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Folie 1 Kapitel 8 Die Phillipskurve © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie.

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1 Folie 1 Kapitel 8 Die Phillipskurve © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

2 Folie 2 Die Phillipskurve Diese negative Beziehung zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote bezeichnet man als Phillipskurve. In der betrachteten Periode wurde in den USA eine niedrige Arbeitslosigkeit typischerweise von hoher Inflation begleitet; hohe Arbeitslosigkeit war normalerweise mit niedriger Inflation verbunden. Inflation und Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten, © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

3 Folie Inflation, erwartete Inflation und Arbeitslosigkeit Die obige Gleichung stellt das aggregierte Angebot aus Kapitel 7 dar. Diese Gleichung kann umgeschrieben werden, um eine Beziehung zwischen Inflation, erwarteter Inflation und Arbeitslosigkeit zu erhalten. Zunächst nehmen wir eine spezifischen Form für die Funktion F an: Eingesetzt in obige Gleichung: © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

4 Folie 4 Inflation, erwartete Inflation und Arbeitslosigkeit Nach einigen Rechenschritten gelangt man von obiger Gleichung zu der untenstehenden Beziehung zwischen Inflation, erwarteter Inflation e und Arbeitslosigkeit u gelangt: © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

5 Folie 5 Inflation, erwartete Inflation und Arbeitslosigkeit Diese Gleichung besagt: Ein Anstieg der erwarteten Inflation e führt zu einem Anstieg der tatsächlichen Inflation : Erklärung: Wenn die Lohnsetzer ein höheres Preisniveau erwarten, dann setzen sie auch einen höheren Nominallohn, um den angestrebten Reallohn zu erreichen. Dies führt zu höheren Produktionskosten und damit zu einem höheren Preisniveau. Dies ist gleichzusetzen mit einer höheren Inflationsrate. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

6 Folie 6 Inflation, erwartete Inflation und Arbeitslosigkeit Bei gegebener erwarteter Inflation e führt ein Anstieg des Gewinnaufschlags µ oder ein Anstieg der Sammelvariable z zu einem Anstieg der Inflation. Erklärung: Wieder steigt das Preisniveau P, indem Lohn- und Preissetzungsverhalten (siehe Kap.6) beeinflusst werden. Bei gegebener erwarteter Inflation e führt ein Anstieg der Arbeitslosigkeit u zu einem Rückgang der Inflation. Erklärung: Höhere Arbeitslosigkeit führt zu einem niedrigeren Nominallohn. Daraus resultiert ein niedrigeres Preisniveau P. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

7 Folie 7 Inflation, erwartete Inflation und Arbeitslosigkeit Will man sich mit der Inflation, der erwarteten Inflation oder der Arbeitslosigkeit auf ein spezielles Jahr beziehen, so müssen in obige Gleichung Zeitindizes eingefügt werden: Die Variablen t, e t und u t beziehen sich auf die Inflation, die erwartete Inflation und die Arbeitslosigkeit des Jahres t. und z werden als konstant angenommen, da diese Variablen durch die strukturellen Bedingungen der Volkswirtschaft vorgegeben sind. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

8 Folie Die Phillipskurve Wir nehmen an, dass e t = 0 gilt: Diese Gleichung entspricht exakt der negativen Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation, die die Ökonomen Phillips für Großbritannien und Solow/ Samuelson für die Vereinigten Staaten fanden Lohn-Preis-Spirale: Niedrige Arbeitslosigkeit führt zu einem hohen Nominallohn. Aufgrund höherer Produktionskosten erhöhen die Unternehmen ihre Preise. Wegen des Anstiegs des Preisniveaus verlangen die Beschäftigten wiederum höhere Nominallöhne, woraus wieder höhere Preise resultieren, usw. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

9 Folie 9 Weiterentwicklungen Die negative Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation bestand während der 60er Jahre, verschwand danach aber aus zwei Gründen: Starker Anstieg des Ölpreises in den 70er Jahren Die Unternehmen erhöhten ihre Preise relativ zu den gezahlten Löhnen, der Gewinnaufschlag stieg an. Somit stiegen die Preise und das Produktionsniveau sank. Eine Änderung der Erwartungsbildung der Lohnsetzer aufgrund einer veränderten Inflationsentwicklung. Die Inflationsrate nahm im Laufe der 60er Jahre regelmäßig positive Werte an. Somit wurde es wahrscheinlicher, dass auf eine hohe Inflationsrate in einem bestimmten Jahr eine hohe Inflationsrate im nächsten Jahr folgte. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

