Mitentscheidung bei Auswahl der Utensilien, - Lehrtätigkeit an den Lehrplan gebunden. b) Assistent: - Eigenverantwortung für eigenes Projekt, - Lehrtätigkeit an den Lehrplan gebunden. c) DissertantInnen: - Absprache mit Dissertationsvätern und Institutsleitung, - zum größten Teil selbständiges Arbeiten, - Eigenverantwortung über finanziellen Spielraum. d) MTA: - Aufgaben werden übertragen, - Entscheidungsfreiheit für die Wege bei der Durchführung eines Themas, - Kompetenzen bei der Zellkultur, - Entscheidungen, die man nicht immer entscheiden möchte.

8 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie kommen Sie zu Ihren Arbeitsprojekten/Aufträgen? a) ProfessorInnen: - Projekte: entstehen oft aus den Daten/Ergebnissen vorangegangener Projekte/Versuchsreihen - Interessante Fragen - Recherche (Literatur: Stand der Forschung!) - Projektplan (Finanzen, Zeit, Geräte, Team) - Kooperationspartner - Einverständnis der Uni-Leitung - Eingabe bei Institutionen, die Forschungsprojekte finanzieren, - Kontakte mit Wissenschaftskollegen und Kongresse, - Kooperationen mit anderen Instituten, die um Mitarbeit bitten. - Institutsschwerpunkt: es wird von Prof. Dohr gebeten, an einer Versuchsreihe im Team mitzuarbeiten. - Lehrtätigkeit: Lehrplan b) Assistent: - Eigeninteresse, Publikationen c) DissertantInnen: - Dissertationsthema ist vorgegeben (es gibt zu wenig Dissertationsplätze), - Entscheidung, ob man das Forschungsgebiet für sich annehmen möchte, - Absprachen mit Dissertationsvätern und dem Institutsvorstand. d) MTA: - Arbeitsaufträge von Vorgesetzten.

9 WS 2004/05Seminar: Natur denken Welchen Stellenwert haben Ihre Ideen und Interessen? a)ProfessorInnen: - Projekte: einen hohen Stellenwert (80%): Ideen können in den eigenen Projekten umgesetzt werden (wenn Finanzierung gesichert), - Institutsschwerpunkt: eigene Ideen fließen auch bei Zielsetzungen des Institutes ein (20%). - allgemein: im Rahmen des Möglichen können sie einfließen, sind von den Zielsetzungen und Methoden abhängig. b)Assistent: - Ideen und Interessen fließen im Projekt ein.

10 WS 2004/05Seminar: Natur denken Welchen Stellenwert haben Ihre Ideen und Interessen? c) DissertantInnen: - eigene Ideen werden angenommen und von Doktorvätern angeschaut, - eigene Ideen werden am Institut nicht verhindert, - im hohen Maße sogar erforderlich. d) MTA: - durch eigene Ideen viel Erfolg gehabt, dadurch großen Stellenwert der Ideen, es ist von der Persönlichkeit abhängig, ob man Ideen und Interessen ausbauen will. - Interessen des Institutes haben Vorrang, eigene Interessen im Rahmen der Möglichkeiten, werden manchmal aufgenommen – manchmal nicht.

11 WS 2004/05Seminar: Natur denken Haben Sie auch die Möglichkeit Projekte / Aufträge abzulehnen? ja: 5x bedingt: 2x (MTA) nein: 2x (DissertantInnen)

12 WS 2004/05Seminar: Natur denken Arbeiten Sie alleine oder im Team? a) ProfessorInnen: - Im Team: im Forschungsbereich ist es unbedingt notwendig im Team zu arbeiten, wo jeder seine Qualität und sein Wissen auf seinem speziellen Gebiet einbringt, Kooperation mit Kollegen von anderen Forschungsinstituten. - Alleine: bei ständiger Literatursuche, Forschungsszene im Auge behalten, Projekte planen und leiten, Kongresse, Lehrtätigkeit. b) Assistent: - Meist im Team. c) DissertantInnen: - Hauptsächlich alleine, für Teilbereiche auch mit Kollegen, Arbeit im Team wäre befriedigender, - Absprachen mit Doktorvätern und Institutsleitung. d) MTA: - Im Labor alleine, Besprechungen im Team.

13 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie kommen Teams zustande? a) ProfessorInnen: - Man sucht sich für eine bestimmte Fragestellung die geeigneten Mitarbeiter zusammen (Netzwerke, Pool an Kooperationspartnern, Mitarbeiter des Institutes). b) Assistent: - fixe Kernteams sind gegeben. c) DissertantInnen: - ohne Team, jedoch Teamwunsch, - Zusammenarbeit zum Teil vorgegeben, zum Teil ausgesucht. d) MTA: - keine fixe Zuteilung, Teams zeitweise für Projekte zusammengestellt, - fixe Teams + vereinzelter Austausch.

