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Identität. 1. Begriffsgeschichte Begriffsgeschichte lat. idem = derselbe ( Identität) lat. alter = der Andere ( Alterität) Das Eigene kann nur in Auseinandersetzung.

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1 Identität

2 1. Begriffsgeschichte

3 Begriffsgeschichte lat. idem = derselbe ( Identität) lat. alter = der Andere ( Alterität) Das Eigene kann nur in Auseinandersetzung mit dem Anderen definiert werden relationales Konzept Selbstwahrnehmung Fremdwahrnehmung

4 Begriffsgeschichte Antike: – Platon und Aristoteles fragen nach der Einheit der Dinge in einer Welt des stetigen Wandels Holz wird z.B. zu Asche Kinder werden zu Greisen – Unterscheidung von Substanz und Akzidenz Aristoteles und Platon in einem Gemälde von Raphaël

5 Begriffsgeschichte 16. Jahrhundert: mathematisch-logische Verwendung, ausgedrückt durch das Zeichen : Die mathematische Aussage ist dann wahr, wenn die Gleichheitsbeziehung für alle möglichen Parameterwerte (x) erfüllt ist.

6 Begriffsgeschichte 17. Jahrhundert: René Descartes ( ) cogito ergo sum – Ich denke, also bin ich: Die Erkenntnisfähigkeit wird zum zentralen Wesensmerkmal des Menschen. René Descartes, 1648

7 Begriffsgeschichte Der Mensch kann die Welt selbst deuten und ist nicht mehr abhängig von heterogenen (z.B. religiösen, kirchlichen) Deutungsmustern Aufwertung des Individuums Diskursfähigkeit: Wahrheit wird in der Auseinandersetzung mit anderen gefunden.

8 Begriffsgeschichte John Locke ( ) Essay Concerning Human Understanding: Bewusstsein und Erinnerung eines Menschen sind entscheidend für seine Identität John Lockes Essay Concerning Human Understanding, 1690

9 Begriffsgeschichte Im 18. Jahrhundert beschäftigen sich mit dem Thema Immanuel Kant ( ) Jean Jacques Rousseau ( ) links Immanuel Kant, rechts Jean Jacques Rousseau

10 Begriffsgeschichte Sie nehmen zwei gegensätzliche Positionen ein: Immanuel Kant betont die Vernunft des Menschen, die ihn leitet und sein innerster Antrieb ist. Jean Jacques Rousseau betont die inneren Empfindungen und Emotionen, die das Selbst eines Menschen ausmachen.

11 Begriffsgeschichte Ende des 18. Jahrhunderts: Epoche der Romantik: Rückbesinnung auf Werte, die in der Aufklärung als unvernünftig galten: Gefühle, Individualität, Seele, Leidenschaft, Sehnsucht … Postulate: Das Individuum und seine Empfindungen sind per se wertvoll. Das Individuum kann Selbsterkenntnis leisten.

12 Begriffsgeschichte verschiedene Gewichtungen innerhalb des Bedeutungsspektrums: Aufklärung+Romantik - Freiheit- Einzigartigkeit - Selbstbestimmung- Wert modernes Identitätsverständnis

13 2. Wortbedeutung

14 Wortbedeutung Identität = die völlige Übereinstimmung einer Person oder Sache mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird. (Brockhaus)

15 Wortbedeutung Gleichheit Identität Identität bezeichnet die singuläre Wesenseinheit; stimmen nur einige Aspekte überein, spricht man von Gleichheit. Gleichheit (zwischen Personen) gibt es im Hinblick auf: Aspekte: Alter, Geschlecht, Herkunft, …

16 Wortbedeutung Faktoren, die die Identität beeinflussen: – Erziehung – Umwelt, Kultur, Religion – spezifische Lebenserfahrungen / -entscheidungen) – gesellschaftliche Rahmenbedingungen

17 Wortbedeutung Merkmale von Identität – zeitliche Permanenz: Jemand ist mit sich selbst identisch in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft). – Wechselwirkung von Selbstbild und Fremdbild: Das Individuum will auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen werden und handelt entsprechend. Es ist sich bewusst, dass andere sich ein Bild von ihm machen. – Individualität: Trotz Schnittmengen mit anderen hinsichtlich Verhalten, Meinung oder Aussehen ist jeder Mensch einzigartig.

18 Wortbedeutung Herausforderungen für Identität: Bis weit ins 20. Jh. hinein war Identität durch die soziale Stellung eines Menschen vorgegeben. Sicherheit, Entlastung kaum Handlungsalternativen Heute steht jeder Mensch vor der Aufgabe, seine Identität aus einer Vielfalt von Optionen zu konstruieren. größere individuelle Vielfalt Gefahr des Scheiterns

19 Wortbedeutung Die persönliche Identität unterliegt einem (biografischen) Wandel. Zugleich hält sie sich auch durch den Wandel hindurch, sonst könnte es keine Identität sein.