10 Folie 10 Weiterentwicklungen Vor 1970 bildet die Phillipskurve den Zusam- menhang zwischen Inflation und Arbeitslosig- keit erstaunlich gut ab. Ein Rückgang der Arbeitslosenquote geht mit einem Anstieg der Inflationsrate einher. Inflation und Arbeitslosigkeit in Deutschland, © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

11 Folie 11 Weiterentwicklungen Nach 1970 bricht der stabile Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit weitgehend zusammen. Inflation und Arbeitslosigkeit in Deutschland, © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

12 Folie 12 Die Bildung von Erwartungen Angenommen, die Erwartungen der Inflation werden folgendermaßen gebildet: Der Parameter gibt an, wie stark die Inflationsrate der letzten Periode t-1 bei der Bildung der erwarteten Inflationsrate e t berücksichtigt wird. Der Wert von ist seit 1970 beständig von 0 auf 1 gewachsen. Somit haben die Menschen Mitte der 70er Jahre anscheinden angenommen, dass die diesjährige Inflationsrate gleich der des Vorjahres sein würde. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

13 Folie 13 Die Bildung von Erwartungen Wenn = 0 ist, dann erhält man die ursprüngliche Phillipskurve, also eine Beziehung zwischen der Inflationsrate und der Arbeitslosenquote : Wenn positiv ist, dann hängt die Inflation sowohl von der Arbeitslosenquote als auch von der letztjährigen Inflationsrate ab: Wenn =1 ist, wird die Beziehung zu: © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

14 Folie 14 Die Bildung von Erwartungen Wenn =1 ist, dann beeinflusst die Arbeitslosenquote nicht die Inflationsrate sondern die Veränderung der Inflationsrate. Somit verschwand in den 70er Jahren die einfache Beziehung zwischen Arbeitslosenquote und Inflationsrate. Es entstand aber ein neuer Zusammenhang: Die Beziehung zwischen der Arbeitslosenquote und der Veränderung der Inflationsrate. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

15 Folie 15 Die Bildung von Erwartungen Im betrachteten Zeitraum besteht in beiden Volks- wirtschaften eine negative Beziehung zwischen der Arbeitslosenquote und der Veränderung der Inflationsrate. Veränderungen der Inflationsrate und Arbeits- losenquote in Deutschland und den USA, Regressionsgerade für Deutschland (rote Linie): Regressionsgerade für die USA (schwarze Linie): © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

16 Folie 16 Die Bildung von Erwartungen Die ursprüngliche Phillipskurve: Die modifizerte Phillipskurve (auch als um Erwartungen erweiterte Phillipskurve bezeichnet): © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

17 Folie 17 Phillipskurve und natürliche Arbeitslosenquote Friedman und Phelps stellten den Trade-off zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation in Frage. Sie argumentierten, dass die Arbeitslosenquote nicht dauerhaft unter ein bestimmtes Niveau fallen kann, ein Niveau, dass sie die natürliche Arbeitslosenquote nannten. Die natürliche Arbeitslosenquote ist diejenige Arbeitslosenquote, die auftritt, wenn die tatsächliche Inflationsrate der erwarteten entspricht. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

18 Folie 18 Die Gleichung verdeutlicht, dass wir die Phillipskurve auch als eine Beziehung zwischen der tatsächlichen Arbeitslosenquote u t, der natürlichen Arbeitslosenquote u n und der Veränderung der Inflationsrate auffassen können. Phillipskurve und natürliche Arbeitslosenquote Schließlich nehmen wir an, dass t-1 eine gute Näherung für e t ist: © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

19 Folie 19 Die obige Gleichung zeigt einen alternativen Weg auf, um über die natürliche Arbeitslosigkeit nachzudenken: Die natürliche Arbeitslosenquote ist die Arbeitslosenquote, die nötig ist, um die Inflationsrate konstant zu halten. Sie wird auch Nonaccelerating inflation rate of unemployment (NAIRU) genannt. Phillipskurve und natürliche Arbeitslosenquote © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

20 Folie Erweiterungen Die Faktoren, welche die natürlichen Arbeitslosenquote beeinflussen, unterscheiden sich von Land zu Land. Daher gibt es keinen Grund anzunehmen, dass alle Länder die gleiche natürliche Arbeitslosenquote aufweisen. Länderunterschiede in der natürlichen Arbeitslosenquote © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