14 WS 2004/05Seminar: Natur denken Ist Hilfe und Austausch auf allen Hierarchieebenen möglich? ja: 7x nicht immer möglich: 2x

15 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie gehen Sie an die Aufgaben heran? a) ProfessorInnen: - Projektplan: Ziele - Mittel (Geräte, Reagenzien, Personal) - Team - Finanzierung. - Wenn Finanzierung gesichert und Team zusammengestellt: Gesamtziel – Teilziele – Auswahl der Methoden – Durchführung - Protokolle (Kontrollen) – Verbesserungen bis das Endziel erreicht ist - Auswertung von Daten - Publikation, - Team: Brainstorming zur Problemlösung b) Assistent: - siehe Punkt a) ProfessorInnen

16 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie gehen Sie an die Aufgaben heran? c) DissertantInnen: - Teilzielsetzung, wie Endziel erreicht werden kann: soviel Info wie möglich – wenig Material verwenden – Techniken auswählen – wenn notwendig neue Methoden erlernen - Versuchsreihen + ständige Kontrollen - Auswertung der Ergebnisse - Publikation/Dissertation. d) MTA: - Auftrag – Diskussion im Team – genaue theoretische Planung – Ausprobieren (Vorversuche) – Experimente anlegen – Kontrollen – ständige Überprüfung.

17 WS 2004/05Seminar: Natur denken Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Methoden aus? - Frage: Was will man haben? – Oft sind mehrere Methoden möglich. - Auswahlkriterien: Effizienz, Kosten, Zeit. - Methoden, von denen ich mir die nötigen messbaren Ergebnisse erwarte, die mich näher an das Endziel bringen, die mir für das gewünschte Ergebnis dienlich scheinen, - der direkteste und kostengünstigste Weg, - Zeitaufwand: möglichst gering, - Reagenzien, die billig sind aber mit qualitativen Merkmalen, - Methoden, die mit den eigenen Mitarbeitern und Möglichkeiten abgedeckt werden können, - wenn eigene Ressourcen nicht ausreichen, nach Kooperationspartnern suchen.

18 WS 2004/05Seminar: Natur denken Welche Faktoren spielen bei der Methodenauswahl eine Rolle? Technik: Hat einen großen Stellenwert - nach Möglichkeit hausintern abdecken, wenn nötig auch Kooperationen mit anderen Instituten (immer stärker erwünscht, damit aus Kostengründen nicht jedes Institut in die selben technischen Geräte investiert). Reagenzien: - gut erhältlich (vereinzelt gibt es auch ein Monopolverhalten) - Lobby bei den Materialien, die angeboten werden, - Reagenzien müssen immer wieder ausgetauscht und kontrolliert werden. Wirtschaftliche Faktoren: - spielen oft eine große Rolle, - es ist manchmal mühsam die Finanzierung für Projekte zu bekommen, - nicht leistbar, ist nicht machbar, - finanzielle Einschränkung kann groß werden, - Kooperation mit anderen Instituten immer notwendiger, - für besondere Aufgaben sind auch höhere Ausgaben notwendig, - Gelder für Dissertationen momentan recht gut abgesichert.

19 WS 2004/05Seminar: Natur denken Welche Faktoren spielen bei der Methodenauswahl eine Rolle? Subjektive Einstellung: - subjektive Einstellung zu den Methoden, die man verwendet, - eine hohe Bereitschaft sich neue Methoden anzueignen, - subjektive Einstellung spielt keine Rolle. Lobby: - Wenn Ergebnisse publiziert werden, gibt es bei den Fachzeitschriften Personen, die diese prüfen - dabei spielt Lobbying schon eine gewisse Rolle, - Lobbying spielt keine Rolle, - Lobbying gibts überall.

20 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie kommen Sie zu Ergebnissen? - Versuchsreihen (verschiedene Methoden) + Kontrollen!!! werden durchgeführt - Ergebnisse gemessen oder eingeschätzt – nötigenfalls neue Arbeitsschritte angewendet - Wiederholung und Verbesserung bis Ergebnisse vorliegen - Daten werden wissenschaftlich ausgewertet; - bei negativen Ergebnissen werden die Ursachen gesucht - stimmen die Annahmen oder die Methoden nicht? - Besprechungen im Team; - harte Arbeit.

21 WS 2004/05Seminar: Natur denken Was sind die Kriterien für ein positives/erfolgreiches/wahres/ bewiesenes Ergebnis? Normen (Wie viele % der Versuche/Tests müssen übereinstimmen?) ? - Reproduzierbarkeit!!! - von den Methoden abhängig: Elisa 3-4 Ansätze, sonst 5-6 mal gleiche Ergebnisse + pos. und neg. Kontrollen, - Übereinstimmung mit Literatur, - bei Unklarheiten, einholen mehrerer Meinungen von KollegInnen.