20 Wortbedeutung Versuch einer Beantwortung der Frage Was ist Identität? aus soziologischer Sichtweise: – Vergangenheit – Zukunft – gesellschaftliche Beeinflussung – Repräsentation – soziale Interaktion

21 Wortbedeutung Vergangenheit : – Wissen um die eigene Biographie Zukunft : – immer neuer Lebensentwurf gesellschaftliche Beeinflussung: – Fähigkeit, den sozialen Rollenerwartungen gerecht zu werden, ohne sich selbst zu widersprechen Repräsentation: – Bewusstsein für das Selbstbild und das Fremdbild soziale Interaktion : – Wissen um eigene Einzigartigkeit und um die des Anderen

22 Wortbedeutung Zwei Definitionen: 1.Identität ist das Bewusstsein, ein unverwechselbares Individuum mit einer eigenen Lebensgeschichte zu sein, in seinem Handeln eine gewisse Konsequenz zu zeigen und in der Auseinandersetzung mit Anderen eine Balance zwischen individuellen Ansprüchen und sozialen Erwartungen gefunden zu haben. 2.Identität ist die Fähigkeit, sich immer wieder von anderen Menschen zu unterscheiden (Individualität) und dabei über die Zeit (Kontinuität) und verschiedene Situationen (Konsistenz) hinweg – auch für die Umwelt erkennbar – dieselbe Person zu bleiben.

23 3. Identitätsbildung

24 Identitätsbildung Identitätsbildung ist abhängig von psychologischen kulturellen Faktoren sozialen Grundlagen werden in der Kindheit gelegt. Konfrontation mit Gesellschaft Überprüfung des Selbstbildes (Wer bin ich? – Wofür halten andere mich?)

25 Identitätsbildung Einige Faktoren sind fundamental für die Identitätsbildung. Dazu gehören: – Erinnerung – (Selbst-)Bewusstsein / Selbstreflexion – Sprache / Dialog

26 Identitätsbildung Sprache – Durch die Sprache vermitteln wir im weitesten Sinne unser Wesen (Handlungsmotivationen, Gedanken, Gefühle, Überlegungen). – Sprache übersetzt unsere Identität für andere.

27 Identitätsbildung Dialog – Im Selbstgesprächkönnen wir uns niemandem vermitteln; es bedarf eines Gegenübers. – Der Dialog kann in der Interaktion mit Einzelnen stattfinden, aber auch mit der Gesellschaft, ihren Institutionen und Gruppen. – Durch Dialog setzt sich der Einzelne mit seiner Position innerhalb der Gesellschaft auseinander.

28 4. Funktion und Relevanz von Identität

29 Funktion und Relevanz von Identität a) in Konfliktsituationen – Identität garantiert ein Grundverständnis des eigenen Handelns (Begründung, Zurechnung). – Aufbauend auf bewährten Handlungsmustern vermittelt sie Stabilität und Sicherheit in Handeln und Verhalten (Verlässlichkeit, schnellere Entscheidungen).

30 Funktion und Relevanz von Identität b) im Hinblick auf Werturteile – Entwicklung eines eigenen moralischen Bezugsrahmens / Wertesystem – Basis für qualitative Unterscheidungen – Unterscheidbarkeit aufgrund individueller Bewertungen

31 Funktion und Relevanz von Identität c) im Hinblick auf Fremdes – Identität braucht Alterität: Sie ist ein Sich-in- Verhältnis-Setzen zum Fremden. – Bestimmung des Selbst durch Wahl und Ausschluss bestimmter Optionen

32 Funktion und Relevanz von Identität d) im Hinblick auf gesellschaftliches Zusammenleben – Weiterentwicklung der Persönlichkeit – Entwicklung von Tugenden (nach E. Erikson) – Befähigung, aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen – Übernahme von Verantwortung

33 5. Formen von Identität

34 Formen von Identität Personale Identität (I) Soziale Identität (me) Corporate Identity

35 Formen von Identität Personale Identität = einzigartige Zusammensetzung individueller Daseinsfaktoren Personale Identität beinhaltet: – individuelle Erfahrungen, Wissen, Zukunftspläne – Kreativität, Selbstbestimmung, Autonomie – bio-psycho-soziale Merkmale (Aussehen, Geschlecht, Persönlichkeit)

36 Formen von Identität Soziale Identität = entsteht aus der Konfrontation mit den Erwartungen der Gesellschaft Soziale Identität ist – vielfältig, situationsabhängig – Ausdruck des Bewusstseins, von anderen gesehen zu werden

37 Formen von Identität Motor der sozialen Identität: Anerkennung durch Gesellschaft / soziale Gruppe Anerkennung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wird Anerkennung dauerhaft verwehrt, kann dies von zunehmender Unsicherheit über Isolation bis hin zum Freitod führen.