21 Folie 21 Veränderungen der natürlichen Arbeitslosenquote im Zeitverlauf In der obigen Gleichung müssen die Terme und z nicht konstant sein, sondern können sich im Zeitverlauf ändern. Das führt dazu, dass sich auch die natürliche Arbeitslosenquote ändert. Eine hohe Arbeitslosenquote reflektiert nicht unbedingt eine hohe natürliche Arbeitslosenquote. Wenn die Inflation z.B. schnell sinkt, dann ist das ein Indiz dafür, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote über dem natürlichen Niveau liegt. Ist die Inflation dagegen stabil, dann entspricht die tatsächliche Arbeitslosenquote ungefähr der natürlichen. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

22 Folie 22 Länderunterschiede in der natürlichen Arbeitslosenquote In Europa hat sich die Phillipskurve im Laufe der letzten Jahrzehnte nach rechts verschoben – es kam zu einer Erhöhung der natürlichen Arbeitslosenquote Veränderung der Inflationsrate und Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union, © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

23 Folie 23 Hohe Inflation und Phillipskurve Die Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation ändert sich mit dem Niveau und der Persistenz der Inflation. Die Evidenz aus Ländern mit hoher Inflation bestätigt dies. Mit steigender Inflation nimmt auch die Variabilität der Inflation zu. Auch die Form der Lohnabschlüsse ändert sich mit dem Inflationsniveau: Je höher die Inflationsrate, desto kürzer werden die Zeiträume, für die die Nominallöhne festgelegt werden. Andere Möglichkeit: Lohnindexierung. Dabei werden die Löhne automatisch mit der Inflation erhöht. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

24 Folie 24 Hohe Inflation und Phillipskurve Ein Teil der Lohnverträge sei indexiert. Der Anteil (1- ) sei nicht indexiert. Dann wird aus : Der eine Teil der Verträge reagiert auf t, während der nicht-indexierte Teil auf e t reagiert. Es wird angenommen, dass gilt: Wenn =0 werden alle Löhne auf Basis der erwarteten Inflation (gleich der letztjährigen) gesetzt: © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

25 Folie 25 Hohe Inflation und Phillipskurve Wenn positiv ist, dann gilt: Diese Gleichung kann verdeutlicht: Je höher der Anteil der indexierten Lohnverträge, also je höher ist, desto größer ist der Effekt von Arbeitslosigkeit auf die Änderung der Inflation. Wenn nahe bei 1 ist, dann können bereits kleine Änderung der Arbeitslosigkeit zu hohen Schwankungen der Inflation führen. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

26 Folie 26 Deflation und Phillipskurve Die hohe Arbeitslosigkeit während der großen Depression in den 30er Jahren lässt uns erwarten, dass es zu einer hohen Deflation (negativen Inflationsraten) kam. Tatsächlich war die Deflation aber begrenzt. Dies könnte daran liegen, dass der Mechanismus der Phillipskurve bei einer Deflation zusammenbricht oder sich zumindest abschwächt, weil die Arbeitnehmer nicht bereit sind, Lohnsenkungen hinzunehmen. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

27 Folie Fallbeispiel Arbeitslosigkeit in Europa Bis Ende der 70er Jahre war die Arbeitslosenquote in Europa weit niedriger als in den Vereinigten Staaten Anfang der 80er Jahre nahm die Arbeitslosigkeit zunächst sowohl in Europa wie in den USA besonders stark zu. Während sie aber in den USA nach 1982 in Zeiten eines Wirtschaftsaufschwungs wieder zurückging, hat sich der Trend in Europa immer weiter fortgesetzt. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

28 Folie 28 Arbeitslosigkeit in Europa Arbeitslosenquote im Euroraum und den USA Bis Ende der 70er Jahre lag die Arbeitslosenquote in Europa weit niedriger als in den USA. Seitdem ist sie stark gestiegen und verharrt auf einem hohen Niveau. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

29 Folie 29 Arbeitslosigkeit in Europa Arbeitslosenquote und Inflation im Euroraum Obwohl die Arbeits- losenquote in Europa sehr hoch ist, geht die Inflation kaum zurück. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

30 Folie 30 Arbeitslosigkeit in Europa Beobachtungen: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den 1970ern war mit einem Anstieg der Inflation verbunden. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den 1980ern war mit einem Rückgang der Inflation verbunden 1987 stieg die Inflation und die Arbeitslosigkeit lag bei 10%. Dies legt nahe, dass die natürliche Rate bei 10% liegt. In den 1990ern sank die Inflation, aber die Arbeitslosigkeit stieg über 10%. Aber starke Unterschiede zwischen den Ländern Europas! © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