22 WS 2004/05Seminar: Natur denken Ist es Ihnen möglich sich von Ihrer Aufgabe zu distanzieren? - Zum größten Teil schon - manchmal bei der Arbeit auch notwendig, um Gedankenfehler zu erkennen (gedanklich abschalten - ganz neu anfangen) - Ja (4x) - Wissenschaft auf der Uni – zu Hause Freizeit. (5x)

23 WS 2004/05Seminar: Natur denken Was geschieht mit den Ergebnissen, die Sie erarbeitet haben? - Publikationen - Publikation für Grundlagenforschung - Dissertation / Habilitation - Teil von Dokumentationen, - an Auftraggeber weitergeben.

24 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie gehen Sie mit Fehldiagnosen bzw. gescheiterten Experimenten um? 5x: Es gibt keine gescheiterten Experimente, nur unerwartete Ergebnisse - auch negatives Experiment ist erfolgreich – jedes Ergebnis hat eine Aussage – es müssen die richtigen Schlüsse für ein weiteres Vorgehen daraus gezogen werden. 1x: Reflexion der Daten - Hypothese falsch oder die Methoden, manche Ergebnisse muss man einfach akzeptieren. 1x: Aus jedem Fehler kann man lernen - Lernbereitschaft aus Fehlern notwendig. 1x: Zwei Möglichkeiten: tot schweigen – Fehldiagnosen hinlegen und stehen lassen oder nach den Fehlern suchen und daraus lernen. 1x: Fehler passieren – ist menschlich. 1x: Hohe Frustrationstoleranz, geht nicht, gibts nicht.

25 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie geht man mit Fehldiagnosen bzw. gescheiterten Experimenten um? - Manche Ergebnisse werden durch den Stand der Technik und Forschung einfach überholt, - die Publikationsebene und dadurch der Fachdialog dienen als ein gewisses Korrektiv, - Patente: haben einen sehr hohen wirtschaftlichen Faktor, daraus entsteht natürlich auch eine gewisse Lobby, - Vorgangsweisen sind von der Persönlichkeit des Einzelnen und/oder der dazu gehörenden Lobby abhängig.

26 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wo ist für Sie die fachliche / ethische Grenze eines Experiments? Fachliche Grenzen: - es gibt natürlich fachliche Grenzen - ein Einzelner kann nicht auf allen Gebieten unbegrenztes Wissen haben, dies wäre Selbstüberschätzung, - wenn wir schon unbegrenztes Wissen und Können hätten, bräuchten wir keine Forschung, Ethische Grenzen: Tierversuche: - ja (7x): aber mit Grenzen der Sinnhaftigkeit, Tiere dürfen nicht extrem leiden, - nein (2x)

27 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wo ist für Sie die fachliche/ ethische Grenze eines Experiments? Humanversuche: - nein (2x) - keine Experimente mit Embryonen (3x), - der Umgang mit humanem Material (gesetzliche Grenze in Österreich), - moralische Haltung in der Öffentlichkeit gespalten, einerseits Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche straffrei, andererseits Forschung an befruchteter Zelle nicht erlaubt, - die Einwilligung der Frauen, von denen Materialien bearbeitet werden, wäre erwünscht, - keine Versuche mit Selbstgefährdung, - abzulehnen, wenn es jemandem schaden zufügt (körperliches oder seelisches Leid), - im gegebenen Fall sollen Ethikkommissionen Grenzen erstellen.

28 WS 2004/05Seminar: Natur denken Was sind oder wären für Sie persönliche Forschungsziele? - Aufgabenstellungen positiv abschließen, Arbeit bestmöglich zu erledigen, - positives Feedback, - das Forschungsziel des Institutes zu lösen, - Forschungsziele, die auch klinische Relevanz haben, - für Frauen Test über mögliche Gendefekte der Kinder über Blut ermöglichen, - Dissertation/Publikation/Endziel meiner Forschung zu erreichen, - durch meine Erkenntnisse stolz sein zu können, auf einen kleinen Beitrag in der Forschungsentwicklung, - bei immunologischen Phänomenen, Allergien und Präeklampsie - kleine Bausteine miterforscht zu haben, - Forschung die Sinn macht.

29 WS 2004/05Seminar: Natur denken Wie viel Lebenszeit / Energie / Geld sind Sie bereit für Ihre Forschungsarbeit einzubringen? - Im Moment sehr viel, Std./Woche + Literatur in der Freizeit (DissertantInnen), - viel an Energie/Zeit, es gibt immer einen genauen Arbeitsplan, - in der Arbeitszeit 100% Einsatz, Familie und Kinder haben große Priorität (3x), - es gibt ein Leben neben der Forschung, die Arbeit darf das Privatleben nicht belasten, - Geld: für die eigene Fortbildung, Zeit: auch in der Freizeit, aber nur wenn es unbedingt sein muss, - für persönliche Forschungsziele bereit Geld einzusetzen, - früher auch Privatgelder in Forschung investiert, jetzt nicht mehr.