38 Formen von Identität Soziale Gruppen, die Anerkennung vergeben, können die Familie, der Freundeskreis, die Schule, der Arbeitskontext, ein Verein, eine Partei oder eine Dorfgemeinschaft sein. Der Zusammenhalt wird über gemeinsame Werte, Traditionen, Symbole und Rituale gesichert. Die Gruppenidentität entsteht durch die Definition der Mitglieder über ihre Gruppenzugehörigkeit.

39 Formen von Identität vergibt Anerkennung Individuum verhält sich regelkonform Gruppe

40 Formen von Identität Werden die Erwartungen vom Individuum nicht erfüllt, droht der Verlust der Anerkennung. Lösungsmöglichkeiten: – Rückkehr zu erwartetem Verhalten – Suche nach einer neuen Gruppe, in der das veränderte Verhalten anerkannt wird.

41 Formen von Identität vergibt keine Anerkennung Individuum verhält sich nicht regelkonform Gruppe

42 Formen von Identität materielle Komponente: – Identifikation des Individuums mit bestimmten Firmen oder Produkten – symbolische Darstellung der Identität durch Marken oder bestimmte Produkte – Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit – Abgrenzung zu anderen Individuen

43 Formen von Identität Corporate identity – Firmenidentität – durch einheitliches Erscheinungsbild erfolgt Repräsentation nach innen und außen – Ziele: Wiedererkennung, Kontinuität, Vertrauen – Mittel: Werbung, Abgrenzung von Konkurrenten

44 Formen von Identität Elemente der Corporate Identity – nach außen Logo einheitliche Berufskleidung durch Logo gekennzeichneter Fuhrpark Firmenphilosophie, Firmenhistorie – nach innen Werte Traditionen Rituale (Weihnachtsfeiern, Betriebsausflüge) Ziele

45 6. Sex und Gender

46 Sex und Gender wissenschaftliche These der 1970er Jahre Kernaussage: es gibt zwei Arten von Geschlecht – Sex: biologisches, prädiskursiv angenommenes Geschlecht – Gender: soziokulturell bedingtes Geschlecht bzw. Geschlechterrolle Die biologische Zuordnung (männlich / weiblich) hat Auswirkungen auf die Entwicklung der Geschlechtsidentität.

47 Sex und Gender Mit dem Geschlecht sind sozio-kulturelle Erwartungen und Zuschreibungen verbunden, die sich je nach Kulturkreis und Epoche unterscheiden können. Sie haben Einfluss auf viele Bereiche des Lebens, z.B.: – Jungen sollen Emotionen in der Öffentlichkeit nicht frei äußern. – Mädchen raufen nicht.

48 Sex und Gender Es gibt Personen, auf die die Zuschreibungen nicht zutreffen bzw. die sich in das binäre Geschlechterkonzept nicht einordnen können / wollen (Transgender, Transsexuelle, Homosexuelle). Es ist wichtig, sich der Konstruiertheit von Geschlecht bewusst zu sein. Vielen Kategorien und Erwartungen, die mit Geschlecht verknüpft sind, liegt kein biologischer Determinismus zu Grunde.

49 Sex und Gender Die Geschlechtsidentität hatte früher größere Verbindlichkeit (Rollenerwartungen). Es gibt nicht den Mann oder die Frau Man muss Menschen in ihrer Gesamtheit wahrnehmen und bewerten, nicht unter dem Blickwinkel bestimmter sozialer Kategorien.

50 7. Identitäts- und Rollenkonflikte

51 Identitäts- und Rollenkonflikte Rolle = Erwartungen, die die Gesellschaft an das Verhalten oder die moralischen Werte des Individuums stellt. Z.B.: Mutter – Fürsorge, Polizist – Autorität, Lehrer – Wissen usw. Rollen ermöglichen und erleichtern soziales Zusammenleben (Reglementierung, vorgegebene Handlungsorientierungen).

52 Identitäts- und Rollenkonflikte Konfliktpotential liegt in widersprüchlichen Rollen, die ein Individuum annehmen muss Vater Ehemann Kumpel Motorradfahrer Briefmarkensammler Lehrer

53 Identitäts- und Rollenkonflikte Als Lehrer muss er Verantwortung zeigen, als Vater Fürsorge. Als Motorradfahrer muss er Touren mitfahren und setzt sich einer Gefahr aus, was mit seiner Fürsorgepflicht als Vater nicht übereinstimmt. Als Kumpel wird evtl. von ihm erwartet, mit Freunden ein Trinkgelage zu veranstalten, was seiner Vorbildfunktion als Lehrer widerspricht. Das Briefmarkensammeln passt nicht in seine Rolle, die er in der Motorrad-Gang inne hat.

54 Lösung: a) von Seiten des Einzelnen: Synthese, konsistentes Verhalten b) von Seiten der Gesellschaft: Anerkennung der Rollenvielfalt Vater Ehemann Kumpel Motorradfahrer Briefmarkensammler Lehrer b) a)


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