31 Folie 31 Arbeitslosigkeit in Europa Arbeitslosenquoten im Ländervergleich Frankreich, Italien und Spanien sind durch hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. In Deutschland ist sie stark angestiegen. Manche Länder haben dagegen im gesamten Zeitraum niedrige Quoten. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

32 Folie 32 Arbeitslosigkeit in Europa Arbeitslosenquoten im Ländervergleich In den Niederlanden, Großbritannien und Irland ist die Arbeitslosigkeit im Lauf der 90er Jahre zurückgegangen. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

33 Folie 33 Natürliche Arbeitslosigkeit bestimmt durch… Lohnsetzungsgleichung Preissetzungsgleichung Rigiditäten, die auf Arbeits- und Gütermärkten in Europa zu hoher Arbeitslosigkeit beitragen (Eurosklerose/ Hysterese): Hohe Steuern und Sozialabgaben hohe Lohnnebenkosten Kündigungsschutz indirekte Arbeitskosten Starke Gewerkschaftsmacht Umfassende Arbeitslosenversicherung Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt: Eurosklerose Anstieg von z Geringer Wettbewerb auf den Produktmärkten erhöht die Monopolmacht der Unternehmen Anstieg von μ © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

34 Folie 34 Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt: Eurosklerose Die Determinaten der natürlichen Arbeitslosenquote PS Reallohn (W/P) Arbeitslosenquote u WS ( = F(u, Z) Anstieg von Z B un´un´ WS´ ( = F(u, Z´), (Z´ > Z)) PS´ C Anstieg von u n ´´ A unun Ein Anstieg von z oder von µ erhöhen jeweils die natürliche Arbeitslosenquote u n. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

35 Folie 35 Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt: Eurosklerose Bewertung der Eurosklerose: Viele Rigiditäten gab es bereits in den 1960 Jahren; manche haben heute nur noch geringe Bedeutung (Abnehmende Macht der Gewerkschaften). Andere (etwa Lohnnebenkosten) haben sich bis 1990 verschärft. Hat ein rascherer Strukturwandel im Zug der Globalisierung den Effekt der Rigiditäten erhöht? Empirisch: Strukturwandel heute nicht viel höher als früher Technischer Wandel lässt Nachfrage nach unqualifizierten Arbeitskräften im Vergleich zu Qualifizierten sinken. Die Rigiditäten in Europa (geringe Lohnspreizung) könnten die Arbeitslosigkeit der Geringqualifizierten erhöht haben. Konkrete Ausgestaltung der Arbeitslosenunterstützung (Dauer und Konditionen) hat starken Einfluss auf die Arbeitsanreize © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

36 Folie 36 Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt: Hysterese Hysterese als komplementäre Erklärung Die natürliche Arbeitslosenrate hängt zum Teil auch vom Verlauf der Arbeitslosigkeit in der Vergangenheit ab. Persistent hohe Arbeitslosigkeit übt immer weniger Druck auf die Lohnsetzung aus – sie spielt also keine Rolle mehr bei der Lohnfindung. Ein Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit erhöht damit die natürliche Arbeitslosenrate Hysterese erklärt hohe Arbeitslosigkeit bei konstanter Inflation Disinflation kann die natürliche Arbeitslosigkeit erhöhen und dadurch lang andauernde Arbeitslosigkeit schaffen. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

37 Folie 37 Hysterese Ist der Anteil von Langzeitarbeitslosen hoch, hat die Arbeitslosenrate keinen dämpfenden Effekt auf die Lohn- bildung. Es kommt zu einer Verschiebung der natürlichen Arbeitslosenquote. PS Realohnl (W/P) Arbeitslosenquote u WS A unun WS´ B un´un´ © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

38 Folie 38 Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt: Hysterese Eurosklerose und Hysterese – der Einfluss von Rigiditäten Unterschiede der Institutionen am Arbeitsmarkt zwischen den USA und Europa sowie innerhalb Europas können erklären, warum Arbeitslosigkeit in manchen Ländern Europas so hoch ist. Beispiel: Arbeitslosenversicherung: in den USA nur 6 Wochen; In Europa viel länger; zum Teil früher sogar unbegrenzt Arbeitsmärkte in den USA sind flexibler: die Löhne passen sich an, bis die Arbeitslosigkeit auf ein normales Niveau zurückkehrt. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