30 WS 2004/05Seminar: Natur denken Was sind Ihre persönlichen Motivationsfaktoren? - Kindlicher Forscherdrang und Faszination (2x), - Lebenszusammenhänge verstehen zu wollen, - Antworten auf problematische Fragestellungen zu finden, - Ehrgeiz etwas zu schaffen, - Neugier, Interesse Zusammenhänge zu begreifen, Hintergründe zu bestaunen, - Interesse und Freude am wissenschaftlichen Arbeiten, - familiäre Gründe, - immer wieder etwas neues zu tun, Spaß an der Arbeit, - gutes Arbeitsklima, freie Zeiteinteilung, Anerkennung der Arbeit, - wenn Ergebnis in einigen Jahren auch für PatientInnen etwas bringt, - histologische Bilder: Ästhetik, Freude und Stolz über gute Arbeit.

31 WS 2004/05Seminar: Natur denken Worin liegt für Sie der Unterschied zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft? - Die Zugänge zum Phänomen Leben bzw. dem Menschen sind anders, - Naturwissenschaft: praktische Arbeit / Geisteswissenschaft: nur am Papier, mit dem Stift, Literatur, - naturwissenschaftliche Fragen können mit ja oder nein beantwortet werden – geisteswissenschaftliche Fragen: nie sicher über ein Ergebnis, - es gibt teilweise Überschneidungen, Philosophie deckt einiges an Naturgesetzen ab, - GeWi: Theoretiker: Theorien, die sie nicht beweisen können, NaWi: Praktiker, Experimente können reproduziert werden = Beweis,

32 WS 2004/05Seminar: Natur denken Worin liegt für Sie der Unterschied zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft? - NaWi: forschen – etwas greifbar machen, GeWi: nicht so greifbar, - NaWi hat viel klarere Richtlinien, begrenzte Konzepte und Ergebnisse, Grenzen in GeWi viel weicher, - Gegensatz: vielleicht weil ich darüber zu wenig weiß, es gibt sicher Parallelen, - Gemeinsamkeit bzw. eine Brücke: Ethik und Moral, bzw. die Philosophie (3x), - beide Richtungen haben ihre Berechtigung.

33 WS 2004/05Seminar: Natur denken Thesen Es gibt oft kein genaues Bild von Geisteswissenschaften, welche Bereiche dazugehören und was dort passiert. Ergebnisse der Naturwissenschaften werden nach ihrer praktischen Nützlichkeit für die Menschheit bewertet und haben Priorität. WissenschafterInnen im naturwissenschaftlichen Bereich stehen unter einem großen Publikationsdruck. Die Publikationsebene ist weitgehend ein Korrektiv für den Wahrheitsgehalt wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ohne ein Team ist wissenschaftliches Arbeiten gar nicht mehr möglich.

34 WS 2004/05Seminar: Natur denken Thesen Die Teamfähigkeit am Institut ist erstaunlich und überdurchschnittlich gut. Die Lehrtätigkeit ist qualitativ geringer eingeschätzt als die wissenschaftliche Arbeit. Die Forschungsarbeit wird durch die Lehrtätigkeit zeitlich beeinträchtigt - Teilzeitforscher. Mit zunehmender Dauer im Forschungsprozess erhöht sich der Wunsch nach einer Ausgewogenheit zwischen Forschung/Arbeitszeit und Privatleben. Die Methodenauswahl in den naturwissenschaftlichen Prozessen ist von subjektiven und objektiven Faktoren unterschiedlich beeinflusst. Die Motivation zur Forschungsarbeit ist auch unabhängig von einer klinischen Anwendbarkeit der Ergebnisse sehr hoch.

35 WS 2004/05Seminar: Natur denken Diskussion Wie weit sind NaturwissenschafterInnen verantwortlich für mögliche negative Auswirkungen Ihrer Forschung? Wie weit beeinflussen wirtschaftliche Interessen oder Modeströmungen die Forschung? Wird Forschung von einer Kosten-Nutzen-Rechnung dominiert? Ist die Plattform der wissenschaftlichen Publikationen wirklich ein Korrektiv für wahre Aussagen in der Forschung? Soll die Lehrtätigkeit von der wissenschaftlichen Arbeit getrennt werden? Was ist den Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften gemeinsam? Ist es möglich zwischen den NaWi-Ergebnissen und GeWi- Ergebnissen eine Parallele zu ziehen? Relevanz der Geisteswissenschaften heute im praktischen Vollzug?

36 WS 2004/05Seminar: Natur denken E N D E Danke für Ihre Aufmerksamkeit!


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