39 Folie 39 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich Auf den Arbeitsmärkten kann vieles schief laufen: Großzügige Arbeitslosenunterstützung, v. a. wenn sie dauerhaft gewährt wird, verzerren die Anreize, nach einem neuen Job zu suchen. Hohe Mindestlöhne und Gesetze mit striktem Arbeitsplatzschutz machen es für Unternehmen unattraktiv, neue Beschäftigte einzustellen – etwa Jugendliche ohne Erfahrung: Trennung zwischen Insidern und Outsidern Hohe effektive Steuersätze treiben einen Keil zwischen Brutto- und Nettolohn. Sie entmutigen Arbeitsanbieter und schrecken Unternehmen davon ab, Arbeitskräfte einzustellen. Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto geringer die Fähigkeiten, die von Unternehmen verlangt werden © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

40 Folie 40 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich In den letzten 10 Jahren gab es in vielen OECD Staaten drastische Reformen am Arbeitsmarkt Wesentliche Änderungen: Abbau der Grenzsteuersätze weniger großzügige Unterstützung der Arbeitslosen Diese Reformen führten zu einem Anstieg der Beschäftigung Aber: Es gibt keinen Königsweg zur Reform der Arbeitsmärkte! Manche Staaten waren sehr erfolgreich, andere nicht. OECD Studie: (OECD Employment Outlook 2006): Die OECD Staaten lassen sich in vier Gruppen einteilen: Zwei Gruppen waren erfolgreich mit niedriger Arbeitslosigkeit und überdurchschnittlich hoher Beschäftigung Die beiden anderen dagegen (bis jetzt noch) nicht erfolgreich. © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

41 Folie 41 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich Erfolgreiche Gruppen: (1)Mainly English-speaking (USA, England, aber auch Japan, Südkorea and Schweiz): schwacher Arbeitsplatzschutz (2)Nordeuropäische Gruppe (Skandinavien, aber auch Niederlande, Österreich, Irland), Hohe Arbeitslosenunterstützung Bislang nicht erfolgreiche Gruppen: (3)Südeuropäische Länder, aber auch Frankreich und Deutschland: Hohe Arbeitslosenunterstützung (4)Osteuropäische Länder: Niedrige Arbeitslosenunterstützung Es gab verschiedene Wege zum Erfolg: Es gibt nicht nur eine Kombination von Politik und Institutionen, die für gute Resultate auf dem Arbeitsmarkt sorgt Eine erfolgreiche Politik sollte schlüssig sein Entscheidender Faktor: Ein wohlüberlegtes Anreizsystem! © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

42 Folie 42 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

43 Folie 43 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich Erfolgreiche Gruppen: Die erste Gruppe (mainly English-speaking) ist charakterisiert durch schwachen Arbeitsplatzschutz, niedrige Arbeitslosenunterstützung und unterdurchschnittlich hohe Steuersätze, überdurchschnittlich hohe Beschäftigung, niedrige Arbeitslosenrate Die zweite, nordeuropäische Gruppe (Skandinavien, Niederlande, Österreich, Irland) mit großzügiger, aber zeitlich begrenzter Arbeitslosenunterstützung sowie hohen Steuersätzen; starker Kündigungsschutz, aber auch aktive Arbeitsmarktprogramme, die zu intensiver Jobsuche motivieren Die durchschnittliche Beschäftigung ist sogar höher, die Arbeitslosenrate niedriger als in der ersten Gruppe In beiden Gruppen: Makroökonomische Stabilität und hoher Wettbewerbsintensität auf den Gütermärkten! © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

44 Folie 44 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich Nicht erfolgreiche Gruppen: (3) Südeuropäische Länder, Frankreich und Deutschland: Hohe Unterstützung der Arbeitslosen wird nicht durch aktive Arbeitsmarktprogramme ausgeglichen; die Produktmärkte sind relativ stark gegen Wettbewerb geschützt (4) Gruppe (Tschechische Republik, Polen, Slowakei): Niedrige Arbeitslosenunterstützung, aber hoher Kündigungsschutz; kaum aktive Arbeitsmarktprogramme; stark regulierte Gütermärkte © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie

45 Folie 45 Arbeitsmarktreformen – ein Vergleich Wesentliches Erfolgsrezept der zweiten Gruppe: Aktive Arbeitsmarktprogramme Verhindern, dass arbeitsfähige Personen sich aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen (keine großzügigen automatischen Programme für Krankheit und Behinderung), Sie versuchen aber gleichzeitig, die wirklich Bedürftigen zu schützen Das Ausmaß der Arbeitsfähigkeit wird regelmäßig kontrolliert bei denjenigen, die eine Unterstützung erhalten. Für diejenigen, die arbeitsfähig sind, gibt es Unterstützung und starke finanzielle Anreize/Druck, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen (vgl. Hartz IV Reformen in Deutschland) © Pearson Studium 2009 © Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie


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